Freitag, 27. Februar 2015

Kloster Ettal: "Wenn die Täter die Taten bestritten, sei dies stets gleichbedeutend mit dem Vorwurf der Lüge an die Adresse der Opfer."

Der Münchner Rechtsanwalt Thomas Pfister sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), ein großes Problem bei Sexualstrafverfahren sei die Unehrlichkeit der Täter. Wenn sie die Taten bestritten, sei dies stets gleichbedeutend mit dem Vorwurf der Lüge an die Adresse der Opfer. Ein ehrlich gemeintes Geständnis müsse eigentlich zum Prozessauftakt abgelegt werden. "Sonst liegt der Verdacht nahe, dass es nur taktisch motiviert ist, um einer Haftstrafe ohne Bewährung zu entgehen", sagte der Strafverteidiger.

Der Verein Ettaler Missbrauchs- und Misshandlungsopfer hält die vom Landgericht München II dem geständigen Pater G. zugesagte Bewährungsstrafe für problematisch. Aus Sicht von Missbrauchsopfern sei es keine Strafe, "wenn jemand nicht einmal eine Woche ins Gefängnis muss", sagte der Vereinsvorsitzende Robert Köhler.


Kloster Ettal: "Wir sind selbst äußerst enttäuscht, dass Pater G. uns über einen so langen Zeitraum hinweg die Wahrheit verschwiegen hat."

Kloster Ettal über Missbrauchs-Geständnis entsetzt

Die Benediktinerabtei Ettal hat sich entsetzt über das späte Missbrauchs-Geständnis eines ihrer ehemaligen Präfekten und Religionslehrers geäußert. «Dass die Opfer über die erlittenen Übergriffe hinaus so viele Jahre auf Gerechtigkeit warten mussten und sogar einem langwierigen Verfahren ausgesetzt waren, erschüttert uns und tut uns zutiefst leid», erklärte Abt Barnabas in der Nacht zum Freitag. Der 44-jährige angeklagte Pater hatte bei Prozessbeginn sexuelle Handlungen an vier Internats-Schülern noch bestritten, sich aber am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht während der Vernehmung eines Opfers überraschend bei diesem entschuldigt.

den vollständigen Artikel auf "schwaebische.de" lesen




Ettaler Pater gesteht Missbrauch - Bewährungsstrafe zugesagt

Ex-Benediktiner gestand, in mehr als 20 Fällen sexuelle Übergriffe gegen drei 12- bis 15-jährige Schüler verübt zu haben.

Überraschende Wende im Ettaler Missbrauchsprozess: Nach der Zusage einer Bewährungsstrafe durch den Richter hat der angeklagte Benediktinerpater G. (44) am Donnerstag vor dem Landgericht München II ein umfassendes Geständnis abgelegt. 

Bistum Trier / Admont: "Dem Bistum sind keine Missbrauchsvorwürfe bekannt, die sich auf die Dienstzeit des damals sehr engagierten und anerkannten Seelsorgers im Bistum Trier beziehen"

"Betreff: Adhoc: Verfahren gegen Ordensmann in Österreich
Wichtigkeit: Hoch

Sehr geehrter Herr Bischof, sehr geehrte Herren Weihbischöfe, sehr geehrter Herr Generalvikar, sehr geehrter Herr Dompropst, sehr geehrter Herr Offizial, sehr geehrte Damen und Herren der Leitungskonferenz, sehr geehrte Führungskräfte, sehr geehrte Dechanten, sehr geehrte Dienst- und Fachstellenleiter, sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der GesamtMAV, sehr geehrte Mitglieder des Kirchensteuerrates,

anbei eine für die interne Kommunikation, für Sie und Ihre Kommunikation mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern relevante Information mit der Bitte um Beachtung und Weitergabe:
  • Das Bistum Trier hat durch Medienberichte von Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Ordensmann aus dem österreichischen Benediktiner-Stift Admont erfahren. Der Betroffene war vor seiner Inkardination in den Benediktinerorden Trierer Bistumspriester. Er war aufgrund einer persönlichen Entscheidung seit dem 1. August 2009 – vor Beginn seines Noviziats in Admont – von seinem Dienst als Priester im Bistum freigestellt. Mit seiner Ewigen Profess am 17. August 2013 wurde er aus der Diözese Trier entlassen und in die Gemeinschaft des Benediktinerstiftes Admont inkardiniert. Damit ist er zugleich aus dem Presbyterium der Diözese Trier ausgeschieden.
Dem Bistum sind keine Missbrauchsvorwürfe bekannt, die sich auf die Dienstzeit des damals sehr engagierten und anerkannten Seelsorgers im Bistum Trier beziehen. Eine Rückkehr des Betroffenen ins Bistum Trier ist nicht vorgesehen.

Mit Gruß und Dank

xxx

Bischöfliches Generalvikariat Trier
Kommunikation und Medien
Interne Kommunikation"


Zum Hintergrund auf "steiermark.orf.at"


berechtigte Frage: Warum ist der Priester im aktuellen "Schematismus" dann weiterhin im Bistum Trier als inkardiniert aufgeführt? 

Jemanden, gegen den Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs geführt werden, als "Betroffenen" zu bezeichnen, klingt zudem absurd.




Mittwoch, 25. Februar 2015

Erzbistum Köln / Erftstadt (13): "Mein Standpunkt" - Werner Becker nimmt Stellung zu den Vorfällen in Erftstadt


"Mein Standpunkt" aus dem Kölner Stadt Anzeiger von Prof. Becker 
"Sexueller Missbrauch ist Seelenmord"

"Professor Dr. Werner Becker lebt und arbeitet in Köln. Er ist Zahnmediziner und Heilpraktiker. Werner Becker, selber Missbrauchs-Opfer, nimmt Stellung zu den Vorfällen in Erftstadt und zu Pfarrer Jansen.

Was sich in Erftstadt abgespielt hat, seitdem am 1. Februar Missbrauchsvorwürfe gegen den Pfarrer der katholischen Gemeinde, Winfried Jansen, laut geworden sind, hat mich als Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen bis an die Grenze des Erträglichen aufgewühlt. Ich habe von Solidaritäts-Gottesdiensten gelesen, von Unterschriftenlisten und heftiger Kritik am Erzbistum Köln. Aber da ging es nicht um das mutmaßliche Opfer, sondern um eine Verteidigung des mutmaßlichen Täters und um die Sorge vor einer Vorverurteilung. Ich habe auch Bilder von brennenden Kerzen gesehen. Die waren mit dem Konterfei von Pfarrer Jansen versehen. Da hat sich mir fast der Magen umgedreht! Ich habe an das kleine Mädchen gedacht, das - heute längst erwachsen - sein Schweigen bricht und über Dinge redet, die es seinerzeit als schrecklich erlebt haben muss. Sind wir uns nicht inzwischen einig, dass sexueller Missbrauch Seelenmord ist? Und dass kein Außenstehender sich ein Urteil anmaßen darf, ob die Vergehen "schlimm" oder "harmlos" waren.

Ich weiß, wovon ich rede. Durch ein streng katholisch geprägtes Elternhaus war ich mit den kirchlichen Begriffen von Ethik und Moral gleichsam imprägniert. Ein Priester war eine Autorität ohne Wenn und Aber. Absolut unangreifbar. Jedes Wort der Kritik an einem Priester, gar der Vorwurf eines Verstoßes gegen die Sexualmoral, wären ein bestrafungswürdiges "Delikt" gewesen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was ich über die sexuelle Gewalt hinaus, die mir vom Direktor eines katholischen Internats angetan wurde, noch alles hätte erdulden müssen, wenn ich mich damals als Missbrauchsopfer "geoutet" hätte. Schweigen war Überlebenstaktik.

Deshalb weiß ich, wie leicht es den Tätern im kirchlichen Raum gemacht worden ist, sich an Schutzbefohlenen zu vergehen. Seit 2010 der systematische Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg
der Jesuiten bekannt gemacht wurde, haben wir alle - nicht nur Katholiken, sondern die ganze Gesellschaft - genügend Gelegenheit gehabt, uns mit Täterbiografien und -strategien auseinanderzusetzen oder mit dem begünstigenden Einfluss, den kirchliche Strukturen hatten. Es will
mir einfach nicht in den Kopf, dass eine Pfarrgemeinde das alles ausblendet - vor lauter Sympathie für "unseren tollen Pfarrer" und mit dem sattsam bekannten Das-kann-doch-alles-gar-nicht-sein-Reflex. Wie sträflich falsch das war, ist binnen kurzem offensichtlich geworden: Inzwischen haben sich noch zwei weitere mutmaßliche Opfer gemeldet. Und wer weiß, ob es die letzten gewesen sind. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schwer den beiden Frauen das gefallen ist. Sie mussten nämlich nicht nur innere Hürden überwinden, sondern auch die Barriere namens "Täterschutz", die von der Pfarrgemeinde aufgerichtet wurde. Ich bin froh, dass das zumindest in meiner Zeitung zu lesen war, aber offenbar auch bei Teilen der Gemeinde in Erftstadt angekommen ist. Erinnerungen und Bilder, die in meinem Inneren eingegraben waren und dort tiefe Risse hinterlassen haben, sind jetzt wieder einmal an die Oberfläche gekommen. Sie verursachen bis heute tiefen Schmerz. Uns, den Opfern, ist die Fröhlichkeit der Jugend genommen worden, ein Stück Urvertrauen zu anderen Menschen. Unbeschwertheit ist ein Begriff aus fernen Welten. Durch ein ganzes Leben zieht sich die Spur der Angst und des Verdrängens. Und all das deutet nur an, was jedes einzelne Opfer als Last lebenslang mit sich herumträgt. Das in einer öffentlichen Debatte auszublenden grenzt für mich an Mittäterschaft. Für die Solidaritätskundgebungen der vergangenen Wochen sollten Organisatoren und Teilnehmer deshalb um Entschuldigung bitten. Ich wünsche mir das für die mutmaßlichen Opfer des Pfarrers, aber auch für andere Geschädigte, nicht zuletzt für mich selbst. Ich weiß, dass ich für viele Opfer spreche, wenn ich sage: Wir fühlen uns geradezu hingerichtet durch ein unreflektiertes Verhalten von Menschen, die ihr leuchtendes Bild vom Täter partout nicht verdunkelt sehen wollen und dabei vergessen, was dieser Kindern - unserem kostbarsten Gut - im Schutze seines Amtes und des kirchlichen Raumes angetan hat.

Mir persönlich tut es in der Seele weh, miterleben zu müssen, dass Priester erst unter dem Druck der Enthüllungen zugeben, was sie getan haben. Wie das Erzbistum Köln vorgegangen ist, halte ich für absolut korrekt - und die Anschuldigungen, namentlich gegen Kardinal Rainer Woelki, für haltlos. Auch ihm gegenüber wäre ein Zeichen der Reue angebracht.

Bleibt für mich eine bescheidene Empfehlung an die Gemeinde: Machen Sie einen Neuanfang! Bauen Sie neues Vertrauen auf! Trotz allem, was mir widerfahren ist, ist mir klar, dass Priester das Vertrauen ihrer Gemeinden brauchen und es in den allermeisten Fällen auch verdienen. Nur mit blindem - ich möchte fast sagen, blindwütigem - Vertrauen ist niemandem geholfen. Mit einer Ausnahme: den Tätern. Das aber kann niemand von uns wollen."

PROF. WERNER BECKER  Quelle: Kölner Stadt Anzeiger





Quelle: "Kölner Stadtanzeiger", Print-Ausgabe vom 24.02.2015

Hintergrund zu Werner Becker (Interview, "domradio.de", 28.01.2015)




Montag, 23. Februar 2015

Erzbistum Köln / Erftstadt (12) - Der Pfarrer, der behauptete, "das ist das Schlimmste, was passieren konnte": "Wir machten hautnah alles mit"

"Vom Diözesanrecht war es uns Kaplänen verboten, ins Familienbad zu gehen. Das haben wir nur kopfschütteld zur Kenntnis genommen und uns nicht daran gehalten ."


Quelle: Pfarrbrief der Kirchengemeinde St. Lambertus, Erftstadt-Bliesheim,


"Pfarrer H.  engagierte sich übrigens insbesondere dafür, Familien mit kleinen Kindern sowie Kindern und Jugendlichen den Glauben näher zu bringen, sie zu unterstützen und religiös zu begleiten."

Quelle liegt vor.

Erzbistum Köln / Erftstadt (11): Kritik am Vorgehen des Erzbistums hält an

Das Seelsorgeteam, der Kirchenvorstand und der Pfargemeinderat hatten am Sonntag in das Pfarrheim St. Alan in Liblar eingeladen um über die Frage zu diskutieren, wie es nun ohne Pfarrer Winfried Jansen weitergehen soll. 

Zurückkommen werde der Pfarrer, dem sexuell grenzverletzendes Verhalten in mehreren Fällen vorgeworfen wird, wohl nicht.

den vollständigen Artikel auf "ksta.de" lesen



Dass es den Pfarrer-Anhängern u.a. vorrangig um die "Koordination des Bibelkreises"  zu gehen scheint, lässt an dieser Stelle tief blicken. 

Sonntag, 22. Februar 2015

Erzbistum Köln / Erftstad (10)t: Woelki äußert sich. Priester soll sich "über mehrere Jahre hinweg in schwerwiegender Weise sexuell übergriffig" verhalten haben

Kardinal Woelki verteidigt Vorgehen im Fall Jansen

Im Fall des wegen Missbrauchsvorwürfen vom Dienst beurlaubten Pfarrers Winfried Jansen hat Kardinal Rainer Woelki das Vorgehen des Erzbistums Köln gegen den Erftstädter Geistlichen verteidigt. „Wir haben sehr sorgfältig und in Ruhe geprüft“, sagte der Erzbischof dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Woelki verwies darauf, dass sich nach dem Bekanntwerden erster Vorwürfe Anfang Februar inzwischen weitere Betroffene gemeldet hätten und Jansen mittlerweile einsehe, „dass er sich ihnen gegenüber damals – ich formuliere das in aller Zurückhaltung – nicht korrekt verhalten hat“.
 Viele hätten sich „einfach nicht vorstellen können, dass es eben auch diese andere Seite in seinem Leben gegeben hat“. 


Freitag, 20. Februar 2015

Bistum Trier: suspendierter Admonter Priester stammt aus dem Bistum Trier


Wie das Stift Admont am Dienstag erklärt hat (direkt zur Stellungnahme des Stiftes Admont), werden gegen einen Pater Vorwürfe wegen sexueller Vergehen erhoben. Konkret wird gegen ihn wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses ermittelt, bestätigt die Staatsanwaltschaft Leoben.

Den Vorwürfen zufolge soll es zwischen dem Pater des Stifts Admont und zwei - heute 17 und 19 Jahre alten - Burschen zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Die Mutter der beiden hat laut Wochenzeitung „Falter“ Anzeige erstattet.

den vollständigen Artikel auf "steiermark.orf.at" lesen





Quelle: Bistum Trier





"Die Treffen fanden in der Sakristei statt"

Der Messdiener genießt im Grätzel einen guten Ruf: Er ist allseits bekannt, hielt stets viel von Jugendarbeit. Wie der Kontakt zu den beiden betroffenen Jugendlichen zustande kam, ist nicht überliefert. Mit beiden hatte er laut Polizei-Aussendung seit Oktober des Vorjahres mehrfach "sexuelle Kontakte" in dem Gotteshaus.

den vollständigen Artikel auf "kurier.at" lesen

Admont: suspendierter Pater kam vor wenigen Jahren aus Deutschland ins obersteirische Stift

Wegen sexueller Handlungen mit Jugendlichen aus der Obersteiermark ist ein Pater des Stiftes Admont suspendiert worden. Angezeigt wurde er laut "Falter" bereits vor drei Wochen von der Mutter der beiden heute 17 und 19 Jahre alten Burschen. Mit ihnen soll der Seelsorger zweier Pfarren in den vergangenen drei Jahren mehrmals sexuellen Kontakt gehabt haben.

den vollständigen Artikel auf "oe24.at" lesen

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ärger für neuen Hamburger Erzbischof Stefan Heße - Die Staatsanwaltschaft Köln prüft eine Strafanzeige gegen den Theologen wegen übler Nachrede. Es geht um die Suspendierung eines Pastors wegen Missbrauchsvorwürfen. (9)

Hamburg/Köln. Die Staatsanwaltschaft Köln prüft derzeit mehrere Strafanzeigen, die im Zusammenhang mit dem Umgang des Erzbistums Köln mit einem suspendierten Geistlichen gestellt wurden. Nach Angaben eines Sprechers haben Gemeindemitglieder unter anderem den neuen Erzbischof des Erzbistums Hamburg und bisherigen Kölner Generalvikar, Stefan Heße, wegen übler Nachrede angezeigt.

Auch gegen Kardinal Rainer Maria Woelki sowie den Pressesprecher des Erzbistums wurden demnach Anzeigen gestellt, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft allerdings noch, ob sie überhaupt zur Aufnahme von Ermittlungen berechtigt oder verpflichtet ist.

Hintergrund ist ein Streit um einen vom Erzbistum Köln entpflichteten Erftstädter Pfarrer, gegen den es Missbrauchsvorwürfe gibt. Gegen die Suspendierung hatte es in der Gemeinde anhaltende Proteste gegeben. Bislang hatte der 73-Jährige die Vorwürfe bestritten. Trotzdem hatte die Leitung des Erzbistums Köln ihn am 2. Februar suspendiert. Auch in seiner Antrittsrede in Hamburg hat der inzwischen zum neuen Erzbischof im Norden bestimmte Heße betont, dass ihm die Aufklärung von Missbrauchsfällen der katholischen Kirche ein wichtiges Anliegen sei.

den vollständigen Artikel auf "abendblatt.de" lesen

Erzbistum Köln / Erftstadt (8): „Ich bin erschüttert“, sagte Pfarrer Willi Hoffsümmer zu den neuen Vorwürfen. "Dass sich nun auch ein mutmaßliches Opfer aus Erftstadt gemeldet habe, sei „das Schlimmste, was passieren konnte“ (!)

„Ich bin erschüttert“, sagte Pfarrer Willi Hoffsümmer zu den neuen Vorwürfen, die gegen den Liblarer Pfarrer Winfried Jansen erhoben werden. „Ich leide mit den Leuten, die am Schweigemarsch teilgenommen haben und ein stückweit irregeleitet waren.“ Vor allen Dingen sieht er jetzt keine Chance mehr, Jansen zurückzuholen. Dass sich nun auch ein mutmaßliches Opfer aus Erftstadt gemeldet habe, sei „das Schlimmste, was passieren konnte“.

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Mittwoch, 18. Februar 2015

Erzbistum Köln (7): Strafanzeigen gegen Kardinal Woelki sowie gegen den Pressesprecher des Erzbistums, Christoph Heckeley, und Generalvikar Stefan Heße

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, dass jeweils Strafanzeigen gegen Kardinal Woelki sowie gegen den Pressesprecher des Erzbistums, Christoph Heckeley, und Generalvikar Stefan Heße gestellt wurden. Derzeit prüfe die Behörde, ob sie überhaupt zur Aufnahme von Ermittlungen berechtigt oder verpflichtet ist und ob zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren Straftat feststellbar sind, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn.

Der vom Erzbistum Köln entpflichtete Erftstädter Pfarrer will sich nun doch den Missbrauchsvorwürfen stellen. Inzwischen haben zwei weitere Frauen gegen den 73-Jährigen Anschuldigungen zu Fällen aus den 70er und 80er Jahren erhoben, heißt es in einer am Mittwoch in Köln veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Pfarrers und des Erzbistums.

Erftstädter Pfarrer Winfried Jansen hat sich bei den Betroffenen wegen der sexuellen Übergriffe (!) (sic) entschuldigt (6)




Der Erftstädter Pfarrer Winfried Jansen hat sich bei den Betroffenen wegen der sexuellen Übergriffe (!) (sic.) entschuldigt. Täter, die an den dunkelsten Teil ihrer Lebensgeschichte vordringen, verdienen Respekt. Zuerst brauchen jedoch die Opfer Rückendeckung.

So verständlich diese Optik war und ist: Fünf Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandal hätte es Anlass zur Skepsis gegeben. Als wiederkehrendes tragisches Moment – vor allem für die Opfer – hat sich herausgestellt, dass kaum jemand sich die Täter als Täter vorstellen kann.

den vollständigen Kommentar hier lesen.

Erzbistum Köln (5) Weitere Betroffene melden sich - Erfstädter Pfarrer Winfried Jansen bittet Opfer um Entschuldigung

Unter dem Eindruck neuer Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs hat sich Pfarrer Winfried Jansen bei den Betroffenen entschuldigt. Zwei weitere Frauen hatten sich beim Erzbistum Köln gemeldet. Jansen wurde bereits zu den Vorwürfen gehört.

Nachdem sich nun zwei weitere betroffene Frauen beim externen Ansprechpartner des Erzbistums gemeldet haben und Jansen zu den Vorwürfen gehört worden ist, äußert sich der Pfarrer zum ersten Mal wieder selbst. „Mir ist klar, dass ich mich mit dem Vorgefallenen weiter auseinandersetzen muss. Dieser persönlichen Aufarbeitung will ich mich ebenso stellen wie dem kirchlichen Verfahren.“ Bisherige  Unterstützer des Pfarrers zeigten sich tief betroffen und rückten von ihrer massiven Kritik am Vorgehen des Erzbistums ab. „Die neuen Informationen waren so nicht zu erwarten gewesen.“ Jansens zeitweiliges Leugnen wurde in seiner Umgebung nicht als bewusste Täuschung, sondern als Verdrängen gewertet. Im Licht der neuen Sachlage sei allen – auch dem Pfarrer – klar, dass er nicht in seine Gemeinde zurückkehren könne.

den vollständigen Artikel auf "ksta.de" lesen



Die Erklärung des Bistums
"Am 17. Februar haben im Erzbischöflichen Generalvikariat Gespräche mit Pfarrer Winfried Jansen und seiner Vertrauensperson stattgefunden. Ein Ergebnis war die gemeinsame Erklärung von Pfarrer Jansen und Erzbistum Köln.

Diese Erklärung wurde noch am gleichen Abend in einem Gespräch mit Vertretern des Pfarrgemeinderats Erftstadt-Ville vorgestellt. Dabei wurde diskutiert, welche Schritte nun erforderlich sind. Als Unterstützung wurden differenzierte Beratungs- und Begleitungsangebote für die verschiedenen Gruppierungen und Einrichtungen der Gemeinde in den Blick genommen. 
Die Vertreter des Pfarrgemeinderats appellierten eindringlich an das Erzbistum Köln, personelle Unterstützung für die pastorale Arbeit zur Verfügung zu stellen. Trotz der angespannten Personalsituation bemüht sich das Erzbistum Köln um eine personelle Aufstockung des Seelsorgepersonals. 
Aufgrund der zutage getretenen Spannungen zwischen der Pfarreiengemeinschaft Erftstadt-Ville und dem Erzbistum Köln wurde eine externe Prozessbegleitung vereinbart."


Gemeinsame Erklärung von Pfarrer Winfried Jansen und dem Erzbistum Köln: 
"Pfarrer Winfried Jansen aus Erftstadt wird sich dem weiteren kirchlichen Verfahren in Bezug

auf die langjährigen sexuellen Grenzverletzungen gegenüber Kindern und Jugendlichen, die
ihm zur Last gelegt werden, stellen. Er bittet die betroffenen Frauen und die Gemeinde in
Erftstadt um Verzeihung.
Bei den Erstansprechpartnern des Erzbistums Köln hatten sich zwischenzeitlich zwei weitere
Betroffene gemeldet. Nach einer Anhörung zu den konkreten Vorwürfen sagte Jansen: „Ich
sehe nach und nach, dass mein damaliges Verhalten für die betroffenen Kinder und Jugendlichen
sexuell grenzverletzend war. Dafür bitte ich die Betroffenen um Entschuldigung. Mir ist
klar, dass ich mich mit dem Vorgefallenen weiter auseinandersetzen muss. Dieser persönlichen
Aufarbeitung will ich mich ebenso stellen wie dem kirchlichen Verfahren. Auch meine
Gemeinde bitte ich um Entschuldigung dafür, dass mein Verhalten zu großer Unruhe und zu
emotionaler Erschütterung geführt hat.“
Die neuen Vorwürfe beziehen sich auf mehrjähriges sexuell grenzverletzendes Verhalten gegenüber
einem Kind Anfang der 1970er Jahre. Damals war Jansen Kaplan in Köln-Sülz. Sie
beziehen sich weiter auf mehrjähriges sexuell grenzverletzendes Verhalten gegenüber einer
Jugendlichen in den 1980er Jahren in Erftstadt.
Das Erzbistum Köln hatte sich nach der detaillierten und glaubhaften Aussage einer ersten
Betroffenen veranlasst gesehen, Pfarrer Jansen gemäß den Leitlinien bis zum Abschluss des
kirchlichen Verfahrens als Pfarrer von Erftstadt zu entpflichten und darüber auch die Gemeinde
informiert. Nach den neuen Vorwürfen wurde Pfarrer Jansen den Leitlinien gemäß in
Begleitung seiner Vertrauensperson zu den Vorwürfen gehört. Er räumte ein, dass sein Verhalten
für die Betroffenen sexuell grenzverletzend war. Weil das öffentliche Interesse eine
große Belastung für die betroffenen Frauen und deren Angehörige darstellt, wurde zwischen
Pfarrer Jansen und dem Erzbistum diese gemeinsame Erklärung vereinbart.

Köln, den 17. Februar 2015
Für das Erzbistum Köln
Pfarrer Stephan Weißkopf
Pfarrer Winfried Jansen"

Quelle

Dienstag, 17. Februar 2015

Pfarrer Georg K.: Anklage soll auch in Südafrika ermitteln

Die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen hat sich nach dem Urteil gegen Pfarrer K. und der eingereichten Revision zu Wort gemeldet. Worunter die Opfer gelitten hätten, scheint nach Ansicht von Johannes Heibel, dem Vorsitzenden der Initiative, „wohl noch immer kein Thema für Pfarrer K. zu sein“.

Dabei weist Heibel unter anderem auf die noch „immer ungeklärten Fälle in Südafrika“ hin, wo der Geistliche zuletzt eingesetzt gewesen war. In Anbetracht der „neuen Situation“ fordert er die Staatsanwaltschaft Krefeld nochmals auf, „endlich umfangreicher zu ermitteln“ und die Fälle zur Anklage zu bringen.

Ermittlungen gegen Admonter Pater wegen Sex mit zwei Jugendlichen

Der Pater soll in vergangenen drei Jahren mehrmals sexuellen Kontakt mit den Burschen aus der Obersteiermark gehabt haben - nach Bekanntwerden sofort aus Ämtern enthoben

Admont - Wegen sexueller Handlungen mit Jugendlichen aus der Obersteiermark ist ein Pater des Stiftes Admont suspendiert worden. Angezeigt wurde er laut der Wochenzeitung "Falter" (Mittwochausgabe) bereits vor drei Wochen von der Mutter der beiden heute 17 und 19 Jahre alten Burschen. Mit ihnen soll der Seelsorger zweier Pfarren in den vergangenen drei Jahren mehrmals sexuellen Kontakt gehabt haben.

Kindesmissbrauch: Spanische Priester gehen straffrei aus - Tatbestände bei neun Geistlichen verjährt

Im Missbrauchsfall eines Messdieners hat das Gericht im südspanischen Granada die Anklage gegen elf der zwölf Beschuldigten fallengelassen. Wie der zuständige Richter mitteilte, sind die Tatbestände bei neun Priestern und zwei Laien verjährt. Sie waren wegen "sexuellen Missbrauchs, Exhibitionismus und der Verschleierung von Beweisen" angeklagt worden. Nach Angaben des Gerichts wurde die Verfolgung eines weiteren Priesters wegen des schwereren Vorwurfs des "andauernden sexuellen Missbrauchs" aufrechterhalten. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Sein Martyrium begann nach eigenen Angaben im Alter von 14 Jahren. Gemäß der Anklageschrift wurde der Junge damals in eine Villa mit Schwimmbecken eingeladen und dort zunächst zu Massagen gezwungen. Später sei er dann von dem Priester und mindestens zwei weiteren Mitgliedern der Gruppe sexuell missbraucht worden. Nach Bekanntwerden des Falls meldete sich ein weiterer, inzwischen 44-jähriger Mann und warf einem der Priester vor, ihn Anfang der 90er Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Nach heftiger öffentlicher Kritik: Bistum Trier rudert zurück und entschuldigt sich - Auch Indianer dürfen in Trierer Dom

Die Leiterin der Dominformation hat sich für den Rauswurf eines verkleideten kleinen Indianers aus der Bistumskirche entschuldigt. Im Dom seien alle Besucher herzlich willkommen, sagte Andrea Riesbeck am Dienstag, und dazu gehörten in der Karnevalszeit auch kostümierte Kinder.

Mehr zum Thema später auf volksfreund.de und in der Mittwochausgabe.

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