Montag, 30. März 2026

Das Bistum Trier veröffentlicht "Rechenschaftsbericht 2025" für die Bereiche Prävention, Intervention und Aufarbeitung


Wenn ich nunmehr zum vierten Mal zusammen mit den Verantwortlichen im Bistum Trier Rechenschaft
darüber ablege, was wir in der Prävention gegen sexualisierte Gewalt, in der Intervention bei Verdachtsfällen sowie in der systematischen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs tun, geschieht dies einerseits mittlerweile mit einer gewissen Routine. Die Handlungsfelder sind Teil unserer alltäglichen Arbeit geworden, und das ist wichtig und richtig. Andererseits hören wir weiterhin Zeugnisse von Betroffenen, lernen dazu, überprüfen und verbessern Prozesse und Abläufe.

Das spiegelt sich im P.I.A.-Bericht für das Jahr 2025 wider: Wiederkehrend sind die Zahlen und Diagramme etwa zu den Präventionsmaßnahmen, den bearbeiteten (Verdachts-)Fällen oder den Anerkennungsleistungen. Gerade im Bereich der Prävention werden Erfahrungen und gute Initiativen geteilt. Neues, wie der „Leitfaden bei Anliegen zur individuellen Aufarbeitung und Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt im Bistum Trier“ oder die „Trierer Standards“ zur Einordnung von Verdachtsfällen,
wird vorgestellt.

Mittlerweile zeigt sich, dass sich ganz viele Menschen in diesem Bistum nicht nur „von Amts wegen“ den Themen Prävention, Intervention und Aufarbeitung verpflichtet fühlen, sondern sie als integralen Bestandteil kirchlichen Lebens verstehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die „Kultur der Achtsamkeit“, die wir seit dem Jahr 2010 etablieren wollen, an Breitenwirkung gewinnt. Die daraus resultierenden Erfahrungen in der Praxis finden daher einen Platz im P.I.A.-Bericht – neben den Standards an Informationen, die wir für unseren Rechenschaftsbericht definiert haben. Dazu gehören auch die Vorschläge, die wir von Menschen erhalten, die selbst von sexualisierter Gewalt betroffen waren,
und vom Betroffenenbeirat. Für all das bin ich sehr dankbar. Um die Fülle an Material allen Interessierten zugänglich zu machen, bieten wir seit November 2025 auch einen „P.I.A.-Newsletter“ an, dessen Abonnement Newsletter | Prävention im Bistum Trier ich gerne empfehle.

Mit dem Jahr 2026 treten wir in die Phase ein, in der die intensive systematisch-institutionelle Aufarbeitung durch die Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) im Bistum Trier ihrem Ende entgegengeht. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse dieser Arbeit zugänglich bleiben und für die tägliche Arbeit fruchtbar gemacht werden, haben sich die sogenannten P.I.A.-Gremien ( siehe Grafik, Seite 36/37) bereits getroffen und unter dem Stichwort „Erinnerungskultur“ erste Überlegungen für die Zukunft angestellt. Sowohl in diesem wie auch im nächsten Bericht informieren wir darüber.

Wie immer freuen sich die Autor*innen des Berichts und ich über Rückmeldungen, Kritik und Hinweise zum P.I.A.-Bericht 2025.

Ich wünsche allen Interessierten eine informative Lektüre.

Ihr
Dr. Stephan Ackermann
Bischof von Trier"