Sonntag, 28. August 2016

Bistum Trier: "Neutrale Ermittler sind ein Muss"

Wenn Vertreter von Opferverbänden diese Woche mit Blick auf Freisener Vorkommnisse von der Kirche unabhängige Gremien forderten, die sich mit den Verdächtigungen befassen, entspricht dies rechtsstaatlichen Grundsätzen. Es muss eine Trennung zwischen Beschuldigten und Ermittlern geben. Ansonsten ist die Wahrheitsfindung gefährdet.

den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen



Donnerstag, 25. August 2016

Kardinal Marx: Verjährt, aber nicht vergessen - Hat Kardinal Marx einen Missbrauchstäter gedeckt?

Von Hannes Leitlein

2006 sei alles gemäß der damals geltenden Leitlinien entschieden worden. Ganz richtig ist das nicht: Bereits in den Vorgaben von 2002 stand: "Unmittelbar nach Kenntnisnahme eines Verdachts oder eines Vergehens leitet der Beauftragte die Prüfung ein." Der Verdacht bestand, auch wenn er für die weltlichen Organe als verjährt galt. Nur: Missbrauch verjährt kirchenrechtlich nicht.

Warum also hat das Trierer Bistum 2006 unter Marx keine Ermittlungen veranlasst? Und warum wurde Pfarrer M. der Umgang mit Kindern und Jugendlichen nicht bereits 2006, 2013 oder 2015 untersagt?

Mittwoch, 24. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: unabhängige Aufarbeitung gefordert

Was haben die Nachforschungen bei den Missbrauchsvorwürfen in Freisen ergeben? Und wie setzen sich Verantwortliche dafür ein, dass es nicht zu sexuellen Übergriffen in der Kirche kommt? Ein Opferverband verlangt mehr Aufklärungswillen.

Bei den bistumsinternen Ermittlungen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Freisener Pfarrer geht es nur schleppend voran. Das kritisieren Betroffene. Deshalb fordern Vertreter der Opferorganisation „Sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier“ (MissBit) eine von der Kirche unabhängige Aufarbeitung... 

den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen


Dienstag, 23. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Missbrauchsopfer kritisieren Bistum Trier und fordern externe Untersuchungskommission




Missbrauchsopfer bezweifeln, dass die katholische Kirche aus eigener Kraft eine umfassende Aufklärung über Kindesmissbrauch erbringt. Das sagt Thomas Schnitzler. Der Trierer ist Mitglied des ehrenamtlichen Betroffenenbeirates, der für das Bundesfamilienministerium arbeitet. Darum fordert der Experte ein externes Gremium, das Missbrauchsvorwürfe aufarbeitet. Die vom Trierer Bischof Stephan Ackermann für den Verantwortungsbereich der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Untersuchungskommission könne dies nicht bewerkstelligen. So mangle es auch an Aufarbeitung zu Vorwürfen in Freisen. Dort soll sich ein ehemaliger Pfarrer mehrmals an Kindern vergangen haben (wir berichteten). 

zum Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" (Vorabartikel)


Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Pressemitteilung: "Wir sind Kirche" zu den Vorwürfen: Kardinal Marx wusste als Trierer Bischof vom Missbrauchsverdacht

Wir sind Kirche zu den Vorwürfen: Kardinal Marx wusste als Trierer Bischof vom Missbrauchsverdacht 

Zum einen wurden die Akten über die staatsanwaltlichen Ermittlungen gar nicht angefordert. Dass nach staatlichem Recht die Taten verjährt waren, also eine Strafverfolgung nicht mehr stattfand, ändert nichts daran, dass sie nach kirchlichem Recht geboten war. Man hat sich aber mit der Unschuldsbeteuerung des Priesters zufrieden gegeben. 

Zum anderen galt aber schon nach den Leitlinien von 2002, dass die Fürsorge dem Opfer gelten muss. Das ist offenbar unterlassen worden. Stattdessen konnte der beschuldigte Priester weiterhin im Amt bleiben, und empfohlene Präventionsmaßnahmen unterblieben.

Zum dritten zeigt der ganze Vorgang, dass bei den kirchlichen Verantwortungsträgern immer noch der Grundsatz gilt: Wir halten uns an die Vorschriften – solange es uns passt! Ziel kirchlichen Handelns muss aber der Mensch sein, nicht der Erhalt des Ansehens der Institution Kirche.

Wir sind Kirche erneuert daher die Aufforderung, das Versagen in der Vergangenheit offen einzugestehen, da sich nur so die Türen für eine wirkliche Aufarbeitung der Vertuschung sexualisierter Gewalt öffnen .

den vollständigen Artikel auf "Wir-sind-Kirche.de" lesen

Sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Church of England warnte Bischöfe vor Entschuldigungen

Einem internen Dokument zufolge wurden die Bischöfe der Church of England angewiesen, sich nicht für sexuelle Übergriffe zu entschuldigen, um so Klagen zu vermeiden.

So schreibt die britische Tageszeitung "The Telegraph" unter Berufung auf dieses "streng vertrauliche" Papier, welches erst kürzlich an die Öffentlichkeit gelangte: "Der Leitfaden – geschrieben 2007 und schließlich im letzten Jahr ersetzt – warnt die Bischöfe auch vor einem persönlichen Treffen mit Opfern und dann auch nur im Beisein eines Rechtsbeistandes". Auch wird vor der "unbeabsichtigten Wirkung, eine rechtliche Haftung zu akzeptieren" gesprochen, die infolge von sexuellem Missbrauch für die Diözesen anfallen könnte.

den vollständigen Artikel auf "contra-magazin.de" lesen


Berechtigte Frage: Kann solch ein "internes Dokument" für die RKK in Deutschland ausgeschlossen werden?
Schließlich lehnte ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Dr. Stephan Ackermann, eine Entschuldigung ab. (ca)

Montag, 22. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Cardinal Marx faces accusations over handling of alleged abuse case

Accusations have been raised in a number of German media that Cardinal Reinhard Marx of Munich and Freising failed to remove from office a priest accused in 2006 of sexually abusing a minor.

The alleged abuser, it appears, was allowed to stay on as parish priest for a number of years, even going on overnight excursions with youth.

Saarland public broadcaster SR reports that Cardinal Marx, who was then Bishop of Trier, knew authorities were investigating a parish priest – identified only as "M" –  for allegedly sexually abusing a 15 year old boy.

den vollständigen Artikel auf "catholicnewsagency.com" lesen


Bistum Trier / Erzbistum München Freising: Kardinal Marx Menghadapi Gugatan atas Penanganan Kasus Dugaan Pelecehan Seksual




Sebagaimana diberitakan EWTN News, Jumat (19/8), pelaku pelecehan tersebut, seperti yang terjadi selama ini, tetap tinggal di pastoran beberapa tahun belakangan, bahkan ia diperkenankan mendampingi darmawisata remaja.

Kardinal Marx juga menjadi presiden Konferensi Uskup Jerman, anggota Dewan Penasihat Kepausan yang menasihati Paus Fransiskus untuk mereformasi Gereja Katolik Roma dan koordinator Dewan Vatikan untuk masalah ekonomi.

Bistum Trier (biskup Triera) / Erzbistum München-Freising: Mediji optužili kardinala Marxa da je na mjestu župnika zadržao navodnog seksualnog zlostavljača




Kako prenosi Catholic News Agency, Marx je 2006, kao tadašnji biskup Triera, obavješten kako je jedan svećenik njegove biskupije, poznat pod kodnim imenom “M”, pod istragom zbog navodnog seksualnog zlostavljanja 15-godišnjeg dječaka. Crkvu u Njemačkoj potresa novi skandal, međutim čini se kako ovoga puta udarci dolaze sa sekularne strane. Naime, mediji su njemačkog kardinala Reinharda Marxa optužili […] Ovaj članak Mediji optužili kardinala Marxa da je na mjestu župnika zadrža

den vollständigen Artikel auf "www.bitno,net" lesen

Samstag, 20. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Das Versprechen von 2002: "Alles tun, um Wiederholungstaten zu verhindern"





"Seltene Ausnahmefälle im Bistum Trier"?

Quelle: "Zwischenbericht der Hotline der DeutschenBischofskonferenz für Opfer sexueller Gewalt" (Auswertungen bis zum Stichtag 25.10.2010)

Dazu heißt es im Originaltext des Zwischenberichts: "Vergleicht man die Verteilung der Meldungen wiederum mit der Frage, wie sich die Katholikinnen und Katholiken Deutschlands auf die Diözesen verteilen, gibt es einige signifikante Abweichungen. So meldeten sich aus Trier fast doppelt so viele Personen wie nach Anteil der Katholiken prozentual zu erwarten gewesen wären." ...



  • 25.07.2002 (Bonn): Die katholischen Bistümer Trier, Osnabrück und Hildesheim haben sich für ein konsequenteres Handeln bei sexuellem Missbrauch durch Priester ausgesprochen. Die Kirche habe das Ausmaß des Missbrauchs lange unterschätzt, sagte der Trierer Bischof Reinhard Marx in der Donnerstagsausgabe (25.07.02) der Koblenzer "Rhein-Zeitung". Die Diözesen müssten jedem Verdachtsfall nachgehen und dürften nichts vertuschen oder verheimlichen. (KNA/kirchensite.de)


Freitag, 19. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Bistum Trier spricht von Lernprozess

Das Bistum sei schriftlich in Kenntnis gesetzt worden, ohne nähere Angaben zu den Vorwürfen, erläuterte Uzulis. Von den laufenden Ermittlungen habe die Diözese zuvor nichts gewusst. Auch habe sich das mutmaßliche Opfer damals nicht ans Bistum gewandt, sondern direkt an die staatlichen Ermittlungsbehörden. Der Sprecher stellte klar, dass die Vorgehensweise des Bistums „unserem damaligen Verständnis“ der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz von 2002 entsprochen habe. Man sei der Meinung gewesen, die Kirche könne zu keinem „besseren Ermittlungsergebnis“ gelangen als der Staat. Es sei damals „nicht differenziert betrachtet worden“, ob das Verfahren wegen fehlenden Tatverdachtes, mangelnden Tatnachweises oder Verjährung eingestellt wurde.

den vollständigen Artikel auf "die-tagespost.de" lesen

zur Erinnerung: "Der Kardinal, der Missbrauch und die Missverständnisse" (12.01.2013)



den vollständigen Artikel aus dem Jahr 2013 auf "schwaebische.de" lesen

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Accusations Against Cardinal Marx for Handlung of a Sex Abuse case

Kardinal Marx: Papal Advisor Under Fire for Negligence on Sexual Abuse  

Since 16 August 2016, many reports have been published in Germany indicating that Cardinal Reinhard Marx — Archbishop of Munich, head of the German Bishops’ Conference, and one of the close collaborators of Pope Francis — may be guilty of negligent conduct concerning a sexual abuse case in the Diocese of Trier (of which he was then-bishop) ten years ago. The reports have been so numerous that Katholisch.de, the official website of the German Bishops, had to publish an article on the matter to clarify known details.

As the German magazine FOCUS reports on 16 August, Cardinal Marx had knowledge of the abuse case of one of his priests in Trier, but did not take further steps to remove him from his office.

In 2006, a legal investigation from the state against this abusive priest was suspended due to the statute of limitations. According to the FOCUS, however, later in 2013 and 2015, other law suits were filed against that same priest. Only recently, after the new bishop of Trier finally requested the state’s files on the matter earlier this year, was the priest in question forbidden to offer Holy Mass or to have contact with children and youth. As FOCUS put it: “According to Church’s Law, these deeds [of sexual abuse of minors] are not time-barred.”

Katholisch.de says that Cardinal Marx did not follow up on this abuse case which was declared to be time-barred (past the statute of limitations) in the eyes of the state. Thus, even though Marx knew of the case and of the fact that there was a problem at hand, he did not pursue it in a way that would fulfill his moral duty as bishop and guardian of his flock...

den vollständigen Artikel lesen



Accusations Against Cardinal Marx for Handling of a Sex Abuse Case

The President of the German Bishops' Conference is being criticized in a suspected case of sexual abuse of a minor ten years previously by a priest in the diocese of Trier.

Trier: The President of the German Bishops' Conference, Reinhold Cardinal Marx is being criticized in a suspected case of sexual abuse of a minor ten years previously by a priest in the diocese of Trier. 

As reported by Saarland Broadcasting, Marx knew as the then Bishop of Trier in 2006 of the legal proceedings against the clergyman. While the accused had partially confessed to the abuse of a young person, the charges had reached the statute of limitations and the authorities discontinued the investigation. The diocese of Trier had thoroughly questioned the pastor, after the latter had denied the allegations. The files of the judiciary were not requested. 

As a spokesman for the prosecutor of Saarbrücken confirmed on Wednesday for the Catholic News Agency (KNA). the diocese was informed in 2006 about the termination of the criminal proceedings. However, that was probably done informally - without giving any reasons, such that the adjustment was made ​​due to the statute of limitation.

A spokesman for the Archdiocese of Munich and Freising confirmed on the same day that Marx took part in a meeting of the Staff Council of the Roman Catholic Diocese of Trier in 2006, in which a message of the prosecution was that the case was being handled by discontinuing the investigation...

Mittwoch, 17. August 2016

Bistum Trier / Erzbistum München-Freising: Vorwürfe gegen Kardinal Marx wegen Umgang mit Missbrauchsfall - über "Leitliniendiskrepanz" und "Lernprozesse"


Kardinal Marx


  • "Leitliniendiskrepanz": In einem zehn Jahre zurückliegenden Verdachtsfall von sexuellem Missbrauch eines Minderjährigen durch einen Priester im Bistum Trier steht der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, in der Kritik. (domradio.de, kath.netkatholisch.de, religion.orf.at, focus.de, etc.)


  • Trierer Missbrauchsfall: Bistum spricht von Lernprozess "Die deutschen Bischöfe haben Konsequenzen gezogen" Der Staatsanwalt habe das Bistum im November 2006 über eine wegen Verjährung eingestellte Ermittlung gegen einen Priester "wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen und Körperverletzung" informiert, sagte Bistumssprecher Andre Uzulis am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der damalige Bischof, Reinhard Marx, heute Erzbischof von München und Freising, und sein Generalvikar Georg Holkenbrink hätten daraufhin "weitere Untersuchungen nicht für erforderlich gehalten". (domradio.de)



Dienstag, 16. August 2016

Bistum Trier / Freisen: Aufklärung auf katholisch - Ermittler in eigener Sache


Aufklärung auf katholisch: Ermittler in eigener Sache 

Dr. Georg Holkenbrink
damaliger Generalvikar und heutiger Offizial des Bistums Trier führt Gespräche mit mehreren mutmaßlich Betroffenen, die sich inzwischen gemeldet haben



Bereits am 17.06.2016 berichtete der WDR in seiner Sendung "Diesseits von Eden"  darüber,  dass 2006 der damalige Weihbischof Stephan Ackermann, Bischof Reinhard Marx sowie der damalige Generalvikar Georg Holkenbrink nachweislich über das Verfahren gegen den ehemaligen Freisener Priester informiert wurden.

Umso absurder ist es, dass ausgerechnet der heutige Offizial, Dr. Georg Holkenbrink, selbst die Gespräche mit den Betroffenen führt und für die Durchführung der kirchenrechtlichen Voruntersuchung des Kirchlichen Verfahrens zuständig ist, - obwohl er 2006 in der Personalkommission saß, die über diesen Verdachtsfall informiert wurde. - "Aufklärung" auf katholisch. (ca)



    Bildquelle: Bistum Trier 

Bistum Trier / Freisen: Marx wusste von Missbrauchsverdacht - unternahm aber nichts



"Brisant", MDR, Dienstag, 16.08.2016, 18.10h




Marx wusste von Missbrauchsverdacht
Von den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen wusste auch der damalige Trierer Bischof und heutige Kardinal Reinhard Marx. Nach SR-Informationen erfuhr er im Jahr 2006 von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den katholischen Pfarrer wegen des Verdachts auf Missbrauch eines 15-Jährigen, unternahm aber nichts...


den vollständigen Artikel auf "sr.de" lesen

Bistum Hildesheim lässt Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Bischof Janssen und Priester Peter R. überprüfen. Darüber hinaus soll bewertet werden, wie die Entscheidungsträger des Bistums mit den Fällen umgegangen sind

Das Bistum Hildesheim hat das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München mit der externen Aufarbeitung von zwei Fällen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs beauftragt, die der Diözese gemeldet worden sind.

Dabei handelt es sich um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen den verstorbenen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen, außerdem um verschiedene Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den pensionierten Priester Peter R.

Die Mitarbeiter des IPP sollen klären, ob es neben den bekannten Missbrauchsvorwürfen weitere Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch die beiden Geistlichen gibt. Darüber hinaus sollen sie bewerten, wie die Entscheidungsträger des Bistums mit den Fällen umgegangen sind und ob es ein institutionelles Versagen gegeben hat, das die mutmaßlichen Missbrauchstaten erleichtert und deren Verfolgung erschwert hat.


Janssen, von 1957 bis 1982 Hildesheimer Bischof, soll in seiner Amtszeit einen Jungen sexuell missbraucht haben. Der Vorwurf gegen ihn wurde im vergangenen Jahr erhoben. Gegen Peter R., der bereits im Zentrum des Missbrauchsskandals am Berliner Canisius-Kolleg mit mehr als 100 Opfern stand, hatte 2010 eine 14-Jährige in Hildesheim Vorwürfe erhoben. Das Bistum räumte später ein, den Vorwurf zu spät an die Staatsanwaltschaft weitergegeben zu haben.

Das Institut soll untersuchen, ob es weitere Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch die beiden Geistlichen gibt und ob es darüber hinaus noch Missbrauchsfälle im Bistum gibt. Außerdem soll das Präventionskonzept des Bistums gegen Missbrauch auf den Prüfstand gestellt werden. Ergebnisse sollen Mitte 2017 vorliegen.

den vollständigen Artikel auf "allgemeine-zeitung.de" lesen

Donnerstag, 11. August 2016

Odenwaldschule: Mildere Bewährungsstrafe für Besitz von Kinderpornos - Begründung für das neue Urteil wurde nicht genannt

Weil er Kinderpornos besessen hatte, hat ein Ex-Lehrer der Odenwaldschule in einem neuen Prozess eine mildere Strafe erhalten. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den 35-Jährigen am Donnerstag in dem Berufungsverfahren zu einem Jahr Haft auf Bewährung, wie das Gericht mitteilte.

Der Mann war angeklagt, in seiner Zeit an der inzwischen geschlossenen Privatschule zwischen 2011 und 2014 Unmengen entsprechender Dateien auf seinem Computer gehabt zu haben. Eine Begründung für das neue Urteil wurde nicht genannt.

Das Amtsgericht Bensheim hatte den Mann im Februar dieses Jahres zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Der Vorsitzende Richter bezeichnete ihn damals als "pädophil und latent gefährlich", weitere Straftaten seien nicht auszuschließen.

den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen


  • Bewährung für früheren Lehrer der Odenwaldschule: Ein ehemaliger Lehrer der Odenwaldschule hatte Kinderpornos besessen. In der Berufung hat er nun eine mildere Strafe bekommen. Doch das letzte Wort könnte in dem Fall noch nicht gesprochen sein. (den vollständigen Artikel auf "faz.net" lesen)
  • Mittwoch, 10. August 2016

    Erzbistum München-Freising: Urteil im Ettaler Missbrauchsprozess - Ehemaliger Präfekt muss für 7 Jahre in Haft

    Im Prozess gegen einen 46-jährigen, ehemaligen Religionslehrer und Präfekten am Klosterinternat Ettal hat das Gericht am Nachmittag das Urteil gesprochen. Der Angeklagte muss unter anderem wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sieben Jahre ins Gefängnis.

    Es war der zweite Missbrauchsprozess gegen Jürgen R. alias Pater Georg. Bereits im vergangenen Jahr war er wegen sexuellen Missbrauchs an drei Kindern zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Noch während dieses ersten Prozesses hatte die Aussage eines betroffenen, ehemaligen Schülers weitere staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Gang gesetzt.

    den vollständigen Artikel auf "br.de" lesen


    • "Du musst verheimlichen. Du musst lügen. Du darfst nichts sagen." So fasst die Vorsitzende Richterin die Gebote zusammen, die der Priester, Religionslehrer und Präfekt dem Buben in Kloster eben auch vermittelt habe. Vielen ehemaligen Ettaler Zöglingen mögen diese meistens unausgesprochen Regeln bekannt vorkommen, doch das Kloster und seine 2010 ans Licht gekommene jahrzehntelange Geschichte von Missbrauch und Misshandlung spielen in dem Prozess sonst keine Rolle... "
             den vollständigen Artikel auf "sueddeutsche.de" lesen

    Samstag, 6. August 2016

    sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Der exemplarische Fall des Paters G."

    Der Skandal hört nicht auf. Die Pflicht zur Aufklärung endet nicht. - Dazu gehört es auch, Selbstrechtfertigungen zu widersprechen, auf die Betroffenen zu hören und ihren Zorn zu respektieren.

    Ein Täter, der nur zugibt, was ihm nachzuweisen ist. Ein Kloster, das zunächst trotz des Geständnisses die Zeugen und Opfer penibel auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen ließ - um dann bitter zu erkennen, dass der Mitbruder sie zehn Jahre lang angelogen hat. Die Betroffenen, die erst laut werden müssen, bevor etwas passiert, die ihre Demütigung noch einmal im Kopf erleben müssen, bevor der Täter bestraft werden kann: In verschiedenen Konstellationen taucht das immer wieder auf, wo Fälle sexueller Gewalt offenbar werden. Und dass sie heute immer noch auftauchen, lässt ahnen, über wie vielen Fällen immer noch die Decke des Schweigens und Verdrängens liegt.

    den vollständigen Artikel auf "sueddeutsche.de" lesen




    Donnerstag, 4. August 2016

    Erzbistum München-Freising / Ettal: ehemaliger Pater muss sich zum zweiten Mal wegen sexuellen Missbrauchs verantworten - Kloster erschwerte Aufklärung

    Zum zweiten Mal musste sich heute ein ehemaliger Pater aus dem Kloster Ettal vor dem Münchner Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs an einem Internatsschüler verantworten.

    Abt Barnabas glaubte den Schülern des Internats und damit seinen eigenen Schutzbefohlenen nicht. Er wollte mittels Gutachten und Top-Anwälten die Unschuld eines zumindest zeitweise geständigen und durch zahlreiche Zeugen belasteten Täters beweisen.

    • Zweiter Prozess gegen Pater
    • kein vollständiges Geständnis
    • Urteil soll am kommenden Mittwoch fallen
    • Wut und Enttäuschung über Pater in Ettal
    • Kloster erschwert Aufarbeitung

    Erzbistum München-Freising / Ettal: Neues Verfahren - Hat der Ettaler Pater noch mehr Kinder missbraucht?

    Weil er sich in 21 Fällen an Kindern vergangen hat, wurde ein Benediktinerpater aus dem Kloster Ettal bereits verurteilt. Fast eineinhalb Jahre später steht er wieder vor Gericht.

    Der wegen sexuellen Missbrauchs in 21 Fällen verurteilte ehemalige Ettaler Benediktinerpater G. muss sich seit Donnerstag erneut vor einem Münchner Gericht verantworten. In 21 Fällen hatte der frühere Internatspräfekt und Religionslehrer zwischen 2001 und 2005 an drei Schülern sexuelle Handlungen vorgenommen. Die Opfer waren zwischen 12 und 15 Jahre alt. Die Haftstrafe wurde für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt....

    den vollständigen Artikel auf "faz.net" lesen

    Montag, 18. Juli 2016

    Bistum Trier: Freisen - Augenwischerei im Bistum: "Hat die Pfarrerkonferenz im Dekanat St. Wendel schon vor Jahren das Trierer Bistum auf Missbrauchsvorwürfe in Freisen aufmerksam gemacht?" - Das Bistum versucht, zu dementieren


    "Hat die Pfarrerkonferenz im Dekanat St. Wendel schon vor zwei Jahren das Trierer Bistum auf Missbrauchsvorwürfe in Freisen aufmerksam gemacht? Dem widerspricht die Diözese."

    Sprecher André Uzulis: „Richtig ist, dass wir Kenntnis von einem unangemessenen Verhalten des Pfarrers erhalten haben.“

    Auf konkrete "Missbrauchsvorwürfe" hat sich die erwähnte Pfarrerkonferenz im Januar 2014 tatsächlich nicht bezogen. 

    Allerdings beinhaltet das Protokoll dieser Pfarrerkonferenz u.a. folgende Formulierung:

     "(...) unvorsichtigen Umgang mit einzelnen Jugendlichen (...)".


    Im Anschluss an diese Formulierung ist eine präzisierte Angabe nachzulesen.

    Dieses Protokoll erhielten die Verantwortlichen im Bistum Trier.

    Über "Missbrauchsvorwürfe" gegenüber dem ehemaligen Pfarrer von Freisen waren die Verantwortlichen des Bistums Trier allerdings zu diesem Zeitpunkt schon Jahre zuvor von anderer Stelle informiert worden - nachweislich.

    Uzulis weiter:
    "Einer zunächst bischöflichen Aufforderung, dies zu unterlassen, folgte eine schriftliche Ermahnung."

    Auch dies ist korrekt formuliert. Allerdings hätte Uzulis hierbei auch erwähnen können,  dass der ehemalige Pfarrer von Freisen sich sowohl über diese "bischöfliche Aufforderung" hinwegsetzte als auch  auch über die darauffolgende "schriftliche Ermahnung" des Bistums Trier.

    Auch die Umstände, wie es dazu kam, dass der ehemalige Pfarrer von Freisen umgehend von Trier beurlaubt wurde, nachdem er mit Kommunionkindern den "Weißen Sonntag" feierte (!), verschweigt das Bistum Trier weiterhin.

    Uns Betroffenen ist es teilweise gelungen,  unser Schweigen zu brechen. -  Nach Jahrzehnten.

    Warum sollte dies den Priestern, die über die Taten ihrer Brüder wussten, nicht auch gelingen?

    Vielleicht ist es an der Zeit.  / ca


    direkt zum Artikel "Bistum: Keine Meldung der Pfarrer über Missbrauchsvorwürfe", "Saarbrücker Zeitung", (16. Juli 2016)







    Samstag, 16. Juli 2016

    Bistum Trier: Freisen - "Ehrliche Aufkärung geht anders"


    Foto: Bischof Ackermann / ca

    "Kindesmissbrauch in der Kirche – ein harter Vorwurf. Drei Aspekte sind bei der gründlichen Aufklärung unabdingbar: Die Unschuldsvermutung gilt, bis Richter anders entscheiden. Zweitens: Aussagewillige mutmaßliche Opfer dürfen keine Repressalien fürchten, weil in der Kirche nicht sein kann, was nicht sein darf. Und: Hinweisgeber, denen es um die Wahrheit geht, sind von Denunzianten, die unliebsame Menschen kaltstellen wollen, zu unterscheiden. Das muss auch bei Ermittlungen gegen einen ehemaligen Freisener Pastor uneingeschränkt gelten. Diese Woche ging's Involvierten des Trierer Bistums und der betroffenen Pfarrei weniger um Aufklärung. Vielmehr sollte ein Hinweisgeber enttarnt werden. Redaktionstelefone standen nicht still. Wie nie zuvor in diesem Fall forschten Anrufer nach. Auslöser: Der SZ waren Infos einer internen Pfarrerkonferenz im St. Wendeler Dekanat zugespielt worden. Der Vorwurf: Das Gremium will vor zwei Jahren schon das Bistum über Missbrauchsverdacht informiert haben, worauf Trier aber nicht reagiert habe. Statt so viel Energie darauf zu verwenden, den Informanten zu entlarven, sollte die lieber in die Aufklärung der Vorwürfe investiert werden. In jener Diözese, dessen Bischof Stephan Ackermann den Titel Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche in Deutschland hat."

    Textquelle: "saarbruecker-zeitung.de"


    Donnerstag, 14. Juli 2016

    Bistum Trier / Freisen: Weitere Fälle vermutet

    Weitere mutmaßliche Opfer sollen sich noch nicht geäußert haben

    Er habe mit seinen Anzeigen vor einem Jahr die ganze Angelegenheit erst ins Rollen gebracht. Das sagt Klaus Lang, ehemals Kriminalbeamter. Er habe einen mittlerweile pensionierten Pfarrer aus Freisen mit Hilfe von Zeugenaussagen aus dessen direktem Umfeld angezeigt. Zuerst sei es um Waffen gegangen, die der Geistliche lagerte. Dann auch um Missbrauchsvorwürfe. Die Saarbrücker Staatsanwaltschaft nahm sich der Sache an.

    Ein viertes Ermittlungsverfahren zu Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Freisener Pfarrer läuft bei der Saarbrücker Staatsanwaltschaft. Ist damit die Fahnenstange erreicht? Lang vermutet noch weitere Fälle: Weitere mutmaßliche Opfers sollen sich noch nicht geäußert haben.

    Ebenso gab es aus Trier trotz Anfrage noch keine Informationen zu dem Vorwurf, Priester aus dem St. Wendeler Land hätten bereits vor zwei Jahren auf mutmaßlichen Kindesmissbrauch hingewiesen. Das Bistum habe aber nicht reagiert (wir berichteten).

    den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen


    Mittwoch, 13. Juli 2016

    Bistum Trier: Missbrauchsvorwürfe in Freisen - Geistliche machten Bischof Ackermann bereits schon vor Jahren auf Verdächtigungen aufmerksam




    Neue Vorwürfe im Fall des mutmaßlichen Kindesmissbrauchs durch einen ehemaligen Freisener Pfarrer: Demnach soll das Trierer Bistum von Geistlichen selbst schon vor Jahren auf die Verdächtigungen aufmerksam gemacht worden sein. Das berichtet jetzt ein Priester der Saarbrücker Zeitung. Damals sei aber nichts geschehen. Die Diözese soll sich nicht darum bemüht haben, mit dem betreffenden Pastor Kontakt aufzunehmen, um die Angelegenheit zu klären, geschweige denn Anzeige erstattet haben.

    Wie der Priester schildert, sollen die Missbrauchsvorwürfe Thema während einer Pfarrerkonferenz des Dekanats St. Wendel gewesen sein. Zu diesen Arbeitsgesprächen kommen die leitenden Pfarrer aus der regionalen Verwaltungseinheit alle ein bis zwei Monate zusammen. An der besagten Sitzung, als dieser Verdacht zur Sprache gekommen sein soll, nahmen nach SZ-Informationen Klaus Leist  (!)  (St. Wendel), Ulrich Graf von Plettenberg *(!) (Theley), Michael Pauken (Oberthal), Stefan End (Neunkirchen/Nahe), Hanno Schmitt (Oberkirchen) und eben Dechant Volker Teklik ** (!) teil.

    den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen



    * von Plettenberg wurde am 01.07.2016 adhoc zum neuen Generalvikar im Bistum Trier ernannt. Der Bischof gab ihm dazu nach eigenen Angaben 24h (!) Bedenkzeit. Von Plettenberg war u.a. der Sekretär von dem damaligen Trierer Bischof, Reinhard Marx.  WDR-Recherchen ergaben, dass Marx, Ackermann und der damalige Generalvikar Holkenbrink nachweislich durch die Staatsanwaltschaft über die Ermittlungen aus dem Verfahren 2006 offiziell informiert wurden.

    * am 09. Juli 2016 schied - ebenfalls überraschend - der Dechant des Dekanates St. Wendel, Volker Teklik aus seinem Amt aus. Offiziell gab das Bistum an: "Wegen der aktuellen Belastung durch die zusätzliche Übernahme der Pfarrverwaltung der Pfarreiengemeinschaft Oberthal-Namborn mit sechs Pfarreien scheidet Volker Teklik, der Dechant des Dekanates St. Wendel, zum 9. Juli aus seinem Amt aus. "





    Bistum Trier: Freisen - Druck auf Bischof Ackermann wächst

    Der Papst hat es ganz klar gesagt: Sexueller Missbrauch durch Kirchenvertreter soll aufgeklärt werden. Wer solche Fälle unter den Teppich kehre, fliege - auch wenn er als Bischof in Amt und Würden sei. Ab September drohen harte Strafen. Vielleicht der Grund, warum das Bistum Trier den Fall des Ex-Pfarrers von Freisen auch deshalb jetzt besonders ernst nimmt?

    • "Zweiter Missbrauchsfall in Freisener Pfarrhaus"  (SR.de, Nachrichten/Panorama): Das katholische Pfarrhaus von Freisen steht erneut im Verdacht, ein Ort zu sein, an dem Kinder und Jugendliche Geborgenheit suchten, aber ein Martyrium erlebten. Es hat den Geistlichen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs eines Kindes bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. - Auffällig ist eine Parallele zum Fall Michael W.: Auch er war in einer schwierigen familiären Situation, als sich der Pastor um ihn kümmerte und dabei sexuell übergriffig geworden sein soll.


    zur Erinnerung: 4 Jahre zuvor






    Wenn Aufklärungsmaßnahmen verschleppt oder gar verhindert werden, wenn Pfarrer gemobbt und Mitarbeiter eingeschüchtert werden. Wenn Aufklärer mit anonymen Briefen bedroht werden und Bischof Ackermann  der  "Fürsorgepflicht"  zuwiderhandelt.



    Willkommen im Bistum Trier!
    __________________________________________



    • "Missbrauch im Bistum Trier: Aufklärung auf katholisch": Vertuschung statt Aufdeckung: Schont ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte und Trierer Bischof Stephan Ackermann Kinderschänder? In seinem Bistum scheinen die Aufklärer zum Schweigen verdammt zu sein.("spiegel.de", 29.03.2012)
    • "Fledermäuse im Weihwasserkrug": Statt der erhofften Aufklärung wurden in einem Schreiben im Auftrag der Bistumsleitung die von Pater Klaus G.  innerkirchlich gemeldeten Vorfälle in Köllerbach lediglich als "Gerüchte" bezeichnet, "die sich nicht erhärtet" hätten. Dabei hatten Zeugen auch gegenüber dem Priester Guido I. die Vorfälle bestätigt. I. und ein Opfer stellten Strafanzeige, die allerdings wegen Verjährung nicht weiter verfolgt werden konnte. ("spiegel.de", 26.03.2012)
    • „Scham und Bestürzung“: Als Missbrauchsbeauftragter der Kirche predigt der Trierer Bischof Stephan Ackermann „null Toleranz“. Im eigenen Bistum geht er milde mit pädophilen Pfarrern um. (spiegel.de, 19.03.2012)




    Bistum Trier: Freisen - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pfarrer im Ruhestand

    Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken ermittelt erneut gegen einen katholischen Pfarrer im Ruhestand wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch. Es sei eine neue Anzeige über ein mutmaßliches weiteres Opfer eingegangen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch und bestätigte einen Bericht des Saarländischen Rundfunks (SR). Die Anzeige sei vom Generalvikariat des Bistums Trier als Ergebnis kirchenrechtlicher Voruntersuchungen gestellt worden. (!) Nähere Angaben zum Inhalt der Anzeige machte er nicht.  Es ist das vierte Verfahren gegen den Geistlichen.  Die Behörde hatte wegen Missbrauchsverdachts in der Vergangenheit drei Mal gegen den Pfarrer ermittelt: 2006, 2013 und 2015. Die beiden letzten Verfahren wurden wegen «mangelnden Tatnachweises» eingestellt, das Verfahren von 2006 wegen Verjährung. Nach Kirchenrecht sind die Taten nicht verjährt.

    den vollständigen Artikel auf "welt.de" lesen


    Dienstag, 12. Juli 2016

    Bistum Trier: Freisen - "Das Bistum muss handeln. Muss Klarheit schaffen. Transparenz."

    "Wir müssen unserem Pastor den Rücken stärken"

    Die Voruntersuchungen gegen den ehemaligen Freisener Pastor dauern an. Das Bistum ermittelt in verschiedene Richtungen. 

    Burkhard Becker, der in der Kirchenarbeit aktiv ist, betont: „Grügelborn, Oberkirchen, Wolfersweiler und Reitscheid stehen hinter Schmitt.“ Auch Bonenberger betont: „Ich habe nichts gegen Schmitt.“ Auch wenn ein gegenteiliger Anschein entstanden sei.

    Am Ende sind sich alle einig: Das Bistum muss handeln. Muss Klarheit schaffen. Transparenz. Und Bonenberger fordert nach diesem, wie er sagt, „guten Gespräch“ mehr Miteinander, weniger Klatsch und Tratsch: „Wir müssen unserem Pastor den Rücken stärken.“ 

    den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen


    Bistum Trier: weiterer Missbrauchsverdachtsfall in Freisen

    In der katholischen Gemeinde von Freisen gibt es einen weiteren Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Pfarrer Otmar M., nachdem ihn das Bistum angezeigt hat. Nach Informationen des Saarländischen Rundfunks steht der Geistliche im Verdacht, vor rund 20 Jahren einen 12jährigen im Pfarrhaus sexuell missbraucht zu haben. Die drei bisherigen Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen M. wurden eingestellt. In einem der Fälle ermittelt das Bistum seit Mai.

    Quelle: SR.de / (17.00h) / SR, "Aktueller Bericht" (19.20h)


    Montag, 11. Juli 2016


    Der Freisener Ortsvorsteher Gerd Bonenberger will auffordern, wieder mit- statt übereinander zu reden?

    Werter Herr Bonenberger,


    Vorschlag: Dann sprechen Sie auch mit den Opfern.- Statt über sie.

    Und lassen Sie sich vom Bistum Trier vorher bitte darüber informieren, von wie vielen Betroffenen in diesem Fall die Rede ist. Ich hoffe, Sie erschrecken nicht. 

    Solch eine plakative Veranstaltung, an der noch nicht einmal die teilnehmen, die es betrifft und die mitunter am meisten unter dieser Situation leiden  (und ich rede hier nicht von den Opfern!), ist zu diesem Zeitpunkt unsäglich.   

    Würden Sie diese Gesprächsveranstaltung aus Überzeugung leiten wollen, wäre es dann nicht das Mindeste gewesen, sich über die derzeitige Faktenlage zu informieren? Doch auch davor scheinen Sie zurückzuscheuen. - Aus welchen Gründen auch immer. 

    Lässt der Widerspruch Ihrer Aussage: "Ich werde mich auch künftig nicht einmischen",  um anschließend "personelle Konsequenzen" einzufordern, nicht erkennen, welche Motivation sich hinter dieser "Veranstaltung" verbirgt? 

    Vor allem, wenn man die öffentlichen Beiträge und Kommentare (06. Juni 2016, 10. Juni 2016, 28. Mai 2016) Ihres Freundes und Parteikollegen auf folgender Seite liest - sollte einem die Intention der heutigen Veranstaltung schwer zu denken geben. 

    Dieses Szenario ist beschämend - sowohl für Betroffene als auch für diejenigen, die dazu beitrugen, dass die Opfer ihr Schweigen brechen konnten und dass ihnen - endlich - geglaubt wird. 

    ca


    Sonntag, 3. Juli 2016



    Aufgrund umfangreicher Recherchen über
     sexuellen Missbrauch durch Angehörige der 
    katholischen Kirche im Bistum Trier
     wird der Blog zur Zeit nicht aktualisiert.


    03.07.2016
    _____________________________________________


    ('Aktuelle Nachrichten')


    Freitag, 1. Juli 2016

    sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Wo es geboten ist: Namen nennen!"



    Wer präzise aufarbeitet, sollte erklären können, wer wo wie warum handelte oder eben nicht. Die Betroffenen haben ein Recht darauf, dass sie mit der Vergangenheit nicht allein im Nebel stehen gelassen werden. Auf der Suche nach der Wahrheit stellt sich eine ganz einfache Frage: Was ist wichtiger: Täterschutz oder Opferschutz?

    Wo es geboten ist: Namen nennen!

    Es liegt es an mutigen Betroffenen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Eine anonyme Online-Umfrage des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit soll dabei helfen. Bislang ist nicht vorgesehen, dass die Forscher bei erwiesenen Fällen sexualisierter Gewalt oder bei Vertuschung auch konkrete Täternamen nennen. Die Forscher begründen dies mit eigenen Ethikrichtlinien. Im Sinne der viel beschworenen Transparenz und Glaubwürdigkeit sollte hier aber unbedingt gehandelt, sprich Namen genannt werden.

    Es ist vollkommen klar, dass es hierbei nicht um die Verbreitung halbgarer Gerüchte gehen kann. Dort aber wo womöglich Kardinäle, Bischöfe oder Generalvikare Täter nachweislich geschützt, Übergriffe vertuscht und eine umfassende Aufarbeitung behindert haben, da gibt es ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit, eventuelle Widersprüche zwischen Amt, offiziellen Verkündigungen und Taten zu erfahren. In diesen begründeten Fällen können sich kirchliche Vorgesetzte nicht auf das Persönlichkeitsrecht und damit auf die Privatsphäre beziehen. Denn ihre Entscheidungen trafen sie oder ihre Vorgänger unzweifelhaft in einem berufsbezogenen Kontext.



    Donnerstag, 30. Juni 2016

    Bonn: Jesuitenorden gibt Zwischenbericht mit irritierenden Fakten heraus - Zahlen zu Tätern und Opfern bleiben unklar. Betroffenensprecher Heiko Schnitzler: "Erneut ist eine Chance auf Klarheit vertan.“

    Der Jesuitenorden gibt einen Zwischenbericht mit irritierenden Fakten heraus. Zahlen zu Tätern und Opfern bleiben unklar. 

    Aufs Ako bezogen hätten sich seit 2010 bis heute 34 Betroffene gemeldet, so Kiechle. Dabei sind schon die Betroffenenzahlen höher, die 2011 im vom Orden selbst in Auftrag gegebenen Aufklärungsbericht von Julia Zinsmeister und dann 2013 im vom Ako veranlassten Bericht Professor Arnfried Bintigs erfasst wurden: Zinsmeister zählte damals allein 58 Opfer und direkte Zeugen auf.

    „Der Bericht des scheidenden Provinzials beinhaltet weiterhin Nebelkerzen. Erneut ist eine Chance auf Klarheit vertan“, kommentiert Heiko Schnitzler vom Eckigen Tisch Bonn die vorgelegten Zahlen des Ordens. Ohnehin sei jeder Betroffene einer zu viel. „Allerdings müssen wir leider mindestens von einer zehnfachen Dunkelziffer plus X ausgehen.“

    den vollständigen Artikel auf "general-anzeiger-bonn.de" lesen


    Bistum Speyer: Missbrauch im Bistum wird noch einmal untersucht

    Neue Studie nimmt neun Diözesen in den Blick.  - Mannheim/Speyer. Wissenschaftler nehmen noch einmal die Missbrauchsfälle im Bistum Speyer unter die Lupe.

    den vollständigen Artikel auf "rheinpfalz.de" lesen

    Mittwoch, 29. Juni 2016

    Nach verheerenden Zwischenergebnissen: Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Transparenz bei Missbrauchsaufarbeitung



    Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat von der katholischen Kirche mehr Transparenz bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs gefordert. "Die Kritik der Betroffenen kann ich sehr gut nachvollziehen", sagte er. "Außerdem ist Transparenz das A und O", ergänzte Rörig gegenüber der "Passauer Neuen Presse" nach der Veröffentlichung erster Forschungsergebnisse zu Ursachen und Ausmaß der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Die Aufarbeitung müsse mit so vielen Details wie möglich erfolgen. "Dafür ist auch die Nennung von Namen erforderlich, und zwar nicht nur der Täternamen. Es müssen auch diejenigen in den Blick genommen werden, die Täter geschützt haben", forderte Rörig.

    den vollständigen Artikel auf "domradio.de" lesen



    18.06.2012: Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig 

    Damals gingen beide Seiten noch von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aus. 
    Nach den veröffentlichten Teilergebnissen  der MHG-Studie fordert jedoch auch der Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung,  Johannes Wilhelm Rörig,  mehr Transparenz. Rörig wäre nach Prof. Dr. Pfeiffer nicht der erste, der nach der Zusammenarbeit mit der DBK den ernsthaften Aufklärungswillen der Kirche anzweifelt.

     "Die katholische Kirche in Deutschland und alle ihr zugehörigen Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft sein. Dieses Ziel verfolgt die neue Vereinbarung, die am 28. Januar 2016 zwischen dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und Johannes-Wilhelm Rörig, dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM), geschlossen wurde (...) Der Fokus in der neuen Vereinbarung, die die Zusammenarbeit mit dem UBSKM nach der ersten Vereinbarung vom 18. Juni 2012 fortsetzt, liegt auf der Entwicklung und  Implementierung von institutionellen Schutzkonzepten.
    Quelle: DBK

    Bereits im März 2012 hieß es: "Der Nationale Beauftragte gegen sexuelle Gewalt Johannes Wilhelm Rörig ist erschrocken über die Vorgänge in der Katholischen Kirche. Es sei "sehr misslich", dass Bischof Ackermann Pädosexuelle in seinem Bistum beschäftige, sagte Rörig der taz. Der Beauftragte drängt darauf, dass auch die Kirche bereit ist, mit der Bundesrepublik Deutschland einen Vertrag über Aufklärung und Prävention zu schließen."



    • Betroffene fühlen sich von oben herab behandelt: "Es wird leider häufig nicht auf Augenhöhe zwischen Kirchenvertretern und Betroffenen gesprochen. Betroffene fühlen sich wie von oben herab behandelt. ("nwzonline.de")



    Dienstag, 28. Juni 2016

    Vernichtete Dokumente und absichtlich vertuschte Hinweise: Forscher mussten Methodik mehrfach verändern, nachdem sich herausstellte, dass die Personalakten der Bistümer "nicht sehr aussagekräftig" sind

    Die Personalakten sagen wenig aus

    Die Forscher, die nun Interviews mit Betroffenen führen und Informationen der Kirche auswerten, mussten ihre Methodik mehrfach verändern, weil sich herausstellte, dass die Personalakten der Bistümer nicht sehr aussagekräftig sind. „In vielen Fällen finden sich überhaupt keine Spuren in den Akten“, sagt Harald Dreßing – weil Dokumente aus Datenschutzgründen vernichtet, Hinweise absichtlich vertuscht wurden oder weil sich Kinder nicht trauten, über das zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Umso mehr sind die Forscher darauf angewiesen, dass sich viele Betroffene melden und über ihre Erfahrungen sprechen. Sie können seit Kurzem anonym an einer Online-Umfrage teilnehmen.  „Nur die Betroffenen kennen die Wahrheit“, sagt Dreßing.

    Betroffene fordern, dass die Verantwortlichen mit Namen genannt werden

    „Wir dürfen kein Bistums-Bashing betreiben. Wenn es ein Problem in den Führungsstrukturen gab, beschreiben wir das, aber ohne Namen zu nennen“, sagt Harald Dreßing vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Betroffene hingegen fordern, dass die Verantwortlichen mit Namen genannt werden

    Montag, 27. Juni 2016

    Bistum Trier / Freisen: (Süddeutsche) "In Trier steht der Vorwurf im Raum, das Bistum hätte bei einem jetzt suspendierten Priester schon 2006 handeln müssen: Damals war Reinhard Marx Bischof." - Und Stephan Ackermann Weihbischof.

    Fotoquelle: wdr
    Kardinal Reinhard Marx war 2006 Trierer Bischof


    Es hört nicht irgendwann auf, wie mancher Kirchenverantwortliche gedacht haben mag. Hier taucht ein neuer Fall auf, dort gibt es neue Erkenntnisse zu einem alten. In Hildesheim weiß man nun, dass jener Priester, der für viele sexuelle Übergriffe am Berliner Canisius-Kolleg verantwortlich ist, auch zwei Frauen missbraucht hat. In Trier steht der Vorwurf im Raum, das Bistum hätte bei einem jetzt suspendierten Priester schon 2006 handeln müssen; damals war Reinhard Marx Bischof, der heutige Münchner Kardinal und Vorsitzende der Bischofskonferenz.

    Jetzt zeigt sich, dass in den Personalakten der Bistümer die Wahrheit nur sehr begrenzt zu finden sein wird. Viele Unterlagen sind vernichtet, oft aus berechtigtem Persönlichkeitsschutz, manchmal aus Schlamperei oder um den Skandal zu vertuschen. 1700 Personen haben mittlerweile einen Antrag auf Entschädigung gestellt, doch selbst ihre Geschichten finden sich oft nicht in den Akten. Die Forscher haben zudem keinen direkten Zugang zu den Archiven und Geheimarchiven der Bistümer, dort suchen Bistumsmitarbeiter nach den Unterlagen.

    den vollständigen Artikel auf "sueddeutsche.de" lesen



    Fotoquelle: wdr
    Auch der heutige Bischof Stephan Ackermann wurde 2006 informiert


    "In der bischöflichen Personalkommission, in der die Meldung der Staatsanwaltschaft bekannt gegeben wurde, saß auch der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx. Und nicht nur er: Ebenso saß 2006 in der Personalkommission, in der über das eingestellte Verfahren gegen den Priester berichtet wurde, der damalige Weihbischof und heutige Bischof von Trier, Stephan Ackermann, wie das Bistum auf Nachfrage zugibt."
              den vollständigen Artikel vom 17.06.2016 auf "wdr.de" lesen



    Priester, 39, psychisch labil, sucht Zwölfjährigen
    Gegenstand der Analyse waren aber nicht etwa kircheninterne, lang verschlossene Informationen, sondern 40 allgemein zugängliche internationale Studien über Missbrauch in der katholischen Kirche sowie 13 weltlichen Institutionen. Skepsis ist angebracht. 

    den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen


    Bischof Dr. Stephan Ackermann: Warum erwähnen Sie nicht, wie viele Täter unter Ihrer Verantwortung im Bistum Trier versetzt wurden und in wie vielen Fällen Sie selber die Verantwortung dafür tragen, dass keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe in den Personalakten zu finden sind?


    Bildquelle: Volksfreund

    "Oft gibt es in den Personalakten aber keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe", sagt Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs. In einer Sache ist sich Bischof Stephan Ackermann sicher: "Es gibt keine Anhaltspunkte für die massenhafte (!) Vernichtung von Akten von Missbrauchsfällen." 


    Bereits in dem "Zwischenbericht der Hotline der Deutschen Bischofskonferenz für Opfer sexueller Gewalt" aus dem Jahr 2012  zeichnete sich sich ab, dass es im Bistum Trier auffällig viele Priester gibt, die mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert wurden. So meldeten sich in Trier fast doppelt so viele Personen, wie nach Anteil der Katholiken prozentual zu erwarten gewesen wäre:

    sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Zwischenbilanz lässt Blick in den Abgrund erkennen

    Quelle: "link.springer.com"

    "Im Folgenden wird über ein Forschungsprojekt zum sexuellen Missbrauch im Kontext der katholischen Kirche berichtet. Das Projekt wurde von der Deutschen Bischofskonferenz und den 27 deutschen (Erz-)Diözesen in Auftrag gegeben. Es wird von einem Forschungskonsortium durchgeführt, das aus folgenden Personen besteht: Prof. Dr. Harald Dreßing und Prof. Dr. Hans Joachim Salize, Zentralinistitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Prof. Dr. h.c. Andreas Kruse und Prof. Dr. Eric Schmitt, Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Dieter Dölling und Prof. Dr. Dieter Hermann, Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg, und Prof. Dr. Britta Bannenberg, Lehrstuhl für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug der Universität Gießen.  Das Projekt läuft vom 01.07.2014 bis zum 31.12.2017. Ziel ist es, den Umfang des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im Bereich der katholischen Kirche zu erfassen und institutionelle und individuelle Faktoren, welche die Taten begünstigen zu ermitteln. Die empirischen Befunde sollen einen Beitrag zur Deliktsprävention leisten. Das Projekt ist in 6 Teilprojekte gegliedert (vgl. auch Dreßing et al. 2015)"


    Geschlecht und Anzahl der Betroffenen



    Tatörtlichkeiten




    Tathandlungen  ("hands-off-Handlungen")



    Tathandlungen ("hands-on-Handlungen")



    Tätermerkmale



    Deliktshäufigkeit




    Quelle: Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch an Mindejährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz (MHG-Studie),DBK


    Sonntag, 26. Juni 2016

    Bistum Hildesheim: Die katholische Kirche hat die Aufklärung der Straftaten des Haupttäters Pfarrer Peter R. im Missbrauchsskandal am Berliner Gymnasium Canisius Kolleg 2010 aktiv behindert - Jetzt verschleppt das Bistum Hildesheim unabhängige Untersuchungen zu Pfarrer R. und zu den Vorwürfen gegen den ehemaligen Bischof Janssen

    Im Januar kündigte das Bistum Hildesheim an, den Missbrauch durch den ehemaligen Pfarrer und Missbrauchstäter Peter R. von einem unabhängigen Gutachter untersuchen zu lassen. / Im März gab das Bistum Hildesheim bekannt, man werde auch die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof Janssen aufklären wollen - doch bis heute wurden noch keine Gutachter benannt

    Interne Aufarbeitung: Noch keine Gutachter benannt

    Die interne Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe ist noch nicht vorangeschritten. Einem Bistumssprecher zufolge sind bislang noch keine Gutachter benannt worden, die sich mit den Anschuldigungen gegen den verstorbenen Bischof Janssen und den ehemaligen Priester und verurteilten Missbrauchstäter Peter R. auseinandersetzen sollen.



    "Das Bistum Hildesheim will jetzt auch die Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) von einem unabhängigen Gutachter aufarbeiten lassen. Das erklärte das Bistum am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Ende Januar hatte das Bistum bereits erklärt, den Missbrauch durch den ehemaligen Pfarrer und verurteilten Missbrauchstäter Peter R. von einem unabhängigen Gutachter untersuchen zu lassen. Nach Bistumsangaben steht noch nicht fest, wer die Aufklärungsarbeit übernehmen wird."
    Quelle: "Tagesspiegel.de", 03.03.2016



    Hintergrund:
    • Bistum Hildesheim: Früherer Bischof soll Ministrant missbraucht haben ("spiegel.de", 06.11.2015)
    • Pfarrer missbrauchte Mutter und Tochter ("wdr.de", 27.01.2016)
    • ARD/WDR-Dokumentation „Richter Gottes“: Die katholische Kirche hat die Aufklärung der Straftaten des Haupttäters Pfarrer Peter R. im Missbrauchsskandal am Berliner Gymnasium Canisius Kolleg 2010 aktiv behindert. Das zeigt erstmals die ARD/WDR-Dokumentation „Richter Gottes“ von Eva Müller aus der Sendereihe „Die Story im Ersten“ am Montag, 30. November um 22.45 Uhr. - Bereits im Februar 2010 meldete die Staatsanwaltschaft Berlin, dass Peter R.’s Taten verjährt seien und deshalb keine strafrechtlichen Konsequenzen hätten. Die Rede ist von mehr als 100 Opfern. -  Vier Wochen später, Anfang März 2010, meldete sich jedoch im Bistum Hildesheim ein 14-jähriges Mädchen, das dort angibt, Peter R. habe auch sie bedrängt. Die Kirche veröffentlicht diese Meldung nicht, informiert die Familie der 14-Jährigen und die Behörden nicht, vernimmt aber den Täter selbst dazu und leitet durch den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle eine interne, kirchenrechtliche Voruntersuchung zu diesem Fall ein... 

    Samstag, 25. Juni 2016

    Bistum Trier: Freisen - Pfarrgemeinderat wünscht Aufklärung

    Kirchenstreit in Freisen: Pfarrgemeinderat wünscht Aufklärung

    „Mit Sorge“ beobachten die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Grügelborn die Situation in der Pfarreiengemeinschaft Freisen-Oberkirchen. Nach wie vor sei nicht klar, warum das Bistum Trier dem ehemaligen Freisener Pastor Zelebrationsverbot erteilt hat, er also keine Messen mehr halten darf. In einem der SZ-Redaktion vorliegenden Brief an den Trierer Bischof Stephan Ackermann fordern sie vor allem eines: Aufklärung.

    Die Aufarbeitung des Falls werde zum Teil erst nach Abschluss des Voruntersuchungsverfahrens des Bistums möglich sein – „Schritt für Schritt“, heißt es in dem Antwortschreiben. Gleichzeitig betont Stinner, dass der Bischof selbst und nicht Schmitt das Verfahren eröffnet hat. Er verweist dabei auf die Pressemitteilung vom 23. Mai: „Bischof Dr. Stephan Ackermann hat gegen einen Pfarrer im Ruhestand ein kirchliches Voruntersuchungsverfahren gemäß den seit 2013 geltenden Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger […] eingeleitet.“ 

    Auch sei in einer Sitzung mit den Räten der Pfarrgemeinde Freisen im April 2015 (!)  klar dargelegt worden, dass der Pastor in den Ruhestand versetzt worden sei, weil er „wiederholt den Anordnungen seines Vorgesetzten vor Ort sowie des Bischofs nicht Folge geleistet hat“.

    Wenn ein Kirchenstreit einen Ort, gar eine ganze Pfarreiengemeinschaft dermaßen spaltet, muss das Bistum schleunigst vor Ort für Klarheit sorgen. Ein lapidares Schreiben mit der Kernaussage, die Kirche habe ausreichend informiert, reicht nicht. Der Bischof sollte bei solcher Brisanz Größe zeigen und versuchen, seine Kirchengemeinde zu einen. Und dem verantwortlichen Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft den Rücken stärken. Das Dorffest an diesem Wochenende wäre eine gute Gelegenheit gewesen.

    den vollständigen Kommentar auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen

    Freitag, 24. Juni 2016

    Bistum Trier: causa Freisen - "Die Verantwortung des Diözesanbischofs bleibt bestehen"

    "Jede Anzeige oder Verdachtsäußerung wird umgehend geprüft" heißt es in den Leitlinien von 2002.


    Quelle: "27.09.2002 - "Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz"




    Entgegen der Behauptung des Bistums Trier, dass Bistum habe erst jetzt (2016) von den Vorwürfen aus dem Jahr 2006 erfahren, konnte inzwischen belegt werden, dass das Bistum Trier bereits 2006 von der Staatsanwaltschaft informiert wurde.  In der bischöflichen Personalkommission, in der die Meldung der Staatsanwaltschaft 2006 bekannt gegeben wurde, saßen sowohl der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx als auch der heutige Bischof Ackermann. Damals fand auch ein Gespräch mit dem ehemaligen Freisener Pfarrer statt. Dieser versicherte dem Bistum gegenüber schriftlich, dass die Vorwürfe ihm gegenüber nicht zutreffend seien. Hätte das Bistum Trier den Verdacht gegen den ehemaligen Priester als unbegründet angesehen, hätte das Bistum Trier laut Leitlinien allerdings "die notwendigen Schritte unternehmen müssen, den 'guten Ruf der Person' wiederherzustellen". Auch in Bezug auf weitere Verfahren gegenüber dem ehemaligen Freisener Pfarrer.  Doch auch dies geschah nicht! -  Weiter hieß es in den Leitlinien 2002:  "Mit dem (mutmaßlichen) Opfer wird umgehend Kontakt aufgenommen" - Weder unter Reinhard Marx noch unter Bischof Ackermann wurde versucht, den mutmaßlich Betroffenen in den letzten 10 (!) Jahren zu kontaktieren. Dies geschah erst, nachdem der Betroffene an seine Vorwürfe, die er bereits umfangreich 2006 zur Anzeige brachte,  2016 öffentlich erinnerte. Die Fürsorge des Bistums - sowohl unter Reinhard Marx als auch unter Bischof Stephan Ackermann - galt offensichtlich in erster Linie nicht dem mutmaßlichen Opfer, sondern dem ehemaligen Freisener Pfarrer und dem Ansehen der Kirche.

    Aussschlaggebend dürfte auch der Satz sein: "Die Verantwortung des Diözesansbischofs bleibt bestehen."  -  2006 betraf dieser Passus Reinhard Marx, seit 2009 ist Ackermann der Verantwortliche Diözesanbischof. Und seit 2010 zudem Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz.