Freitag, 6. Mai 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Institution Katholische Kirche für Missbrauch mitverantwortlich

Nachdem in den vergangenen Monaten mehrere Opfer ihr Schweigen brachen, hat der weltweite Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche nun auch Frankreich erreicht. Nach Ansicht der französischen Freidenkervereinigung Fédération nationale de la libre pensée ist die katholische Kirche für die Missbrauchsfälle mitverantwortlich.

Mitverantwortlich an den Missbrauchsfällen sei die katholische Kirche als Institution darüber hinaus, weil sie die kriminellen Taten und jene, die sie begehen, decke und die Straftaten nicht zur Anzeige bringe, da sie solche Dinge als interne Fragen betrachte, bei denen sie weder der Gesellschaft noch deren Vertretern Rechenschaft schulde.

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Mittwoch, 4. Mai 2016

Erzbistum Köln: Pfarrer aus Efferen - Fall wegen sexuellen Missbrauchs wirft viele Fragen auf

  • Ein früherer katholischer Pfarrer aus Hürth ist wegen sexuellen Missbrauchs verdächtigt.
  • 2011 hatte sich ein Betroffener gemeldet, der in den 1970er-Jahren von dem Geistlichen missbraucht worden sein soll.
  • Das wirft nicht nur in der Gemeinde viele Fragen auf.
Warum wurde der Fall erst jetzt, mit dem Ende des kirchenrechtlichen Verfahrens, bekannt?

Bereits 2011 war eine Untersuchung eingeleitet worden, nachdem sich ein Betroffener beim Erzbistum Köln gemeldet hatte. „Unsere Richtlinien sehen vor, dass ein Pfarrer mit der Eröffnung eines solchen Verfahrens suspendiert werden muss“, erklärte Christoph Heckeley, der Pressesprecher des Erzbistums. Da der Geistliche bei Bekanntwerden der Vorwürfe aber schon seit mehreren Jahren im Ruhestand war, sei dieser Schritt entfallen. (!!!)


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Welch eine absurde Auslegung der Lei(d)tlinien. "Der Schritt der Suspendierung sei entfallen, da sich der Geistliche schon im Ruhestand befand." - Es handelt sich hierbei vermutlich um den ersten Priester, der im Ruhestand keine Messen mehr zelebrierte, keine Eucharistie feierte und keine Sakramente spendete,  nicht mehr öffentlich auftrat und auch nicht als Vertretung eingesetzt wurde! Das explizit erwähnte Verbot, der Priester dürfe keine Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Schulen des Erzbistums Köln betreten, zeigt erneut die Absurdität der Lei(d)tlinien. Es gibt bis heute keine einheitliche Verfahrensweise, wie mit auffällig gewordenen Priestern umzugehen ist. Die Vorgehensweise scheint von  von mehreren Faktoren abzuhängen. Die größte Rolle scheint dabei zu spielen, bei wem es sich um den (mutmaßlichen) Täter handelt. Sprich: Wie das Verhältnis zu seinem vorgesetzten Bischof ist.  Während auf der einen Seite ein Täter trotz z.T. mehrerer Strafanzeigen von seinem vorgesetzten Bischof protegiert wird, nichts über die Vorwürfe gegen ihn in die Öffentlichkeit dringen und versucht wird, dessen Taten zu vertuschen,  wird auf der anderen Seite bereits bei einem Hinweis umgehend ein mutmaßlicher Täter bei vollständiger Namensnennung suspendiert und der Öffentlichkeit preisgegeben. Als Bauernopfer. 

Nicht wahr, Herr Ackermann? 
- Nicht ohne Grund.

ca

Montag, 2. Mai 2016

Erbistum Köln: Proklamandum zu Pfarrer Erich J.

"Zu verlesen in den Gottesdiensten am 1. Mai 2016 in Hürth-Efferen und auszuhängen
in den Schaukästen der Pfarreien
Proklamandum
zu Erich J., ehemals Pfarrer in Hürth-Efferen
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Auftrag des Erzbischofs informiere ich Sie heute entsprechend den geltenden Leitlinien über ein kirchliches Strafverfahren, das die vatikanischen Behörden gegen Erich J., der bis 2004 Pfarrer von St. Mariä Geburt in Hürth-Efferen war, jetzt abgeschlossen haben. Vorausgegangen ist eine Untersuchung des Erzbistums Köln gemäß der Verfahrensordnung für Fälle von sexuellem Missbrauch. 2011 hatte sich ein Betroffener gemeldet, der in den 1970er Jahren von Erich J. sexuell missbraucht wurde. Im daraufhin eingeleiteten Verfahren hat J. dies zugegeben. Das in dem Verfahren ergangene Urteil ist nun durch die Glaubenskongregation endgültig bestätigt worden. 
Demzufolge ist Erich J.  die öffentliche Feier der Eucharistie und die Sakramentenspendung untersagt; er darf keine Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Schulen des Erzbistums Köln betreten und muss eine Geldstrafe zahlen. Weiterhin darf er den Titel „Pfarrer in Ruhe“ nicht mehr tragen. 
Im Verlauf der Untersuchung haben sich Hinweise ergeben, dass es weitere Betroffene gibt. Diese Hinweise beziehen sich nach Kenntnis des Erzbistums alle auf Vorfälle in den 1970er Jahren. Sollten sich bei uns weitere Betroffene melden, gehen wir jedem Hinweis nach und werden die Vorgänge so weit wie möglich aufklären.
Im Erzbistum Köln gilt der Grundsatz, dass sexueller Missbrauch unter keinen Umständen geduldet und in jedem Fall konsequent verfolgt wird. Jeder Fall von sexuellem Missbrauch löst bei allen Menschen die direkt oder indirekt davon betroffen sind Angst, Unsicherheit und Bestürzung aus. Besonders die Opfer von sexuellem Missbrauch leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser schrecklichen Taten. Setzen wir uns alle gemeinsam dafür ein, dass sich solche Taten nicht wiederholen.

Im Auftrag
Oliver Vogt 
Interventionsbeauftragter des Erzbistums Köln"


Quelle:  "gemeinden.erzbistum-koeln.de" 

Bistum Münster / Bistum Würzburg: Nach 40 Jahren - Katholische Kirche gibt Dammer Missbrauchsfälle zu, nachdem 17 Ehemalige den Verdacht sexueller Grenzverletzungen und körperlicher Gewalt bestätigten

17 Ehemalige bestätigen den „Verdacht hinsichtlicher sexueller Grenzverletzungen und körperlicher Gewalt im Zeitraum 1966 bis 1974“.

Ein Benediktiner-Pater vergriff sich in den 60er und 70er Jahren an Internatsschülern. Erste Hinweise auf die Missbrauchsfälle waren 2014 bei der zuständigen Abtei Münsterschwarzach  (Bistum Würzburg (!) eingegangen.Was genau passiert ist, darüber schweigt die Kirche allerdings.

Ein Benediktiner-Pater hat in den 60er und 70er Jahren Schüler des Internats Damme sexuell missbraucht und misshandelt. Das bestätigte jetzt die katholische Kirche nach einem Gespräch mit Betroffenen. Das Internat ist seit Anfang der 80er Jahre geschlossen, der beschuldigte Pater starb 2005.

Was genau geschehen ist und wie man damit umzugehen gedenkt, bleibt Geheimnis der Kirche. Es sei aber „besonders dringlich, dass hier nun nach Jahrzehnten Wege der Aufarbeitung beschritten werden“, heißt es in dem Schreiben.

Erzbistum Köln: Pfarrer aus Efferen gesteht Missbrauch - Hinweise auf weitere Betroffene

Gegen einen  früheren katholischen Pfarrer aus Hürth ist ein kirchliches Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs abgeschlossen worden. Dies teilt das Erzbistum Köln mit. 2011 hatte sich demnach ein Betroffener gemeldet, der in den  1970er-Jahren von dem Pfarrer sexuell missbraucht worden war. Laut Erzbistum hat der  Beschuldigte  dies  im eingeleiteten Verfahren zugegeben.

Hinweise auf weitere Fälle: Wie das Erzbistum weiter mitteilt, hatten sich im Verlauf der Untersuchung Hinweise darauf ergeben, dass es weitere Betroffene gibt. Sie beziehen sich nach derzeitigem Kenntnisstand alle auf Vorfälle in den 1970er-Jahren.   Damals war der Pfarrer noch nicht in Hürth tätig, sondern in Köln-Bilderstöckchen. 

Es gelte  der Grundsatz, dass sexueller Missbrauch unter keinen Umständen geduldet und in jedem Fall konsequent verfolgt werde.

Einige Gemeindemitglieder seien auch entsetzt gewesen oder konnten sich nicht vorstellen, dass es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein soll.

Demzufolge ist dem  Geistlichen  künftig  die öffentliche Feier der Eucharistie und die Sakramentenspendung untersagt. Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Schulen des Erzbistums Köln darf er nicht mehr  betreten, er muss  zudem eine Geldstrafe zahlen. Weiterhin darf er den Titel „Pfarrer in Ruhe“ nicht mehr tragen.

Freitag, 29. April 2016

Bistum Münster: HIV-infiziertes Kind und sein Bruder werden bei Nacht- und Nebelaktion aus katholischem Kirchen-Camp heim geschickt

Ein Zehnjähriger aus Moers ist an HIV erkrankt, ist aber nicht ansteckend. Trotzdem mussten er und sein Bruder im Juni letzten Jahres eine Kirchen-Freizeit auf Ameland deswegen verlassen. 

Am Telefon bemühte sie sich, die Freizeit-Leiterin davon zu überzeugen, dass ihr Sohn nicht ansteckend ist. Da es Sonntag war, war sein Arzt nicht zu erreichen. "Und bis zum nächsten Morgen wollte die Lagerleitung nicht warten", berichtet die Mutter "RP Online".

Duisburger Aids-Hilfe kritisiert Kirchengemeinde scharf

Weil sie verzweifelt und enttäuscht war, wandte sich die Mutter der beiden Jungs an die Duisburger Aids-Hilfe. Dessen Geschäftsführer, Dietmar Heyde, trat jetzt an die Öffentlichkeit und verurteilte das Verhalten der Kirchengemeinde scharf. Die Entscheidung sei katastrophal, das sei Diskriminierung von HIV-positiven Menschen, so Heyde.


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  • Moers.  Offenbar wegen seiner Immunschwäche wurde ein Junge aus Moers von einer Ferienfreizeit nach Hause geschickt. Die Aidshilfe machte den Fall publik. Warum der Sohn und auch sein Halbbruder nach Hause geschickt wurden, sei ihr bis heute nicht beantwortet worden, so die Mutter. Der für die Gemeinde verantwortliche Pfarrer weilt derzeit bis Sonntag in Rom und konnte gestern für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

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  • Die Entscheidung, den Zehnjährigen von Ameland nach Hause zu schicken, sei überzogen gewesen, kritisiert der Leiter der HIV-Ambulanz des Essener Universitäts-Klinikums. Die Geschichte des zehn Jahre alten Jungen aus Moers, der seit seiner Geburt am HI-Virus leidet und deshalb ein katholisches Feriencamp verlassen musste, berührt viele Menschen. "Dieser regionale Fall dient bundesweit als Beispiel dafür, dass trotz aller Aufklärung immer noch Menschen wegen dieser Krankheit diskriminiert werden", sagt Dietmar Heyde, Geschäftsführer der Aidshilfe in Duisburg und dem Kreis Wesel. Der Vorfall könnte in diesem Jahr nun auch Thema beim Welt-Aids-Tag werden. - Sowohl die betroffene Kirchengemeinde als auch das zuständige Bistum äußerten sich bislang nicht konkret zu dem Vorfall. 

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Wieviel Transparenz will die Kirche?

Klaus Mertes deckte 2010 einen der grössten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche auf. Für jene, die über Mertes in der Kirchenhierarchie sind, war und ist Mertes ein Kirchenrebell, ein Nestbeschmutzer. «Das hätte man doch auch intern regeln können», sagen sie. Und: Erst kommt die Kirche, dann kommen die Menschen.

Als die Missbrauchsfälle öffentlich wurden, traten in Deutschland 40 Prozent mehr Katholiken aus der Kirche aus als im Jahr zuvor. Mertes war schuld. Also schickte man Mertes in den Schwarzwald.



  • Sexuelle Gewalt an Kindern im grossen System: Es sind prestigeträchtige, geschlossene Systeme, die Kindern gefährlich werden können - beispielsweise die Kirche oder die Reformschule. Kontext beleuchtet die Mechanismen, die zur Vertuschung, Verleugnung, Umdeutung oder gar Ermöglichung von sexueller Gewalt an Kindern führen können.
direkt zum Audiobeitrag auf "srf.de"

Mittwoch, 27. April 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Aloisiuskolleg lässt umstrittene Heiligenstatue entfernen





Die Statue des Heiligen Jeremias, die inoffiziell auch „Stüper-Denkmal“ genannt wird.
Fotoquelle: general-anzeiger-bonn.de / Foto: Ronald Friese


Das Aloisiuskolleg (Ako) hat eine seit Jahren heiß umstrittene Statue vor dem Eingang seiner Kirche entfernt. Offiziell war sie als Statue des Heiligen Jeremias ausgewiesen, inoffiziell wurde sie als „Stüper-Denkmal“ gehandelt. „Der Respekt vor den zahlreichen Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch und ihr Schutz haben mich nach langem Abwägen zu dieser Entscheidung kommen lassen“, schreibt Rektor Pater Johannes Siebner an die Mitarbeiter, Eltern und Jesuitenbrüder.

Die verbliebene Säule solle vorerst „eine Leerstelle in unserem Prozess der Aufarbeitung markieren.“  - Ausschlaggebend sei die Aussage auch von Fachleuten gewesen, die Statue sei ein Trigger, ein Schlüsselreiz, der bei nicht wenigen Altschülern erhebliche Gefühle und Erinnerungen bis zur Retraumatisierung auslöse.

Nach dem Zinsmeister-Bericht und dem Buch „Unheiliger Berg“ 2013 sei klar: „Diese Statue repräsentiert Pater Stüper in einer Weise, die nicht angemessen beziehungsweise erträglich ist.“

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Dienstag, 26. April 2016

Erzbistum Freiburg: Sechs Jahre nach Zollitsch-Skandal -Missbrauchsopfer fühlen sich unter Druck gesetzt und im Stich gelassen


Missbrauchsopfer aus dem baden-württembergischen Oberharmersbach kritisieren im Interview mit dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" das Verhalten der katholischen Kirche bei den Verhandlungen um eine freiwillige Geldzahlung zur Anerkennung des erlittenen Leids. So lehnten acht Opfer ein Angebot in Höhe von 20.000 Euro zunächst ab. Danach seien sie von der Kirche unter Druck gesetzt worden. "Es hieß damals, entweder geben wir uns mit 20.000 zufrieden oder wir bekommen halt nichts", sagte das Missbrauchsopfer Raphael Hildebrandt im Interview mit "Report Mainz"

Die Opfer kritisieren auch das Verhalten der katholischen Kirche, nachdem die freiwillige Zahlung geleistet wurde. "Man bekommt die 20.000 Euro und dann hört man nichts mehr von der Kirche. Für die ist der Fall abgeschlossen und gut ist", sagte Missbrauchsopfer Gerhard Maier im "Report Mainz" Interview. Auch Raphael Hildebrandt fühlt sich von der Kirche im Stich gelassen: "Ich warte eigentlich auch bis heute noch drauf, dass sich seitens der Kirche jemand bei uns mal meldet und vor allen Dingen auch mal fragt, wie es uns überhaupt heute damit geht. Und das finde ich schon beschämend, weil seither ist da nichts gekommen." Dazu sagt die Erzdiözese gegenüber dem ARD Politikmagazin: "Wir sind nach wie vor mit den Opfern im Gespräch, kümmern uns um sie, vermeiden dabei aber eine dauernde Retraumatisierung durch regelmäßige Rückfragen. Einige Opfer nutzen auch aktuell weitere Hilfen: Über die in Aussicht gestellte Erstattung von Therapiekosten hinaus begleiten wir Menschen in Krisen- und Umbruch-Situationen mit unserer Unterstützung."

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  • Die Erzdiöse Freiburg veröffentlicht im Vorfeld der Sendung "Report Mainz" auf ihrer Homepage folgendes Statement: "Weiteres Engagement für Opfer und Prävention" - Hilfe in Oberharmersbach - über Geldzahlungen hinaus / Fakten: Seelsorger kümmern sich weiter um Betroffene



Sonntag, 24. April 2016

Bistum Würzburg: "Verjährt ist verjährt" - Prof. Dr. Klaus Laubenthal zu den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegenüber ehemaligem Missbrauchsbeauftragten

(...)

Nun konnte die Staatsanwaltschaft erst tätig werden, als sie durch die Medien von dem Fall erfahren hat. Haben Sie die Bistumsleitung nicht darauf hingewiesen, dass sie nicht nur ein kirchenrechtliches Verfahren einleiten soll?
Laubenthal: Nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz obliegt seit September 2010 der Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden der Bistumsleitung beziehungsweise anderen kirchlichen Dienstgebern.
Sie sind aber als Strafrechtsprofessor ein Experte auf diesem Gebiet. Hat die Bistumsleitung Sie nicht um Rat gefragt?
Laubenthal: Ich bin diesbezüglich nicht gefragt worden. Für mich war der Fall abgeschlossen, als ich meine Plausibilitätsprüfung beendet hatte und den Bericht an den Würzburger Bischof übergeben habe. Damit waren meine Kompetenzen zunächst einmal beendet.
Wenn die Bistumsleitung Sie gefragt hätte, hätten Sie befürwortet, den Vorwurf an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten?
Laubenthal: Wenn man mich um meine Einschätzung und meinen Rat nachgefragt hätte, hätte ich angeregt, den Vorgang zunächst an die staatlichen Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten.
Die Diözese Würzburg schreibt in ihrer Stellungnahme: „Die Feststellung der Staatsanwaltschaft zeigt, dass die Entscheidung der Diözese Würzburg, den Vorwurf eines offensichtlich verjährten mutmaßlichen Geschehens nicht zur Anzeige zu bringen, kein Vertuschungsversuch ist.“
Laubenthal: Wir müssen sauber trennen zwischen der Frage der Verjährung und der Frage der Stellung einer Strafanzeige bei den Strafverfolgungsorganen. Das eine hängt nicht notwendigerweise mit dem anderen zusammen.
In einem früheren Gespräch sagten Sie, es gibt einen Hinweis auf ein weiteres Opfer.
Laubenthal: Ich habe, bezogen auf einen Hinweis, Unterlagen von der Bistumsleitung erhalten. Ich werde jetzt die Prüfung beginnen. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen.
(...)

Samstag, 23. April 2016

Bistum Mainz: KiTa - Katholische Kirche lässt Mitarbeiter im Stich

Anmoderation: Die katholische Kirche hat Jahrzehnte weggeschaut, wenn es um Kindesmissbrauch in ihren Schulen ging. Sie schützte nicht die Kinder sondern die vermeintlichen Diener Gottes. Über Jahre wollte sie diesen Fehler nicht eingestehen. Bis heute wartet die Öffentlichkeit auf einen Kurswechsel im Umgang mit Betroffenen und Verantwortlichen. Im letzten Sommer machte der so genannte Mainzer Kita-Skandal Schlagzeilen. Hier schien die Kirche erstmals konsequent durchzugreifen. Oder vielleicht doch nicht? 

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Bistum Würzburg: Bischof Hofmann spricht von öffentlicher Kampagne gegen die Kirche

Bischof Hofmann stellte die Frage in den Raum, ob eine solche Entgleisung nicht doch in einem weiteren Zusammenhang mit öffentlichen Kampagnen der vergangenen Wochen gegen die Kirche stehe. „Wird nicht oft genug ohne greifbare Belege unter Missachtung der Unschuldsvermutung und durch ständige Wiederholung unbewiesener Anklagen ein Boden bereitet, der Unruhe, Zwietracht und Frust fördert?“, fragte der Bischof.

„Wir stehen an der Schwelle zu dem Raum, der vor wenigen Tagen mit Hassparolen und Schmierereien verunstaltet wurde“, sagte Bischof Hofmann zu Beginn des Bußritus. „Mit dieser Schändung wurden auch die Gefühle und der Glaube vieler verletzt. Heile die Verletzungen, die uns die Schändung der Grabstätte der Frankenapostel zugefügt hat. Heile die Verletzungen, die Menschen einander zufügen, und lass sie ihren Hass überwinden.“ Gefolgt von den Gläubigen, zog er die Stufen hinunter zum Altar der Krypta. „Segne und heilige uns durch das Taufwasser der Osternacht, mit dem wir diesen Raum und uns, deine Kirche, besprengen“, betete der Bischof. Danach besprengte er die Kiliansgruft und die darin versammelten Menschen mit Weihwasser. Anschließend deckte er den Altar neu ein, entzündete die Altarkerzen und inzensierte den Altar mit Weihrauch. Mit dem Dank für das Zeugnis der Frankenapostel und des Seligen Georg Häfner sowie dem Segen und dem Gruß an die Gottesmutter Maria endete der Bußritus...  Am Sonntag, 10. April, waren dort Wände sowie die Statue des seligen Georg Häfner mit Farbe beschmiert worden. Die Schmierereien bezogen sich auf den Umgang der katholischen Kirche mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und beschimpften auf unsägliche Weise den 2014 verstorbenen Generalvikar der Diözese Würzburg. Das Bistum verurteilte diese Schmierereien auf das Schärfste. "


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Bistum Hildesheim: Nach Missbrauchsvorwürfen gegen vestorbenen Bischof Janssen - Die Ernennung des Aufklärers lässt auf sich warten

Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen im Bistum Hildesheim gegen den verstorbenen Bischof Janssen und einen früheren Priester sagte die Kirchenleitung eine umfassende Untersuchung der Fälle zu. Konkret: Unabhängige Gutachter sollen die Vorwürfe und die Reaktionen des Bistums darauf untersuchen. Doch die Ernennung der Aufklärer lässt auf sich warten. Warum dauert das so lange?

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Diözese Würzburg: Missbrauchsfall laut Staatsanwaltschaft verjährt

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat die Ermittlungen gegen einen Priester und ehemaligen Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg abgeschlossen, weil der Fall verjährt ist. Das Bistum reagiert darauf in einer Stellungnahme.

In der schriftlichen Stellungnahme heißt es: "Die Feststellung der Staatsanwaltschaft zeigt, dass die Entscheidung der Diözese Würzburg, den Vorwurf eines offensichtlich verjährten mutmaßlichen Geschehens nicht zur Anzeige zu bringen, kein Vertuschungsversuch ist."

Und weiter: "Verjährte Vorwürfe werden von der Ermittlungsbehörde nicht daraufhin überprüft, ob sie zutreffen oder falsch sind. Aufgrund der sofortigen Weitergabe des Vorwurfes zur Aufklärung an den Missbrauchsbeauftragten Professor Dr. Klaus Laubenthal gingen und gehen alle Vorwürfe, die in diese Richtung laufen, ins Leere."

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Donnerstag, 21. April 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche

Peter Wensierski: "Im Herbst 2002 hat die Bischofskonferenz gesagt: „Ja, wir müssen die Leitlinien verschärfen. Und es gibt da lauter wörtliche Aussagen, die ich noch einmal gerne in Erinnerung rufen will, weil man die heute noch hört und immer wieder gehört hat: Damals hieß es schon: „Wir werden ab sofort diese dunkle Seite der Kirche aufarbeiten. Wir werden die Opfer in den Mittelpunkt stellen. Wir werden zuhören müssen.“ - Das war 2003.  Und was dann aber passierte, war: – nichts!“



direkt zur ZDF-Mediathek (ab Minute 43:40)


Peter Wensierski, Journalist
Für seine Enthüllungen zum Thema Missbrauch und Kirche erhielt er 2012 das Bundesverdienstkreuz. In der Sendung berichtet Wensierski von seinen Recherchen zum sexuellen Missbrauch.

Matthias Katsch, Missbrauchsopfer
Als Schüler wurde er von zwei Patres sexuell missbraucht. Erst etwa 30 Jahre später begann Katsch das Geschehene aufzuarbeiten. In der Sendung spricht er über die Reaktion der Kirche.

Mittwoch, 20. April 2016

Bistum Mainz: Fragwürdige Rolle des Bistums im Mainzer "Kita-Skandal"

Der "Mainzer Kita-Skandal" hat im vergangenen Sommer für Aufregung gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hat die Vorwürfe zwar entkräftet, trotzdem scheint in der Kita einiges schief gelaufen zu sein. Dem SWR liegt jetzt der polizeiliche Abschlussbericht vor.

Fragwürdige Rolle des Bistums Mainz

Obwohl das Bistum Mainz das Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen kennt, warten Erzieherinnen bis heute auf ausstehende Gehälter. Dass es in der Kindertagesstätte in Mainz-Weisenau Probleme mit aggressiven Kindern gab und dass Erzieherinnen überfordert waren, daraus haben die Mitarbeiterinnen kein Geheimnis gemacht. Das Team soll beim Bistum bereits im Vorfeld des vermeintlichen Skandals um Hilfe gebeten haben. Die blieb aber offenbar aus.

Kritik aus den eigenen Reihen

Das Bistum möchte sich zu dem Fall derzeit nicht öffentlich äußern. Die katholische Theologin Jutta Lehnert, Mitglied der Initiative "Kirche von unten", kritisiert die Vorgehensweise der Kirche. Dem SWR sagte sie, die Überreaktion sei nachvollziehbar. Das Bistum wolle schnell eine große Distanz zu den Vorkommnissen herstellen und möglichst nichts mehr damit zu tun haben. Die Theologin wirft der katholischen Kirche vor, dass das Image immer noch wichtiger sei als geltendes Recht.

Dienstag, 19. April 2016

Bistum Würzburg: Wunsch von Betroffenen nach einer Stellungnahme vor Ort wird abgelehnt

"Kirche soll sich hinter Opfer stellen": Folgen des Missbrauchs  - Die Kirche entschuldigte sich offiziell. Doch Betroffene aus Eichenbühl wünschen sich mehr. Die Bistumsleitung soll im Ort eine Stellungnahme abgeben: im Gottesdienst.

„Meine Forderung, dass der Bischof auch direkt in Eichenbühl eine Stellungnahme dazu abgibt – im Gottesdienst – die wird nicht erfüllt“, erzählt die Frau. Der Würzburger Generalvikar Thomas Keßler habe ihr geantwortet, dass er das nicht für hilfreich halte. Es könnte vielmehr sein, dass sonst wieder Gräben neu aufgerissen werden.

Vor zwei Jahren hat sie Bischof Friedhelm Hofmann alles erzählt. Bis dahin war nicht bekannt, dass auch in ihrem Heimatort Opfer des Pfarrers leben. (!)

Donnerstag, 14. April 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Das System der Kirche ist am Ende". Priesterausbilder Niehues: "Bei den Priesteramtskandidaten ist die katholische Kirche in Deutschland quasi an der Nulllinie angekommen".

Der gewählte Vertreter der katholischen Priesterausbilder in Deutschland, der münstersche Regens Hartmut Niehues, verlangt neue Wege in Seelsorge und Priesterausbildung. "Das System, wie es bisher besteht, ist am Ende", sagt der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz der Wochenzeitung "Kirche+Leben". Das gelte für die Ebene der Gemeinden, die Strukturen darüber sowie für die Priesterausbildung. 

Bei den Priesteramtskandidaten sei die katholische Kirche in Deutschland "quasi an der Nulllinie" angekommen, sagt der Leiter des Priesterseminars Borromaeum. 

Generell spricht sich Niehues für einen "Machtverzicht seitens der Priester" aus. Der "Machtmissbrauch" mancher "Pfarr-Herren", der sexuelle Missbrauch, der Umgang damit in der Kirche sowie ein manchmal fragwürdiges Finanzgebaren hätten zu einem tiefen Verlust an Glaubwürdigkeit geführt. "Es braucht meiner Meinung nach ein bescheidenes, ja demütiges Auftreten der Kirche in der Gesellschaft." Vielleicht fassten die Menschen dann wieder Vertrauen "zur Botschaft der Hoffnung, die wir verkünden".

Mittwoch, 13. April 2016

Bistum Magdeburg: Priester wegen Verdachts auf umfangreiche Sammlung kinderpornografischer Dateien suspendiert

Ein katholischer Pfarrer aus Sachsen-Anhalt soll im Besitz einer umfangreichen Sammlung von kinderpornografische Dateien sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus Sachsen-Anhalt wegen Kinderpornos. Der 66-Jährige aus Braunsbedra (Saalekreis) soll sich umfangreich kinderpornografische Dateien beschafft haben, wie die in Halle erscheinende «Mitteldeutsche Zeitung» (Mittwochsausgabe) berichtete. Im Pfarrhaus seien Computertechnik und Mobiltelefone sichergestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Zeitung.


Sonntag, 10. April 2016

Bistum Fulda: "Es ist zu Handlungen mit Jugendlichen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gekommen"











Bildquelle:  "osthessen-news.de" / Bistum Fulda


"Es ist zu Handlungen mit Jugendlichen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gekommen", heißt es in einer offiziellen Erklärung des Bistums Fulda, unterzeichnet von Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke. 

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