Donnerstag, 29. März 2018

Bistum Trier / Burbach: "Die schlimmste Erinnerung verbindet sie mit einem grapschenden Kaplan in der Saarbrücker Eligius-Kirche"





Ellen K. auf den Spuren ihrer Kindheit. Eine harte, freudlose Zeit, die sie vorwiegend in Heimen verbrachte. Als Kind hier im katholischen Theresienheim in Saarbrücken, als Heranwachsende in einer Einrichtung in Köln. Sie erzählt: "Positives? Kann ich mich gar nicht erinnern. Liebevolles gab‘s da gar nicht. Nur halt immer Stress… Die hatten Stöcke, so Rohrstöcke. Das war auch schlimm. Die Kinder waren hilflos, wehrlos. Sie waren nichts. Sie waren ja wie eingesperrt in den Heimen."
Die schlimmste Erinnerung verbindet sie mit einem grapschenden Kaplan in der Saarbrücker Eligius-Kirche...."

Ein Bericht über den fragwürdigen Umgang mit den Opfern der Heimerziehung durch den sogenannten "Hilfsfonds" - und warum viele Betroffene sich scheuen, sich an ihn zu wenden.

Dienstag, 27. März 2018

Schweiz: Katholische Kirche deckte über ein halbes Jahrhundert lang pädophilen Pater





den vollständigen "Auszug aus dem Bericht der von der schweizerischen Kapuzinerprovinz beauftragten Unabhängigen Untersuchungskommission zum "Fall Joel Allaz" auf "kapuziner.ch" lesen

  • "Katholische Kirche deckte ein halbes Jahrhundert lang einen pädophilen Pater": In der Affäre um einen pädophilen Kapuzinerpater in der Westschweiz belastet ein Untersuchungsbericht die Kirche schwer. Diese habe weggeschaut. Das gilt auch für einen ehemaligen Bischof und einen ehemals höchsten Kapuziner der Schweiz. nzz.ch
  • Kapuziner-Mönch vergewaltigte jahrelang Kinder – Kirche schaute 50 Jahre lang weg aargauerzeitung.ch
  • Missbrauchsopfer Daniel Pittet hatte den grössten Missbrauchsskandal der Schweizer Kapuziner aufgedeckt. Ein Untersuchungsbericht wirft nun Orden und Bistum systematisches Versagen vor  "srf.ch"

Sonntag, 25. März 2018

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Bernds Vermächtnis"






Foto: spiegel.de

Viele Missbrauchsopfer leiden ein Leben lang an den Folgen der Taten. 
Bernd rieb sich in der Bewältigung und im Kampf um Anerkennung auf - bis zu seinem Tod.

Ein Nachruf von Annette Langer.

Bistum Fulda / Bistum Limburg / Bistum Mainz: Anzahl der Meldungen weiterhin erheblich


Fulda/Limburg/Mainz (dpa/lhe) - Auch Jahre nach Bekanntwerden von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche werden in den hessischen Bistümern immer noch weitere Fälle angezeigt. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den drei Kirchenbezirken und bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Bonn ergeben.

In den Bistümern Fulda, Limburg und Mainz wurden mehr als 100 Anträge auf Entschädigungszahlungen gestellt. Knapp 465 000 Euro wurden in den drei Bistümern an Opfer gezahlt. Einen Gesamtüberblick zu allen bundesweit geleisteten Zahlungen könne nicht gegeben werden, weil sie im jeweiligen Bistum erfolgen, erklärte die Bischofskonferenz.

Die Situation in Deutschland im Überblick:

Seit Bekanntwerden des Skandals seien bei der Bischofskonferenz insgesamt 1788 Anträge von Opfern gestellt worden. In 1675 Fällen habe die Zentrale Koordinierungskommission (ZKS) die Zahlung einer sogenannten Anerkennungsleistung empfohlen. Die Zahl der Anträge ging zwar zuletzt zurück, war im vergangenen Jahr aber immer noch beträchtlich. 2015 waren 105 Anträge, 2016 126 Anträge und im vergangenen Jahr 54 Anträge.

Die katholische Kirche habe über die Zahlung von Geldbeträgen hinaus Therapiekosten übernommen, seelsorgliche Gespräche geführt und durch konsequente Prävention weitere Taten verhindert, sagte DBK-Sprecher Matthias Kopp. Um den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten, sei eine breit angelegte und mehrjährige Forschungsstudie gemacht worden. Strafrechtlich blieben allerdings viele Vorfälle folgenlos, weil die Taten verjährt waren. In den Bistümern gibt es nun Präventions- und Schutzkonzepte nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz.


Mittwoch, 21. März 2018

Bistum Trier / Freisen I: Noch kein Verhandlungstermin im Strafverfahren gegen früheren Freisener Pfarrer Otmar M.: Akten werden noch durchgearbeitet

Im Januar stand fest: Gegen den früheren Freisener Pfarrer, der des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wird,  wird ein Strafverfahren am kirchlichen Gericht des Erzbistums Köln eingeleitet. Das hatte die Glaubenskongregation in Rom nach Prüfung der kirchenrechtlichen Voruntersuchung des Bistums Trier gegen den Priester mitgeteilt.

Bisher gäbe es noch keinen Termin, wann diese Sache verhandelt werde, teilt Christina Weyand, Pressereferentin beim Erzbistum Köln, auf Nachfrage der SZ mit: „Derzeit werden am Kölner Kirchengericht weiterhin die Akten durchgearbeitet, um die Anklage förmlich vorzubereiten.“

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Dienstag, 20. März 2018

Bistum Trier / Freisen II: Wegen Verjährung : Staatsanwaltschaft Würzburg stellt Ermittlungen gegen Priester V. ein

Auch die Staatsanwaltschaft Würzburg hat die Ermittlungen gegen den in Freisen aufgewachsenen  Priester wegen des Verdachts etwaigen sexuellen Missbrauchs in einem Kloster in Österreich  eingestellt. Das teilte Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen auf SZ-Nachfrage mit. Nach dem Ergebnis der  Rechtshilfeermittlungen sei davon auszugehen, dass bereits Verjährung eingetreten ist. Auch das zweite Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Korneuburg ist eingestellt (wir berichteten). Aus Beweisgründen.  Das Opfer  habe keine Angaben zum Vorfall machen wollen.  Sonstige Beweismittel zur Überführung des Beschuldigten stünden nicht  zur Verfügung.

Der beschuldigte Pfarrer  lebte als Kind in Freisen, feierte dort seine Primiz und unterhielt weiter Kontakte nach Freisen und zu dem ebenfalls des Missbrauchs beschuldigten zweiten Pfarrer. Seit dem Jahr 2002 ist er suspendiert. Er hatte zugegeben, in Unterfranken einen elfjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Aber damit nicht genug: Wie erst Ende des vergangenen Jahres bekannt wurde, soll er sich bereits 1993 im Stift Klosterneuburg bei Wien  an einem jugendlichen Ministranten vergangen haben.


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  • Sünder im Talar": "Pfarrer Veix hat dem Markus in die Hose gelangt, deswegen hat er an Ostern den Domkapitular Geist in Würzburg angerufen, der hat ihn geladen und gehört. "Sind Sie schuldig?", hat er gefragt, und nach dem Geständnis, weil es die Juristen geraten haben, hat sich der Pfarrer Veix bei der Polizei in Schweinfurt selbst angezeigt. "  (zeit.de, Mai 2002) 
  • Wegen sexuellen Missbrauchs eines elfjährigen Schülers wurde V. schließlich 2002 vom Amtsgericht Bad Neustadt zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem musste er ein Bußgeld von 2000 Euro und die Verfahrenskosten zahlen. V. hatte das Urteil angenommen.
  • 2001 war V. an der Gründung eines "Jugendkellers" beteiligt. 2002 regte V. einen Tanzkurs für Jugendliche und Erwachsene an, an dem er auch selbst teilnahm. Jahre später arbeitete V. in der Flüchtlingshilfe und bot dort u.a. Sprachunterricht an. Die Flüchtlingshilfe bietet u.a. auch Unterstützung im Kontakt mit Schulen und Kindergärten an.  An Weihnachten 2013 lobte der damalige Würzburger Bischof F. Hofmann die Flüchtlingsinitiative mit den Worten,  "die christliche" Nächstenliebe sei realisiert worden".
  •  "Hätte sich die Diözese Oradea im Stift Klosterneuburg erkundigt, wäre Herr Veix nie zum Priester geweiht worden". Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, betonte gegenüber "Kathpress", dass es von Seiten des Stiftes Klosterneuburg niemals eine Anfrage gegeben habe, Herrn Veix zum Priester zu weihen. Auch von anderen Diözesen, sei es Oradea, Basel oder Würzburg, habe es nie Anfragen bezüglich der Person des Ex-Chorherren gegeben, "und wenn, dann hätte die Erzdiözese Wien diese Anfragen an das Stift Klosterneuburg weitergeleitet", so Prüller. Nachsatz: "Und das Stift hätte sicher den Missbrauch zur Sprache gebracht."
  • Dem ehemaligen Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg und späterer Domkapitular, H. Geist, der V. geladen und gehört hat,  wurde im März 2016 ebenfalls schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen: Eine 44-Jährige erhebt nach SPIEGEL-Informationen schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums Würzburg: Er soll sie 1988 zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. (spiegel, März 2016)
  • Kontakt hielt Pfarrer V., der u.a.  im Bistum Trier im Priesterseminar war, zu dem ehemaligen Freisener Pfarrer, Otmar M.: Gegen M. wurde wurde inzwischen ein Strafverfahren am kirchlichen Gericht des Erzbistums Köln eingeleitet: ebenfalls wegen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. 

Montag, 19. März 2018

Bistum Münster: Kronenburg: "Wir haben rechtlich keine Möglichkeit, aktiv zu werden"

Im Januar war in Kleve ein Pfarrer zurückgetreten, nachdem er mit einem Jugendlichen Tausende Whats-App-Nachrichten ausgetauscht hatte. Das bewertete das Bistum als ein "unangemessenes Kommunikationsverhalten". Doch auch zwei Monate später wohnt der Geistliche noch im Pfarrhaus. Das Bistum ist "nicht glücklich" über die Situation.

Der ehemalige Pfarrer der Kirchengemeinde "Zur Heiligen Familie" Kleve, Christoph Grosch, hatte Mitte Januar Bischof Felix Genn um seine Entpflichtung gebeten. Grosch hatte in seinem Namen einen Brief im Gottesdienst verlesen lassen, in dem er unter anderem auch mitteilen ließ, dass er eine Auszeit brauche, um sich einiger Dinge klar zu werden. "Nach Kleve werde ich nicht mehr als Pfarrer zurückkehren", hieß es in seiner Mitteilung. - Doch hat der Geistliche Materborn noch nicht einmal verlassen. Er wohnt weiterhin im Pfarrhaus der Gemeinde an der Dorfstraße. 

Derzeit soll es nach Informationen unserer Redaktion Gemeindemitglieder geben, die von einem Besuch im Pfarrhaus absehen, weil sie dort nicht dem ehemaligen Pfarrer begegnen wollen. "Wir haben da rechtlich keine Möglichkeit, aktiv zu werden", betont Kronenburg. 

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Samstag, 17. März 2018

Bistum Würzburg: sechs Kontaktaufnahmen zum Würzburger Missbrauchsbeauftragten in den letzten sechs Monaten: In drei dieser sechs Fälle könnte es sich um neue Missbrauchsfälle handeln

Seit dem 15. September 2017 fungiert der Bambacher Richter Thomas Förster als Missbrauchtsbeauftragter der Diözese Würzburg. "Ich wurde bisher sechs Mal kontaktiert" berichtet Förster. Nach momentanen Erkenntnissen handelt es sich allerdings wahrscheinlich nur in höchstens drei dieser sechs Fälle um Missbrauch. Mit einem dieser Fälle befasst sich Förster aktuell. Ein Fall ist erledigt. In einem anderen Fall muss noch geprüft werden, ob er tatsächlich in Försters Zuständigkeit fällt. 

Von 2010 bis 2017 hatte der Würzburger Strafrechtler Klaus Laubenthal das Amt des Missbrauchsbeauftragten inne. Weit über 100 mutmaßliche Missbrauchsfälle wurden ihm bis März 2017 gemeldet.

Förster wurde von einem Priester selbst vorgeschlagen: Dass man sich nicht gerade darum reißt, Missbrauchsbeauftragter einer Diözese zu werden, lässt sich an der sechsmonatigen Vakanz nach Laubenthals Ausscheiden ablesen. Die Suche nach einem Nachfolger zog sich hin. Auf Thomas Förster als Kandidaten kam man, weil der Richter mit einem Priester aus der Diözese gut bekannt ist. "Wir hatten zusammen Jura studiert ...."

Dienstag, 13. März 2018

Bistum Trier / Freisen 2: Österreichisches Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer eingestellt

Freisen: Das in Österreich geführte Ermittlungsverfahren gegen den in Freisen aufgewachsenen Pfarrer, der sich im Stift Klosterneuburg bei Wien an einem jugendlichen Ministranten vergangen haben soll (wir berichteten), ist eingestellt.  Das teilt Friedrich Köhl, Erster Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Korneuburg, auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung mit.  „Aus Beweisgründen“, fährt Köhl fort.  Das Opfer  habe keine Angaben zum Vorfall machen wollen, was nach österreichischem Recht berechtigt sei.   Sonstige Beweismittel zur Überführung des Beschuldigten stünden nicht  zur Verfügung. In diese Richtung ging bereits  im September 2017 der Hinweis des  Stifts Klosterneuburg. Auf dessen Homepage heißt es: „Es wurde zwar Rom von dem Vorfall informiert, aber keine zivilrechtliche Anzeige erstattet, da die Mutter des Kindes dies nicht wollte, um ihr Kind nicht weiter zu belasten und den Missbrauch nicht öffentlich bekannt werden zu lassen.“

Der beschuldigte Pfarrer  lebte als Kind in Freisen, feierte dort seine Primiz und ist seit dem Jahr 2002 suspendiert. Er hatte zugegeben, in Unterfranken einen elfjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. 

Während das Verfahren in Österreich jetzt eingestellt ist, dauern die Ermittlungen  der Staatsanwaltschaft Würzburg nach wie vor an. Das hat die Staatsanwaltschschaft ebenfalls auf SZ-Nachfrage mitgeteilt.

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Dienstag, 27. Februar 2018

Erzbistum Berlin: Sechs neue Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe im Jahr 2017 gemeldet

Dem katholischen Erzbistum Berlin sind im vergangenen Jahr sechs neue Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gemeldet worden. Insgesamt liegen damit 59 solcher Meldungen vor, wie das Erzbistum am Dienstag mitteilte. Die Kirche erfasst Beschuldigungen gegen Geistliche, Ordensangehörige und Mitarbeiter im Kirchendienst systematisch seit 2002. Die Vorwürfe reichten bis ins Jahr 1947 zurück.

Ende 2017 wurde kein kirchliches Ermittlungsverfahren neu aufgenommen. Ein im Jahr 2015 begonnenes Verfahren wurde sowohl vor der Justiz wie auch innerhalb der Kirche abgeschlossen. 

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Freitag, 23. Februar 2018

Bistum Augsburg: Bistum verschwieg Gewalt und sexuellen Missbrauch in katholischen Kinderheim in Donauwörth

Die Vorfälle bringen das Bistum in Erklärungsnot. Zwar erfuhr es bereits im März 2011 von den Vorwürfen der Schwestern, befand diese für glaubwürdig und zahlte ihnen nur einen Monat später eine Entschädigung. Doch die Öffentlichkeit informierte das Bistum sieben Jahre lang nicht. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung teilt das Bistum mit, dass in dieser Zeit sogar ein drittes Opfer eine Entschädigung erhielt. Hoffte man, dass die Vorfälle keine Wellen schlagen? Dass sich mögliche weitere Opfer nicht zu Forderungen ermuntert fühlen? 

Dass das Bistum sieben Jahre lang stillhielt, rechtfertigt ein Sprecher damit, dass einer der drei entschädigten Betroffenen gebeten habe, "der Öffentlichkeit keine Angaben zu den Zahlungen zu machen. Der Opferschutz und die Persönlichkeitsrechte haben deshalb eine Aufarbeitung dieser Fälle erschwert". Kam dem Bistum nicht in den Sinn, dass es weitere Opfer gegeben haben könnte? Immerhin dürften zwischen 1916 und 1977, als das Heim bestand, Hunderte Kinder dort gewohnt haben. Dass die Kirche die Zahlungen geheim hielt und mit dem Argument "Opferschutz" argumentiert, klingt auch deshalb fragwürdig, weil die Schwestern im BR-Bericht betonen, dass die Misshandlungen endlich an die Öffentlichkeit kommen müssten.

den vollständigen Artikel auf "sueddeutsche.de" lesen

  • "Deutschland Deine Kinder" , Erfahrungsbericht einer Überlebenden aus Donauwörth (hpd.de, 11/2011)
  • "Misshandlungen im Kinderheim in Donauwörth": Schläge, Misshandlungen, psychische Gewalt: Zwei Schwestern kamen 1965 ins Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth, wo sie furchtbare Erfahrungen machten. Das Kinderheim kennt kaum jemand - was wohl kein Zufall ist. Eine Recherche. (br.de)

Donnerstag, 22. Februar 2018

Deggendorf: ehemaliger Priester muss in die Psychiatrie

Ein ehemaliger Geistlicher ist in Bayern unter anderem wegen schweren Kindesmissbrauchs zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann war bereits vorbestraft.

Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Priester hat das Landgericht Deggendorf den Angeklagten zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann wird zunächst in einer Psychiatrie untergebracht. Die Frage nach einer an die Haft anschließenden Sicherungsverwahrung hänge von einem möglichen Therapieerfolg ab, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Trautwein.

Nach Überzeugung des Gerichts hat der aus Wuppertal stammende Mann seit Mitte der Neunzigerjahre fünf Jungen in mehr als 100 Fällen schwer sexuell missbraucht. Verurteilt wurde er zudem wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Besitz von jugendpornografischem Material. Die Taten soll er vor allem im Raum Mainz und im bayerischen Landkreis Deggendorf begangen haben. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.

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Dienstag, 20. Februar 2018


S e n d e h i n w e i s

Dienstag, 20.02.2018
20.15h, ARTE






Als Papst Franziskus 2013 sein Amt antrat, stand die Bewältigung der Missbrauchsskandale und die Vermeidung solch krimineller Taten weit oben auf der Agenda. Mit Franziskus verbanden viele Gläubige und Überlebende die Hoffnung, dass er mit dem Unwesen aufräumen und Transparenz herstellen würde. Doch der Journalist John Dickie zieht nach vier Jahren Amtszeit eine ernüchternde Bilanz.

Der Film reist von Italien und Frankreich in die USA und ins Heimatland des Papstes, nach Argentinien. Er schaut zurück auf die Amtszeiten der letzten Päpste, trifft Experten und fragt, ob Kindesmissbrauch nicht tiefer im System der Kirche verwurzelt ist, als zu befürchten war. Er lässt aber vor allem Überlebende zu Wort kommen, die häufig erst nach Jahrzehnten überhaupt in der Lage waren, über das zu sprechen, was ihnen als Kind angetan wurde – und was ihr weiteres Leben tiefgreifend geprägt hat.

Arte, 20.02.2018, 20.15h


  • „Hinter dem Altar“: Das Kreuz mit der Verschwiegenheit. John Dickies Film über die eigenartige Haltung der Katholischen Kirche zum Thema Kindesmissbrauch. (fr.de)

Donnerstag, 8. Februar 2018

Bistum Limburg: Kinderporno-Ermittlungen gegen Bistumsmitarbeiter könnten bald abgeschlossen sein

Die Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter des Bistums Limburg wegen Besitzes von Kinderpornografie könnten schon bald abgeschlossen sein. „Wir hoffen, dass es einen zeitnahen Abschluss in wenigen Wochen gibt“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ein Jahr nach Bekanntwerden des Verdachts gegen den Mann. Dann erst könne entschieden werden, ob das Material eine Anklageerhebung zulässt.

Im Büro und in der Wohnung des Bistumsmitarbeiters war im vergangenen Februar Datenmaterial sichergestellt worden. Der Mann wurde vom Bistum vom Dienst freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt sind. Der Mann hatte nach Bistumsangaben in einer früheren Funktion mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet.

Mittwoch, 7. Februar 2018

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Wir Opfer sind es gewohnt, dass Bischöfe lügen. Aber es ist hart zu ertragen, wenn selbst der Papst das tut"

Der Brief eines chilenischen Missbrauchsopfers bringt Papst Franziskus in Erklärungsnot: Auf Nachfrage von Reportern sagte Papst Franziskus, es hätten sich bislang keine Opfer bei ihm gemeldet. - Da beschloss Juan Carlos Cruz, mit seinem Brief von 2015 an die Öffentlichkeit zu gehen. Franziskus brachte er damit in Erklärungsnot. In einem Telefonat mit der Süddeutschen Zeitung sagte Cruz: "Wir Opfer sind es gewohnt, dass Bischöfe lügen. Aber es ist hart zu ertragen, wenn selbst der Papst das tut."

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Missbrauchsvertuschung: Papst in Erklärungsnot
Gerade nahm der Papst einen chilenischen Bischof in Schutz, der Missbrauch vertuscht haben soll. Jetzt bringt ein Brief Franziskus in Bedrängnis: Wusste der Pontifex schon 2015 Bescheid?

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Sonntag, 28. Januar 2018

Bistum Regensburg: Bistum versucht, Akten von verstorbener Missbrauchsbeauftragter einzuklagen

Dieser Fall dürfte deutschlandweit einzigartig sein: Das Bistum musste die Akten der 2013 verstorbenen Psychologon Birgit Böhm einklagen.

Von 2008 - 2013 nahm die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Regensburg, Birgit Böhm,  Schilderungen schlimmster Missbräuche entgegen und leitete sie, vorsichtig, an den Generalvikar des Bistums, Michael Fuchs, weiter. Entschieden hatte damals die Psychologin, was sie an das Bistum weitergibt und was nicht. Doch dann verstarb die Psychologin überraschend. Bei ihrem Nachfolger meldeten sich 4 Betroffene, deren Antrag aber nicht vorlag. Dabei hätten sie alles bereits der verstorbenen Psychologin geschildert. - Am 23. Januar 2018 traf sich nun der Generalvikar mit dem Sohn und Erben der Psychologin vor Gericht wieder. Bereits in erster Instanz war eine Klage gescheitert, das Bistum ging in Berufung. Das Bistum fordert den Sohn auf, die Unterlagen herauszugeben, die seine Mutter im Laufe ihrer Tätigkeit erstellt hat. Es geht insgesamt um 15 Fälle. Um das Problem der Verschwiegenheitspflicht zu lösen, brachte Generalvikar Fuchs u.a. den Vorschlag ein: Der Sohn von Dr. Böhm beauftragt unabhängig einen Anwalt, den wiederum das Bistum bezahlt ...

den vollständigen Artikel auf "wochenblatt.de" lesen

Samstag, 27. Januar 2018

Bistum Trier / Klosterneuburg: Unabhängige Expertenkommission soll offene Fragen, die den Missbrauch durch einen ehemaligen Trierer Priesterseminaristen betreffen, aufklären

"Es genügt eben nicht, jemanden vor die Tür zu setzen, man muss auch schauen, wohin er geht."

Zur Aufklärung der erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall aus dem Jahr 1993 hat das Stift Klosterneuburg "eine unabhängige und weisungsfreie Expertengruppe" eingesetzt. Das hat das Stift in einer Pressemitteilung am Samstag, 27. Jänner 2018 bekanntgegeben.

Zur Verantwortung des Stiftes erklärte der Augustiner Chorherr, man habe nach Auffliegen des Missbrauchs dem Opfer geglaubt und den Täter rasch aus dem Kloster entfernt. 1996 wurde der Ex-Chorherr allerdings in Rumänien in der Diözese Oradea zum Priester geweiht und war in der Folge in der deutschen Diözese Würzburg als Pfarrer tätig, wo er sich 2002 an einem Kind verging. Daraus müsse man lernen, so Höslinger im "profil"-Gespräch: "Es genügt eben nicht, jemanden vor die Tür zu setzen, man muss auch schauen, wohin er geht."

den vollständigen Artikel auf "erzdioezese-wien.at" lesen


  • Die Expertengruppe wird von Brigitte Dörr, Büroleiterin der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft, geleitet. Ihr gehören weiters an der Psychiater Reinhard Haller und der frühere Präsident des Wiener Stadtschulrates, Kurt Scholz - beide sind Mitglieder der Unabhängigen Opferschutzkommission - sowie Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. Bei Bedarf werde man weitere Fachleute hinzuziehen.Die Aufklärung der Vorwürfe sowie Empfehlungen für die Zukunft stünden im Fokus, wird seitens des Stiftes Klosterneuburg betont. Die Expertengruppe soll den Sachverhalt erheben sowie dokumentieren, beurteilen und für das zukünftige Tun des Stiftes Empfehlungen abgeben. (wienerzeitung.at)


Freitag, 26. Januar 2018

Verein Geschädigter des Aloisiuskollegs zu Bonn- Bad Godesberg e.V. erklärt Dialog mit Jesuitenorden als gescheitert

Die Mitgliederversammlung des ECKIGER TISCH BONN Verein Geschädigter des Aloisiuskollegs zu Bonn-Bad Godesberg e.V. hat im Dezember 2017 auf Antrag des Vorstands entschieden, dass der Verein den Dialog mit der "Deutschen Provinz der Jesuiten" als  gescheitert ansieht und zum Schluss kommt, dass weitere Gespräche keinen Sinn haben.

das vollständige Schreiben auf "eckiger-tisch-bonn.de" lesen


  • Bonner Missbrauchsopfer: Dialog mit Jesuiten gescheitert . Acht Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an Schulen haben Betroffenenvertreter in Bonn den Dialog mit dem Jesuitenorden für gescheitert erklärt. Der Verein Eckiger Tisch warf dem Orden am Freitagabend (26.01.2018) vor, keine wirkliche interne Aufarbeitung zu betreiben. (wdr.de)

Bistum Regensburg / Deggendorf: Ex-Priester äußert sich

Ein wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs angeklagter ehemaliger Priester hat sich gestern vor dem Landgericht Deggendorf zu den Vorwürfen geäußert. Die Aussage fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wie ein Gerichtssprecher heute mitteilte.

Laut Anklageschrift hat der aus Wuppertal stammende frühere Priester seit Mitte der 90er-Jahre fünf Jungen bei insgesamt mindestens 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht. Der Mann soll außerdem versucht haben, eine 18-Jährige zu vergewaltigen. Eine Vielzahl der Übergriffe wertet die Anklagebehörde als schweren sexuellen Missbrauch. Einige der Taten sollen im Raum Mainz geschehen sein.


  • Den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit hatte der Angeklagte damit begründet, dass mit seiner Aussage sexuelle Verflechtungen und Einzelheiten aus dem Sexualbereich zur Sprache kommen würden, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. (pnp.de)