Montag, 1. Juli 2019

Harald Dreßing über neue Erkenntnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen für Opfer, angemessene Entschädigung und Einsicht in kirchliche Akten: "Die ursprünglich von Marx und Ackermann formulierte konzertierte Strategie ist nicht erkennbar"

Harald Dreßing im Gespräch mit Christiane Florin

Der Forensiker Harald Dreßing hat die Missbrauchs-Studie der deutschen Bischofskonferenz geleitet, und nun neue Erkenntnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen für die Opfer veröffentlicht. Er fordert angemessene Entschädigungen und Einsicht in kirchliche Akten, damit Täter und Mitwisser bekannt werden.

Freitag, 28. Juni 2019

Bischof Ackermann ist der Fall bekannt: "Man werde der Kritik des Pfarrers nachgehen"

„Ich habe zu lange gezögert“, meint J. Becker rückblickend. Und wirft die Frage auf, warum nicht mehr Katholiken und gerade Priester an die Öffentlichkeit gehen und Fehler eingestehen. 


J. Becker ist ehemaliger katholischer Priester, inzwischen aber aus der Kirche ausgetreten. Der Umgang der Kirche mit seinem Hinweis auf den Missbrauchsfall sei dafür der ausschlaggebende Grund gewesen, sagt er. Becker ist davon überzeugt, dass große Teile der Kirche an wirklicher Aufklärung viel zu wenig interessiert sind. „Das Neue an dem Verfahren des Vatikans ist: Man will den Betroffenen und den Zeugen zuhören und mit ihnen reden.“ Die Wirklichkeit sehe aber nach wie vor anders aus: „Es wird den Anzeigenden von sexuellem Missbrauch nicht geglaubt und nicht zugehört.“

Während des Katholikentags im Jahr 2000 in Hamburg habe ein katholischer Theologe Becker erzählt, dass er schon mehrfach sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche begangen habe. Vorübergehend sei auch gegen ihn ermittelt worden, weil ein 17-Jähriger Suizid verübt hatte. „Er fühlte sich schuldig, weil er mit ihm ebenfalls erotisch-sexuelle Kontakte gehabt hatte.“

Zehn Jahre später, als Becker erfährt, dass der katholische Theologe inzwischen eine Leitungsfunktion im Bistum Magdeburg innehatte und Jugendfahrten organisierte, habe Becker ihn angezeigt ...

Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, ist der Fall nach Angaben seiner Pressestelle bekannt. Beckers Kritik werde nachgegangen, teilte eine Sprecherin mit.


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Mittwoch, 26. Juni 2019

"Missbrauchsbeauftragter" der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann zum "Stand der Arbeiten" im Juni 2019



  • Es wurde eine bundesweite Erhebung durchgeführt, aus denen man Erkenntnisse gewinnen möchte, auf welcher Grundlage eine einheitliche, transparente und verbindliche Dokumentation über Missbrauchsbeschuldigungen in allen (Erz-)bistümern  erfolgen kann und soll. Diese Aufgabe wird von einer sogenannten "Expertengruppe" übernommen. 
  • Zur Weiterentwicklung des gegenwärtigen Verfahrens zur Anerkennung des Leids fand am 27. Mai 2019 ein "Kick-off-Workshop" statt, bei dem 28, sogenannte "fachkundige" Personen aus Kirche  und Gesellschaft",  Vorschläge für eine Reform des aktuellen Systems erarbeitet haben.   Eine "unabhängige Arbeitsgruppe" wird beauftragt, Grundsätze für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Verfahrens vorzulegen, die auf möglichst breite Zustimmung stoßen.
  • Zur "Sicherstellung einer transparenten und unabhängigen Aufarbeitung" entschließt sich die Katholische Kirche im Jahr 2019 dazu,  mit Hilfe einer weiteren "Arbeitsgruppe" des UBSKM eine "Vereinbarung zu einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich" zu schließen. 
  • Es wird eine Zusammenarbeit mit dem "Institut für Prävention und Aufarbeitung" (IPA), angestrebt, welches im Mai 2010 öffentlich angekündigt und im September 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Durch diese Zusammenarbeit soll ein verbindliches "überdiözesanes Monitoring" sichergestellt werden, welches die bisher bemängelten Undurchsichtigkeiten und Uneinheitlichkeiten im Umgang mit den Maßnamen und Verfahren zur Intervention, Prävention und Aufarbeitung systematisch und erfasst und beheben soll.

Quelle: dbk.de

Samstag, 22. Juni 2019

Bistum Trier: Ermittlungsverfahren gegen Bistumspriester und Diakon dauern an

Die in diesem Jahr eingeleiteten Ermittlungen gegen einen Trierer Bistumspriester und einen Diakon dauern an. Das sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf Anfrage unserer Zeitung. 

Gegen den Ruhestandspriester wird seit April wegen möglichen Missbrauchs eines Minderjährigen ermittelt. Das Geschehen soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft über ein Jahrzehnt zurückliegen. Derzeit liefen noch Zeugenvernehmungen, sagte Chef-Staatsanwalt Fritzen dem TV. Seit die angeblichen Übergriffe bekannt wurden, darf der Ruhestandsgeistliche keine Gottesdienste mehr halten. Gegenüber dem Bistum hatte der Priester die Vorwürfe im April zurückgewiesen. Inzwischen habe der Beschuldigte einen Rechtsanwalt beauftragt, so die Staatsanwaltschaft.

Auch das seit Februar laufende Ermittlungsverfahren gegen einen katholischen Diakon dauert an. Gegen den zuletzt in einem Trierer Krankenhaus beschäftigten Mann wird wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts ist die Auswertung der bei der Wohnungsdurchsuchung sichergestellten Datenträger noch nicht abgeschlossen.

Wann in den beiden Fällen mit einem Ende der Ermittlungen zu rechnen ist, steht noch nicht fest. 

Im Bistum Trier sind seit 1946 insgesamt 149 Priester wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Betroffen waren (mindestens /Anmerk. ca)  443 Opfer.

volksfreund.de

Mittwoch, 12. Juni 2019

Bistum Trier: Pädagogen im Bistum Trier sehen massiven Verlust an Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche - Bischof Ackermann will sich nicht zur Thematik äußern

Der Missbrauch und seine Vertuschung stellten nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft sei öffentlich zerrüttet.

Etwa 5000 Religionslehrerinnen und -lehrer im Bistum Trier bräuchten „konkrete Schritte und sichtbare Zeichen“ von Ackermann, wenn sie weiterhin als glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen des Glaubens, nicht nur vor den Schülerinnen und Schülern, sondern auch vor Kolleginnen und Kollegen, Eltern, Schulleitungen bestehen sollten.

In dem Forderungskatalog des Bundesverbands der katholischen Religionslehrerinnen und -lehrer, an Bischof Ackermann,  heißt es unter anderem:   „Wir fordern das Ende eines repressiven Umgangs mit innovativ denkenden Theologinnen und Theologen. Zudem wird ein radikaler Wandel hinsichtlich der katholischen Geschlechterlehre gefordert. „Wir fordern ein Umdenken in Fragen von Sexualität insbesondere auch von Homosexualität, die Wertschätzung der menschlichen, körperlichen Verfasstheit verbunden mit der Freude am Körper und der eigenen Sexualität. Dringend notwendig erscheint ein ehrlicher Blick in die eigenen Reihen im Hinblick auf die Themen Sexualität, Homosexualität und Beziehungsfähigkeit“, schreibt der Bundesverband.

Schüler entdeckten eine intransparente, unehrliche, machtorientierte Amtskirche, die den Schutz der Heiligkeit ihrer Institution höher achte als die Menschen, die sich ihr anvertrauten. „Der Missbrauch und seine Vertuschung stellen nur die Spitze des Eisbergs dar, an dem das majestätisch-stolze Schiff der Kirche unterzugehen droht. Die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft ist öffentlich zerrüttet“, so die Kritik der Religionslehrerinnen und -lehrer.

Bischof Ackermann wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Sprecherin Judith Rupp verwies stattdessen auf eine Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz, in der es heißt, man freue sich über die positive Resonanz, die der synodale Weg unter den Religionslehrkräften finde. 

saarbruecker-zeitung.de
volksfreunde.de

Sonntag, 2. Juni 2019

Bistum Trier: Leitlinien treffen laut Bistumssprecherin Rupp nicht bei "physischer Gewalt" zu

Gerolstein: Ein ehemaliger Schüler des Albertinums verlangt 80 000 Euro Schadenersatz vom Bistum Trier. Acht Jahre lang habe er im Gerolsteiner Internat Gewalt erlebt. Acht Jahre lang habe er "unter kirchlicher Obhut Gewalt, Demütigung und Willkür erleiden müssen. Sein Arbeitsleben und seine Beziehungen hätten gelitten."

Bis heute hat der Mainzer kein Geld bekommen. Bistumssprecherin Judith Rupp erklärt das auf TV-Anfrage so: „Im Fall des Herrn F. handelt es sich nach dessen Angaben nicht um sexuelle, sondern physische Gewalt. Daher greifen hier nicht die Leitlinien mit den Vorgaben zu Leistungen als Anerkennung erlittenen Leids.“

volksfreund.de



  • Ackermann will auf externe Missbrauchs-Aufklärer setzen: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann will Missbrauchsverdachtsfälle in kirchlichen Einrichtungen künftig von externen Experten untersuchen lassen. Zurzeit werden Vorfälle am bereits geschlossenen Internat Albertinum geprüft (domradio, 12.03.2019)
  • Gerolstein: Das Bistum Trier hat weitere Fälle von sexuellem Missbrauch eingeräumt. Unsere Reportage widmet sich exemplarisch dem einstigen Internat in Gerolstein. Die Betroffenen beschuldigen Mitarbeiter, die vormals als unbescholten galten – und fragen nach einer Mitschuld der Kirche. (TV, 25.09.2018)
  • Gerolstein: Erst jetzt zugegeben: Jahrzehntelang wurden Jungs im kirchlichen Internat Albertinum misshandelt (TV, 11.05.2018)

Donnerstag, 30. Mai 2019

Bistum Trier / Münster: Forscher Dreßing erwartet Rücktritte in der Kirche

Der Mannheimer Psychiater Professor Harald Dreßing hat die Kirche aufgefordert, die Verantwortung für den sexuellen Missbrauch an Kindern durch Kleriker zu übernehmen. „Es gibt kein Unternehmen, bei dem es nicht in einem solchen Fall zu Rücktritten käme“, sagte der Projektleiter der im Herbst 2018 vorgelegten Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstagabend in Münster.

Jeder Beschuldigte im Missbrauchsskandal habe mehrere Mitverantwortliche, die etwas gewusst hätten, „darunter Leute, die noch in Amt und Würden sind“, so Dreßing. Diese Personen, auch Bischöfe und Generalvikare, müssten benannt und aufgefordert werden, Verantwortung zu übernehmen. (kirche-und-leben.de)


Bischof Ackermann betonte noch 2 Tage zuvor, dass er in Abgründe geschaut habe, seitdem er das Amt des Missbrauchsbeauftragten innehabe.  Sein Amt abzugeben, komme aber nicht in Frage. (swr.de).


Ackermann gibt an, dass er als Missbrauchsbeauftragter in Abgründe geschaut habe. Diese Aussage mag korrekt erscheinen. Ich halte es jedoch für fraglich, ob er diese Abgründe - sowohl als Missbrauchsbeauftragter der DBK als auch als Bischof in seinem eigenen Bistum Trier realisiert hat. Betroffene brauchen mitunter Jahrzehnte, bis sie tatsächlich "realisieren", was geschah. Um die erlittenen Traumata als auch die Folgen zu überleben, setzten bei unsereinem verschiedene Überlebensmechanismen ein, die bis hin zur Abspaltung führten.   Bischof Ackermann scheint eine solche Realisation innerhalb kürzester Zeit gelungen zu sein. Dies klingt allerdings mehr als unwahrscheinlich.  Vor allem vor dem Hintergrund, dass er auf verschiedenen Ebenen selbst in diese Thematik involviert ist, wäre eine Realisierung der Tatsachen  ein ungewöhnliches psychologisches Phänomen. Es klingt eher danach, als sei sein Selbstschutzprogramm derzeit hochaktiv.  / ca


Bistum Trier: Bischof Ackermann kündigt "Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt" (IPA) an

Nachtrag: 27.05.2019

Trier Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch gründet die katholische Kirche ein Institut: Das Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt (IPA) gehe am 15. September auf Burg Lantershofen bei Bonn an den Start, teilte der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Montag (27. Mai) mit.

Das Institut solle mit externen Wissenschaftlern und Organisationen Standards für den Umgang mit dem Thema Missbrauch erarbeiten und ein „einheitliches Vorgehen“ in allen deutschen Bistümern fördern. Ackermann ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich.

(dpa-Meldung) saarbruecker-zeitung.de



  • Institut für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch gegründet: "Es gibt nichts Vergleichbares momentan" - Im September wird das neue Institut für Prävention und Aufarbeitung der Deutschen Bischofskonferenz seine Arbeit aufnehmen. Leiter wird der Präventionsbeauftragte im Erzbistum Köln, Oliver Vogt. Was erwartet ihn? (domradio.de)

Bistum Trier: Bischof Ackermann 10 Jahre Bischof von Trier: "Eigentlich wollte ich Musiklehrer werden"

Nachtrag: 24.05.2019



Als Stephan Ackermann 2009 Bischof von Trier wird, ist er 46 Jahre alt. Ackermann gilt damals als Reformer, viele hoffen auf frischen Wind im ältesten Bistum Deutschlands. Doch diese Erwartungen hat Ackermann für viele nicht erfüllt. Manch einer sagt sogar, der Bischof wirke inzwischen mutlos, sei vorsichtig geworden. Ackermann selbst sieht das etwas anders. - Ackermann sagte dem SWR, er glaube, dass er auch heute mutige Entscheidungen treffe. Auch wenn das in der großen Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen werde. 

Seit 2010 Missbrauchsbeauftragter
Kurz nach Beginn seiner Amtszeit als Trierer Bischof wird er 2010 Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Das Amt verändert ihn. In Abgründe habe er geschaut, sagte er einmal. Es abzugeben, komme aber nicht in Frage.

Text- und Bildquelle: swr.de

Mittwoch, 22. Mai 2019

Bischof Ackermann trifft sich mit UBSKM Johannes Rörig

Bischof Ackermann und die mit ihm anwesenden Vertreter von Bistümern und Orden zeigten sich erfreut über das Gespräch: „Wir haben einen ersten Fahrplan erarbeiten können, um zusammen mit dem UBSKM weitere Schritte zu planen:

Der intensive Austausch führte zu der Übereinkunft, dass möglichst bis zum Herbst Eckpunkte einer Vereinbarung zu strukturellen Festlegungen und einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich abgeschlossen werden sollte. "

die komplette Pressemitteilung auf "beauftragter-missbrauch.de" lesen

Samstag, 4. Mai 2019

Bistum Trier / Ayl (Nachtrag): Erneut Pfarrer unter Verdacht

09. April 2019

Wie Bischofssprecherin Judith Rupp auf Anfrage dem "Trierischen Volksfreund" bestätigte, gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ruhestandspriester aus der Region. Der Geistliche bestreite die Vorwürfe. Er darf aber nach Informationen des "Trierischen Volksfreund" derzeit keine Gottesdienste mehr halten. Zudem wurde die Staatsanwaltschaft informiert, bestätigte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der Hinweis werde auf seine strafrechtliche Relevanz überprüft.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Freitag, 26. April 2019

Bistum Trier: "Es reicht - endgültig!"

aktualisiert am 07.05.2019



  • Leserbriefe zu den Artikel „Kriminologe attackiert Trierer Bischof“  und „Bistümer im Land suchen Gespräch mit Opfern“  sowie zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Es reicht – endgültig!“ ("Trierischer Volksfreund")
  • Leserbriefe zu dem Artikel "Kriminologe attackiert Trierer Bischof : << Wir lassen uns nicht kaufen >>" ("Trierischer Volksfreund")
  • Leserbriefe zu dem Artikel "Wir lassen uns nicht kaufen" (blog.zeit.de)

Donnerstag, 18. April 2019

Bistum Trier: Bischof Ackermann schweigt zu Vorwürfen

"Auf einmal verkrampfte Bischof Ackermann - körperlich und von der Sprache her. Er redete mich mit 'Professor Pfeiffer' an und erklärte mir, wenn ich mich weigere, den Vertrag zu unterschreiben, und der Zensurvorwurf nach draußen dringe, dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche - und das wünsche er niemandem. Er erklärte weiter, dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden und offenlegen müssten, welche Schwierigkeiten es mit dem Institut gegeben habe. Er sagte, dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde, wenn ich nicht unterschriebe."
          Quelle: Prof. Dr. Christian Pfeiffer im Interview mit "die Zeit"



Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat im Zusammenhang mit der vor sechs Jahren abgebrochenen Studie zum sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche Vorwürfe gegen den Trierer Bischof Stephan Ackermann erhoben. Pfeiffer sprach in einem Interview mit der "Zeit" von einem "Versuch der Nötigung".

Dass es einen solchen Vorfall gegeben haben soll, hatte Kriminologe Pfeiffer schon damals gegenüber der "Zeit" angedeutet. Doch die ganze Geschichte wollte er nicht erzählen, da er Schaden von dem Kriminologischen Institut in Hannover abwenden wollte. Das Institut bezog einen Großteil seiner Forschungsgelder vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Jetzt ist Peiffer im Ruhestand und er sagt, er habe jetzt nicht mehr gezögert, als die "Zeit" ihn wieder auf die Vorkommnisse von 2012 angesprochen hatte.

Bischof Stephan Ackermann wollte sich am Donnerstag nicht zu den Vorwürfen äußern. Seine Sprecherin verwies nur auf ein vor sechs Jahren erschienenes Positionspapier der Deutschen Bischofskonferenz zu dem Thema. Darin heißt es unter anderem: "Gegen den Vorwurf von Professor Pfeiffer, die katholische Kirche sei durch ihre Zensur- und Kontrollwünsche für das Scheitern der Zusammenarbeit verantwortlich, verwahren wir uns entschieden."

(swr.de)

Dienstag, 16. April 2019

Bistum Trier: Schwere Vorwürfe des früheren Justizministers und Experten Christian Pfeiffer gegenüber Bischof Ackermann

Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer wirft der katholischen Kirche vor, seinem Forschungsinstitut im Zuge einer Missbrauchsaufklärung Geld angeboten und ihn selbst bedroht zu haben, um ihn und seine Kollegen zum Schweigen über ihre Sicht zu den Umständen des Scheiterns einer gemeinsamen Studie zu bringen. Das berichtet der ehemalige niedersächsische Justizminister in der "Zeit".

"Wir lassen uns nicht kaufen", hatte der Kriminologe nach eigener Aussage im Dezember 2012 gegenüber Bischof Stephan Ackermann erklärt, dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz.

Dieses Institut hatten die Bischöfe 2011 mit einer großen Missbrauchsstudie beauftragt. 2012 sei Pfeiffer als Leiter des KFN angeboten worden, "dass wir nicht ausgegebene Forschungsmittel in Höhe von circa 120.000 Euro für sonstige Forschungszwecke behalten dürfen." Das habe Pfeiffer im Namen des KFN abgelehnt.

Daraufhin habe Ackermann dem Kriminologen gedroht, laut Pfeiffer mit den Worten "dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche – und das wünsche er niemandem". Der Bischof habe erklärt, "dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden", "dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde", wenn keine Schweigevereinbarung zustande käme, berichtet Pfeiffer und spricht in der "Zeit" vom "Versuch einer Nötigung."

zum vollständigen Artikel auf  abendblatt.de



  • Bischof Ackermann wollte sich auf Anfrage des "Trierischen Volksfreund" am Mittwoch nicht zu den Vorwürfen äußern. Alle Fragen zu dem gescheiterten Forschungsprojekt seien damals beantwortet worden, sagte Bischofssprecherin Judith Rupp unter Verweis auf ein vor sechs Jahren erschienenes mehrseitiges Papier zum Thema.

Dienstag, 9. April 2019

Bistum Trier: Berühmter Trierer Tenor: "Ich wurde als Kind von einem Pater vergewaltigt"

Der bekannte Trierer Tenor Thomas Kiessling gibt an, von einem Pater vergewaltigt worden zu sein.  Der 56-Jährige hatte dies erst vor kur­zem öffentlich bekanntgemacht. „Ich wurde als Kind von einem Pater vergewaltigt“, sagte Kiessling bei der Tagung am Dienstag: „Ich bin Opfer.“ Demnach sei er als Kind von einem Pater der Trierer Abtei St. Matthias missbraucht worden. 

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Im Bistum Trier ist über die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche diskutiert worden. Zum ersten Mal berichteten Opfer öffentlich über ihre Eindrücke zu der Studie.


Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wies bei der Veranstaltung den Vorwurf zurück, er sei nicht zum Gespräch mit Missbrauchsopfern bereit. Ackermann sagte, er habe jetzt (nach 9 Jahren (!) / Anmerk. ca) ein Gespräch mit der Missbrauchsinitiative "MissBit" ins Auge gefasst. Er sei bereit, sich kritisch hinterfragen zu lassen.

swr.de

Bistum Trier: Bischof Ackermann stellt sich heute der Kritik von Missbrauchsopfern

Das Bistum Trier informiert über die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz. Bei der Veranstaltung werden auch Betroffene zu Wort kommen. Für Bischof Stephan Ackermann ein wichtiger Schritt.

Auch die Missbrauchsinitiative "MissBit" (Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier) begrüßt die Veranstaltung in Trier. 

Eine Gruppe von Pastoral- und Gemeindereferenten hatte das Treffen initiiert. 

Angesprochen sind Seelsorger und Mitarbeiter des Bistums. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sprach bei der Veranstaltung von einem Lernprozess der katholischen Kirche im Umgang mit den Missbrauchsopfern

Der Psychiater Jörg Felgert referiert über die Ergebnisse der Studie und die Dunkelziffer. Er war auch im Beirat der Missbrauchsstudie. In Arbeitsgruppen wird unter anderem darüber diskutiert, wie die Missbrauchsfälle aufgearbeitet werden können. Die Studie hatte allein im Bistum Trier mehr als 440 Missbrauchsfälle nachgewiesen.

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Montag, 1. April 2019

Bistum Trier: Neue Ansprechpartnerin bei Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs

Bildquelle: bistum-trier.de



Trier/Saarlouis – Die Saarlouiser Rechtsanwältin Ursula Trappe ist ab sofort unabhängige Ansprechperson in Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier. Die Fachanwältin für Familienrecht mit einer Zusatzausbildung als Mediatorin ist gemäß den „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mittarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (vgl. Abschnitt B „Zuständigkeiten“) für diese Aufgabe von Bischof Dr. Stephan Ackermann beauftragt worden. Sie ist in ihrer Arbeit vom Bischof und dem Bistum unabhängig. Ursula Trappe ist erreichbar unter der E-Mail ursula.trappe(at)bistum-trier.de oder Telefon 0151-50681592

Ursula Trappe folgt in dieser Aufgabe auf Gisela Lauer, die bis Ende 2018 eine der beiden unabhängigen Ansprechpersonen des Bistums war. Zweite Ansprechperson ist Peter Rütten. Menschen, die Hinweise auf Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs haben oder davon betroffen sind, können sich an die beiden Personen wenden. Gespräche mit den Ansprechpersonen unterliegen der Vertraulichkeit. Die Ansprechpersonen informieren über Verdachtsfälle den Bischof, der dann das weitere Vorgehen in Gang setzt (vgl. Leitlinien Abschnitt C „Vorgehen nach Kenntnisnahme eines Hinweises“).

Weitere Informationen sind unter https://www.bistum-trier.de/hilfe-soziales/sexualisierte-gewalt im Internet zu finden.

Sonntag, 24. März 2019

Bischof Ackermann: "Das Verheerende war, dass Angehörigen und Opfern der Mut fehlte zu sprechen."



Opfern und ihren Angehörigen fehlte der Mut zu sprechen. 
Laut Ackermann sei dies das Verheerende in den letzten Jahrzehnten gewesen.


Ackermann: "Angehörige haben sich nicht getraut, weil es keine Kultur des Sprechens gab über das Thema „Sexualität“. Weil auch der Priester eine so oft überhöhte sakrale Figur war, dass es keinen Mut gab zu sprechen. Es gab aber auch Menschen, die gesagt haben: „Das traue ich mir nicht zu, mir wird keiner glauben.“  Das war das Verheerende in den vergangenen Jahrzehnten."

Ackermann auf die Frage nach der Verantwortung der Bischöfe: "Also, man muss diejenigen, die ihre Amtspflichten verletzt haben und wo das sozusagen sich auch nachweisen lässt, verurteilen. Da, wo es Vergehen gibt, müssen sie benannt und auch bestraft werden. Aber in ganz vielen Fällen ist es so, dass dann die Tat verjährt ist und das staatliche Gericht, die staatliche Strafverfolgungsbehörde nicht tätig wird."

Donnerstag, 21. März 2019

Bistum Trier / Freisen II: Täter- oder Opferschutz? - Der Fall des ehemaligen Trierer Priesterseminaristen "Bruder Wolfgang"

Michael Imlau, ehemaliger Mitstudent von "Bruder Dominik" (Pfarrer V.), und Pfarrer aus Hamburg:

"Er (Pfarrer V., Anmerk. ca) erzählte mir dann, Bernhard Backovsky werde ihm helfen. Ich fragte ihn, warum hilft Bernhard Backovsky dir? Grinsend antwortete der Mitstudent: "Weil ich die Backovsky-Brüder in der Hand habe. Als ich nachfragte, "Mit was hast du die Backovsky-Brüder in der Hand?" antwortete er: "Das ist meine Lebensversicherung. Das werde ich dir ganz bestimmt nicht sagen."