6.529 Betroffene.
2.848 Beschuldigte.
Neue Zahlen, neue Schlagzeilen, neue Betroffenheitsfloskeln.
Und die Frage:
Wie lange und wie hoch werden die Zahlen noch steigen?
Die ehrliche Antwort lautet: So lange, bis nichts mehr zu vertuschen ist.
Diese Zahlen steigen nicht, weil plötzlich mehr Gewalt entdeckt wird.
Sie steigen, weil jahrzehntelang weniger gezählt wurde, als tatsächlich passiert ist.
Erst waren es Einzelfälle.
Dann einige Hundert.
Dann ein paar Tausend.
Jetzt über sechstausend.
Dabei ist es nur die Mathematik des Vertuschens.
Wenn ein System Täter versetzt, Akten vernichtet, Betroffene einschüchtert und Skandale intern regelt, dann produziert es keine Wahrheit. Es produziert Lücken.
Dann einige Hundert.
Dann ein paar Tausend.
Jetzt über sechstausend.
Dabei ist es nur die Mathematik des Vertuschens.
Wenn ein System Täter versetzt, Akten vernichtet, Betroffene einschüchtert und Skandale intern regelt, dann produziert es keine Wahrheit. Es produziert Lücken.
Was heute als „neue Zahlen“ präsentiert wird, sind keine neuen Verbrechen.
Es sind alte Verbrechen, die man lange genug versteckt hat.
Die eigentliche Frage ist nicht, wie hoch die Zahlen noch steigen.
Die eigentliche Frage ist, wie viel nie erfasst wurde.
Wie viele Akten fehlen?
Wie viele Täter wurden nie benannt?
Wie viele Betroffene haben geschwiegen, weil sie wussten, dass das System der Katholischen Kirche stärker ist als ihre Stimme?
Wenn Studien von einer mehrfach höheren Dunkelziffer ausgehen, dann reden wir nicht über Tausende.
Dann reden wir über Zehntausende.
Und dann bricht das Bild von der „bedauerlichen Zahl“ zusammen.- Dann bleibt nur noch eine unbequeme Wahrheit: Diese Zahlen sind nicht der eigentliche Skandal.
Sie sind nur das, was am Ende übrig bleibt, wenn Jahrzehnte des Schweigens, der Vertuschung und der institutionellen Blindheit plötzlich messbar werden.
Der eigentliche Skandal ist das System dahinter.
Eine Kirche, die moralische Autorität beanspruchte, aber in ihren eigenen Reihen Täter schützte.
Katholische Priester, die Kinder missbrauchten – im Schutz des Amtes, im Vertrauen der Familien, "im Namen des Herrn".
Bischöfe und Verantwortliche, die wussten, was geschah, und trotzdem schwiegen.
Die versetzten statt aufklärten.
Die schützten statt zu bestrafen.
Die den Ruf der Institution über das Leid der Kinder stellten.
Der Skandal ist nicht nur das Verbrechen selbst.
Der Skandal ist die Struktur, die es möglich machte.
Ein System, das Täter deckte, Akten verschwinden ließ, Warnzeichen ignorierte und immer wieder dieselben Männer zu neuen Opfern schickte.
Der Skandal ist aber auch der Umgang mit Betroffenen.
Wie viele Täter wurden nie benannt?
Wie viele Betroffene haben geschwiegen, weil sie wussten, dass das System der Katholischen Kirche stärker ist als ihre Stimme?
Wenn Studien von einer mehrfach höheren Dunkelziffer ausgehen, dann reden wir nicht über Tausende.
Dann reden wir über Zehntausende.
Und dann bricht das Bild von der „bedauerlichen Zahl“ zusammen.- Dann bleibt nur noch eine unbequeme Wahrheit: Diese Zahlen sind nicht der eigentliche Skandal.
Sie sind nur das, was am Ende übrig bleibt, wenn Jahrzehnte des Schweigens, der Vertuschung und der institutionellen Blindheit plötzlich messbar werden.
Der eigentliche Skandal ist das System dahinter.
Eine Kirche, die moralische Autorität beanspruchte, aber in ihren eigenen Reihen Täter schützte.
Katholische Priester, die Kinder missbrauchten – im Schutz des Amtes, im Vertrauen der Familien, "im Namen des Herrn".
Bischöfe und Verantwortliche, die wussten, was geschah, und trotzdem schwiegen.
Die versetzten statt aufklärten.
Die schützten statt zu bestrafen.
Die den Ruf der Institution über das Leid der Kinder stellten.
Der Skandal ist nicht nur das Verbrechen selbst.
Der Skandal ist die Struktur, die es möglich machte.
Ein System, das Täter deckte, Akten verschwinden ließ, Warnzeichen ignorierte und immer wieder dieselben Männer zu neuen Opfern schickte.
Der Skandal ist aber auch der Umgang mit Betroffenen.
Diese Zahlen sind nur die sichtbare Spitze.
Darunter liegt ein Geflecht aus Macht, Schweigen, Loyalität und institutioneller Selbstverteidigung – ein Geflecht, das nicht die Schwächsten geschützt hat, sondern die Schuldigen.
Der eigentliche Skandal ist nicht, wie viele Opfer es gab.
Der eigentliche Skandal ist, dass dieses System existierte – und dass es so lange bestehen konnte.
Darunter liegt ein Geflecht aus Macht, Schweigen, Loyalität und institutioneller Selbstverteidigung – ein Geflecht, das nicht die Schwächsten geschützt hat, sondern die Schuldigen.
Der eigentliche Skandal ist nicht, wie viele Opfer es gab.
Der eigentliche Skandal ist, dass dieses System existierte – und dass es so lange bestehen konnte.
Bis heute.
Die Zahlen werden weiter steigen. Die Zahlen werden aber auch nie die Dunkelziffer erreichen.
Und jedes neue Ergebnis ist keine Überraschung: Es ist ein Beweis dafür, wie lange man versucht hat, die Wahrheit zu leugnen und zu vertuschen. Bis heute.
Claudia Adams
Und jedes neue Ergebnis ist keine Überraschung: Es ist ein Beweis dafür, wie lange man versucht hat, die Wahrheit zu leugnen und zu vertuschen. Bis heute.
Claudia Adams