Dienstag, 24. Februar 2026

Bischof Ackermann stellt Priester wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen frei

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Bistum hält sich bedeckt: Warum der Trierer Bistumspriester freigestellt wurde, bleibt zunächst unklar.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat einem Bistumspriester die Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt. Zudem sei der Mann bis auf weiteres von seinen Tätigkeiten in einer Pfarrei und einem Pastoralen Raum des Bistums freigestellt worden, teilte das Bischöfliche Generalvikariat mit. Grund sei ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft.

Zur Art des Vorwurfs konnte das Bistum Trier nichts sagen. Auch nähere Angaben zu dem Priester gab es nicht. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung sei eingeleitet, hieß es. Sie ruhe aber während der staatlichen Ermittlungen. Das Seelsorgeteam in der Pfarrei, das Leitungsteam im Pastoralen Raum sowie die Gremien seien informiert. (dpa-Meldung)



Bischof Ackermann untersagt Bistumspriester Ausübung der priesterlichen Dienste - Priester freigestellt

Bischof Stephan Ackermann hat einem Priester des Bistums die Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt und ihn bis auf Weiteres von seinen Tätigkeiten freigestellt.

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat einem Priester des Bistums Trier die Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt und ihn bis auf Weiteres von seinen Tätigkeiten in einer Pfarrei und einem Pastoralen Raum des Bistums freigestellt. Grund für die Maßnahme ist ein laufendes staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ist eingeleitet; sie ruht während der staatlichen Ermittlungen.  

Das Seelsorgeteam in der Pfarrei, das Leitungsteam im Pastoralen Raum sowie die ehrenamtlichen Gremien sind informiert.  (Quelle: bistum-trier.de)



Samstag, 14. Februar 2026

Die Mathematik des Vertuschens - Ein Kommentar von Claudia Adams




6.529 Betroffene.
2.848 Beschuldigte.

Neue Zahlen, neue Schlagzeilen, neue Betroffenheitsfloskeln.

Und die Frage:
Wie lange und wie hoch werden die Zahlen noch steigen?
Die ehrliche Antwort lautet: So lange, bis nichts mehr zu vertuschen ist.
Diese Zahlen steigen nicht, weil plötzlich mehr Gewalt entdeckt wird.
Sie steigen, weil jahrzehntelang weniger gezählt wurde, als tatsächlich passiert ist.

Erst waren es Einzelfälle.
Dann einige Hundert.
Dann ein paar Tausend.
Jetzt über sechstausend.

Dabei ist es nur die Mathematik des Vertuschens.

Wenn ein System Täter versetzt, Akten vernichtet, Betroffene einschüchtert und Skandale intern regelt, dann produziert es keine Wahrheit. Es produziert Lücken.

Was heute als „neue Zahlen“ präsentiert wird, sind keine neuen Verbrechen.
Es sind alte Verbrechen, die man lange genug versteckt hat.
Die eigentliche Frage ist nicht, wie hoch die Zahlen noch steigen.

Die eigentliche Frage ist, wie viel nie erfasst wurde.

Wie viele Akten fehlen?
Wie viele Täter wurden nie benannt?
Wie viele Betroffene haben geschwiegen, weil sie wussten, dass das System der Katholischen Kirche stärker ist als ihre Stimme?

Wenn Studien von einer mehrfach höheren Dunkelziffer ausgehen, dann reden wir nicht über Tausende.

Dann reden wir über Zehntausende.

Und dann bricht das Bild von der „bedauerlichen Zahl“ zusammen.- Dann bleibt nur noch eine unbequeme Wahrheit: Diese Zahlen sind nicht der eigentliche Skandal.
Sie sind nur das, was am Ende übrig bleibt, wenn Jahrzehnte des Schweigens, der Vertuschung und der institutionellen Blindheit plötzlich messbar werden.

Der eigentliche Skandal ist das System dahinter.
Eine Kirche, die moralische Autorität beanspruchte, aber in ihren eigenen Reihen Täter schützte.
Katholische Priester, die Kinder missbrauchten – im Schutz des Amtes, im Vertrauen der Familien, "im Namen des Herrn". 
Bischöfe und Verantwortliche, die wussten, was geschah, und trotzdem schwiegen.
Die versetzten statt aufklärten.
Die schützten statt zu bestrafen.
Die den Ruf der Institution über das Leid der Kinder stellten.

Der Skandal ist nicht nur das Verbrechen selbst.
Der Skandal ist die Struktur, die es möglich machte.
Ein System, das Täter deckte, Akten verschwinden ließ, Warnzeichen ignorierte und immer wieder dieselben Männer zu neuen Opfern schickte.
Der Skandal ist aber auch der Umgang mit Betroffenen. 

Diese Zahlen sind nur die sichtbare Spitze.
Darunter liegt ein Geflecht aus Macht, Schweigen, Loyalität und institutioneller Selbstverteidigung – ein Geflecht, das nicht die Schwächsten geschützt hat, sondern die Schuldigen.

Der eigentliche Skandal ist nicht, wie viele Opfer es gab.
Der eigentliche Skandal ist, dass dieses System existierte – und dass es so lange bestehen konnte.
Bis heute. 

Die Zahlen werden weiter steigen. Die Zahlen werden aber auch nie die Dunkelziffer erreichen.

Und jedes neue Ergebnis ist keine Überraschung: Es ist ein Beweis dafür, wie lange man versucht hat, die Wahrheit zu leugnen und zu vertuschen. Bis heute.







Claudia Adams

Katholische Kirche: Deutliche mehr Missbrauchsfälle als bisher bekannt

Das Ausmaß von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche ist deutlich größer als bislang offiziell bekannt. Wie eine Umfrage des ARD-Magazins Fakt bei allen 27 Bistümern ergeben hat, gibt es seit 1945 in Deutschland mindestens 6.529 Betroffene und 2.848 Beschuldigte.

Zum Vergleich: Die sogenannte MHG-Studie, die 2018 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz erstellt wurde, war auf Grundlage von Aktenanalysen auf 3.677 Betroffene und 1.670 Beschuldigte gekommen. Wie viele Opfer es tatsächlich gibt, ist unbekannt. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil zahlreiche Opfer ihre Fälle etwa aus Scham nie öffentlich gemacht haben.

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Montag, 26. Januar 2026

Bistum Trier: Strafverfahren gegen katholischen Priester wegen Erwerb und Besitz kinder-und jugendpornografischer Inhalte

Strafverfahren gegen Priester

Gegen einen Priester des Bistums Trier wurde am 13. Januar 2026 am Amtsgericht Neunkirchen ein gerichtliches Strafverfahren eröffnet und durchgeführt.

Trier – Gegen einen Priester des Bistums Trier wurde am 13. Januar 2026 am Amtsgericht Neunkirchen ein gerichtliches Strafverfahren wegen Erwerb und Besitz kinder- und jugendpornographischer Inhalte eröffnet und durchgeführt. Das Verfahren soll wegen der Einholung eines Sachverständigengutachtens zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt werden. (Quelle: Pressemeldung, Bistum Trier, veröffentlicht am 26.01.2026)




"Priester des Bistums Trier wegen Kinderpornografie angeklagt"
Am Amtsgericht Neunkirchen läuft derzeit ein Verfahren gegen einen Priester des Bistums Trier wegen Besitzes von Kinderpornografie. Der 58-Jährige ist suspendiert.
Ein Priester aus dem Bistum Trier soll sich kinder- und jugendpornografische Medien verschafft haben. Das berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Der Mann muss sich nun vor dem Amtsgericht Neunkirchen dafür verantworten, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte.

Hauptverhandlung ruht wegen Gutachten

Gegenstand des Verfahrens sei der Vorwurf des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften, welche sich auf dem Computer des 58-jährigen Angeklagten befunden haben sollen. Die Hauptverhandlung ist derzeit ausgesetzt, weil zunächst ein IT-Sachverständiger ein Gutachten zu den Dateien und seinem Computer vorlegen soll.

Kirchenrechtliche Untersuchung angekündigt

Gegen den Priester waren bereits im Februar 2022 Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt und Missbrauchs bekannt geworden. Das Bistum Trier hatte ihn daraufhin suspendiert und aus seiner Pfarreiengemeinschaft abberufen. Der Fall war an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Nach Abschluss der staatlichen Verfahren will das Bistum auch eine kirchenrechtliche Untersuchung gegen den Priester eröffnen. Im Bistum läuft seit Jahren die Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle." (Quelle: SR, 26.01.2026)


Montag, 19. Januar 2026

Bistum Trier: Nach Marx gibt auch Bätzing den DBK-Vorsitz ab


© Andreas Arnold,dpa / Quelle: Tagesspiegel.de


Georg Bätzing steht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz nicht zur Verfügung. Das teilte die Bischofskonferenz in Bonn mit. Der Limburger Oberhirte war 2020 an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden und hätte nach sechsjähriger Amtszeit Ende Februar bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg zur Wiederwahl antreten müssen.

In einem Brief an die anderen Bischöfe teilte er nun mit: «Um im Vorfeld gute diesbezügliche Überlegungen zu ermöglichen, möchte ich Euch mitteilen, dass ich für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe. Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.»

Widerstand gegen Bätzing

Gegen Bätzing gab es innerhalb der Bischofskonferenz seit längerer Zeit Widerstand. Der 64-Jährige ist entschiedener Befürworter eines Reformkurses in der katholischen Kirche. Er macht sich zum Beispiel dafür stark, dass Frauen Diakoninnen werden dürfen - eine Vorstufe zum Priesteramt. Auch will er sogenannte Laien - normale Gläubige ohne klerikales Amt - stärker an Entscheidungen beteiligen. Von vielen reformorientierten Kirchenmitgliedern etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wird Bätzing dafür sehr geschätzt.

Doch gleichzeitig zog sich Bätzing mit diesem Reformkurs den Unmut konservativer Bischöfe wie Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln oder Rudolf Voderholzer aus Regensburg zu. Aber auch im Lager der Gemäßigten gab es manchmal Irritation darüber, dass sich Bätzing mit markanten Äußerungen in umstrittenen Themenfeldern positionierte. Ihm wurde vorgeworfen, dies zu tun, ohne vorher geprüft zu haben, ob es dafür schon eine tragfähige Mehrheit gab. Zudem galt Bätzing als nicht besonders gut vernetzt im Vatikan. (dpa-Meldung)