"Causa Schönstatt"


  • 18.04.2019: Während in der Öffentlichkeit nur zwei Fälle bekannt waren, in denen der ehemalige chilenischen Erzbischof Cox  mit schwerwiegenden Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert wurde,  ist inzwischen von einer Akte  die Rede, die von den Verantwortlichen "in Vergessenheit" geraten sein soll.  Die Akte soll mindestens 47 Zeugnisse von Kindern enthalten, die gestanden haben, von Cox vergewaltigt worden zu sein.  Monsignore Vladyka erinnert sich, dass alle Zeugenaussagen sorgfältig in einer Mappe aufbewahrt wurden, die sie 2004 zum Nachfolger von Cox, Manuel Donoso, brachten. "Pater Jaime kam mit dieser Mappe, es waren weiße Amtsblätter, die belegten, was geschah. Jaime trat in das Büro von Bischof Donoso ein und ließ die Mappe bei Donoso." Aus der Akte sei hervorgegangen, wo Cox die Kinder abholte, wie viel er ihnen bezahlt habe, wohin Cox sie gebracht habe. " Donoso hingegen gibt an, er könne sich nicht an eine solche Akte erinnern. (24horas.cl
  • 08.03.2019: Francisco José Cox: Auf der Flucht vor der Gerechtigkeit -Der Ex-Bischof Francisco José Cox entkam Anfang der 2000er-Jahre Missbrauchsvorwürfen in Chile, indem er in Deutschland untertauchte. 2004 soll er sich erneut in der Nähe von Koblenz an einem Jugendlichen vergangen haben. Wie kann das sein?  - Zudem stellt sich die Frage, was das Bistum Trier vom Fall Francisco Cox wusste. Der Zentralsitz der Schönstatt-Bewegung in Vallendar liegt im Bistum, laut dem Generaloberen Catoggio gibt es rege Kommunikation zwischen dem Bistum und der Schönstatt-Gemeinschaft. Zum Zeitpunkt des Übergriffs im Sommer 2004 war der heutige Kardinal Reinhard Marx Bischof in Trier. Erst im September 2018 feierte er einen Gottesdienst in der Schönstatt-Gemeinschaft in Vallendar. "Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs", sagte Marx damals einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge. "Das ist unsere bleibende Verpflichtung." Der derzeitige Trierer Bischof Stephan Ackermann ist Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Einen umfangreichen Fragenkatalog beantwortet das Bistum nur knapp. Man sei über die Ermittlungen im Fall Cox informiert worden, später auch über seine Rückkehr nach Chile. Aber: "Der Fall fiel nicht in die Zuständigkeit des Bistums." Cox sei nicht für Aufgaben im Bistum bestellt gewesen. Auf Nachfragen will das Bistum nicht eingehen. (zeit.de)
  • 11.02.2019: Erklärung der Schönstatt-Patres Chile: "Der ehemalige Bischof Francisco José Cox ist am Sonntag, 10. Februar, per Flug von Frankfurt aus nach Santiago de Chile zurückgekehrt, wo er sich der Justiz stellen kann. Wie im Oktober 2018 bereits angekündigt, wurde nun die Rückkehr, nach den entsprechenden medizinischen Untersuchungen, vollzogen. Francisco José Cox wohnt in einer Privatunterkunft in einem Vorort von Santiago, wo er, seinem Gesundheitszustand entsprechend, von einem Ehepaar versorgt wird. Mit dieser Lösung der Unterbringung erfüllt die Gemeinschaft die Auflage des Dekrets von Papst Franziskus vom 13. Oktober 2018, der Francisco José Cox aus dem Klerikerstand entlassen und gleichzeitig festgelegt hat, dass er weiter Mitglied der Gemeinschaft bleiben soll. Sollte es die Justiz verlangen, versichern wir, dass Francisco José Cox sich den Behörden stellen wird. Wir unterstreichen unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Justiz und sichern zu, dass wir alle vorbeugenden Protokolle zur Verhinderung weiterer solcher Fälle erfüllen. Santiago, 11. Februar 2019, P. Fernando Baeza B., Provinzial"  (schoenstatt.de)
  • 24.12.2018:  "Wann Francisco José Cox Huneeus nach Chile fliegen wird, steht noch nicht fest", teilte der Leiter der Schönstatt-Gemeinschaft, Juan Pablo Catoggio, der Deutschen Presse-Agentur mit. "Das wird hauptsächlich von der Leitung der Gemeinschaft in Chile entschieden, wenn sie für ihn ein entsprechendes Heim gefunden hat." Auf die Frage, ob Cox in Chile noch juristisch belangt werden könnte, antwortete Catoggio: "Es ist klar, dass alle Fälle längst verjährt sind. Ob die Justiz eventuell im Dienste der Aufklärung der Fakten - auch wenn keine Urteil oder Strafe möglich wäre - nachforschen will, kann ich nicht sagen." Der Leiter der Schönstatt-Gemeinschaft ergänzte: "Und ob er überhaupt in der Lage ist, vor der Justiz zu deklarieren (auszusagen), sollen die dortigen Fachärzte beurteilen."  (t-online.de)
  • 26.11.2018: Die medizinischen Untersuchungen sind abgeschlossen: Der ehemalige Erzbischof Francisco José Cox  wird nach Chile zurückkehren. Die Rückkehr soll Januar, spätestens  im Februar kommenden Jahres erfolgen.  Cox lebt seit 2002 als Ruhestandspriester in Vallendar, nachdem er in Chile mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert wurde.  Im vergangen Jahr meldete sich ein weiterer mutmaßlicher Betroffener, der angab, von Cox in Deutschland missbraucht worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft Koblenz lehnte jedoch die Ermittlungen ab, da zum Tatzeitpunkt im Jahr 2004 kein Straftatbestand vorlag. (elmostrador.cl)
  • 26.10.2018: „Kirchenrechtlich gibt es keine Schwierigkeiten" .Der Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland, Ludwig Güthlein, sagt in Vallendar zum Fall Cox: „Ich bin erschüttert.“ Es gebe Studien, wonach nicht die Lebensweise des Zölibats das Problem sei, aber seine mögliche Anziehung auch auf Männer mit Persönlichkeitsstörungen. Sexueller Missbrauch pervertiere die Werte, für die Schönstatt stehe." Zu einem Foto im Internet, das Cox und eng an seiner Seite einen kleinen Jungen zeigt, sagt Cattogio, es stamme vom 80. Geburtstag des ehemaligen Oberhirten in einem Restaurant: „Ich würde sagen, dass wir im Großen und Ganzen jeglichen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen in diesen vielen Jahren vermieden haben.“  (rheinzeitung.de)
  • 22.10.2018:  "Die Schönstatt-Patres, die mit ihm wohnten, wussten, dass Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen vermieden werden sollte."- Die  katholische Laiengruppe "Juan XXIII" , die die Missbrauchsopfer von Cox unterstützt und dessen Rückkehr nach Chile fordert,  kritisiert die Schönstatt-Bewegung: Sie habe jahrelang zur Vertuschung von Cox' Taten beigetragen. "Unserer Meinung nach schützt Schönstatt einen Pädophilen, einen Sexualstraftäter."  Die Patres selbst rechtfertigen ihre bisherige Gastfreundschaft für Cox: "Es gab bis in diesem Jahr keine Anzeige und daher bis jetzt auch keine entsprechende Aufforderung durch die chilenische Justiz." (WDR, ab Minute 23.12)
  • 13.10.2018: Es bleiben Fragen offen: So gibt Schönstatt zum Beispiel an, der Betroffene habe bereits im November 2017 angegeben, dass er 2004 von Cox in Deutschland missbraucht worden sei. Erst am 01. August 2018 (also fast neun Monate später) ging bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eine Strafanzeige ein. Offiziell heißt es, die Meldung der Schönstätter an das Bistum Trier und an die Staatsanwaltschaft sei aufgrund eines Umzugs und aufgrund einer Namensänderung erst im Jahr 2018 erfolgt. Eigene Recherchen ergeben jedoch, dass der Betroffene bereits am 02.02.2008 seinen Namen geändert hat und daraufhin von Bolivien in die USA zog. Weiterhin bleibt die Frage zu klären, wie es sein konnte, dass der ehemalige Erzbischof Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben konnte (siehe Foto) - obwohl Schönstatt angibt, sich an die "Leitlinien" des Bistums Trier zu halten. Und: In welcher Form wurde der damalige Trierer Bischof und heutige Kardinal R. Marx über den Aufenthalt von Cox in Schönstatt informiert?