Montag, 14. Oktober 2013


 Foto: pa/dpa


Bischof Ackermann, 

die Kirche reagiert bei Tebartz van Elst erstaunlich schnell, um Schaden abzuwenden. 

- Das hätten sich die missbrauchten Kinder auch gewünscht.


(ca)


Katholische Kirche: Rücktritte von Bischöfen - bereits mehrere Geistliche mussten nach massiver Kritik auf ihr Amt verzichten

Ob sexueller Missbrauch oder Geheimdienstkontakte - mehrere katholische Kirchenführer mussten nach massiver Kritik auf ihr Amt verzichten. Beispiele:

  • Keith O'Brien, Edinburgh (Schottland): Er legte das Amt des Erzbischofs von St. Andrews und Edinburgh im Februar 2013 nieder. Vorausgegangen waren Vorwürfe, O'Brien habe sich jungen Priestern in „unangemessener” Weise genähert.
  • Walter Mixa, Augsburg: Nach wochenlanger Kritik bot er Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt im April 2010 an. Frühere Heimkinder hatten ihm körperliche Misshandlung vorgeworfen, zudem soll er Stiftungsgelder zweckentfremdet haben. Der Vatikan akzeptierte das Gesuch im Mai.
  • John Magee, Cloyne (Irland): Papst Benedikt XVI. nahm seinen Rücktritt im März 2010 an. Er hatte in seiner Diözese keine kirchlichen Sanktionen gegen Priester verhängt, denen sexueller Missbrauch von Minderjährigen nachgewiesen worden war.
  • Georg Müller, Trondheim (Norwegen): Im Juni 2009 verkündete der aus Deutschland stammende Bischof von Trondheim und Oslo während einer Predigt überraschend seinen Rücktritt. Später wurde bekannt, dass der katholische Kirchenmann einen Chorknaben missbraucht haben soll. 
  • Stanislaw Wielgus, Warschau (Polen): Der neue Erzbischof der polnischen Hauptstadt verzichtete unmittelbar vor der feierlichen Einführung im Januar 2007 auf sein Amt. Zuvor musste er Kontakte zum früheren kommunistischen Geheimdienst einräumen.
  • Kurt Krenn, St. Pölten (Österreich): Wegen homo-erotischer Partys im Priesterseminar seiner Diözese und Kinderpornobildern auf Seminar-Computern trat der Würdenträger im September 2004 zurück.

"Doch anders als beim Missbrauchskandal sieht Ackermann hier bei seinem an Verfehlungen reichen Mitbruder ganz offensichtlich nichts mehr zu retten."

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist das Krisengesicht der deutschen Bischofskonferenz. Als der Missbrauchskandal auch die hiesige katholische Kirche erfasste, bestimmten ihn seine Mitbrüder zu ihrem Beauftragten für die Aufarbeitung des Skandals. Mit seiner nachdenklichen, stets sympathischen Ausstrahlung machte Ackermann für die katholische Kirche noch das Beste aus der verfahrenen Lage.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Sendehinweis: Bischof Ackermann bei Günther Jauch





Am Sonntagabend diskutiert Günther Jauch mit Bischof Stephan Ackermann, Norbert Blüm, Jochen Riebel, Christiane Florin und Manfred Lütz das Thema der Woche.

Freitag, 11. Oktober 2013

Kremsmünster: Weitere Schadenersatzklage wegen Missbrauch

Schüler klagt Stift und Ex-Pater auf 30.000 Euro - Anwalt Plöckinger: Stift plädiert auf Verjährung der Ansprüche. 

Bereits im Juli war der beklagte ehemalige Internatsleiter, ein heute 80-jähriger in den Laienstand zurückversetzter Priester, zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht fällte das nicht rechtskräftige Urteil aufgrund von Vergehen an 24 Opfern, darunter 15 von sexuellen Handlungen, während der 1970er- bis 1990er-Jahre. Angelastet wurde dem Ex-Pater auch der Besitz einer verbotenen Waffe. 

Donnerstag, 10. Oktober 2013

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche in Polen: „Die Bischöfe sind verrückt geworden“

Polens Kirche bei Kindesmissbrauch unglaubwürdig

Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Józef Michalik, hat am Dienstag versucht, seine polemischen Aussagen zum Kindesmissbrauch in der Kirche zu relativieren. Zuvor hatte er geschiedenen Eltern indirekt vorgeworfen, durch die Trennung das Risiko von Missbrauch bei ihren Kindern zu erhöhen. Das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online glaubt dem Würdenträger nicht, wenn er nun erklärt, diese Äußerungen seien nur "missverstanden" worden.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

"Franziskus, mach dich an die Arbeit"

Fassungslos und empört reagieren Polens Katholiken auf eine Äußerung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz zu sexuellem Missbrauch von Kindern. Im Internet fordern einige bereits ein Eingreifen des Papstes; Erzbischof Jozef Michalik verharmlose Missbrauchsfälle und schiebe den Opfern eine Mitschuld zu. "Franziskus, mach dich an die Arbeit", schrieb ein aufgebrachter Bürger am Mittwoch auf der Webseite "gazeta.pl".

"Der Erzbischof weiß nichts über Kindesmissbrauch"

Trotzdem erntet Michalik für polnische Maßstäbe beispiellos scharfe Kritik. Der Chefredakteur der liberalen katholischen Wochenzeitung "Tygodnik Powszechny", Piotr Mucharski, sieht in dem Statement des Erzbischofs einen "Skandal". Michalik habe mit seiner Aussage wichtige Initiativen von Kirchenvertretern gegen Kindesmissbrauch "zunichte gemacht". Der Chefredakteur des katholischen Monatsmagazins "Wiez", Zbigniew Nosowski, betonte, es gebe "keine Rechtfertigung" für Michaliks Worte. "Die spontane Äußerung" zeige, dass der Erzbischof "nichts über Kindesmissbrauch weiß".

Polens Kirche beschliesst neue Regeln gegen Kindesmissbrauch

Polens katholische Bischöfe haben ein umfassendes Massnahmenpaket zur Aufarbeitung und Verhinderung von Kindesmissbrauch durch Priester beschlossen. Bei ihrer Vollversammlung in Warschau verabschiedeten sie am Mittwoch drei Anhänge zu den bisherigen Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch, wie die polnische katholische Nachrichtenagentur Kai berichtet. Darin regle die Kirche unter anderem Hilfsangebote für die Opfer und die Bestrafung der Täter.

In dem neuen Dokument heisst es laut dem Bericht, die «Fürsorge um die Opfer von sexuellem Missbrauch» sei «der grundlegende Akt der Gerechtigkeit seitens der Kirche». Die Opfer sollten seelsorgerische und therapeutische Hilfe erhalten. Künftig müssten kirchliche Einrichtungen Ansprechpartner für Missbrauchsfälle ernennen. Vorgeschrieben werden laut dem Bericht zudem psychologische Tests der Priesteramtskandidaten, um eventuelle sexuelle Störungen zu erkennen.

Aufschrei in Polen: Kinder sollen an Missbrauch selbst schuld sein?

Der polnische Erzbischof Jozef Michalik, Oberhaupt der polnischen Bischöfe, hat heute mit einem Interview für einen Aufschrei gesorgt. Er wurde heute Morgen zu den letzten Fällen von Pädophilie in der Kirche wie folgt zitiert: „Viele Fälle des Missbrauchs hätten vermieden werden können, wenn die Beziehungen zwischen den Eltern gesund wären.“ Weiter soll Polens oberster Priester gesagt haben, dass der Missbrauch oftmals hervorgerufen würde, wenn das Kind Liebe suchte. Dann verlöre es sich selbst und zöge noch den anderen Menschen mit hinein.

Diese Worte haben ihn dem Vorwurf ausgesetzt, den Eltern oder gar den Kindern selbst die Schuld am sexuellen Missbrauch durch Priester zuzuschieben. Umgehend dementierte der Hierarch diese Lesart, er sprach von einem „Versprecher“. Er habe in seiner Rede die Fälle von Kindermissbrauch in der Kirche verurteilen und nicht die Kinder dafür verantwortlich machen wollen.

Kritikern reicht diese Entschuldigung nicht, sie fordern eine endgültige Aufklärung der Missbrauchsfälle und eine Verurteilung der Täter. Der polnische Kinderrechtsbeauftragte Marek Michalak nannte die Worte des Erzbischofs „unzulässig“, auch einige Priester kritisierten Michalik für seine Wortwahl.

den vollständigen Artikel auf "polen-heute.de" lesen


  • Polnische Bischofskonferenz berät über Pädophilie: Unter anderem solle es um die Hilfe für die Missbrauchsopfer gehen, sagte Wojciech Polak, Generalsekretär der Bischofskonferenz, am Dienstag in Warschau vor Beginn der Plenarversammlung. Daneben wollen die Bischöfe auch über kirchen- und strafrechtliche Reaktionen auf pädophile Priester sprechen und Richtlinien beraten, um Pädophilen in den eigenen Reihen bereits vor der Priesterweihe vorzubeugen.Auch im katholisch geprägten Polen haben Missbrauchsfälle die Kirche in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Opfer kritisieren, dass die Kirchenführung eine Entschädigung durch die Amtskirche ausschließt und auf die individuelle Schuld und Pflicht zur Entschädigung der einzelnen Täter hinweist.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Polnischer Erzbischof: Geschiedene Eltern erhöhen Missbrauchsrisiko


Warschau (AFP) Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, hat geschiedenen Eltern indirekt vorgeworfen, das Risiko von Missbrauch bei ihren Kindern zu erhöhen. Viele Missbrauchsfälle könnten "bei einer gesunden Beziehung zwischen den Eltern vermieden werden", sagte Michalik am Dienstag der polnischen Nachrichtenagentur PAP. "Wir hören oft, dass dieses unangemessene Verhalten vorkommt, wenn ein Kind nach Liebe sucht", fügte der Kirchenfürst hinzu.

Quelle: "zeit.de"
  • "Erzbischof in Polen: Scheidung erhöht Missbrauchsrisiko": Heute spricht niemand darüber, dass die Scheidung dem Kind großes Leid zufügt." Offensichtlich füge auch sexueller Missbrauch Kindern Leid zu, was niemand "vergessen" solle, "aber es ist nicht das einzige". Pädophile Priester aber könne "weder die Kirche noch irgendjemand sonst akzeptieren".

Mehrheit der Polen missfällt Umgang der Kirche mit Missbrauch

Die Mehrheit der Polen sieht laut einer Umfrage den Umgang der katholischen Kirche mit Fällen des sexuellen Kindesmissbrauchs sehr kritisch. 64 Prozent bewerten die Massnahmen der Kirche als schlecht, wie eine Erhebung im Auftrag der Tageszeitung «Rzeczpospolita» (Dienstag) ergab. Dagegen sind 24 Prozent mit ihnen zufrieden. Die restlichen zwölf Prozent der insgesamt 1.100 befragten Erwachsenen erklärten, sie könnten dazu nichts sagen.

Quelle: "kipa-apic.ch"     

Montag, 7. Oktober 2013

"Saarbrücker Initiative gegen sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche" lädt zum nächsten Treffen ein

Die "Saarbrücker Initiative gegen sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche" lädt alle Interessierten
 zu ihrem nächsten Treffen am

Donnerstag, dem 17. Oktober 2013
von 18.00h - 20.30 Uhr
 im Johannes-Foyer, Ursulinenstr. 67, Saarbrücken
 (Raum Roncalli, Erdgeschoss) ein.

Erzbischof von Belgien: Gerichtsverfahren gegen den Obersten Hirten

Gegen den Obersten Hirten in Belgien läuft zurzeit ein Gerichtsverfahren.

Der Kläger ist ein ehemaliger Messdiener aus Aubange (an der belgisch-luxemburgischen Grenze), der in jungen Jahren vom Pfarrer aus der Ortschaft sexuell missbraucht wurde. Das Opfer hatte Monsignore Léonard über diesen Missbrauch wiederholt informiert, doch Hochwürden hatte nichts gegen den Pfarrer unternommen. Das Urteil soll im November gesprochen werden. 

den vollständigen Artikel auf "tageblatt.lu" lesen

Freitag, 4. Oktober 2013

Polens Kirche will Missbrauchsopfer nicht entschädigen

  • Die römisch-katholische Kirche in Polen ist zum ersten Mal vor Gericht mit einer Schadenersatzklage wegen Kindesmissbrauchs konfrontiert. Ein Schlichtungstermin vor Gericht scheiterte am Donnerstag, weil die Kirche eine Leistung prinzipiell ablehnte. Der heute 26-jährige Marcin K. fordert 100.000 Zloty (23.800 Euro) von der Kirche und die gleiche Summe vom Priester, der ihn missbrauchte, als er zwölf Jahre alt war. "Ich trete im Namen von allen Opfern auf der Kirche auf, diese muss sich ihrer Verantwortung stellen", erklärte K. Er sieht eine Mitschuld der Institution, weil viele Geistliche von den Machenschaften des pädophilen Priesters gewusst und nicht reagiert hätten, so das Opfer. Schon im vergangenen Dezember hatte ein Strafgericht den Priester, der sich an dem Buben vergangen hatte, in zweiter Instanz zu zwei Jahren Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Im Zivilprozess wird der Kläger von der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte unterstützt
  • Das Militär-Ordinariat, das unter anderem Garnisonskirchen betreut, gab am Donnerstag die Entlassung eines Kaplans aus seinem Priesteramt bekannt. Er hatte mutmaßlich minderjährige Mädchen vergewaltigt und eine von ihnen zu einer Abtreibung gezwungen
  • Gleichzeitig erklärte Polens Generalstaatsanwalt Andrzej Seremet am Donnerstag, auch seine Behörde ermittle jetzt gegen die beiden polnischen Priester, die des Missbrauchs von Kindern aus der Dominikanischen Republik verdächtig sind - unter anderem bei Ausflügen nach Polen.

Alter Missbrauchsskandal von Aulhausen wieder im Gespräch

Limburger Bischof holt sich neuen Stellvertreter: Kaspar scheidet aus.

"..Und dann ist da noch Kaspars Rolle bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen in einer später von ihm geleiteten Einrichtung. Sein Vorgänger im St. Vincenzstift in Aulhausen hatte nach heutigen Erkenntnissen Heimkinder und Angestellte schwer missbraucht. Im Jahr 1970 - zu dieser Zeit sammelten Zivildienstleistende bereits Unterschriften gegen den Leiter wegen unsittlicher Übergriffe - nahm er sich das Leben. Kaspar, in dem Heim schon vor 1970 tätig, wurde Nachfolger bis 2006. Obwohl Kaspar stets zurückweist, von den Vorgängen in Aulhausen etwas gewusst zu haben, wird er diesen Vorwurf nicht los."

den vollständigen Artikel auf "rhein-zeitung.de" lesen


über das St. Vincenzstift in Rüdesheim-Aulhausen: Ein "deprimierendes Beispiel" für die Situation von Heimkindern vermittelt ein Bericht über Zustände in einer hessischen Erziehungsanstalt. Die Fürsorger haben das Buch gerichtlich verbieten lassen.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Bischof Ackermann in Erklärungsnot: Falsche Angaben

Missbrauchsopfer sauer auf Bischof

Nach Darstellung des Bistums Trier sind alle bis Februar 2013 gestellten Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde, bewilligt worden (der TV berichtete). "Stimmt nicht", behaupten Opferinitiativen. Antragsteller Thomas D. etwa wartet seit über einem Jahr auf den Abschluss seines "Falls".

In einer gemeinsamen Presseerklärung von Missbit und Schafsbrief heißt es: "Es ist nicht hinnehmbar, dass der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs in seinem Bistum falsche Angaben über die Anträge der Betroffenen macht und sich die Betroffenen somit erneut diffamiert fühlen. Zudem wird die Öffentlichkeit dadurch getäuscht." Die Initiativen fordern den Rücktritt von Bischof Stephan Ackermann als Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz.

Insider berichten, dass der von Tobias D. beschuldigte Priester im Bistum Trier ungeachtet der Vorwürfe weiterhin Messen hält ...



Trierer Bistumspressesprecher Uzulis gegenüber dem 'Trierischen Volksfreund': "Ich werde Ihre Nachfrage nicht beantworten."

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    Fotoquelle: Bistum Trier 


Auf die Frage, wie sich die offensichtliche Diskrepanz zwischen der Angabe des Bistums, alle 56 vor Februar gestellten Anträge seien bewilligt worden, und den beiden offenen Anträgen erklärt, sagte Bistumssprecher André Uzulis: "Im Hinblick auf die laufenden Verfahren werde ich Ihre Nachfrage nicht beantworten."

Quelle: "volksfreund.de"


Uzulis sollte übrigens keine Fragen zu laufenden Verfahren beantworten, sondern lediglich erklären, wie es zu der Falschaussage des Bistums kommt: "Alle vor Februar gestellten Anträge seien bewilligt worden". (ca)

Papst für schnellere Strafverfahren bei Missbrauch: "Die Zahl der Fälle weltweit war zeitweise so groß, dass die römische Behörde an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kam."

Papst Franziskus plant offenbar eine Beschleunigung der kirchenrechtlichen Strafverfahren für Kleriker, die Minderjährige sexuell missbraucht haben. Wie die italienische Tageszeitung “La Stampa” am Mittwoch berichtete, haben die in Rom zum Konsistorium versammelten Kardinäle bereits am Montagnachmittag darüber beraten.

Nach Informationen des Blattes wird derzeit darüber nachgedacht, kirchliche Spezialgerichte auf nationaler Ebene einzuführen. Ziel sei es, die Verfahren zu beschleunigen.

Unter Papst Benedikt XVI. waren die entsprechenden Prozesse den diözesanen Gerichten entzogen und nach Rom verlagert worden, wo jetzt die Glaubenskongregation für derartige “schwerste Straftaten” zuständig ist. Die Zahl der Fälle weltweit war zeitweise so groß, dass die römische Behörde an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kam.

Die nun offenbar angestrebte nationale Lösung soll laut Informationen der “Stampa” künftig die erste und die zweite Instanz der Strafverfahren umfassen. Vereinfacht werden soll demnach auch die Entlassung aus dem Klerikerstand auf dem Verwaltungsweg und ohne Strafprozess, die in besonders dringenden und schwerwiegenden Fällen angewandt wird. Hier soll künftig nicht mehr die Glaubenskongregation, sondern der Oberste Gerichtshof, die “Apostolische Signatur”, die letzte Berufungsinstanz für die dienstenthobenen Kleriker werden.

Quelle: "vienna.at"

Polen: wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch international gesuchter Ordenspriester aufgespürt

Polens Polizei hat einen wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch international gesuchten Ordensangehörigen aufgespürt. Beamte fanden Wojciech Gil (36) am späten Dienstagabend in der Nähe von Krakau bei seinen Eltern, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch im polnischen Fernsehen sagte. Der Geistliche wird beschuldigt, in der Dominikanischen Republik, wo er als Pfarrer in Juncalito arbeitete, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Mediale Verstimmung herrscht über die geringe Kooperationsbereitschaft von Gils Orden, den Michaeliten (Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael), bei der Aufarbeitung.

Der 36-Jährige solle erst festgenommen werden, wenn der Karibikstaat die Auslieferung beantrage, so der Sprecher. Über Interpol sei die Polizei bisher nur angewiesen worden, seinen Aufenthaltsort zu bestimmen.

Neben dem Ordensmann wird auch der abgelöste Vatikan-Botschafter in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Jozef Wesolowski (65), beschuldigt, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Im Gegensatz zu dem Ordenspriester wurde der Diplomat, den seine Immunität schützt, nicht per Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Ende August hatte der Vatikan den Geistlichen von seinem Amt entpflichtet und nach Rom beordert. Der Heilige Stuhl kündigte eine eigene Untersuchung an.


Dienstag, 1. Oktober 2013

Belgien: Gruppenklage gegen katholische Kirche abgewiesen

Die gerichtliche Klage einer Gruppe von Missbrauchsopfern gegen die Obrigkeit der katholischen Kirche ist abgewiesen worden. Das hat das erstinstanzliche Gericht von Gent entschieden.

Zur Begründung wurden Verfahrensfehler genannt. So könne ein Opfer nicht im Namen einer Gruppe klagen. Außerdem sei das Gericht nicht befugt, den Heiligen Stuhl als Regierung des Vatikanstaates in Belgien vorzuladen. Schließlich fehlten auch konkrete Angaben zu angeblichen Fehler, die die Kirchenoberhäupter begangen haben sollen.

Eine Gruppe von 40 Missbrauchsopfern hatte eine Million Euro Entschädigung eingefordert, weil die Kirche die Angelegenheiten zum sexuellen Missbrauch unter den Teppich gekehrt habe.

Quelle: "brf.be"