Ich lese diesen Bericht – und mir bleibt ein bitterer Beigeschmack.
Nicht, weil nichts getan wurde, sondern weil die Darstellung wirkt wie ein sauberer Verwaltungsbericht über ein zutiefst unsauberes Kapitel.
Und genau darin liegt das Problem:
1. „Rechenschaftsbericht“ – aber vor wem eigentlich?
Der Begriff „Rechenschaftsbericht“ springt mir sofort ins Auge.
Rechenschaft.
Ich frage mich:
Vor wem wird hier Rechenschaft abgelegt?
Vor Betroffenen?
Nein.
Vor der Öffentlichkeit?
Nur bedingt.
Vor kirchlichen Gremien?
Wohl eher.
Der Begriff suggeriert Verantwortung – aber Verantwortung bedeutet, dass jemand bewertet, hinterfragt und Konsequenzen fordert. - Hier schreibt die Institution über sich selbst.
Das ist keine Rechenschaft. Das ist Selbstbeschreibung.
Als Betroffene wirkt das wie ein Bericht, der Rechenschaft simuliert – ohne sie tatsächlich abzulegen.
2. Zahlen, die beruhigen – statt Zahlen, die aufrütteln
Der Bericht nennt z.B. die Anzahl der Schulungsteilnehmer.
Das klingt zunächst positiv.
Aber die entscheidende Zahl fehlt:
Wie viele haben nicht teilgenommen?
Diese Auslassung ist gravierend.
Denn nur Teilnehmerzahlen zu nennen, erzeugt den Eindruck von flächendeckender Prävention.
Ohne die Nichtteilnehmer bleibt völlig offen: Wie groß sind die Lücken?
In welchen Bereichen fehlen Schulungen? Wer entzieht sich der Prävention?
Wo bestehen weiterhin Risiken?
Als Betroffene wirkt das wie eine gezielte Perspektivverschiebung.
Man zeigt die Fortschritte – und verschweigt die Defizite.
Das ist keine Transparenz. Das ist selektive Information. - Dasselbe gilt für die Einholung von erweiterten Führungszeugnis. Die Praxis sieht nachweislich anders aus, als es der PIA-Bericht suggeriert.
Der Begriff „Rechenschaftsbericht“ springt mir sofort ins Auge.
Rechenschaft.
Ich frage mich:
Vor wem wird hier Rechenschaft abgelegt?
Vor Betroffenen?
Nein.
Vor der Öffentlichkeit?
Nur bedingt.
Vor kirchlichen Gremien?
Wohl eher.
Der Begriff suggeriert Verantwortung – aber Verantwortung bedeutet, dass jemand bewertet, hinterfragt und Konsequenzen fordert. - Hier schreibt die Institution über sich selbst.
Das ist keine Rechenschaft. Das ist Selbstbeschreibung.
Als Betroffene wirkt das wie ein Bericht, der Rechenschaft simuliert – ohne sie tatsächlich abzulegen.
2. Zahlen, die beruhigen – statt Zahlen, die aufrütteln
Der Bericht nennt z.B. die Anzahl der Schulungsteilnehmer.
Das klingt zunächst positiv.
Aber die entscheidende Zahl fehlt:
Wie viele haben nicht teilgenommen?
Diese Auslassung ist gravierend.
Denn nur Teilnehmerzahlen zu nennen, erzeugt den Eindruck von flächendeckender Prävention.
Ohne die Nichtteilnehmer bleibt völlig offen: Wie groß sind die Lücken?
In welchen Bereichen fehlen Schulungen? Wer entzieht sich der Prävention?
Wo bestehen weiterhin Risiken?
Als Betroffene wirkt das wie eine gezielte Perspektivverschiebung.
Man zeigt die Fortschritte – und verschweigt die Defizite.
Das ist keine Transparenz. Das ist selektive Information. - Dasselbe gilt für die Einholung von erweiterten Führungszeugnis. Die Praxis sieht nachweislich anders aus, als es der PIA-Bericht suggeriert.
3. Verwaltung von Missbrauch statt Aufarbeitung
Der Bericht wirkt strukturiert, korrekt, formal.
Doch genau das erzeugt Distanz: Missbrauch wird in Kategorien eingeordnet.
Fälle werden verwaltet.
Prozesse werden beschrieben.
Aber das institutionelle Versagen wird nicht klar benannt.
Es entsteht der Eindruck: Das System funktioniert.
Es gab nur Probleme innerhalb des Systems.
Doch aus Betroffenensicht ist das Gegenteil richtig: Das System selbst hat Missbrauch ermöglicht.
4. Der Eindruck kontrollierter Transparenz
Der Bericht vermittelt Transparenz durch Zahlen und Tabellen.
Doch Transparenz bedeutet auch, Lücken sichtbar zu machen.
Hier werden Fortschritte sichtbar gemacht, Defizite bleiben im Hintergrund.
Diese Darstellung mag für manche beruhigend wirken – aber sie verhindert eine ehrliche Risikobewertung.
5. Perspektive der Betroffenen bleibt marginal
Der Bericht beschreibt Maßnahmen für Betroffene.
Aber nicht aus ihrer Perspektive.
Es fehlt:
6. Sprache, die Verantwortung weichzeichnet
Der Bericht verwendet eine administrative Sprache:
Sie verschleiern, worum es tatsächlich geht:
Gewalt.
- Betroffenenberichte
- kritische Stimmen im Haupttext
- Bewertung durch unabhängige Betroffene
- strukturelle Kritik aus Betroffenensicht
6. Sprache, die Verantwortung weichzeichnet
Der Bericht verwendet eine administrative Sprache:
- "Rechenschaftsbericht"
- „Vorkommnisse“
- „Meldungen“
- „Bearbeitung“
- „Maßnahmen“
Sie verschleiern, worum es tatsächlich geht:
Gewalt.
Machtmissbrauch.
Lebenslange Folgen.
Als Betroffene wirkt diese Sprache wie ein Filter, der den Schmerz aus dem Text entfernt.
7. Zahlen statt Geschichten – Distanz statt Nähe
Der Bericht nennt Fälle, Kategorien, Summen.
Es heißt etwa, dass es 2025 neun Meldungen zu sexualisierter Gewalt gab, davon fünf konkret bearbeitet.
Vier Fälle wurden als „nicht substantiell“ oder „ohne Angabe“ eingeordnet.
Als Betroffene lese ich das und frage mich:
Wer entscheidet, was „substanziell“ ist?
Wer bestimmt, ob meine Erinnerung „genug“ ist?
Ein Trauma ist selten sauber.
Es kommt fragmentiert.
Zitternd.
Spät.
Wenn solche Meldungen statistisch aussortiert werden, fühlt sich das an wie ein zweites Schweigen.
8. Geld als Anerkennung – aber kein Ersatz für Verantwortung
Der Bericht nennt 781.000 Euro, die 2025 an Betroffene gezahlt wurden.
Als Betroffene empfinde ich das ambivalent.
Ja, Anerkennung ist wichtig.
Aber Geld wirkt auch wie ein Abschlussstrich, der keiner ist.
Ein Betrag kann keine verlorene Kindheit zurückgeben.
Keine zerstörte Biografie.
Keine Jahrzehnte voller Angst.
Und noch etwas:
Die Summen werden genau aufgelistet.
Die emotionalen Folgen nicht.
Mein Fazit aus Betroffenensicht
Der Bericht nennt sich „Rechenschaftsbericht“.
Doch echte Rechenschaft verlangt mehr als Zahlen.
Er verlangt:
Als Betroffene bleibt bei mir der Eindruck: Die Institution zeigt, was sie tut. - Aber nicht, wo sie weiterhin versagt.
Und genau das wäre echte Rechenschaft.
Lebenslange Folgen.
Als Betroffene wirkt diese Sprache wie ein Filter, der den Schmerz aus dem Text entfernt.
7. Zahlen statt Geschichten – Distanz statt Nähe
Der Bericht nennt Fälle, Kategorien, Summen.
Es heißt etwa, dass es 2025 neun Meldungen zu sexualisierter Gewalt gab, davon fünf konkret bearbeitet.
Vier Fälle wurden als „nicht substantiell“ oder „ohne Angabe“ eingeordnet.
Als Betroffene lese ich das und frage mich:
Wer entscheidet, was „substanziell“ ist?
Wer bestimmt, ob meine Erinnerung „genug“ ist?
Ein Trauma ist selten sauber.
Es kommt fragmentiert.
Zitternd.
Spät.
Wenn solche Meldungen statistisch aussortiert werden, fühlt sich das an wie ein zweites Schweigen.
8. Geld als Anerkennung – aber kein Ersatz für Verantwortung
Der Bericht nennt 781.000 Euro, die 2025 an Betroffene gezahlt wurden.
Als Betroffene empfinde ich das ambivalent.
Ja, Anerkennung ist wichtig.
Aber Geld wirkt auch wie ein Abschlussstrich, der keiner ist.
Ein Betrag kann keine verlorene Kindheit zurückgeben.
Keine zerstörte Biografie.
Keine Jahrzehnte voller Angst.
Und noch etwas:
Die Summen werden genau aufgelistet.
Die emotionalen Folgen nicht.
Mein Fazit aus Betroffenensicht
Der Bericht nennt sich „Rechenschaftsbericht“.
Doch echte Rechenschaft verlangt mehr als Zahlen.
Er verlangt:
- vollständige Transparenz (auch über Defizite)
- Darstellung von Risiken (z. B. Nichtteilnehmer an Schulungen)
- echte Beteiligung von Betroffenen
- selbstkritische Analyse der Machtstrukturen
Als Betroffene bleibt bei mir der Eindruck: Die Institution zeigt, was sie tut. - Aber nicht, wo sie weiterhin versagt.
Und genau das wäre echte Rechenschaft.
Claudia Adams
„Wir freuen uns über Rückmeldungen“. - Was für eine Floskel bei einem Bericht über sexualisierte Gewalt. „Wie immer“ – vermittelt Routine, wo keine Routine sein darf. Die gravierendste sprachliche Fehlleistung in diesem Vorwort von Ackermann empfinde ich allerdings "informative Lektüre". Herr Ackermann! - Sie reduzieren hier sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendliche durch institutionelles Versagen auf bloßes Informationsmaterial und verharmlosen absolut die Tragweite dieser Thematik. - Und das im Jahr 2026.
Sprachliche Entgleisungen von Bischof Ackermann im Vorwort
PS. Die Abschlussformel von Bischof Ackermann im Vorwort lautet übrigens: "Wie immer freuen (!) sich die Autor*innen des Berichts und ich über Rückmeldungen, Kritik und Hinweise zum P.I.A.-Bericht 2025. Ich wünsche allen Interessierten eine informative Lektüre."„Wir freuen uns über Rückmeldungen“. - Was für eine Floskel bei einem Bericht über sexualisierte Gewalt. „Wie immer“ – vermittelt Routine, wo keine Routine sein darf. Die gravierendste sprachliche Fehlleistung in diesem Vorwort von Ackermann empfinde ich allerdings "informative Lektüre". Herr Ackermann! - Sie reduzieren hier sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendliche durch institutionelles Versagen auf bloßes Informationsmaterial und verharmlosen absolut die Tragweite dieser Thematik. - Und das im Jahr 2026.