Mittwoch, 30. Juli 2014

Missbrauch: Kirche täuscht weiter die Öffentlichkeit

Diese Woche fand sich ein weiteres Paradebeispiel, wie die katholische Kirche beim Thema “Missbrauch” weiter die Öffentlichkeit täuscht. Und ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Bischöfe, Stephan Ackermann (Trier), ist dafür verantwortlich.

Eltern kann man nur raten, ihre Kinder nicht einer Organisation anzuvertrauen, die ihre Priester selbst bei hochgradig verdächtigem Verhalten weiter mit Kindern und Jugendlichen einsetzt.

den  vollständigen Artikel auf "skydaddy.wordpress.com" lesen

Katholische Initiative entsetzt über Bistumsentscheidung

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ist noch lange nicht aus der Welt. Viele schauen nach wie vor mit Argusaugen, wie die Kirche mit den Vorwürfen und den Opfern umgeht. Die Wiedereinsetzung eines Pfarrers in Lebach, der einem Jugendlichen Geld für sexuelle Dienste angeboten hatte, sorgt bei einer Inititiative für "ungläubiges Entsetzen".

Initiative stellt Aufarbeitungswillen der Kirche in Frage
Das der Pfarrer nun wieder praktizieren dürfe, „damit kann niemand aus den betroffenen Reihen leben“, sagt Schell. Er halte es für unerträglich, dass die Kirche heutzutage noch eine solche Entscheidung fälle und er zweifele inzwischen daran, dass die katholische Kirche eine wirkliche Aufarbeitung betreiben wolle.

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Bischof Ackermann: Opferinitiative wirft Bistum Diffamierung von Missbrauchsopfern vor

Nach der aufgehobenen Beurlaubung eines früheren Pfarrers hat eine Missbrauchsopfer-Initiative das Bistum Trier scharf kritisiert.

Es sei nicht hinnehmbar, dass der Geistliche aus dem saarländischen Lebach wieder als Vertretung oder Aushilfe arbeiten dürfe, sagte der Sprecher der Initiative Schafsbrief, Hermann Schell, am Dienstag. Dies sei eine Diffamierung aller Missbrauchsopfer und zeige beim Bistum „fehlendes Unrechtsbewusstsein ohne Ende“. Das Verfahren gegen den früheren Lebacher Pfarrer wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs war im März dieses Jahres von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen die Zahlung von 6000 Euro eingestellt worden. Die Einstellung sei nicht „wegen erwiesener Unschuld, sondern wegen geringer Schuld“ erfolgt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

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Bischof von Trier hebt die Beurlaubung des ehemaligen Lebacher Pfarrers auf

"Montag, 28. Juli 2014
Bischof von Trier hebt die Beurlaubung des ehemaligen Lebacher Pfarrers auf
Trier - Nachdem die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Pfarrer von Lebach wegen des im Juli 2012 gegen ihn erhobenen Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen im März dieses Jahres eingestellt hat, ist nun auch das kirchenrechtliche Verfahren abgeschlossen. Auch das kirchliche Verfahren kommt zu dem Ergebnis, dass dem Priester „kein strafrechtlich relevantes Vergehen im Sinne der 'Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger...' nachgewiesen werden kann.“ Infolgedessen hat Bischof Dr. Ackermann die Beurlaubung des Pfarrers, der inzwischen im Ruhestand ist, mit Datum vom 25. Juli 2014 aufgehoben.
Der Ruhestands-Pfarrer ist nun bereit, nach Kräften Aushilfen und Vertretungen zu übernehmen. Hierüber werden derzeit Gespräche geführt. Es ist jedoch bereits mit Bischof Dr. Ackermann vereinbart, dass sich der Pfarrer aus seiner bisherigen Wirkungsstätte, der Pfarreiengemeinschaft Lebach, fernhalten wird, um vor Ort nach den für alle Beteiligten belastenden Monaten eine ungestörte pastorale Arbeit zu ermöglichen."

Quelle: "bistum-trier.de"

Dass so viele Menschen im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten seien, "das tut richtig weh", sagt der Trierer Generalvikar Dr. Georg Bätzing zu den aktuellen Zahlen.

Die aktuellen Debatten um die katholische Kirche führen wohl dazu, dass sich immer mehr Gläubige von ihrer Kirche abwenden. Im vergangenen Jahr haben 140 Katholiken im Dekanat Cochem die Kirche verlassen, fast 50 mehr als 2012 und mehr als doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor. Dies zeigt eine jetzt vorgestellte Statistik der Deutschen Bischofskonferenz.

den vollständigen Artikel auf "rhein-zeitung.de" lesen

Pfarrer K. nach Deutschland überstellt


"Hi Claudia,

Sorry for late reply, but everyone has been quiet about what was going on. It has now been confirmed that Kirkhoff was handed over to Interpol at the OR Tambo Airport last night (229 July) for his flight back to Germany.

xx"
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Pfarrer K. ist auf dem Weg nach Deutschland

Der aus Willich stammende Pfarrer Georg K. ist ausgeliefert. Das bestätigte am Dienstagnachmittag die südafrikanische Polizei. Gegen 18 Uhr wurde er deutschen Beamten übergeben, hieß es aus Johannesburg auf WZ-Nachfrage.

Den 56-Jährigen erwartet in Deutschland ein Prozess wegen sexuellen Missbrauchs in 37 Fällen. In Südafrika hatte er sich vor Gericht verantworten, weil er sich 2008 Kommunionkindern sexuell genähert haben soll. Das Verfahren in Brits bei Johannesburg hatte sich endlos in die Länge gezogen.

Bischof Stephan Ackermann: Katholische Kirche zahlt 6 Millionen Schmerzensgeld an Missbrauchsopfer

DIE ZEIT: “Der 46-jährige Ackermann steht beim Thema Kindesmissbrauch für lückenlose Aufklärung. Schon früh erhob der gebürtige Mayener als einer der Ersten im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche die Stimme: Eine “Verharmlosung oder ein Vertuschen” dürfe es nicht geben, sagte er. Die Vorgänge seien “erschütternd und verheerend” für Ansehen und Glaubwürdigkeit der Kirche … ”

(wohlgemerkt: “erschütternd und verheerend” nicht etwa für die Opfer, sondern für die katholische Kirche!!!)

In den vergangenen 4 Jahren hat sich der über die katholischen Sauereien total erschütterte Gottesmann in waghalsiger Tag- und Nachtarbeit – aufklärungsmässig – schier umgebracht. U.a. hier wurde sein fromm-fröhliches Aufklärungsschaffen minutiös dokumentiert.

den vollständigen Artikel auf "bundespresse.com" lesen

Freitag, 27. Juni 2014

Dem Bischof laufen die Gläubigen davon - Negativrekord im Bistum Trier: Über 8500 Kirchenaustritte im vergangenen Jahr



Im Bistum Trier sind im vergangenen Jahr über 8500 Gläubige aus der katholischen Kirche ausgetreten - so viele wie nie zuvor. Die Austrittszahl ist sogar noch deutlich höher als 2010. Damals wurde der Missbrauchsskandal publik.

Bei der Ursachensuche für den rasanten Anstieg der Austrittszahlen herrscht offenbar weitgehend Ratlosigkeit. "Wir sind ja davon ausgegangen, dass die Zahlen steigen", sagte ein hoher Trie8rer Geistlicher dem TV, "aber dass die Austritte so in die Höhe schnellen, hätten wir nicht für möglich gehalten".

Wie unsere Zeitung von einem hohen Geistlichen erfuhr, sind im vergangenen Jahr 8566 Katholiken aus der Kirche ausgetreten, 60 Prozent mehr als im Vorjahr und etwa 1200 mehr als im bisherigen Negativrekordjahr 2010. Der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung im Bistum, das die ehemaligen Regierungsbezirke Trier und Koblenz sowie weite Teile des Saarlandes umfasst, liegt immer noch bei rund 60 Prozent. Vor 15 Jahren lag der Katholikenanteil noch bei 70 Prozent, vor 35 Jahren bei 80 Prozent.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Bistum Trier: Offenbar Rekord bei Kirchenaustritten

Im Bistum Trier sind im vergangenen Jahr offenbar so viele Menschen aus der Katholischen Kirche ausgetreten wie noch nie. Das berichtet der "Trierische Volksfreund" auf seiner Online-Seite.

dem vollständigen Artikel auf "swr.de" lesen

ehemaliger Vatikanbotschafter wegen sexuellen Missbrauchs in Laienstand versetzt

Der Vatikan hat den früheren päpstlichen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Josef Wesolowski, in den Laienstand zurückversetzt. Medienberichten zufolge soll Wesolowski zwischen Januar 2008 und August 2013 gemeinsam mit einem befreundeten Priester mindestens sieben Kinder missbraucht und mit mehreren Messdienern im selben Zimmer geschlafen haben. Bereits im vergangenen Jahr hatte Papst Franziskus Wesolowski von seinem Posten auf der Karibikinsel abberufen.



The Vatican said Friday that Archbishop Jozef Wesolowski was found guilty by the Vatican's Congregation for the Doctrine of the Faith and sentenced to the harshest penalty possible against a cleric under canon law: laicization, meaning he can no longer perform priestly duties or present himself as a priest.




Montag, 23. Juni 2014

Erste Daten über Pädophilie in der polnischen Kirche

Mindestens 19 Geistliche sind in den drei vergangenen Jahren in Polen wegen Pädophilie gerichtlich verurteilt worden. Dies geht aus ersten Daten über das Ausmaß dieser Verbrechen in Polen hervor, die laut der Tageszeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ (Montag-Ausgabe) während der Konferenz über Pädophilie in der katholischen Kirche veröffentlicht wurden.

Im vergangenen Jahr war die polnische Kirche von einer Welle von Missbrauchsfällen erschüttert worden. Die größte Affäre betrifft den ehemaligen Vatikan-Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, und den in dem Karibikstaat tätigen Priester Wojciech Gil. Beiden polnischen Geistlichen wird vorgeworfen, Sex mit minderjährigen Buben gehabt zu haben - mehr dazu in Causa Wesolowski: Vatikan unterstützt Ermittlungen.

den vollständigen Artikel auf "religion.orf.at" lesen





Es geschieht dir nichts Schlimmes, schließlich bin ich Priester'

Zum ersten Mal befassten sich vergangenes Wochenende Polens Geistliche offiziell mit dem Thema "Wie verhindern und wie reagieren wir auf Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche?" 

Nicht teilgenommen an dem Bußgottesdienst hatte allerdings Erzbischof Jozef Michalik, Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz. 2013 hatte Michalik behauptete, dass die Kinder selbst schuld seien, wenn sie sexuell missbraucht würden. Zwar entschuldigte er sich für diese Aussage, doch die Empörung ebbte nur langsam ab.

Auch wenn die meisten Opfer das Schuldeingeständnis der katholischen Kirche gutheißen, erwarten sie doch mehr: eine strafrechtliche Verfolgung der Täter und eine finanzielle Entschädigung. Dies jedoch lehnt die Kirche vehement ab.

Samstag, 21. Juni 2014

Weisheit des Tages



Fotoquelle: "ARD" , Textzitat: Stephan Wahl (der Hinweis, dass Stephan Wahl auf dem AKO war, erscheint nicht in der Kurzbiografie)

Umso skurriler erscheint  diese Aussage von Stephan Wahl, wenn man bedenkt, dass er vermutlich selbst gemeinsam mit dem des mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigten  Pater S. die Kommunion austeilte.

Der des vielfachen Missbrauchs beschuldigte Pater S., dem auch die Professorin Julia Zinsmeister in ihrem Untersuchungsbericht "kriminelles Handeln" vorgeworfen hatte, verstarb, bevor die Strafanzeige gegen ihn hätte zu einer Gerichtsverhandlung führen können. Pater S. bezeichnete sich selbst als "pädophil". Stephan Wahl bezeichnete Pater S. als seinen "geistigen Mentor".


Donnerstag, 19. Juni 2014

offener Brief an Prälat Dr. Scherschel als Reaktion auf seinen Leserbrief - "Soll ich Ihnen jetzt auch noch meine rechte Wange hinhalten?"

 
Dr. Rainer Scherschel.

Herr Prälat Dr. Scherschel!

Ich beziehe mich auf Ihren öffentlichen Leserbrief zum Artikel "Missbrauchsvorwürfe gegen Trierer Bistumspriester" (TV, 7./8/.9. Juni 2014):

Offensichtlich scheint es eines Ihrer derzeit größten Probleme zu sein, dass der „Trierische Volksfreund“ ausgerechnet am Pfingstwochenende (!) obigen Artikel veröffentlichte. Da scheint der Heilige Geist doch tatsächlich - zumindest Ihrer Meinung nach -  das Bistum Trier verfehlt zu haben - aber völlig!

Glauben Sie mir, mir wäre es auch lieber gewesen, der Artikel wäre ein paar Jahre früher erschienen, so dass die Verjährungsfrist noch nicht eingetreten wäre und sich der mutmaßliche Täter hätte vor Gericht verantworten müssen. Womöglich hätten sich sogar mögliche weitere Übergriffe an Kindern durch eine sofortige Anzeige verhindern lassen können -  aber dieses Interesse geht aus Ihrem Leserbrief leider nicht hervor. Im Gegenteil – Sie verwenden mehrere Zeilen Ihres Textes auf das Layout des Artikels und echauffieren sich sogar darüber, wie es möglich sein kann, dass man angeblich sogar die „Untaten“  (!!) aufzähle - und das noch am Pfingstwochenende!

Ich darf Sie korrigieren, Herr Dr. Scherschel!  Die Anzahl - der von Ihnen durch das Wort „Untaten“ absolut verharmlosten Tatsache - der zum Teil schweren sexuellen Übergriffe sind bis heute nicht bekannt.  Sie selbst scheinen offensichtlich mit den Zahlen zu jonglieren. Bei derzeit 74 bekannten Priestern, die - erfahrungsgemäß nur die Spitze des Eisbergs darstellen - ist davon auszugehen, dass die Anzahl der "Untaten" im hohen dreistelligen Bereich, vermutlich sogar eher im vierstelligen Bereich liegt.  "Lediglich" 74 Priester wurden mit plausiblen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert.  – Viele Vorwürfe wurden von Ihrem Nachfolger, Herr Rütten, als „Distanzunterschreitung“ oder als „nicht plausibel“ eingestuft, da den Betroffenen nicht geglaubt wurde. Die Zahl "74" entspricht also weder der Anzahl der "Untaten", geschweige denn der Zahl der Priester, gegen die überhaupt Vorwürfe erhoben worden sind und von denen einige weiterhin im Einsatz sind - diese Zahl ist nämlich nachweislich noch höher. Denn nachweislich wurde - entgegen Ihrer Behauptung - nicht jeder Priester, gegen den Vorwürfen erhoben wurden, umgehend "beurlaubt". 

Ihre Behauptung „Außerdem werden Vorgänge zusammengezählt, die man eigentlich gar nicht zusammenzählen kann, nämlich sowohl nach deutschem Recht strafbare wie auch nicht strafbare Handlungen, denen nur die Kirche wegen ihrer eigenen Gesetze nachgeht“  scheint an Zynismus kaum mehr zu überbieten.

Wollen oder können Sie nicht verstehen? - Zur Erinnerung: Ich wurde als Kind während meiner Zeit im Kindergarten mehrfach von dem katholischen Pfarrer vergewaltigt. Ich war 3 (!) Jahre alt, als der Missbrauch begann.. Als ich diese "Untaten" (wie Sie es formulieren)  zur Anzeige brachte, waren die Taten zivil- wie strafrechtlich verjährt.  Der Täter inzwischen verstorben -  Vielleicht war es sein Glück. Zumindest kann ich von Glück sprechen, wenn ich davon ausgehe, dass mein Täter sich nicht an weiteren Kindern vergehen konnte.

Verdammt noch einmal, Herr Scherschel, ich erwarte von der Kirche, dass sie WENIGSTENS ihren eigenen Gesetzen nachgeht und kirchenrechtliche Verfahren einleitet und die Priester, die noch am Leben sind, aus dem „Verkehr“ gezogen werden! 

Damit es nicht wieder geschieht. Verstehen Sie? – Einen Sexualstraftäter weiterhin im Einsatz zu lassen und dadurch Kinder dieser Gefahr auszusetzen, darf nicht sein. Die Tat mag vielleicht verjährt sein, aber meinen Sie tatsächlich, der Trieb sei auch verjährt? 

Es ist unglaublich, dass ausgerechnet Sie, nicht nur in Ihrer Funktion als ehemaliger Ansprechpartner für uns Betroffene – sondern auch als ehemaliger Personalchef (!) - solche Worte äußern!

Sie werden verstehen, dass ich auch an Ihrer Aufrichtigkeit, welche den angeblichen Aufklärungswillen der katholischen Kirche betrifft, zweifle. Schließlich waren Sie über Jahre hinweg der Personalverantwortliche. Und schließlich hatten Sie Zugang zu den Personalakten - deren Vollständigkeit nach wie vor in Frage gestellt wird!  Und ausgerechnet Sie erheben jetzt den moralischen Zeigefinger? Sie - bei dem ich mich frage, ob Sie von sich selbst behaupten können,  ein reines Gewissen zu haben!

Wären Sie wenigstens sich selbst gegenüber so ehrlich gewesen und hätten Sie diese Einstellung bereits zu dem Zeitpunkt geäußert, als man Sie zum „Missbrauchsbeauftragten“ ernannte, wäre uns diese Enttäuschung erspart geblieben.

Weiter behaupten Sie in Ihrem Leserbrief: „In dieser Statistik finden sich sogar Beschuldigungen gegen Priester, die bereits verstorben waren, als die Vorwürfe erhoben wurden, und die nie die Gelegenheit hatten, sich dazu zu äußern.“ 

Herr Dr. Scherschel! Soll ich Ihnen jetzt auch noch meine rechte Wange hinhalten?

Ein Schlag ins Gesicht! Mit der flachen Hand. Und das von dem Mann, dem wir Opfer vertrauten. Voller Hoffnung.

Wo auch immer Sie auf meinen Täter treffen sollten – mag es nach Ihrem abstrusen Glauben im Himmel oder vielleicht doch in der Hölle sein – fragen Sie ihn. Schauen Sie ihm in die Augen und fragen Sie ihn, was er mit angetan hat. - Und verdammt noch einmal, Herr Dr. Scherschel, schauen Sie mir in die Augen und versuchen Sie, Ihre Anspielung  ("Priester, die verstorben waren als die Vorwürfe erhoben wurden , hatten nie die Gelegenheit, sich dazu zu äußern") aufrecht zu erhalten - nach all der Korrespondenz, die Sie und ich miteinander führten. 

„Wohlgemerkt, jeder Missbrauch eines Priesters tut weh und ist zutiefst zu bedauern, weil menschliches Vertrauen missbraucht worden ist.“ – Ja, Herr Dr. Scherschel, der Missbrauch tut weh – allerdings ist nicht nur körperliche Schmerz unsagbar grauenvoll. Dieser Schmerz geht irgendwann vorbei, doch die Seele bleibt verwundet. Ein Leben lang.  Wir Opfer haben lebenslänglich. Jahr für Jahr, Tag für Tag spüren wir die Folgen dieses Schmerzes. – Sie behaupten jedoch, der Missbrauch sei schmerzhaft,  "weil menschliches Vertrauen missbraucht wurde". Oh ja. Dieser Schmerz kommt auch noch hinzu!  Auch unser Vertrauen wurde missbraucht. Ebenso, wie das Vertrauen derer, die uns Kinder der Kirche anvertrauten.  Und genau dieses Vertrauen wurde derart massiv verletzt, dass unsereiner sich komplexe neue  Überlebensstrategien  erarbeiten musste, um überhaupt überleben zu können.  Und in diesem Überlebenskampf trafen sich unserer Wege, als wir Opfer Menschen wie Ihnen erneut Vertrauen entgegenbrachten. Aus der letzten Reserve heraus, in der Hoffnung, man würde uns Glauben schenken, die Taten aufklären und die Wahrheit ans Licht bringen. Damit sich das alles niemals wiederholen würde. - Dasselbe Vertrauen, mit denen wir damals völlig unbedarft als Kinder den Tätern in der katholischen Kirche ausgeliefert waren, haben Sie, Herr Dr. Scherschel,  erneut missbraucht. - Und dies nicht minder schmerzhaft.

Ihre Aussage, dass dies alles "zutiefst bedauernswert" sei, lässt daher weitere Fragen zu: Was bedauern Sie denn angeblich „zutiefst“? – Bedauern Sie den Priester, der seiner Neigung nachgegangen ist? Bedauern Sie Ihren Gott, dass er diese  „Untat“ zuließ? Bedauern Sie, dass so vieles ans Tageslicht kam - wohlwissend, dass es sich hier nur um die Spitze des Eisberges handelt? Oder bedauern Sie, dass es ein paar Betroffenen gelungen ist, ihr Schweigen zu brechen?   Bedauern Sie, dass ausgerechnet am Pfingswochenende ein solcher Artikel erscheint? -  Dann müsste es mir ja schon quasi Leid tun, dass ich Ihnen diese Zeilen an Fronleichnam schreibe. - Aber: Uns Betroffenen ist es gleich, welcher Tag ist. Denn wir leiden täglich. Auch an Sonn- und Feiertagen!

Herr Dr. Scherschel, das Einzige, was zu diesem Zeitpunkt bedauernswert ist, ist Ihre offensichtliche Einstellung!  -  Scheinbar sind Sie sich über die Auswirkungen Ihrer Zeilen als ehemaliger Ansprechpartner für Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche nicht bewusst. - Wir haben Ihnen die Tathergänge auf mehreren Seiten detailliert geschildert. Unsereiner musste Personen wie Ihnen den Vertrauensvorschuss geben und Tathergänge möglichst  detailliert schildern - die Angst im Nacken sitzend, dass diese Beschreibung nicht erneut zu sexuellen Handlungen Ihrerseits führten. Wissen Sie, was das für eine Qual war? Solch' grausame Einzelheiten weiterzugeben und sich erneut eiuem Fremden gegenüber "blank zu ziehen" zu müssen,  als wäre der Missbrauch, den wir Jahre zuvor am eigenen Körper erleiden mussten an sich nicht schon grauenvoll genug gewesen? Als würde man alles noch einmal erleben?! Und nicht wissend, in welche Hände die Beschreibung gelang.  Und jetzt dieser gefühlte Schlag ins Gesicht. Ausgerechnet von Ihnen. 

Ihre Aussage: „Das war jetzt die 73. Straftat eines Polizisten in den letzten 60 Jahren oder der 75. Missbrauchsfall eines Lehrers seit dem Zweiten Weltkrieg?“ lässt übrigens eindeutig darauf schließen, dass Sie offensichtlich einem großen Denkfehler unterliegen – womöglich aber auch die Realität nicht wahrhaben wollen: Es war nicht die 76. Straftat eines Priesters, sondern es gibt derzeit offiziell 74 Priester im Bistum Trier, die mit plausiblen Tatvorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert wurden! Ich hoffe und wünsche Ihnen,  dass Sie diesen Unterschied begreifen. - Davon ab wage ich stark an Ihrem Verstand  zu zweifeln, wenn Sie als Beispiel nehmen, dass "niemand auf die Idee käme,  die  73.  Straftat eines Polizisten" in Erinnerung zu rufen. Wissen  Sie, warum es niemals dazu kommen wird? - Weil der Polizist bereits vorher seines Amtes enthoben werden würde! - Dass die Kirche allerdings mit erhobenem Zeigefinger auf andere verweist, sind wir Betroffenen bereits gewohnt. Sie, Herr Dr. Scherschel, sollten allerdings nicht ein Beispiel aufnehmen, dass als "Eigentor" bezeichnet wird und das eigene Versagen noch deutlicher macht!

Ihr Hinweis, die "Bürger" seien geschützt, erscheint ebenso aufschlussreich Ihre Sichtweise offenzulegen. Ich gehe davon aus, Sie meinen in diesem Fall die Sexualstraftäter. Warum bezeichnen Sie diese dann nicht als solche?  Nein, Sie betonen sogar, dass man die Täter schützen müsse! - Der Täter steht - wie so oft - im Vordergrund. Ihm wird das Hauptanliegen und die Hauptfürsorge gewidmet. Und das alles im Namen des Herrn.

 Herr Dr. Scherschel, ich gebe Ihnen den Tipp, Ihre Scheuklappen ein wenig hochzuziehen, vielleicht würden Sie dann auch Ihre Aussage revidieren: „Eine solche Statistik, wie sie bei den katholischen Priestern aufgemacht wird, ist bei anderen Bevölkerungsgruppen nicht möglich.“ Diese Aussage entspricht nämlich nachweislich nicht der Wahrheit.  Allerdings gebe ich zu, dass einem solche Statistiken nicht bekannt sein müssen, wenn man sich – scheinbar wie Sie  – nicht damit beschäftigt. Wozu auch, schließlich waren Sie ja lediglich Missbrauchsbeauftragter …?! – Und nach Ihrem Leserbrief zu urteilen: Leider in dieser Funktion völlig fehl am Platz!

Weiterhin behaupten Sie: „Obwohl die katholische Kirche als einzige verfolgt, was jenseits der bürgerlichen Verjährungszeiten liegt, wird sie an den Pranger gestellt, als zu lasch“. – Ich hoffe, der Hinweis auf die Vorgehensweise der evangelischen Kirche im Umgang mit verjährten Sexualstraftaten reicht bereits aus, um auch diese Behauptung zu wiederlegen.  

Dass die Vorgehensweise sowohl der Aufklärung der Missbrauchsfälle wie auch im Umgang mit der Thematik „Prävention“ aus Betroffenensicht das Handeln der Kirche als „lasch“ bezeichnet wird, dürfte inzwischen also auch bei Ihnen angekommen sein.  Auf der einen Seite freut mich dies  – es zeugt allerdings auch davon, dass Sie die letzten Jahre offensichtlich nicht die ernstzunehmenden Kritiken an der katholischen Kirche verfolgt haben. Und das wiederum  ist für einen ehemaligen Missbrauchsbeauftragten traurig!

Ein weiterer trauriger Höhepunkt liest sich im letzten Satz Ihres Leserbriefes: "Danach können wir darüber reden, ob für den Trierer Bischof die Einsetzung einer unabhängigen Kommission erforderlich ist." - Herr Dr. Scherschel! - Sie erheben auf diese Weise von ganz oben herab sinnbildlich den Zeigefinger gegenüber uns Betroffenen und scheuen sich nicht davor, klarzustellen, dass erneut die Kirche bestimmt, was geschieht!

Genau wie damals. Zum Tatzeitpunkt. Als die Pfarrer uns gegenüber nach den Taten mit dem Zeigefinger drohten: Wir sollten schweigen. - Der Schmerz, der durch Ihre Zeilen ausgelöst wird, ist derselbe wie damals. Glauben Sie mir!

Sie reißen mit dem in Ihrem Leserbrief geäußerten erniedrigenden Gedankengängen eine Wunde auf, deren Heilung womöglich ein Leben lang dauert, insofern man überhaupt von "Heilung" sprechen kann. 

Das,  was Sie mit diesem Leserbrief an Gedankengut geäußert haben, Herr Dr. Scherschel, stellt einen weiteren schmerzhaften Tiefpunkt der Glaubwürdigkeit an einem ernstgemeinten Aufklärungswillen der katholischen Kirche dar.

Fazit:  Durch Ihre Meinung, die Sie, Herr Dr. Scherschel,  in Ihrem Leserbrief veröffentlichten, veranschaulichen Sie als trauriges Beispiel das Versagen der katholischen Kirche - in seiner ganzen Form.

Zu den der katholischen Kirche inzwischen zugeschriebenen Attribute wie „scheinheilig“, „unglaubwürdig“, „ täterschützend „ etc.  haben Sie Ihren Teil dazubeigetragen.

Sie hätten besser geschwiegen! 

Claudia Adams



Mittwoch, 18. Juni 2014

erneuter Schlag ins Gesicht der Betroffenen: ausgerechnet der ehemalige Missbrauchsbeauftragte und Ansprechpartner für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier nimmt Täter weiterhin in Schutz





Katholische Kirche

Zum Artikel "Missbrauchsvorwürfe gegen Trierer Bistumspriester" (TV vom 7./8./9. Juni):

In der Ausgabe von Pfingsten lässt sich der Volksfreund nicht die Gelegenheit entgehen, auf der Titelseite in einer Schlagzeile zu texten: "Missbrauchsvorwürfe gegen Trierer Bistums priester". Und weiter in hervorgehobener Schrift: "Erneut ist ein katholischer Priester mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert." Im Text werden sogar die Untaten gezählt: "Damit hat sich die Zahl der mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Bistumspriester auf insgesamt 74 erhöht." Nirgendwo wird erwähnt, dass es sich um einen Zeitraum von 60 Jahren handelt und dass in dieser Zeit etwa dreitausend Priester im Bistum Trier tätig waren. Außerdem werden Vorgänge zusammengezählt, die man eigentlich gar nicht zusammenzählen kann, nämlich sowohl nach deutschem Recht strafbare wie auch nicht strafbare Handlungen, denen nur die Kirche wegen ihrer eigenen Gesetze nachgeht. In dieser Statistik finden sich sogar Beschuldigungen gegen Priester, die bereits verstorben waren, als die Vorwürfe erhoben wurden, und die nie die Gelegenheit hatten, sich dazu zu äußern. Wohlgemerkt, jeder Missbrauch eines Priesters tut weh und ist zutiefst zu bedauern, weil menschliches Vertrauen missbraucht worden ist. Aber man hat den Eindruck, dass hier die gesamte Priesterschaft des Bistums kollektiv beschuldigt wird wegen der Vergehen einiger weniger. Hat man denn schon einmal lesen können: Das war jetzt die 73. Straftat eines Polizisten in den letzten 60 Jahren oder der 75. Missbrauchsfall eines Lehrers seit dem Zweiten Weltkrieg? Niemand käme auf eine solche Idee. Bei den Priestern aber tut man es. Die Bürger sind gegen solche Darstellungen durch das Verjährungsrecht geschützt. Jenseits der Verjährungsgrenzen darf nicht ermittelt werden. Also darf auch darüber nicht geschrieben werden, und eine solche Statistik, wie sie bei den katholischen Priestern aufgemacht wird, ist bei anderen Bevölkerungsgruppen nicht möglich. Obwohl die katholische Kirche als einzige verfolgt, was jenseits der bürgerlichen Verjährungszeiten liegt, wird sie an den Pranger gestellt: als zu lasch. Völlig absurd ist es, dem Bischof, der fünf Jahre im Amt ist, Vorwürfe zu machen wegen eines (nach deutschem Recht nicht strafbaren) Missbrauchsfalles vor 34 Jahren. Nachdem der Bischof nach Kenntnis der Beschuldigung sofort die Beurlaubung vom Dienst verfügt hat, zitiert Herr Seydewitz die Äußerung einer Opferinitiative: "Der jüngste Fall zeige, dass die Aufarbeitung in der Kirche nicht funktioniere." Man zeige uns den Minister, der sich für den Missbrauch eines seiner Beamten vor fast vierzig Jahren heute noch in die Pflicht nehmen lässt. Danach können wir darüber reden, ob für den Trierer Bischof die Einsetzung einer unabhängigen Kommission erforderlich ist. Dr. Rainer Scherschel, Trier Anm. d. Red.: Herr Scherschel war im Bistum für den Priestereinsatz zuständig und acht Jahre lang Missbrauchsbeauftragter.

Freitag, 13. Juni 2014

Präzedenzfall: Pole verklagt katholische Kirche auf Schadenersatz

Zwei Jahre lang wurde Marcin K. von einem Gemeindepfarrer missbraucht. Nun strengt er einen Musterprozess gegen Polens katholische Kirche an. Die muss nun ihre Haltung zum Thema Missbrauch ändern.

Seine Begründung: die lokalen Kirchenfürsten hätten von der Situation gewusst, aber nichts dagegen unternommen. Der Gerichtsprozess, der einen Präzedenzfall in Polen darstellt, begann an diesem Freitag. Es wird wohl einige Monate dauern, bis ein Urteil in der Sache gefällt wird.

Der Fall ist jedoch schon jetzt äußerst brisant, da die Institution zum ersten Mal für die Taten eines ihrer Vertreter finanziell verantwortlich gemacht werden könnte. Ebenfalls zum ersten Mal wird es im Prozess auch zu einer Vernehmung hochrangiger Kirchenvertreter kommen.

Die polnische katholische Kirche lehnt allerdings jede Art von institutioneller Verantwortung ab. "Wir haben es vom Anfang an deutlich gesagt, dass die Verantwortung bei der individuellen Person und nicht bei der Pfarrgemeinde oder der Kurie liegt", sagt Erzbischof Wojciech Polak, der neu gewählte Primas von Polen.


Anmerkung:

Wie glaubwürdig erscheint da noch das "Reuegebet", welches Erzbischof Wojciech Polak gestern ankündigte... ?


Eltern sind erleichtert: Pfarrer K. verhaftet - Ermittlungsakten verschwunden

In Brits bei Johannesburg wurde am Dienstag der 57-jährige Willicher Pfarrer Georg K. verhaftet.
Nachdem fünf Jahre gegen den Missionspriester wegen Verdacht des sexuellen Missbrauchs in einer südafrikanischen Gemeinde ermittelt worden war (EXPRESS berichtete), wird er jetzt ausgeliefert.

Viele Merkwürdigkeiten hatten die Ermittlungen in Südafrika begleitet. Ermittlungsakten verschwanden. Immer wieder gab es Prozessverzögerungen. Schließlich erfolgte jetzt wegen „verlorener Beweismöglichkeiten“, so ein Ermittler in Pretoria, die Einstellung des Verfahrens.

Kinderschänder Pfarrer Georg K. (55) - Aktion Sühnezeichen - Heimkinderverband und die Kirchengemeinden St. Peter in Hinsbeck und St. Sebastian Lobberich setzen Mahnzeichen - Stahlnägel in den Kirchen als Mahnmahl

Eltern und Opfer aufgefordert, sich den Polizeibehörden zu offenbaren

Das Bistum Aachen hält sich zu Gute, dass es eines der wenigen Bistümer in Deutschland ist, deren Anteil an priesterlichen Kinderschänder nicht so hoch ist. Der Fall des Kinderschänders Pfarrer Georg K. aus Willich hat jedoch das Faß zum überlaufen gebracht. Der Heimkinderverband wird zusammen mit den Kirchengemeinden St. Peter in Hinsbeck und St. Sebastian in Lobberich ein einzigartiges Zeichen setzen. Stahlnägel werden dort in die Kirchenmauern eingeschlagen, als ewiges Mahnmahl, dass auch hier ein Priester in schlimmer Weise Kinder sexuell missbraucht hat. Der genaue Termin wird noch in einem Folgebeitrag bekannt gegeben. Der Heimkinderverband wird diesen Artikel an alle Kirchengemeinden des Bistums Aachen verteilen und um Stellungnahme und Teilnahme bitten. Ebenfalls wird Bischof Heinrich Mussinghoff gebeten, dass er die Aktion des Heimkinderverbandes unterstützt. 

Für Pfarrer Georg K.  (55) aus Willich wurde sein Drang nach sexueller Befriedigung an Kinder so groß, dass er auch nach Südafrika ging, um auch dort auf seine spezielle Art und Weise den Kindern seinen priesterlichen Sperma-Segen zu geben. Allerdings ist er auch in Südafrika aufgefallen und wird nunmehr nach Deutschland abgeschoben. K.  war u.a. Pfarrer an St. Peter, Hinsbeck und St. Sebastian, Lobberich. In Kempen/Niederrhein soll es hinweisen geben, dass er auch dort vor Jahren übergriffig geworden ist. Bereits vor vier Jahren hatte K. zugegeben, mehrere Kinder sexuell missbraucht zu haben. Bischof Heinrich Mussinghoff muss sich fragen lassen, ob er selber auf die Idee kam, K.  die Missionsreise nach Südafrika empfohlen zu haben. In welcher Weise K.  wieder eine Kirchengemeinde am Niederrhein seinen priesterlichen Segen verabreicht, ist noch nicht bekannt. Auf dem Foto wirkt K. wie der gute - aber schüchterne - Priester aus der Nachbarschaft, den alle so gerne haben. Der Heimkinderverband bittet Eltern von den Gemeinden in denen K.  am Niederrhein tätig war, dass sie noch einmal mit ihren Kindern sprechen, insbesondere wenn sie als Messdiener K. zur Hand gingen. Auch sollen Eltern noch einmal mit ihren Kindern sprechen, die als Messdiener tätig waren bzw. noch sind. 

In den 1950er- und 1960er-Jahren sollen im Jülicher Gymnasium Haus Overbach, das von den Oblaten des hl. Franz von Sales getragen wird, elf Schüler missbraucht worden sein. In den 1990er-Jahren hat der Pfarrer der Gemeinde St. Josef in Krefeld mehrere Jungen missbraucht. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt und aus dem Klerikerstand entlassen. Der Spiegel berichtete 2002, dass bei einer Durchsuchung des Pfarrhauses 58.000 Kinderporno-Bilder und 300 Videokassetten gefunden worden seien, die größtenteils von dem Pfarrer erstellt worden seien. Erste Vorwürfe gegen den Geistlichen soll es schon 1972 gegeben haben. Dem Spiegel zufolge gehörte er einem lokalen Pädophilen-Netzwerk an, zu dem neben anderen auch ein Erzieher im Kirchendienst und ein Kirchenmusiker gehört haben sollen. Einige Mitglieder sollen mehrfach verurteilt worden sein. 

2010 lief ein strafrechtliches Verfahren gegen einen Priester, der in Südafrika lebte und Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Krefeld gestellt hatte. Der Mann war auch in Südafrika wegen Missbrauchs angeklagt. 15 Missbrauchsvorwürfe in Deutschland waren bereits verjährt. Im Bistum Aachen soll es insgesamt 24 Priester geben, die sich in den letzten 65 Jahren an Jugendlichen vergangen haben. Bis 2010 waren nur acht Fälle bekannt. Von den angeschuldigten Priestern leben noch acht. Die Beschuldigungen gegen drei der 24 Priester liegen in den Jahren 1990 bis 2010. Die beschuldigten Priester wurden von Bischof Heinrich Mussinghoff aller ihrer Ämter enthoben und suspendiert, ein Priester wurde aus dem Klerikerstand entlassen. Bis Ende Juli 2011 zahlte das Bistum Aachen eine Entschädigung an 15 Missbrauchsopfer. Insgesamt hatten sich seit 2010 65 Missbrauchsopfer gemeldet, 26 von diesen beantragten eine Entschädigung. 

Donnerstag, 12. Juni 2014

Polen: Katholische Kirche plant Reuegebet als Entschuldigung für Sex-Missbrauch

Die katholische Kirche Polens plant ein Reuegebiet als Zeichen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester. 

«Wir wollen um Vergebung bitten für alle sexuellen Übergriffe, die sich in der Kirche ereigneten», sagte Erzbischof Wojciech Polak, der neue Primas der katholischen Kirche Polens.

Kirche übernimmt Verantwortung für Missbrauch

«Wir haben gesündigt, ob wir die Kinder ausnutzen oder jene abschirmten, die zu Tätern wurden» zitierte «Rzeczpospolita» aus dem für den 20. Juni geplanten Reuegebet.

Bisher hatte die katholische Kirche Polens sexuellen Missbrauch durch Priester oder Ordensleute verurteilt, aber keine Mitverantwortung als Institution übernommen. Polak, der am vergangenen Wochenende in sein Amt eingeführt wurde und mit 49 Jahren einer der jüngsten Kirchenführer Europas ist, hatte als Generalsekretär der Bischofskonferenz selbst in der Kommission mitgearbeitet, die sich mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche Polens befasste.

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Bistum Aachen / Südafrika



Warum das Verfahren gegen Pfarrer K. in Südafrika letztendlich eingestellt wurde, sei dem Bistum angeblich nicht bekannt. - Bekannt ist jedoch, dass Bischof Ackermann Monate zuvor in Südafrika vor Ort war...


Mittwoch, 11. Juni 2014

Bistum Aachen gibt Pressemeldung zum Fall K. heraus




Darin heißt es:


"Wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigter Pfarrer wird nach Deutschland ausgeliefert
Strafverfahren gegen deutschen Pfarrer in Südafrika eingestellt

Aachen, (iba) –  Ein Strafverfahren in Südafrika gegen einen Pfarrer des Bistums Aachen ist am 10. Juni 2014 eingestellt worden. Dem Priester, der in der deutschen Gemeinde in Johannesburg als Seelsorger tätig war, wurde vorgeworfen, Kinder seiner Gemeinde gegen deren Willen festgehalten zu haben. Der Geistliche wurde daraufhin vom Katholischen Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz bis zur Klärung der Vorwürfe von seinen dienstlichen Verpflichtungen als Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Johannesburg entbunden. Zurzeit ist nicht bekannt, warum das Strafverfahren in Südafrika eingestellt worden ist.

Allerdings wird sich Pfarrer K. in Deutschland strafrechtlich verantworten müssen, weil gegen ihn ein internationaler Haftbefehl besteht. Das südafrikanische Gericht ist dem Antrag der Staatsanwaltschaft Krefeld gefolgt und hat die Auslieferung angeordnet. Grund für den internationalen Haftbefehl ist, dass der Pfarrer aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Krefeld dringend verdächtig ist, während seiner Dienstzeit im Bistum Aachen zwei Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Dieser Vorwurf wurde durch eine Selbstanzeige des Pfarrers vom 4. Mai 2010 untermauert.

Unmittelbar nach der Selbstanzeige hat der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff den Geistlichen vom priesterlichen Dienst suspendiert und den Bestimmungen entsprechend die Glaubenskongregation in Rom umfassend informiert. Die vatikanische Behörde hat Bischof Heinrich Mussinghoff angewiesen, mit weiteren kirchenrechtlichen Maßnahmen zu warten, bis Erkenntnisse des Gerichtsverfahrens in Südafrika und des Strafprozesses in Deutschland vorliegen. Im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird kirchenrechtlich über die Entlassung des Pfarrers aus dem Klerikerstand entschieden.

Pfarrer K. befindet sich zurzeit in Auslieferungshaft in einem Gefängnis in Südafrika. Die Auslieferung wird vom südafrikanischen Staat betrieben. Der südafrikanische Justizminister ist selbst mit dem Verfahren befasst. Sobald das Verwaltungsverfahren abgeschlossen ist, wird Pfarrer K. nach Deutschland ausgeliefert. (iba/Na 99) "