Samstag, 11. Juli 2026

Jugendpornografisches Material bei bereits wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zur Bewährungsstrafe verurteiltem ehem. Trierer Bistumspriester

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen früheren Pfarrer aus Bistum Trier

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Pfarrer mit Wohnsitz im Nordsaarland wegen des Verdachts des Besitzes von jugendpornographischem Material. Die Behörde bestätigte jetzt entsprechende SR-Informationen, wonach die Vorwürfe gegen den 82-Jährigen eher "zufällig" bekannt geworden sind.

Ein Notarzteinsatz führte Anfang des Monats zu Ermittlungen gegen einen ehemaligen Pfarrer des Bistums Trier. Nachbarn hatten den 82-Jährigen längere Zeit nicht mehr gesehen und Rettungskräfte alarmiert. Der ehemalige Pfarrer wird aktuell stationär behandelt. 

In seiner Wohnung in einer nordsaarländischen Gemeinde aber wurde nicht nur er, sondern auch mehrere jugendpornografische Bilder aufgefunden – sie lagen offen herum. Bei einer Hausdurchsuchung wurden weitere Fotos und Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Ob die Staatsanwaltschaft das Bistum Trier über den Fall informiert, werde derzeit noch geprüft.

82-Jähriger laut MissBit einschlägig bekannt

Der 82-Jährige ist nach Informationen der Opferhilfeorganisation MissBit einschlägig bekannt. Mitte der 1990er Jahre sei er wegen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen unter anderem während Jugendfreizeiten in Deutschland und der Schweiz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.Nach seiner Verurteilung war der heute 82-Jährige nach Informationen von MissBit in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden.

MissBit-Sprecher Hermann Schell sprach von einem Musterbeispiel für Vertuschung durch das Bistum.Über dieses Thema haben auch die SR info Nachrichten im Radio am 11.7.2026 berichtet.


Quelle: SR.de, ARD.de