Sonntag, 24. März 2019

Bischof Ackermann: "Das Verheerende war, dass Angehörigen und Opfern der Mut fehlte zu sprechen."



Opfern und ihren Angehörigen fehlte der Mut zu sprechen. 
Laut Ackermann sei dies das Verheerende in den letzten Jahrzehnten gewesen.


Ackermann: "Angehörige haben sich nicht getraut, weil es keine Kultur des Sprechens gab über das Thema „Sexualität“. Weil auch der Priester eine so oft überhöhte sakrale Figur war, dass es keinen Mut gab zu sprechen. Es gab aber auch Menschen, die gesagt haben: „Das traue ich mir nicht zu, mir wird keiner glauben.“  Das war das Verheerende in den vergangenen Jahrzehnten."

Ackermann auf die Frage nach der Verantwortung der Bischöfe: "Also, man muss diejenigen, die ihre Amtspflichten verletzt haben und wo das sozusagen sich auch nachweisen lässt, verurteilen. Da, wo es Vergehen gibt, müssen sie benannt und auch bestraft werden. Aber in ganz vielen Fällen ist es so, dass dann die Tat verjährt ist und das staatliche Gericht, die staatliche Strafverfolgungsbehörde nicht tätig wird."

Donnerstag, 21. März 2019

Bistum Trier / Freisen II: Täter- oder Opferschutz? - Der Fall des ehemaligen Trierer Priesterseminaristen "Bruder Wolfgang"

Michael Imlau, ehemaliger Mitstudent von "Bruder Dominik" (Pfarrer V.), und Pfarrer aus Hamburg:

"Er (Pfarrer V., Anmerk. ca) erzählte mir dann, Bernhard Backovsky werde ihm helfen. Ich fragte ihn, warum hilft Bernhard Backovsky dir? Grinsend antwortete der Mitstudent: "Weil ich die Backovsky-Brüder in der Hand habe. Als ich nachfragte, "Mit was hast du die Backovsky-Brüder in der Hand?" antwortete er: "Das ist meine Lebensversicherung. Das werde ich dir ganz bestimmt nicht sagen."






Montag, 18. März 2019



"Wir sind entschlossen, alles zu tun, 
um sexuellen Missbrauch in der Kirche zu überwinden 
und den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. 
Wir werden gutmachen, was möglich ist auf Erden."



- Kardinal Marx, ehemaliger Bischof von Trier und heutiger Vorsitzender der DBK auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe in Lingen. 14.03.2019 -

Samstag, 16. März 2019

Bischof Ackermann: "Stärkere Belege für Taten einfordern ohne die Betroffenen noch einmal ungewöhnlich zu belasten"

Nach Angaben der Bischofskonferenz wurden bis Herbst vergangenen Jahres 1.900 Anträge von der zuständigen Zentralen Koordinierungsstelle positiv beschieden. Im Schnitt wurden 5.000 Euro gezahlt, bei einer Gesamtsumme von neun Millionen Euro. Opferverbände sehen in den bisherigen Zahlungen keine „angemessene Entschädigung“. Bischof Ackermann gab zu bedenken, dass man bei der Zahlung von Entschädigungen unter Umständen „stärker Belege“ für die Taten einfordern müsste, als das bei den bisherigen Zahlungen der Fall ist.





"Wir sagen ja jetzt auch in Fällen, wo etwas glaubhaft ist, wo ich aber jetzt kaum Beweise habe ...  Da kommt eine betroffene Person und diejenigen, die sozusagen das anschauen, sagen: <Das ist uns plausibel. Wir glauben.  Auch, wenn wir weder in Akten noch andere Betroffene noch sonstwas sehen>.  Und wir sprechen ein Summe zu. Wenn ich natürlich sage, hier geht es um eine monatliche Rente bis zum Lebensende in Höhe von 500,00 Euro, da geht es ja um ganz andere Dimensionen, und dann ist die Frage: "Muss dann das sozusagen stärker bewiesen werden? Also, kriegen wir da eine Lösung hin, nicht Betroffene jetzt auch noch einmal ungewöhnlich zu belasten?"

Donnerstag, 14. März 2019

Kardinal Marx: "Wir haben einen Maßnahmenkatalog"

Der DBK-Vorsitzende und ehemalige Trierer Bischof, Kardinal Marx, präsentiert zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung überraschend einen "Maßnahmenkatalog". Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um die "Fuldaer Erklärung" vom 27.09.2018. Und dies auch nur eingeschränkt: Während es in der "Fuldaer Erklärung" noch unter Punkt sechs hieß: "Wir wollen klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in unserer Kirche getragen hat", findet dieser Punkt auf der Frühjahrsvollversammlung 2019 keine Erwähnung mehr. 


Bildquelle: Wolfsburger Allgmeine Zeitung

Marx: "Manche Stimmen sind zu hören, die sagen, es müsse einen konkreten Maßnahmenkatalog geben. Ich kann da nur sagen: Wir haben diesen Katalog und an den dort genannten Punkten arbeiten wir."


Marx weiter: 

"Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer  Maßnahmenkatalog sind:

          1. das "Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung",
          2. das "Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in
              Anerkennung zugefügten Leids",
          3. das "Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene",
          4. das "Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker" und
          5. das "Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention".

          6. Wir wollen klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das                                  Missbrauchsgeschehen in unserer Kirche getragen hat. 
     
     

Bischof Ackermann: " Die Beratungsstellen der Bistümer haben einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter"


"Dass der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann einräumen musste, dass es noch immer nicht in allen Diözesen wirklich unabhängige Ansprechpartner für Missbrauchsopfer gibt, spottet jeder Beschreibung." (rundschau-online.de)
"Kein Problem hat Ackermann damit, dass in einigen Fällen Bistumsbeschäftigte Ansprechpartner für Opfer von Missbrauch sind. Er gehe nicht davon aus, dass die benannten Personen an Weisungen des Bischofs hängen. Die Beratungsstellen der Bistümer hätten einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter. Allein weil jemand unabhängig ist, heiße das noch nicht, dass er als Ansprechpartner besser geeignet sei. Wenn man aber wolle, dass die Unabhängigkeit zu erkennen ist, dann müsse das System komplett umgestellt werden. Die meisten Ansprechpartner seien deshalb bereits unabhängig von Bischof und Bistum."  (swr.de)


Eine Frage, deren Antwort Bischof Ackermann bei seinem gestrigen Pressegespräch in Lingen heftig ins Stammeln gerieten ließ:  Die Nachfrage, wie es mit den unabhängigen Ansprechpartnern aussähe  - nach inzwischen neun Jahren.  

Dass Ackermann bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage ins Stocken gerät, ist nachvollziehbar: In seinem eigenen Bistum gibt es seit Jahren heftige Kritik am Ansprechpartner. Dies bestätigte auch das Beschwerdemangement des Bistums Trier.  Betroffene berichten über ihre tiefgreifend negative Erfahrungen.  Im Bistum des Missbrauchsbeauftragten selbst wird  nicht nur die Unabhängigkeit des Trierer Ansprechpartners Peter Rütten stark angezweifelt, sondern im Besonderen sein Umgang mit Betroffenen heftig kritisiert.


Quelle: bistum-trier.de

Hinzu kommt: Auf der Homepage des Bistums selbst wird seit zwei Tagen offiziell nur  noch ein männlicher Ansprechpartner präsentiert: Peter Rütten. Die bisherige weibliche Ansprechpartnerin, die Juristin Gisela Lauer,  wurde von der Homepage des Bistums entfernt. Weibliche Betroffene sind nun vor eine weitere Schwierigkeit gestellt: Sie müssen die Hürde überwinden,  Detailfragen zu sexuellen Übergriffen dem einzigen Ansprechpartner im Bistum Trier, einem Mann,  gegenüber zu  beantworten. 

- Ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Betroffenen, die auf den Diplom-Theologen Peter Rütten, der u.a. mehrere Jahre für die Psychotherapie bei Sexualstraftätern beauftragt war, als Ansprechpartner im Bistum Trier angewiesen sind und deren Kritik, die inzwischen seit Jahren geäußert wird, von Bischof Ackermann bis heute nicht ernst genommen wird. / ca

Mittwoch, 13. März 2019

Bischof Ackermann im Pressegespräch zum Thema „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Pressegespräch zum Thema
„Sexueller Missbrauch an Minderjährigen: Aufarbeitung und Prävention
– Informationen zum aktuellen Stand“
 mit Bischof Dr. Stephan Ackermann
Lingen, 13.03.2019






  • Kein Problem hat Ackermann damit, dass in einigen Fällen Bistumsbeschäftigte Ansprechpartner für Opfer von Missbrauch sind. Er gehe nicht davon aus, dass die benannten Personen an Weisungen des Bischofs hängen. Die Beratungsstellen der Bistümer hätten einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter. Allein weil jemand unabhängig ist, heiße das noch nicht, dass er als Ansprechpartner besser geeignet sei. Wenn man aber wolle, dass die Unabhängigkeit zu erkennen ist, dann müsse das System komplett umgestellt werden. Die meisten Ansprechpartner seien deshalb bereits unabhängig von Bischof und Bistum. (swr.de)
  • Die Erwartungen an die katholische Kirche zum Umgang mit Missbrauchsfällen sind hoch. Missbrauchsbeauftragter Ackermann verkündete aus Kritikersicht nur wenig Neues. (zdf.de)
  • Einerseits bemüht sich die katholische Kirche seit Jahren um eine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Diakone. Andererseits bleibt sie konsequent hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. (rundschau-online.de)


Bistum Trier: Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie - Bistum Trier beurlaubt Diakon "aus präventiven Gründen" . Er galt als "unauffällig und beliebt, engagiert in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen"

Das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie einen Mitarbeiter entlassen.

Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben. Nähere Angaben zu den Vorwürfen machte die Klinik nicht. Auch über den Mitarbeiter sagte das Mutterhaus der Borromäerinnen nichts - aus datenschutzrechtlichen Gründen. Nach SWR-Informationen soll es sich bei dem Angestellten um einen Diakon mit Zivilberuf handeln.

swr.de

"Aktuell hat sich das Klinikum aus diesen Gründen von einem Mitarbeiter getrennt. Gegen den Mitarbeiter war zuvor ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung gemäß § 184b StGB (Besitz kinderpornographischer Schriften) eingeleitet worden. Darüber hatte der Mitarbeiter das Klinikum als Arbeitgeber umgehend proaktiv, d. h. von sich aus, informiert. Das private – außerdienstliche Verhalten – ist mit dem Leitbild des Klinikums und der katholischen Glaubens- und Sittenlehre nicht in Einklang zu bringen. Im Rahmen einer getroffenen Gesamtabwägung und unter Berücksichtigung aller Umstände war eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für das Klinikum als Arbeitgeber nicht mehr zumutbar. Die Klinikleitung hat aufgrund der Sachlage schnell und entschlossen gehandelt. Sie ist mit dem Mitarbeiter zu der Überzeugung gelangt, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Im Zuge dessen wurde der Mitarbeiter unverzüglich von seinen Dienstpflichten entbunden und freigestellt. Der Klinikleitung liegen ausdrücklich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des Mitarbeiters bei der Ausübung seines Berufes im Klinikum vor."

mutterhaus.de 


Der Diakon galt als "unauffällig und beliebt, engagiert in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen".

volksfreund.de


bistum-trier.de



Dienstag, 12. März 2019

Bistum Trier: Ackermann wird ältere Missbrauchsfälle prüfen lassen

Das Bistum Trier wird länger zurückliegende Fälle sexuellen Missbrauchs von unabhängigen Experten prüfen lassen. Es geht dabei auch um mögliche Fälle in einem ehemaligen Internat in Gerolstein.

Das teilte das Bistum nach einem Treffen von Bischof Stephan Ackermann mit Beratern der Diözese mit. Demnach hat der Beraterstab schon damit begonnen zu prüfen, wie ältere Missbrauchsfälle aufgeklärt wurden. Bischof Ackermann will darüber hinaus Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen von einem externen Experten untersuchen lassen.

Versäumnisse oder Vertuschung sollen ans Licht kommen

Dazu gehören Fälle von sexueller und körperlicher Gewalt im Albertinum in Gerolstein. Das Internat in Trägerschaft des Bistums wurde Anfang der 80er Jahre geschlossen. Bischof Ackermann sagte, es müsse geprüft werden, ob es Versäumnisse oder Vertuschung von Fällen gegeben habe. Man könne Fehler eingestehen und aus ihnen lernen, so Ackermann.

swr.de


Gerolstein . Das Bistum Trier hat eingeräumt, dass Schüler eines ehemaligen Eifeler Internats sexuell missbraucht wurden. Nun soll ein unabhängiger Ermittler untersuchen, was im Albertinum vor sich ging – und, ob Vorfälle vertuscht wurden.  Seit dem Frühjahr 2018 hat der TV mit einigen Absolventen des Internats gesprochen. Sie erzählten von Nächten, die sie als Strafe draußen in der Kälte verbringen mussten, von Faustschlägen ins Gesicht, unsittlichen Berührungen beim Schwimmunterricht und Annäherungen unter der Dusche. Ein Priester soll die Schüler gezwungen haben, in der Beichte über Sex zu sprechen, während er sich befriedigte. Einen Subpräfekten soll es erregt haben, wenn die Schüler ihn strangulierten. Von diesen Vorwürfen will das Bistum Trier erst 2010 erfahren haben. 

volksfreund.de


Bildquelle: dpa


"Der persönliche Kontakt mit den Opfern
 ist für mich der erste und wichtigste Aspekt 
mit Blick auf die Aufarbeitung"



Bischof Ackermann, März 2019





Quelle: domradio.de

Sonntag, 24. Februar 2019

Bistum Trier: Aktenmanipulation und -vernichtung unter den Trierer Bischöfen Stein, Spital, Marx und Ackermann

Ausgerechnet der ehemalige Trierer Bischof,  Kardinal Reinhard Marx, der bereits im März 2011 eine schonungslose Aufklärung versprach, hat beim Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ein Ende der Geheimniskrämerei um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gefordert.  Offen prangerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag auch Vertuschung und Machtmissbrauch an: "Akten, die die furchtbaren Taten dokumentieren und Verantwortliche hätten nennen können, wurden vernichtet oder gar nicht erst erstellt." Nötig seien nun Fakten und Offenheit. (dpa) "Direkte Zuweisungen", welcher Bischof für die Aktenmanipulation und -vernichtung verantwortlich ist, gibt es laut Marx allerdings keine.   - Dabei liegen die Gründe, warum gerade Kardinal Marx darüber schweigt, auf der Hand. Er selbst gehörte zu den Verantwortlichen. Hinzu kommt: Während immer mehr Bischöfe ihre Vorgänger belasten, dürfte dies im Bistum Trier nur schwer möglich sein. Der Missbrauchsbeauftragte Ackermann selbst wird wohl alles daran setzen,  sich schützend vor seinen eigenen Vorgänger und den heutigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Marx stellen und alles dafür tun, Marx nicht in die Bredouille zu bringen.



Quelle: ca


Quelle: ca





18.04.2011     Einsicht in die Akte meines Täters im bischöflichen Archiv in Trier. Aus der Akte
                       gehen keinerlei Hinweise auf Vorwürfe sexuellen Missbrauchs hervor. (Dies bestätigte
                       auch der damalige Archivleiter Martin Persch in einem weiteren Gespräch. "Ich habe
                       die Akte gesichtet. Es gibt keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Pfarrer 
                       Josef M.")
                       
04.07.2011     Bischof Ackermann bestätigt, "dass das gesamte amtliche Schrift- und Dokumen-
                       tationsgut, so wie von der Bischöflichen Behörde dem Archiv übergeben wurde, 
                       ordnungsgemäß archiviert worden ist".

11.01.2013     Der damalige Trierer Bistumspressesprecher Uzulis verweist auf die damalig übliche
                       Bindetechnik bei der Aktenführung. 

31.08.2016     Das Bistum Trier teilt mir auf Anfrage mit, dass es inzwischen "Hinweise auf weiteren
                       sexuellen Missbrauch durch Pfarrer Josef M. gibt".

10.12.2018:    Auf Nachfrage kündigt das Bistum Trier an, mir Auskunft darüber zu geben, ob
                       Pfarrer Josef M. bereits in seinen vorherigen Pfarreien auffällig war und man ihn 
                       deshalb nach Brotdorf versetzt habe oder ob es erstmals in Brotdorf Hinweise auf 
                       Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gab. Aufgrund der hohen Arbeitsanforderung könne 
                       sich die Beantwortung meiner Anfrage allerdings bis März hinziehen.


Verantwortliche Bischöfe seit dem Tatzeitpunkt:


                                           1967 - 1980      Bernhard Stein
                                           1981 - 2001      Hermann Josef Spital
                                           2002 - 2008      Reinhard Marx
                                           2009 - heute     Stephan Ackermann



ca











Bistum Trier: ehemaliger Trierer Bischof und heutiger DBK-Vorsitzender, Kardinal Marx, gibt Aktenvernichtung und Aktenmanipulation zu. - Die Verantwortlichen verschweigt er: aus gutem Grund.

ECA: Marx hat uns nichts davon gesagt

"Es ist unbegreiflich", sagt Peter Isley, während er im Demonstrationszug über die Piazza del Popolo Richtung Vatikan läuft. "Wir haben gestern Kardinal Marx getroffen und er hat uns nichts davon gesagt." Auch Isley ist Missbrauchsopfer, engagiert sich bei ECA  (Die Abkürzung steht für "Ending Clergy Abuse": den Missbrauch durch Kleriker beenden / Anmerk. ca). und hat die Zero-Tolerance-Demo mitorganisiert.

Er will von Kardinal Marx wissen, warum die Beweismittel verschwunden sind. Im jüngsten Bericht der Deutschen Bischofskonferenz zur Aufbereitung des Missbrauchsskandals sei davon nichts erwähnt worden. "Wer hat diese Akten vernichtet?", fragt Iseley.

Eine Antwort gibt der deutsche Kardinal bei einer Pressekonferenz: "Es gibt klare Erkenntnisse, dass Akten manipuliert wurden." Das habe man, so Marx, bereits bei ersten Untersuchungen des deutschen Missbrauchsskandals vor neun Jahren festgestellt. "Aber es gibt keine direkte Zuweisungen."



dw.com

Bistum Trier: Will die katholische Kirche aufklären? MissBit-Sprecher Dr. Thomas Schnitzler glaubt nicht daran

Thomas Schnitzler vs. Klaus Pfeffer

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ist vom ehrlichen Aufklärungswillen der katholischen Kirche überzeugt.

Dr. Thomas Schnitzler, MissBit, glaubt dagegen nicht an einen ehrlichen Aufklärungswillen:

"Die Kirche will nicht aufklären. Aufklärungsbemühungen sind in dem grundlegenden Selbstverständnis der klerikal-hierarchischen Amtskirche seit jeher nicht angelegt. Dies belegen unsere nunmehr neunjährigen Erfahrungen.
Konkrete Anfragen und Bitten wurden entweder ignoriert oder verschleppt, so unter anderem: Anträge auf Einsichten in die Personalakten der Täter, Vorschläge für offene Diskussionsforen – und nicht zuletzt mögliche Kontaktvermittlungen zu den 442 laut der MHG-Studie im Bistum Trier bisher ermittelten Missbrauchsopfern. Statt Rücksprachen mit unserem Betroffenenbündnis bevorzugt Dr. Ackermann weiterhin – entgegen der aktuellen Expertenempfehlungen – exklusive Beratungsgespräche mit seinen Klerikern hinter verschlossenen Türen.“"

direkt zum kompletten Audio-Beitrag auf deutschlandfunk.de 

Samstag, 23. Februar 2019

Bistum Trier: ehemaliger Bischof von Trier, Kardinal Marx, erkennt eigene Verantwortlichkeit nicht



"Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist zu einem nicht geringen Teil auf den Machtmissbrauch im Bereich der Verwaltung zurückzuführen. Verwaltung hat hier nicht dazu beigetragen, dass der Sendungsauftrag der Kirche erfüllt wird, sondern im Gegenteil, dass er verdunkelt, diskreditiert und verunmöglicht wurde. Akten, die die furchtbaren Taten dokumentieren und Verantwortliche hätten nennen können, wurden vernichtet oder gar nicht erst erstellt. Nicht die Täter, sondern die Opfer wurden reglementiert und ihnen Schweigen auferlegt."


das Referat von Marx in seiner vollständigen Fassung auf vaticannews.va lesen


Solche Aussagen machen sprachlos. Man liest - und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Dass ausgerechnet Marx es wagt,  über "Nachvollziehbarkeit", "Transparenz"  und "Verantwortung" zu referieren, ist unsäglich.

Gerade Marx gehörte als ehemaliger Bischof von Trier (2002 - 2008) in so vielen Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen im Bistum Trier selbst zu den Verantwortlichen - und somit ebenso zu den Vertuschern. 

Unter Marx' Verantwortlichkeit als Bischof von Trier wurden Akten vernichtet oder gar nicht erst erstellt. Unter seiner Verantwortlichkeit wurden nicht die Täter reglementiert, sondern die Opfer und den Opfern wurde auch nachweislich Schweigen auferlegt. 

Hinzu kommt: Während immer mehr Bischöfe ihre Vorgänger belasten wird dies in Trier nur schwer möglich sein. Im Gegenteil:  Ackermann selbst wird wohl alles daran setzen,  sich schützend vor seinen eigenen Vorgänger und den heutigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Marx stellen und alles dafür tun, dass Marx nicht belastet wird. / ca

Freitag, 22. Februar 2019

Bistum Trier: Trierer Bischof Ackermann weist Kritik von Opferinitiative zurück

Die Trierer Opfervereinigung MissBit kritisierte den Kirchenkongress als „Aufmerksamkeitsmanöver“, mit dem der Vatikan die Kontrolle über das Thema behalten wolle. „An konkreten Ergebnissen erwarten wir eigentlich nichts mehr“, sagte MissBit-Sprecher Thomas Schnitzler unserer Zeitung. Seit zehn Jahren befassten sich auch die Bischofskonferenzen mit dem Thema  – „und herausgekommen ist nichts“, sagte Schnitzler, der als Kind von einem Priester in Trier missbraucht wurde.

Der von MissBit zuletzt scharf kritisierte Trierer Bischof kündigte an, die Opfer bei allen Maßnahmen, zu denen sich die Bischöfe verpflichtet hätten, einzubeziehen. Er selbst habe seit vielen Jahren Kontakt mit Betroffenen – „im persönlichen Gespräch, brieflich und telefonisch“, sagte Stephan Ackermann unserer Zeitung. Die Opferinitiative hatte unlängst kritisiert, dass nicht mit den Betroffenen über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals  gesprochen werde.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Donnerstag, 21. Februar 2019

Bischof Ackermann : "Natürlich muss man sagen: Es gab auch Dinge, die wurden verschleppt oder vertuscht, weil man die Institution schützen will. Das hat es gegeben. Ich will auch nicht ausschließen, dass sich das heute auch noch abspielt."





zum Interview in Textform auf ard.de

Bischof Ackermann gelingt es immer noch nicht, in "Ich-Form" zu reden.

Es würde sich zum Beispiel viel ehrlicher und glaubwürdiger anhören, wenn er sagen würde: ""Es gab auch Dinge, die ich verschleppt habe, weil ich die Institution schützen wollte.  Ich will auch nicht ausschließen, dass sich das heute noch so im Bistum Trier abspielt." / ca

Bistum Trier: Trierer Missbrauchsopfer fordert externe Aufklärung

Die Betroffenenverbände erwarten nicht allzu viel vom Anti-Missbrauchstreffen im Vatikan. Einer dieser Skeptiker ist Thomas Schnitzler von der Initiative MissBiT .

Thomas Schnitzlers Appell an die Kirchenleitung: 

"Übernehmen Sie endlich Verantwortung! Sorgen Sie dafür, dass eine angemessene Entschädigung gezahlt wird und überlassen Sie die Aufklärung unabhängigen Instanzen!"





den vollständigen Beitrag inkl. Hintergründe auf "swr.de" lesen


Mittwoch, 20. Februar 2019

Bischof Ackermann: "Das ist ein bisschen wie ein Hühnerhof"

Es sei zu spüren, dass in der katholische Kirche in Deutschland "die Nervosität steigt". Die Bischöfe spürten den hohen "Druck" und die "Aggression", die beim Thema Missbrauch gegenüber der Kirche herrsche. Nur so sei es auch zu erklären, dass sich zuletzt Bischöfe in der Öffentlichkeit mit sehr unterschiedlichen Ideen und Lösungsansätzen zu Wort gemeldet hätten. Das sei "ein bisschen wie ein Hühnerhof", kritisierte Ackermann.

das vollständige Interview auf "domradio.de" lesen


Montag, 18. Februar 2019

Bistum Trier Freisen: neue Ermittlungen gegen Freisener Ex-Pfarrer


Im Fall des ehemaligen Pfarrers von Freisen gibt es zwei neue Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Die Staatsanwaltschaft hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen. In einem Fall geht es nach SR-Informationen darum, dass der Ex-Pfarrer einen Jugendlichen vor rund zwölf Jahren bei einem Ausflug in den Schwarzwald missbraucht haben soll. Der andere Verdachtsfall soll länger zurückliegen. Vier weitere Verfahren gegen den Ex-Pfarrer wurden bislang wegen Verjährung oder mangels Tatverdacht eingestellt. 

Quelle: Saartext, 18.02.2019

Bistum Trier: Bischof Ackermann: Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs für die katholische Kirche in Deutschland muss "bistumsspezifisch" erfolgen. - Die Vertuschung erfolgte allerdings bistumsübergreifend

  • Nach der Überzeugung des Missbrauchsbeauftragten der DBK, dem Trierer Bischof Ackermann,  kann es "bei aller Abstimmung miteinander keine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs für die katholische Kirche in Deutschland insgesamt geben: Diese müsse "bistumsspezifisch" erfolgen 
  • Außerdem fordert  Bischof  Ackermann bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle eine Orientierung an den Opfern:  "Unsere Haltung muss die einer durchgängigen Opferorientierung sein"
Das ganze Interview mit Bischof Ackermann auf domradio.de lesen

Wie soll eine "bistumsspezifische Aufarbeitung" erfolgen, wenn z.B. die Versetzungen auffälliger Priester  intra- und interdiözesan, ja, sogar länderübegreifend stattfand, die Vertuschung nachgewiesenermaßen System hatte und alles andere als "bistumsspezifisch" war?

Zudem wird die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, von einer "durchgängingen Opferorientierung" spricht.  Dazu müsste der Anfang erst einmal gemacht werden.  Und dazu würde z.B. auch gehören, an einer Betroffenenkundgebung nicht einfach vorbeizugehen und lapidar anzumerken: "Die Themen sind ja bekannt".  Oder anders formuliert: Betroffene müssten nicht demonstrieren, wenn es bisher jemals einen "opferorientierten Umgang" mit Betroffenen gegeben hätte und die Betroffenen - entgegen allen Versprechungen der Bischöfe seit 2010 - auch nur einmal im Vordergrund gestanden hätten. 

Der ehemalige Trierer Bischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx wird auf der Vatikan-Konferenz übrigens ein Referat mit dem Titel  "Transparenz in einer Gemeinschaft von Gläubigen" halten. - Bei diesem Thema dürfte er tatsächlich als Experte gelten.  / ca

Sonntag, 17. Februar 2019



In stillem Gedenken

an einen weiteren Betroffenen sexuellen Missbrauchs 
durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier,
der keinen Ausweg mehr fand
und sich das Leben nahm.

- Wie so viele andere. 




Donnerstag, 14. Februar 2019

Bistum Trier / Bischof Ackermann über Protestaktion: "Die Themen sind uns ja bekannt."





Quelle: swr.de

  • Ein Kommentar von SWR-Redakteur Frank Scheuer: "Bischof Ackermann macht sich rar" -  Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat am Donnerstagvormittag mit Priestern, Diakonen und Ordensmännern über die Missbrauchsstudie gesprochen - und das nicht öffentlich, hinter den Mauern des Trierer Priesterseminars. Statt offensiv und aktiv mit dem Verbrechen des Missbrauchs umzugehen, entzieht er sich den Fragen, laviert und verweist auf Andere. Wer mehr von ihm wissen will, ist lästig, scheint es. Wie meinte Ackermann am Donnerstag gegenüber Journalisten in Trier lapidar: die Themen sind uns bekannt. Das ist ignorant. Fast auf den Tag genau seit neun Jahren ist Ackermann Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche. Mehr öffentliche Präsenz, mehr Mut und mehr Ackermann hätten dem Amt gutgetan. (srw.de)
  • Demonstranten kritisieren Trierer Bischof: "„Er ist ein Master of desaster“, bilanziert später die Koblenzer Pastoralreferentin Jutta Lehnert, die ebenfalls unter den Demonstranten steht. "Womöglich hätten dies die Missbit-Frauen und -Männer an diesem Donnerstagmittag dem Bischof gerne auch selbst gesagt. Doch Stephan Ackermann hatte schon im Vorfeld durch seine Sprecherin verkünden lassen, dass er sich bei den Demonstranten nicht blicken lassen werde. Als vor ein paar Wochen katholische Frauen vor dem Dom gegen die männerdominierte Kirche protestierten, kam Stephan Ackermann noch selbst vorbei. Und auch bei der Demonstration gegen die Strukturreform Mitte Oktober verfolgte Stephan Ackermann noch vor Ort auf dem Domfreihof das Geschehen. Am Donnerstag aber glänzt der 55-Jährige durch Abwesenheit. Dafür schickt der Bischof seine Sprecherin. „Wir überlegen noch, wie die Aufarbeitung gehen kann“, sagt Direktorin Judith Rupp den zahlreichen Journalisten. Aber natürlich könne es eine Aufarbeitung nur mit den Betroffenen geben. (volksfreund.de)
  • Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche wollen bei der Aufarbeitung der Verbrechen mitreden. «Wir sind es nach neun Jahren Missbrauchsmanagement leid», sagte der Betroffene Thomas Schnitzler bei einer Kundgebung der Opferinitiative «Missbit» am Donnerstag in Trier. «Die Aufarbeitung kommt überhaupt nicht voran. Man fühlt sich total ohnmächtig.» Zu einem Gespräch zwischen Ackermann und Betroffenen kam es nicht. «Er ist Gastgeber der Veranstaltung und dort eingebunden», sagte die Sprecherin des Bistums, Judith Rupp. Das Treffen im Priesterseminar mit knapp 200 Geistlichen aus dem Bistum Trier sei «nicht Teil der Aufarbeitung, die dann ohne Betroffene stattfindet. Das ist eine Info-Veranstaltung». Bischof Ackermann sei die Aufarbeitung unter Einbeziehung der Betroffenen «sehr wichtig», betonte die Sprecherin. Er habe sich in den vergangenen neun Jahren immer wieder mit Opfern zu Gesprächen getroffenen. (welt.de)

Mittwoch, 13. Februar 2019

Bistum Trier: Kritik an Bischof Ackermann - Missbrauchsopfer demonstrieren vor dem Priesterseminar in Trier


Die Betroffeneninitiative "MissBiT",  nimmt die Info-Veranstaltung des Bischofs zur MHG-Studie,  zu der ausschließlich Priester und Diakone eingeladen wurden, zum Anlass, auf den unsäglichen Umgang mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt in der Kirche sowie auf die mangelnde Aufarbeitung der Kirche hinzuweisen.


"MissBiT" ruft daher zu einer Kundgebung auf:

am Donnerstag, den 14. Februar 2019
um 12.00 Uhr vor dem Priesterseminar
Jesuitenstraße 13
Trier


Das Motto der Demonstration lautet:
 „Mauern des Schweigens einreißen – keine Aufarbeitung ohne Betroffene“


Der Titel der Veranstaltung weist darauf hin, dass bisher die Ergebnisse der eigenen Studie zum Missbrauch (MHG-Studie, Sept. 2018)  sich nicht im offiziellen Umgang mit den Betroffenen niederschlagen. Es fehlt nach wie vor an Aufarbeitung, an unabhängigen Missbrauchsbeauftragten, an Transparenz, an Verantwortungsübernahme, an angemessener Entschädigung, an Beteiligung der Betroffenen an der Aufarbeitung, an grundlegenden Veränderungen der begünstigenden Strukturen der Kirche – alles Forderungen, die die MHG Studie als unausweichlich genannt hat. Auf diesen Widerspruch zu öffentlichen Beteuerungen der Bischöfe wollen die Betroffenen von MissBiT hinweisen. 

Hinter der „Mauer des Schweigens“ geht die Verantwortungsverweigerung der Kirchenleitungen weiter.


MissBiT




Für Rückfragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:


Dr. Thomas Schnitzler, Trier, Kontakt: T_Schnitzler@gmx.de
Alois Wolf-Klasen, Gerolstein, Kontakt: aloiswolfklasen@gmail.com
Jutta Lehnert, Pastoralreferentin, Koblenz: Kontakt: jutta.ksj@gmail.com

  
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  • Sie kritisieren Bischof Ackermann, weil sie bislang nicht bei der Aufarbeitung der Missbrauchsstudie beteiligt wurden. Trotz mehrfacher Anfragen habe der Bischof bislang nicht mit den Opfern über die Studie der Deutschen Bischofskonferenz sprechen wollen, teilte die Missbrauchsinitiative "Missbit" mit. Daher hat sie am Donnerstagvormittag zu einer Demonstration vor dem Priesterseminar aufgerufen. Nach Angaben einer Sprecherin erleben viele dieselbe Ohnmacht, wie damals als Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester. In der wissenschaftlichen Arbeit waren mehr als 440 Missbrauchsopfer im Bistum Trier nachgewiesen worden. Bischof Stefan Ackermann trifft sich am Donnerstagvormittag hinter verschlossenen Türen mit den hauptberuflichen Priestern und Diakonen im Bistum, um über die Missbrauchsstudie zu informieren. Zu der Kritik der Missbrauchsopfer wollte er sich bisher nicht äußern. (swr.de)
  • Die Protestaktion stehe unter dem Motto „Mauern des Schweigens einreißen – keine Aufarbeitung ohne Betroffene“, sagte eine Missbit-Sprecherin unserer Zeitung. Die Trierer Opferinitiative Missbit kritisiert, dass es den Kirchenoberen nach wie vor an Transparenz und Verantwortungsübernahme fehle. Mit den Missbrauchsopfern habe es bislang keine Gespräche über die Ergebnisse der Studie gegeben. Nach Angaben von Bistumssprecherin Judith Rupp ist nicht geplant, dass sich Bischof Ackermann am Donnerstag mit den Demonstranten unterhält. Der Priesterrat tage den ganzen Tag, sagte sie unserer Zeitung. (volksfreund.de)

Sonntag, 10. Februar 2019

Bistum Trier: Ermittlungen gegen katholische Priester - Saar-Staatsanwaltschaft untersucht Missbrauchsverdachtsfälle

Der leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Michael Görlinger teilte der SZ jetzt auf Anfrage mit, dass ein Abgleich mit den von den Bistümern Trier und Speyer vorgelegten Listen von Missbrauchsverdachtsfällen im Saarland ergeben habe, dass „in 19 der dort aufgeführten Fälle Ermittlungsverfahren hier anhängig waren“. Görlinger sagte weiter: „Eines ist derzeit noch anhängig und nicht abgeschlossen.“ In einem Verfahren sei es zu einer Verurteilung gekommen, in einem zu einer Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage. Zwei weitere Verfahren seien „wegen Geringfügigkeit“ gemäß Strafprozessordnung eingestellt worden. Auch die übrigen 15 Ermittlungsverfahren wurden laut Görlinger vielfach wegen Verjährung eingestellt. 

Der saarländische Generalstaatsanwalt Günter Matschiner teilte der SZ auf Anfrage mit, dass die im September 2018 vorgestellte Studie der katholischen Bischofskonferenz „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ Anlass zu der Annahme gegeben habe, dass der Missbrauchs-Tatverdacht in einer größeren Zahl von Fällen bestehe, als den Strafverfolgungsbehörden bis dato bekannt war. 

Donnerstag, 7. Februar 2019

Bischof Ackermann: "Ich höre heute stärker Jesus Stimme in den Opfern. Bei Menschen, die so ohnmächtig waren, nehme ich eine besondere Nähe zu Jesus wahr."




 Irreführende Überschrift über dem Artikel / ca


  • "Kleriker haben Macht. Nur haben wir uns bisher gescheut, offen darüber zu sprechen."
  • "Ich bin hineingewachsen in das Thema Missbrauch, auch in die Verpflichtung gegenüber Betroffenen."
  • "Mir hilft eine Art Professionalisierung gegen die Abstumpfung."
  •  "Dass Loyalität zur Kirche auch heißen kann, kritisch zu sein, war uns Bischöfen zwar im Kopf klar, aber wir mussten es existenziell doch neu lernen. Das haben wir alle durchgemacht – in unterschiedlichen Geschwindigkeiten."
  • "Wir wollen unabhängig prüfen lassen, wie Bischöfe und andere Kirchenobere in der Vergangenheit ihre Verantwortung wahrgenommen haben oder auch nicht. Das wird uns über Jahre beschäftigen."
  • "In Deutschland stehen wir seit Jahren unter Druck. Und man muss ehrlich zugeben: Hätten Öffentlichkeit und Medien nicht diesen Druck ausgeübt, wären wir nicht soweit." 
  • Im Februar hat Papst Franziskus die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen nach Rom gebeten. Was wäre ein gutes Ergebnis des Treffens? Ackermann: "Wenn Papst Franziskus es mit seiner Autorität schafft, die Bischöfe zu verpflichten, sich dem Thema Missbrauch opferorientiert zu stellen."
  • Was haben Sie im Umgang mit Betroffenen gelernt? Ackermann: "Ich habe gelernt, Angst abzulegen vor dem Thema und vor Gesprächen, bei denen man vorher nicht weiß, wie das Gegenüber reagiert."
  • Hat die Aufgabe des Missbrauchsbeauftragten Ihren eigenen Glauben verändert? Ackermann: "Nicht den Glauben an sich, aber ich höre heute stärker Jesus Stimme in den Opfern. Bei Menschen, die so ohnmächtig waren, nehme ich eine besondere Nähe zu Jesus wahr." 
  • "Bisher übernimmt die Kirche mit ihrer Tradition die Beweislast für die Sinnhaftigkeit des Zölibats." 
  • "Im Übrigen bin ich der Überzeugung: Wenn der Zölibat einfach freigegeben wird, wird diese Lebensform verschwinden. Denn wer dann zölibatär lebt, kommt schnell in den Verdacht, dass bei ihm etwas „nicht stimmt“."



Mittwoch, 23. Januar 2019

Bistum Trier / Bistum Münster: ehemaliger Trierer Bischof Hermann Josef Spital gehörte als Generalvikar zu den Personalverantwortlichen im Fall Pottbäcker

Der Fall des 2007 verstorbenen pädokriminellen Kaplans und späteren Pfarrers Heinz Pottbäcker, der 1967 in Waltrop erstmals straffällig wurde, vorbestraft war, mehrfach therapiert und ermahnt und dann zwischen Münsterland (Bösensell, Rhede) Ruhrgebiet und Niederrhein verschoben und versteckt wurde, soll, glaubt man dem Bistum Münster, exemplarisch aufgearbeitet werden.

Wer wusste was? Wer hat Entscheidungen getroffen, versäumt oder sogar gezielt die Gefahr, die von Pottbäcker für Kinder und Jugendliche ausging, vertuscht? Aus den Personalakten geht nach Mitteilung von Bistumssprecher Stephan Kronenburg bislang lediglich die direkte Verantwortung des damaligen Generalvikars Reinhard Lettmann hervor, der Pottbäcker versetzte.

Zu den damaligen Personalveranwortlichen gehörte  aber  u.a. auch der ehemalige Trier Bischof Hermann Josef Spital, der 1969 zum Seelsorgeamtsleiter im Bischöflichen Generalvikariat Münster ernannt wurde, bevor ihn 1973 der Münsteraner Bischof Heinrich Tenhumberg zu seinem Generalvikar im Bistum Münster berief.

Von 1981 bis 2001 war Hermann Josef Spital Bischof von Trier.

wn.de



Donnerstag, 17. Januar 2019

Bistum Trier: Nach der MHG-Studie besteht im Bistum Trier in drei Fällen "Ermittlungsbedarf", in zwei weiteren Fällen wurden Nachfragen gestellt

Nach Angaben des Bistums Trier wurden seit 2010 insgesamt 75 Priester mit teils lange zurückliegenden Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. 33 leben noch. Die kirchenrechtlichen Strafen: Ein Priester wurde laisiert, drei aus dem Klerikerstand entlassen, sieben mit einem Zelebrationsverbot belegt.

Die Sichtung der Akten für die Missbrauchsstudie hat nach Angaben von Bistumssprecherin Judith Rupp keine neuen Fälle ergeben. Allerdings könne es sein, dass „aufgrund der Erkenntnisse aus der Studie und auf der Grundlage der externen Bewertungen durch die Staatsanwaltschaften in alten Fällen weitergehende Nachforschungen“ angestellt werden müssten. Dies werde noch geprüft.

Nach Angaben einer Sprecherin des Bistums Trier hat die Staatsanwaltschaft Koblenz bislang in drei Fällen Akten angefordert und in zwei Fällen Nachfragen gestellt, um eine genauere Prüfung vornehmen zu können.


volksfreund.de



Hintergrund: 

Die einzelnen Bistümer sollen zunächst "Listen" erstellen mit konkreten Angaben zu ihnen bekannten Missbrauchsfällen.  Diese Listen sollen dabei Informationen beinhalten, die für eine strafrechtliche Bewertung wichtig sind. Um welchen Vorwurf geht es konkret? Wann und wo hat sich die mutmaßliche Tat ereignet? Hat das Bistum den Fall schon bei den Ermittlungsbehörden angezeigt?

Aufgrund dieser Informationen prüfen die zuständigen Staatsanwaltschaften, ob Ermittlungen eingeleitet werden müssen oder nicht. Sollten sich aus den Angaben ein "Anfangsverdacht" und daraus resultierend Ermittlungen ergeben, bzw. sollten die Staatsanwaltschaften für die Beurteilung noch weitere Unterlagen benötigen, hat laut Staatsanwaltschaft u.a das Bistum Trier  zugesichert, alle für die Ermittlung notwendigen Akten zur Verfügung zu stellen – auch Akten aus Geheimarchiven.

Das Bistum Trier habe die vereinbarte Liste inzwischen schon vorgelegt. Nach Prüfung der Angaben sehe die zuständige Staatsanwaltschaft derzeit einen Ermittlungsbedarf in drei Fällen.


 hr.inforadio.de

Bistum Trier: Beschuldigter aus dem Bistum Mainz muss im Bistum Trier alle priesterlichen Tätigkeiten ruhen lassen und sich von Kindern und Jugendlichen fernhalten

Kirchliches Vorermittlungsverfahren gegen Ruhestandsgeistlichen aus dem Bistum Mainz

Trier/Mainz – Im Rahmen der Aufarbeitung der Personalakten nach der MHG-Studie wird zu einem Vorgang, der mehr als dreißig Jahre zurückliegt, ein kirchliches Vorermittlungsverfahren gegen einen Priester im Ruhestand des Bistums Mainz, der im Bistum Trier wohnt, eröffnet. Darüber hat das Bistum Mainz die Verantwortlichen im Bistum Trier informiert.

Der 2010 bekannt gewordene Sachverhalt wurde damals bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und eigenen Ermittlungen sah die Staatsanwaltschaft ab, weil das Verfahrenshindernis der Verjährung bestand. Dem Beschuldigten wird bis zum Abschluss des kirchlichen Voruntersuchungsverfahrens auferlegt, alle priesterlichen Tätigkeiten ruhen zu lassen und sich von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Diese Auflagen gelten auch im Bistum Trier. Die Verantwortlichen in der Pfarreiengemeinschaft, in der der Ruhestandsgeistliche lebt, wurden informiert.

bistum-trier.de


„Das wird jetzt quasi nachgeholt“
Der Sachverhalt sei 2010 bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden, zu strafrechtlichen Ermittlungen sei es wegen Verjährung aber nicht gekommen. Ein kirchliches Vorermittlungsverfahren sei damals nicht eröffnet worden, sagte der Sprecher des Bistums Mainz. Dies sei bei der Aufarbeitung der Personalakten nach der wissenschaftlichen Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche (MHG-Studie) festgestellt worden. „Das wird jetzt quasi nachgeholt“, sagte der Sprecher. (swr.de)

Sonntag, 13. Januar 2019

Fakten, die aus der MHG-Studie hervorgehen

Foto: ca

  • Das Forschungsprojekt hatte keinen Zugriff auf Originalakten der katholischen Kirche.
  • Die Beschuldigungen gegen 1670 Kleriker stellt nur eine untere Schätzgröße dar. 
  • Die Hälfte aller Fälle im Rahmen einer reinen Personalaktendurchsicht  wäre ohne die aktive Antragstellung der Betroffenen zu „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ nicht entdeckt worden. 
  • Zwangsläufig konnte die Zahl von Missbrauchsfällen im Analysezeitraum, zu denen keinerlei Akten oder Informationen mehr vorlagen, nicht ermittelt werden
  • Für den gesamten Untersuchungszeitraum von 1946 bis 2014 ist von einem Andauern des Missbrauchsgeschehens auszugehen.
  • Meldung an die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom erfolgte bei 14,0 Prozent der Beschuldigten 
  • Etwa ein Viertel aller eingeleiteten kirchenrechtlichen Verfahren endete mit keinerlei Sanktionen. 
  • Die Teilprojekte 1 und 6 erbrachten Hinweise darauf, dass für die Untersuchungen relevante Personalakten oder andere Dokumente zu früheren Zeiten vernichtet oder manipuliert worden waren. Die exakte Zahl vernichteter oder veränderter Akten konnte nicht ermittelt werden.
  • Bei 53,0% der Beschuldigten war nicht dokumentiert, dass ein kirchenrechtliches Verfahren wegen sexuellem Missbrauch Minderjähriger eingeleitet worden war. Bei 13,1 Prozent fehlten entsprechende Angaben. 
  • Bei 60,8% der Beschuldigten erfolgte keine Strafanzeige.
  • Der Anteil von Strafanzeigen durch Repräsentanten der katholischen Kirche betrug 19,4 Prozent. 
  • Meldung an die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom erfolgte bei 14,0 Prozent der Beschuldigten 
  • Etwa ein Viertel aller eingeleiteten kirchenrechtlichen Verfahren endete mit keinerlei Sanktionen.
  • Bei 25,6 Prozent der Beschuldigten fanden interdiözesane Versetzungen im Zusammenhang mit einem sexuellen Missbrauchsvorwurf statt; bei 18,3 Prozent der Beschuldigten fanden innerdiözesane Versetzungen im Zusammenhang mit einem sexuellen Missbrauchsvorwurf statt. Bei Beschuldigten, die ins Ausland wechselten, betrug der entsprechende Anteil 19 Prozent. 
  • Es fanden sich Hinweise darauf, dass die Mehrzahl dieser Versetzungen oder Wechsel nicht mit einer entsprechenden Information der aufnehmenden Gemeinde oder Diözese über die jeweilige Beschuldigung oder über die mit dem Wechsel verbundenen möglichen Risiken für Wiederholungstaten einherging 
  • Die exakte Zahl vernichteter oder veränderter Akten konnte nicht ermittelt werden.
  • Die Handhabung des Verfahrens über „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ fiel in den Diözesen sehr unterschiedlich aus. In einigen Diözesen hatte die Antragstellung bzw. der Kontakt zur jeweiligen Ansprechperson fast automatisch die Anerkennung des Antrags und Zahlung von Leistungen zur Folge. In anderen Diözesen betrug diese Relation dagegen im niedrigsten Fall nur 7 Prozent 
  • Eine Einzelleistung an einen Antragsteller erfolgte in Höhe von 370.000 €
  • Bei Kirchenverantwortlichen kann ein autoritär-klerikales Amtsverständnis dazu führen, dass ein Priester, der sexualisierte Gewalt ausgeübt hat, eher als Bedrohung des eigenen klerikalen Systems angesehen wird und nicht als Gefahr für weitere Kinder oder Jugendliche oder andere potentielle Betroffene. Dann kann die Vertuschung des Geschehens und die Schonung des Systems Priorität vor der schonungslosen Offenlegung entsprechender Taten gewinnen. Eine so verstandene Kirchenraison fördert Geheimhaltung, Vertuschung und ungeeignete Reaktionen wie die in Teilprojekt 6 ermittelten Versetzungs- oder Sanktionierungspraktiken, die eher dem Schutz der Institution und des Beschuldigten dienen und die Interessen der Betroffenen außer Acht lassen
  • Trotz der seit mehreren Jahren implementierten kirchlichen Präventionsprogramme waren jedoch im Jahr 2016 noch nicht alle Kleriker in den Diözesen entsprechend geschult. 
  • Die derzeitige Praxis einiger Diözesen, bei Missbrauchsbeschuldigungen gegenüber Klerikern sofort Strafanzeige zu erstatten und die Problematik damit vollständig an die staatliche Verantwortlichkeit zu delegieren, ist nicht ausreichend. Strafrechtliche Verfahren und Sanktionen entheben die katholische Kirche nicht der Verantwortung, die Interessen der Betroffenen zu wahren und zeitnah eigene Maßnahmen zu ergreifen. 
  • Beschuldigte Kleriker sehen nicht selten die Beichte als Möglichkeit, eigene Missbrauchsdelikte zu offenbaren. In einigen Fällen wurde der geschützte Bereich der Beichte von klerikalen Beschuldigten sogar zur Tatanbahnung oder -verschleierung benutzt. 
  • Aufgrund der verzögerten Rücksendung der Fragebögen aus einzelnen Diözesen, die sich bis ins Jahr 2017 hinzog, erfassten einige Diözesen in Einzelfällen auch Beschuldigte, deren Ersttaten in den Jahren 2015 und 2016 und somit nach Ende des eigentlichen Erfassungszeitraums stattfanden. Dies betraf acht Beschuldigte im Jahr 2015 und vier Beschuldigte im Jahr 2016. 
  • Je spezifischer eine Frage zum Missbrauchsgeschehen in den verschiedenen Fragebögen wurde, desto höher war die Zahl fehlender Angaben. 
  • Entgegen der ursprünglichen Annahme seitens des Forschungsprojekts, dass die Diözesen die Zahl der in ihrem Verantwortungsbereich zwischen 1946 und 2014 aktiven und im Ruhestand befindlichen Priester und Diakone sowie der mit Gestellungsauftrag in den Diözesen tätigen Ordenspriester benennen können, war diese Information von der Mehrzahl der Diözesen in der notwendigen Exaktheit nicht zu erhalten. Die verschiedenen, hierzu herangezogenen kircheninternen Datenquellen (Jahrbücher der Diözesen, Statistiken des VDD in Bonn, die auf der Grundlage jährlicher Meldungen der Diözesen beruhen, kirchliche Handbücher der betreffenden Jahre, jährliche Meldebögen der Priesterzahlen nach Rom usw.) wiesen teilweise entscheidende Lücken auf, folgten uneinheitlichen Definitionen oder wichen mit erheblicher Diskrepanz voneinander ab. Als Ergebnis ist deshalb festzuhalten, dass die exakte Kalkulation der im Untersuchungszeitraum des Forschungsprojektes tätigen Kleriker, d.h. der Anzahl der entsprechenden Personen, aufgrund unzulänglicher und widersprüchlicher Dokumentation in den Institutionen der katholischen Kirche in Deutschland und ihrer Diözesen nicht möglich war. 
  • Auf die Frage nach dem Aufbewahrungsort der Personalakten von Diözesanpriestern und hauptberuflichen Diakonen gaben alle 27 Diözesen des VDD an, sie bewahrten die Personalakten noch lebender Diözesanpriester und Diakone im Hauptberuf zentral auf. Das Gleiche gelte für verstorbene Diözesanpriester und Diakone. Im Verlauf der Studie und bei persönlichen Visiten der Diözesen vor Ort, zeigte sich jedoch, dass diese „offizielle“ Antwort relativiert werden musste. 
  • Die von einigen Diözesen bereits vor Beginn des vorliegenden Forschungsprojektes angestellten eigenen Voruntersuchungen hinsichtlich sexueller Missbrauchsfälle und die Praxis im Rahmen des Verfahrens zu „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfer sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“, Personalakten von Beschuldigten in Hinblick auf diese Anträge durchzusehen, hatte in einigen Diözesen zur Folge, dass Personalakten von beschuldigten Klerikern mehrfach in separaten Handaktenarchiven oder Orten außerhalb der Personalaktenarchive der Diözesen aufbewahrt wurden. Dies war ein Grund dafür, dass die Ermittlung der Gesamtzahl der für die Studie relevanten Personalakten schwierig war und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. 
  • Zusätzlich erschwerend war für die Bestimmung der Zahl durchzusehender Personalakten und der Beurteilung von deren Vollständigkeit, dass Aktenvernichtungen oder nachträgliche Aktenmanipulationen nicht auszuschließen waren bzw. aus einzelnen Diözesen explizit berichtet wurden 
  • Verbindliche Regelungen oder Anweisungen, dass verifizierte Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der Personalakte festgehalten werden müssen, hatten zum Untersuchungszeitpunkt sechs Diözesen (22,2%) erlassen. Zeitliche Angaben, wann diese Regelungen erlassen wurden, machten lediglich drei Diözesen. Diese Angaben bezogen sich auf die Jahre 2002, 2004 und 2010. Verdachtsfälle mussten in vier Diözesen (14,8 %) verbindlich in die Personalakte eingetragen werden. Auch hier bestanden den beiden einzigen diesbezüglichen Angaben zufolge, entsprechende Regelungen erst seit dem Jahr 2004 bzw. dem Jahr 2010. 
  • Hinsichtlich des kirchenrechtlich eindeutig geregelten Zugangs zum Geheimarchiv gaben 20 Diözesen (74,1 %) an, dass nicht nur der Bischof Zugang zum Geheimarchiv besaß. In vier Diözesen (14,8 %) hatte nur der Bischof Zugang, von drei Diözesen (11,1 %) fehlte die entsprechende Angabe 
  • Achtzehn Diözesen gaben an, Akten oder Dokumente hinsichtlich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker der Diözese zusätzlich oder alternativ zum Geheimarchiv an anderen Stellen aufzubewahren.
  • Aufgrund der in der öffentlichen Diskussion häufiger formulierten Hypothese der Manipulation oder Vernichtung von Dokumenten oder Akten, die auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger seitens katholischer Kleriker Bezug nahmen, wurde eine entsprechende Frage in die Erhebungsbögen von Teilprojekt 1 integriert. Aus zwei Diözesen erfolgte auf diese Frage hin die Angabe, dass in ihrem Bereich Akten oder Aktenbestandteile mit Hinweisen auf sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker in früherer Zeit vernichtet worden waren. Dreizehn Diözesen gaben an, dass eine frühere Akten- oder Aktenteilvernichtung unbekannt sei, aber auch nicht ausgeschlossen werden konnte. 
  • Insbesondere gab es keine standardisierten Verfahrensweisen, wie Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs in der Personalakte zu dokumentieren und wo entsprechende Informationen sonst noch aufzubewahren sind.  Insofern muss davon ausgegangen werden, dass Untersuchungen wie die vorliegende, die sich auf die Personalakten von Klerikern stützen, keinesfalls das Ausmaß des gesamten Sachverhalts im Untersuchungszeitraum widerspiegeln können. 
  • Es ist davon auszugehen, dass ein nicht bekannter, wahrscheinlich aber nicht unbedeutender Anteil von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Kleriker nicht in den Personalakten der jeweiligen Beschuldigten Niederschlag fand oder aus den Akten gelöscht wurde. 
  • Bei dem im Jahre 2010 vorgestellten und zügig implementierten Verfahren zu „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ handelt es sich um ein zentrales Instrument der katholischen Kirche, mit dem sie öffentlich sichtbar auf den Missbrauchsskandal in ihrem Bereich reagierte und mit dem Bischöfe und Ordensobere zum Ausdruck bringen wollten, dass sie „das Leid der Opfer sehen und das Unrecht der Täter verurteilen“ (DBK, 2011). 
  • Das Verfahren sah die subsidiäre Erbringung dieser Leistung vor, d.h. erstrangig sollte sie vom Beschuldigten persönlich erbracht werden. Erst im Falle einer Weigerung des Beschuldigten oder wenn dieser nicht mehr belangt werden konnte, sollte die zuständige kirchliche Körperschaft die Leistung gewähren. Dabei war an einen Regelbetrag in Höhe von 5.000 € pro Fall gedacht. Das Verfahren war an die Antragstellung der Betroffenen gebunden, eine aktiv zugehende Vorgehensweise seitens der katholischen Kirche war nicht vorgesehen. 
  • Das niedrigste Antragsaufkommen einer Diözese lag bei einem Antrag, die Diözese mit den meisten Anträgen hatte 120 Anträge insgesamt bzw. 95 Anträge, die sich auf Kleriker als Beschuldigte bezogen. 
  • Die Gesamtsumme der gewährten materiellen Leistungen belief sich nach den Angaben aus den einzelnen Generalvikariaten bis zum Erfassungszeitpunkt auf insgesamt 4.758.791 €. Allerdings beinhaltete dies nur die Zahlungen aus 26 Diözesen, da eine Diözese die entsprechende Angabe nicht geliefert hatte. 
  • Die Diözese mit den geringsten Leistungen zahlte 4.000 €, die Diözese mit den höchsten Leistungen 736.000 €. Bezogen auf die zum Erfassungszeitpunkt positiv beschiedenen Anträge betrug der Mittelwert der gezahlten Leistungen 4.571 € pro Diözese. Die an die jeweiligen Antragsteller ausgezahlten konkreten Geldsummen blieben deshalb unbekannt. 
  • Die Kriterien der Bewilligung oder Bemessung blieben unklar. 
  • Die Gesamtsumme der gewährten materiellen Leistungen aus der Analyse der Einzelfalldaten betrug bis zum Erfassungszeitpunkt 5.514.816 €. Auch hier waren Unterschiede zwischen den Diözesen festzustellen. Der Mittelwert pro Diözese betrug 196.957 € (Std.abw. = 187.073). Die Diözese mit den geringsten Leistungen zahlte nach dieser Berechnung 4.000 €, die mit den höchsten Leistungen zahlte 832.457 € aus. Bezogen auf die 869 Anträge, die zum Erfassungszeitpunkt in allen Diözesen positiv beschieden waren, ergab sich eine mittlere Summe von 6.346 € (Std.abw. = 12.873), die ein einzelner Betroffener im Rahmen des Verfahrens ausgezahlt bekommen hatte (vgl. Tab. 1.6). 
  • Allerdings waren dieser Mittelwert sowie die hohe Streuung bedingt durch eine Einzelleistung an einen Antragsteller in Höhe von 370.000 €, die weit über allen anderen ausgezahlten Summen lag und im statistischen Sinn als Ausreißer gewertet werden muss. Die niedrigste Einzelauszahlung an einen Antragsteller betrug 1.000 €. 
  • Auch die Mittelwerte der Einzelauszahlungen variierten von Diözese zu Diözese. Sie reichten von 3.000 € bis 9.000 €, die pro Diözese im Durchschnitt an einen Antragsteller ausgezahlt wurde. Damit unterschieden sich die mittleren Zahlungen für einen Betroffenen zwischen den Diözesen bis um das Dreifache. 
  • Angaben darüber, dass die Plausibilität der jeweiligen Beschuldigung im Rahmen des Antragsverfahrens geprüft worden war, lagen bei 856 der 924 Antragsteller vor. Bei 20 Antragstellern war keine Prüfung erfolgt. Bei 48 Antragstellern fehlte diese Information. In 860 Fällen erfolgte die Prüfung der Personalakte der Beschuldigten auf Hinweise hinsichtlich der von den jeweiligen Antragstellern erhobenen Beschuldigungen. 
  • Dabei fanden sich in den Personalakten von 214 Beschuldigten entsprechende Hinweise. In den Personalakten von 649 Beschuldigten (70,3 % der Antragsteller) fehlten entsprechende Hinweise. Keine Angaben hierzu wurden bei 61 Personalakten von Beschuldigten (6,6 % der Antragsteller) gemacht. 
  • Bei der Durchsicht von weiteren, die jeweiligen Beschuldigten betreffenden Akten oder Dokumenten, die in den Diözesen vorhanden waren, ergaben sich in 37,9 Prozent solcher Überprüfungen Hinweise auf die Plausibilität der entsprechenden Beschuldigung.
  • Bei gemeinsamer Betrachtung der Quellen, fanden sich in genau der Hälfte (50,0 %) der Antragstellungen bzw. der Beschuldigungen Hinweise auf die Plausibilität in den die jeweiligen Beschuldigten betreffenden Akten der Diözesen. 
  • Unbeabsichtigt ergab sich  ein möglicher Indikator für den Umfang des Dunkelfelds sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im vorliegenden Kontext. Für die methodische Vorgehensweise einer Personalaktendurchsicht hieße das, dass sich nur weniger als ein Viertel aller tatsächlichen Fälle sexuellen Missbrauchs mit dieser Methode finden ließen und drei Viertel der Fälle im Dunkel blieben. 
  • Die Qualifikation der Präventionsfachkräfte variierte stark. Es gab bis Ende 2014 wahrscheinlich keine verbindlichen Regelungen für Umfang und Inhalt der Qualifikationsmaßnahmen. Die Angaben zu den Qualifizierungsvoraussetzungen reichen von klar strukturierten Ausbildungsgängen (z.B. Schulung an vier Tagen à sieben Stunden) bis hin zu Angaben wie z.B. „große Erfahrung im Umgang mit Minderjährigen“.
  • Bis 2014 wurde lediglich in vier Diözesen Betroffenen die Möglichkeit eingeräumt, sich an der Präventionsarbeit zu beteiligen. 
  • Bis Ende 2014 hatten nicht in allen, sondern nur in einigen Diözesen alle aktiven Kleriker an Präventionsschulungen hinsichtlich der Thematik des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger teilgenommen. Angaben zur Dauer der Präventionsschulungen von Klerikern und nicht-klerikalen Mitarbeitern der diözesanen Einrichtungen reichten von einmaligen dreistündigen Modulen bis hin zu mehrtägigen Intensivschulungen.
  • Die Umsetzung der in der Theorie sehr gut klingenden Präventionskonzepte stößt in der Praxis auf erhebliche Schwierigkeiten.  Die Einrichtung und Umsetzung von Schutzkonzepten erscheint insbesondere in der territorialen Seelsorge bisher mangelhaft. Dies ist bemerkenswert, da dies der Bereich ist, in dem Missbrauchshandlungen durch Kleriker gehäuft auftraten.



Quelle: Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz", kurz: "MHG-Studie", Mannheim, Heidelberg, Gießen, 24.
September 2018

Dienstag, 1. Januar 2019

Bistum Trier - offener Brief an Bischof Ackermann zu seinen Äußerungen in der Silvesterpredigt 2018




 "Oft genug waren der verschwiegene Schmerz
 und die stille Enttäuschung der Opfer 
der Preis für das strahlende Bild von der Kirche:
 Ein hoher, ein zu hoher Preis.“

Bischof Ackermann, Silvesterpredigt 2018




Herr Bischof!



An erster Stelle gilt es festzuhalten, dass "der verschwiegene Schmerz und die stille Enttäuschung der Opfer" nicht in der Vergangenheit anzusiedeln sind. Wenn Sie an dieser Stelle das Präteritum als Zeitform wählen, bedeutet dies, dass Sie offensichtlich  davon ausgehen, der Schmerz und die Enttäuschung der Opfer gehöre der Vergangenheit an und sei abgeschlossen. 

Doch dem ist nicht so. - Im Gegenteil.

Unsereiner hat den sexuellen Missbrauch durch Priester im Bistum Trier überlebt.  Wir haben die Taten überlebt.  Doch nicht jeder Betroffene hat die Folgen der Taten überlebt.  Etliche von uns befinden sich seit dem Tatgeschehen im "Überlebensmodus", fernab von Lebendigkeit.  Einige von uns führen ein Leben in Ohnmacht und Starre. Beschädigt- und Ausgestoßensein. Die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein von damals erleben viele von uns heute immer noch.   - Besonders hervorgerufen durch Ihren Umgang mit uns Betroffenen. Manche sprechen von einer dauerhaften Retraumatisierung, andere von Ausweglosigkeit, die durch Ihren Umgang mit uns Betroffenen und durch Ihren Umgang mit der Thematik "sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche" im Allgemeinen ausgelöst wurde.  Entsetzen und Sprachlosigkeit herrschen auf unserer Seite. 

Einige von uns haben mehrjährige Therapien hinter sich, in denen es zum Beispiel darum ging, überhaupt den Lebenswillen wiederzufinden und nicht aufzugeben.  Manche von uns hatten Glück, und sie trafen auf einen Therapeuten, der ihnen weiterhelfen konnte.  Doch das Leben von vielen von uns ist weiterhin geprägt von Bindungsängsten, Beziehungsunfähigkeit,  Suchtproblemen, psychosomatischen Erkrankungen, ja,  bis hin zu schwersten Identitätsstörungen.  - Um nur einige Folgen zu nennen. Einige von uns beschreiben, dass sie schon lange nicht mehr "lebten". Sie existierten zwar, aber sie "lebten" nicht mehr.  

Beziehungen gingen und gehen auch heute noch in die Brüche, Familie zerbrachen und zerbrechen daran. Selbst die Beziehungen zu den eigenen Kindern leiden unter den Folgen der an den Eltern begangenen Taten.  

Aber auch die finanziellen Einbußen, die wir aufgrund der Verbrechen an uns erlitten, dürfen nicht verschwiegen werden. Viele von uns haben die Geschehnisse verdrängt bzw. abgespalten. Wir konnten zwar noch einen Beruf erlernen,  verfügen über hochqualifizierte Abschlüsse, doch viele von uns sind inzwischen weder berufs- oder arbeitsfähig. Als langfristige Folge der damals an uns begangenen Taten und: aufgrund des heutigen Umgangs mit uns.

Anstatt über die Betroffenen zu sprechen, sprechen Sie endlich mit ihnen! Fragen Sie nach, wie Sie ihnen helfen können. Ob durch Zuhören, sich Zeit für sie nehmen oder durch unbürokratische finanzielle Hilfen. Schauen Sie auf die einzelnen Schicksale der Betroffenen, deren Ursprung in dem sexuellen Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche liegt! -  Es waren nicht nur die Taten von damals, die uns Betroffenen in diese Situation brachten. Es ist auch der heutige Umgang der Verantwortlichen mit uns Betroffenen, der die Wunden nicht heilen lässt.  Die Verantwortlichen, zu denen auch Sie gehören. 

Nein, Herr Bischof, der "verschwiegene Schmerz" und die "stille Enttäuschung" der Opfer gehören gewiss nicht der Vergangenheit an.  Im Gegenteil. Sie sind bei manchen von uns aktueller denn je. Der "verschwiegene Schmerz" ist übrigens einer von den Schmerzen, die auch Ihnen gegenüber bislang verschwiegen blieben. Dieser "verschwiegene Schmerz"  verbirgt sich nämlich hinter einer jener Geschichten, die zum Teil noch gar nicht erzählt werden können, weil  viele Betroffene es selbst noch nicht  einmal ertragen würden, sie zu hören. - Geschützt durch die Psyche.   Nein, Herr  Bischof Ackermann, Sie sollten sich zukünftig nicht mehr anmaßen,  unsere Schmerzen, unsere Enttäuschungen und unsere Gefühle in Worte zu fassen und mit Attributen zu versehen, um sie dann noch zu predigen. 


Um es mit den Worten von Kafka zu formulieren: 



"(...)  Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, 
was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind 
und was weiß ich von den Deinen. 
Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, 
was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, 
wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich (...)"

Franz Kafka,1903



Der Preis,  den die Kirche für ihr strahlendes Bild bezahlte, waren übrigens wir Kinder, Herr Bischof. Der Preis war unser Lachen. Unser Vertrauen . Unsere Neugierde auf das Leben. Unsere Träume. Unsere Hoffnungen. - Mitunter unser Leben.

Ja, dieser Preis war zu hoch.




Claudia Adams






Sonntag, 30. Dezember 2018

Bistum Trier: Bilanz zum Jahresende



  • Seit 2010 meldeten sich beim Bistum Trier 140 Betroffene, die 75 Priester beschuldigten. Von den beschuldigten Priestern waren 42 bereits verstorben,  33 von ihnen leben noch (Stand: 09/2018). Laut Angaben des Bistums flossen diese Zahlen nicht in die MHG-Studie ein. 
  • Im Rahmen der MHG-Studie wurden im Bistum Trier 4.680 Personalakten ausgewertet.
  • Insgesamt wurden im Bistum Trier 148 Hinweise auf Beschuldigte gefunden.
  • Laut MHG-Studie gab es im Bistum Trier 442 Betroffene, von denen 252 männlich und 190 weiblich waren / sind. Diese Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 1946 - 2014.
  • Es gab 16 kirchenrechtliche Verfahren. Ein Priester wurde laisiert, zwei Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen (ein weiterer auf eigenen Antrag), sieben Priester mit einem öffentlichen Zelebrationsverbot belegt und in einem Fall hat die römische Glaubenskongregation ein gerichtliches Strafverfahren angeordnet. In weiteren Fällen wurden zeitliche Zelebrationsverbote oder Disziplinarmaßnahmen verhängt
  • Außerdem gab es 54 Verfahren vor staatlichen Gerichten, von denen 25 eingestellt wurden und 4 Verfahren mit Freispruch endeten. In 16 Fällen kam es zu Freiheitsstrafen.
  • Insgesamt gab es 104 Anträge auf Anerkennungsleistungen, 96 Anträge wurden bewilligt, in acht Fällen erkannte das Bistum Trier die Vorwürfe nicht als plausibel an. 
  • Das Bistum Trier hat bislang bei 12 Betroffenen rund 69.000 Euro an Therapiekosten bezahlt
  • Gezahlt wurden 475 500 Euro, im Schnitt keine 5.000 Euro pro Opfer.