Sonntag, 24. März 2019

Bischof Ackermann: "Das Verheerende war, dass Angehörigen und Opfern der Mut fehlte zu sprechen."



Opfern und ihren Angehörigen fehlte der Mut zu sprechen. 
Laut Ackermann sei dies das Verheerende in den letzten Jahrzehnten gewesen.


Ackermann: "Angehörige haben sich nicht getraut, weil es keine Kultur des Sprechens gab über das Thema „Sexualität“. Weil auch der Priester eine so oft überhöhte sakrale Figur war, dass es keinen Mut gab zu sprechen. Es gab aber auch Menschen, die gesagt haben: „Das traue ich mir nicht zu, mir wird keiner glauben.“  Das war das Verheerende in den vergangenen Jahrzehnten."

Ackermann auf die Frage nach der Verantwortung der Bischöfe: "Also, man muss diejenigen, die ihre Amtspflichten verletzt haben und wo das sozusagen sich auch nachweisen lässt, verurteilen. Da, wo es Vergehen gibt, müssen sie benannt und auch bestraft werden. Aber in ganz vielen Fällen ist es so, dass dann die Tat verjährt ist und das staatliche Gericht, die staatliche Strafverfolgungsbehörde nicht tätig wird."

Donnerstag, 21. März 2019

Bistum Trier / Freisen II: Täter- oder Opferschutz? - Der Fall des ehemaligen Trierer Priesterseminaristen "Bruder Wolfgang"

Michael Imlau, ehemaliger Mitstudent von "Bruder Dominik" (Pfarrer V.), und Pfarrer aus Hamburg:

"Er (Pfarrer V., Anmerk. ca) erzählte mir dann, Bernhard Backovsky werde ihm helfen. Ich fragte ihn, warum hilft Bernhard Backovsky dir? Grinsend antwortete der Mitstudent: "Weil ich die Backovsky-Brüder in der Hand habe. Als ich nachfragte, "Mit was hast du die Backovsky-Brüder in der Hand?" antwortete er: "Das ist meine Lebensversicherung. Das werde ich dir ganz bestimmt nicht sagen."






Montag, 18. März 2019



"Wir sind entschlossen, alles zu tun, 
um sexuellen Missbrauch in der Kirche zu überwinden 
und den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. 
Wir werden gutmachen, was möglich ist auf Erden."



- Kardinal Marx, ehemaliger Bischof von Trier und heutiger Vorsitzender der DBK auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe in Lingen. 14.03.2019 -

Samstag, 16. März 2019

Bischof Ackermann: "Stärkere Belege für Taten einfordern ohne die Betroffenen noch einmal ungewöhnlich zu belasten"

Nach Angaben der Bischofskonferenz wurden bis Herbst vergangenen Jahres 1.900 Anträge von der zuständigen Zentralen Koordinierungsstelle positiv beschieden. Im Schnitt wurden 5.000 Euro gezahlt, bei einer Gesamtsumme von neun Millionen Euro. Opferverbände sehen in den bisherigen Zahlungen keine „angemessene Entschädigung“. Bischof Ackermann gab zu bedenken, dass man bei der Zahlung von Entschädigungen unter Umständen „stärker Belege“ für die Taten einfordern müsste, als das bei den bisherigen Zahlungen der Fall ist.





"Wir sagen ja jetzt auch in Fällen, wo etwas glaubhaft ist, wo ich aber jetzt kaum Beweise habe ...  Da kommt eine betroffene Person und diejenigen, die sozusagen das anschauen, sagen: <Das ist uns plausibel. Wir glauben.  Auch, wenn wir weder in Akten noch andere Betroffene noch sonstwas sehen>.  Und wir sprechen ein Summe zu. Wenn ich natürlich sage, hier geht es um eine monatliche Rente bis zum Lebensende in Höhe von 500,00 Euro, da geht es ja um ganz andere Dimensionen, und dann ist die Frage: "Muss dann das sozusagen stärker bewiesen werden? Also, kriegen wir da eine Lösung hin, nicht Betroffene jetzt auch noch einmal ungewöhnlich zu belasten?"

Donnerstag, 14. März 2019

Kardinal Marx: "Wir haben einen Maßnahmenkatalog" - und lassen einen Punkt außen vor

Der DBK-Vorsitzende und ehemalige Trierer Bischof, Kardinal Marx, präsentiert zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung überraschend einen "Maßnahmenkatalog". Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um die "Fuldaer Erklärung" vom 27.09.2018. Und dies auch nur eingeschränkt: Während es in der "Fuldaer Erklärung" noch unter Punkt sechs hieß: "Wir wollen klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in unserer Kirche getragen hat", findet dieser Punkt auf der Frühjahrsvollversammlung 2019 keine Erwähnung mehr. 


Bildquelle: Wolfsburger Allgmeine Zeitung

Marx: "Manche Stimmen sind zu hören, die sagen, es müsse einen konkreten Maßnahmenkatalog geben. Ich kann da nur sagen: Wir haben diesen Katalog und an den dort genannten Punkten arbeiten wir."


Marx weiter: 

"Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer  Maßnahmenkatalog sind:

          1. das "Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung",
          2. das "Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in
              Anerkennung zugefügten Leids",
          3. das "Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene",
          4. das "Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker" und
          5. das "Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention".

          6. Wir wollen klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das                                  Missbrauchsgeschehen in unserer Kirche getragen hat. 
     
     

Bischof Ackermann: " Die Beratungsstellen der Bistümer haben einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter"


"Dass der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann einräumen musste, dass es noch immer nicht in allen Diözesen wirklich unabhängige Ansprechpartner für Missbrauchsopfer gibt, spottet jeder Beschreibung." (rundschau-online.de)
"Kein Problem hat Ackermann damit, dass in einigen Fällen Bistumsbeschäftigte Ansprechpartner für Opfer von Missbrauch sind. Er gehe nicht davon aus, dass die benannten Personen an Weisungen des Bischofs hängen. Die Beratungsstellen der Bistümer hätten einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter. Allein weil jemand unabhängig ist, heiße das noch nicht, dass er als Ansprechpartner besser geeignet sei. Wenn man aber wolle, dass die Unabhängigkeit zu erkennen ist, dann müsse das System komplett umgestellt werden. Die meisten Ansprechpartner seien deshalb bereits unabhängig von Bischof und Bistum."  (swr.de)


Eine Frage, deren Antwort Bischof Ackermann bei seinem gestrigen Pressegespräch in Lingen heftig ins Stammeln gerieten ließ:  Die Nachfrage, wie es mit den unabhängigen Ansprechpartnern aussähe  - nach inzwischen neun Jahren.  

Dass Ackermann bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage ins Stocken gerät, ist nachvollziehbar: In seinem eigenen Bistum gibt es seit Jahren heftige Kritik am Ansprechpartner. Dies bestätigte auch das Beschwerdemangement des Bistums Trier.  Betroffene berichten über ihre tiefgreifend negative Erfahrungen.  Im Bistum des Missbrauchsbeauftragten selbst wird  nicht nur die Unabhängigkeit des Trierer Ansprechpartners Peter Rütten stark angezweifelt, sondern im Besonderen sein Umgang mit Betroffenen heftig kritisiert.


Quelle: bistum-trier.de

Hinzu kommt: Auf der Homepage des Bistums selbst wird seit zwei Tagen offiziell nur  noch ein männlicher Ansprechpartner präsentiert: Peter Rütten. Die bisherige weibliche Ansprechpartnerin, die Juristin Gisela Lauer,  wurde von der Homepage des Bistums entfernt. Weibliche Betroffene sind nun vor eine weitere Schwierigkeit gestellt: Sie müssen die Hürde überwinden,  Detailfragen zu sexuellen Übergriffen dem einzigen Ansprechpartner im Bistum Trier, einem Mann,  gegenüber zu  beantworten. 

- Ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Betroffenen, die auf den Diplom-Theologen Peter Rütten, der u.a. mehrere Jahre für die Psychotherapie bei Sexualstraftätern beauftragt war, als Ansprechpartner im Bistum Trier angewiesen sind und deren Kritik, die inzwischen seit Jahren geäußert wird, von Bischof Ackermann bis heute nicht ernst genommen wird. / ca

Mittwoch, 13. März 2019

Bischof Ackermann im Pressegespräch zum Thema „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Pressegespräch zum Thema
„Sexueller Missbrauch an Minderjährigen: Aufarbeitung und Prävention
– Informationen zum aktuellen Stand“
 mit Bischof Dr. Stephan Ackermann
Lingen, 13.03.2019






  • Kein Problem hat Ackermann damit, dass in einigen Fällen Bistumsbeschäftigte Ansprechpartner für Opfer von Missbrauch sind. Er gehe nicht davon aus, dass die benannten Personen an Weisungen des Bischofs hängen. Die Beratungsstellen der Bistümer hätten einfühlsame und erfahrene Mitarbeiter. Allein weil jemand unabhängig ist, heiße das noch nicht, dass er als Ansprechpartner besser geeignet sei. Wenn man aber wolle, dass die Unabhängigkeit zu erkennen ist, dann müsse das System komplett umgestellt werden. Die meisten Ansprechpartner seien deshalb bereits unabhängig von Bischof und Bistum. (swr.de)
  • Die Erwartungen an die katholische Kirche zum Umgang mit Missbrauchsfällen sind hoch. Missbrauchsbeauftragter Ackermann verkündete aus Kritikersicht nur wenig Neues. (zdf.de)
  • Einerseits bemüht sich die katholische Kirche seit Jahren um eine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Diakone. Andererseits bleibt sie konsequent hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. (rundschau-online.de)


Bistum Trier: Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie - Bistum Trier beurlaubt Diakon "aus präventiven Gründen" . Er galt als "unauffällig und beliebt, engagiert in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen"

Das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie einen Mitarbeiter entlassen.

Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben. Nähere Angaben zu den Vorwürfen machte die Klinik nicht. Auch über den Mitarbeiter sagte das Mutterhaus der Borromäerinnen nichts - aus datenschutzrechtlichen Gründen. Nach SWR-Informationen soll es sich bei dem Angestellten um einen Diakon mit Zivilberuf handeln.

swr.de

"Aktuell hat sich das Klinikum aus diesen Gründen von einem Mitarbeiter getrennt. Gegen den Mitarbeiter war zuvor ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung gemäß § 184b StGB (Besitz kinderpornographischer Schriften) eingeleitet worden. Darüber hatte der Mitarbeiter das Klinikum als Arbeitgeber umgehend proaktiv, d. h. von sich aus, informiert. Das private – außerdienstliche Verhalten – ist mit dem Leitbild des Klinikums und der katholischen Glaubens- und Sittenlehre nicht in Einklang zu bringen. Im Rahmen einer getroffenen Gesamtabwägung und unter Berücksichtigung aller Umstände war eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für das Klinikum als Arbeitgeber nicht mehr zumutbar. Die Klinikleitung hat aufgrund der Sachlage schnell und entschlossen gehandelt. Sie ist mit dem Mitarbeiter zu der Überzeugung gelangt, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Im Zuge dessen wurde der Mitarbeiter unverzüglich von seinen Dienstpflichten entbunden und freigestellt. Der Klinikleitung liegen ausdrücklich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des Mitarbeiters bei der Ausübung seines Berufes im Klinikum vor."

mutterhaus.de 


Der Diakon galt als "unauffällig und beliebt, engagiert in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen".

volksfreund.de


bistum-trier.de



Dienstag, 12. März 2019

Bistum Trier: Ackermann wird ältere Missbrauchsfälle prüfen lassen

Das Bistum Trier wird länger zurückliegende Fälle sexuellen Missbrauchs von unabhängigen Experten prüfen lassen. Es geht dabei auch um mögliche Fälle in einem ehemaligen Internat in Gerolstein.

Das teilte das Bistum nach einem Treffen von Bischof Stephan Ackermann mit Beratern der Diözese mit. Demnach hat der Beraterstab schon damit begonnen zu prüfen, wie ältere Missbrauchsfälle aufgeklärt wurden. Bischof Ackermann will darüber hinaus Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen von einem externen Experten untersuchen lassen.

Versäumnisse oder Vertuschung sollen ans Licht kommen

Dazu gehören Fälle von sexueller und körperlicher Gewalt im Albertinum in Gerolstein. Das Internat in Trägerschaft des Bistums wurde Anfang der 80er Jahre geschlossen. Bischof Ackermann sagte, es müsse geprüft werden, ob es Versäumnisse oder Vertuschung von Fällen gegeben habe. Man könne Fehler eingestehen und aus ihnen lernen, so Ackermann.

swr.de


Gerolstein . Das Bistum Trier hat eingeräumt, dass Schüler eines ehemaligen Eifeler Internats sexuell missbraucht wurden. Nun soll ein unabhängiger Ermittler untersuchen, was im Albertinum vor sich ging – und, ob Vorfälle vertuscht wurden.  Seit dem Frühjahr 2018 hat der TV mit einigen Absolventen des Internats gesprochen. Sie erzählten von Nächten, die sie als Strafe draußen in der Kälte verbringen mussten, von Faustschlägen ins Gesicht, unsittlichen Berührungen beim Schwimmunterricht und Annäherungen unter der Dusche. Ein Priester soll die Schüler gezwungen haben, in der Beichte über Sex zu sprechen, während er sich befriedigte. Einen Subpräfekten soll es erregt haben, wenn die Schüler ihn strangulierten. Von diesen Vorwürfen will das Bistum Trier erst 2010 erfahren haben. 

volksfreund.de


Bildquelle: dpa


"Der persönliche Kontakt mit den Opfern
 ist für mich der erste und wichtigste Aspekt 
mit Blick auf die Aufarbeitung"



Bischof Ackermann, März 2019





Quelle: domradio.de

Sonntag, 24. Februar 2019

Bistum Trier: Aktenmanipulation und -vernichtung unter den Trierer Bischöfen Stein, Spital, Marx und Ackermann

Ausgerechnet der ehemalige Trierer Bischof,  Kardinal Reinhard Marx, der bereits im März 2011 eine schonungslose Aufklärung versprach, hat beim Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ein Ende der Geheimniskrämerei um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gefordert.  Offen prangerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag auch Vertuschung und Machtmissbrauch an: "Akten, die die furchtbaren Taten dokumentieren und Verantwortliche hätten nennen können, wurden vernichtet oder gar nicht erst erstellt." Nötig seien nun Fakten und Offenheit. (dpa) "Direkte Zuweisungen", welcher Bischof für die Aktenmanipulation und -vernichtung verantwortlich ist, gibt es laut Marx allerdings keine.   - Dabei liegen die Gründe, warum gerade Kardinal Marx darüber schweigt, auf der Hand. Er selbst gehörte zu den Verantwortlichen. Hinzu kommt: Während immer mehr Bischöfe ihre Vorgänger belasten, dürfte dies im Bistum Trier nur schwer möglich sein. Der Missbrauchsbeauftragte Ackermann selbst wird wohl alles daran setzen,  sich schützend vor seinen eigenen Vorgänger und den heutigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Marx stellen und alles dafür tun, Marx nicht in die Bredouille zu bringen.



Quelle: ca


Quelle: ca





18.04.2011     Einsicht in die Akte meines Täters im bischöflichen Archiv in Trier. Aus der Akte                       gehen keinerlei Hinweise auf Vorwürfe sexuellen Missbrauchs hervor. (Dies bestätigte
                       auch der damalige Archivleiter Martin Persch in einem weiteren Gespräch. "Ich habe
                       die Akte gesichtet. Es gibt keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Pfarrer 
                       Josef M.")
                       
04.07.2011     Bischof Ackermann bestätigt, "dass das gesamte amtliche Schrift- und Dokumen-
                       tationsgut, so wie von der Bischöflichen Behörde dem Archiv übergeben wurde, 
                       ordnungsgemäß archiviert worden ist".

11.01.2013     Der damalige Trierer Bistumspressesprecher Uzulis verweist auf die damalig übliche
                       Bindetechnik bei der Aktenführung. 

31.08.2016     Das Bistum Trier teilt mir auf Anfrage mit, dass es inzwischen "Hinweise auf weiteren
                       sexuellen Missbrauch durch Pfarrer Josef M. gibt".

10.12.2018:    Auf Nachfrage kündigt das Bistum Trier an, mir Auskunft darüber zu geben, ob
                       Pfarrer Josef M. bereits in seinen vorherigen Pfarreien auffällig war und man ihn 
                       deshalb nach Brotdorf versetzt habe oder ob es erstmals in Brotdorf Hinweise auf 
                       Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gab. Aufgrund der hohen Arbeitsanforderung könne 
                       sich die Beantwortung meiner Anfrage allerdings bis März hinziehen.


Verantwortliche Bischöfe seit dem Tatzeitpunkt:


                                           1967 - 1980      Bernhard Stein
                                           1981 - 2001      Hermann Josef Spital
                                           2002 - 2008      Reinhard Marx
                                           2009 - heute     Stephan Ackermann



ca











Bistum Trier: ehemaliger Trierer Bischof und heutiger DBK-Vorsitzender, Kardinal Marx, gibt Aktenvernichtung und Aktenmanipulation zu. - Die Verantwortlichen verschweigt er: aus gutem Grund.

ECA: Marx hat uns nichts davon gesagt

"Es ist unbegreiflich", sagt Peter Isley, während er im Demonstrationszug über die Piazza del Popolo Richtung Vatikan läuft. "Wir haben gestern Kardinal Marx getroffen und er hat uns nichts davon gesagt." Auch Isley ist Missbrauchsopfer, engagiert sich bei ECA  (Die Abkürzung steht für "Ending Clergy Abuse": den Missbrauch durch Kleriker beenden / Anmerk. ca). und hat die Zero-Tolerance-Demo mitorganisiert.

Er will von Kardinal Marx wissen, warum die Beweismittel verschwunden sind. Im jüngsten Bericht der Deutschen Bischofskonferenz zur Aufbereitung des Missbrauchsskandals sei davon nichts erwähnt worden. "Wer hat diese Akten vernichtet?", fragt Iseley.

Eine Antwort gibt der deutsche Kardinal bei einer Pressekonferenz: "Es gibt klare Erkenntnisse, dass Akten manipuliert wurden." Das habe man, so Marx, bereits bei ersten Untersuchungen des deutschen Missbrauchsskandals vor neun Jahren festgestellt. "Aber es gibt keine direkte Zuweisungen."



dw.com

Bistum Trier: Will die katholische Kirche aufklären? MissBit-Sprecher Dr. Thomas Schnitzler glaubt nicht daran

Thomas Schnitzler vs. Klaus Pfeffer

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ist vom ehrlichen Aufklärungswillen der katholischen Kirche überzeugt.

Dr. Thomas Schnitzler, MissBit, glaubt dagegen nicht an einen ehrlichen Aufklärungswillen:

"Die Kirche will nicht aufklären. Aufklärungsbemühungen sind in dem grundlegenden Selbstverständnis der klerikal-hierarchischen Amtskirche seit jeher nicht angelegt. Dies belegen unsere nunmehr neunjährigen Erfahrungen.
Konkrete Anfragen und Bitten wurden entweder ignoriert oder verschleppt, so unter anderem: Anträge auf Einsichten in die Personalakten der Täter, Vorschläge für offene Diskussionsforen – und nicht zuletzt mögliche Kontaktvermittlungen zu den 442 laut der MHG-Studie im Bistum Trier bisher ermittelten Missbrauchsopfern. Statt Rücksprachen mit unserem Betroffenenbündnis bevorzugt Dr. Ackermann weiterhin – entgegen der aktuellen Expertenempfehlungen – exklusive Beratungsgespräche mit seinen Klerikern hinter verschlossenen Türen.“"

direkt zum kompletten Audio-Beitrag auf deutschlandfunk.de 

Samstag, 23. Februar 2019

Bistum Trier: ehemaliger Bischof von Trier, Kardinal Marx, erkennt eigene Verantwortlichkeit nicht



"Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist zu einem nicht geringen Teil auf den Machtmissbrauch im Bereich der Verwaltung zurückzuführen. Verwaltung hat hier nicht dazu beigetragen, dass der Sendungsauftrag der Kirche erfüllt wird, sondern im Gegenteil, dass er verdunkelt, diskreditiert und verunmöglicht wurde. Akten, die die furchtbaren Taten dokumentieren und Verantwortliche hätten nennen können, wurden vernichtet oder gar nicht erst erstellt. Nicht die Täter, sondern die Opfer wurden reglementiert und ihnen Schweigen auferlegt."


das Referat von Marx in seiner vollständigen Fassung auf vaticannews.va lesen


Solche Aussagen machen sprachlos. Man liest - und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Dass ausgerechnet Marx es wagt,  über "Nachvollziehbarkeit", "Transparenz"  und "Verantwortung" zu referieren, ist unsäglich.

Gerade Marx gehörte als ehemaliger Bischof von Trier (2002 - 2008) in so vielen Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen im Bistum Trier selbst zu den Verantwortlichen - und somit ebenso zu den Vertuschern. 

Unter Marx' Verantwortlichkeit als Bischof von Trier wurden Akten vernichtet oder gar nicht erst erstellt. Unter seiner Verantwortlichkeit wurden nicht die Täter reglementiert, sondern die Opfer und den Opfern wurde auch nachweislich Schweigen auferlegt. 

Hinzu kommt: Während immer mehr Bischöfe ihre Vorgänger belasten wird dies in Trier nur schwer möglich sein. Im Gegenteil:  Ackermann selbst wird wohl alles daran setzen,  sich schützend vor seinen eigenen Vorgänger und den heutigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Marx stellen und alles dafür tun, dass Marx nicht belastet wird. / ca

Freitag, 22. Februar 2019

Bistum Trier: Trierer Bischof Ackermann weist Kritik von Opferinitiative zurück

Die Trierer Opfervereinigung MissBit kritisierte den Kirchenkongress als „Aufmerksamkeitsmanöver“, mit dem der Vatikan die Kontrolle über das Thema behalten wolle. „An konkreten Ergebnissen erwarten wir eigentlich nichts mehr“, sagte MissBit-Sprecher Thomas Schnitzler unserer Zeitung. Seit zehn Jahren befassten sich auch die Bischofskonferenzen mit dem Thema  – „und herausgekommen ist nichts“, sagte Schnitzler, der als Kind von einem Priester in Trier missbraucht wurde.

Der von MissBit zuletzt scharf kritisierte Trierer Bischof kündigte an, die Opfer bei allen Maßnahmen, zu denen sich die Bischöfe verpflichtet hätten, einzubeziehen. Er selbst habe seit vielen Jahren Kontakt mit Betroffenen – „im persönlichen Gespräch, brieflich und telefonisch“, sagte Stephan Ackermann unserer Zeitung. Die Opferinitiative hatte unlängst kritisiert, dass nicht mit den Betroffenen über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals  gesprochen werde.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Donnerstag, 21. Februar 2019

Bischof Ackermann : "Natürlich muss man sagen: Es gab auch Dinge, die wurden verschleppt oder vertuscht, weil man die Institution schützen will. Das hat es gegeben. Ich will auch nicht ausschließen, dass sich das heute auch noch abspielt."





zum Interview in Textform auf ard.de

Bischof Ackermann gelingt es immer noch nicht, in "Ich-Form" zu reden.

Es würde sich zum Beispiel viel ehrlicher und glaubwürdiger anhören, wenn er sagen würde: ""Es gab auch Dinge, die ich verschleppt habe, weil ich die Institution schützen wollte.  Ich will auch nicht ausschließen, dass sich das heute noch so im Bistum Trier abspielt." / ca

Bistum Trier: Trierer Missbrauchsopfer fordert externe Aufklärung

Die Betroffenenverbände erwarten nicht allzu viel vom Anti-Missbrauchstreffen im Vatikan. Einer dieser Skeptiker ist Thomas Schnitzler von der Initiative MissBiT .

Thomas Schnitzlers Appell an die Kirchenleitung: 

"Übernehmen Sie endlich Verantwortung! Sorgen Sie dafür, dass eine angemessene Entschädigung gezahlt wird und überlassen Sie die Aufklärung unabhängigen Instanzen!"





den vollständigen Beitrag inkl. Hintergründe auf "swr.de" lesen


Mittwoch, 20. Februar 2019

Bischof Ackermann: "Das ist ein bisschen wie ein Hühnerhof"

Es sei zu spüren, dass in der katholische Kirche in Deutschland "die Nervosität steigt". Die Bischöfe spürten den hohen "Druck" und die "Aggression", die beim Thema Missbrauch gegenüber der Kirche herrsche. Nur so sei es auch zu erklären, dass sich zuletzt Bischöfe in der Öffentlichkeit mit sehr unterschiedlichen Ideen und Lösungsansätzen zu Wort gemeldet hätten. Das sei "ein bisschen wie ein Hühnerhof", kritisierte Ackermann.

das vollständige Interview auf "domradio.de" lesen


Montag, 18. Februar 2019

Bistum Trier Freisen: neue Ermittlungen gegen Freisener Ex-Pfarrer


Im Fall des ehemaligen Pfarrers von Freisen gibt es zwei neue Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Die Staatsanwaltschaft hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen. In einem Fall geht es nach SR-Informationen darum, dass der Ex-Pfarrer einen Jugendlichen vor rund zwölf Jahren bei einem Ausflug in den Schwarzwald missbraucht haben soll. Der andere Verdachtsfall soll länger zurückliegen. Vier weitere Verfahren gegen den Ex-Pfarrer wurden bislang wegen Verjährung oder mangels Tatverdacht eingestellt. 

Quelle: Saartext, 18.02.2019