Montag, 22. Juli 2019

Bistum Trier / Gerolstein: "Es werden mehr und mehr. - Von Einzelfällen kann keine Rede sein."

Es sind offenbar keine Einzelfälle. Auf jeden Bericht, den der TV über das Albertinum in Gerolstein schreibt, melden sich Menschen aus der ganzen Region - und berichten von ähnlichen Erfahrungen, die sie an dem kirchlichen Internat gemacht haben. 

Die Rede ist von physischer sowie psychischer Gewalt und von schwersten Demütigungen. 

Bistumssprecherin Judith Rupp teilte vor wenigen Wochen noch mit,  dass die "Leitlinien mit den Vorgaben zu Leistungen als Anerkennung erlittenen Leids" bei einem Teil der Betroffenen nicht greifen würden, "da es sich nicht um sexuelle, sondern um physische Gewalt handeln würde" - Diese Aussage zog  große Empörung nach sich und stieß auf großes Unverständnis. -  Zu Recht.

Nun hat das Bistum ein Projekt "Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein - Aufarbeitung mit  und für Betroffene" in Auftrag gegeben. Dieses Projekt ist bis Sommer 2021 angelegt. Es sollen sowohl sexuelle als auch psychische und physische Gewalt Gegenstand des Projektes zur Aufarbeitung sein. 

volksfreund.de

Freitag, 12. Juli 2019

Bistum Trier: Bischof Ackermann und die "kleine Plausibilitätsprüfung" - ein Kommentar



Die von Bischof Ackermann in völlig verharmlosender und verniedlichenden Form beschriebene "kleine Plausibilitätsprüfung"  beschreibt der Trierer Thomas Kiessling am gestrigen Abend mit eigenen Worten wie folgt: "Warum Männer wie er sich selbst bei Anträgen auf Anerkennungszahlungen stundenlang intimsten Fragen stellen müssten, die die furchtbaren Erinnerungen an die Untaten wieder erweckten". - Man brauche Kriterien für die Zahlungen, aber heutzutage müsse niemand Dinge sagen, die er - oder sie - nicht sagen wollte  (!)  antworteten die Mitarbeiter Ackermanns. Der Bischof selbst gab zu: "Wir haben seit 2010 dazu gelernt." 

Die Frage, was genau Bischof Ackermann seit 2010 dazu gelernt habe, ist meiner Meinung nach mehr als berechtigt. Wenn ich den vor mir liegenden schriftlichen " Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde" aus dem Jahr 2011 mit dem Antrag von 2019 vergleiche,  finde ich keine Abänderung im Wortlaut.

Ich sehe auch keine Änderung in der Befragungsmethode zwischen einem "Protokollgespräch"  welches 2011 stattfand und einem "Protokollgespräch"  , welches 2019 stattfand.  Was hat sich an der Methodik und der Vorgehensweise seit 2011 hier geändert? Schließlich sind genau dies die Angaben,  mit denen das Bistum eine sogenannte "Plausibilitätsprüfung" vornimmt. Tathergänge sollen schließlich genau weiterhin so detailliert wie möglich beschrieben werden -  und wenn der Täter mehrmals übergriffig wurde und über einen längeren Zeitraum hinweg, dann bitte nacheinander, einzeln und - möglichst detailgetreu, wie und auf welche Weise. Und nicht nur die sexuellen Handlungen, sondern auch die Gewaltanwendungen. -

Und wenn irgendwie möglich, dann noch etwas genauer

Beispiele von Fragestellungen, die bei Fachleuten eine große Sprachlosigkeit hinterlassen,  liegen mir zwar vor,  dürfen aber an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden. Warum? - Weil es von dem Betroffenen zu unterschreiben gilt, dass der Inhalt des Gespräches streng vertraulich ist. (Lediglich die zum Mitarbeiter-Stab des Bischofs gehörenden Personen haben Zugang.) - Auf  oftmals in leichtsinniger Weise anmutende Nachfragen, die weder von ausgebildeten Traumatherapeuten oder ähnlichen Fachleuten durchgeführt werden, soll also so detailliert wie möglich geantwortet werden.  Hinzu kommt, das auch die Folgeerkrankungen, welche im Zusammenhang mit den sexuellen Übergriffen von damals stehen, beschrieben werden sollen. Auch hier kann es sein, dass man mit nahezu unerträglichen Fragen konfrontiert wird, die einen Betroffenen emotional aus der Vergangenheit in die Gegenwart katapultieren und anschließend wieder zurück.  Ob das, was man verzweifelt versucht, zu kommunizieren,  auch ebenso so wahrgenommen wird, bleibt fraglich.  Wenn es harmlos verläuft.  - Denn eine solche Befragung kann zum Beispiel auch einen kompletten Identitätswechsel auslösen. Informationen zu dem Erlebten sind plötzlich nicht mehr abrufbar, weil sie abgespalten wurden. Hilflosigkeit. Schutzlosigkeit. Todesangst, Drohungen,  Ohnmacht und Angst sind präsent. Keiner der Abwehrmechanismen und Verarbeitungsstrategien war ausreichend, um das Geschehene auch nur ansatzweise integrieren zu können. Man-made-disaster. Es ist also gut möglich, eher noch wahrscheinlich,  dass solch ein dissoziativer Schutzmechanismus - der einem Art psychischem "Notfallprogramm" ähnelt - während einem solchen Protokollgespräch  auftritt, ausgelöst durch Erinnerungen, Gefühle und Gedanken - und Fragestellungen. Eine solch hochkomplexe psychische Situation während des Gesprächs einzuschätzen und darauf zu reagieren, dafür sind Ansprechpartner des Bistums nicht ausgebildet.  "Heutzutage müsse niemand Dinge sagen, die er - oder sie - nicht sagen wollte  antworteten die Mitarbeiter Ackermanns." - Diese Aussage klingt wie ein Hohn. Wenn ein Betroffener nichts sagen kann, welche Kritierien sollen dann greifen? Er  wird also  versuchen, das Geschehene "auf eigene Gefahr" abzurufen, wird - je nach Erfolg oder Misserfolg bisheriger Therapien -  erneut durch die Hölle gehen, das Geschehene in Echtzeit erleben um möglichst viele  Informationen abrufen zu können, die das Bistum wünscht.  Ich weiß nicht, wie viele  Betroffene auch heute noch schweigen, weil sie gar nicht darüber reden können, was ihnen widerfahren ist, oder weil sie Angst vor genau dieser ungeschützten Situation haben, mit der sie konfrontiert werden. Für mich gehören genau diejenigen dazu, die die schwersten Trauma erlitten haben und ihr Schweigen bisher nicht brechen konnten.

Die Plausibilitätsprüfung des Bistums Trier mit dem Attribut "klein" zu versehen, macht sprachlos

Fakt ist:   Ob für 1.000,00 Euro oder 100.000,00 Euro Anerkennung: Die beschriebenen Tathergänge bleiben dieselben. Das Geschehene ist ein unabänderlicher und unauslöschlicher Teil unserer Vergangenheit. Was sich aber ändern kann, sie die  Symptome der Folgeerkrankungen, die auf die sexuellen Übergriffe zurückzuführen sind. 2011 ging es manchen von uns Betroffenen noch wesentlich besser als 2019.  Wie vielen von uns wurden erst Jahre bis Jahrzehnte später bewusst, was damals geschah. Und das ist normal!  

Der Umgang von Bischof Ackermann mit Betroffenen trägt seinen Teil dazu bei. Auch diese Umstände, die Flexibilität erfordern,  sollten unbedingt berücksichtigt werden. -  Die Retraumatisierung, von der etliche Opfer im Bistum Trier betroffen sind, ist  m.E.  sowohl auf die Methodik und Vorgehensweise  während dieser "kleinen Plausbilitätsprüfung" zurückzuführen, die ich als absolut unausgereift  und fragwürdig erachte,  als auch auf den Umgang mit uns Betroffenen während der letzten neun Jahre. 

Wie kann Bischof Ackermann also sagen, er habe diesbezüglich dazu gelernt? Wie glaubhaft ist seine Aussage, wenn sich seit 2011 nichts bei dieser Methode, auf deren Unerträglichkeit und auslösendes Leid Betroffene ihn seit Jahren hinweisen, geändert hat?  Wie man die Worte Ackermanns deuten soll, wenn er sagt: " Sollte es aber künftig um sechsstellige Summen gehen, wird es das nicht mehr geben!" , bleibt jedem Betroffenen selbst überlassen. Ob man dies als Einschüchterungsversuch, als Drohgebärde eines brüllenden Löwen oder als Ackermanns generellen Umgangston sieht: die Botschaft, die sich hinter diesen Worten versteckt, bleibt offen. Wie viele andere Fragen auch. 

Ich frage mich im Übrigen auch,, wie eine "große Plausbilitätsprüfung" verlaufen soll, da eine "kleine Plausibilitätsprüfung" ja offensichtlich bei höheren Anerkennungszahlungen nicht mehr ausreicht. Viel demütigender und erniedrigender können die Fragen, Vorgehensweisen und Entscheidungen, mit denen Betroffenen in den letzten acht Jahren seitens des Bistums konfrontiert wurden, ja kaum noch werden. Ganz zu schweigen von den sowohl moralisch als auch gesetzlich  grenzwertigen Ideen und Methoden, die manch mutmaßlicher Täter "privat" umsetzte, um die Glaubwürdigkeit von Betroffenen in Frage zu stellen. 

Vielleicht sollten auch zudem einmal die Betroffenen zu Wort kommen dürfen, deren Prüfung als "nicht plausibel" eingestuft und denen nicht geglaubt wurde. Mit welchen Begründungen sie und ihre Glaubwürdigkeit abgelehnt wurden. - Nicht ohne Grund.

Ja, es ist allerhöchste Zeit für eine eigene und vor allem "unabhängige" Kommission im Bistum Trier, die installiert werden muss, um auch das, was seit 2010 geschah und die Vorgehensweise des Bistums Trier zu dokumentieren und offenzulegen - auch, was den Umgang mit uns Betroffenen betrifft. Eine unabhängige Kommission, der wir Betroffenen Vertrauen schenken können und denen wir Betroffene die Erfahrungen schildern können, die wir seit 2010 mit dem Bistum Trier machen mussten. Die auch die Korrespondenzen zwischen Betroffenen mit dem Bistum sichtet. Und sich dazu äußert.  Wenn endlich von einer unabhängigen Kommission belegt werden kann, wie das Bistum mit Hinweisen auf mutmaßliche Täter umging;  wenn endlich belegt werden kann, welche dubiosen und zweifelhaften Methoden das Bistum Trier gegenüber Betroffenen anwandte.   Und erst wenn dazu ein Bericht veröffentlicht wird, können wir Betroffene hoffen, dass sich  etwas ändert.  -  So musste ja auch erst die MHG-Studie veröffentlichen, was die Kirche verschwieg. 

Übrigens:  "Man brauche Kriterien für die Zahlungen (...) antworteten die Mitarbeiter Ackermanns."   
Dazu kann ich nur sagen, dass ich selbst vor ein paar Tagen Mitarbeitern des Bistums Trier, die m.E. nach über genau diese Kriterien informiert sein sollten und diese in Betracht ziehen sollten, ebendiese Kriterien zusandte und sie in Erinnerung rief. Warum? - Weil sie über diese nicht informiert waren. Bitte. Gerne.

Und absolut unabhängig davon, ob es sich um eine "kleine" oder "große Plausibilitätsprüfung" handelt: Wenn ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte der DBK, der Trierer Bischof Ackermann, dieses Verfahren als "klein" bezeichnet, frage ich mich, warum er keine 24 Stunden später, nachdem er die Aussage eines Münsteraner Klerikers als "unsäglich" und "unerträglich" bezeichnet und eine "klare Reaktion" einfordert, nicht selbst auf seine ebenfalls teils unsäglichen und unerträglichen Worte gegenüber Betroffenen achtet. 

Es gibt noch viel zu tun für Sie, Herr Bischof. Noch sehr sehr viel. 

Claudia Adams

Bistum Trier: "Ich habe meinen Glauben verloren"

Erstmals treffen Missbrauchsopfer in größerem Rahmen den Missbrauchszuständigen der Bischofskonferenz. Im Gespräch zeigt sich, wie abgekanzelt und übergangen sich die Betroffenen fühlen.

Allein im Bistum Trier sind 442 Betroffene registriert, die Zahl und die Namen der Täter und derjenigen, die Verbrechen von Würdenträger-Kollegen vertuschten, ist unbekannt. All das will die Kirche erklärtermaßen aufarbeiten, Bistum für Bistum. Ob ihr das als Organisation so vieler Täter tatsächlich gelingen kann, fragen sich längst nicht nur die Mitglieder von "MissBiT". Deren Sprecher fordert von Ackermann beim sicherlich langwierigen und schwierigen Prozess der Dokumentation eines Kirchenskandals die Beteiligung der Betroffenen und unabhängigen Experten ein. Ja, sagt der Bischof, das sei geplant. - Details werden allerdings nicht vereinbart.

sueddeutsche.de

Bistum Trier: Wer hat weggesehen, wer vertuscht? - Kommission soll Übergriffe im Bistum aufarbeiten

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann will bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in seinem Bistum eine unabhängige Expertenkommission einsetzen. Das kündigte Ackermann bei einem Gespräch mit Vertretern der Opferinitiative "Missbit" an. Das Gremium soll auch eine mögliche Mitverantwortung von leitenden Priestern oder Bischöfen bei der Vertuschung von Missbrauchstaten thematisieren und bewerten. - Wann die Kommission eingesetzt wird, ist noch offen. 

Missbit-Sprecher Thomas Schnitzler sagte, dass „Bischöfe und höhere Kleriker nachweislich mitverantwortlich“ gewesen seien bei der Vertuschung von sexuellen Übergriffen, indem etwa die Täter in andere Pfarreien oder Krankenhäuser versetzt worden seien. Er forderte „großzügige Schadenersatzzahlungen“ für die Opfer und sprach von 100 000 bis 300 000 Euro, die derzeit diskutiert würden. Dies könne sich die Kirche angesichts der großen Reichtümer leisten, sagte der "Missbit"-Sprecher.

Wenn sich ein Opfer wegen einer Entschädigungszahlung melde, werde bislang „nach einer kleinen (?!) Plausibilitätsprüfung“ unbürokratisch gezahlt, sagte der Trierer Bischof. „Wir glauben das dann. (?!)“  Sollte es aber künftig um sechsstellige Summen gehen, „wird es das nicht mehr geben“, kündigte Ackermann an. „Dann habe ich ganz andere Kosten.“

Bistum Trier: Bischof Ackermann trifft sich mit Betroffeneniniative "MissBiT"

Bistum will Täter ausfindig machen

Gestern traf sich  der Missbrauchsbeauftragte der DBK,  Bischof Ackermann, mit Missbrauchsopfern der Betroffeneninitative "MissBiT" (sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier).  Nach dem Gespräch sagte er zu, dass das Bistum seine Anstrengungen zur Aufarbeitung von Missbrauch verstärken werde. Im Vordergrund stehe dabei, wer die Verantwortung für die Taten trage und wie in der Kirche mit den Missbrauchsfällen umgegangen worden sei. 

Unabhängige Experten sollen bis zum Herbst Eckpunkte und Kriterien festlegen.

Die Missbrauchsinitiative "Missbit" forderte, dass auch die Mitschuld der Institution Kirche bei den Missbrauchsfällen geklärt werden müsse. Eine Aufarbeitung in den Pfarreien sei notwendig. Ackermann und "Missbit" erklärten sich zu weiteren Gesprächen bereit.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Bistum Trier: "Aufarbeitung mit und für Betroffene am Albertinum Gerolstein"

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat das Projekt „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ in Auftrag gegeben.

In der Projektskizze heißt es, „sowohl sexuelle als auch psychische und physische Gewalt sollen Gegenstand des Projektes zur Aufarbeitung sein“. Anlass sind Rückmeldungen von ehemaligen Schülern des seit Anfang der 1980er Jahre geschlossenen Internats zu Gewalterfahrungen durch Mitarbeitende des Albertinums.

Unter "www.albertinum-gerolstein.de" informieren die Beauftragten fortlaufend über das Projekt. Auf dieser Seite kann die Projektskizze eingesehen werden, und dort wird am Ende auch der Abschlussbericht veröffentlicht.


Samstag, 6. Juli 2019

Bistum Trier: Bischof Ackermann ruft zur Besonnenheit auf

Eine neue Studie zu Missbrauchsvorwürfen gegen katholische Priester hat eine Debatte ausgelöst. Nun meldet sich der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, zu Wort. Er ruft zu Besonnenheit auf.

"Ich möchte mich nicht an Mutmaßungen über Zahlen beteiligen und auch nicht an Spekulationen darüber, wie sie zu deuten sind", erklärte der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Freitag in Bonn. "Denn es fehlt bisher an einer seriösen Wirkungsforschung für den Bereich der Prävention." (!) Darauf hinzuweisen, sei offensichtlich "auch das Hauptanliegen von Professor Dreßing und seinen Kollegen".

Der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing hatte am Mittwoch eine weitere Studie zum Missbrauch in der Kirche veröffentlicht. Demnach ist die Quote bei den aktuellen Missbrauchsvorwürfen gegen Priester seit 2009 nicht signifikant rückläufig.

kirche-und-leben.de

Montag, 1. Juli 2019

Harald Dreßing über neue Erkenntnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen für Opfer, angemessene Entschädigung und Einsicht in kirchliche Akten: "Die ursprünglich von Marx und Ackermann formulierte konzertierte Strategie ist nicht erkennbar"

Harald Dreßing im Gespräch mit Christiane Florin

Der Forensiker Harald Dreßing hat die Missbrauchs-Studie der deutschen Bischofskonferenz geleitet, und nun neue Erkenntnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen für die Opfer veröffentlicht. Er fordert angemessene Entschädigungen und Einsicht in kirchliche Akten, damit Täter und Mitwisser bekannt werden.

Freitag, 28. Juni 2019

Bischof Ackermann ist der Fall bekannt: "Man werde der Kritik des Pfarrers nachgehen"

„Ich habe zu lange gezögert“, meint J. Becker rückblickend. Und wirft die Frage auf, warum nicht mehr Katholiken und gerade Priester an die Öffentlichkeit gehen und Fehler eingestehen. 


J. Becker ist ehemaliger katholischer Priester, inzwischen aber aus der Kirche ausgetreten. Der Umgang der Kirche mit seinem Hinweis auf den Missbrauchsfall sei dafür der ausschlaggebende Grund gewesen, sagt er. Becker ist davon überzeugt, dass große Teile der Kirche an wirklicher Aufklärung viel zu wenig interessiert sind. „Das Neue an dem Verfahren des Vatikans ist: Man will den Betroffenen und den Zeugen zuhören und mit ihnen reden.“ Die Wirklichkeit sehe aber nach wie vor anders aus: „Es wird den Anzeigenden von sexuellem Missbrauch nicht geglaubt und nicht zugehört.“

Während des Katholikentags im Jahr 2000 in Hamburg habe ein katholischer Theologe Becker erzählt, dass er schon mehrfach sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche begangen habe. Vorübergehend sei auch gegen ihn ermittelt worden, weil ein 17-Jähriger Suizid verübt hatte. „Er fühlte sich schuldig, weil er mit ihm ebenfalls erotisch-sexuelle Kontakte gehabt hatte.“

Zehn Jahre später, als Becker erfährt, dass der katholische Theologe inzwischen eine Leitungsfunktion im Bistum Magdeburg innehatte und Jugendfahrten organisierte, habe Becker ihn angezeigt ...

Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, ist der Fall nach Angaben seiner Pressestelle bekannt. Beckers Kritik werde nachgegangen, teilte eine Sprecherin mit.


den vollständigen Artikel auf "welt.de" lesen




Mittwoch, 26. Juni 2019

"Missbrauchsbeauftragter" der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann zum "Stand der Arbeiten" im Juni 2019



  • Es wurde eine bundesweite Erhebung durchgeführt, aus denen man Erkenntnisse gewinnen möchte, auf welcher Grundlage eine einheitliche, transparente und verbindliche Dokumentation über Missbrauchsbeschuldigungen in allen (Erz-)bistümern  erfolgen kann und soll. Diese Aufgabe wird von einer sogenannten "Expertengruppe" übernommen. 
  • Zur Weiterentwicklung des gegenwärtigen Verfahrens zur Anerkennung des Leids fand am 27. Mai 2019 ein "Kick-off-Workshop" statt, bei dem 28, sogenannte "fachkundige" Personen aus Kirche  und Gesellschaft",  Vorschläge für eine Reform des aktuellen Systems erarbeitet haben.   Eine "unabhängige Arbeitsgruppe" wird beauftragt, Grundsätze für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Verfahrens vorzulegen, die auf möglichst breite Zustimmung stoßen.
  • Zur "Sicherstellung einer transparenten und unabhängigen Aufarbeitung" entschließt sich die Katholische Kirche im Jahr 2019 dazu,  mit Hilfe einer weiteren "Arbeitsgruppe" des UBSKM eine "Vereinbarung zu einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich" zu schließen. 
  • Es wird eine Zusammenarbeit mit dem "Institut für Prävention und Aufarbeitung" (IPA), angestrebt, welches im Mai 2010 öffentlich angekündigt und im September 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Durch diese Zusammenarbeit soll ein verbindliches "überdiözesanes Monitoring" sichergestellt werden, welches die bisher bemängelten Undurchsichtigkeiten und Uneinheitlichkeiten im Umgang mit den Maßnamen und Verfahren zur Intervention, Prävention und Aufarbeitung systematisch und erfasst und beheben soll.

Quelle: dbk.de

Samstag, 22. Juni 2019

Bistum Trier: Ermittlungsverfahren gegen Bistumspriester und Diakon dauern an

Die in diesem Jahr eingeleiteten Ermittlungen gegen einen Trierer Bistumspriester und einen Diakon dauern an. Das sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf Anfrage unserer Zeitung. 

Gegen den Ruhestandspriester wird seit April wegen möglichen Missbrauchs eines Minderjährigen ermittelt. Das Geschehen soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft über ein Jahrzehnt zurückliegen. Derzeit liefen noch Zeugenvernehmungen, sagte Chef-Staatsanwalt Fritzen dem TV. Seit die angeblichen Übergriffe bekannt wurden, darf der Ruhestandsgeistliche keine Gottesdienste mehr halten. Gegenüber dem Bistum hatte der Priester die Vorwürfe im April zurückgewiesen. Inzwischen habe der Beschuldigte einen Rechtsanwalt beauftragt, so die Staatsanwaltschaft.

Auch das seit Februar laufende Ermittlungsverfahren gegen einen katholischen Diakon dauert an. Gegen den zuletzt in einem Trierer Krankenhaus beschäftigten Mann wird wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts ist die Auswertung der bei der Wohnungsdurchsuchung sichergestellten Datenträger noch nicht abgeschlossen.

Wann in den beiden Fällen mit einem Ende der Ermittlungen zu rechnen ist, steht noch nicht fest. 

Im Bistum Trier sind seit 1946 insgesamt 149 Priester wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Betroffen waren (mindestens /Anmerk. ca)  443 Opfer.

volksfreund.de

Mittwoch, 12. Juni 2019

Bistum Trier: Pädagogen im Bistum Trier sehen massiven Verlust an Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche - Bischof Ackermann will sich nicht zur Thematik äußern

Der Missbrauch und seine Vertuschung stellten nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft sei öffentlich zerrüttet.

Etwa 5000 Religionslehrerinnen und -lehrer im Bistum Trier bräuchten „konkrete Schritte und sichtbare Zeichen“ von Ackermann, wenn sie weiterhin als glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen des Glaubens, nicht nur vor den Schülerinnen und Schülern, sondern auch vor Kolleginnen und Kollegen, Eltern, Schulleitungen bestehen sollten.

In dem Forderungskatalog des Bundesverbands der katholischen Religionslehrerinnen und -lehrer, an Bischof Ackermann,  heißt es unter anderem:   „Wir fordern das Ende eines repressiven Umgangs mit innovativ denkenden Theologinnen und Theologen. Zudem wird ein radikaler Wandel hinsichtlich der katholischen Geschlechterlehre gefordert. „Wir fordern ein Umdenken in Fragen von Sexualität insbesondere auch von Homosexualität, die Wertschätzung der menschlichen, körperlichen Verfasstheit verbunden mit der Freude am Körper und der eigenen Sexualität. Dringend notwendig erscheint ein ehrlicher Blick in die eigenen Reihen im Hinblick auf die Themen Sexualität, Homosexualität und Beziehungsfähigkeit“, schreibt der Bundesverband.

Schüler entdeckten eine intransparente, unehrliche, machtorientierte Amtskirche, die den Schutz der Heiligkeit ihrer Institution höher achte als die Menschen, die sich ihr anvertrauten. „Der Missbrauch und seine Vertuschung stellen nur die Spitze des Eisbergs dar, an dem das majestätisch-stolze Schiff der Kirche unterzugehen droht. Die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft ist öffentlich zerrüttet“, so die Kritik der Religionslehrerinnen und -lehrer.

Bischof Ackermann wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Sprecherin Judith Rupp verwies stattdessen auf eine Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz, in der es heißt, man freue sich über die positive Resonanz, die der synodale Weg unter den Religionslehrkräften finde. 

saarbruecker-zeitung.de
volksfreunde.de

Sonntag, 2. Juni 2019

Bistum Trier: Leitlinien treffen laut Bistumssprecherin Rupp nicht bei "physischer Gewalt" zu

Gerolstein: Ein ehemaliger Schüler des Albertinums verlangt 80 000 Euro Schadenersatz vom Bistum Trier. Acht Jahre lang habe er im Gerolsteiner Internat Gewalt erlebt. Acht Jahre lang habe er "unter kirchlicher Obhut Gewalt, Demütigung und Willkür erleiden müssen. Sein Arbeitsleben und seine Beziehungen hätten gelitten."

Bis heute hat der Mainzer kein Geld bekommen. Bistumssprecherin Judith Rupp erklärt das auf TV-Anfrage so: „Im Fall des Herrn F. handelt es sich nach dessen Angaben nicht um sexuelle, sondern physische Gewalt. Daher greifen hier nicht die Leitlinien mit den Vorgaben zu Leistungen als Anerkennung erlittenen Leids.“

volksfreund.de



  • Ackermann will auf externe Missbrauchs-Aufklärer setzen: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann will Missbrauchsverdachtsfälle in kirchlichen Einrichtungen künftig von externen Experten untersuchen lassen. Zurzeit werden Vorfälle am bereits geschlossenen Internat Albertinum geprüft (domradio, 12.03.2019)
  • Gerolstein: Das Bistum Trier hat weitere Fälle von sexuellem Missbrauch eingeräumt. Unsere Reportage widmet sich exemplarisch dem einstigen Internat in Gerolstein. Die Betroffenen beschuldigen Mitarbeiter, die vormals als unbescholten galten – und fragen nach einer Mitschuld der Kirche. (TV, 25.09.2018)
  • Gerolstein: Erst jetzt zugegeben: Jahrzehntelang wurden Jungs im kirchlichen Internat Albertinum misshandelt (TV, 11.05.2018)

Donnerstag, 30. Mai 2019

Bistum Trier / Münster: Forscher Dreßing erwartet Rücktritte in der Kirche

Der Mannheimer Psychiater Professor Harald Dreßing hat die Kirche aufgefordert, die Verantwortung für den sexuellen Missbrauch an Kindern durch Kleriker zu übernehmen. „Es gibt kein Unternehmen, bei dem es nicht in einem solchen Fall zu Rücktritten käme“, sagte der Projektleiter der im Herbst 2018 vorgelegten Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstagabend in Münster.

Jeder Beschuldigte im Missbrauchsskandal habe mehrere Mitverantwortliche, die etwas gewusst hätten, „darunter Leute, die noch in Amt und Würden sind“, so Dreßing. Diese Personen, auch Bischöfe und Generalvikare, müssten benannt und aufgefordert werden, Verantwortung zu übernehmen. (kirche-und-leben.de)


Bischof Ackermann betonte noch 2 Tage zuvor, dass er in Abgründe geschaut habe, seitdem er das Amt des Missbrauchsbeauftragten innehabe.  Sein Amt abzugeben, komme aber nicht in Frage. (swr.de).


Ackermann gibt an, dass er als Missbrauchsbeauftragter in Abgründe geschaut habe. Diese Aussage mag korrekt erscheinen. Ich halte es jedoch für fraglich, ob er diese Abgründe - sowohl als Missbrauchsbeauftragter der DBK als auch als Bischof in seinem eigenen Bistum Trier realisiert hat. Betroffene brauchen mitunter Jahrzehnte, bis sie tatsächlich "realisieren", was geschah. Um die erlittenen Traumata als auch die Folgen zu überleben, setzten bei unsereinem verschiedene Überlebensmechanismen ein, die bis hin zur Abspaltung führten.   Bischof Ackermann scheint eine solche Realisation innerhalb kürzester Zeit gelungen zu sein. Dies klingt allerdings mehr als unwahrscheinlich.  Vor allem vor dem Hintergrund, dass er auf verschiedenen Ebenen selbst in diese Thematik involviert ist, wäre eine Realisierung der Tatsachen  ein ungewöhnliches psychologisches Phänomen. Es klingt eher danach, als sei sein Selbstschutzprogramm derzeit hochaktiv.  / ca


Bistum Trier: Bischof Ackermann kündigt "Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt" (IPA) an

Nachtrag: 27.05.2019

Trier Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch gründet die katholische Kirche ein Institut: Das Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt (IPA) gehe am 15. September auf Burg Lantershofen bei Bonn an den Start, teilte der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Montag (27. Mai) mit.

Das Institut solle mit externen Wissenschaftlern und Organisationen Standards für den Umgang mit dem Thema Missbrauch erarbeiten und ein „einheitliches Vorgehen“ in allen deutschen Bistümern fördern. Ackermann ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich.

(dpa-Meldung) saarbruecker-zeitung.de



  • Institut für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch gegründet: "Es gibt nichts Vergleichbares momentan" - Im September wird das neue Institut für Prävention und Aufarbeitung der Deutschen Bischofskonferenz seine Arbeit aufnehmen. Leiter wird der Präventionsbeauftragte im Erzbistum Köln, Oliver Vogt. Was erwartet ihn? (domradio.de)

Bistum Trier: Bischof Ackermann 10 Jahre Bischof von Trier: "Eigentlich wollte ich Musiklehrer werden"

Nachtrag: 24.05.2019



Als Stephan Ackermann 2009 Bischof von Trier wird, ist er 46 Jahre alt. Ackermann gilt damals als Reformer, viele hoffen auf frischen Wind im ältesten Bistum Deutschlands. Doch diese Erwartungen hat Ackermann für viele nicht erfüllt. Manch einer sagt sogar, der Bischof wirke inzwischen mutlos, sei vorsichtig geworden. Ackermann selbst sieht das etwas anders. - Ackermann sagte dem SWR, er glaube, dass er auch heute mutige Entscheidungen treffe. Auch wenn das in der großen Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen werde. 

Seit 2010 Missbrauchsbeauftragter
Kurz nach Beginn seiner Amtszeit als Trierer Bischof wird er 2010 Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Das Amt verändert ihn. In Abgründe habe er geschaut, sagte er einmal. Es abzugeben, komme aber nicht in Frage.

Text- und Bildquelle: swr.de

Mittwoch, 22. Mai 2019

Bischof Ackermann trifft sich mit UBSKM Johannes Rörig

Bischof Ackermann und die mit ihm anwesenden Vertreter von Bistümern und Orden zeigten sich erfreut über das Gespräch: „Wir haben einen ersten Fahrplan erarbeiten können, um zusammen mit dem UBSKM weitere Schritte zu planen:

Der intensive Austausch führte zu der Übereinkunft, dass möglichst bis zum Herbst Eckpunkte einer Vereinbarung zu strukturellen Festlegungen und einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich abgeschlossen werden sollte. "

die komplette Pressemitteilung auf "beauftragter-missbrauch.de" lesen

Samstag, 4. Mai 2019

Bistum Trier / Ayl (Nachtrag): Erneut Pfarrer unter Verdacht

09. April 2019

Wie Bischofssprecherin Judith Rupp auf Anfrage dem "Trierischen Volksfreund" bestätigte, gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ruhestandspriester aus der Region. Der Geistliche bestreite die Vorwürfe. Er darf aber nach Informationen des "Trierischen Volksfreund" derzeit keine Gottesdienste mehr halten. Zudem wurde die Staatsanwaltschaft informiert, bestätigte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der Hinweis werde auf seine strafrechtliche Relevanz überprüft.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Freitag, 26. April 2019

Bistum Trier: "Es reicht - endgültig!"

aktualisiert am 07.05.2019



  • Leserbriefe zu den Artikel „Kriminologe attackiert Trierer Bischof“  und „Bistümer im Land suchen Gespräch mit Opfern“  sowie zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Es reicht – endgültig!“ ("Trierischer Volksfreund")
  • Leserbriefe zu dem Artikel "Kriminologe attackiert Trierer Bischof : << Wir lassen uns nicht kaufen >>" ("Trierischer Volksfreund")
  • Leserbriefe zu dem Artikel "Wir lassen uns nicht kaufen" (blog.zeit.de)

Donnerstag, 18. April 2019

Bistum Trier: Bischof Ackermann schweigt zu Vorwürfen

"Auf einmal verkrampfte Bischof Ackermann - körperlich und von der Sprache her. Er redete mich mit 'Professor Pfeiffer' an und erklärte mir, wenn ich mich weigere, den Vertrag zu unterschreiben, und der Zensurvorwurf nach draußen dringe, dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche - und das wünsche er niemandem. Er erklärte weiter, dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden und offenlegen müssten, welche Schwierigkeiten es mit dem Institut gegeben habe. Er sagte, dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde, wenn ich nicht unterschriebe."
          Quelle: Prof. Dr. Christian Pfeiffer im Interview mit "die Zeit"



Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat im Zusammenhang mit der vor sechs Jahren abgebrochenen Studie zum sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche Vorwürfe gegen den Trierer Bischof Stephan Ackermann erhoben. Pfeiffer sprach in einem Interview mit der "Zeit" von einem "Versuch der Nötigung".

Dass es einen solchen Vorfall gegeben haben soll, hatte Kriminologe Pfeiffer schon damals gegenüber der "Zeit" angedeutet. Doch die ganze Geschichte wollte er nicht erzählen, da er Schaden von dem Kriminologischen Institut in Hannover abwenden wollte. Das Institut bezog einen Großteil seiner Forschungsgelder vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Jetzt ist Peiffer im Ruhestand und er sagt, er habe jetzt nicht mehr gezögert, als die "Zeit" ihn wieder auf die Vorkommnisse von 2012 angesprochen hatte.

Bischof Stephan Ackermann wollte sich am Donnerstag nicht zu den Vorwürfen äußern. Seine Sprecherin verwies nur auf ein vor sechs Jahren erschienenes Positionspapier der Deutschen Bischofskonferenz zu dem Thema. Darin heißt es unter anderem: "Gegen den Vorwurf von Professor Pfeiffer, die katholische Kirche sei durch ihre Zensur- und Kontrollwünsche für das Scheitern der Zusammenarbeit verantwortlich, verwahren wir uns entschieden."

(swr.de)