Mittwoch, 16. Mai 2012

Der "ranghöchste Katholik in Deutschland" auf die Frage: "Haben Sie in dem Skandaljahr 2010, wie es von Ihrer Kirche selbst genannt wird, auch mal gehadert mit Ihrer Kirche, als Sie erfahren haben, was für abscheuliche Verbrechen dort begangen wurden: Sexualverbrechen an kleinen Kindern? Und vor allem: Wie feige Ihre Institution damit umgegangen ist? Haben Sie da selber mal gehadert mit der Institution Kirche?"

Der "ranghöchste Katholik in Deutschland" 
auf die Frage: 

"Haben Sie in dem Skandaljahr 2010, wie es von Ihrer Kirche selbst genannt wird, auch mal gehadert mit Ihrer Kirche, als Sie erfahren haben, was für abscheuliche Verbrechen dort begangen wurden: Sexualverbrechen an kleinen Kindern? Und vor allem:  Wie feige Ihre Institution damit umgegangen ist? Haben Sie da selber mal gehadert mit der Institution Kirche?"

Antwort:
"Es war erschreckend für uns, das zur Kenntnis zu nehmen, das zu erfahren. Aber wir dürfen aber auch sagen, wir haben versucht, uns dieser Realität zu stellen, auch der Dinge nachzugehen, aufzuarbeiten und auch entsprechende Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Das ist wichtig. Aber es ist tatsächlich ein Schmerz in unserer Kirche und wir haben alle gespürt, da sind Wunden da, die noch Zeit brauchen, bis sie ganz heile werden."


http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/446#/beitrag/einzelsendung/1643078/Morgenmagazin-vom-16-Mai-2012


Ja, ranghöchster Katholik! Ihr dürft sagen, ihr habt versucht, euch der Realität zu stellen, auch der Dinge nachzugehen, aufzuarbeiten und auch entsprechende Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Aber dann sagt auch bitte, dass ihr versagt habt bei Eurem Versuch!




Eure Exzellenz!
Wir hätten da ein Problem....




Quelle
Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
Arbeitsprogramm 2012/2013
Stand: 11.05.2012



Keine Vereinbarung unterzeichnet! 
Noch nicht einmal unterschriftsreif!




Missbrauchsopfer demonstrieren vor dem Trierer Dom



SWR-Mediathek
13.05.2012 / 19.45h / 01.30 min

Dienstag, 15. Mai 2012

"Macht gegen Ohnmacht" - Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier demonstrieren. Wogegen erklärt sich von selbst, wenn man nachfolgend hört, was Kronenburg meint, sagen zu müssen







Bichof Ackermann stand dem SR für das Interview nicht zur Verfügung. Dafür schickte er seinen Märchenonkel vor.  Mal wieder.  Und "plakativ". Eure Exzellenz scheint das Thema doch aussparen zu wollen, wenn es drauf ankommt. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der SR nicht unmittelbar dem Bistum "untersteht", sondern eine möglichst unabhängige Berichterstattung bevorzugt.   Was man von Kronenburgs "Busenfreunde" beim SWR, geschweige denn beim kleinen "Trierischen Volksfreund"  nachweislich nicht behaupten kann. Aber dazu später mehr. Jetzt zum Wesentlichen:

(Vorsicht:  Die Worte von Kronenburg riefen bei einigen Opfern und Betroffenen nachweislich starke Übelkeit hervor!)



Sonntag, 6. Mai 2012

DEMO AM DOM







Trier 
13.05.2012

ab 13.00h
____________________________








Zur Erinnerung


Priester aus Saarland wegen Missbrauchs verdächtigt


16.03.2012, 14:09 Uhr | dapd 
Saarländischer Priester wird wegen Missbrauchs verdächtigt. 

"Ein saarländischer Priester im Ruhestand wird des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt. Dabei gehe es um Vorwürfe, die sich auf die 1970er-Jahre beziehen, wie das Bistum Trier am Freitag mitteilte.
Bischof Stephan Ackermann habe dem Priester bis zum Abschluss der kirchlichen Voruntersuchungen untersagt, öffentliche Gottesdienste in jeglicher Art zu feiern. Zudem wurde dem Priester untersagt, in der Kinder- und Jugendarbeit tätig zu sein. Den Angaben zufolge hat das Bistum die Staatsanwaltschaft informiert. Informationen zu den Details des Priesters und seiner Wirkungsstätte wollte das Bistum auf Anfrage nicht nennen."
Quelle

Jetzt fragt man sich doch tatsächlich, warum Euer Exzellenz so konsequent auf diesen Priester (nennen wir ihn, um Verwechslungen auszuschließen einfach mal Priester A.) zu reagieren scheint? 



Stand da nicht schon vorher etwas in seiner Priesterakte?

Wie inzwischen bekannt ist, wäre dies allerdings nicht von großer Bedeutung - für das Bistum. Selbst nach Verurteilungen werden wegen sexuellen Missbrauchs überführte Priester schließlich weiterhin eingesetzt. Und wenn sie aufgrund ihrer Vergehen entpflichtet wurden, hat dies nachweislich ebenfalls reichlich wenig zu bedeuten: Nach Monaten bzw. wenigen Jahren tauchen diese ja doch wieder aktiv auf. Manche werden dann - nachdem sie erneut missbraucht haben - erneut entpflichtet. Und - schwupps - wenige Monate später, wieder aktiv.

Also erscheint das Verhalten von Bischof Ackermann im Fall des Priesters A. doch auffallend merkwürdig. Resolutes Handeln, Konsequenz, ja, sogar das Verbot von Feiern öffentlicher Gottesdienste "jeglicher Art" sind wir ja erfahrungsgemäß nicht gewohnt von dem "Missbrauchsbeauftragten" der DBK, Dr. Stephan Ackermann.
Ein Gegenbeweis für das widersprüchliche Handeln seiner Exzellenz liegt - wie so oft - zufällig vor: Ein anderer Priester aus dem Saarland nämlich (nennen wir den jetzt der alphabetischen Logik nach einfach mal Pfarrer B.,  dessen Pfarrei gar nicht so weit weg ist, von dem Ort, an dem Priester A. tätig war)  wurde in etwa zeitgleich mit dem Vorwurf sexuellen Missbrauchs konfrontiert. Und was geschah? Gar nix! Allerdings heißt es seitens des Generalvikariats: "Pfarrer B. hat von sich aus ab Januar darauf verzichtet, öffentlich zu zelebrieren." Wie bitte?  Freiwillig? Oder doch auf Drängen des Bistums? Wenn freiwillig, warum? Priester B. hat nämlich angeblich nichts zu verbergen. Das behauptet zumindest sein Anwalt - und der muss es wissen.  Der Fachbereich dieses Anwaltes spielt jetzt mal keine Rolle.  Besser ist das.  Also weiter: Und wenn doch auf Drängen des Bistums? Wieso bei Pfarrer B. ja und bei nachfolgenden Pfarrer C. nicht?  Bestehen da etwas doch Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit? Man kann es also Drehen und Wenden wie man möchte. Es passt einfach nicht. Weder das Eine, noch das Andere.
Also, wo ist der Haken an der Sache im Fall des Priesters A.? Warum das stringente Handeln in seinem Fall? Weil er Kuratoriumsmitglied im Forum Deutscher Katholiken ist? Weil dort u.a.  auch Johanna Gräfin von Westphalen,  Professor Dr. Dr. Ockenfels OP und zufällig auch Seine Exzellenz, Bischof Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg Kuratoriumsmitglieder sind? Weil Priester A.  zum Ehrendomherr ernannt wurde?  Weil er Mitglied und Gründer diverser Studentenverbindungen ist? Oder weil unser damaliger Ministerpräsident Dr. Franz Josef Röder Priester A. mit dem  Bundesverdienstverkreuz am Bande auszeichnete? Ein weiterer Aspekt könnte natürlich sein: Als Kaplan erlebte Priester A. zwei  Konzilsperioden des Zweiten Vaticanum in Rom und lernte dort den jungen Professor Joseph Ratzinger als Konzils-Peritus kennen. Seither verbindet ihn eine enge Freundschaft mit dem heutigen Papst, den er im März 2011 anlässlich seines Weihetages sprechen und den päpstlichen Segen empfangen konnte. 
Und jetzt vergleiche mal einfach noch einmal den Zeitpunkt, an dem beiden Priestern die Taten unterstellt werden.  Wer war denn da noch vor Ort? Hoppala?! Liebes Bistum! Mai 1985?! Na, dann überlegen wir doch einmal kollektiv, wer sich zu diesem Zeitpunkt wo befand? Und zwar am Ersten sowie am Letzten dieses Monats.  Vielleicht sollte man das ganze auch nach Weihegrad filtern...


Ein weiteres Beispiel:  Moment, wir nennen ihn jetzt konsequenterweise mal Pfarrer C.  Ebenfalls in derselben Region tätig (!) gewesen. Dieser zelebriert in diesem Monat 4 Messen. Zufällig lautet der Ort, an dem er heute seiner Tätigkeit nachgeht genauso wie sein Name. Vorwurf Pfarrer C. gegenüber: "Die übliche normale soziale Distanz sei in einer sehr unangenehmen Weise unterschritten worden." Höflich formuliert von Rütten. Während Kind A weiteres abgewehrt hat, gibt es da aber auch noch Kind B. Und Kind B habe sich aber leider nicht gegen die "körperlichen Distanzunterschreitungen" wehren können. Da geschah etwas, was nicht sehr angenehm war. Auch das ist Rütten bekannt. Laut Rütten liegt im Falle von Kind A keine strafbare Handlung vor.  Nach Kirchenrecht vielleicht nicht. Allerdings lautet § 174 Abs. c StGB: "Allein der Versuch ist strafbar". Aber wie will man das heute beweisen?  Kind A von damals hat sich glücklicherweise wehren können. Kind B nicht. 


Da hätten wir aber noch den Fall D. Medial weit verbreitet und scheinbar doch ein wenig in Vergessenheit geraten. Aber keine Angst, liebes Bistum. Wir werden seine Brisanz noch einmal in Erinnerung rufen. In diesem Fall liest sich das letzte Schreiben des Bistums an das Opfer nämlich extrem ungünstig - für das Bistum.  Es scheint dort tatsächlich ein paar grundsätzliche Probleme zu geben. Aber dazu  im Laufe der nächsten Stunden mehr.
Wir bleiben also gespannt - und werden selbstverständlich unseren Teil zu der Aufklärung beitragen. Dafür dürften Schafsbrief.de und MIssBiT ja inzwischen bekannt sein.
Und immer dran denken: "Den Menschen Hoffnung auf Zukunft geben", "Selig, wer deine Weisungen kennt, und danach handelt", "Was ich dir auftrage, sollst du verkünden".
Nicht ohne Grund!

In diesem Sinne.



Samstag, 5. Mai 2012

Wikipedia: Stephan Ackermann



Stephan Ackermann



Am 25. Februar 2010 wurde Ackermann von der Deutschen Bischofskonferenz zum „Missbrauchsbeauftragten“ ernannt. Er ist mit Unterstützung eines bei der Bischofskonferenz eingerichteten Büros zentraler Ansprechpartner für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich in Deutschland.[5] In seiner bisherigen Zeit in dieser Funktion wurden die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz überarbeitet. [6] Ebenso wurde eine neue Rahmenordnung Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz auf den Weg gebracht. [7]
Im März 2012 berichtete Der Spiegel, dass Ackermann in seinem Bistum angeblich sieben pädophile und zum Teil vorbestrafte Priester als Seelsorger beschäftige. Dies wurde von Kirchenmitarbeitern und Opfern als unhaltbar kritisiert. [8]
Die Deutsche Bischofskonferenz betonte, dass hier in Übereinstimmung mit den bestehenden Richtlinien gehandelt werde. Diese seien unter breiter Beteiligung von Experten mit psychiatrisch-psychotherapeutischem und juristischem Sachverstand sowie im Gespräch mit Vertretern von Opferschutzverbänden und im Kontakt mit Mitgliedern des Runden Tisches der Bundesregierung erarbeitet worden. Es gebe in Deutschland kein generelles Beschäftigungsverbot für sexual-straffällig gewordene Priester.[9]
Nach Verbüßen ihrer juristischen Strafe, aber auch in Fällen, bei denen die Taten juristisch bereits verjährt sind, müssten "Missbrauchstäter" sich einem forensischen Gutachten unterziehen, auf dessen Grundlage dann über ihren weiteren Einsatz entschieden werde. Ausgeschlossen sei auf jeden Fall nach den Leitlinien Nummer 41-47, die die "Konsequenzen für den Täter" festlegen, dass die betreffende Person in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werde. [10]
Obwohl Bischof Ackermann keinen grundsätzlichen Änderungsbedarf an den Leitlinien sieht, sieht er dennoch Klärungsbedarf bei der Frage, ob und wie jemand weiter glaubwürdig als Priester arbeiten könne, wenn er "Missbrauchstäter" geworden ist. Im Jahr 2013 sollen die Leitlinien, wie bereits 2010 angekündigt, noch einmal überprüft werden. [11]
Entgegen den ursprünglichen Darstellungen des Bistums und auch gegen dessen Richtlinien hielt zumindest ein vorbestrafter Priester einen Gottesdienst, in dem sich Kommunionkinder vorstellten. Dies wurde mittlerweile vom Bistum bestätigt.[12]
Zudem wurden Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof Ackermann laut. So habe er auf Missbrauchsmeldungen zweier Pater nicht reagiert, zudem seien diese anschließend vom Bistum unter Druck gesetzt und eingeschüchtert worden. Schließlich seien sie aus ihren Ämter entpflichtet worden. Zu dieser Zeit war Ackermann bereits Missbrauchsbeauftragter. Einem der Priester sei vom Bistum mitgeteilt worden, dass beschlossen worden sei, "die Missbrauchsgeschichten in Köllerbach aus der Diözese raus zu halten" und dass er sich still verhalten und nichts weiter unternehmen solle. Während der Pater, der den Fall weitermeldete und im März 2012 einen Brief an das Bistum verfasste, mittlerweile von diesem ein schriftliches Redeverbot erhalten habe, sei einer der Täter dagegen noch immer in der Gemeinde aktiv.[13]



Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche


Bistum Trier 

Für das Bistum Trier wurden 2010 gegen 20 Priester Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erhoben. Sechs weitere Fälle waren dem Bistum bereits vorher bekannt und geahndet worden. Die neuen Fälle waren bekannt geworden, weil sich 35 Opfer an den Trierer Bischof Stephan Ackermann gewandt hatten.[58] Bis Januar 2011 hatte sich die Zahl der Beschuldigten auf 34 Priester und einen Laienmitarbeiter erhöht. Bei der Staatsanwaltschaft waren neun Anzeigen eingegangen, von denen noch eine gegen einen Obermessdiener aus der Eifel verfolgt wurde.[155] Die Zahl der Opfer lag im Februar 2011 bei 40 Opfern seit 1950.[156]

Im Fall des Priesters, Theologen und ehemaligen Direktors des Katholischen Bibelwerks Stuttgart (1979 - 1989), Prof.Dr. Paul-Gerhard Müller, hat der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom die Aufhebung der Verjährung empfohlen.[157][158]

Die Staatsanwaltschaft Koblenz stellte 2010 darüber hinaus ein Verfahren gegen einen katholischen Priester und ehemaligen Religionslehrer wegen Verjährung ein. Er hatte im Zeitraum von 1985 bis 1987 drei Schüler missbraucht.[38]

Die Rhein-Zeitung berichtete von einem Fall von 1994 im Internat der Salesianer Don Boscos in Bendorf, bei dem der Internatsleiter den betroffenen Erzieher sofort freigestellt und die Kriminalpolizei eingeschaltet hatte.[159] Zudem wurde auch von einem 1968 wegen "Verführung Minderjähriger" zu vier Jahren verurteilten Salesianer berichtet. Ein anderer Erzieher war zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.[41]

In Homburg (Saar) soll ein Pater einen Jungen an einem Gymnasium missbraucht haben.[80]

Weitere Vorwürfe richteten sich gegen das Internat Biesdorf der Missionare von der Heiligen Familie.[80]

Die Aufklärungsarbeit des Bistums wird teilweise sehr unterschiedlich bewertet. So soll ein abermaliges Treffen von Bischof Stephan Ackermann mit der Hälfte der 44 im Bistum bekannten Missbrauchsopfer im April 2011 in "ruhiger und offener Atmosphäre" stattgefunden haben. Zeitgleich demonstrierten andere Missbrauchsopfer gegen die ihrer Meinung nach unzureichende Aufklärungsarbeit des Bistums.[160]


Im Mai 2011 wurde durch den Benediktinerorden bekannt, dass ein Bruder der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier zugab, sich in den 1970er und 1980er Jahren an Jugendlichen vergangen zu haben.[161][162]

Das Landgericht Trier verurteilte im Mai 2011 einen 26-jährigen Obermessdiener aus der Verbandsgemeinde Gerolstein zu drei Jahren Gefängnis. Er wurde des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, des sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen in elf Fällen schuldig gesprochen. Er hatte unter anderm jüngere Messdiener in der Sakristei der Kirche missbraucht und diese dafür bezahlt. Der Obermessdiener war selbst zuvor von einem Vikar der Kirche missbraucht worden und gab als Grund für seine Übergriffe Schwierigkeiten mit seiner homosexuellen Orientierung an. Der Vikar, zuletzt in der Gemeinde Dierdorf im Dekanat Rhein-Wied (Landkreis Neuwied) tätig, wurde im März vom Bistum Trier beurlaubt. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde bereits wegen Verjährung eingestellt.[163]

Bis Ende Juni 2011 wurden beim Bistum Trier 26 Anträge wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt. In elf Fällen war die Entschädigung bereits gezahlt worden.[94]

Im März 2012 berichtete Der Spiegel, dass Ackermann in seinem Bistum mindestens sieben pädophile und zum Teil vorbestrafte Priester als Seelsorger beschäftige, was von Kirchenmitarbeitern und Opfern als unhaltbar kritisiert wurde.[164] Das Bistum Trier widersprach dieser Darstellung und gab an, dass das Handeln von Bischof Ackermann in voller Übereinstimmung mit den Leitlinien erfolge. Diese sehen vor, dass ein verurteilter Täter, wenn er im kirchlichen Dienst verbleibt, nicht mehr in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden kann. Stattdessen wird ein forensisches Gutachten eingeholt, das klärt, inwieweit ein verurteilter Täter gefahrlos in einem eingeschränkten Dienst unter Auflagen in anderen Bereichen tätig bleiben kann. Etwaige Dienstvorgesetzte werden über die jeweilige Person und die gegen sie erlassenen Auflagen vollumfänglich informiert. In einem Fall, über den der Trierer Volksfreund ausführlicher berichtete, sei dies auch so geschehen. Dabei ging es um einen Priester, der Mitte der 1990er Jahre wegen sexuellen Missbrauchs von 15 Mädchen vom Landgericht Trier zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Er wurde nach dem Urteil in der Krankenhaus- und Seniorenseelsorge sowie seit 2010 aushilfsweise auch in der Pfarrseelsorge eingesetzt.[165] Das Bistum Trier gab an, die Lösung eines eingeschränkten Dienstes auch unter präventiven Gesichtspunkten einer Totalentlassung insgesamt vorzuziehen.[166] Bischof Ackermann bekräftigte diese Postition in einem Interview, in dem er die Kirche insgesamt auch noch einmal mit der Frage konfrontiert sah, wie jemand, der Täter geworden ist, weiterhin glaubwürdig Priester sein könne.[167] Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Rörig, äußerte, ein Täter dürfe unter keinen Umständen wieder Zugang zu Kindern oder Jugendlichen bekommen, auch nicht über den Umweg der Seelsorge.[168]

Am 29. März 2012 bestätigte das Bistum, dass ein bereits 1995 wegen sexueller Übergriffe gegen Mädchen vorbestrafter Priester zweieinhalb Wochen zuvor einen Gottesdienst gehalten hatte, in dem sich auch die diesjährigen Kommunionskinder vorstellten.[169] Stephan Kronenburg, Sprecher des Bistums Trier, erklärte in einer Stellungnahme, dass man gemäß den Leitlinien verfahre, die, in Absprache mit Sachverständigen und Opferschutzverbänden, ein Verbleiben auffällig gewordener Priester im Sinne eines kontrollierten Dienstes mit Auflagen ermöglichen. Gefahren für Kinder und Jugendliche sollen dabei definitiv ausgeschlossen werden. Im konkret vorliegenden Fall sah Kronenburg keine Gefährdung der Kinder, da alle Handlungen in der Öffentlichkeit stattfanden. Er hatte allerdings auch Verständnis für besorgte Eltern und verwies darauf, dass Fälle wie dieser und die vorgebrachte Kritik in die im nächsten Jahr anstehende Evaluierung der Leitlinien einfließen würden. Man stehe weiter vor der Frage: "Kann jemand, der Missbrauchstäter war wirklich noch glaubwürdig als Priester arbeiten?"[170][171]

Freitag, 4. Mai 2012

Heilig-Rock-Wallfahrt: Pius-Brüder


Und jetzt - aus aktuellem Anlass - 
ein weiteres "Highlight" 
der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012



Juchuu! Wir freuen uns alle! Endlich ist es soweit:

 Die Pius-Brüder kommen nach Trier!


Motto in Trier: "Und führe zusammen, was getrennt ist"



Motto der Pius-Brüder:





Gut gemacht, Euer Exzellenz! Echt mega-geil! 
Und jetzt zeigen wir den Pilgern "aus aller Welt" einmal, dass Trier anno 2012 zusammenführt, was getrennt ist! 
Oder positiv formuliert:
 Dass in Trier zusammengeführt wird, was zusammengehört!

In diesem Sinne.

Quellen: "wikipedia", "Focus", "SPIEGEL", "Priesterseminar Herz Jesu", "Piusinfo.de", "SWR", "ARD"

Donnerstag, 3. Mai 2012

"Ich bin dann mal weg" Jeder zehnte Priester gibt auf. Die katholische Kirche scheint hilflos im Umgang mit ihrem Scheitern





Offiziell gibt es keine Statistik über Laisierungsverfahren – so heißt das Instrument, mit dem der Vatikan Priester aus ihrem Amt entlässt. Es ähnelt der Eheannullierung und ist für Beteiligte oft unbefriedigend. Mindestens zehn Prozent eines Priesterjahrgangs, sagen Beobachter, halten nicht durch. Oft ist der Zölibat der Grund. Joachim Kardinal Meisner und andere Bischöfe haben schon Priester aus ihrem engsten Umfeld an die Welt der Laien verloren. 


Offiziell dürfen Ex-Priester nicht mehr für die Kirche arbeiten. Doch das Prägemal der Priesterweihe ist unauslöschlich, sagt die katholische Lehre. Wenn die Wirklichkeit anders verläuft, fehlt es der Kirche meist am offenen Umgang mit dem Scheitern. Nur manchmal besinnen sich Bischöfe – und stellen ihre gefallenen Brüder als Laien wieder ein. Denn gute Leute sind selten. Nur darüber reden darf man nicht.



zum Artikel

Mittwoch, 2. Mai 2012

Bischof: 11-jährige “vermutlich unschuldig” an ihrer Vergewaltigung

Bischof: 
11-jährige “vermutlich unschuldig” an ihrer Vergewaltigung



Kolumbien / Salzburg (08.09.2006, JfdL-nos). Der Salzburger Weihbischof Dr. Andreas Laun nimmt zum heiklen Thema Abtreibung nach Vergewaltigung Stellung. Der Anlass: In Kolumbien war ein 11-jähriges Mädchen nach jahrelangem sexuellem Missbrauch schwanger geworden und hatte auf Drängen der Familie das Kind abtreiben lassen. Kardinal Alfonso López Trujillo hatte daraufhin über alle an der Abtreibung Beteiligten die Exkommunikation ausgesprochen: über die Erziehungsberechtigten, Ärzte, Krankenschwestern, Politiker und Gesetzgeber. Das Mädchen selbst sei nach dem Kirchenrecht von der Maßnahme ausgenommen, weil strafmildernde Gründe vorlägen, so der Kardinal. 


fdL: Was genau bedeutet eine Exkommunikation, wozu ist sie da?


WB Laun: Durch die Exkommunikation wird dem so Bestraften untersagt, die Sakramente zu spenden und zu empfangen, und wenn er im kirchlichen Dienst steht, darf und kann er sein Amt nicht ausüben.
Wie alle kirchlichen Strafen dient auch die Exkommunikation dazu, dem Täter die Schwere seines Vergehens bewusst zu machen und ihn so zur Umkehr zu bewegen.



JfdL: Wie steht die katholische Kirche zu Abtreibung nach Vergewaltigung oder Missbrauch?


WB Laun: Beide Taten sind sehr, sehr schlimm, objektiv wirklich schwere Sünden. Bei einer Vergewaltigung, durch die ein Kind gezeugt wird, gibt es einen Täter und zwei Opfer: den Vergewaltiger auf der einen Seite, die Frau und das Kind auf der anderen. Der Täter verdient Strafe, die Frau braucht dringend Hilfe und das ungeborene Kind muss geschützt und verteidigt werden.


JfdL: Was würden sie als Bischof einem elfjährigen Mädchen sagen, das durch eine Vergewaltigung schwanger wurde und das von den Angehörigen zur Abtreibung gedrängt wird?


WB Laun: Ich würde dem Kind von dem Wunder des neuen Lebens in seinem Schoß erzählen, davon, dass es zur Hälfte ihr Kind ist, dass es sich nach der Liebe seiner Mutter sehnt, dass es wie ein junges Geschwister mit ihr aufwachsen wird. Außerdem würde ich ihm sagen: Dadurch wird auch die Wunde, die du empfangen hast, heilen..



JfdL: In welcher Weise kann die Kirche der Betroffenen helfen?


WB Laun: Die Kirche hilft, wenn sie betet und wenn sie unerschütterlich das Leben verteidigt, und sie hilft, indem sie Angebote macht, falls die eigenen Eltern versagen sollten. Aber es ist doch zu hoffen, dass Eltern einer 11-jährigen bereit sein werden, das Kind ihrer Tochter als eigenes Kind anzunehmen.





“Als Arbeitgeber gibt das Bistum ein sehr schlechtes Bild ab”.



"Das Bistum sei im Bereich der Kranken–, Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie der pädagogischen Einrichtungen wie Kitas und Heimen in der Region vorherrschend, gab die GEW zu bedenken und erklärte: “Als Arbeitgeber gibt das Bistum ein sehr schlechtes Bild ab”. So seien der Gewerkschaft zahlreiche Kündigungen sowie die Nichtberücksichtigung von Wiederverheirateten bei der Besetzung von Leitungsfunktionen und anderen Stellen bekannt. Der GEW-Bezirk Trier kritisiert den Arbeitgeber Kirche, “der verfassungsmäßig garantierte Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Streikrecht etc. nicht gewährt.”



Das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Kirche sei “nicht immer einvernehmlich”, räumte Ackermann in seiner Ansprach ein, um gleich darauf zu ergänzen: “Wir haben aber keine falschen Berühungsängste mit dem DGB”. Es gebe “viel mehr Berührungspunkte, als es auf den ersten Blick den Anschein hat”. Zugleich verteidigte der Bischof den arbeitsrechtlichen Sonderstatus der Kirchen: “Wir gehen unseren eigenen Weg, aber wir haben auch gute Gründe dafür”. Konkreter wurde Ackermann in diesem Punkt nicht. 

Dienstag, 1. Mai 2012

Kronenburgs Pamphlet - "Jugend könnte unruhiger sein"










































"Ich würde mir schon eine heilsame Unruhe wünschen, die uns dann auch nach vorne bringt".  Das hört sich aber jetzt wirklich nach einem Eingeständnis an, dass etwas ins Stocken geraten sei, Euer Exzellenz. Wie kommt's? Dieses ständige Hin und Her. Mal "hüh" mal "hott". Klare Linie? Nix da! 5 Interviews an einem Tag, 5 verschiedene Aussagen! Und der Pressesprecher tappt solidarisch hinterher. Bla bla. Bla bla.  "Der Bischof sagte, dass er sich wünsche, dass die in der Kirche engagierten Jugendlichen nicht nur in ihren geschlossenen Zirkeln blieben, sondern offensiver über die eigenen Milieus hinweg nach außen gingen." Die Jugendlichen in ihren Milieus. Das hört sich ja jetzt schon fast so an, wie das Milieu bzw. die Szene, in der sich ein Pfarrer aus dem Bistum Trier unter einer Unterführung mehrfach einen U16jährigen für Geld gekauft hat. Zumindest für die Leistung hat er bezahlt. Und das ist noch keine 30 Jahre her.   Im Gegenteil. Aber das Bistum ist sicherlich darüber informiert. Und hat auch die Akte dieses Priesters zu Pfeiffer gesandt. Oder etwa nicht?  Und was tatsächlich passiert, wenn engagierte Jugendliche wie z.B. die KSJ offensiv nach außen gehen, hat man ja gesehen. Verbote und Sanktionen. 
"Bischof Ackermann unterstrich dabei, dass die mediale Aufmerksamkeit, die das Thema in den vergangenen beiden Jahren erfahren habe, mit dazu beigetragen habe, dass sich im Umgang mit diesem Thema auch innerhalb der katholischen Kirche viel verändert habe." Na, da sind wir aber froh, dass Kronenburg diese Aussage als direkte Rede beibelassen hat.  Nicht ohne Grund!  Denn: Was hat sich denn "viel" verändert? Fragt Kronenburg sich an dieser Stelle wohl selber! Und der Bischof sei dankbar für die mediale Berichterstattung? Seltsam. Was behauptete Kronenburg noch einmal, nachdem der SPIEGEL-Artikel erschien? Soll ich zitieren?   Weiter: "Bei den Opfer gehe auch das Vertrauen in Gott verloren".  Nö. Andersrum: So, wie Eure Exzellenz sich verhalten, der Pressesprecher sowieso und noch der ein oder andere, der meint, seine Meinung bei dieser hochsensiblen Thematik dazugeben zu müssen: Das Vertrauen, dass hierbei verloren geht, dafür sind einzig und allein die o.g. verantwortlich.  Vielleicht einfach noch mal die Zahl der Kirchenaustritte anschauen. Soll in den letzten Monaten auffallend hoch gewesen sein. So die Interna.  
Und dann mischt sich da auch noch Frau Lappehsen-Lengler ein, die meint,  sagen zu müssen, dass die Katholische Kirche in den letzten beiden Jahren etwa über die Neufassung der Leitlinien zum Thema sexueller Missbrauch oder die Präventionsordnung einiges getan habe, was von vielen mit Hochachtung betrachtet werde. "Nun kommt es darauf an, dass das hier Festgehaltene auch umgesetzt wird. Daran werden wir gemessen werden". Oh Herr!  Hochachtung? Einer Sache gegenüber? Grenzt ja schon an Götzenverehrung und widerspräche somit dem Ersten Gebot. So weit seid ihr also schon? Aber was wurde eigentlich festgehalten? Hier noch einmal die Aussagen von DBK-Pressesprecher Kopp (zum link). Aber bitte beachten! Kopp war auch derjenige, der öffentlich am 29.02.2012 behauptete:  „Alle Anträge auf Opferentschädigung sind bearbeitet worden. Uns liegen keine offenen Fälle mehr vor“. Dies war nicht nur eine tatsachenwidrige Behauptung, sondern eine Lüge! Belege dafür liegen vor!  Nicht wahr, Herr "Missbrauchsbeauftragter" Rütten!?! Aber das ist ein anderes Thema. Also weiter zu Kronenburgs Pamphlet: "Gott sei Dank gibt es heute mehr Mut, über sexualisierte Gewalt zu sprechen.", sagte die Diplom-Psychologin. Ja, diesen Mut gibt es. Wahrhaftig. Und bei Gott. Allerdings reden noch nicht alle Betroffenen über die Grausamkeiten, die ihnen Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier zugefügt haben. Da gibt es einige, die sind noch nicht bereit, ihr Schweigen zu brechen. Und die Opfer der letzten Jahre, werden auch ihre Zeit brauchen, ihre Scham zu überwinden.  Auch dies weiß der "MIssbrauchsbeauftragte" Rütten am allerbesten. Er kann aktuelle Beispiele nennen. Nein, er könnte - wenn er denn wollte. Ebenso wie das Bistum reagieren könnte - wenn es dann auch tatsächlich wollte -. Nur um noch einmal klarzustellen: Bischof Ackermann sind definitiv nicht die Hände gebunden, wenn es darum geht, Priestern aus dem eigenen Bistum, die nachweislich Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben, den erneuten Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu unterbinden. Im Gegenteil. Ackermann behauptet lediglich, er wisse nicht, wohin mit "diesen Priestern". Dann frage ich mich aber, was hat Bischof Ackermann die letzten 2 Jahre getan? Wozu seine Reise in die USA, in denen er in einem inoffiziellen Treffen den Betroffenen versprach, aus allein diesem Grunde dorthin zu fahren? Versprechen: "Ich möchte dort lernen, wie man mit den Tätern umzugehen hat!". Wozu war Eure Exzellenz im Februar in Rom? Wozu Tagungen hier und Konferenzen dort? Seit den 90er Jahren rollt die Welle auf das Bistum zu. Und jetzt behauptet Frau Lappehsen-Lengler, "Nun käme es darauf an, umzusetzen? Daran wird gemessen werden?" Ja, habt ihr den die letzten 2 Jahre alle gepennt, verdammt noch mal? Die "Bescheyßerei" zu Trier ist aktueller denn je! Und dies betrifft nicht die Täter von damals! 





"Als Bischof von Trier bin ich stolz auf Euch." "Mir ist nicht bange um die Zukunft des Bistums Trier und der Kirche."



Recht hat er, der Ackermann!

Auf sich selbst kann der Bischof von Trier nämlich alles andere als stolz sein.

Und "bange" braucht ihm ja auch nicht zu sein. Weder um die Zukunft des Bistums Trier noch der Kirche. Gibt ja keine Probleme in seinem Bistum. Alles läuft supi! Keine finanziellen Nöte, keine Einsparmaßnahmen an Akademien und Bibliotheken. Kein Priestermangel. Kein Problem mit der Ökumene. Keine Versprechen, das nicht eingehalten wurden. Keine Schäfchen, die kritisieren. Keine Priester, die kritisieren. Keine KSJ. Nö, alles im Lot. Und dann läuft noch die HRW 2012 in unerwartet tollem Ausmaße. Bätzing, der zukünftige Ex-Generalvikar, sprach von 700.000. Da fehlt ja quasi nur noch  etwas mehr als die andere Hälfte.  Alle sind glücklich und happy. Ob die Angestellten in der Seelsorge, die Eltern von Kommunionkindern, die Evangelen, die Katholiken, manche Politiker, die Gewerbetreibenden in der Innenstadt,  die Arbeitslosen und die Kinder. Alle finden unseren Bischof Ackermann einfach nur geil! Haupt- und Ehrenamtliche. Mitarbeiter des Generalvikariats. Plegebedürftige und hilflose Menschen. 

Außer Paulchen. Der Hund bei der Heilig-Rock-Wallfahrt.

Der pisst und scheißt auf das Gehabe und Getue von Bischof Ackermann. 
Und viele können es ihm nicht einmal verdenken!



Und das ist gut so.


Montag, 30. April 2012

Priester werden entpflichtet und anschließend wieder eingesetzt

Wir halten also fest:

Priester werden entpflichtet und anschließend wieder eingesetzt. 

Die Entpflichtung erfolgt auffallend häufig nach einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs.
Das neue Tätigkeitsfeld dieser Priester ist auffallend häufig die Krankenhausseelsorge.

Was geschieht also dann mit den beiden Missbrauchspriestern, die Bischof Ackermann - aufgrund des medialen Drucks - offiziell am 10.04.2012 entpflichtet hat?

Offensichtlich ist die "Entpflichtung" eines Priesters nur eine Farce.
 Und das "Kinderroulette" geht weiter!

Klasse, Euer Exzellenz. Echt Klasse!

Sonntag, 29. April 2012

Bischof Ackermann: "Ich würde mir schon eine heilsame Unruhe wünschen, die uns dann auch nach vorne bringt"


Thema in der Talkrunde, der eine Theaterszene von Sonni Maier vorausgegangen war, war auch der sexuelle Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Bischof Ackermann unterstrich dabei, dass die umfassende mediale Aufmerksamkeit, die das Thema in den vergangenen beiden Jahren erfahren habe, mit dazu beigetragen habe, dass sich im Umgang mit diesem Thema auch innerhalb der katholischen Kirche viel verändert habe. Besonders verheerend am sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester sei, dass der Missbrauch hier durch Menschen geschehe, die im Auftrag Jesu Christi unterwegs sein sollten. Bei den Opfern gehe so auch das Vertrauen in Gott verloren. 


Dorothee Lappehsen-Lengler sagte, dass die katholische Kirche in den letzten beiden Jahren etwa über die Neufassung der Leitlinien zum Thema sexueller Missbrauch oder die Präventionsordnung einiges getan habe, was von vielen mit Hochachtung betrachtet werde. „Nun kommt es darauf an, dass das hier Festgehaltene auch umgesetzt wird. Daran werden wir gemessen werden“, sagte sie. Wichtig für alle Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun hätten, sei es, möglichst hohe Hürden zu schaffen, so dass Täter in diesen Institutionen nur schwer einen Platz finden könnten.

Freitag, 27. April 2012

Aus dem Zwischenbericht der Hotline der Deutschen Bischofskonferenz für Opfer sexueller Gewalt


Stand: 25.10.2010 (!)






darin heißt es: 
"Vergleicht man die Verteilung der Meldungen wiederum mit der Frage, wie sich die Katholikinnen und Katholiken Deutschlands auf die Diözesen verteilen, gibt es einige signifikante Abweichungen. So meldeten sich aus Trier fast doppelt so viele Personen wie nach Anteil der Katholiken prozentual zu erwarten gewesen wären."

Univ.-Prof. DDr. Gotthold Hasenhüttl über die Vertuschungspraxis in der katholischen Kirche



Univ.-Prof. DDr. Gotthold Hasenhüttl:

Zwei entscheidende Punkte sind in den Leitlinien zu finden, die der Vertuschungspraxis wie eh und je Vorschub leisten werden.

1. ist es das Verschweigen, die Nicht-Bekanntgabe des Missbrauchs, wenn es das „mutmaßliche Opfer“ „ausdrücklich wünscht“. Wie Wünsche von Minderjährigen durch Bestechung der Eltern manipuliert werden können, ist allgemein bekannt. Geld kann vieles bewirken! Noch immer ist mir der Fernsehauftritt eines nun erwachsenen Opfers vor Augen, dem die Diözese Magdeburg 25.000 Euro angeboten hatte, wenn er auf diese Öffentlichkeit verzichtet.

2. hat der Bischof einen Missbrauch durch einen Kleriker den Apostolischen Stuhl zu melden, „der darüber entscheidet, wie weiter vorzugehen ist“ (wie es der Art. 16 der neuen „Normae de gravioribus delictis“ vom 21.5.2010 wiederum vorschreibt). Damit ist eine allgemeine staatliche Anzeigepflicht eo ipso aufgehoben, wie auch Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte, klar erklärte.

Wo bleibt da, die in den Dokumenten vielbeschworene „Kultur der Wertschätzung, des Respekts und der Achtsamkeit“ gegenüber Kindern und Jugendlichen, den (ehemaligen) Opfern? So wie die kirchlichen Äußerungen angelegt sind, wird man den Skandal aussitzen wollen und dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Daran ändert auch die Hotline nichts, die für die Missbrauchsopfer eingerichtet wurde. Ich habe von vielen Opfern Rückmeldungen erhalten, die zutiefst schockiert waren, da ihnen erklärt wurde, sie müssten ihre Aussagen beweisen und überdies seien die Taten verjährt. Einer sagte mir, dass er sich nun zum zweiten Mal als Opfer fühle und tief verletzt wurde. Was nützen alle Papiere und Beteuerungen, wenn nicht den Opfern der sexuellen Gewalt in der Kirche schnell geholfen wird? In seinem Irland-Schreiben empfiehlt der Papst als Wiedergutmachung „intensives Gebet“. Ich habe nichts gegen ein Gebet, aber dies als Widergutmachung in den Vordergrund zu stellen, ist unglaublich, unfassbar, ja eine Frechheit. Eine echte Wiedergutmachung ist wohl kaum möglich, aber wirklich alles für die Opfer zu tun, was ihnen hilft, wäre die Pflicht. Man muss überdies erkennen, dass alles, was Papst und Bischöfe tun, nur unter dem Druck der Öffentlichkeit geschieht. Der Tenor aller Aussagen und Handlungen bleibt, dass die Würde der Institution unantastbar ist, aber nicht die des konkreten Menschen. Der Verweis darauf, dass es auch in anderen Institutionen „schwarze Schafe“ gibt, gilt aus zwei Gründen nicht. Es wird immer innerhalb und außerhalb der Kirche Missbrauchsfälle geben, aber das erklärt nicht, warum gerade katholische Kleriker in besonders großer Zahl solche verursachen. Und dann versteht sich gerade die Hierarchie der Kirche als Hüterin der Moral, der die Vertuschungspraxis gerade in dem sensiblen Bereich der Sexualität entgegensteht. Täter werden solange es geht geschützt und Opfer daher missachtet. Selbst ein Opfer-Fond, den österreichische Bischöfe eingerichtet haben, schieben die deutschen auf die lange Bank, bzw. auf den „runden Tisch“.

© Gotthold Hasenhüttl  (mit freundlicher Genehmigung)



die ganze Veröffentlichung lesen



Gotthold Nathan Ambrosius Hasenhüttl (* 2. Dezember 1933 in Graz) ist ein in Deutschland tätiger österreichischer ehemaliger römisch-katholischer Priester, Theologe und Kirchenkritiker. Hasenhüttl war von 1974 bis 2002 Professor für Systematische Theologie. Theologisch folgt Hasenhüttl in seinen Überlegungen dem relational-dialogischen Ansatz, der Ideen des Existentialismus des 20. Jahrhunderts für die Systematik fruchtbar machen will. Er setzt sich für die Interkommunion, d.h. die gemeinsame Eucharistiefeier von Christen unterschiedlicher Konfessionen, sowie für die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung für katholische Priester ein. Dies, sowie weitere Kritik an der „starren, fundamentalistisch orientierten Institution“ der römischen Kirche, brachte ihn in schwere Konflikte mit deren Hierarchie, die ihn 2003 als Priester suspendierte und 2006 die Lehrerlaubnis als Hochschullehrer entzog. 2010 trat Hasenhüttl formell aus der römisch-katholischen Kirche aus.

Haltung zu den Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche 
Hasenhüttl macht den amtierenden Papst Benedikt XVI. direkt für die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche verantwortlich. Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Joseph Ratzinger – der heutige Papst Benedikt XVI. – allen Bischöfen in einemSchreiben vom 18. Mai 2001 unter Androhung kirchenrechtlicher Strafen untersagt, Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit zu tragen. Deswegen sei er der Hauptverantwortliche für die Vertuschung. Hasenhüttl kritisiert insbesondere den Hirtenbrief von Benedikt XVI. zum sexuellen Missbrauch in der irischen Kirche. Dies zum einen, weil er nur auf die irische Kirche fokussiere und weil Papst Benedikt die Taten „relativieren“ wolle, indem er schreibe, dass die Missbrauchsfälle kein rein kirchliches Problem seien. Als selbstverstandene Hüterin der Moral könne die Kirche nicht so argumentieren. „Wenn in Familien Missbrauch geschieht, ist das keine Rechtfertigung, dass es ihn auch in der Kirche gibt.“

Kirchenaustritt 2010 
Hasenhüttl trat am 28. September 2010 im Standesamt Saarbrücken aus der römisch-katholischen Kirche aus. In einem Brief an Bischof Stephan Ackermann erklärte er, er verlasse die Kirche „als Körperschaft des öffentlichen Rechts“[1], nicht jedoch die „Katholische Kirche als Glaubensgemeinschaft“. Er sei „ausschließlich als Kirchensteuerzahler willkommen“ und eine „echte Ökumene“ würde von dieser Institution nicht angestrebt. Sollte es sich zeigen, dass die Katholische Kirche als Institution sich wieder voll an Jesu froher Botschaft orientiert, werde ich gerne in ihr meinen Platz wieder suchen.“


Quelle: Wikipedia