Mittwoch, 19. Juli 2017

Bistum Regensburg: nach dem Abschlussbericht

"Es muss davon ausgegangen werden,
dass nahezu alle Verantwortungsträger 
zumindest ein Halbwissen



+++ wird ständig aktualisiert +++


23. Juli 2017
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig: "Spätestens seit dem Abschlussbericht über die Misshandlungen bei den Domspatzen frage ich mich, warum es einem Kurienkardinal so schwer fällt, im Angesicht von hundertfachen Gewalttaten an schutzlosen Kindern ein Wort der Entschuldigung und des Mitgefühls zu äußern. Es geht hier nicht um einen persönlichen Disput. Es geht mir allein darum, dass Betroffene sich wahrgenommen fühlen und eine Möglichkeit haben, für sich abschließen zu können." spiegel.de

23. Juli 2017:
Der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer schreibt in einem Hirtenbrief, dass ihn die Übergriffe mit Scham erfüllten. Weiter schreibt er, angesichts der Schilderungen der Opfer könne er nur in Demut um Entschuldigung bitten.

22. Juli 2017:
Und Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der DBK, schweigt.

22. Juli 2017:
Pfarrer Dr. Wolfgang Beck, "Das Wort zum Sonntag":  Es braucht die Bereitschaft von Bischöfen, die Strukturen klerikaler Macht und kirchlicher Intransparenz nachhaltig zu durchleuchten. Für diese Bereitschaft braucht es den Druck von Mitbürgern, braucht es die kritische und häufig als störend empfundene Öffentlichkeit. Gerade deshalb: Helfen Sie mit, dass dieser Druck nicht nachlässt!" daserste.de

22. Juli 2017:
Auch "Wir sind Kirche" vermisst eine Stellungnahme des Trierer Bischofs Stephan Ackermann, den die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) 2010 zum Missbrauchsbeauftragten ernannt hatte. Erstaunlich sei auch, dass sich der DBK-Vorsitzende, der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx, zu dem Bericht nicht geäußert habe, sagte Weisner."  augsburger-allgemeine.de

22. Juli 2017:
Der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Dr. Stephan Ackermann,  schweigt weiterhin

22. Juli 2017:
"Der öffentliche Druck zu den Missbräuchen in der katholischen Kirche müssten, anhalten, kommentierte Joachim Frank im Dlf: Ansonsten würden diejenigen, die immer noch nichts verstanden hätten, wieder Oberwasser bekommen - wie etwa der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation Gerhard Müller." Von Joachim Frank, deutschlandfunk.de

20. Juli 2017
Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftagter der DBK, schweigt weiterhin.

20. Juli 2017:
Der frühere Regensburger Bischof Müller sieht nicht ein, sich für die verschleppte Aufarbeitung des Domspatzen-Skandals zu entschuldigen  - und geht den Missbrauchsbeauftragten an.  Doch der lässt
nicht locker. spiegel.de

20. Juli 2017:
Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Dr. Stephan Ackermann hüllt sich weiter in Schweigen

20. Juli 2017:
Rechtsanwalt Ulrich Weber kritisiert,  Müller habe zu lange an einer Einzelfalluntersuchung festgehalten, statt das System der Gewalt insgesamt zu untersuchen. sueddeutsche.de

20. Juli 2017:
Kardinal Müller kritisiert  den Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber, der in den vergangenen zwei Jahren im Auftrag des heutigen Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer den Missbrauch untersucht hatte. Wenn Weber ihm nun aus der Rückperspektive und dem heutigen Kenntnisstand Vorhaltungen mache, könne er das nicht akzeptieren, sagte Müller: "Das entspricht nicht der Wahrheit." sueddeutsche.de

20. Juli 2017:
Kardinal Müller selbst sieht keinen Anlass für eine Entschuldigung seinerseits.  sueddeutsche.de

19. Juli 2017:
Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der DBK schweigt weiter.

19. Juli 2017:
Kardinal Müller fordert von Rörig eine Entschuldigung.  "Ich sehe keinen Anlass für eine Entschuldigung. Ich fordere Rörig auf, sich für die unwahren Behauptungen von Verschleppung zu entschuldigen und diese abzustellen."   welt.de

19. Juli 2017:
Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung fordert eine Entschuldigung von Kardinal Müller. „Es wäre den Betroffenen zu wünschen, dass er sich wenigstens jetzt für die verschleppte Aufarbeitung entschuldigen würde."  pnp.de

19.07.2017:
Jesuitenpater Hans Zollner: "Müller soll mit den ehemaligen Domspatzen sprechen, die Missbrauch erlitten haben. Die Opfer brauchen das Gespräch." radiovaticana.de

19.07.2017:
Kapellmeister Roland Büchner erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Georg Ratzinger: "Es herrschte ein System der Angst", sagte Büchner über die Zeit des Bruders von Papst Benedikt XVI. als Chorleiter der Domspatzen der Wochenzeitung "Die Zeit". "Das muss ans Licht, auch wenn es weh tut. zeit.de

19.07.2017:
Kardinal Müller: "Es trifft einfach nicht zu, dass wir in irgendeiner Weise bei der Verfolgung solcher Straftaten nachlässig gewesen sind oder aus mangelndem Arbeitseinsatz den Abschluss eines Prozesses verschleppt hätten", sagt er. "Das genaue Gegenteil ist der Fall."  spiegel.de

18.07.2017
Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Dr. Stephan Ackermann, schweigt.

18.07.2017:
Der Generalvikar des Bistums Regensburg,  Michael Fuchs: "Das Thema ist 2010 „nach bestem Wissen und Gewissen“ angegangen worden, was aber „in vielem auch mangelhaft“ gewesen ist. Wir haben alle Fehler gemacht, viel gelernt und sehen heute, dass wir früher manches hätten besser machen können“ radiovaticana.de

18.07.2017:
"Wir sind Kirche"  fordert die Regensburger Bistumsleitung auf, in gleicher Qualität wie den Aufklärungsprozess für die Domspatzen auch einen Aufklärungsprozess zu Fällen sexueller Gewalt durch Seelsorger in Gemeinden und anderen Einrichtungen im Bistum einzuleiten.  wir-sind-kirche.de






  • Georg Ratzinger, 2016: "Diese Kampagne ist für mich ein Irrsinn. Es ist einfach Irrsinn, wie man über 40 Jahre hinweg überprüfen will, wie viele Ohrfeigen bei uns verteilt worden sind, so wie in anderen Einrichtungen auch" sueddeutsche.de
  • Gerhard Ludwig Müller, 2010: Der Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche ist von den Medien aufgebauscht: "Sexueller Missbrauch von Kindern ist schreiendes Unrecht. Andererseits aber haben die Proportionen in der Berichterstattung nicht gestimmt. Kirchliche Mitarbeiter sind für 0,1 Prozent dieser Untaten verantwortlich. Aber es gab 70.000 Berichte zu Kirche und Missbrauch in den letzten vier Monaten." sueddeutsche.de 


Dienstag, 18. Juli 2017

Bistum Regensburg: Im Namen des Herrn: 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt, 67 Kinder zusätzlich auch Opfer sexueller Gewalt - Dunkelziffer liegt möglicherweise noch höher

"Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager": Ein Abschlussbericht zeigt das Ausmaß der Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen. Dort wurden deutlich mehr Kinder missbraucht, als bislang bekannt. Demnach wurden 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt, 67 Kinder zusätzlich auch Opfer sexueller Gewalt.

Gerhard Ludwig Müller, war wiederholt vorgeworfen worden, die Aufklärung behindert zu haben. Nach Bekanntwerden des Skandals hatte er gesagt, der Missbrauch durch Priester sei von Medien aufgebauscht worden.


den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen









Quelle: "br.de"

Montag, 17. Juli 2017

Bistum Trier / AKO Bad Godesberg: Missbrauchsopfer des Aloisiuskollegs kämpft gegen Verjährung - mutmaßlicher "Täter Nr. 2" war bis 2006 im Bistum Trier tätig und soll sich bereits schon am Jesuitenkolleg in Büren sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben



"(...) Der 2007 verstorbene zweite Jesuit war von 1952 bis 1955 Präfekt und von 1969 bis 1995 Lehrer am Ako. In der Zeit dazwischen soll er sich dem Zinsmeister-Aufklärungsbericht von 2011 zufolge „sexueller Übergriffe“ am Jesuitenkolleg Büren schuldig gemacht haben. Für seine Jahre am Ako verzeichnet der Bericht strafbare Körperverletzungen. (...) (Quelle: "general-anzeiger-bonn.de")                                   


 "(...) Er lebte wie auf der Überholspur des Lebens, sah die Arbeit und sprang hinein: sowohl von Koblenz aus, wo er zwei Jahre als Beichtseelsorger wirkte, wie seit 2001 von Trier aus, als er den deutschsprachigen Raum für die Gebetsmeinungen des hl. Vaters erschließen wollte (...)   Die Umsiedlung von Trier nach Köln im November 2006 hatte sein Bruder H.  übernommen (...)  (Quelle: "con-spiration.de", Nachruf, 2007) 

Quellen:
"volksfreund.de", "general-anzeiger-bonn.de", "con-spration.de", "jesuiten.org" (Zinsmeister-Bericht)


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Im Fall des Ex-Schülers des Aloisiuskollegs (Ako), der schwere Missbrauchsvorwürfe gegen zwei frühere Patres erhebt, hat die Bonner Staatsanwaltschaft frühere Angaben korrigiert: Der Betroffene habe sich seit November 2016 doch mehrfach an Strafverfolgungsbehörden gewandt, so Behördensprecher Sebastian Buß. Erst erstattete der Mann in seiner Heimatstadt Strafanzeige gegen die Jesuitenpatres, die ihn in den Jahren 1980 bis 1983 gemeinschaftlich missbraucht haben sollen. Einen dritten Pater zeigte er wegen gefährlicher Körperverletzung an.

Der Betroffene berichtet dem GA, er habe dem Ako Anfang 2010, als der Missbrauchsskandal ausbrach, die Taten schriftlich mitgeteilt, aber nie eine Antwort erhalten. Ako-Schulleiter Manfred Sieburg erklärt dazu, man wisse nichts davon, dass dieses Schreiben im Ako angekommen sei...



Sonntag, 16. Juli 2017

Bistum Trier / Solothurn: ehemaliger Trierer Priesterseminarist: "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

  • "Priester wegen sexuellem Missbrauch verurteilt – schon im Schwarzbubenland verhielt er sich komisch"
In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Doch bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Reinhard Hänggi betont, dass der Kirchgemeinderat damals über allfällige Belästigungen durch den aus dem Saarland stammenden Kaplan nachgeforscht habe. «Heute müsste man auf jeden Fall Ansprechpersonen für sexuelle Übergriffe über das ungewöhnliche Verhalten des Geistlichen informieren», sagt Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel. Als sich Ende der 1990er-Jahre die Geschehnisse zutrugen, sei die Sensibilisierung für möglichen Missbrauch aber noch nicht so gross gewesen wie heutzutage. 

  • "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag.


  • "Verurteilter Missbrauchstäter arbeitete in Erschwil als Kaplan"
Laut einem Bericht der «Schweiz am Sonntag» (16. Juli) war ein Priester, der 2002 in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, zuvor in der solothurnischen Pfarrei Erschwil als Kaplan tätig. Der damalige Kirchenratspräsident machte zwar seltsame Beobachtungen, aber nicht mehr. Auch wenn für den damaligen Kaplan von Erschwil für die Zeit in der Schweiz die Unschuldsvermutung gilt, gab es doch Anzeichen von unkorrektem Verhalten. So habe der Priester zugegeben, mit Ministranten von seinem Bett aus fern gesehen zu haben....

Rom / Regensburg: Die Anzeige gegen Kardinal Gerhard Ludwig Müller, die 2015 an den Vatikan gerichtet wurde






"Nachdem im Vatikan ein Gerichtshof eingerichtet wird, der auch über Bischöfe befinden soll, die sexuellen Missbrauch durch Priester vertuscht haben, bitte ich Sie, den unten geschilderten Sachverhalt auf eine (kirchen)strafrechtliche Verantwortung des derzeitigen Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Gerhard Müller zu prüfen und ggf. ein Strafverfahren gegen diesen einzuleiten. Als damaliger verantwortlicher Diözesanbischof von Regensburg hat er nichts zum Schutz von unschuldigen Kindern unternommen. 
Dem liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
1. Der Geistliche Peter K. (Name verkürzt, ca) wurde im September 2000 vom Amtsgericht Viechtach mit einem Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs an einem Kind zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten mit gleichzeitiger 3-jähriger Bewährungsfrist verurteilt. Während der Amtszeit des nunmehr verstorbenen Bischofs Manfred Müller in der Diözese Regensburg wurde der Verurteilte Kramer in die Pfarrei Riekofen versetzt. Die Eltern des missbrauchten Kindes in Viechtach versuchten bei der Diözese in Regensburg zu erreichen, dass der Geistliche nicht mehr mit Kindern in Berührung kommt. Dies lehnte die Diözese allerdings ab. Noch während der Bewährungszeit wurde der Geistliche in der Seelsorgearbeit der Pfarrei Riekofen tätig, mit der damit verbundenen Jugendarbeit. Ab dem 24.11.2002 übernahm Bischof Gerhard Ludwig Müller die Verantwortung in der
Diözese Regensburg...."

den vollständigen Text der Anzeige auf "AKR - Aktionskreis Regensburg" lesen

Samstag, 15. Juli 2017

Rom / Bistum Regensburg: Bereits im Jahr 2015 Anzeige wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch gegen ehemaligen Vorsitzenden der Glaubenskongregation und Regensburger Bischof, Gerhard Ludwig Müller

Die näheren Umstände der Ablösung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Präfekt der römischen Glaubenskongregation sind weiter ungeklärt. Nun wurde bekannt, dass gegen Müller Ende 2015 in Rom eine Anzeige wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch erstattet wurde. 

Die Ablösung von Kardinal Müller als Präfekt der Glaubenskongregation gilt als beispiellos. Von einem „Erdbeben im Vatikan“ war die Rede. In diesem Zusammenhang dürfte eine Anzeige gegen Müller wegen Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs nicht unbedeutend gewesen sein. Diese wurde Ende 2015 beim Kirchenanwalt (Promotor Iustitiae) des vatikanischen Strafgerichts eingereicht. In der viereinhalb DIN-A4-Seiten langen, penibel ausgearbeiteten Anzeige, die unserer Redaktion vorliegt, wird Müller beschuldigt, im Zusammenhang der Wiedereinsetzung des Geistlichen Peter K. seine Aufsichtspflicht verletzt zu haben.

Müller bestritt in der langjährigen öffentlichen Auseinandersetzung um den mehrfachen Wiederholungstäter K., die übrigens am Rande auch zu einer gerichtlichen gegen regensburg-digital führte, jedwedes Fehlverhalten seines Ordinariats und lehnte eine persönliche Verantwortung ab. 

Schon in der Anfangszeit als Bischof von Regensburg geriet Bischof Müller in der bereits erwähnten Causa Peter K. alsbald schwer unter Druck. Auch dass die Aufklärung der sexuellen und gewalttätigen Übergriffe in den Einrichtungen der Domspatzen (von anderen kirchlichen Einrichtungen gar nicht zu reden) eher verhindert als konsequent betrieben worden ist, dürfte an seinen Vorgaben und Entscheidungen gelegen haben.

Auch am Wirken Müllers als Präfekt gab es Kritik und grundlegende Zweifel. Der nun geschasste Glaubenspräfekt musste sich etwa öffentlich, und ohne dass dem irgendeine Konsequenz gefolgt wäre, nachsagen lassen, dass in der von ihm geleiteten Glaubenskongregation ein Missbrauchstäter sitze. 

Montag, 3. Juli 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Müller-Nachfolger Ladaria zeigte Missbrauchsfall nicht an


«Soweit möglich dafür  sorgen, dass der neue Status des laisierten Geistlichen keinen Skandal unter den Gläubigen verursacht."


Der neue Leiter der Römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, hat laut einem Medienbericht in einem Missbrauchsfall nachlässig gehandelt. Laut der italienischen Tageszeitung «Repubblica» (Montag) wusste der Spanier in seiner früheren Funktion als Sekretär der Glaubenskongregation vom Kindesmissbrauch durch einen italienischen Priester. Er zeigte diesen nicht bei der Staatsanwaltschaft an. Geistlichen aus der Stadt Foggia sei im Vatikan diskret der kirchenrechtliche Prozess gemacht worden. An dessen Ende stand die Höchststrafe (!),  also die Entlassung aus dem Priesterstand. In einem lateinischen Schreiben der Glaubenskongregation von 2012, das über die Laisierung des Priesters aufgrund des Missbrauchs informiert, heisst es laut «Repubblica», man solle «soweit möglich dafür zu sorgen, dass der neue Status des laisierten Geistlichen keinen Skandal unter den Gläubigen» verursacht.
Ex-Priester geriet wieder an Jugendliche

Die diskrete Behandlung des Falls durch das vatikanische Kirchengericht sowie das darauffolgende Stillschweigen des zuständigen Bischofs ermöglichten es dem verurteilten Ex-Priester offensichtlich, sich in einer neuen Rolle als Jugend-Fussballtrainer weiteren Minderjährigen sexuell zu nähern. Der Fall sorgte im Januar 2013 in der Region Apulien für erhebliches Aufsehen.

den vollständigen Artikel auf "kath.ch" lesen


Anmerkung ca: Vorsitzender (Präfekt) der Glaubenskongregation von 2012 bis 2017 war übrigens der ehemalige Regensburger Bischof, Gerhard Ludwig Müller ... 



  • Nicht "Null-Toleranz", sondern über 75%-Toleranz! Papst Franziskus hatte wiederholt behauptet, dass er und sein Vorgänger, Papst Benedikt, eine "Null-Toleranz"-Politik gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Kindern anwenden würden. Es hätte also dementsprechend viele Entlassungen aus dem Priesterstand geben müssen. Doch die Zahlen, die Papst Franziskus den Vereinten Nationen im Jahr 2014 vorlegte, zeigen, dass weniger als ein Viertel aller Priester, die Kinder sexuell missbrauchten, entlassen wurden....

Samstag, 1. Juli 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Müllers Nachfolger, dem Jesuiten Luis F. Ladaria, zur freundlichen Erinnerung




Quelle: Arbeitshilfen Nr. 246, "Aufklärung und Vorbeugung –Dokumente zum Umgang mit
sexuellem Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz", 2011

Rom: Kindesmissbrauch-Chefaufklärer: Papst trennt sich von Kardinal Müller



"Die Kirche verdeckt nichts", sagte Müller damals der italienischen Zeitung "La Repubblica". "In einigen Fällen kann es aus Ahnungslosigkeit passiert sein, aber nicht systematisch."


Kardinal Müller war fünf Jahre als Chef der Glaubenskongregation auch für die Aufklärung von Missbrauch in der katholischen Kirche zuständig. Eine zweite Amtszeit wird ihm der Papst nicht gewähren. Erst am Donnerstag hatte Pell nach Kindesmissbrauchs-Vorwürfen sein Amt vorübergehend niedergelegt und sich beurlauben lassen. Er wolle in seiner Heimat seine Unschuld beweisen, hatte der 76-jährige Australier gesagt. Dort war kurz zuvor ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchsverdachts gegen Pell als einen der ranghöchsten Kardinäle im Vatikan eingeleitet worden. 

den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen


  • Als Präfekt der Glaubenskongregation war Müller für die Aufklärung von Missbrauchsfällen zuständig. Papst Franziskus proklamierte nach den großen Skandalen von 2010 eine "Null-Toleranz-Politik" - Müller sprach von "Einzelfällen" und prangerte eine Pogrom-Stimmung gegen die Kirche an.
  • Während seiner Zeit als Bischof von Regensburg (2002 bis 2012) soll der Kardinal die Aufklärung des Missbrauchsskandals bei den Domspatzen verzögert haben. Er hat das stets bestritten.
  • Ein 2010 verhandelter Missbrauchsfall aus Riekofen schadete Müllers Reputation nachhaltig: Das Bistum hatte jahrelang verschwiegen, dass ein Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist. Nachdem er rückfällig geworden war, lehnte Müller eine Entschuldigung im Namen der Kirche ab und sagte: "Die Verantwortung für die Tat trägt der Täter."
  • Mary Collins, Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission und selbst Missbrauchsopfer eines irischen Priesters, trat vor wenigen Monaten von ihrem Amt zurück. Als Grund gab sie unter anderem einen "schändlichen Mangel an Zusammenarbeit" mit Kardinal Müller an. (Quelle: " Geschasster Kardinal Müller: Der Scharfmacher hat ausgedient", "spiegel.de")
  • Kindesmissbrauch-Chefaufklärer: Papst trennt sich von Kardinal Müller. Dem Vatikan und der katholischen Kirche wird immer wieder vorgeworfen, nicht hart genug gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Der deutsche Kardinal Müller sollte das ändern. Doch Papst Franziskus glaubt nicht mehr daran. ("n-tv.de")

Donnerstag, 29. Juni 2017

Bistum Regensburg: Anklage gegen Ex-Pfarrer wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern - Vermindert schuldfähig wegen Triebanomalie?

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf hat heute gegen einen 53-jährigen Ex-Pfarrer Anklage erhoben. Ihm werden unter anderem mehrere Sexualdelikte vor allem an Kindern vorgeworfen.

Die Missbrauchstaten wurden im Raum Mainz, in Österreich, Italien, der Schweiz und Polen sowie im Landkreis Deggendorf begangen. Die Auslandstaten konnten schnell aufgeklärt werden. Einzelheiten zu den einzelnen Missbrauchstaten, die rechtlich in einer Vielzahl von Fällen als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zu qualifizieren sind, können aus Opferschutzgründen und mit Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht der zur Tatzeit minderjährigen Geschädigten nicht genannt werden, so die Staatsanwaltschaft.

Wohl vermindert schuldfähig

Der Angeschuldigte hat laut Staatsanwaltschaft nur einzelne, wenige Missbrauchstaten gestanden. Ein forensisch-psychiatrisches Sachverständigengutachten geht derzeit davon aus, dass der 53-Jährige wegen Triebanomalie bei Begehung der Missbrauchstaten vermindert schuldfähig war und von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Deshalb will die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.

Montag, 26. Juni 2017

Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): Nach Verjährung keine Ermittlungen nach Vergewaltigungsvorwürfen am Bonner Ako

Die Bonner Staatsanwaltschaft wird neue Vergewaltigungsvorwürfe am Bad Godesberger Aloisiuskolleg nicht verfolgen. Zum einen seien die mutmaßlichen Straftaten dreier Jesuitenpatres verjährt. Zum anderen habe der Geschädigte sich bewusst nicht den Strafverfolgungsbehörden gegenüber geäußert. Am Wochenende waren die neuen Vorwürfe gegen die katholische Einrichtung bekannt geworden.

Der mittlerweile 47-jährige betroffene Ex-Schüler hatte sich dem "Eckigen Tisch", einem Verein der Geschädigten des Aloisiuskollegs anvertraut. Er gab an, in den achtziger Jahren von zwei Jesuitenpatres vergewaltigt und von einem dritten schwer misshandelt worden zu sein. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um Fälle, die bisher noch nicht aktenkundig geworden waren. 

den vollständigen Artikel auf "wdr.de" lesen


  • "Erneut schwerer Vorwurf gegen Aloisiuskolleg Bonner Schüler von Jesuiten vergewaltigt?" Erneut muss sich die Staatsanwaltschaft mit Missbrauchs-Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Bonner Aloisiuskolleg befassen. Wie der Eckige Tisch Bonn auf seiner Homepage mitteilt, hat sich ein ehemaliger Schüler gemeldet, der angibt, während seiner Schulzeit im Aloisiuskolleg zwischen 1980 und 1983 mehrfach Opfer schwerer sexueller Gewalt geworden zu sein. ("ksta.de")


sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Zweiter Aufarbeitungsversuch des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester gerät ins Stocken




Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester gerät ins Stocken. Es ist nicht das erste Problem des Projekts.

Eigentlich wollten die Forscher Ende 2017 die Ergebnisse vorlegen – nun wurde die Frist für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche bis September 2018 verlängert. „Aufgrund des Umfangs und auch der Komplexität ist dieser Schritt notwendig.“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom Montag.
Die katholische Kirche hatte sich mit dem Zugang zu den internen Akten, die über den sexuellen Missbrauch „durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ Aufschluss geben sollen, lange schwer getan. Ein erstes Forschungsprojekt mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer war gescheitert, weil dieser der Kirche vorwarf, seine Forschung zensieren und kontrollieren zu wollen.

den vollständigen Artikel auf "derwesten.de" lesen

Freitag, 23. Juni 2017

Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): "Neue Dimension der Vergehen"


Quelle: "www.aloisiuskolleg.de"


  • Neue Missbrauchsvorwürfe an Bonner Jesuitenschule: Erneute Vorwürfe am Aloisiuskolleg in Bonn: Ex-Schüler berichtet laut Agenturbericht von sexuellem Missbrauch zwischen 1980 und 1983 ("wdr.de")
  • Aloisiuskolleg Bad Godesberg: Ex-Patres am Aloisiuskolleg wird Vergewaltigung vorgeworfen ("general-anzeiger-bonn.de")


Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): neue Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs durch mehrere Jesuitenpatres

Berlin, 23.06.2017. Beim ECKIGEN TISCH BONN, dem Verein der Geschädigten des Aloisiuskollegs e.V. hat sich ein Betroffener (geboren 1970) gemeldet, der angibt während seiner Schulzeit im Aloisiuskolleg 1980-83 als Kind mehrfach Opfer schweren sexuellen Missbrauchs insb. durch zwei Jesuitenpatres (und gefährlicher Körperverletzung durch einen dritten Pater) geworden zu sein.

Bei den namentlich benannten Missbrauchstätern handelt es sich in der Darstellung zum einen um den ehemaligen Internats- und Schulleiter der wohl in Tatgemeinschaft mit einem anderen Jesuitenpater das Kind nackt fotografierte, bis zur Ohnmacht würgte und inklusive Penetration vergewaltigte habe. Der andere Jesuitenpater zum anderen, der Lehrer am Ako war, sei dabei zugegen gewesen und habe das Kind danach ebenso vergewaltigt.

den vollständigen Artikel auf "eckiger-tisch-bonn.de" lesen

Freitag, 16. Juni 2017

Bistum Trier: Verhalten von Bischof Ackermann und seinem Bistum löst bei Gläubigen Entsetzen und Unverständnis aus




"Sie dürfen versichert sein,

dass Herr Bischof und die Personalverantwortlichen des Bistums 
um ihre Verantwortung wissen und sie auch wahrnehmen." (!)

(Zitat aus dem Antwortschreiben des Bistums, Juni 2017)
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Viele Freisener Gläubige fordern mehr Rückendeckung für Pfarrer Hanno Schmitt, der seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer öffentlich angefeindet wird und gar Drohbriefe erhält.

"Doch das Verhalten und das permanente Schweigen des Bistums zu all den Anfeindungen gegen Pastor Schmitt" löse bei vielen Gläubigen Entsetzen und Unverständnis aus. 

Die internen Ermittlungen gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs sind nach wie vor nicht abgeschlossen. Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung heißt es aus der Pressestelle des Bistums Trier: "Die kirchenrechtliche Untersuchung läuft intensiv; wir gehen momentan davon aus, dass sie im Laufe des Sommers zum Abschluss gebracht werden kann."


Freitag, 9. Juni 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg: Diözese Würzburg sah bei Anstellung des ehemaligen Trierer Priesterseminaristen keinen Grund nachzufragen - Anzeige erfolgte erst nach Weitergabe privater Rechercheergebnisse an die Medien

Hätte die Diözese Würzburg schon 2000 bei Anstellung eines Priesters Verdacht schöpfen müssen und wäre so möglicherweise ein Missbrauch 2002 in einer kleinen Rhöngemeinde verhindert worden? Diese Fragen stellen sich viele, nachdem bekannt wurde, dass das Bistum den heutigen Ruhestandspriester wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hat.

Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg erfuhr erstmals in den vergangenen Wochen von dem möglichen Missbrauch Anfang der 1990er Jahre. Nach eigenen Recherchen und der Konfrontation des Priesters mit dem Vorwurf erstattete Generalvikar Thomas Keßler schließlich Anzeige.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg: Diözese zeigt Ruhestandspriester wegen sexuellen Missbrauchs an - Beschuldigter Priester stammt aus dem Bistum Trier und wurde bereits verurteilt


Das Bistum Würzburg hat einen 55-jährigen Ruhestandspriester bei der Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen angezeigt. Dieser Missbrauch soll Anfang der 1990er Jahre in Österreich passiert sein. Dort war der Priester damals Mitglied einer Ordensgemeinschaft.

Wegen Missbrauchs in den Ruhestand versetzt

Der 55-Jährige stammt nicht aus dem Bistum Würzburg und wurde 1996 in Rumänien zum Priester geweiht. Der Mann lebte in den 1990er Jahren in einer Ordensgemeinschaft in einem österreichischen Kloster. 2000 kam er in das Bistum Würzburg. Der Geistliche war bis 2002 als Pfarradministrator im Bistum Würzburg eingesetzt. Dort kam es 2002 zu sexuellem Missbrauch, den der Priester selbst anzeigte. Der Würzburger Bischof entband ihn daraufhin von seinen Aufgaben. Ein Amtsgericht verurteilte den Priester wegen dieses Tatgeschehens im Jahr 2002 unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Außerdem entschied die römische Glaubenskongregation, dass der Priester nach Abschluss einer Therapie nicht wieder in der ordentlichen Seelsorge eingesetzt wird.

den vollständigen Artikel auf "br.de" lesen



"Der Anfang liegt im Erzbischöflichen Collegium Marianum in Neuss. Der damalige Direktor sagt, er habe über den Mann ein Gutachten für den Übergang zum Priesterseminar in Trier geschrieben. Es sei nicht gut ausgefallen. Recherchen Heibels zufolge hat dann Mitte der 1980er Jahre der Regens erklärt, dass der Mann aufgrund des Gesamteindrucks seiner Persönlichkeit für das Amt des Priesters nicht geeignet sei. Der so Abgeurteilte ging nach Österreich und wurde dort in einem großen Kloster aufgenommen. Er sei damit seiner Entlassung aus dem Priesterseminar zuvorgekommen, so der Trierer Regens, und: Das Kloster hätte sich nie bei ihm erkundigt, warum der Mann das Seminar vorzeitig verließ."

den vollständigen Artikel auf "mainpost.de" lesen

Mittwoch, 17. Mai 2017

Bistum Hildesheim: Staatsanwaltschaft Hildesheim kritisiert scharf das Bistum

Transparenz wird zum Dilemma

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat das Vorpreschen des Bistums wegen eines möglichen Missbrauchfalls an der katholischen Marienschule am Mittwoch scharf kritisiert. Das Bistum hatte gestern unter anderem bekanntgegeben, dass neben den kirchlichen Ermittlungen auch ein Verfahren der Anklagebehörde gegen den unter Verdacht stehenden Lehrer eingeleitet worden sei. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sei es nicht hilfreich für die Ermittlungen, wenn Betroffene und deren Umfeld Kenntnis von einer Strafanzeige hätten, bevor die Polizei zu Vernehmungen vorgeladen habe, sagte die Sprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Christina Pannek, NDR Kultur.

Doch die Diözese steckt nach der zögerlichen Informationspolitik bei früheren Missbrauchsvorwürfen offenbar in der Klemme. Offenbar wollte das Bistum unbedingt den Eindruck vermeiden, dass man aus früheren Fällen nichts gelernt habe ....

den vollständigen Artikel auf "ndr.de" lesen

Dienstag, 16. Mai 2017

Bistum Hildesheim: Prävention auf katholisch - Präventionsbeauftragte nach aktuellem Missbrauchsvorwurf: "Kein Anlass, die Strategie zu überdenken. Wir überprüfen uns sowieso ständig"






"Damit ein Kind nicht zu zehn Erwachsenen gehen muss, bis einer zuhört, sondern vielleicht nur zu drei."
„Wir schulen alle hauptamtlichen Mitarbeiter und alle Ehrenamtlichen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, erklärt deren Leiterin Jutta Menkhaus-Vollmer. Es gehe vor allem darum, aufzuklären, wo sexueller Missbrauch beginnt, und mehr Sensibilität für das Thema zu schaffen. „Damit ein Kind nicht zu zehn Erwachsenen gehen muss, bis einer zuhört, sondern vielleicht nur zu drei. (...) Auch gelte es, Mitarbeiter sensibler für Anzeichen eines sexuellen Missbrauchs zu machen – sowohl bei Tätern als auch bei Opfern – und sie zu ermuntern, anzusprechen, wenn jemand sich nicht korrekt verhält. Anlass, aufgrund des aktuellen Falles ihre Strategie zu überdenken, sieht sie nicht. „Wir überprüfen uns sowieso ständig.“





Bistum Hildesheim: Stellungnahme des Bistums zu erneutem Missbrauchsvorwurf



"Das Bistum Hildesheim hat gegen einen Lehrer der Hildesheimer Marienschule Strafanzeige gestellt, der sexuelle Übergriffigkeit gegenüber einer jugendlichen Schülerin zugegeben hat.
Der Pädagoge wurde vom Unterricht suspendiert und fristlos entlassen. Außerdem darf er die Schule nicht mehr betreten.
Die Eltern der Schülerin informierten die Schulleitung in der vergangenen Woche über den Missbrauch. Der zuständige Direktor der Hauptabteilung Bildung im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, PD Dr. Jörg-Dieter Wächter, lud den Lehrer daraufhin unverzüglich vor. Im Gespräch mit Wächter gab der Mann zu, sexuell übergriffig geworden zu sein.
Das Bistum hat der Jugendlichen und ihren Eltern umfassend Hilfe angeboten. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen wird die Diözese keine weiteren Angaben zu diesem sexuellen Missbrauch machen.
„Dass trotz intensiver Präventionsarbeit eine Jugendliche an der Marienschule Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden ist, schockiert und bestürzt mich“, sagt Bischof Norbert Trelle."

Quelle: "bistum-hildesheim.de" 

Bistum Hildesheim: erneut Missbrauchsvorwurf an katholischer Schule in Hildesheim

Missbrauch an katholischer Schule in Hildesheim?

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat Ermittlungen wegen eines möglichen Missbrauchsfalls an der katholischen Marienschule in Hildesheim aufgenommen. Es gebe einen Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der "Hildesheimer Allgemeinen Zeitung". Demnach soll sich ein Lehrer an einer Schülerin vergangen haben.

Das Bistum hat den Pädagogen mittlerweile fristlos entlassen und mit einem Hausverbot für die Marienschule belegt. Außerdem wurde Strafanzeige erstattet. Der Mann soll bei einem Gespräch mit dem Bistum bereits eingeräumt haben, "sexuell übergriffig" geworden zu sein. Die Eltern hatten sich in der vergangenen Woche bei der Schulleitung gemeldet, nachdem ihre Tochter sich ihnen offenbart hatte. Bislang unbekannt ist, wie alt das Mädchen ist und ob es sich um einen oder mehrere Vorfälle gehandelt haben soll.

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Lehrer gesteht sexuellen Übergriff
Hildesheim (dpa/lni) - Nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an einer Schülerin hat das Bistum Hildesheim einen Lehrer eines katholischen Gymnasiums fristlos entlassen. Das teilte der Sprecher des Bistums, Volker Bauerfeld, am Dienstag mit. «Wir haben Strafanzeige gestellt. Er darf die Schule nicht mehr betreten.» Die Eltern hätten die Schule letzte Woche informiert. Der Mann habe gestanden. «Dass trotz intensiver Präventionsarbeit eine Jugendliche an der Marienschule Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden ist, schockiert und bestürzt mich», sagte Bischof Norbert Trelle. Zunächst hatte die «Hildesheimer Allgemeine Zeitung» berichtet.

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Dienstag, 9. Mai 2017

Bad Godesberg / AKO: nach mutmaßlich erneutem sexuellen Übergriff: "Die Katholische 'Self-Made-Aufarbeitung' ist gescheitert" - Mutmaßlicher Täter verfasste Präventionsleitfaden selbst mit

"... Augenscheinlich haben es der Schulträger, der Jesuitenorden und die Verantwortlichen am AKO, entgegen vollmundiger Bemühungen, wieder nicht vermocht Übergriffe auf Schutzbefohlene von diesen fernzuhalten. Ursachen hierfür sehen wir im Unvermögen/Unwillen, sich einer wirklichen, weltlichen und externen Überprüfung – auch des Ordens – zu unterwerfen und daraus die richtigen Schlüsse für eine sichere Schulumgebung zu ziehen und umzusetzen.
Katholische Self-Made-Aufarbeitung (u.E. ein Widersprich in sich) ist gescheitert. Im vorliegenden Fall hat, unseres Wissens nach, der mutmaßliche Täter den Präventionsleitfaden des AKO mitverfasst, für dessen schnelle Vorlage noch 2010 man sich dort gefeiert hatte
Eine Bigotterie besonderen Ausmaßes sehen wir in dem Umstand, dass, nach den uns vorliegenden Informationen, der beschuldigte Lehrer mehrere Tage vor dem Festakt zur Verabschiedung des Rektors am 27. April 2017 suspendiert wurde. Im Beisein des Bonner Oberbürgermeisters, des Kölner Weihbischofs, des Jesuiten Provinzials, des Paters Klaus Mertes (!) und weiterer ranghoher Jesuiten, Eltern, Lehrern, Schülern, Pressevertretern, etc. und Missbrauchsbetroffener wurde keinerlei öffentlicher Bezug auf den aktuellen Fall hergestellt bzw. dieser bekanntgegeben. Hingegen wurde bei dem Anlass, wie auf der Website des AKO (bis heute ohne Stellungnahme zum neusten Skandal) zu lesen ist: „Besonders seine Bemühungen um die Aufarbeitung des Missbrauchs im Aloisiuskolleg und seine Dialogbereitschaft mit den Betroffenen (…) hervorgehoben. (...)
          zur vollständigen Stellungnahme "Eckiger Tisch Bonn"  
  • Polizei bestätigt Anzeige gegen Lehrer /  Der Betroffenenverein Eckiger Tisch Bonn hat wegen des neuen mutmaßlichen Missbrauchsfalls am Aloisiuskolleg (Ako) in Bad Godesberg den Dialog mit der Schule abgebrochen. Er fordert nun Konsequenzen. ("general-anzeiger-bonn.de")
  • Stellungnahme des AKO: "Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen – und nur deshalb  – haben wir uns entschieden, zu den Hintergründen der Trennung vorerst Stillschweigen zu bewahren." direkt zur Stellungnahme des AKO
  • Erzbistum Köln / Bad Godesberg: sexuelle Übergriffe am AKO nehmen kein Ende - neuer Fall von Missbrauch an katholischer Jesuitenschule / Bad Godesberg: Am Aloisiuskolleg (Ako) in Bad Godesberg hat es Mitte April offenbar einen sexuellen Übergriff durch einen Mitarbeiter gegeben. Wie Dirk Schneemann, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf GA-Anfrage bestätigte, habe das Kolleg der Schulaufsicht mitgeteilt, dass sich ein Lehrer einer solchen Tat schuldig gemacht habe. Die Frage, ob das Kolleg Strafanzeige gegen den Mann gestellt habe und weshalb, ließ Siebner unbeantwortet. Nach GA-Informationen soll Mitte April ein Lehrer einer Schülerin gegenüber übergriffig geworden sein. In einem Rundschreiben an die Eltern bittet das Ako zum Schutze der Persönlichkeitsrechte aller dringend um Diskretion. Das Ako ist seit 2010 mit der Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchstaten aus Jahrzehnten zuvor beschäftigt. Der Betroffenenverein Eckiger Tisch Bonn erklärt zu dem neuen Tatvorwurf: "Wir fühlen mit den möglichen Opfern von sexueller Gewalt. Wir sind schockiert und fragen uns, wie gerade hier mutmaßlich weitere Menschen geschädigt werden konnten." ("general-anzeiger-bonn.de")

Donnerstag, 4. Mai 2017

Bistum Trier: Ackermann, Bätzing, Marx und der heikle Fall im Bistum Trier









von links nach rechts: Georg Bätzing, ehemaliger Generalvikar im Bistum Trier und heutiger Bischof von Limburg; Stephan Ackermann, "Missbrauchsbeauftragter" der DBK, seit 2009 Bischof von Trier,  und Reinhard Marx, von 2002 - 2009 Bischof von Trier, heute Kardinal von München-Freising, u.a. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz / (ca)
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Missbrauch in der Kirche: Sein Pfarrer soll ihn missbraucht haben. - Aber er kann es nicht beweisen.
Wie soll die Kirche mit einem mutmaßlichen Täter umgehen, der mehrfach angezeigt, aber nie verurteilt wurde? Der heikle Fall im Bistum Trier.

Im Frühjahr 2006 kauft Michael W. eine Prepaidkarte, um den Priester Otmar M. telefonisch anzuzeigen. W. will unerkannt bleiben, er hat Angst. Was, wenn am Ende Aussage gegen Aussage steht? Wenn sich das Blatt wendet und der Pfarrer ihn wegen Rufmords anzeigt und er, das Opfer, als Täter dasteht? Michael W. wählt die Nummer der Pressestelle des Landeskriminalamtes in Saarbrücken. Am Telefon beschuldigt er Priester Otmar M., ihn seit 1998 mehrfach sexuell belästigt zu haben. Er erzählt seine ganze Geschichte, nennt Orte, Namen, kommt ins Reden – und verplappert sich. Sein Plan, anonym zu bleiben, geht schief. Die Frau am Telefon versichert ihm, die Zuständigen zu informieren. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer M. ein. Wenige Monate später wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt.

Sieben weitere Male ist Pfarrer M. seitdem bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden.  Die Vorwürfe reichen von illegalem Waffenbesitz bis zum schweren sexuellen Missbrauch einer Grundschülerin. Zu einer Anklage ist es nie gekommen. Alle Verfahren wurden inzwischen von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken eingestellt – das letzte Anfang April 2017.

Marx hatte von den Ermittlungen gewusst. In einer Sitzung der Personalkommission des Bistums informierte ihn der damalige Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Prälat Rainer Scherschel, mündlich über die Einstellung des Verfahrens. In welchem Umfang die Information damals erfolgte und ob der Bischof von der Aussage des Pfarrers gegenüber der Polizei wusste, ist nicht mehr nachzuvollziehen. In einer Stellungnahme des Bistums heißt es heute: "Es trifft zu, dass aufgrund dieser Unterrichtung der Bischof und der Generalvikar weitere Untersuchungen nicht für erforderlich hielten."

2013 war der damalige Trierer Generalvikar Georg Bätzing, der heute Bischof in Limburg ist, verantwortlich.

Das Bistum Trier, das momentan seine kircheninternen Ermittlungen abschließt, will den Fall gegenüber der ZEIT nicht kommentieren. Zu den seit Juli 2016 laufenden Ermittlungen sagt Otmar M.: "Davon weiß ich bisher nur aus dem Fernsehen." Zum fünften Mal wird er verdächtigt, ein Kind sexuell missbraucht zu haben. Alles frei erfunden, erklärt M. ...

Bistum Trier: Kardinal Marx sieht Versäumnis in Missbrauchsskandal „leider erst im Nachhinein“

Kardinal Marx, 
hier ein Archivbild aus Fulda vor einigen Jahren 
während der Bischofskonferenz in Fulda - (Bildquelle: osthessen-news.de)


Die Kirche, er selbst eingeschlossen, habe zu wenig wahrhaben wollen, was Priester jungen Menschen antun können. Das Verhalten der katholischen Kirche sei den leidvollen Situationen der Opfer nicht immer angemessen gewesen. „Für mich persönlich möchte ich ausdrücklich festhalten, dass ich heute und leider erst im Nachhinein erkenne, dass ich intensiver hätte nachfragen müssen“, sagte Marx.

Anlass der Äußerung ist laut „Zeit“ der Fall eines heute 32-jährigen Manns, der als Heranwachsender vom Priester seiner katholischen Gemeinde im Saarland mehrfach missbraucht wurde. Kardinal Marx war damals, im Jahr 2006, Trierer Bischof und damit auch zuständig für das Saarland.

Zur Verurteilung des Priesters kam es nicht. Die Vorwürfe waren bereits verjährt, als das mutmaßliche Opfer den Geistlichen anzeigte. Nach Aussagen des Opfers nahm das Bistum damals keinen Kontakt zu ihm auf. Sieben weitere Male war der Priester angezeigt worden. Alle Verfahren wurden eingestellt. 

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Mittwoch, 3. Mai 2017

Bistum Trier / Freisen: Marx räumt "Versäumnisse" als ehemaliger Trierer Bischof ein


Reinhard Kardinal Marx, ehemals Bischof von Trier, 
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 
(picture alliance/dpa - Matthias Balk)

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hat Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt.

Für die Kirche und für ihn selbst sei es ein schmerzhafter Lernprozess gewesen, vor allem und in allem von der Perspektive der Opfer her zu denken und zu handeln, sagte Marx der Wochenzeitung "Die Zeit". 
Man habe zu wenig wahr haben wollen, was Priester jungen Menschen antun könnten. 

Marx äußerte sich auf Anfrage der "Zeit" zum Fall eines Mannes, der als Heranwachsender von einem Priester im Saarland mehrfach missbraucht wurde. Damals war Marx der zuständige Ortsbischof.




Samstag, 22. April 2017

Bistum Münster: Zweites Verfahren gegen Priester eingestellt

Lohne/Münster Die Ermittlungen gegen einen Priester aus Lohne (Kreis Vechta) wegen des Verdachts auf den Besitz jugendpornografischer Schriften sind eingestellt worden. Es habe sich „kein hinreichender Tatverdacht“ ergeben, bestätigte die Erste Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker, am Freitag.

Die Dateien auf dem beschlagnahmten Computer des zunächst Verdächtigen seien gelöscht gewesen, dann aber wiederhergestellt worden, so die Staatsanwältin. Einige wenige Bilder darin hätten möglicherweise als jugendpornografisch gelten können. Allerdings sei das Alter der abgebildeten Menschen nicht einzuschätzen gewesen. Es könne sich auch um Volljährige handeln, so dass die Bilder „legal“ gewesen seien, hieß es.

Gegen den Priester waren zuvor bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen sexuellen Missbrauchs geführt worden. Auch dieses Verfahren war eingestellt worden.

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Donnerstag, 13. April 2017

Bistum Trier: Viertes (!) Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen Pfarrer von Freisen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat ihr viertes Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer M. eingestellt. Sie hatte zuletzt den Verdacht auf Missbrauch eines Kindes geprüft.

Der Fall um den Freisener Pfarrer M. soll über 20 Jahre zurückliegen und wäre somit verjährt. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits in drei weiteren Missbrauchs-Verdachtsfällen gegen den Priester ermittelt und die Verfahren ebenfalls eingestellt.

Für den katholischen Geistlichen ist die Affäre damit aber nicht abgeschlossen. Das Bistum Trier ermittelt in zwei Verdachtsfällen kirchenintern gegen ihn. Das sehen die kirchlichen Leitlinien so vor. Der 63-Jährige hat seit rund einem Jahr Kontaktverbot zu Minderjährigen und darf keine Messe feiern. Seit 2015 lebt er in Rheinland-Pfalz.

Von den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen wusste auch der damalige Trierer Bischof und heutige Kardinal Reinhard Marx.

Donnerstag, 6. April 2017

Deutschland/ Schweiz: Selbst nachdem der Täter den sexuellen Missbrauch gestand, erfolgte durch den ehemaligen deutschen Apostolischen Nuntius weder eine Strafanzeige noch wurde ein kanonisches Verfahren eingeleitet

"Also, dann wissen Sie, was zu tun ist"

Darauf angesprochen, wie es möglich war, dass Allaz weiterhin als Priester amten konnte, schreibt der heute 78-jährige Périsset auf Anfrage von kath.ch: «Sobald Pater Joël zugegeben hatte, dass er den kleinen Daniel sexuell missbraucht hatte, habe ich dem Regionaloberen der Westschweizer Kapuziner gesagt: ‘Also, dann wissen Sie, was zu tun ist'». 

Eine Versetzung des Täters nach Grenoble (F) fand tatsächlich statt. Dies geschah innerhalb von drei Tagen, in Absprache zwischen Mamie und Gervais Aeby, dem damaligen Provinzial der Kapuziner, der noch im selben Jahr tödlich verunglückte. 

Doch Allaz war in  Frankreich weiterhin pastoral tätig  und es kam hier zu weiteren sexuellen Übergriffen.

Es wurde jedoch weder eine Strafanzeige erstattet, noch ein kanonisches Verfahren eingeleitet.  Die Taten von Joël Allaz seien noch nicht einmal genauer untersucht worden, hält die Untersuchungsrichterin fest

Die Untersuchungsrichterin hält die Frage dennoch für legitim, ob sich die oben erwähnten Verantwortlichen damit der Begünstigung schuldig gemacht haben. Gemäss Artikel 305 des Strafgesetzbuches ist es strafbar, eine Person der Strafverfolgung zu entziehen. Weil dieses Vergehen jedoch nach sieben Jahren verjährt, stellte sich diese Frage schon 2008 nicht mehr.

Denn das Versäumnis von Périsset, für eine wahrscheinliche Straftat keine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet zu haben, sei kirchenrechtlich nicht als Straftat einzustufen. Bonnemain weist darauf hin, dass erst seit einem Jahr Bischöfe, die eine solche Abklärung unterlassen, kirchenrechtlich belangt werden können.

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  • Daniel Pittet: «Der Vergewaltiger ist nach wie vor Priester»:  Während vier Jahren wurde der Freiburger Daniel Pittet als Ministrant von einem Priester vergewaltigt. Der heute 58-jährige Familienvater hat darüber ein Buch geschrieben.  Das Buch «Mon Père, je vous pardonne» von Daniel Pittet ist beim Französischen Verlag «Edition Philippe Rey» erschienen. Auf Anfrage erklärte der Verlag, man sei daran zu überprüfen, ob es eine deutschsprachige Übersetzung geben wird, man «gehe aber davon aus». ("Quelle: kath.ch")

Mittwoch, 5. April 2017

Rom: Papst besetzt Schlüsselposten gegen Missbrauch neu

Im Vatikan ist eine Schlüsselposition für die Ahndung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche neu besetzt worden: Papst Franziskus berief den irischen Priester John Joseph Kennedy zum neuen Leiter der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation, wie der Vatikan am Dienstag mitteilte.

Ende 2016 war bekannt geworden, dass der Papst drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Angaben von Gründen und gegen den Willen von deren Präfekt, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, entlassen hatte. Laut unbestätigten Medienberichten soll einer von ihnen angeblich ein Mexikaner gewesen sein. Ob es sich hierbei um den Leiter der Disziplinarabteilung handelte, ist nicht bekannt.

Erzbistum Berlin: Pädophiler Pater R. muss sich dem Kirchengericht stellen

Jesuiten-Lehrer Peter R. soll allein am Berliner Canisius-Kolleg mehr als 100 Schüler missbraucht haben. Die katholische Kirche arbeitete seine Verbrechen nie konsequent auf. Das soll sich nun ändern.

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  • Verfahrensaufnahme zu Missbrauch am Canisius-Kolleg: Sieben Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchstaten am Berliner Canisius-Kolleg hat das Hauptstadt-Erzbistum nun ein Verfahren gegen den Beschuldigten eingeleitet und sucht nach Zeugenaussagen. Der Priester und ehemalige Jesuitenpater Peter R. sei von zahlreichen Personen beschuldigt worden, sie als Minderjährige in den Jahren 1970 bis 1988 sexuell missbraucht zu haben, heißt es auf der Internetseite des Erzbistums.

Sonntag, 2. April 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Im Jahr 2017 (!) stellt sich der Vatikan die Frage, in welcher Form Briefe von Missbrauchsopfern beantwortet werden könnten


Zollner: „Betroffene von Missbrauch, aber auch Leute, die etwas von Missbrauchsopfern wissen, schreiben an verschiedene Stellen im Vatikan, alle möglichen Stellen werden da angeschrieben. Es kommen Briefe beim Staatssekretariat an, bei der Ordensleutenkongregation, auch bei der Glaubenskongregation, aber auch in anderen Büros oder anderen Dienststellen. Sehr viele kommen mittlerweile auch direkt zum Büro unserer Kinderschutzkommission.  Die Frage ist dann erstens: Wie kann man antworten? Wer soll antworten? Und was soll geantwortet werden?  (...)  
Die sprachliche Schwierigkeit ist da ja auch schon gegeben. Das fließt natürlich mit ein, dass zunächst mal eine entsprechende Reaktion – eine Eingangsbestätigung kommt, aber darüber hinaus kann sich die Glaubenskongregation sicherlich nichts leisten. (...)
Wir sehen das Problem, dass manche Bischöfe halt nicht entsprechend reagieren und dass sich dann Betroffene an verschiedene Stellen des Vatikans wenden in der Hoffnung, dass hier war geschieht. Was hier geschieht – das kann ich Ihnen schon auch sagen – ist das, was menschenmöglich ist: Die Glaubenskongregation ist viel zu wenig personell ausgestattet, das sind viel zu wenig Leute (...)."

das komplette Interview von Radio Vatikan mit dem Jesuiten Pater Hans Zollner auf "radiovaticana.va" lesen

Montag, 27. März 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Der Rechtsschutz fehlt"


Florin: " Bei Straftaten, wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern: Das ist ein weltliches Verbrechen, für das es eine weltliche Strafe gibt. Warum da die Paralleljustiz? Oder nicht zumindest eine Anzeigepflicht, dass die Kirche da nicht nur ihr eigenes Recht geltend machen kann, sondern auch sagen muss: Da respektieren wir weltliches Recht?Warum da die Paralleljustiz? Oder nicht zumindest eine Anzeigepflicht, dass die Kirche da nicht nur ihr eigenes Recht geltend machen kann, sondern auch sagen muss: Da respektieren wir weltliches Recht?" 

Demel: "Das sollte sie ja eigentlich auch. Denn dieses kirchliche Recht oder die kirchliche Rechtsordnung versteht sich immer als subsidiäre Rechtsordnung, die nur dann einschreitet oder regelt, wenn das weltliche Recht nicht hinreichend oder gar nichts dazu regelt oder gar nichts regeln kann. Wenn man jetzt beim sexuellen Missbrauch – ich würde lieber "sexuelle Gewalt" sagen -, wenn wir das anschauen, dann hat eigentlich die Kirche von der Idee her das genau eingehalten (?, Anmerk. ca) – die Frage war nur, wie die Amtsträger damit umgegangen sind. Wenn Sie in das kirchliche Gesetzbuch hineinschauen, dann gibt es eigentlich keinen Straftatbestand 'Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige', sondern es ist eine Regelung, die sehr kompliziert formuliert ist. - Und da ist unter anderem auch sexueller Missbrauch gegen Minderjährige als Verletzung der Zölibatspflicht geahndet. Das ist genau eigentlich der Hintergrund. Die katholische Kirche sagt: Sexueller Missbrauch wird durch das weltliche Recht geregelt. Das verlangt dann aber auch, dass die kirchlichen Amtsträger jedes Anzeichen einer solchen Tat auch der weltlichen Strafrechtbehörde melden. Da ist eigentlich das Vergehen. Zusätzlich sagt die katholische Kirche, ist da noch eben etwas, was spezifisch unsere Rechtsgemeinschaft betrifft, eben die Zölibatsverletzung." 


Die Gesetze der katholische Kirche"Der Rechtsschutz fehlt"

Vor 100 Jahren erschien der Codex Iuris Canonici, das Gesetzbuch der katholischen Kirche. Es regelt die Rechte und Pflichten der Gläubigen, den Zugang zu Ämtern und die Details der Ehe. 1983 wurde es modernisiert, modern ist es nicht. Weder Gewaltenteilung noch Grundrechte sind vorgesehen. Was soll diese Paralleljustiz? Ein Gespräch mit der Kirchenrechtlerin Sabine Demel.



Bistum Hildesheim: Aufruf zur Mitteilung von Vorwürfen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim



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Bistum Hildesheim: mutmaßlich Betroffene des ehemaligen Bischofs Heinrich Maria Janssen und des pensionierten Priesters Peter R. gesucht

In Bezug auf Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Bistum Hildesheim startet das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München heute einen Aufruf an mögliche Opfer.
Menschen, die sexualisierte Übergriffe durch den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen oder den pensionierten Priester Peter R. während ihrer Tätigkeit im Bistum Hildesheim erlitten oder davon Kenntnis erlangt haben, werden gebeten, sich beim IPP München zu melden. Peter R. war von 1982 bis 1989 als Dekanatsjugendseelsorger in Göttingen und anschließend von 1989 bis 1997 in der Gemeinde Guter Hirt in Hildesheim, von 1997 bis 1998 in der Gemeinde St. Christophorus in Wolfsburg und von 1999 bis 2003 in der Gemeinde St. Maximilian Kolbe in Hannover tätig.
Darüber hinaus sind auch Hinweise darauf wichtig, wie das Bistum Hildesheim mit anderen (Verdachts-)Fällen sexualisierter Gewalt umgegangen ist. Das IPP München untersucht im Rahmen einer Gutachtenerstellung gegenwärtig vor allem die Missbrauchsvorwürfe gegen Janssen und Peter R.
Alle Angaben und Daten werden streng vertraulich behandelt und nach Abschluss des Gutachtens gelöscht. Meldungen können über die E-Mail-Adresse Aufruf@ipp-muenchen.de oder im Zeitraum vom 27.03.2017 bis zum 13.04.2017 von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr unter der Telefonnummer 0152/34 70 68 30 abgegeben werden.Die Mitarbeiter des IPP verfügen über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit von sexualisierter Gewalt betroffenen Menschen, können aber keine umfangreiche psychosoziale Beratung oder Begleitung leisten.
Zu diesem Zwecke besteht eine Kooperation mit mehreren (nichtkirchlichen) auf sexualisierte Gewalt spezialisierte Beratungsstellen auf dem Gebiet des Bistums Hildesheim. Diese Beratungseinrichtungen sind über den Aufruf informiert und auf entsprechende Anfragen vorbereitet. Betroffene Menschenerhalten bei Bedarf vom IPP die Kontaktdaten der Einrichtungen.
Das IPP ist ein unabhängiges sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in München und steht in keinem Abhängigkeitsverhältnis oder Interessenkonflikt mit der katholischen Kirche. Es verfügt über umfassende Erfahrungen in der Aufarbeitung von Missbrauchs- und Misshandlungsfällenu.a. in kirchlichen Einrichtungen.
Weitere Informationen zum IPP, zum Gutachtenauftrag und dem damit verbundenen Aufruf können unter http://www.ipp-muenchen.de/ bzw. http://www.ipp-muenchen.de/texte/2016_hildesheim.pdf abgerufen werden.

Quelle: "bistum-hildesheim.de"

Mittwoch, 22. März 2017

Frankreich: In den letzten Jahren deckten 25 Bischöfe, von denen noch fünf im Amt sind, systematisch 32 Priester. Mutmaßliche Anzahl der Opfer: 339. - Die Bischofskonferenz verweigert eine Fernsehdebatte zum Thema Missbrauch.

In den letzten Jahren deckten 25 Bischöfe, von denen noch fünf im Amt sind, systematisch 32 Priester. Mutmaßliche Anzahl der Opfer: 339. Die Französische Bischofskonferenz verweigert eine Fernsehdebatte zu diesem Thema.

direkt zum Artikel auf "lemonde.fr" 

Pédophilie dans l'Eglise : "le poids du silence"


Die Französische Bischofskonferenz sollte an einer Fernsehdebatte zum Thema Missbrauch teilnehmen. Doch sie lehnte ab. Begründung: "Die Journalisten respektierten ethische Standards nicht und die Sendung beschäftige sich mehr mit Anschuldigungen als dem Willen zur Erklärung, heißt es in der Pressemitteilung der Bischofskonferenz."

Quelle: "katholisch.de"

Irland: "Die Wahrheit lässt sich nicht mehr verbergen"

"Was wir Ihnen jetzt zeigen müssen,  ist nicht einfach zu ertragen. Es ist eine Geschichte, die deutlich macht, was passieren kann, wenn religiöse Moralvorstellungen über allem stehen und eine machtvolle Kirche dem Staat ihre Prinzipien diktiert. Die Geschichte ist ein schwarzer Fleck auf der „Grünen Insel“.

Es gab eine Zeit, da wollte Irland das katholischste Land der Welt sein. Kinder, deren Mütter nicht verheiratet waren, galten als Schande: Sie kamen ins Heim, mussten dort unfassbare Bedingungen erdulden - wenn sie überhaupt überlebt haben. Mysteriöse Massengräber haben in Irland länger schon zu Nachforschungen geführt, jetzt kommt jahrzehntelanger Horror ans Licht: Die Wahrheit lässt sich nicht mehr verbergen.

Die katholische Kirche hat schnelle Wiedergutmachung versprochen.  Abgesehen davon, dass man fragen kann, ob das überhaupt geht, wartet ein Entschädigungsfond seit Jahren darauf,  dass die betroffenen Orden ihren Anteil bezahlen. Vertreter der Kirche rechtfertigen dies so: "Es gibt eben ein Problem, weil der Wert der Kirchenimmobilien durch die Eurokrise gelitten habe."

Quelle: ZDF, "heute-journal" (21.03.2017)


(ab Minute 17.05)

Freitag, 10. März 2017

Bistum Würzburg: Missbrauchsbeauftragter hört auf

Der Missbrauchsbeauftragte der Diözese Würzburg, Strafrechtsprofessor Klaus Laubenthal, teilte dem Bischof mit, dass er seine Tätigkeit beendet. 

Klaus Laubenthal hat laut Angaben des Bistums Bischof Friedhelm Hofmann und Generalvikar Thomas Keßler am Mittwoch schriftlich mitgeteilt, dass er auf eigenen Wunsch zum 18. März seine Tätigkeit als Ansprechpartner für Opfer sexuellen Missbrauchs beendet. Gründe für seine Entscheidung habe er nicht genannt.

Freitag, 3. März 2017

Bistum Würzburg: Warum ließ Bischof Hofmann nach (!) Abschluss des kirchenrechtlichen Verfahrens ein weiteres Gutachten über die Beschuldigende einholen - und dies, ohne Alexandra W. darüber zu informieren?

Die Pressemitteilung, die auch auf der Bistums-Homepage nachzulesen ist, weist auf einen bislang öffentlich nicht bekannten Aspekt hin: auf ein zweites aussagepsychologisches Gutachten. 

Zum zweiten Gutachten von Max Steller gibt es allerdings mehrere Fragen: Dürfen Unterlagen nach Abschluss eines kirchenrechtlichen Verfahrens willkürlich aus der Akte herausgenommen und einem Gutachter übergeben werden? Wurde Alexandra W. darüber informiert? Hat sie ihr Einverständnis dazu gegeben? Warum wurde ein weiteres Gutachten eingeholt?

Wäre dieses Vorgehen auch nach weltlichem Recht möglich? Dazu gibt Professor Klaus Laubenthal Auskunft – nicht in seiner Funktion als externer Missbrauchsbeauftragter der Diözese Würzburg, sondern als renommierter Strafrechtler.

Er sagt: „Wenn das weltliche Ermittlungsverfahren eingestellt ist, dann kommt es nicht in Betracht, dass die Ermittlungsbehörde – ohne Kenntnis der beschuldigenden Person – ein neues aussagepsychologisches Gutachten über sie erstellen lässt.“ Dazu müsste man das Ermittlungsverfahren wieder aufnehmen. Denn, so Professor Laubenthal, „die Erstellung eines Gutachtens zu einem möglichen strafrechtlich relevanten Vorwurf ist ja Teil des strafprozessualen Ermittlungsverfahrens“.

Überhaupt sei es verwunderlich, „dass ein Gutachten nach Aktenlage erstellt wurde, ohne zuvor das Opfer angehört zu haben, das unter anderen über die Medien erklärt hat, aussagebereit zu sein“. Zudem, so fügt Professor Laubenthal hinzu, wäre es in einem weltlichen Ermittlungsverfahren nicht ausgeschlossen, dass dort auch ein Gutachten über den Beschuldigten eingeholt wird.

Was kirchenrechtlich also offenbar möglich ist, ist nach weltlichem Recht nicht möglich.

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