Aktuelles





"Nicht an ihren Worten,


 sondern ihren Taten sollt ihr sie erkennen."

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  • 15.11.2019: Bistum Münster: Massive Wut über Umgang des Bistums Münster mit Missbrauch: "Was da passiert ist, lässt sich nur als Desaster, als Versagen der Verwaltung auf ganzer Linie bezeichnen“, machte ein Pfarreimitglied seinem Ärger Luft. Wut und Fassungslosigkeit sind in Rhede ein Jahr nach dem Bekanntwerden der Fälle sexuellen Missbrauchs durch den inzwischen verstorbenen Priester Heinz Pottbäcker immer noch groß.  Elf Betroffene haben sich bislang bei Martin Schmitz, dem Initiator der Rheder Selbsthilfegruppe, gemeldet. Insgesamt geht er von 20 bis 30 Betroffenen allein in Rhede aus. Reaktionen und Antworten aus Münster demütigten die Betroffenen weiterhin. Dass sich Münsters Bischof Felix Genn in den zurückliegenden Monaten keinem Gespräch in Rhede gestellt habe, konnten viele Anwesende nicht verstehen. Nicht nur die Täter, auch die Personalverantwortlichen sollen zur Verantwortung gezogen werden, forderten die Anwesenden. (kirche-und-leben.de)
  • 13.11.2019: Erzbistum Paderborn: Der Skandal um sexuellen Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche Deutschlands  wird immer größer:  Seit Jahresbeginn bis Ende Oktober meldeten sich 30 (!) neue mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch. Das bestätigte Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums. (ruhrnachrichten.de)
  • 12.11.2019: Bistum Köln / Bistum Münster / Bistum Essen: Ein Priester des Erzbistums Köln, der bereits 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, wirkte dennoch über Jahrzehnte weiter als Priester in mehreren Bistümern. Das ergaben Nachforschungen im Erzbistum Köln und den Bistümern Münster und Essen. Peter Frings, der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster war im Mai 2019 durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Eine Kanzlei soll jetzt prüfen, wer von den Verantwortlichen der betroffenen Bistümer worüber informiert war und wer welche Entscheidungen getroffen hat.Die Akten aus den drei Bistümern, so betonte der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln weiter, seien jedoch teilweise sehr lückenhaft.  (bistum-essen.de) (kirche-und-leben.de)
  • 08.11.2019: Bistum Essen: Ein 55-jähriger Priester aus dem Bistum Essen wird verdächtigt, Kinderpornografie zu besitzen. Er soll sich entsprechende Bilder aus dem Internet auf seinen Computer geladen haben, wie das Bistum am Freitag in Essen mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Hagen, die die Ermittlungen nach einem Hinweis des Bistums aufgenommen hat,  ermittle gegen den Mann und habe auch seine Wohnung durchsucht. (kirche-leben.de)
  • 07.11.2019: Missbrauchsprävention der katholischen Kirche hat verheerende Lücken:  In der Missbrauchsprävention will die katholische Kirche Vorreiter sein. Der Fall eines Kinder- und Jugendreferenten  zeigt, dass es auch im Jahr 2019 noch Schwachstellen gibt. (tagesspiegel.de)
  • 06.11.2019: Erzbistum Hamburg: Ehemaliger Hamburger Erzbischof Werner Thissen gesteht schwere Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch ein. Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat der emeritierte Hamburger Erzbischof Werner Thissen eingestanden, in seiner Zeit im Bistum Münster schwere Fehler begangen zu haben. In einem Interview mit dem Bistumsblatt „Kirche und Leben“ sagte der 80 Jahre alte Thissen, es sei ein „großer Fehler“ gewesen, dass er in seiner Zeit als ein Personalverantwortlicher im Bistum Münster „mit den Betroffenen kaum Kontakt“ gehabt habe. So habe er keine Vorstellung davon gehabt, „was für ein Schaden bei einem jungen Menschen angerichtet wird durch Missbrauch.“ Erst als Erzbischof von Hamburg, als er Betroffenen viele Stunden zugehört habe, sei ihm klar geworden, „was Missbrauch an Verletzungen und Schaden anrichtet“. Thissen hatte vor seiner Einführung als Erzbischof von Hamburg im Januar 2003 mehr als zwanzig Jahre lang Personalverantwortung im Bistum Münster getragen – er war von 1978 bis 1986 als Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat in Münster für den Priester-Einsatz zuständig, von 1986 bis 1999 war er dann Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs. 1999 wurde Thissen zum Weihbischof ernannt.(faz.net)
  • 06.11.2019 Bistum Münster: (Kevelaer) Im Fall des Kaplans, der eine Frau bei der Beichte missbraucht haben soll, hat sich jetzt ein zweites mögliches Opfer gemeldet. Das teilte Peter Frings, der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, am Mittwochabend mit. Die Frau hatte sich am Dienstag beim Bistum und angegeben, ebenfalls in den 80er Jahren missbraucht worden zu sein. (rp-online.de)
  • 05.11.2019: Bistum Aachen: Geistlicher beurlaubt und wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch angeklagt: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 55-jährigen Geistlichen aus dem Bistum Aachen erhoben. Er soll sich an einem zwölfjährigen Messdiener vergangen haben - und war bereits lange zuvor umstritten. Dem Bistum Aachen lagen bereits seit mehreren Jahren Hinweise auf eine zu große Nähe des Geistlichen zu Jugendlichen vor.  (spiegel.de, bistum-aachen.de)
  • 05.11.2019: Die Leitung der Katholischen Kirche Mecklenburgs wusste offenbar schon zu DDR-Zeiten von Missbrauchsfällen. Das wurde am Montagabend bei der Auftaktveranstaltung für die wissenschaftliche Untersuchung des Missbrauchs in Neubrandenburg bekannt. Betroffene schilderten, dass sie schon damals die Übergriffe Kirchenverantwortlichen mitgeteilt hätten. (ndr.de) - Im Bereich Mecklenburg-Vorpommern des Erzbistums Hamburg soll nun die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche beginnen. Ein Forschungskonsortium der Universität Ulm unter Leitung von Prof.in Manuela Dudeck, Forensische Psychiaterin und Psychotherapeutin, wird in zwei Jahren die Ergebnisse vorstellen. Die gesonderte Untersuchung für Mecklenburg wurde in Auftrag gegeben, weil es dort im Vergleich zu Schlesweig-Holstein eine verhältnismäßig hohe Zahl betroffener Gläubigen gibt. (nordkurier.de)
  • 03.11.2019: Weitere schwere Panne im Bistum Münster: "Man habe versäumt, entsprechenden Konsequenzen nachzugehen" - Obwohl das Bistum Münster seit 2010 von den mehrfachen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegenüber Günther H. wusste und den Sachverhalt der Glaubenskongregation in Rom gemeldet hatte, durfte der Priester dennoch über Jahre hinweg weiterhin offiziell zelebrieren. Die Betroffene wandte sich Ende 2016/Anfang 2017 erneut an das Bistum Münster und teilte mit, dass der mutmaßliche Täter weiter öffentlich zelebriere.  Im Anschluss an diesen Hinweis wies der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, den Geistlichen schriftlich darauf hin, dass eine Zelebration nur eine Ausnahme sein dürfe und ihm nur erlaubt sei,wenn nicht mit einer großen Öffentlichkeit zu rechnen sei. Mittlerweile wurde dem Priester vollständig untersagt, in der Öffentlichkeit Gottesdienste zu feiern“, so das Bistum. - Das Bistum Münster räumt ein, dass man es nach den ersten Hinweisen auf öffentliche Zelebration durch den Geistlichen versäumt hat, diesen mit der entsprechenden Konsequenz nachzugehen. (nrz.de, rp-online.de)
  • 28.10.2019: Erzbistum Freiburg: Offenbar keine bundeseinheitliche Regelung bei finanzieller Unterstützung für Missbrauchsopfer: "Wir wollen jetzt handeln und nicht warten, bis alle Bistümer zu neuen gemeinsamen Regeln gekommen sind." - Das Erzbistum Freiburg hält an seiner Ausweitung der Hilfsangebote und finanziellen Unterstützung für Missbrauchsopfer fest. Dazu gehören auch monatliche Zahlungen von bis zu 800 Euro sowie Einmalzahlungen von bis zu 30.000 Euro. Die entsprechende Ordnung soll spätestens zum 1. Januar in Kraft treten.  Zusätzlich besteht in der baden-württembergischen Diözese weiterhin die Möglichkeit, Einmalzahlungen als "Anerkennung für erlittenes Leid" zu beantragen. Hier sieht die neue Ordnung einen Regelbetrag von 5.000 Euro vor, der "unter besonderen Umständen" auf bis zu 30.000 Euro erhöht werden kann. Zugleich will das Erzbistum Betroffenen von sexueller Gewalt durch Priester oder Kirchenmitarbeiter schnell und pragmatisch bei der Suche nach geeigneten Therapeuten helfen. Therapiekosten werden gemäß der Ordnung übernommen. (domradio.de)
  • 17.10.2019: Bistum Hildesheim: Das katholische Bistum Hildesheim sucht weiterhin nach Betroffenen und Zeugen sexuellen Missbrauchs. Das Angebot anonymer Gespräche richtet sich an Betroffene, aber auch aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie Gemeindemitglieder, die von Missbrauchsfällen wissen. Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer betonte in diesem Zusammenhang, dass mögliche einst ausgesprochene Schweigegebote aufgehoben sind. Den Anstoß hatten Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen gegeben.  (ndr.de)
  • 16.10.2019: Opferentschädigung: Kardinal Marx: Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer nicht entschieden. In der Diskussion um eine Reform der Entschädigungszahlungen der katholischen Kirche für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester und Diakone sind Details wie die Höhe der Zahlungen noch völlig offen. "Es gibt überhaupt keine Entscheidung über die Höhe. Das ist völlig abwegig, da jetzt irgendwas zu spekulieren", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, am Mittwoch in Berlin. Eine Entscheidung wird nach seinen Worten voraussichtlich in einigen Monaten fallen. Die katholischen Bischöfe hatten bei ihrer Versammlung im September in Fulda über eine Neuregelung der Entschädigungszahlungen beraten. Grundlage war der Bericht einer dafür eingesetzten Kommission, die zwei Modelle vorschlägt: eine pauschale Entschädigungsleistung in Höhe von 300.000 Euro oder ein Stufen-Modell mit Beträgen zwischen 40.000 und 400.000 Euro, das jeden Einzelfall betrachtet. Seit dem Aufdecken der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 zahlt die katholische Kirche pauschal 5.000 Euro als Anerkennungsleistung. Laut Bischofskonferenzsprecher Matthias Kopp wurden bislang rund 9,8 Millionen Euro gezahlt. Die von der Kommission vorgeschlagenen Zahlungen würden weit darüber hinausgehen. Marx zeigte Sympathie für das zweite Modell. Ohne Plausibilitäten, also die Überprüfung des Einzelfalls, werde es nicht gehen, sagte er. Zugleich betonte er, dass es keinen Rechtsanspruch auf die Zahlungen geben werde. Die Zahlungen würden höher sein als bislang, sagte er. Wie hoch jedoch, sei noch offen. (evangelisch.de)
  • 11.10.2019: Bistum Münster:  Ein Mann berichtet, er sei als Priesteramtskandidat 1989 von einem Kaplan sexuell belästigt worden. Der damalige Generalvikar von Münster (1986 bis 1999) und spätere Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, habe von dem Fall gewusst, aber nicht gehandelt. Auch bei einem erneuten Vorbringen des Falls 20 Jahre später, 2009, habe das Bistum Münster nicht reagiert. Auch dem früheren Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann (1933-2013) wird vorgeworfen, einen verurteilten Priester lediglich versetzt zu haben. (katholisch.de)
  • 03.10.2019: Opferentschädigung: Die deutschen Bischöfe wollen die Opfer sexuellen Missbrauchs angeblich mit einer Milliardensumme entschädigen. Doch warum tun sie es dann nicht einfach? (zeit.de)
  • 02.10.2019: Bistum Würzburg: Seit dem 25. September 2018, dem Tag der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz, sind in der Diözese Würzburg fünf weitere Fälle gemeldet worden - mit drei Beschuldigten, die in der Studie noch nicht erfasst worden waren. (br.de)
  • 25.09.2019: Live-Übertragung "Pressegespräch zur Anerkennung erlittenen Leids von Missbrauchsopfern" auf katholisch.de

  • 24.09.2019: Kardinal Marx rätselt über sein Problem:  "Wie überwinden wir die Unglaubwürdigkeit?“ (general-anzeiger-bonn.de)
  • 24.09.2019: "Ein Jahr nach der Missbrauchsstudie: Viele Täter, wenig Gerechtigkeit." Erich Joester, renommierter Strafverteidiger aus Bremen, sieht den Auftritt der Strafverfolger gegenüber der katholischen Kirche kritisch: "Das ist so, wenn man denjenigen, den man verfolgen will, selber danach fragt, ob er verfolgt werden möchte – dann wird man nicht viel erwarten können.“ Zu Zwangsmaßnahmen wie Durchsuchungen ist es bisher in keinem Fall gekommen. Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, Bischof Stephan Ackermann, ist nicht überrascht: „Weil wir sehr deutlich den Staatsanwaltschaften signalisiert haben, dass wir selbstverständlich kooperationsbereit sind. Das heißt, Akten sind überstellt worden, Gespräche wurden geführt, also insofern, glaube ich, war überhaupt keine Notwendigkeit jetzt hier, dass man also Räume durchsuchen müsste.“ Und wenn doch eine Staatsanwaltschaft zu der Überzeugung gelangt, dass sie selber nachsehen möchte und mit einem Durchsuchungsbeschluss vor einer Bistumstür steht? „Der Bischof würde die Tür öffnen. Denn er muss sich ja an die Rechtslage halten. Es gibt ja keine Konkurrenz zwischen der staatlichen Gesetzgebung und der kirchlichen Gesetzgebung. Da gibt es keinen rechtsfreien Raum, wo die Kirche agieren könnte und sich der staatlichen Gesetzgebung entzieht.“ (deutschlandfunkkultur.de) Anmerk. ca: Ich halte diese Worte mal schriftlich fest. AusGründen
  • 23.09.2019: Bei der am heutigen Montag beginnenden Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda wird das Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche weit oben auf der Agenda stehen. Pünktlich zu dem alljährlichen Treffen hat eine vom Episkopat eingesetzte unabhängige Arbeitsgruppe aus 28 Expertinnen und Experten einen Katalog mit 37 Vorschlägen erarbeitet, mit denen das bisherige Opfer-Entschädigungsverfahren verbessert und weiterentwickelt werden soll. Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter aus Kirche und Gesellschaft an, darunter Psychiater, Juristen und acht Betroffenenvertreter. Die Empfehlungen, die dem SPIEGEL vorliegen, sind beachtlich. Demnach fordert die Expertenkommission, dass Missbrauchsopfer künftig eine Grundentschädigung in Höhe von 10.000 Euro erhalten sollen. Zudem sollen die Betroffenen Anspruch auf ein darüber hinausgehendes Schmerzensgeld haben, das bei bis zu 400.000 Euro liegt - pro Person. Bereits Anfang Juni hatten Betroffenenvertreter bei einem Treffen mit der Bischofskonferenz die Summe von 300.000 Euro pro Opfer gefordert. Vorvergangene Woche nannte dann auch der Missbrauchsbeauftragte des deutschen Episkopats, Bischof Stephan Ackermann, diese Summe gegenüber dem "Trierischen Volksfreund" und stellte damit höhere Entschädigungen für die Opfer in Aussicht. Weil es immer wieder Klagen über die Intransparenz des Entschädigungsverfahrens gibt, soll nach dem Wunsch der Arbeitsgruppe eine interdisziplinäre Expertenkommission über die Gewährung der Zahlungen entscheiden. (spiegel.de)
  • 23.09.2019: "Ein Jahr nach Missbrauchsstudie: Außer Versprechen nicht viel passiert". Vor einem Jahr erschütterte die Missbrauchsstudie der katholischen Kirche das Land. Außer Versprechen folgte nicht viel. Ändert sich das bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz, die heute beginnt? (tagesschau.de)
  • 22.09.2019: Das Bistum Münster beauftragt vier Forscher der Universität Münster die Akten zu untersuchen zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche und dessen Vertuschung. Schafft das nun Transparenz?  - Der Journalist Christoph Fleischmann fragt, warum bislang kein Kirchenverantwortlicher sich öffentlich mit Betroffenen hingesetzt hat und ehrlich über seine eigene Verantwortung für Vertuschung gesprochen hat. Fleischmann vermutet, dass mit dem Forschungsprojekt - wieder einmal - auf Zeit gespielt werden soll. Ein Kommentar von Christoph Fleischmann. (wdr.de)
  • 21.09.2019: Bistum Limburg:  Kai Moritz, zur Zeit der Taten minderjährig, beschuldigt den 72 Jahre alten Priester Fritz B. des vielfachen schweren sexuellen Missbrauchs. Moritz ab 1986 als Pflegesohn des Priesters, der im Bistum Limburg tätig war. Die Kirche verschleierte den Fall. (zdf.de)
  • 20.09.2019: Der Missbrauchsbeauftragte und Trierer Bischof, Stephan Ackermann, weicht der Frage nach der Verantwortlichkeit der Bischöfe in einem ARD-Interview aus. Zudem gibt er an, "man" habe die Folgen der Taten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene völlig unterschätzt. Auf die Frage, ob er selbst, wenn er Missbrauchsopfer wäre, mit dieser Antwort leben könne, antwortet er zögerlich: "Wahrscheinlich schwer." (Morgenmagazin "MOMA", ARD)
  • 16.09.2019: Das Bistum Essen legt Zahlen offen: Acht Fälle bestätigt - Missbrauchsskandal erreicht den Märkischen Kreis:  Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat das Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid erreicht. Auf Anfrage bestätigt das Bistum Essen acht Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche. Im gesamten Bistum Essen wurden 85 Opfer bekannt und 60 mutmaßliche Täter identifiziert. Nur zu einer Frage schwieg das Bistum bislang beharrlich: Gab es Fälle von sexuellem Missbrauch auch im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid? Fast zwölf Monate später liegt der Redaktion eine Antwort aus Essen vor: Sie lautet Ja. Da in der ursprünglichen Studie die Tatorte beziehungsweise Anzeigeorte nicht eigens abgefragt wurden, stellte das Bistum eine Mitarbeiterin ab, die die verdächtigen Personalakten noch einmal daraufhin überprüfte, in welcher Kirchengemeinde der sexuelle Übergriff passierte. Wie das Bistum damals nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe reagierte, ob Täter geschützt wurden oder ob sie straf- oder kirchenrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden – über all das schweigt sich das Bistum aber weiterhin aus. (come-on.de)
  • 12.09.2019: Bistum Trier: Bischof Ackermann deutet Änderung des kirchlichen Entschädigungssystems für Opfer sexuellen Missbrauchs an: Ackermann deutet eine Änderung des kirchlichen Entschädigungssystems für Opfer sexuellen Missbrauchs angedeutet (sic!).  Er gehe davon aus, dass Betroffenen künftig deutlich höhere Summen gezahlt werden könnten, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz dem "Trierischen Volksfreund" (Donnerstag). Er bestätigte, dass Summen von bis zu 300.000 Euro im Gespräch seien.  (katholisch.de)
  • 11.09.2019: Das Bistum Essen plant eigene wissenschaftliche Studie zu Missbrauch. Das kündigte Generalvikar Klaus Pfeffer im neuen Bistumsmagazin "Bene" (Nr. 32) an. Ein Institut mit entsprechender Expertise solle herausfinden, was in der Vergangenheit im Ruhrbistum dazu beigetragen hat, sexuellen Missbrauch durch Priester und andere Mitarbeitende zu ermöglichen. Auch gehe es um die Frage, warum Verbrechen nicht aufgedeckt, sondern verharmlost oder nicht wahrgenommen worden seien. Laut Pfeffer sollen die Wissenschaftler zudem klären, wie es geschehen konnte, dass Täter geschützt und stillschweigend versetzt wurden. Ein Ziel der Studie sei auch, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken. "Wir wollen wissen, was wir verändern müssen - und dann auch Veränderungen vorantreiben", sagte der Generalvikar. (domradio.de)
  • 07.09.2019: Das Bistum Limburg lässt voller Stolz in den Medien lancieren: Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat einen Priester vorzeitig in den Ruhestand versetzt, der sich in den 90er Jahren mehrere Jugendliche missbraucht haben soll. (swr.de).  - Deutschland, 2019. Knapp 10 Jahre nachdem sich der Skandal auf Deutschland ausweitete. Traurig./ca
  • 06.09.2019: Bistum Aachen: Weitere Missbrauchsfälle: Im Bistum Aachen haben sich fünf weitere Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gemeldet. Das bestätigte ein Sprecher am Donnerstag (05.09.2019) auf Anfrage dem WDR. Sie waren Kinder oder Jugendliche, als sie von Geistlichen sexuell missbraucht worden sein sollen. (wdr.de)
  • 01.09.2019: Das Bistum Osnabrück gibt 40 Jahre alten Missbrauchsfall bekannt.  Das Opfer habe sich mit der Bitte, den Fall öffentlich zu machen, an das Bistum gewandt. Dadurch sollten mögliche weitere Opfer des Priesters, der fast 40 Jahre in der Gemeinde tätig war, ermutigt werden, sich zu melden. - Es gab jedoch schon im Jahr 2002 Hinweise auf Pfarrer R. Die vollständige Erklärung von Personalreferent Domkapitular Ulrich Beckwermert zu Beginn der Gemeindeversammlung in der Kirche St. Marien, Brögbern von heute, ist auf der Seite des Bistums zu lesen. Weitere Infos auf "welt.de".
  • 30.08.2019: Im Bistum Münster startet ein Missbrauchsprozess, in dem einem Sozialarbeiter, der in einer katholischen Schule beschäftigt war, vorgeworfen wird, sich über sieben Jahre hinweg an 5 Jungen im Alter von 11-13 Jahren schwer vergangen zu haben.  Das Bistum Münster - als Schulträger - distanziert sich auf fragwürdige Weise: Unter anderem haben man erst aus der Presse von den Vorfällen erfahren.   (bistum-muenster.de)
  • 26.08.2019: Harald Dreßing, Autor der MHG-Studie regt kirchliche Wahrheitskommission an und fordert Aufklärung über Verantwortliche.Dreßing betonte, die im vergangenen Jahr vorgelegte Studie sei keine Aufarbeitung, sondern eine wissenschaftliche Untersuchung. Eine Wahrheitskommission müsste aus seiner Sicht mit Betroffenen, Wissenschaftlern, Verantwortlichen aus Politik und Zivilgesellschaft sowie Kirchenvertretern besetzt sein. Sie solle die Aufgabe haben, durch uneingeschränkten Aktenzugang neben den Beschuldigten auch die Kleriker, die nicht angemessen mit der Missbrauchsproblematik umgegangenen seien, sowie ihre Netzwerke zu analysieren. Es gehe dabei letztlich um die Übernahme personaler Verantwortung. (kirche-leben.de)
  • 17.08.2019: Bistum Limburg: Missbrauchsopfer kritisiert zähe Ermittlungen: Einem Priester aus dem Bistum Limburg wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Dem Opfer dauert das Verfahren zu lange. Dabei gibt es einen Brief mit eindeutigen Hinweisen. - Der beschuldigte Geistliche ist pensioniert und lebt im Erzbistum Bamberg. Seitdem die Vorwürfe gegen ihn im Dezember 2018 bekannt wurden, hat er Berufsverbot. - Auch der ehemalige Trierer Generalvikar und jetzige Limburger Bischof Bätzing wird erneut kritisiert. (faz.net)
  • 13.08.2019:Erzbistum München/Freising: Kardinal Marx regelt Aufsicht für Missbrauchstäter im Klerus: Wie umgehen mit Priestern, die sich an Kindern vergangen haben und suspendiert sind? Dazu hat das Erzbistum München und Freising nun ganz konkrete Regeln erlassen. Eine Weiterbeschäftigung in der Kirche wird darin nicht vollständig ausgeschlossen. Demnach müssen die Betroffenen - dem Vernehmen nach sind es derzeit nur einige wenige Personen - private und dienstliche Reisen dem Ordinariat zur Genehmigung vorlegen. Eine Aufsichtsperson überzeugt sich in festgelegten Intervallen durch Besuche in den Privatwohnungen des Täters von der Einhaltung der Auflagen und verfasst jährliche Entwicklungsberichte. Liegt die Wohnung in der Nähe einer Kindertagesstätte, kann ein Umzug angeordnet werden. Eine Beschäftigung des Täters in der Kirche kommt nur unter Ausschluss von Publikumsverkehr und Kontaktmöglichkeiten zu Minderjährigen in Betracht. Bei Verstößen gegen die Auflagen droht eine Kürzung der Bezüge bis zur Höhe von Hartz IV.
  • 06.08.2019: Bistum Regensburg: Verdacht auf sexuellen Missbrauch - Pfarrer beurlaubt: Der Vorfall soll sich bereits vor über zehn Jahren ereignet haben. Der mutmaßliche Täter war damals als Pfarrer im Landkreis Regensburg eingesetzt. Das mutmaßliche Opfer hatte sich erst in den vergangenen Wochen mit seiner Geschichte an das Bistum gewandt. Die Verantwortlichen beim Bistum erstatteten daraufhin Anzeige gegen den Geistlichen. Dies bestätigte auch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg gegenüber idowa. Der Sprecher  bestätigte zudem, dass das mutmaßliche Opfer zum Zeitpunkt des Missbrauchs noch minderjährig war. (idowa.de)
  • 28.07.2019: Erzbistum Freiburg:  Die  Arbeitsgruppe "Gefährder" befasst sich mit Geistlichen, die bereits auffällig geworden sind. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat "schonungslose Aufklärung" im Missbrauchsskandal versprochen. "Der ungeschönte Blick zeigt, wie umfassend das Versagen seitens der Institution Kirche war und wie viel Arbeit noch vor uns liegt", sagte Burger bei der Pressekonferenz zum Zwischenstand der Missbrauchsaufklärung. (badische-zeitung.de)
  • 24.07.2019: Erzbistum Freiburg: Das Erzbistum Freiburg hat als erstes deutsches Bistum sein Konzept für mögliche regelmäßige Unterstützungsleistungen für von Missbrauch im Raum der Katholischen Kirche Betroffene vorgestellt. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass die Erfahrungen des Missbrauchs für Betroffene berufliche und gesundheitliche Langzeitfolgen mit sich bringen können. Die geplante Einführung solcher Leistungen für das Erzbistum Freiburg ab Januar 2020 ist nach den Worten des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger „eine direkte Konsequenz aus den Gesprächen mit den Betroffenen und der Konfrontation mit den realen Folgen von Missbrauch. Sexueller Missbrauch an Minderjährigen hat lebenslange Folgen und kann die Existenz sowohl beruflich als auch gesundheitlich stark beeinträchtigen.“ (Erzbistum Freiburg)
  • 22.07.2019:  Bistum Regensburg: "Domspatzen: Wo Kirche und Staat versagt haben" - Der katholische Vorzeige-Chor wird erneut mit seiner dunklen Seite konfrontiert: Zwei neue Studien belegen nun das Ausmaß des Missbrauchs - und der systematischen Gewalt: .Auch der Staat hat den Studien zufolge versagt.  (zdf.de)
  • 22.07.2019:  Bistum Regensburg:  "Der Chor-Erfolg stand über allem - Nur die Stimmen waren wichtig" -   Professor Bernhard Löffler, Verfasser der Studie, sagt: "Es ist ausgeschlossen, dass Ratzinger nichts vom Prügelregime Meiers gewusst hat. Wirkungsvoll eingegriffen hat er nicht." -  Hunderte Kinder sind bei den Regensburger Domspatzen körperlich und auch sexuell misshandelt worden. Wie konnte es so weit kommen? Zwei Studien haben die grausamen Vorfälle aufgearbeitet. Den Wunsch nach einer wissenschaftlichen Aufarbeitung hatten die Vertreter der Betroffenen im Laufe des Aufarbeitungsprozesses geäußert. Auch die Auswahl der durchführenden Institute konnten sie mitbestimmen. Anschließend führten die Wissenschaftler die Studien unabhängig vom Bistum durch(br.de)
  • 21.07.2019: Bistum Münster: Möglicherweise ist es nicht der einzige Fall, in den der Reeser Pater verwickelt ist. Bereits vor einigen Monaten soll es ähnliche Hinweise gegeben haben. Der Pater aus Rees, der seit den 1960er Jahren in Chile gelebt und dort als Geistlicher arbeitete, war in den 2000er Jahren  zurückgekehrt und wirkte in Rees bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr. Dem Pfarrer wird sexueller Missbrauch in Chile vorgeworfen.  Das chilenische Bistum Osorno, das den Fall jetzt öffentlich machte, war auch jene Diözese, die im vergangenen Jahr einen riesigen  Missbrauchsskandal in der chilenischen Kirche ins Rollen brachte. (rp-online.de)  
  • 19.07.2019:  Bistum Trier Zahl der Kirchenaustritte sprunghaft gestiegen: Aus der katholischen Kirche traten im vergangenen  Jahr  deutschlandweit 216.000 Menschen aus, fast 50.000 mehr als 2017, womit die Zahl der Austritte um 29 Prozent stieg.  In der katholischen Kirche blieb die Zahl nach der am Freitag veröffentlichten Statistik mit 216.000 Austritten nur knapp unter dem historischen Negativrekord. Die Bischofskonferenz brachte den Anstieg mit dem Missbrauchsskandal in Zusammenhang. Als Grund für die bundesweit gestiegene Zahl der Austritte nannte die Deutsche Bischofskonferenz unter anderem die Diskussion über eine im September 2018 veröffentlichte Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche. «Viele glauben uns nicht mehr, dass wir konsequent und entschlossen gegen Täter vorgehen», erkennt der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer. / Im Bistum Trier sind im vergangenen Jahr rund 10.096 Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Dies stellt einen neuen Rekord dar.  Der Generalvikar des Bistums Trier, Ulrich Graf von Plettenberg, bringt diese enorm hohe Austrittszahlen allerdings in einem ersten Statement nicht mit sexuellem Missbrauch bzw. der Veröffentlichung der MHG-Studie in Verbindung. (welt.de) / Ein Überblick über die Austrittszahlen der Bistümer im Vergleich auf "domradio.de"
  • 19.07.2019: Bistum Münster:  Missbrauchsvorwurf in Chile gegen Priester aus dem Bistum Münster. Der ehemaliger Trierer Bistumssprecher Kronenburg behauptet, in der Personalakte fänden sich keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch. - Die Kirche in Chile wird seit Monaten von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Laut chilenischen Medienberichten ermittelt die Justiz derzeit in mehr als 150 Fällen gegen 219 Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs. Bei den mutmaßlichen Opfern gehe es um 241 Menschen, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen seien. Zahlreiche Bischöfe sind seitdem zurückgetreten. (kirche-leben.de). 
Es handelt sich bisher (offiziell) um den zweiten chilenischen Kleriker, der mit deutschen Bistümern und sexuellem Missbrauch in Verbindung gebracht wird. Im ersten Fall handelte es sich um einen ehemaligen chilenischen Bischof, welcher nach Vorwürfen schweren sexuellen Missbrauchs in Deutschland (Bistum Trier) Zuflucht fand. Im Bistum Trier wurde er dann erneut des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. (siehe "causa Schönstatt") . / ca
  • 19.07.2019: Bistum Trier: "Was passiert, wenn man spricht: Zwei Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche berichten" (zeit.de)
  • 16.07.2019: Bistum Münster:  Bischof Genn legt ein 20-seitiges Heft vor, welches zentrale Fragen zum sexuellen Missbrauch beantworten soll. Unter anderem nennt es Ansprechpartner im Bistum für Menschen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, stellt den Ablauf beim Umgang mit Verdachtsfällen dar und erläutert die Zusammenarbeit der Kirche im Bistum mit der staatlichen Jus­tiz. Das Heft kann im Internet heruntergeladen und als gedruckte Version bestellt werden.  (bistum-muenster.de)
  • 13.07.2019: Bistum Münster: „Warum wurde er nicht suspendiert?“: Viele Fragen im Missbrauchsskandal um Pfarrer Theo Wehren. Ein Brief am Grabstein brachte einen Missbrauchsskandal um den verstorbenen Pfarrer Wehren ans Licht. Als Kaplan war er bis 1969 in der Pfarrei St. Josef tätig. Derzeit stehen Vorwürfe von mindestens drei Betroffenen im Raum. Zu einer Gemeindeversammlung in der vergangenen Woche kamen mehr als 200 Interessierte - und die stellten viele kritische Fragen. Antworten gibt es auf die meisten allerdings noch nicht. (ruhrnachrichten.de)
  • 11.07.2019: Katholische Priester aus dem Dekanat Ludwigsburg wollen am Freitag öffentlich eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich zu einem selbstkritischen Umgang mit Macht verpflichten. Unter anderem heißt es in dem Text: „Bei Entscheidungen beziehe ich die Betroffenen ein. Konsensfindungen haben Vorrang vor Abstimmungen. Entscheidungsprozesse gestalte ich nachvollziehbar. Die Ergebnisse sind für mich bindend.“ Die Priester betonen, die MHG-Studie der Bischofskonferenz zum Missbrauchsskandal habe deutlich gemacht, dass Machtstrukturen Verbrechen begünstigt hätten. Nun stünden in der katholischen Kirche strukturelle Veränderungen an. Die bisherigen Reaktionen der Kirchenleitung dazu nennen die Priester „ziemlich verhalten“. In der Selbstverpflichtung heißt es unter anderem auch: „Meine Rolle mache ich transparent und übe sie kooperativ aus; Machtkonstellationen und Abhängigkeitsverhältnisse versuche ich aufzudecken und zu verändern.“ (kirche-und-leben.de)
  • 10.07.2019: Bistum Münster: Klare Entscheidungen von Bischof Felix: Pfarrer Zurkuhlen kann und darf wegen seiner unsäglichen Äußerungen zum sexuellen Missbrauch nicht mehr als Seelsorger tätig sein. „Mit diesen Äußerungen verhöhnt er die Betroffenen – er schlägt ihnen mitten ins Gesicht“, stellt der Münsteraner Bischof Genn klar.  (bistum-muenster.de)
  • 09.07.2019: Bistum Münster: „Die Stimmung an der Basis ist auf dem Tiefpunkt“ Missbrauchsfall Pfarrer W.: Kritik aus Gemeinde in Recklinghausen. Für Ludger Ernsting, Pfarrer an der Gastkirche in Recklinghausen, bleiben viele Fragen darüber, wie die deutsche Kirche insgesamt mit den Tätern umgegangen ist. „Immer erst auf öffentlichen Druck äußern sich Kirchenleitungen zu den Missbrauchsfällen. Die Glaubwürdigkeit der Kirche hat nicht nur gelitten, sie ist für viele auch zerstört.“Der "Fall Pfarrer W." (kirche-und-leben.de) Eklat um Predigt - Pfarreirat stellt sich gegen Pfarrer (spiegel.de)
  • 09.07.2019: Bistum Münster: Eklat nach "Missbrauchspredigt" - Frust, Empörung und Fassungslosigkeit: Nach einer umstrittenen Predigt in Münster zu sexuellem Missbrauch und Vergebung haben sich viele Gemeinde-Mitglieder gegen den kritisierten Pfarrer gestellt.In seiner Predigt in der katholischen Kirche hatte der emeritierte Pfarrer Ulrich Zurkuhlen (79) um Vergebung geworben für Priester, die sexuellen Missbrauch begangen haben. Viele Besucher hatten den Gottesdienst entsetzt vorzeitig verlassen. Sie sollten nun am Montag die Gelegenheit bekommen, ihrer Wut und Enttäuschung freien Lauf zu lassen. Der Bischof von Münster, Felix Genn, hatte Zurkuhlen bereits aufgefordert, bis „auf Weiteres“ nicht mehr zu predigen. (focus.de) / Gemeindeabend in Münster nach Eklat um Predigt: Nach dem Eklat um eine Predigt über sexuellen Missbrauch und Vergebung sind am Montagabend (08.07.2019) rund 120 Teilnehmer zu einer Diskussionsveranstaltung in Münster gekommen. In seiner umstrittenen Predigt am Sonntag (30.06.2019) hatte der Geistliche Ulrich Zurkuhlen Vergebung gefordert für Priester, die sexuellen Missbrauch begangen haben. Zurkuhlen als Vertreter der Kirche habe durch diese Äußerungen bei vielen den Eindruck vermittelt, die katholische Kirche wolle Missbrauch durch Priester verharmlosen. (wdr.de)
  • 03.07.2019: Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Geistliche sind nach Auswertung von Personalakten nicht rückläufig: "Die Auswertung der Personalakten zeigt deutlich, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester ein anhaltendes Problem ist, kein historisches", sagt Dreßing. Die Anzahl der Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester ist zwischen 2009 bis 2015 in etwa konstant geblieben. Das haben Wissenschaftler der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen durch die Auswertung von Personalakten der katholischen Kirche herausgefunden. Die von den Forschern errechnete Quote lag demnach in einigen Jahren sogar höher als jene in der männlichen Allgemeinbevölkerung. Die absolute Anzahl der im Untersuchungszeitraum ergangenen Anzeigen liegt in einem kleinen einstelligen Bereich pro Jahr. Die Wissenschaftler gehen aber von einem erheblichen Dunkelfeld aus. Das bedeutet, dass tatsächlich stattgefundene Missbrauchsvorfälle nicht berichtet wurden und deshalb auch nicht erfasst werden konnten. Eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz erklärt dazu lediglich: "Natürlich nehmen wir das wahr." (spiegel.de)
  • 02.07.2019: Der Vatikan verteidigt das  Beichtgeheimnis - auch bei Missbrauch. Angesichts kirchlicher Missbrauchsskandale wird der Ruf nach einer Aufhebung des Beichtgeheimnisses immer lauter. Der Vatikan verbittet sich solche "Angriffe auf die Freiheit der Kirche". (spiegel.de)
  • 29.06.2019: In einem anonymen Schreiben, das am Grab eines 2011 verstorbenen Priesters W. des Bistums Münster angebracht wurde, werden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben. Beim Bistum Münster hatten sich bereits Anfang 2013 ein Betroffener und zuletzt im März 2019 bei einer der Ansprechpersonen ein weiterer Betroffener gemeldet. Beide Betroffenen gaben an, mindestens einmal von dem Priester missbraucht worden zu sein. Die Vorwürfe beziehen sich in einem Fall auf die Zeit, als der beschuldigte Priester in Selm/Recklinghausen tätig war. In dem anderen Fall wurde bislang kein Ort benannt. In der Personalakte des Bistums findet sich die Abschrift eines rechtskräftigen Urteils des Amtsgerichts Bocholt vom November 1976. Darin war der Pfarrers wegen mehrerer sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr – auf Bewährung – verurteilt worden. Das Bistum hatte ihm damals die Beratung durch einen Therapeuten empfohlen. Inwieweit der Pfarrer dieser Empfehlung folgte und mit welchem Ergebnis, geht aus der Akte nicht hervor. (bistum-muenster.de)
  • 28.06.2019: Ein ehemaliger katholischer Priester hat von einem Fall von sexuellem Kindesmissbrauch gewusst, aber zunächst nichts davon gesagt. Jetzt macht er sich Vorwürfe – und geht damit an die Öffentlichkeit. In der Hoffnung, dass andere ihr Schweigen ebenfalls brechen. (welt.de)
  • 25.06.2019: "Kick-off" Workshop zur Weiterentwicklung des gegenwärtigen Verfahrens zur Anerkennung des Leids: Der Ständiger Rat befasste sich mit der Überarbeitung der Rahmenordnung Prävention, der Leitlinien und des Maßnahmenkatalogs zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Die katholischen Bischöfe in Deutschland wollen sich bis Ende des Jahres auf überarbeitete Regelungen im Kampf gegen sexuellen Missbrauch verständigen. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des "Ständigen Rates" in Berlin zugleich mitteilte, wurde die Geltungsdauer der aktuellen Vorgaben bis zum 31. Dezember verlängert. Konkret geht es um die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch aus dem Jahr 2002 und die Rahmenordnung Prävention aus dem Jahr 2010. Beide Regelwerke waren in der Vergangenheit bereits zwei- beziehungsweise einmal überarbeitet worden. (dbk.de)
  • 22.06.2019: Bistum Mainz: Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Pfarrer freigestellt - Gemeinde schockiert": Das Bistum Mainz hat den Pfarrer der Pfarrgruppe Karben von allen priesterlichen Diensten freigestellt. Es stehen Vorwürfe im Raum, die derzeit durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt überprüft werden. Gemäß Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch bleibt der Pfarrer bis zur Klärung der Vorwürfe vorläufig beurlaubt. Im Sinne aller Beteiligten können – wie bei laufenden Verfahren üblich – keine weiteren Aussagen gemacht werden."  (fnp.de)
  • 21.06.2019: Solche Konzepte sind mittlerweile in allen deutschen Pfarreien Pflicht:  Einen wichtigen Meilenstein hat die Pfarrei St.Klara geschafft. Die katholische Kirche in und um Delitzsch hat ein Institutionelles Schutzkonzept erarbeitet, das die Gefahr verkleinern soll, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Das Konzept mit dem Titel „Auf dem Pfad der Achtsamkeit“ wird in Kürze auf der Homepage der Pfarrei St. Klara zu Verfügung gestellt. (lvz.de)
  • 14.06.2019: Aus Sicht des Theologen Jan-Heiner Tück spricht Papst Franziskus "etwas zu oft" vom Teufel. Nicht der Teufel stehe hier im Raum, sondern das konkrete Versagen von Priestern, die sich an Minderjährigen vergriffen hätten, und das konkrete Versagen von Bischöfen, Verantwortlichen in den Ordinariaten und Gläubigen, die darum gewusst, geschwiegen und nichts getan hätten. (domradio.de)
    • 05.06.2019: Das Bistum Mainz setzt bei Missbrauchs-Aufarbeitung auf externen Ermittler.  Gibt es Rahmenbedingungen, die sexuelle Gewalt befördert oder nicht verhindert haben? Wie wurde mit Missbrauchsfällen umgegangen? Und gibt es bislang unbekannte Fälle? Das soll ein neues unabhängiges Aufklärungsprojekt des Bistums Mainz herausfinden.Das "Unabhängige Aufklärungsprojekt im Bistum Mainz" steht unter der Überschrift "Erfahren. Verstehen. Vorsorgen." Es soll am Freitag bei einer Pressekonferenz näher vorgestellt werden. (katholisch.de)
    • 05.06.2019: Der Berliner Therapeut und Zölibatsberater Joachim Reich glaubt, dass sich 95 Prozent der Priester nicht lebenslang an den Zölibat halten. „Es gibt Priester, die im Urlaub ganz viel Sex haben und den Rest des Jahres zölibatär verbringen. Andere führen konsequent ein Doppelleben. Haben eine feste Beziehung, gehen gewohnheitsmäßig ins Bordell oder behelfen sich mit Pornos“, so Reich in einem Interview mit der „Welt“ (Artikel hinter Bezahlschranke). Die katholische Kirche würde die Priester mit ihren Problemen alleine lassen, kritisiert Reich: Das Phänomen wird individualisiert, nach dem Motto: „Es ist dein Problem. Du hast dich dafür entschieden.“ Die Kirche lässt diese Menschen letztlich im Stich, und das fängt schon in der Priesterausbildung an: Zu mir kommen Priesterseminaristen, die darüber klagen, dass sie nicht wirklich und ernsthaft auf den Zölibat vorbereitet werden. Das entspricht der Logik der Kirche: Kleriker dürfen ohnehin keinen Sex haben, also müssen wir uns auch keine Gedanken über den Umgang mit Sex machen.“ (merkur.de)
    • 02.06.2019: Keine Meldepflicht an den Staat:  Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Stephan Ackermann aus Trier, sagte, man werde durchaus prüfen, inwieweit die deutschen Leitlinien noch den Vorgaben des Papstes angepasst werden müssten. Opferverbände kritisieren an den neuen Regeln des Papstes, dass sie keine Meldepflicht an staatliche Stellen einschließen. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz sehen vor, dass beim Verdacht einer Straftat Informationen an Polizei und Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls ans Jugendamt oder an die Schulaufsicht weiterzugeben sind. Bischof Ackermann schränkt aber ein: »Es gibt Fälle, in denen es ausdrücklicher Wille des mutmaßlichen Opfers ist, dass die Informationen nicht weitergegeben werden. In diesem Fall kann ausnahmsweise die Pflicht zur Weiterleitung der Informationen entfallen.« (main-echo.de)
    • 01.06.2019: Neue Regeln, alter Zwist - Kirche bleibt beim Thema Missbrauch gespalten: Ab heute gelten in der Kirche neue Regeln zum Umgang mit Missbrauch. Konsequente Umsetzung? Eher fraglich. Vielerorts wird nicht mal anerkannt, dass es überhaupt ein Problem gibt. (zdf.de)
    • 31.05.2019:  Missbrauchsopfer fordern Entschädigungen in Milliardenhöhe. Katholische Geistliche haben Tausende Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Vertreter von Betroffenenverbänden fordern nach SPIEGEL-Informationen von den deutschen Bischöfen deshalb 300.000 Euro - pro Opfer. Experten kritisieren die bislang von der Kirche gewährten "Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids" von in der Regel maximal 5000 Euro seit Langem, genauso wie das bisher intransparente Entschädigungsverfahren. Nach dem Wunsch der Betroffenenvertreter soll künftig eine interdisziplinäre Expertenkommission über die Gewährung der Einmalzahlungen entscheiden. (spiegel.de)
    • Bistum Würzburg:  Das Bistum Würzburg hat lange zurückliegende mögliche Fälle von sexuellem Missbrauch ausfindig gemacht. Akten von 13 Priestern aus den Jahren 1946 bis 1999 seien an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte das Bistum am Freitag mit. Auffällig seien 94 von 2922 Akten gewesen, sagte ein Rechtsanwalt, dessen Kanzlei die alten Akten geprüft hat. (stuttgarter-nachrichten.de)
    • 29.05.2019: Bistum Münster: Ehemalige Mitglieder der katholischen Gemeinschaft „Totus Tuus“ werfen der Gruppe sektenartige Strukturen und geistlichen Missbrauch vor. Schon als Jugendliche seien sie von ihren Familien isoliert und psychisch unter Druck gesetzt worden, sagten sie der „Herder Korrespondenz“ (Juni-Ausgabe). Das Bistum Münster, wo „Totus Tuus“ (lateinisch „Ganz Dein“) als kirchliche Gruppe anerkannt ist, untersucht seit 2017 die Vorwürfe im Rahmen einer bischöflichen Visitation. Ehemalige Mitglieder beklagen laut „Herder Korrespondenz“, die Aufarbeitung werde vom Bistum verschleppt und nicht von unabhängigen Personen durchgeführt. (kirche-und-leben.de)
    • 29.05.2019: Bistum Limburg: Diakon in Bistum Limburg wegen Besitzes von Kinderpornos fünf Jahre suspendiert: Ein wegen des des Besitzes von Kinderpornografie bereits strafrechtlich verurteilter Diakon des Bistums Limburg ist nun auch kirchenrechtlich verurteilt worden. Der Mann darf in den kommenden fünf Jahren nicht als Diakon arbeiten und auch keinerlei andere mit diesem Amt verbundene Aufgaben wie etwa Segnungen übernehmen, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte. (zeit.de)
    • 26.05.2019: Bistum Osnabrück: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist am Sonntag mit weiteren Einzelheiten und Vorwürfen im Blick auf die Missbrauchsfälle eines heute 85-Jährigen Priesters konfrontiert worden. Ein Gemeindemitglied berichtete dem Bischof in Merzen bei Osnabrück vor rund 250 Besuchern in der St. Lambertuskirche, die damalige Bistumsleitung habe schon 1992 von den Missbrauchsvorwürfen gegen Pfarrer Hermann H. gewusst und die Anweisung gegeben, sie nicht anzuzeigen und öffentlich zu machen. Bode, der seit 1996 Bischof im Bistum Osnabrück ist, räumte ein, dass die katholische Kirche vor 2002 in solchen und vergleichbaren Fällen häufig so gehandelt habe. Von diesen Vorgängen habe er jedoch bislang nichts gewusst.(kirche-leben.de) Das Bistum Osnabrück wurde bereits 1992 über Vorwürfe informiert. Diese Gespräche seien offenbar nicht protokolliert worden. Bode gab an, von ihnen nichts gewusst zu haben. Das Gemeindemitglied, das die Vorwürfe vortrug, berichtete außerdem, dass er und seine Frau mit ihren Vorwürfen nicht ernst genommen worden seien. Weil sie versucht hätten, diese öffentlich zu machen, seien sie in der Gemeinde sogar ausgegrenzt und bedroht worden. (ndr.de)
    • 24.05.2019: Bistum Essen: Zwei Priester aus Wanne-Eickel werden beschuldigt, Minderjährige missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester aus Wanne-Eickel hat die Staatsanwaltschaft Bochum Ermittlungen aufgenommen. Auslöser ist eine Studie der katholischen Kirche. Dabei wurden Personalakten von Priestern untersucht, die von der Kirche nach Vorfällen angelegt wurden. Zwei der Akten betreffen die Kleriker aus Wanne-Eickel.(waz.de)
    • 22.05.2019: Peter R. verliert alle Rechte:  Einer der Haupttäter in den Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg, der Geistliche Peter R., wird aus dem Priesterstand entlassen. Das hat das Bistum Hildesheim, von dem Peter R. bislang als Ruhestandspriester Bezüge erhielt, am Mittwoch mitgeteilt. Hintergrund für diese Entscheidung ist ein rechtskräftig gewordenes Urteil. Das Kirchengericht des Erzbistums Berlin hatte den 77-Jährigen im Dezember vergangenen Jahres wegen Missbrauchs an Minderjährigen in acht Fällen schuldig gesprochen. Jetzt hat der Vatikan das Urteil bestätigt, wie das Bistum Hildesheim mitteilt. (ndr.de) (n-tv.de)
    • 22.05.2019: Missbrauch in der katholischen Kirche: Warum nur wenige Täter bestraft werden. Staatsanwälte haben einen Bericht eingesehen, der interne Akten über sexuellen Missbrauch und Gewalt durch Mitarbeiter der katholischen Kirche auswertet. Daraus ergeben sich allerdings nur sehr wenige aussichtsreiche Strafverfahren. Viele mutmaßliche Täter sind tot, viele Taten verjährt. Noch immer werden von der katholischen Kirche kaum Missbrauchsfälle bei den staatlichen Behörden angezeigt. (sueddeutsche.de)
    • 21.05.2019:  Treffen zwischen: Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der DBK, der Arbeitsgruppe "Aufarbeitung Kirche" und  UBSKM Rörig: Wie werden Opfer sexuellen Missbrauchs entschädigt und welchen Zugriff haben Forscher auf Archive der Bistümer? UBSKM Rörig hakt nach. Am Dienstag wird er mit Vertretern dieser Kirche Pläne über die umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung dieser Missbrauchsfälle ausarbeiten. Im Büro von Rörig trifft sich unter anderem der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, mit der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“. Zu ihren Mitgliedern gehören Betroffene, aber auch der Psychologe Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindermissbrauchs. (tagesspiegel.de)
    • 20.05.2019: Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs: „Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück, weil das Gegenteil durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall ist“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, „überrascht uns“, so Kopp weiter: „Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet.“ Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, „der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen.“ (kirche-und-leben.de)
    • 19.05.2019: Autor von Missbrauchsstudie beklagt fehlenden Aufklärungswillen der Bischöfe: Psychiater Harald Dreßing forschte im Auftrag der katholischen Kirche über Missbrauch. Die Aufarbeitung, sagt er in einem Medienbericht, werde durch "immer neue Gesprächskreise" ausgebremst. "Die Studie beleuchtet das Phänomen ausführlich, aber keinesfalls umfassend. " Die Forscher hatten keinen Zugriff zu Originalakten und fanden Hinweise auf vernichtete und manipulierte Dokumente. (spiegel.de)
    • 19.05.2019: Kritik an Beschluss zu Kinderrechten: Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier hat den Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz kritisiert, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Das sei der falsche Weg. Kinder genössen in Deutschland bereits den vollen Schutz durch das Grundgesetz. Auch der frühere Verfassungsrichter Kirchhof habe sich skeptisch zur Aufnahme von Kinderrechten geäußert. Die politische Forderung, diese ins Grundgesetz aufzunehmen, suggeriere eine rechtliche Lücke, die es nicht gebe. Zudem würden Elternrechte zugunsten staatlicher Eingriffsrechte geschwächt. (Quelle: Saartext, 19.05.2019)
    • 18.05.2019: Bistum Trier: Protest "Maria 2.0" in Saarbrücken: Anlässlich der Aktion "Maria 2.0" demonstrieren katholische Frauen heute auch in Saarbrücken. Sie versammeln sich um 17.30 Uhr vor der Europagalerie und ziehen dann vor die Basilika. Dort halten sie danch einen Gottesdienst ab. Nach Angaben der Organisatorinnen wollen die Frauen damit gegen männliche Machtstrukturen in der katholischen Kirche protestieren. Sie versuchten sich so auch Gehör zu verschaffen. Mit der Aktion solle zudem gegen den Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche protestiert werden.  (sr.de); "Der Protest der Katholikinnen schwillt an" (saarbruecker-zeitung.de)
    • 17.05.2019: überraschende Wende im Bistum Würzburg:  Ein hochrangig beschuldigter Geistlicher soll den sexuellen Missbrauchs an einem  Internatsschüler eingeräumt haben. Ob der Geistliche auch den Vorwurf der Vergewaltigung gegenüber Alexandra W. eingeräumt hat, darüber liegen der Redaktion der "Mainpost" keine Hinweise vor.  Der Fall Alexandra W. ("causa Würzburg") wurde kirchenrechtlich untersucht und die Akte auf Empfehlung der Glaubenskongregation Ende 2015 geschlossen. Auch die staatliche Justiz prüfte den Vorwurf, stellte den Fall jedoch wegen Verjährung ein.  Das Würzburger Ordinariat teilte nun mit: "Unabhängig von dem juristisch bereits abgeschlossen Fall eines ehemaligen Schülers des Kilianeums wird derzeit gemeinsam mit der Betroffenen überlegt, ob das abgeschlossene Verfahren .... wieder aufgenommen werden soll." (mainpost.de)
    • 17.05.2019: Bistum Passau: Altötting - Die Kirchenstiftung St. Philippus und Jakobus in Altötting hat einem Mitarbeiter wegen des "möglichen Missbrauchs einer jungen Frau" die fristlose Kündigung ausgesprochen.  Demnach wurde die Kirchenstiftung  Ende April über einen Versuch eines sexuellen Missbrauchs durch einen Mitarbeiter in der Altöttinger Stadtpfarrei informiert. Dieser sei vor 13 Jahren an einer zum Tatzeitpunkt 18-jährigen Frau ausgeübt worden. Im Zuge der Aufarbeitung wurde auch der Verdacht eines weiteren sexuellen Übergriffs durch den besagten Mitarbeiter im Jahr 2004 geäußert, den die Diözese ebenfalls  untersuchen werde. (innsalzach24.de)
    • 16.05.2019: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die Kirchenstreik-Bewegung Maria 2.0 für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche kritisiert. Seit mehreren Tagen lassen Frauen ihre ehrenamtlichen Ämter ruhen. "Ich kann die Ungeduld vieler Frauen verstehen. Ich sage aber offen, dass ich diese Streikaufrufe, diese Streikaktionen nicht für hilfreich halte", sagte Ackermann. (swr.de
    • 14.05:2019: Bistum Münster: Nachdem Vorwürfe  sexuellen Missbrauchs gegen einen im vergangenen Jahr verstorbenen Priester des Bistums Münster erhoben wurden, bittet das Bistum Münster weitere Betroffene. sich zu melden.  Es handelt sich laut Bischöflicher Pressestelle um Pfarrer S., der von 1975 bis 1983 Pfarrer in St. Josef Warendorf war. Kurz bevor er Warendorf verließ, soll sich ein Vorfall ereignet haben. S. wurde 1963 zum Priester geweiht. Von 1963 bis 1965 war Kaplan in St. Peter und Paul Kranenburg, von 1965 bis 1967 in St. Josef Ahlen und 1967 bis 1968 in St. Viktor Xanten. Von 1968 bis 1983 war er als Kreislandseelsorger im Altkreis Moers tätig. 1970 übernahm er die Pfarrverwaltung in St. Pantaleon Xanten-Lüttingen, bevor er von 1975 bis 1983 in St. Josef Warendorf Pfarrer war. (kirche-und-leben.de)
    • 13.05.2019:  Bistum Münster (Warendorf): Gegen einen – vor einem Jahr verstorbenen – früheren Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Josef wurden Missbrauchsvorwürfe erhoben.  Er war von 1975 bis 1983 in der Gemeinde tätig gewesen. Die Vorwürfe erweisen sich lt. Pfarrdechant als glaubhaft.  Zudem gebe es aktuell mindestens den Hinweis auf einen weiteren Betroffenen. (wn.de)
    • 13.05.2019: Das Bistum Paderborn legte zum Teil pro Priester mehrere Akten wegen unterschiedlicher Vorwürfe an. (rp-online.de)
    • 13.05.2019: Der Osnabrücker Bischof Bode räumt Fehler ein, lehnt aber einen Rücktritt ab: "Der Bischof räumt ein, dass er die Verantwortung für die Personalentscheidung trage. Er habe den Fall um Pfarrer H. damals nicht richtig eingeordnet und Fehler begangen. Es habe zu jener Zeit nur Gerüchte gegeben, aber keine justiziablen Anschuldigungen von Opfern. Ein Versäumnis nannte es Bode auch, nicht mehr im Blick gehabt zu haben, dass H. wieder als Pfarradministrator gearbeitet habe. Einen Rücktritt lehnt Bode indes ab. "Wenn ich zurücktrete, dann kann ich für dieses Bistum nichts mehr in dieser Frage tun und das möchte ich mir für die Zukunft nicht nehmen lassen", sagt der Bischof und findet dafür offensichtlich breite Zustimmung. Denn nach dem Satz brandet in der Kirche lang anhaltender Applaus auf ... " (domradio.de)
    • 12.05.2019: Bistum Paderborn: Verdacht des sexuellen Missbrauchs: Staatsanwalt ermittelt gegen Priester.  Die Staatsanwaltschaft Bielefeld bestätigte am Freitag, dass sie in einem Fall ermittle, der den Kreis Gütersloh betreffe. Der Fall ist einer jener elf, die im Gebiet des Erzbistums Paderborn für weitere staatsanwaltschaftliche Ermittlungen übrig geblieben waren. Als sie vor zwei Wochen "die Liste" vorstellte, waren von den 111 Beschuldigten 87 bereits verstorben. Von den 24 noch lebenden Klerikern sind 13 in Rente und so alt, so dass laut Paderborn davon auszugehen sei, ein möglicher Missbrauch sei schon verjährt. (lz.de)
    • 11.05.2019: Die freie Initiative "Maria 2.0" der "Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland" (kfd) ruft ihre Mitglieder eine Woche lang zur Aktion "Kirchenstreik" auf.In dieser Zeit wollen die Frauen keine Kirche betreten und keinen kirchlichen Dienst leisten.  Sie fordern u.a. "Kein Amt mehr für diejenigen, die andere an Leib und Seele geschändet oder diese Taten geduldet oder vertuscht haben".   Auch im Bistum Trier findet  eine Veranstaltung statt: „Wir Frauen in Saarbrücken wollen uns dieser Aktion anschließen und uns am Samstag, 18. Mai 2019, 17.30 Uhr vor der Europagalerie in der Bahnhofstraße treffen. Von dort gehen wir zur Basilika St. Johann. Wo wir mit Kirchenbesucherinnen/ Kirchenbesuchern ins Gespräch kommen wollen und um 18.30 Uhr einen Gottesdienst vor der Basilika feiern." (kfd-trier.de)
    • 10.05.2019: Konsequenzen päpstlicher Anweisung noch unklar: Fraglich bleibt, wie genau die Kirchen vor Ort mit den Regeln umgehen. "Für Deutschland werden wir zeitnah prüfen, welche möglichen Auswirkungen das Dokument vor allem auf unsere nationalen Leitlinien hat", sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann. (rsw.beck.de)
    • 10.05.2019: Nach kircheninterner Meldepflicht bei Missbrauch:  „Das reicht nicht: Es bleibt der Verdacht, dass die Kirche etwas verschweigt" - ein Kommentar von Claudia Möllers (merkur.de)
    • 10.05.2019: Bei der Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Mainz fordern Vertreter der Diözesanräte, katholische Verbände und Organisationen katholischer Laien Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen. E seis höchste Zeit, "dass die Bischöfe endlich vom Reden ins Handeln kommen". (swr.de)
    • 10.05.2019: Der Opferverband ECA kritisiert die neuen Normen des Papstes zu Missbrauch:  Das neue Gesetz bringe zu wenige Konsequenzen für Bischöfe, die Missbrauch vertuschen.Konkret bemängelt der Verband drei Punkte: Es gebe erstens weiterhin keine Meldepflicht für sexuellen Missbrauch durch Priester und Bischöfe gegenüber den Zivilbehörden. Zweitens bleibe der Prozess der Meldung, Untersuchung und Feststellung eines Falls weiter geheim und unter vollständiger Kontrolle des Ortsbischofs. Drittens fehle immer noch ein echtes «Null-Toleranz-Gesetz» gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche. Dieses müsse eindeutig festlegen, dass jeder Priester, der zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur einen sexuellen Missbrauch begangen habe, für immer vom Priesteramt ausgeschlossen werde.  (kath.ch)
    • 10.05.2019: Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann,  begrüsste die neuen Regelungen von Papst Franziskus. Unter anderem lobte der Trierer Bischof, dass die neuen Normen weiter gingen als bisherige Straftatbestände des kirchlichen Rechts – sowohl bei den Beschuldigten als auch beim Blick auf die Opfer. Aus Bischof Ackermanns Sicht seien drei Dinge am Motu Proprio neu: „Zum einen, dass jetzt bestimmte Dinge auch durch die Gesetzgebungs-Kompetenz des Papstes festgeschrieben werden. Zweitens werden Straftatbestände im kirchlichen Recht auch ausgeweitet – zum Beispiel erfasst das Motu Proprio auch Ordensangehörige, die keine Kleriker sind, das ist meines Erachtens neu. Und dann wird der Blick deutlicher auf höhere Geistliche gerichtet, sowohl was Straftaten als auch was Pflichtverletzungen betrifft.“ (vaticannews.va)

    • 09.05.2019:  Aufarbeitung im Schneckentempo: Papst Franziskus hat erstmals für die gesamte katholische Kirche eine Meldepflicht für Fälle sexuellen Missbrauchs erlassen. Ein kleiner Schritt, mehr nicht, meint Frank Werner. 
    • 09.05.2019: Laut dem neuen "Motu Proprio" von Papst Franziskus müssen zukünftige Missbrauchsfälle in der Kirche intern weitergeleitet werden. Bundesjustizministerin Katarina Barley hält diese interne Meldepflicht für Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche für nicht ausreichend. Sie forderte die Kirche auf, bei Hinweisen auf sexuellen Missbrauch unmittelbar Strafanzeige zu stellen, anstatt die Fälle nur intern zu erfassen: "Die schrecklichen Missbrauchstaten sind keine interne Angelegenheit der katholischen Kirche", sagte Barley. Jeder Fall müsse von einem Strafgericht beurteilt werden.  (spiegel.de)
    • 09.05.2019: Papst Franziskus erlässt ein neues Kirchengesetz (Motu proprio): In der katholischen Kirche müssen zukünftige Missbrauchsfälle kirchenintern weitergeleitet werden. Darin heißt es: Die Verbrechen sexuellen Missbrauchs beleidigen "unseren Herrn". Die persönliche Heiligkeit und der moralische Einsatz sollen  dazu beitragen, die volle Glaubwürdigkeit der Verkündigung des Evangeliums und die Wirksamkeit der Sendung der Kirche zu fördern. Diese Verantwortung falle in erster Linie auf die Nachfolger der Apostel, denen Gott die pastorale Leitung seine Volkes anvertraut hat. Franziskus fordert von ihnen den Einsatz, den Spuren des "Göttlichen Meisters" (!) nahe zu folgen.  (vatican.va)
    • 06.05.2019: Bistum Osnabrück: Bischof besucht Gemeinden. Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat Osnabrücks Bischof Franz-Josef am Sonntag Osterbrock im Landkreis Emsland besucht. Nach einer Andacht stellte er sich den Fragen und der Kritik der Kirchgänger. Rund 150 Gläubige kamen in die Kirche von Osterbrock und suchten das Gespräch mit dem Bischof. Gut ein Stunde lang stellte sich der Bischof den Fragen der Gläubigen. Ein ehemaliger Pfarrer der Gemeinde soll in den 60er-Jahren Jungen eines katholischen Internats in Meppen sexuell missbraucht haben - diese Nachricht hatte in Osterbrock für Entsetzen gesorgt. Mit seinem Besuch in Osterbrock wolle er das Vertrauen zurück gewinnen, so Bode. Er besucht in diesem Monat drei weitere Gemeinden. (ndr.de)
    • 04.05.2019: Bistum Münster entfernt Pressemeldung von Homepage: "Weder zu seinen Lebzeiten gab es Hinweise noch ergeben sich solche aus seiner Personalakte auf einen sexuellen Missbrauch." Diese Pressemitteillung hat das Bistum mittlerweile von seiner Internetseite entfernt, nachdem ein Betroffener das Bistum Münster daran erinnerte,  bereits 1993 das Bistum über die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs informiert zu haben. (wdr.de
    Ich weiß nicht, ob es sich hierbei um einen schweren Faupax vom Bistum Münster handelt oder um die Fortsetzung der bisherigen Praxis der katholischen Kirche: Vertuschung, Opfer nicht wahrnehmen etc. Es erinnert auf jeden Fall stark an die unglaubwürdigen Darstellungen, die der der heutige Münsteraner Pressesprecher, Stephan Kronenburg, bereits als Pressesprecher im Bistum Trier anwandte. Kronenburg, der inzwischen in die Position  "Krisenmanager des Bischofs" gehievt wurde, wurde bereits in Trier heftig kritisiert: Zum einen aufgrund seines unhaltbaren persönlichen Umgangs mit Betroffenen aber auch für die teils absurden Aussagen und Theorien, die er lancierte. Kronenburg trug bereits als bischöflicher Pressesprecher in Trier zu einer großen Unglaubwürdigkeit der Kirche bei. / ca
    • 04.05.2019: Bistum Münster: Offenbar gibt es neue Erkenntnisse über Missbrauchs-Vorwürfe gegen den 2002 verstorbenen Pfarrer Alfred Albeck. Das Bistum hatte am 10. März 2019 mitgeteilt, weder zu Lebzeiten des Priesters noch in seiner Personalakte hätten sich Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch ergeben. Nun erklärt das Bistum auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“, die Pressemitteilung habe dem damaligen Kenntnisstand entsprochen. Die zwei Betroffenen hätten sich nach Erscheinen der Pressemitteilung im März über die Ansprechpartner des Bistums für die Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs gemeldet. Dabei hätten sie von sexuellem Missbrauch durch den Priester berichtet. Nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle möchte ein Betroffener anonym bleiben. Er habe eine Berichterstattung über seinen Fall abgelehnt. Der zweite Betroffene habe angegeben, bereits 1993 den Missbrauch mitgeteilt zu haben. In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Zu diesem Zeitpunkt lebte der beschuldigte Priester A. noch. Hinweise auf diese Missbrauchsmitteilung finden sich in der Personalakte nicht.“(kirche-und-leben.de) / 
    • 03.05.2019: Angelika von Schenk-Wilms ist Missbrauchsbeauftragte im Bistum Essen. Sie beschreibt die Verfahrensordnung im Bistum Essen: 1. Wer sich meldet, am Telefon, per Mail, Brief oder Facebook, erhält umgehend ein Gesprächs­angebot / 2. Im Gespräch wird geklärt, ob Strafanzeige gestellt wird. Eine schwierige Frage. / 3. Im Gespräch wird angeboten, einen Antrag auf Anerkennung von Leid zu stellen. Dieser Antrag wird an eine zentrale Kommission der deutschen Bischofskonferenz nach Bonn geschickt, die über die jeweilige Höhe der Summe befindet. Mit der Höhe der Summen, die in Anerkennung des Leids gezahlt werden, hadert Angelika von Schenk-Wilms: "Die Betroffenen sind für ihr ganzes Leben traumatisiert. Es ist doch lächerlich, einem Betroffenen, der so viel Leid erfahren hat, nur eine Summe von 1000 Euro bis maximal 15.000 Euro zukommen zu lassen. Über die Höhe der Summe muss man sich unbedingt noch einmal Gedanken machen.“/ 4. Auf Wunsch wird dem Betroffenen psychotherapeutische Hilfe angeboten und Ansprechpartner bei Selbsthilfegruppen vermittelt. / 5. Der Bischof erhält eine Meldung von jeder Beschuldigung. Wenn der Täter noch lebt, wird er in der Regel bis zum Ende der kirchenrechtlichen Voruntersuchung von seiner Priestertätigkeit freigestellt. / 6. Der Betroffene wird über das Dekret informiert, verbunden damit ist eine Einladung zu einem Gespräch mit dem Bischof, sofern dieses nicht schon nach der Auszahlung der Summe aus dem Antrag auf Anerkennung von Leid stattgefunden hat. (wp.de)
    • 25.04.2019: Nach Enthüllungen des Kriminologen Christian Pfeiffer zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche fordert Matthias Katsch, Sprecher der Opfervertreter „Eckiger Tisch“, ein Eingreifen der Politik. Dem „Neuen Ruhr-Wort“ sagte Katsch, die Enthüllungen hätten ihn nicht überrascht. „Denn die Bischöfe wollten unbedingt verhindern, dass bei der Aufarbeitung persönliche und zurechenbare Verantwortung aufgedeckt wird.“ Weil man das wisse, hätten die Vorwürfe von Pfeiffer nicht wirklich überraschen können. Überrascht habe ihn aber das bislang geringe binnenkirchliche und Medieninteresse, so Katsch. Es habe sich bestätigt, „dass es nicht funktionieren konnte, dass die Kirche selbst für die Erforschung und Aufarbeitung sorgen wollte“. Für Katsch steht fest, dass zur weiteren Aufarbeitung die Politik das Ruder in die Hand nehmen müsste. Katsch weiter: „Sonst kann die auf vielen Feldern wichtige Partnerschaft zwischen Staat und Kirche langfristig nicht mehr funktionieren.“  (neuesruhrwort.de)
    • 24.04.2019: Eine Studie der Universität Ulm geht von 114.000 Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche aus. Auf einem Akademieabend  in Lingen wird der Umgang mit dem Thema beraten. Es soll vor allem um die Konsequenzen gehen, die aus der der Studie gezogen werden sollen. Bischof Ackermann war für eine Stellungnahme des ZDF nicht zu erreichen.  (zdf.de
    • 24.04.2019: Der Jesuitenpater Hans Zollner fordert die Kirche zu noch mehr Transparenz im Umgang mit Missbrauchsfällen durch Geistliche auf. Es brauche dringend eine geregelte Rechenschaftspflicht für Bischöfe, sagte der 52-Jährige im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen. Derzeit gebe es dafür in der Kirche keine wirklichen Strukturen. Ein Ortsbischof sei lediglich dem Papst gegenüber rechenschaftspflichtig. Der aber könne seiner Aufsichtspflicht bei weltweit rund 5.100 Bischöfen gar nicht nachkommen. (kirche-leben.de)
    • 23.04.2019: Der Fernsehsender ARTE muss eine Missbrauchs-Doku aus dem Programm nehmen: Wegen der einstweiligen Verfügung einer Einzelperson muss der Sender den Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen" aus der Mediathek entfernen. Die viel beachtete Arte-Dokumentation hat Anfang März erschütternde Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche offengelegt. Weltweit sollen Priester demnach Nonnen erpresst und vergewaltigt haben, während die Kirche den Skandal jahrelang zu vertuschen versuchte. (sueddeutsche.de)
    • 18.04.2019: Wie deutsche Bischöfe Missbrauchsfälle verschleiern:  Vollmundig bekunden die deutschen Bischöfe ihren Willen, die Missbrauchsfälle aufzuklären. Doch wenn es um ihre Verantwortung für die Verschleierung der Taten geht, bleibt vieles im Ungefähren – etwa im Bistum Limburg. Einen ähnlich entschiedenen Ton in Sachen „Aufarbeitung“ haben mittlerweile auch einige andere Bistumsleitungen angeschlagen, etwa in Freiburg, Hildesheim, Köln und Mainz. Überregional koordiniert werden die Initiativen zur Analyse der „systemischen“ Missbrauchsfaktoren gleichwohl nicht. Der Missbrauchsbeauftragte der DBK,  der Trierer Bischof Ackermann, hat weder die fachliche Kompetenz noch die moralische Autorität, geschweige denn Charisma. (faz.net)
    • 18.03.2019: Im Bistum Trier tauschte sich Bischof Stephan Ackermann bei einer Tagung im April mit Seelsorgern und Opfern über die im vergangenen Jahr veröffentlichte Missbrauchsstudie aus. Dabei kamen auch mehrere Vertreter der Opfer-Initiative MissBit und der Trierer Tenor Thomas Kiessling zu Wort, der als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Pater wurde. «Ich werde mich weiter mit großer Kraft dafür einsetzen, die Aufklärung weiter voranzutreiben, aber auch die Prävention weiter zu stärken», sagte Bischof Ackermann seinerzeit. (welt.de)
    Kann man so formulieren, muss man aber nicht. Von einem "Austausch" zwischen dem Trierer Bischof und den Betroffenen konnte an diesem Abend keine Rede sein. / ca
    • 19.04.2019:  Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat im Zusammenhang mit der vor sechs Jahren abgebrochenen Studie zum sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche Vorwürfe gegen den Trierer Bischof Stephan Ackermann erhoben. Pfeiffer sprach in einem Interview mit der "Zeit" von einem "Versuch der Nötigung". Der Bischof schweigt zu den Vorwürfen. (swr.de)
    • 16.04.2019: CDU-Chefin  Annegret Kramp-Karrenbauer hat in einem Interview über sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche gesprochen: Es werde bei Weitem nicht genug getan, damit sich ein "solches Versagen" nicht wiederhole. "Die katholische Kirche trägt ohne Wenn und Aber Schuld daran, dass sie die Aufklärung dieser Verbrechen an den Kindern systemisch verhindert und damit auch den Missbrauch ermöglicht hat", sagte sie der Zeitschrift "Publik-Forum". Das sei "die große Schuld, die die Kirche in sich trägt". Die derzeitigen Bemühungen reichen ihren Angaben zufolge "bei Weitem nicht aus, um dafür zu sorgen, dass sich ein solches Versagen der Institution Kirche nicht wiederholt". (spiegel.de)
    • 16.04.2019: Kloster Birnau: Im Kloster Birnau steht ein Pater im Zentrum neuer Beschuldigungen. Die "BILD"-Zeitung zitiert mutmaßliche Opfer, die der Geistliche vor 20 Jahren beim Boxtraining gedrängt haben soll, sich nackt auszuziehen. Damals war der heute 82-jährige Prior des Klosters Birnau, das zur Mehrerau gehört. Der Pater weist die Anschuldigungen zurück. Bereits vor rund 20 Jahren sei der Pater erpresst worden, er habe damals Zahlungen an die Erpresser geleistet und ist dann später wegen Veruntreuung vor einem weltlichen Gericht zu einer einjährigen bedingten Haftstrafe verurteilt worden, so der Pressesprecher des Klosters. In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem Prozess wegen Erpressen, die Gegenseite musste laut Kloster ins Gefängnis. Das Kloster geht nun davon aus, dass es sich um den gleichen Personenkreis handelt, der den Pater erneut erpressen wollte. (orf.at)
    • Der Kriminologe Christian Pfeiffer wirft der katholischen Kirche vor, seinem Forschungsinstitut im Zuge einer Missbrauchsaufklärung Geld angeboten und ihn selbst bedroht zu haben, um ihn und seine Kollegen zum Schweigen über ihre Sicht zu den Umständen des Scheiterns einer gemeinsamen Studie zu bringen. Das enthüllt der ehemalige niedersächsische Justizminister erstmals in der Wochenzeitung  DIE ZEIT
    • 13.04.2019: Dr. Eckhard Bieger scheibt in dem Artikel "Missbrauch: Die zerstörerischen Verletzungen wirken weiter" u.a. : "Machtmissbrauch durch Nicht-Handeln: ‚Es bleiben erst einmal die Verantwortlichen, die ja deshalb mit ihrem Leitungsamt reale Macht übertragen bekommen haben, damit sie handeln. Diese Macht haben sie nicht für das Wohl der Kinder eingesetzt, sondern um die Täter zu schützen. Das ist schlimm genug und hat die Folgen für die Opfer nur noch vergrößert." (...) Die Schuld affiziert jeden: Die Opfer haben Gewalt erfahren. Daher mussten sie Schutzmechanismen ausbilden, vor allem deshalb, weil sie eigentlich nicht mehr vertrauen können. Hinzu kommt ein weiteres Motiv, sich zurückzuziehen: ihnen wurde nicht zugehört. Jeder, der sich zurückzieht, geht der Gemeinschaft verloren. Sind die Traumatisierten erwachsen, werden sie weiter ins Aus geschoben, indem sie für schrullig gehalten werden."  (hinsehen.net)
    • 12.04.2019: Bistum Limburg: Nach Missbrauchs-Vorwürfen gegen einen Priester, die bis in die 90er-Jahre reichen, zieht das Bistum Limburg Konsequenzen. Der noch aktive Geistliche wird von Bischof Bätzing in seinem Dienst stark eingeschränkt. Bereits 2010 Vorwürfe gab es Vorwürfe gegen den Priester. Derzeit ist der Priester außerhalb des Bistums Limburg in einem anderen Bundesland tätig. Dorthin war der Mann gezogen, nachdem schon 2010 Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut geworden waren. Damals allerdings blieben staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und eine kirchenrechtliche Untersuchung ohne Folgen.  - Im Bistum Limburg laufen derzeit vier Verfahren gegen beschuldigte Priester. (hr.de, wiesbadener-kurier.de). 
    • 11.04.2019: Bistum Münster: Leere Personalakten verhindern Nachweis der Verantwortlichkeit: Die Fälle des sexuellen Missbrauchs durch den verstorbenen Priester Heinz Pottbäcker sind Thema einer Informationsveranstaltung in der Heilig-Geist-Gemeinde in Hamm Bockum-Hövel gewesen.  Hermann Kahler, ehemaliges Mitglied der Missbrauchskommission des Bistums Münster, erklärte Einzelheiten zu Pottbäckers Einsatzorten, zu Einträgen in seinen Personalakten und zu den Verurteilungen des Priesters wegen sexuellen Missbrauchs in den Jahren 1968 und 1983. Trotz aller Hinweise sei Pottbäcker immer wieder an neuen Orten in der Seelsorge eingesetzt worden. „Sein Fall war damit auch ein Fall der kirchlichen Hierarchie.“ In der derzeitigen Aufarbeitung werde deutlich, dass die Verantwortlichen im Bistum an verschiedenen Punkten entscheidende Informationen über die Taten des Kaplans gehabt haben müssten.„In all den Jahren ist den Verantwortlichen nie der Gedanke gekommen, hart durchzugreifen, um Kinder zu schützen“, sagte Kahler vor den 50 Zuhörern im Pfarrheim. „Täterschutz und Ansehen der Institution wurden über den Opferschutz gestellt – auch zukünftiger Opfer.“ In den Personalakten aber seien bislang kaum Informationen zu finden, die eine Auseinandersetzung der damaligen Bistumsleitung mit dem Fall belegen.  (kirche-und-leben.de)
    • 09.04.2019: Einsicht in die Täterakte: Wie transparent ist die katholische Kirche? Für die Betroffenen von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ist der Zugang zu den Personalakten ihrer mutmaßlichen Täter ein zentraler Punkt. Aus den Akten können Betroffene mehr über die Täter erfahren und sich darüber hinaus ein Bild davon machen, wer für Vertuschung und Leugnung der Taten verantwortlich. Der Umgang mit dem Thema ist in den deutschen Bistümern sehr unterschiedlich. Auf eine Umfrage von "Report Mainz" antworteten nur vier Bistümer, dass bei ihnen bereits Betroffene in die Personalakte Einsicht genommen oder Auskünfte erhalten hätten. Zwei Bistümer lehnen aus rechtlichen Gründen eine Akteneinsicht grundsätzlich ab. Acht sagten, bei ihnen hätte bislang kein Betroffener Akteneinsicht verlangt. 13 Bistümer antworteten gar nicht auf die Frage. (Report Mainz, swr.de)
    • 09.04.2019: Auf der Veranstaltung zur MHG-Studie, an dem u.a. die Opferinitiative "MissBiT" als auch der Trierer Bischof Ackermann teilnehmen,  bricht auch der Trierer Tenor Thomas Kiessling sein Schweigen.  „Ich wurde als Kind von einem Pater vergewaltigt“, sagte Kiessling bei der Tagung am Dienstag: „Ich bin Opfer.“ Demnach sei er als Kind von einem Pater der Trierer Abtei St. Matthias missbraucht worden. Von den Übergriffen des Klerikers hätten alle gewusst, „trotzdem gab es das große Schweigen“, sagte Kiessling dem "Trierischen Volksfreund". (saarbruecker-zeitung.de)
    • 09.04.2019: Im Bistum Trier ist über die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche diskutiert worden. Zum ersten Mal berichteten Opfer öffentlich über ihre Eindrücke zu der Studie. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wies bei der Veranstaltung den Vorwurf zurück, er sei nicht zum Gespräch mit Missbrauchsopfern bereit. Ackermann sagte, er habe jetzt ein Gespräch mit der Missbrauchsinitiative Missbit ins Auge gefasst. Er sei bereit, sich kritisch hinterfragen zu lassen. (swr.de)
    • 05.04.2019: Erzbistum Köln beurlaubt Pfarrvikar: Das Erzbistum Köln hat am heutigen Freitag  einen Pfarrvikar aus Euskirchen mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Taten soll er in den 1990er Jahren begangen haben. Bekannt wurden sie erst 2010. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen damals eingestellt. Das Erzbistum hätte die Verdachtsfälle nach eigenen Angaben schon früher an diese Zentralbehörde in Rom zu weiteren Untersuchungen melden müssen. Kirchenintern wird nun geprüft, warum dies damals unterblieb. (wdr.de)
    Die Frage seiner Verantwortlichkeit als ehemaliger Generalvikar im Bistum Trier scheint keine Rolle mehr zu spielen. . - Wie kann er von Aufarbeitung sprechen und dabei seine eigene Verantwortlichkeit komplett ausklammern? Hätten Marx (als damaliger Bischof von Trier), der heutige Trierer Bischof Ackermann und der ehemalige Trierer Generalvikar Bätzing in der "causa Freisen" 2006 reagiert, hätte zumindest der mutmaßliche Missbrauch 2007 verhindert werden können. (ca)
    • 05.04.2019: Ratlosigkeit im Bistum Münster:  Neben der Aufarbeitung vergangener Missbrauchsfälle, bei denen die meisten Täter bereits verstorben sind, kämpfe das Bistum auch mit anderweitigen Übergriffen am Niederrhein, die sich in rechtlichen Grauzonen befinden. Hier könne die Staatsanwaltschaft nicht eingreifen, da kein wirklicher Tatbestand vorliegt. Dies sei ein großes Problem und verursache Ratlosigkeit beim Bistum. Amtsträger, die in diesen Grauzonen gehandelt haben, würden vom Bistum nicht mehr eingesetzt, müssten jedoch vom Bischof bis ans Lebensende bezahlt werden, da keine Tat im strafrechtlichen Sinne vorliege. Dieses Amtsverständnis sei eine weitere Problematik. Diese Priester besitzen zudem eine Rehabilitierungsmöglichkeit und können von einem Nachbar-Bistum theoretisch wieder eingesetzt werden. (rp-online.de)
    • 05.04.2019: Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beschäftigt weiterhin die Justiz in Hessen. Die Listen mit potenziellen Tatverdächtigen, die die Bistümer Limburg, Fulda und Mainz übergeben haben, werden zu einem großen Teil noch geprüft. Das Bistum Fulda hatte eine Liste mit 32 Personen übersandt, die Diözese Limburg nannte 35 und das Bistum Mainz 199 Namen. Nach früheren Angaben der Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich sowohl um Priester als auch um Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen. Die Akten enthalten demnach sämtliche in den Bistümern dokumentierte Fälle. Darunter sind auch solche, die bereits verjährt oder strafrechtlich nicht relevant sind und außerdem Fälle, in denen Ermittlungsverfahren bereits eingeleitet worden oder Verdächtige bereits gestorben sind. (fr.de)
    • 01.04.2019: Der Jesuit Klaus Mertes hat sich für eine Beibehaltung des Beichtgeheimnisses ausgesprochen – auch wenn es um sexuellen Missbrauch geht. Geschützte Priester, Anwälte oder Ärzte könnten "ethische Dilemma-Situationen" nicht verhindern. "Das gehört zum Berufsrisiko", betonte der Jesuit. (domradio.de)
    • 30.03.2019: Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart hat Bischof Gebhard Fürst aufgefordert, die geltende Praxis von Aufklärung und Prävention gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche zu überprüfen. Ein mehrere Punkte umfassender Katalog des Diözesanrats empfiehlt als Konsequenz der im September vorgestellten Studie der Deutschen Bischofskonferenz einen niederschwelligen Zugang zur Meldung von Missbrauch. Der Rat empfahl Fürst  auch zu prüfen, ob Betroffene angemessen entschädigt werden könnten. Kirchliche Mitarbeiter müssten außerdem Verdachtsfälle immer an die Kommission sexueller Missbrauch melden, riet der Diözesanrat. (bnn.de)

    • 29.03.2019: Papst Franziskus stellt für den Vatikanstaat im Kampf gegen Missbrauch neue Regeln auf: Bereits Verdachtsfälle sollen unverzüglich angezeigt werden und verurteilte Täter sollen von ihren Posten entfernt werden. Die nun veröffentlichten Regeln gelten für Personen, die die vatikanische Staatsbürgerschaft haben oder im Kirchenstaat ihren Wohnsitz haben. Der kleinste Staat der Welt hat um die 800 Einwohner – gut 300 davon sind Diplomaten, die für den Vatikan in aller Welt im Einsatz sind. Minderjährige hingegen sind kaum darunter. Das Gesetz kann den Angaben zufolge auch auf Kinder angewendet werden, die sich regelmäßig im Vatikan aufhalten, beispielsweise auf jene 35 Jungen zwischen 9 und 13 Jahren, die Teil des Chors der Sixtinischen Kapelle sind. Das Beichtgeheimnis bleibt jedoch unangetastet. und Entschädigungen sind nicht vorgesehen. (tagesschau.de) (vaticannews.va) (w2.vatican.va)
    • 29.03.2019: Was in der Odenwaldschule geschah, ist noch lange nicht aufgeklärt. In den Archiven lagern 1,5 Millionen Dateien, 350 laufende Archivmeter voller Sitzungsprotokolle, Schülerlisten Fotos und Videoaufnahmen. Die wichtigste Botschaft aber ist: Aufarbeitung ist nur mit Betroffenen möglich, sie waren die Initiatoren für Aufdeckung und Aufarbeitung. (fr.de)
    • 29.03.2019: Bischof Ackermann würdigt Missbrauchsbeauftragten Rörig als "engagierten Anwalt des Schutzes von Kindern und Jugendlichen gegen sexuelle Gewalt". Erst vor wenigen Tage hat das Bundeskabinett die Amtszeit von Johannes-Wilhelm Rörig als Missbrauchsbeauftragter verlängert. Die Kirche wolle für Rörig "verlässlicher Ansprechpartner sein gegen Vertuschung von sexueller Gewalt, für die Aufarbeitung von geschehenem Unrecht und für eine wirksame Prävention", so Ackermann. Im Kampf gegen Missbrauch, fügte Ackermann hinzu, brauche es "eine wachsende gesellschaftliche Sensibilität". Dazu bedürfe es der tatkräftigen Unterstützung durch viele Partner: "Personen, zu denen gerade auch die Betroffenen gehören, und Institutionen".(domradio.de)
    • 29.03.2019:  "Die Geduld ist am Ende": Nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat die katholische Laieninitiative "Wir sind Kirche" die Reformbemühungen der Deutschen Bischofskonferenz als unzureichend kritisiert. "Die Bischöfe beten uns inzwischen einzelne unserer Forderungen nach", sagte Sprecher Christian Weisner. Doch das seien alles eher Lippenbekenntnisse, betonte er.  Sexueller Missbrauch durch Geistliche wurde in der Vergangenheit in vielerlei Hinsicht kleingeredet oder vertuscht - nicht nur, aber auch in Deutschland. Trotz der Ergebnisse der MGH-Studie hätten die Bischöfe bisher nichts Wesentliches getan, sagte Weisner. "Der Vertrauensvorschuss ist jetzt aufgebraucht, die Geduld ist am Ende." (br.de) (zdf.de)
    • 28.03.2019: "Die Schuldbekenntnisse der Kirche reichen nicht mehr": Caritas-Präsident Peter Neher hat sich angesichts des Missbrauchsskandals für offene Debatten über Reformen in der katholischen Kirche ausgesprochen. Die Kirche habe „aufgrund von sexualisierter Gewalt und Missbrauch von Macht bis in den Kern unserer Gemeinden und Verbände hinein jegliche Glaubwürdigkeit verloren“, sagte Neher. Sie befinde sich „in einer abgrundtiefen Krise“.   (kirche-und-leben.de)
    • 27.03.2019: Bistum Hildesheim: Sechs Monate nach einem neuen Missbrauchsvorwurf gegen den Hildesheimer Altbischof Heinrich Maria Janssen sollen externe Experten die Anschuldigungen überprüfen. Eine Gruppe externer Fachleute werde mit der unabhängigen Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch im Bistum Hildesheim beauftragt, kündigte das Bistum am Mittwoch an. Das genaue Vorgehen wollen Bischof Heiner Wilmer und die Experten in der kommenden Woche erläutern. (sueddeutsche.de)
    • 27.03.2019: Äußerungen von Bundesfamilienministerin Giffey, dass sie endlich Taten von der Kirche fordere,  haben bei dem Mainzer Bischof Kohlgraf "Augenreiben" ausgelöst. Die Forderung der Politikerin, den Worten auch Taten folgen zu lassen, würden er und die anderen Bischöfe bereits seit Monaten umsetzen. So schreibt Bischof Kohlgraf auf fb: "Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat von den Kirchen eine konsequente Aufklärung der Fälle von Kindesmissbrauch und auch personelle Konsequenzen verlangt. "Es gibt eine deklaratorische Bereitschaft, etwas zu tun. Das ist ja schon mal gut", sagte die SPD-Politikerin in Berlin.Den vielen Worten müssten nun aber auch Taten folgen. Dabei seien auch personelle Konsequenzen zu ziehen. Diese könnten nicht darin bestehen, jemanden einfach nur zu versetzen, sagte Giffey." Das lese ich auf www.heute.de. Ich reibe mir die Augen. Was mache ich, was machen denn die anderen Bischöfe die letzten Monate? Das einfach als "deklaratorische Bereitschaft" ohne Folgen zu charakterisieren, ist schon recht verwunderlich, um es freundlich zu sagen.
    • 26.03.2019: Bistum Münster:  "Wovon das Herz voll ist, davon kann der Mund nicht schweigen" –  unter diesem Motto rechnet der Gemeindepfarrer Hermann-Josef Lücker aus dem tiefkatholischen Oldenburger Münsterland mit seiner Kirche ab. "Es steht mir bis hier", eine Predigt, die es in dieser Wucht und Wut nur selten, vielleicht auch noch nie gegeben hat in einer katholischen Kirche. Die Ansprache eines Priesters, der offensichtlich genug hat von seinen Bischöfen und Kirchenführern.(welt.de)
    • 25.03.2019: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger: "Monatliche Hilfen für Missbrauchsopfer sind denkbar".  Das Erzbistum Freiburg überarbeitet sein Konzept zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs. Es zeige sich, dass bisherige Einmalzahlungen in "einigen Fällen" nicht ausreichen. Die Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Angelika Musella, sagte, eine monatliche Hilfe sei etwa für die Menschen sinnvoll, die durch den erlittenen Missbrauch dauerhafte Probleme hätten, Beruf und Alltag zu gestalten.  (swr.de)
    • 25.03.2019: Erzbistum Freiburg: Seit der Veröffentlichung der bundesweiten Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche, haben laut der Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Angelika Musella,  im Erzbistum 19 Personen einen Antrag auf Anerkennung ihres Leids und damit auf eine Entschädigungszahlung gestellt. (swr.de)
    • 25.03.2019: Kai Moritz ist sieben Jahre lang von seinem priesterlichen Pflegevater sexuell missbraucht worden. Die Taten sind verjährt. Jetzt hat er den Mut gefunden, seine Geschichte zu erzählen. - Wer die Details seiner Tortur hört, kann es nicht glauben. Und wer erfährt, wie das Bistum Limburg mit den Vorwürfen umging, von denen Führungsfiguren seit 1996 gewusst haben müssen, ist fassungslos. Moritz schildert ausführlich, was ihm widerfahren ist im Haus seines Pflegevaters und Cousins, eines Pfarrers aus dem Bistum Limburg, in den Jahren 1986 bis 1993. (faz.net)

    • 21.03.2019: Die Rolle der Kirche bei der Aufklärung der Skandale um sexuelle Vergehen an Minderjährigen erzürnt die SZ-Leser. Viele fordern rigorose Aufklärung. (sueddeutsche.de)
    • 20.03.2019: Die katholischen Bischöfe sind damit eigentlich Jahre zu spät. Schon in den Jahren nach 2010 hätte sie die Gelegenheit dazu gehabt. Die Lehren aus den damaligen Missbrauchskrisen haben sie aber nicht gezogen. (mk-online.de)
    • 19.03.2019: Erzbistum Köln: Ulrich Hennes, ein hoher Geistlicher der katholischen Kirche in Düsseldorf, ist wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung bis auf Weiteres von allen Ämtern beurlaubt worden. Es gehe um einen Fall, der sich im Jahr 2012 gegenüber einem erwachsenen Praktikanten ereignet haben soll, teilte das Kölner Erzbistum am Dienstag mit. Der Hinweis hatte das Erzbistum am vergangenen Donnerstag erreicht.  Hennes bestreitet den Vorwurf. Bis zum Abschluss der eingeleiteten Verfahren sollte keine Vorverurteilung stattfinden; es gilt die Unschuldsvermutung. Bereits in den 1990er-Jahren gab es einen Belästigungsvorwurf gegenüber einem fast volljährigen Jugendlichen. Das Bistum hat damals die Staatsanwaltschaft nicht informiert. (sueddeutsche.de) (wdr.de) (erzbistum-koeln.de)
    • 18.03.2019: Der Freiburger Theologieprofessor Magnus Striet spricht über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die weit verbreitete Doppelmoral: „Man ließ als Täter identifizierte Priester im Amt.“ (stuttgarter-nachrichten.de)
    • 18.03.2019: Ein Opfer erinnert sich an die Hölle: Rudolf Kastelik hat die Deutsche Bischofskonferenz ganz genau verfolgt. Der Grund: Der 70-Jährige ist eines der vielen Missbrauchsopfer der katholischen Kirche. Nun erzählte Kastelik, der vor allem in katholischen Kinderheimen aufwuchs, seine Geschichte. Was er sich wünscht:  Gedenkorte für ihn und die anderen Opfer – und Zeitzeugengespräche in Veranstaltungen der katholischen Kirche. „Öffentlich, nicht nur hinter verschlossenen Türen.“ (lvz.de)
    • 17.03.2019:  17.03.2019: Ulrich Fegert, der Autor, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm, unterstützte von Anfang an die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er berichtet von seinen auch ambivalenten Erfahrungen und reflektiert darüber, wie die Kirche mit dem Thema und vor allem mit den Betroffenen umgehen sollte. "Empathie statt Klerikalismus" (herder.de). Nach der Studie des Nach der Studie des Universitätsklinilum Ulms zur Häufigkeit von sexuellem Missbrauch, muss mit bis zu 110.000 Fällen in der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten gerechnet werden. Prof. Jörg Fegert dazu im Interview.  (wdr.de)
    • 15.03.2019: In einem katholischen Kindergarten in Köln kam es zu sexueller Gewalt unter Kindern. Die Anstifter: zwei Fünfjährige. Sie dürfen bleiben. Die Betroffenen nicht.  Wie geht die Kita-Leitung damit um? (spiegel.de)
    • 15.03.2019:  Im Bistum Münster hat sich ein viertes Opfer sexuellen Missbrauchs gemeldet: Der Priester Alfred Albeck verging sich in Nordkirchen an ihm. In drei gleichlautenden Briefen von drei männlichen Missbrauchsopfern wurde dem Geistlichen, der 2002 verstorben ist, sexueller Missbrauch vorgeworfen. Daraufhin hat das Bistum Münster die Vorwürfe öffentlich gemacht - mit der Bitte an Betroffene, sich zu melden. Bardo Schaffner, unabhängiger Ansprechparter im Bistum Münster, geht davon aus, dass es weitere Missbrauchsopfer gibt. - Laut Schaffner sei es bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch immer wichtiger, neben den Opfern und Tätern auch diejenigen zu benennen, die versuchen, mögliche Taten zu vertuschen. Der gelernte Pädagoge Bardo Schaffner macht es sich zur Aufgabe, Verdachtsfälle der Vertuschung aufzudecken.  „Wir nennen Namen derer, die für Missbrauch verantwortlich sind und derer, die dafür gesorgt haben, dass es nicht verhindert wurde“, so der 68-Jährige. Er denkt da etwa an Fälle, in denen eine Bistumsleitung von Missbrauch in den eigenen Reihen wusste und der Priester in eine andere Gemeinde versetzt wurde.    (ruhrnachrichten.de)
    • 15.03.2019:  Bistum Speyer: Die Personalakte eines ehemaligen katholischen Pfarrers in der Westpfalz gibt ausführlich Auskunft über „Unzuchthandlungen“. Doch von den damals betroffenen Jungen hat sich bislang keiner bei der Opfer-Anlaufstelle im Bistum Speyer gemeldet. Der Fall zeigt exemplarisch, wie Missbrauchsbeauftragte auch an ihre Grenzen stoßen. (rheinpfalz.de)
    • 15.03.2019: Im Bistum Essen haben sich im vergangenen Jahr  zwölf Menschen gemeldet, die von Missbrauch durch katholische Geistliche betroffen waren. Das hat die Missbrauchsbeauftragte des Bistums bekannt gegeben. Die Vorwürfe richten sich gegen mehrere Geistliche. Gegen einen Priester sei Strafanzeige erstattet und ein kirchliches Verfahren eingeleitet worden. Alle anderen beschuldigten Personen seien bereits verstorben, so die Missbrauchsbeauftragte Angelika von Schenk-Wilms. Auch aus anderen Bistümern oder Einrichtungen habe sie Hinweise bekommen. Insgesamt hat Schenk-Wilms im vergangenen Jahr 29 Meldungen erhalten. Die Missbrauchsbeauftragte rechnet in den kommenden Jahren mit weiteren Fällen. (wdr.de)
    • 14.03.2019: Wir sind Kirche ist äußerst enttäuscht, dass von Bischof Dr. Stephan Ackermann, dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, in keinem wesentlichen Punkt wirklich konkrete Fortschritte vorgestellt werden konnten. Der angemessene Umgang mit Betroffenen und Tätern sexualisierter Gewalt scheint immer noch einige Bischöfe zu überfordern. Wenn es zu einer wirklichen Zäsur innerhalb der Kirche kommen soll, wie sie auch die Bischöfe anmahnen, dann muss auch die Bekämpfung sexualisierter Gewalt und ihrer Vertuschung noch deutlich effektiver gestaltet werden, und das von jedem Bischof ohne Ausnahme. (wir-sind-kirche.de)
    • 14.03.2019: Kritiker sehen keine Zäsur, sondern ein Aussitzen: Kritiker sehen kein Ausbrechen aus verkrusteten Strukturen, wie Marx es darstellte. Das Ergebnis sei, sagte der Kirchenrechtler Thomas Schüller aus Münster, ein Kompromiss auf Minimalniveau. "Es wird viel evaluiert, untersucht, mit Leuten gesprochen, aber sie nehmen sich unendlich viel Zeit , die sie nicht mehr haben, um sowohl das ernste Thema Umgang mit dem Missbrauch als auch die daraus resultierenden Großthemen, die der Kardinal benannt hat, anzugehen", sagte Schüller. (ndr.de)
    • 14.03.2019:  Einerseits bemüht sich die katholische Kirche seit Jahren um eine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Diakone. Andererseits bleibt sie konsequent hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Dass der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann einräumen musste, dass es noch immer nicht in allen Diözesen wirklich unabhängige Ansprechpartner für Missbrauchsopfer gibt, spottet jeder Beschreibung. (rundschau-online.de)
    • 14.03.2019: Neun Jahre nach Bekanntwerden des Skandals ist immer noch die Rede davon, dass Leitfäden erarbeitet, Standards erstellt und Workshops zur Entschädigung der Opfer eingerichtet werden sollen. Nach wir vor gibt es nicht in allen Bistümern eine unabhängige Aufarbeitung des Missbrauchs; nach wie vor gibt es nicht in allen Bistümern Ansprechpartner für Betroffene. Beides sollte längst erledigt sein. Die Kirche bemüht sich, aber sie wird ihrer Verantwortung nicht gerecht. Immer noch nicht. (stuttgarter-zeitung.de)
    • 14.03.2019: Bischof Ackermann gibt zu bedenken, dass man bei der Zahlung von Entschädigungen unter Umständen „stärker Belege“ für die Taten einfordern müsste, als das bei den bisherigen Zahlungen der Fall ist. (zdf.de)
    • 14.03.2019:  Die Missbrauchsopfer müssen von den in Lingen vorgestellten Maßnahmen enttäuscht sein. Ihre Geduld ist am Ende. Die Bischöfe sollten deshalb gezielt Betroffene sexualisierter Gewalt in die kirchlichen Beratungs- und Kontrollgremien holen. Es wäre der Bischofskonferenz auch möglich, ein unbürokratisches Fondsmodell aufzulegen, um Entschädigungszahlungen an die Missbrauchsopfer zu leisten. All das könnte sofort beschlossen werden. Dass dies in Lingen nicht verbindlich auf den Weg gebracht wurde, ist bitter. Der "synodale Weg" könnte bei diesen Fragen in einer Sackgasse enden. (ndr.de)
    • 14.03.2019:  Kardinal Marx: "Gutmachen, was möglich ist auf Erden". "Die Bischöfe haben erkannt, so kann es nicht weitergehen." Diskutiert werden sollen Themen wie Macht, Zölibat, Sexualmoral und die Partizipation von Frauen und Laien. Im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen im eigenen Haus sagte Marx: "Wir sind entschlossen, alles zu tun, um sexuellen Missbrauch in der Kirche zu überwinden und den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wir werden gutmachen, was möglich ist auf Erden." Kritiker sehen kein Ausbrechen aus verkrusteten Strukturen, wie Marx es darstellte. Das Ergebnis sei, sagte der Kirchenrechtler Thomas Schüller aus Münster, ein Kompromiss auf Minimalniveau. "Es wird viel evaluiert, untersucht, mit Leuten gesprochen, aber sie nehmen sich unendlich viel Zeit , die sie nicht mehr haben, um sowohl das ernste Thema Umgang mit dem Missbrauch als auch die daraus resultierenden Großthemen, die der Kardinal benannt hat, anzugehen", sagte Schüller. (ndr.de)
    • 14.03.2019: Bischof Ackermann hat im SWR-Tagesgespräch eingeräumt, dass die Bischofskonferenz bei der Aufarbeitung sexueller Gewalt nur langsam vorankommt. Man habe sich aber dafür entschieden, mit einer breiten Öffentlichkeit zusammenzuarbeiten. Das brauche Vorbereitung.(swr.de)
    • 13.03.2019:  Staatsanwälte in Baden-Württemberg ermitteln gegen mindestens 67 Priester, Diakone und Ordenspriester der katholischen Kirche wegen sexuellen Missbrauchs. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, die der "Schwäbischen Zeitung" vorliegt. Demnach überprüfen die Ermittler Vorwürfe gegen 22 Personen, die in der Diözese Rottenburg beschäftigt sind oder waren, sowie gegen 45 in der Erzdiözese Freiburg.  (suedkurier.de)
    • 13.03.2019: Kinderpornoverdacht im Bistum Trier: Das Trierer Mutterhaus trennt sich von Mitarbeiter - Bistum leitet Verfahren ein. Das Trierer Mutterhaus hat sich von einem Mitarbeiter getrennt. Gegen ihn wird wegen des Besitzes kinderpornographischer Schriften ermittelt. Nun hat sich auch das Bistum zu der Sache geäußert. (volksfreund.de)
    • 12.03.2019: Das Ausmaß sexuellen Missbrauchs in den großen Kirchen in Deutschland könnte einer neuen Studie zufolge deutlich höher sein als bislang angenommen. Die Bischofskonferenz hält sich bedeckt. -  Eine Studie des Ulmer Kinderpsychiaters Jörg Fegert geht von einer großen Zahl bislang nicht bekannter Missbrauchsfälle im kirchlichen Raum aus. Das Dunkelfeld liege sowohl für die katholische als auch für die evangelische Kirche in Deutschland bei geschätzten 114.000 Missbrauchsopfern, wie die Universität am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zuerst hatte die Tageszeitung "Die Welt" über die Untersuchung berichtet, die demnächst in der Fachzeitschrift "Journal of Child Sexual Abuse" erscheinen soll. Eine von den katholischen Bischöfen in Auftrag gegebene Untersuchung (MHG-Studie) hatte aufgrund von Aktenstudien eine Zahl von 3.677 Betroffenen ermittelt. Zugleich war die Rede von einer vermutlich hohen Dunkelziffer. (domradio.de)
    • 12.03.2019: Eine repräsentative Untersuchung der Universität Ulm zeigt: Die Zahl der Menschen, die als Minderjährige von Priestern missbraucht wurden, ist bis zu 30-mal so hoch wie bislang angenommen. Erstmals liefert diese Untersuchung nun Einblick in das Dunkelfeld. „Sie bestätigt, dass die Studie der Bischöfe tatsächlich nur die ‚Spitze des Eisbergs‘ beleuchtet hat“, sagte Fegert. Die internationale Fachzeitschrift "Journal of Child Sexual Abuse" wird demnächst eine Untersuchung der Universität Ulm veröffentlichen. Die Opferzahlen der Repräsentativbefragung sind tatsächlich mehr als 30-mal so hoch wie die Ergebnisse der MHG-Studie, der nur jene Fälle zugrunde lagen, die in Kirchenakten registriert und entsprechend untersucht worden waren. (welt.de
    • 12.03.2019:  Im Bistum Regensburg gibt es einen neuen Missbrauchs-Verdacht. Ein Pfarradministrator wurde vom Dienst suspendiert, nachdem der Verdacht aufkam, er habe eine Ministrantin unsittlich berührt. Es geht um einen 2017 eingesetzten Pfarradministrator im Dekanat Alteglofsheim-Schierling. Der indische Pater ist Ordensbruder der Vinzentiner. Er folgte auf einen Landsmann, der über ein Jahrzehnt lang der Pfarrei Pfakofen im Landkreis Regensburg vorstand. Eine Ministrantin habe sich an ihre Eltern gewandt und geschildert, dass sie unsittlich von dem Pater berührt worden sei.. Auf Anfrage sagte Neck, dass es sich im Moment um einen "Verdachtsfall handelt." Es gelte auch für den Pater die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen sei. "Das klärt allein die Polizei", so Neck. Weitere Angaben zum mutmaßlichen Opfer, ob es sich um ein Kind unter 14 oder um eine Jugendliche handelt, wollte Neck im Hinblick auf den Opferschutz und die laufenden Ermittlungen nicht sagen. (pnp.de)
    • 11.03.2019: Aktuelle Informationen, Livestreams, Pressemitteilungen zur DBK in Lingen auf dbk.de. 
    • 11.03.2019: Lingen:  Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat konkrete Verbesserungen der katholischen Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch angekündigt. Dabei gehe es um das Schaffen unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, das Konzept der Aufarbeitung, und um die Frage, ob die bisherige Anerkennung des Leids der Opfer durch die Kirche ausreichend ist, sagte Marx zum Start der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz im emsländischen Lingen. Am Ende ihres Treffens wolle die Bischofskonferenz ein Konzept für den weiteren Umgang mit Missbrauch vorlegen. (zeit.de). 
    • 10.03.2019:  Hinweisblätter am Grab des Priesters: Erneut muss sich das Bistum Münster mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester beschäftigen. Das Bistum teilte am Sonntagnachmittag mit, dass in gleichlautenden, anonymen Briefen, die an drei Pfarreien im Bistum Münster versendet worden sind, mehrere Vorwurfe des sexuellen Missbrauchs gegen den bereits verstorbenen Priester A. erhoben worden sind. Die Schreiben gingen an die Pfarreien in Issum-Sevelen, Kevelaer-Winnekendonk und Kranenburg-Frasselt. Unter anderem an diesen Orten war der Priester eingesetzt. Den Schreiben waren Fotos beigefügt, die zeigen, dass am Grab des Priesters Hinweisblätter auf den Missbrauch angebracht wurden. Weder zu seinen Lebzeiten gab es Hinweise noch ergeben sich solche aus seiner Personalakte auf einen sexuellen Missbrauch. Inzwischen haben sich bereits Betroffene gemeldet. Das Bistum Münster ruft möglich weitere Betroffene dazu auf, sich zu melden.  Der betreffende Pfarrer A. wurde 1961 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Werne, St. Konrad (1961-1964), in Emmerich, Liebfrauen (1964-1967), in Issum-Sevelen, St. Antonius (1968-1973). 1967 bis 1968 war er Militärpfarrer in Altahlen/Heessen. Pfarrer war er in Nordkirchen, St. Mauritius (1973-1984), in Kevelaer-Winnekendonk, St. Urbanus (1984-1988), und in Kranenburg-Frasselt, St. Antonius (1988-1993). Danach trat er in den Ruhestand. (rp-online.de, worldnews.net
    • Weder zu seinen Lebzeiten gab es Hinweise noch ergeben sich solche aus seiner Personalakte auf einen sexuellen Missbrauch. Der betreffende Pfarrer A. wurde 1961 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Werne, St. Konrad (1961-1964), in Emmerich, Liebfrauen (1964-1967), in Issum-Sevelen, St. Antonius (1968-1973). 1967 bis 1968 war er Militärpfarrer in Altahlen/Heessen. Pfarrer war er in Nordkirchen, St. Mauritius (1973-1984), in Kevelaer-Winnekendonk, St. Urbanus (1984-1988), und in Kranenburg-Frasselt, St. Antonius (1988-1993). Danach trat er in den Ruhestand.
    • 10.03.2019:  "Der Mühlstein wird immer schwerer": Der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Leyendecker, hat den Umgang der katholischen Kirche mit dem Thema Kindesmissbrauch kritisiert. Die mangelnde Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft sei ihm schleierhaft.  (domradio.de)
    • 08.03.2019: Bischof Bode räumt erneut Fehler bei Missbrauchsfall ein: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat erneut Fehler beim Umgang mit Missbrauchsfällen in seinem Bistum eingeräumt. Vor neun Jahren sei ein von einem Betroffenen geschilderter Fall auf dessen Wunsch nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, obwohl der beschuldigte Priester damals noch gelebt habe, sagte Bistumssprecher Hermann Haarmann am Freitag dem epd: "In der Rückschau war das ein Fehler. Das würden wir heute anders machen und den Priester auch gegen den Willen des Betroffenen bei der Staatsanwaltschaft anzeigen." - Der Bischof hatte bereits im Ende 2018 öffentlich gewordenen Fall eines heute 85-jährigen Priesters, der jahrzehntelang Kinder sexuell missbraucht haben soll, Fehler eingestanden. Nachdem er diesen 1995 aufgrund von damals nicht beweisbaren Gerüchten in den Ruhestand versetzt habe, sei der Priester trotz anderslautender Auflagen weiter in der Jugendarbeit tätig gewesen. (katholisch.de)
    • 06.03.2019:  Im Erzbistum Berlin wurden alle vorhandenen Akten über die Kleriker, bei denen es im Rahmen der MHG-Studie von 1946 - 2014 Verdachtsmomente gab, an externe Berater gegeben. Zusätzlich zu den bislang bekannten 51 Tätern wurden vier weitere Akten übergeben, die nicht in die MHG-Studie eingegangen sind. Insgesamt gibt es im Erzbistum nun 55 Beschuldigte, 22 von ihnen leben noch. (erzbistumberlin.de)
    • 06.03.2019: Im Bistum Erfurt sind alle Nebenakten (auch "Handakten" genannt) auf Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt unabhängig geprüft worden.  Bischof Ulrich Neymeyr hatte den im Ruhestand lebenden Oberstaatsanwalt als unabhängigen Fachmann mit der Prüfung der Akten beauftragt. Somit bleibt es im Bistum Erfurt bei der Zahl von 13 Priestern, die bis heute des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Elf der Priester sind verstorben. (bistum-erfurt.de)
    • 06.03.2019: Im Bistum Mainz sei nach Gesprächen mit Betroffenen deutlich geworden, dass die Perspektive der Betroffenen nicht nur Voraussetzung für eine Aufarbeitung sei, sondern leitend für die Wege der Aufarbeitung sein müsse. Eine allein juristische Herangehensweise, wie sie auch im Bistum Mainz bisher vorherrschend war, werde es nicht mehr geben. - Entwickelt werden derzeit konkrete Gesprächsformate wie z.B. ein Hearing und Maßnahmen für Betroffene, für Menschen, die Kenntnis von Missbrauch haben und für Pfarreien, in denen sich Missbrauch ereignet hat. - In Gesprächen von Betroffenen mit der Bistumsleitung konnten auch zusätzliche individuelle Hilfsmaßnahmen - seelsorgliche Begleitung inbegriffen - vermittelt werden. -Sollten frülhere Bistumsverantwortliche Täter gedeckt und Missbrauch vertuscht haben, werden die Betroffen dies erfahren und die Öffentlichkeit wird darüber informiert. (bistum-mainz.de
    • 04.03.2019: Bistum Paderborn: Wer die Hoffnung hegt, die katholische Kirche würde als Reaktion auf den Missbrauchs- und Vertuschungsskandal in die Offensive gehen und die von Übergriffen ihrer Kleriker betroffenen Gemeinden aktiv informieren, befindet sich auf dem Holzweg. „Wir haben uns dazu entschieden, Tatorte nur im Einzelfall zu nennen“, teilt das Erzbistum Paderborn auf Anfrage unserer Zeitung mit und begründet dieses Vorgehen mit dem Schutz der betroffenen Opfer. Ferner habe das Erzbistum auch „eine Verantwortung gegenüber den Gemeinden, diese nicht zu verunsichern“. Einer dieser von Erzbistums-Sprecher Thomas Throenle erwähnten „Einzelfälle“ ist nun eingetreten. WA-Recherchen haben ergeben, dass sich ein weiterer Geistlicher in Hamm und einer benachbarten Stadt mehrfach an Kindern vergangen hat. Das Erzbistum bestätigt das. Es ist nach dem Fall Pottbäcker in Bockum-Hövel und einem weiteren aus einer anderen Gemeinde, die der WA derzeit noch nicht namentlich benennt, der dritte Kleriker, dessen Übergriffe bekannt werden. (wa.de)
    • 28.02.2019:  Das Bistum Osnabrück will Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, das Gehalt bis auf 1.000 Euro kürzen. Krankenversicherung und Miete würden davon abgezogen. „Wir beabsichtigen, eine entsprechende Regelung einzuführen, müssen das aber zuerst noch rechtlich abklären“, sagte Sprecher Hermann Haarmann. (kirche-und-leben.de)
    • 25.02.2019: Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, zieht erste Konsequenzen aus der Anti-Missbrauchskonferenz: Kein Stimmrecht mehr für Hauptamtliche in der Missbrauchs-Kommission. Somit können nur noch ehrenamtliche, nicht unmittelbar vom Bischof abhängige Mitglieder Entscheidungen treffen. Kirchliche Angestellte haben in dem Gremium dann nur noch eine beratende Funktion. Einen entsprechenden Brief habe Bischof Gebhard Fürst als Reaktion auf die Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan an die Mitarbeiter seiner Diözese geschrieben.
    • 25.02.2019: Wie recherchieren Journalisten ein Thema wie sexuellen Missbrauch in der Kirche? Ein Gespräch mit Christiane Florin, Deutschlandfunk-Redakteurin für Religion und Gesellschaft, über Möglichkeiten – und Schwierigkeiten. Wer sich als Journalist mit einem Thema wie sexueller Gewalt und Missbrauch beschäftige, könne nicht darauf setzen, von offiziellen kirchlichen Pressestellen Informationen zu erhalten, sagte Florin (Audiobeitrag auf dlf.de)
    • 24.02.2019: Gefangen in einer Art Paralleluniversum: Der Papst und die in Rom versammelten Bischöfe und Ordensoberen haben positiv überrascht, vor allem sich selbst, während die Betroffenen draußen vor den Mauern des Vatikans große Enttäuschung zeigten. Unterschiedlicher könnten die Perspektiven kaum sein. (deutschlandfunk.de)
       
    • 24.02.2019: "Anne Will": Krisengipfel im Vatikan - wie entschlossen kämpft die Kirche gegen Missbrauch? Zu Gast bei "Anne Will": Bischof Stephan Ackermann (Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes),  Johannes Wilhelm Rörig (Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung), Agnes Wich (Sozialpädagogin und Betroffene von sexualisierter Gewalt durch einen katholischen Priester), Matthias Katsch (Sprecher der Betroffenenorganisation "Eckiger Tisch"), Heribert Prantl (Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung") (daserste.ndr.de)
    • 24.02.2019: Auch der Kirchenrechtler Thoms Schüller kritisiert die Rede von  Papst Franziskus scharf.  Schüller bezeichnet sie als als "Fiasko". „Es war eine vertane Chance (...) Es ist das Ende des Pontifikats in dem Sinne, dass Franziskus nicht als Reformpapst in die Geschichte eingehen wird, sondern als Bewahrer“, sagte Thomas Schüller, Direktor am Institut für Kanonisches Recht an der Universität Münster am Sonntag. (merkur.de)
    • 24.02.2019: Auch der Dachverband der katholischen Jugend ist enttäuscht von den Ergebnissen des Anti-Missbrauch-Gipfels: Der Dachverband sieht die Bischöfe weltweit nun in der Pflicht: „Solange es keine unabhängigen Untersuchungen der Vertuschung, keine Übernahme von persönlicher Verantwortung und keine angemessenen Entschädigungszahlungen gibt, ist der häufig formulierte Wille zur Veränderung für uns nicht glaubwürdig.“  (kirche-und-leben.de)
    • 24.02.2019: Papst löst mit Rede Empörung ausPapst Franziskus hat erneut ein hartes Durchgreifen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch und ein Ende der Vertuschung versprochen - jedoch ohne konkrete Konsequenzen aus der jahrzehntelangen Krise zu benennen. Zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan nannte er Missbrauch am Sonntag auch ein gesamtgesellschaftliches Problem, das vor allem "Eltern, Verwandte, die Partner von Kinderbräuten, Trainer und Erzieher" betreffe. In der Kirche wiege das Problem jedoch noch schwerer. Bei deutschen Opfern und Experten löste die Rede Empörung aus. (dpa)
    • 24.02.2019: Worte und Taten: Nach den Worten des Papstes zum Missbrauch in der Kirche ist bis zum Beweis des Gegenteils von Rom nicht viel zu erwarten. Umso mehr kommt es auf die Bischöfe an. Nach den Worten des Papstes von Sonntag ist bis zum Beweis des Gegenteils von Rom nicht viel zu erwarten. Umso mehr kommt es auf die Bischöfe an. Die deutschen etwa haben schon anlässlich ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in gut zwei Wochen Gelegenheit, ihren vielen Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen. Das werden nicht alle wollen. Dann sollten aber diejenigen unter ihnen, die wollen, sich nicht länger aufhalten lassen. Das Sollen setzt nicht nur das Können voraus. Wer kann, der muss. (faz.net)
    • 23.02.2019:  Der ehemalige Bischof von Trier, Kardinal Marx: "Akten der furchtbaren Taten vernichtet: Der deutsche Kardinal Reinhard Marx hat beim Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ein Ende der Geheimniskrämerei um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gefordert. Offen prangerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag auch Vertuschung und Machtmissbrauch an: "Akten, die die furchtbaren Taten dokumentieren und Verantwortliche hätten nennen können, wurden vernichtet oder gar nicht erst erstellt." Nötig seien nun Fakten und Offenheit. (dpa)
    • 22.02.2019: Papst Franziskus hat einen 21-Punkte-Plan zum Thema Missbrauch vorgelegt. Diese Auflistung soll im Vatikan diskutiert werden. Darin heißt es u.a.: Festlegung spezifischer Vorgehensweisen, wie Vorwürfe gegen Bischöfe zu behandeln sind, Sicherstellen, dass Priester und Bischöfe, die sich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig gemacht haben, den Dienst aufgeben,  Seelsorgerische Begleitung der Gemeinden, deren Kleriker straffällig geworden sind. Für die Täter Wege der Buße und der Genesung erarbeiten. Opfer begleiten und ihnen die nötige Hilfe anbieten. Die wichtigsten Vorschläge im Überblick auf "tagesschau.de".
    • 22.02.2019: Odenwaldschule: Bis zu 900 Opfer.  An der hessischen Odenwaldschule sind mehr Schülerinnen und Schüler sexuell missbraucht worden als bisher angenommen. Das geht aus zwei Studien hervor, die nun in Wiesbaden vorgestellt wurden. Bis zu 900 Jugendliche wurden demnach an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht. Bislang war von mehr als 130 missbrauchten Schülerinnen und Schülern die Rede. (spiegel.de)
    • 22.02.2019: Die Trierer Opfervereinigung MissBit kritisierte den Kirchenkongress als „Aufmerksamkeitsmanöver“, mit dem der Vatikan die Kontrolle über das Thema behalten wolle. „An konkreten Ergebnissen erwarten wir eigentlich nichts mehr“, sagte MissBit-Sprecher Thomas Schnitzler. Seit zehn Jahren befassten sich auch die Bischofskonferenzen mit dem Thema  – „und herausgekommen ist nichts“, sagte Schnitzler, der als Kind von einem Priester in Trier missbraucht wurde. Der von MissBit zuletzt scharf kritisierte Trierer Bischof kündigte an, die Opfer bei allen Maßnahmen, zu denen sich die Bischöfe verpflichtet hätten, einzubeziehen. Er selbst habe seit vielen Jahren Kontakt mit Betroffenen (??? Anmerk. ca) – „im persönlichen Gespräch, brieflich und telefonisch“, sagte Stephan Ackermann. Die Opferinitiative hatte unlängst kritisiert, dass nicht mit den Betroffenen über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals  gesprochen werde. (volksfreund.de)
    • 22.02.2019: Missbrauchsprävention bleibt ein Flickenteppich: Jede Diözese bestimmt  selbst, wie sie Prävention auf ihrem Gebiet umsetzt. Das führt zu sehr unterschiedlichen Regelungen, etwa, in welchem Umfang Priester geschult werden. Für den Mannheimer Psychiater Harald Dreßing, der die MHG-Studie federführend betreut hat, ist das ein Hauptkritikpunkt: "Wesentlicher Anlass für die Einführung von Präventionsprogrammen in der katholischen Kirche war ja, dass geweihte Priester Kinder missbraucht haben und Priester das vertuscht haben. Die Präventionsarbeit müsste sich deshalb viel stärker an die Gruppe der Kleriker wenden", sagt er im Gespräch mit katholisch.de. Allerdings leistenen Priester laut der MHG-Studie erheblichen Widerstand gegen Missbrauchsvorsorge. Präventionsarbeit werde "aus einer klerikalen Machthaltung und einem klerikalen Amtsverständnis heraus teilweise behindert". Grund sei die Angst vor einem Generalverdacht gegen Priester. Nur 15 der 27 Bistümer werten ihre Präventionsarbeit aus - durch Befragung von Kursteilnehmern. Nur 4 Bistümer untersuchen die tatsächliche Effizienz ihrer Präventionsmaßnahmen. (katholisch.de)
    • 21.02.2018: Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche haben die Bistümer Limburg, Fulda und Mainz Unterlagen der Justiz übergeben. In den Listen werden insgesamt 266 potenzielle Tatverdächtige genannt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mitteilte. „Ob gegen sie ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist zu prüfen“, sagte Sprecher Alexander Badle. Die Akten „enthalten sämtliche in den Bistümern dokumentierten Fälle, mithin auch solche, die nicht in die Zuständigkeit einer hessischen Strafverfolgungsbehörde fallen“. (faz.net)
    • 21.02.2019: Bistum Limburg / Bistum Bamberg:  Die Staatsanwaltschaft Marburg hat das Strafverfahren gegen einen katholischen Priester aus Mittelhessen eingestellt. Der Mann soll einen Jungen über Jahre hinweg schwer sexuell missbraucht haben.   Nach dem Tod seiner Mutter kommt das zehnjährige Opfer zu dem Pfarrer, der gleichzeitig ein Verwandter ist, nach Mittelhessen. Dort lebt der Junge von 1986 bis 1993 - und wird mehrfach missbraucht, sogar vergewaltigt. Nach dem Abitur sei das Opfer nach München gezogen, habe sich dort schließlich der besten Freundin seiner Mutter anvertraut und den Fall schließlich auch dem Bistum Limburg gemeldet. Dort bekommt er nach eigenen Angaben psychologische Betreuung. Von einer Anzeige gegen den Priester sei ihm damals abgeraten worden... (op-marburg.de)
    • 20.02.2019: Ein weiterer Skandal im Erzbistum Köln: In einer katholischen Kita sollen Kinder  mehrfach von Fünfjährigen missbraucht worden sein: Als Folge müssen jetzt müssen die mutmaßlichen Opfer die Einrichtung verlassen. Einer der Beteiligten: das Kölner Erzbistum. Denn Träger der Kita ist die katholische Kirche. Und die hat, weil der Streit um den richtigen Umgang mit den Vorfällen seit dem Herbst ausgeufert ist, den zwölf Kindern und ihren Eltern jetzt gekündigt. (spiegel.de)
    • 20.02.2019: Der ehemalige Trierer Generalvikar Bätzing - der u.a. während seiner Zeit in Trier zu den Verantwortlichen in der "causa Freisen" gehörte - sagt, bei Missbrauchsfällen habe die Kirche „lange Jahrzehnte den verkehrten Blick eingenommen“ und gefragt, ob diese der Kirche schaden oder wie man mit Tätern umgehen müsse. Die Perspektive der Opfer sei vernachlässigt worden: „Wir haben nicht gesehen, dass Menschen so verwundet, so verletzt sind, dass sie oft ihr Leben gar nicht in den Griff kriegen.“ Inzwischen habe sich die Sichtweise der Kirche geändert. (kirche-und-leben.de)
    • 20.02.2019: Bischof Ackermann sagt, es sei auch zu spüren, dass in der katholische Kirche in Deutschland "die Nervosität steige". Die Bischöfe spürten den hohen "Druck" und die "Aggression", die beim Thema Missbrauch gegenüber der Kirche herrsche. Nur so sei es auch zu erklären, dass sich zuletzt Bischöfe in der Öffentlichkeit mit sehr unterschiedlichen Ideen und Lösungsansätzen zu Wort gemeldet hätten. Das sei "ein bisschen wie ein Hühnerhof", kritisierte Ackermann. (domradio.de)
    • 20.02.2019: Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Triers Bischof Stephan Ackermann, sieht "Machtmissbrauch" als wesentlichen Grund für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche an. Dies sei aus seiner Sicht "der Knackpunkt", wenn man nach "systemischen Ursachen" frage, sagte der Bischof am Dienstagabend bei einem Podiumsgespräch in Frankfurt am Main.  (katholisch.de)
    • 19.02.2019:  Erzbistum Köln:  In einer katholischen Kita im Kölner Westen, dessen Träger das Erzbistum Köln  ist,  ist es wiederholt zu schweren sexuellen Übergriffen zwischen Kindern gekommen. Das wurde im November 2018 bekannt. Nun hat das Bistum den Eltern der betroffenen Kinder Hausverbot erteilt - und will die Kinder ab März nicht mehr betreuen.  (rp-online.de)
    • 17.02.2019: Der Trierer Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der DBK ist davon überzeugt, dass es keine einheitliche Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs für die katholische Kirche  in Deutschland insgesamt geben kann. Dies müsse bistums- oder ordensspezifisch geschehen.  Abstruserweise behauptet Ackermann, dass es aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt wäre, wenn Papst Franziskus es mit seiner Autorität schaffe, die Bischöfe zu verpflichten, sich dem Thema Missbrauch "opferorientiert" zu stellen. (domradio.de). 
    • 15.02.2018: Bistum Münster: Bischof Genn fühlt sich beim Thema Missbrauch oft ohnmächtig. Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und kirchliche Mitarbeiter - das ist ein Thema, das Münsters Bischof Felix Genn sichtlich bewegt. Vor dem Diözesanrat des Bistums Münster sprach der Bischof am Freitag ausführlich und mit großer persönlicher Betroffenheit darüber. Nach Gesprächen mit Opfern sei er „fertig“, bekannte der Bischof. Die katholische Kirche dürfte nicht als erstes Ziel verfolgen, wieder gut da zu stehen und gerettet zu werden, betonte Genn. „Wir haben erstmal eine Leidensgeschichte mit Menschen, die tief verletzt worden sind.“ Hier sei ein Stück Leidensweg mitzugehen. (Kirche-und-leben.de)
    • 14.02.2019: Bistum Trier / Koblenz: Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat neue Ermittlungen auf Basis der bundesweiten Studie über sexuellen Missbrauch katholischer Kleriker an Kindern und Jugendlichen abgelehnt.  Die Anzeige gegen unbekannt erhalte keine tatsächlichen Angaben zu bestimmten aufzuklärenden und noch verfolgbaren Straftaten“, teilte Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer am Donnerstag mit. Professor Putzke teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Die Begründung der Generalstaatsanwaltschaft ist in mehrfacher Hinsicht grob fehlerhaft.“ Dabei bezog er sich unter anderem auf die noch laufenden staatsanwaltlichen Prüfungen: „Entweder es gibt einen Verdacht, dann ist die an die Bistümer gerichtete Bitte um Vorlage sämtlicher den Geschäftsbereich betreffenden Verdachtsfälle rechtens, oder es gibt keinen, dann hat die Staatsanwaltschaft die Bistümer in Ruhe zu lassen. Beides geht nicht.“ (focus.de)
    • 14.02.2019: Im Bistum Trier demonstriert "MissBiT" gegen den  Umgang von Bischof Ackermann mit den Betroffenen. Bischof Ackermann äußert zur der Protestaktion im Vorbeigehen lapidar: "Die Themen sind ja bekannt." Bistumssprecherin Judith Rupp behauptet:  „Wir überlegen noch, wie die Aufarbeitung gehen kann“. Außerdem sei Bischof Ackermann die Aufarbeitung unter Einbeziehung der Betroffenen sehr wichtig.  (MissBiT-Blog)
    • 14.02.2019: Erzbistum Freiburg: Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Kirchenmitarbeiter. In der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach im Landkreis Waldshut soll es einen neuen Fall von Missbrauch gegeben haben.  Das ist allerdings nicht der einzige Fall von Missbrauch in der Seelsorgeeinheit Bonndorf, den die Kirche nun aufklären muss. Hertl bestätigt, dass jetzt ein weiterer Fall aus den 80er Jahren angezeigt wurde. In diesem werden insgesamt vier Personen des Missbrauchs beschuldigt, darunter ist auch ein Priester. Der Fall ist zwar aus rechtlicher Sicht verjährt. Das erzbischöfliche Ordinariat hat die externe Missbrauchsbeauftragte mit der Aufklärung des Falles beauftragt. (swr.de)
    • 14.02.2019: Koordinator der Missbrauchsstudie: Bischöfe tun zu wenig. Der Koordinator der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Missbrauchsstudie, Harald Dreßing, vermisst konkrete Konsequenzen der katholischen Kirche aus der Untersuchung. „Es macht mich ein bisschen nervös, wie viel gesprochen wird und wie wenig sich tut“, sagte Dreßing am Mittwochabend in Frankfurt. Seit Veröffentlichung der Studie im September seien schon vier Monate vergangen. Er könne aber „wenig bis fast gar nichts“ an „feststellbaren“ Veränderungen der Strukturen der katholischen Kirche entdecken. Dreßing sagte erneut, dies sei nur „die Spitze des Eisbergs“.(kirche-und-leben.de)
    • 14.02.2019: Bistum Münster / Rhede: Drei Abende zur Aufarbeitung: zwei Filmvorführungen und eine Diskussion. Aufarbeitung auf münsterisch. (kirche-und-leben.de)
    • 12.02.2019: Die Aktion „Maria 2.0“ in Münster wehrt sich gegen Missbrauch und Ausgrenzung von Frauen: Zu einem „Kirchenstreik“ vom 11. bis 18. Mai rufen engagierte Frauen aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster auf. „Anlass ist das Grauen des Missbrauchs, das immer mehr sichtbar wird, und die andauernde Ausgrenzung von Frauen in der Kirche". In ihrem offenen Brief an Papst Franziskus schreiben sie u.a. "Wir stehen fassungslos, enttäuscht und wütend vor dem Scherbenhaufen unserer Zuneigung und unseres Vertrauens zu unserer Kirche. Darum fordern wir, wie schon viele vor uns : - kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten ge­duldet oder vertuscht haben. (kirche-und-leben.de)
    • 11.02.2019: Bistum Münster: „Auch, wenn uns der sexuelle Missbrauch durch Kaplan Heinz Pottbäcker fassungslos zurücklässt, so ist es doch wichtig, dass wir darüber ins Sprechen kommen.“ Das hat der Pfarrer der Heilig Geist Gemeinde in Bockum-Hövel, Robert Winschuh, am 8. Februar betont. Winschuh stellte bei einem Gespräch im Pfarrbüro am Pankratiusplatz gemeinsam mit Pastoralreferentin Mechthild Möller die Maßnahmen vor, die die Pfarrei bereits in diesem Sinn auf den Weg gebracht hat und auch diejenigen, die noch geplant sind. (bistum-muenster.de)
    Was für eine irrsinnige Formulierung! Gerade WEIL der sexuelle Missbrauch ... fassungslos  zurücklässt, muss man ins Gespräch kommen!  Und dies sollte inzwischen eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn diese Münsteraner Offensive lediglich bedeutet, dass das Bistum sich dazu bereiterklärt, darüber sprechen zu wollen,  wäre dies ein weiterer trauriger Beleg dafür, wie wenig sich in den letzten 9 Jahren geändert hat bzw. dass vor den Betroffenen noch ein weiter und anstrengender Weg liegt. / ca
    • 11.02.2019: Im Bistum Münster wurde die Stelle eines Interventionsbeauftragten geschaffen. Die Stelle wird besetzt mit dem langjährigen Justitiar des Caritasverbandes für die Diözese Münster. Worin sich seine Funktion von den bisherigen Ansprechpartnern des Bistums Münster genau unterscheidet, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. (bistum-muenster.de)
    • 11.02.2019: Klaus Pfeffer, Generalvikar im Bistum Essen, sprach am Wochenende in Würzburg auf einer theologischen Fachtagung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche über "Die un-heilige Wirklichkeit der Kirche als theologische Erkenntnisquelle -Vom Hinhören und Hinsehen auf die Leidensgeschichten von Menschen in und mit der Kirche". Neben Pfeffer haben sich auf der Tagung rund 140 Fachleute aus Deutschland, Österreich und Lichtenstein mit der Missbrauchskrise und den Konsequenzen für die Kirche und die katholische Theologie beschäftigt.
      Pfeffer: "Ich ringe um Worte. Ich spüre meine Wut, weil mir so viele weitere Leidensgeschichten einfallen. In welche schrecklichen Situationen werden Menschen in unserer Kirche hineingetrieben; welch eine Verlogenheit wird da teilweise provoziert? Und wohin kann das im schlimmsten Fall am Ende führen? Mir fällt nur eine Antwort auf die Frage des Moderatorsein: „Diese Leidensgeschichten müssen an die Öffentlichkeit! Schonungslos. Sie müssen erzählt und gehört werden! Damit das ‚System‘ aufgedeckt wird, das Leben zerstört und das nichts mit dem zu tun hat, wozu Jesus von Nazareth Menschen hinführen will.“ Andreas Kruse, der Heidelberger Gerontologe und Biographieforscher, der dem Forschungskonsortiums der MHG-Studie angehört, hat bei der Vorstellung der Studie in Essen auf ein zentrales Anliegen der Studie aufmerksam gemacht: Es geht darum, auf die Betroffenen zu hören und die Leidensgeschichten aufmerksam wahrzunehmen, die in unserer Kirche möglich geworden sind."  (bistum-essen.de)

    • 10.02.2019:  Laut dpa-Umfrage haben inzwischen alle bayerischen Bistümer die Personalakten, die der Studie zugrunde lagen, an die Behörden weitergegeben, damit mutmaßliche Täter strafrechtlich verfolgt werden können. Absehbar ist aber bereits jetzt, dass nur ein Bruchteil der Fälle verfolgt wird. Die Staatsanwaltschaft Würzburg prüft nach Angaben eines Sprechers derzeit 15 "konkrete, etwaig strafbare" Vorgänge. Weitere Verfahren seien angekündigt. Die Staatsanwaltschaft Regensburg führt Vorermittlungen in weniger als zehn Fällen. Das Bistum Augsburg hat Unterlagen über 85 Beschuldigte und 165 Betroffene weitergeleitet. Mindestens 38 Beschuldigte seien aber schon tot, sagte der Sprecher der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Ruhland. 13 weitere konnten "aufgrund der Schilderungen der Opfer nicht namentlich ermittelt werden", wie ein Sprecher der Diözese sagte. Die Diözese Passau hat der Passauer Staatsanwaltschaft nach Angaben eines Justizsprechers Unterlagen zu ihren 28 Fällen aus der Studie und zu einem jüngeren Verdachtsfall zur Verfügung gestellt. In drei weiteren Fällen wurden die Ermittlungen nach Angaben der Diözese eingestellt. Auch die Bistümer Bamberg und Eichstätt haben den zuständigen Staatsanwaltschaften ihre Unterlagen übergeben. (br.de)
    • 09.02.2019:  Regensburg / Passau: Nach Strafanzeige von Juristen werden Akten der Bistümer Passau und Regensburg durchforstet. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau bestätigte, sind die Unterlagen des Bistums bei der Behörde eingegangen. "Von der Diözese wurden die Unterlagen zu den 28 Fällen, die in die MHG-Studie Eingang gefunden haben, sowie Unterlagen zu einem Verdachtsfall aus neuerer Zeit zur Verfügung gestellt", sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler. Hintergrund ist die Ende September veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz, die den systematischen Missbrauch in der katholischen Kirche nach 1946 aufzeigt.  (plus.pnp.de)
    • 09.02.2019: In Rom beraten die Bischöfe der Welt diesen Monat über die Lehren aus dem Missbrauchsskandal. Doch nicht einmal in Deutschland sind sich die Hirten einig, was zu tun ist.  Der Mainzer Bischof Kohlgraf in einem Interwiew, welches die katastrophale Zerrissenheit der deutschen Bischöfe demonstriert und dokumentiert. (zeit.de)
    • 08.02.2019: Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße fordert, Versagen früherer und heutiger Amtsträger bei Missbrauchsfällen in der Kirche konkret zu benennen. „Dort, wo die Verantwortlichkeiten klar sind, müssen wir dazu stehen“, sagte Heße der Katholischen Nachrichten-Agentur. Heße, der zuvor Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln war, sagte, bei der dortigen Aufarbeitung werde auch sein Wirken untersucht. „Damals haben wir im Kreis der Verantwortlichen versucht, alle Probleme gut zu bewältigen. Ob unser Handeln nach heutigen Maßstäben das Beste war, wird sich zeigen.“ (kirche-und-leben.de)
    • 07.02.2019: Erzbistum München-Freising: Die Münchner Staatsanwaltschaft geht Missbrauchsvorwürfen gegen rund 100 katholische Priester des Erzbistums München aus den vergangenen Jahrzehnten nach. Nach den Worten des Leitenden Oberstaatsanwalts, Hans Kornprobst, hat die Kirche den Ermittlern entsprechende Akten zur Verfügung gestellt. Nun müsse geprüft werden, inwieweit bei diesen Personen verfolgbare Straftaten vorliegen. (br.de)
    • 06.02.2019: Missbrauch im Bistum Speyer: auch weibliche Verdächtige. Bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche hat das Bistum Speyer auch Vorkommnisse mit weiblichen Verdächtigen untersucht. "Von den 106 Fällen, die schon von unseren Missbrauchsbeauftragten bearbeitet wurden, richtete sich der Verdacht in elf Fällen gegen Frauen", sagte ein Bistumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Konkret seien dies sieben Ordensschwestern, drei Erzieherinnen und eine Lehrerin gewesen. Bei den Verdachtsfällen gegen Ordensfrauen liegen die vermutlichen Tatzeitpunkte zwischen 1948 und 1965 - Ermittlungen sind daher wegen Verjährung hinfällig. Die Verdachtsfälle, in denen die drei Erzieherinnen und eine Lehrerin beschuldigt wurden, wurden im Zeitraum seit 2012 angezeigt.
    • 03.02.2019:  Bistum Regensburg: Zufallsfund mit Folgen: Bereits 2017 hatte eine Haushälterin  in der Abwesenheit eines Pfarrers beim Aufräumen eine Aktentasche mit einschlägigen Fotos in einem Schrank im Pfarrhaus gefunden. Darunter waren "einige wenige" strafrechtlich relevante Exemplare von Jugendpornografie im "untersten Bereich", wie Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer sagt. Das Verfahren ist in dieser Sache schon vor einem Jahr eingestellt worden: Weil die zu erwartende Strafe im Fall einer anderweitigen Verurteilung nicht ins Gewicht gefallen wäre. Bei der jetzt erfolgten Verurteilung (8 Monate auf Bewährung)  ging es unrechtsgemäße Fahrtkostenabrechung des Pfarrers. Das Kirchenrechtsverfahren in Rom läuft noch.   Interessant: Der zuständige Präfekt war bis 2017 der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. (onetz.de)
    • 31.01.2019: Neuer Missbrauchsfall im Bistum Limburg: Das Bistum Limburg kommt nicht zur Ruhe. Beinahe im Wochenrhythmus treten dort neue Fälle von möglichem sexuellem Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen zutage. Demnach hat sich ein Gemeindereferent aus einem nicht näher benannten „Dorf im Taunus“ an zwei 16 und 18 Jahre alten Mädchen vergangen. Eine dritte junge Frau sei dem Missbrauch entgangen, weil sie sich ersten Annäherungsversuchen des Mannes während einer Jugendfreizeit durch die sofortige Abreise entzogen habe.  Er war laut Schnelle als Laie in der Seelsorge und der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Erzbistum Bamberg Ende Dezember Strafanzeige gegen einen ehemaligen Priester des Bistums Limburg gestellt hatte. Der Beschuldigte soll von 1986 bis 1993 einen minderjährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben. Die Taten sollen im Bistums verübt worden sein. (fr.de)
    • 31.01.2018: Erzbistum München-Freising: Diakon erhält Bewährungsstrafe für Vergewaltigung einer 15-jährigen Messdienerin: Auf einem Ministrantenausflug am 1. Mai 2018 in Nürnberg vergewaltigte der  Diakon ein 15-jähriges Mädchen. Das Mädchen hat seit der Tat schwere psychische Probleme und befindet sich in einer psychiatrischen Klinik. Das Gericht verlässt der Diakon jedoch als freier Mann, verurteilt zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs Jugendlicher. Derweil bestätigt das Erzbistum weitere Übergriffe des Mannes. Nachdem die Vorwürfe gegen den Diakon vergangenes Jahr laut wurden, meldeten sich zwei weitere Opfer. Sprecherin Bettina Göbner vom Erzbistum bestätigt einen sexuellen Übergriff sowie einen Fall von körperlicher Gewalt. Die Beleidigung auf sexueller Basis datiert aus dem Jahr 1999 und wurde laut Staatsanwältin Anne Leiding wegen Verjährung eingestellt. (sueddeutsche.de)
    • 31.01.2019:  Das Bistum Essen hat die Personalakten von 60 Priestern aus dem Ruhrgebiet und Südwestfalen an die Essener Staatsanwaltschaft übergeben. Dort werden sie auf „verfolgbare Straftaten“ überprüft, wie Oberstaatsanwältin Anette Milk auf Anfrage mitteilte. Die Kleriker stehen im Verdacht, zwischen 1946 und 2014 im Bistum Essen 85 zumeist minderjährige Opfer sexuell missbraucht zu haben. Die mutmaßlichen Täter waren bei den Recherchen für die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche identifiziert worden. 41 der 60 verdächtigen Priester aus dem Bistum blieben bislang straf- und kirchenrechtlich unbehelligt. Strafrechtlich verurteilt wurden nur elf Priester. „Wir prüfen derzeit, ob sich in den Akten Hinweise auf Straftaten ergeben, ob sie verjährt sind und ob der Beschuldigte noch am Leben ist“, sagt Oberstaatsanwältin Milk. Sollte man fündig werden, könnten weitere Beschuldigte vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Nach Auskunft von Bistumssprecher Ulrich Lota seien die „allermeisten schon tot“. (wa.de)   
    • 31.01.2019: Erzbistum München-Freising: Prozessauftakt: Diakon soll Messdienerin vergewaltigt haben. Am Amtsgericht München beginnt heute ein Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Diakon der katholischen Kirche. Der 66-Jährige soll im Mai vergangenen Jahres eine minderjährige Messdienerin bei einem Ausflug zu einem Ministrantentreffen in Nürnberg missbraucht haben.  Wie das zuständige Erzbistum München und Freising mitteilte, sind inzwischen weitere Vorwürfe gegen den Mann laut geworden. So soll es einen zweiten Fall sexuellen Missbrauchs gegeben haben und einen weiteren «von körperlicher Natur», wie eine Sprecherin sagte - ein Gewaltdelikt. (welt.de)
    • 29.01.2019: Bistum Erfurt: Das Bistum Erfurt lässt im Zuge seiner Missbrauchsaufarbeitung zusätzliche Akten in umfangreicherem Maße von einem unabhängigen Juristen überprüfen. Bischof Ulrich Neymeyr beauftragte den 71 Jahre alten pensionierten Oberstaatsanwalt Franz Trost aus Fulda, alle über die Personalakten hinausgehenden Akten mit personenbezogenen Angaben zu Geistlichen zu analysieren, wie die bischöfliche Pressestelle am Dienstag mitteilte. Dabei handelt es sich um sogenannte Nebenakten der Personalverantwortlichen, insgesamt 30 Ordner. Sie enthalten Materialien, die keinen Eingang in die Personalakte gefunden haben, etwa Beschwerdebriefe, Bittgesuche, Protokolle, Durchschläge, Schriftverkehr, Gesprächsnotizen. Was in die Nebenakte und was in die Personalakte Eingang findet, entscheidet jedes Bistum selbst. Die Personalakten waren bereits im Zuge der im September veröffentlichten Studie der Deutschen Bischofskonferenz über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker erfasst worden. (faz.net)

    • 26.01.2019: Bistum Münster: Heinz Pottbäcker war wohl nicht der Einzige. So wie der pädophile Kaplan soll sich zur etwa gleichen Zeit auch in einem anderen Stadtteil Hamms ein katholischer Geistlicher an Kindern vergangen haben Eines der mutmaßlichen Opfer dieses Pfarrers vertraute sich vor wenigen Tagen der "WA" an. Die heute 67-jährige Frau hatte die Pottbäcker-Berichterstattung im WA verfolgt. Vier von dessen Opfern aus Hamm hatten sich seit November 2018 an die Redaktion gewandt. nderen Stadtteil Hamms ein katholischer Geistlicher an Kindern vergangen haben. Die Hammerin ist sich sicher, dass der Pastor zu jener Zeit auch noch weitere Mädchen missbraucht hat. Dies bestätigt zu bekommen, würde die Verarbeitung des eigenen Schicksals erheblich erleichtern, entsprechend hofft sie darauf, dass sich nun weitere Opfer melden werden. (wa.de)
    • 25.01.2019: Bistum Münster: Pfarrer kritisiert Bistumsleitung. Jahrzehntelang ist in der katholischen Kirche über die Missbrauchsfälle weitgehend geschwiegen worden. Doch mittlerweile trauen sich immer mehr Geistliche, das damalige Verhalten zu verurteilen. Deutliche Worte fand jetzt ein Pfarrer aus dem Landkreis Vechta - und er machte dabei auch vor der Spitze des Bistums in Münster nicht halt. (ndr.de) / Die St.-Viktor Kirchenausschuss-Mitglieder Werner Quebbemann, Kurt Grefenkamp und Rainer Grote unterstützen seine Kritik an der Bistumsleitung sowie an den Pfarrern Bernhard Janzen und Heinz Pottbäcker. Zumdohme hatte bei der Gemeindeversammlung am Dienstag offen über die Vergangenheit gesprochen. Sowohl Janzen als auch Pottbäcker wird Missbrauch zur Last gelegt; beide sind mittlerweile verstorben. Janzen war bis 1972 in der Kirchengemeinde Neuenkirchen. Pottbäcker wurde 1992 nach Neuenkirchen versetzt. Eine rückhaltlose Aufarbeitung sei unbedingt notwendig, forderten die drei Neuenkirchener Kirchenausschuss-Mitglieder nun übereinstimmend. (oldenburgische-volkszeitung.de)
    • 25.01.2019: Bistum Würzburg: Die Diözese Würzburg hat einen Pfarrer im Ruhestand bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angezeigt. Der Beschuldigte soll in der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre einen Jugendlichen sexuell missbraucht haben. Im Zuge der Berichterstattung zur Studie über sexuellen Missbrauch durch Kleriker hatte sich der Betroffene beim Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg, Thomas Förster, gemeldet. Nach Prüfung durch Förster hat die Diözese am 14. Januar die Strafanzeige gegen den Priester der Diözese Würzburg gestellt. Die Anzeige erfolgte in Bamberg, da dort derzeit bereits weitere Akten beschuldigter Kleriker der Diözese Würzburg geprüft werden. (br.de)
    • 25.01.2019: Im Bistum Münster droht für 2018 ein neuer Höchststand bei den Kirchenaustritten. Eine Stichprobe von „Kirche-und-Leben.de“ bei Amtsgerichten und Standesämtern ergab, dass 2018 die Zahl der Kirchenaustritte zum Teil um mehr als 50 Prozent gestiegen ist. (kirche-und-leben.de)
    • 25.01.2019: Noch immer gibt es keine wirkliche Transparenz in der Aufklärung der Missbrauchs-Fälle in der katholischen Kirche. Transparenz geht anders. Noch immer rennt man, allen Versprechungen zum Trotz, vor die Mauern der Institution Kirche, wenn man zum Thema Missbrauch Informationen erfragt. Schützt man immer noch die Täter?  Die Bischöfe müssen endlich die Opfer in den Blick nehmen. Die bisherige Praxis, Namen und Orte nur dann zu bestätigen, wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht, ist unwürdig. Sie ist unwürdig gegenüber den Opfern. Und sie ist unwürdig gegenüber der christlichen Morallehre. Ein Kommentar von Monika Willer. (wp.de)
    • 25.01.2019: Der Freiburger Erzbischof Burger sagt, er hoffe, dass die große Koalition das Opferentschädigungsgesetz von 1985, wie angekündigt, reformiere. Dies böte die Gelegenheit, mehr Gerechtigkeit zu ermöglichen. Sonst blieben Zahlungen vom Willen Einzelner oder auch der finanziellen Situation der jeweiligen Diözesen abhängig,. Der Freiburger Erzbischof hatte nach Bekanntwerden der Missbrauchsstudie seine Kirche zur Aufarbeitung aufgerufen und eine Kommission «Macht und Missbrauch» mit externen Experten eingerichtet. Diese treffe sich alle zwei Wochen, sagte Kommissionsmitglied Magnus Striet. Jedem einzelnen Fall und jedem Vorwurf werde nachgegangen. Zudem habe die Diözese alle Personalakten der Staatsanwaltschaft übergeben. Diese prüft nun, ob gegen Kirchenverantwortliche ermitteln werden soll und welche Taten verjährt sind, sagte eine Sprecherin der Behörde. Dies werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Die bisherige Aufarbeitung nannte Burger «in keiner Weise ausreichend» Die Kirche müsse weitere Konsequenzen ziehen und Verantwortliche sowie Fehler klar benennen.   (suedkurier.de)
    • 24.01.2019: „Ein Rätsel“ ist für den Münsteraner Bischof Genn, dass der 2007 verstorbene Münsteraner Bistumspriester Heinz Pottbäcker auch nach einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern mehrfach versetzt wurde. Dem WDR sagte Genn: „Wenn ich es zu verstehen suche, dann kann ich mir das nur so vorstellen, dass die gesagt haben: Der hat seine Strafe abgebüßt wie jeder andere Täter auch. Jetzt kann er wieder resozialisiert werden.“ Daran könne man jedoch erkennen, dass das Ausmaß des „Phänomens Pädophilie überhaupt nicht erkannt worden ist“. (kirche-und-leben.de) Seit Bekanntwerden des Falls sind nach Angaben des Amtsgerichts Borken 530 Katholiken im Kreis Borken aus der Kirche ausgetreten, ein rasanter Anstieg.   Bischof Felix Genn macht dafür seinen Vorgänger, den verstorbenen Bischof Reinhardt Lettmann, verantwortlich: "Ich stehe bei jedem Fall vor einem Erschrecken", sagt Bischof Genn. "Wie kann das möglich sein, dass Priester, die sich haben ausbilden lassen, die einen ganz besonderen Weg der Reifung gegangen sind, dann trotzdem so was tun? Das ist für mich auch ein Stück Geheimnis des Bösen." (wdr.de)
    • 24.01.2019: Johannes-Wilhelm Rörig: "Der Umgang mit Betroffenen sexueller Gewalt aus dem katholischen Kontext muss unbedingt verbessert werden. Bisher wurden Betroffene oft als Bittsteller gesehen. Betroffene müssen in Zukunft im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen, die Aufarbeitung auch selbst mitgestalten können." Ende Dezember hatte Rörig die bundesweite Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Diese fordert jetzt darüber hinaus klare Zugangsbefugnisse zu Akten und Archiven sowie Standards zur Beteiligung von Betroffenen bei der Aufarbeitung und Entschädigung. Rörig weist im BR-Interview darauf hin, dass es immer noch Widerstände und Zögern in den Bistümern gibt. (br.de)
    • 23.01.2019: Bistum Würzburg / Bistum Trier:  Der ehemaliger Trierer Priesterseminarist X. rückt erneut in den Fokus. Der Ruhestandspriester, der sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierte, suchte den Beschreibungen zufolge die Nähe zu teilweise minderjährigen männlichen Asylbewerbern. Er soll ihnen über Arm und Rücken gestreichelt und per Handy Nachrichten geschrieben haben wie: "Ich habe Sehnsucht nach dir!" oder "Ich vermisse dich" - versehen mit Kuss-Emojis und Herzchen. Gezielt habe der Mann Kontakt zu Asylbewerber-Familien mit Kindern aufgenommen, Wohnungen für sie gesucht. Auch soll er großzügige Geschenke verteilt haben.  - Hinzu kommt: Es soll einen weiteren, noch älteren Vorfall geben. Ein Mann beschuldigt den Ruhestandespriester eines massiven Übergriffs Ende der 1980er Jahre - ebenfalls im Stift Klosterneuburg. Damals war der Betroffene Anfang 20. Es gibt bereits alte Vorfälle - über die diese Redaktion mehrfach berichtet hat. (mainpost.de) / 
    • 23.01.2019: Das Bistum Münster ist derweil damit beschäftigt, die Scherben des jahrzehntelangen Vertuschungs- und Versetzungsskandals aufzukehren, der im November in Rhede publik wurde – wie ausführlich berichtet – und dem die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung jetzt eine komplette Seite widmete. Der Fall des 2007 verstorbenen pädokriminellen Kaplans und späteren Pfarrers Heinz Pottbäcker, der 1967 in Waltrop erstmals straffällig wurde, vorbestraft war, mehrfach therapiert und ermahnt und dann zwischen Münsterland (Bösensell, Rhede) Ruhrgebiet und Niederrhein verschoben und versteckt wurde, soll, glaubt man dem Bistum Münster, exemplarisch aufgearbeitet werden. Auch der ehemalige Bischof von Trier, Hermann Josef Spital, gehörte als damaliger Generalvikar zu den Verantwortlichen. (wn.de)
    • 23.01.2019:  Im Bistum Speyer bietet Bischof Karl-Heinz Wiesemann jedem einzelnen von sexuellem Missbrauch Betroffenen ein Gespräch unter vier Augen an. Aber nicht jeder möchte mit dem Bischof sprechen. Die ersten Einladungen sind bereits verschickt.  Einige der 87 hätten allerdings schon vorab deutlich gemacht, dass sie an einer solchen Unterredung kein Interesse hätten. (domradio.de) (welt.de)
    • 23.01.2019: Wunsch eines Aufarbeitungs-Experten: Ein Staats-Kirchen-Vertrag zur Missbrauchs-Bekämpfung: Der Münchner Sozialpsychologe Heiner Keupp sprach sich für weitere und tiefergehende Untersuchungen des Problems in jedem einzelnen Bistum aus. Die Mängel der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September 2018 veröffentlichten Studie seien nicht von den Wissenschaftlern zu verantworten, sondern hingen mit der eingeschränkten Auftragsvergabe zusammen. Opfer sexuellen Missbrauchs würden durch die Kirche nach wie vor nicht ausreichend unterstützt. Keupp weiter:  „Wir werden nicht um klare Untersuchungsaufträge herumkommen, die auch zu Namen führen“, sagte Keupp. Diese würden bisher nur von den Betroffenen geliefert. Die Dinge müssten „bis in die letzte Fuge hinein“ untersucht werden. Keupp hat seit 2010 mit seinem Team sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige in mehreren Institutionen untersucht, darunter das bayerische Kloster Ettal und die hessische Odenwaldschule. Gegenwärtig ist er mit Vorkommnissen im Bistum Hildesheim befasst. (kirche-und-leben.de)
    • 22.01.2019: Mittäter in den eigenen Reihen:  Die Studie hat nur Licht in das in Akten dokumentierte Hellfeld gebracht. Das Dunkelfeld wiederum besteht nicht nur aus Tätern, von denen sich in den Akten keine Spuren finden, und Betroffenen, von denen manche doch noch ihre Sprache wiederfinden. Die Dritten im Bunde sind Bischöfe, Generalvikare und Personalchefs, die bis in die Gegenwart hinein den Schutz der Institution über den Schutz von Kindern und Jugendlichen stellten. Viele Verantwortungsträger sind verstorben. Aber nicht wenige leben noch und haben – bis auf Bode (Osnabrück) und Wanke (Erfurt) – nichts zu sagen. In Frankreich müssten sie sich, wie der Lyoner Erzbischof Barbarin, vor Gericht verantworten. Hierzulande werden sie durch staatliches Recht geschützt – und durch ihre Nachfolger gedeckt. (faz.net)
    • 21.01.2019: Bistum Limburg / Bistum Bamberg: Ein möglicher neuer Fall von sexuellem Missbrauch erschüttert das Bistum Limburg. Als mutmaßliche Mitwisser geraten ehemals Verantwortliche des Bistums in den Blick. Darunter der langjährige Bischof Franz Kamphaus. Das Bistum Bamberg erstattete im Dezember 2018 Anzeige gegen einen Ruhestandspriester. Das mögliche Opfer hatte sich kurz zuvor beim Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums gemeldet und den Priester beschuldigt. Das mögliche Opfer hatte beim Missbrauchsbeauftragten in Bamberg ausgesagt, die damals Verantwortlichen des Bistums hätten Kenntnisse über den Missbrauch gehabt.  Das Bistum habe einen unabhängigen Juristen damit beauftragt, den Vorgang zu untersuchen und die damals Verantwortlichen zu befragen. „Es geht unter anderem darum, zu klären, wer damals zuständig war und wer Verantwortung trug“, so der Sprecher. In der Personalakte des Beschuldigten, die in Limburg geführt wird, finde sich kein Hinweis auf sexuellen Missbrauch, heißt es in der Mitteilung des Bistums. Die Akten waren im Laufe der MHG-Studie auf solche Hinweise durchsucht worden. Der Bistumssprecher kündigte an, die Akten sollten nun nochmals von einer externen Kanzlei durchforstet werden. Im Erzbistum Bamberg gibt es nach Aussagen eines dortigen Sprechers keine Verdachtsfälle in Bezug auf den jetzt Beschuldigten. Der vom Bistum beauftragte Jurist werde in nächster Zeit unter anderem den im Ruhestand lebenden Bischof Kamphaus zu den Vorkommnissen befragen sowie den auch inzwischen emeritierten Weihbischof Gerhard Pieschl, der ehemalige Personaldezernent Helmut Wanka sowie weitere Personen.(fr.de)
    • 21.01.2019: Bistum Limburg: Strafanzeige gegen Priester des Bistums Limburg wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs. Der Beschuldigte soll von 1986 bis 1993 einen minderjährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben.  Im Zuge der Berichterstattung zur MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker in der katholischen Kirche hat sich das Opfer bei der Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums Bamberg gemeldet. In seiner Aussage belastet das Opfer die damals Verantwortlichen des Bistums und berichtet darüber, dass sie Kenntnisse über den Missbrauch gehabt hätten. (Bistum-Limburg.de)
    • 20.01.2019: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger fordert einheitliche Entschädigung für Missbrauchsopfer. "Wir brauchen allgemeingültige Kriterien als Richtschnur, denn es kann nicht sein, dass die Höhe der Hilfszahlungen im Gutdünken einiger weniger Personen liegt oder von der finanzielle Lage des einzelnen Bistums abhängt", sagte Burger. Die Zentrale Koordinierungsstelle der Deutschen Bischofskonferenz spricht auf Anfrage Empfehlungen aus, denen die 27 Diözesen folgen können, aber nicht müssen. Laut Pressesprecherin Daniela Elpers lagen die Empfehlungssummen zwischen 1 000 und 15 000 Euro. (badische-zeitung.de) Die MHG-Studie ergab, dass die niedrigste Einzelauszahlung an einen Antragsteller 1.000 € betrug, die höchste Einzelausauszahlung 370.000,00 Euro. (dbk.de)
    • 17.01.2019: Wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen gibt es im Bistum Mainz nun interne Ermittlungen gegen einen Priester. Der Mann lebt als Ruhestandsgeistlicher im Bistum Trier. Der Vorwurf beziehe sich auf einen Vorgang, der mehr als 30 Jahre zurückliege und strafrechtlich verjährt sei. Der Sachverhalt sei 2010 bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Zu strafrechtlichen Ermittlungen sei es wegen der Verjährung aber nicht gekommen. Ein kirchliches Vorermittlungsverfahren sei damals nicht eröffnet worden, sagte der Sprecher des Bistums Mainz. Dies sei bei der Aufarbeitung der Personalakten nach der wissenschaftlichen Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche (MHG-Studie) festgestellt worden. "Das wird jetzt quasi nachgeholt", sagte der Sprecher. (swr.de)
    • 16.01.2019: Die Journalistin Christiane Florin vor dem Podiumsgespräch mit dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer: "Ich habe schon die Frage, wie man, wenn man so lange schon dabei ist und auch schon bei dem ersten Missbrauchsskandal Jahr 2010 dabei war, eigentlich noch in den Spiegel gucken kann." (domradio.de). Diskussion über Missbrauch und Reformen in der Kirche: Christiane Florin streitet mit Sekretär der Bischofskonferenz (kirche-und-leben.de)
    • 16.01.2019: Missbrauchsopfer der katholischen Kirche: Allein im Leben, allein vor Gericht. Über Jahrzehnte hat die katholische Kirche sexuellen Missbrauch in ihren Reihen geduldet. Auch heute noch warten Opfer wie der heute 54-jährige Patrick auf Entschädigung. Doch Verbündete zu finden, gestaltet sich für die Betroffenen schwierig.(deutschlandfunk.de)
    • 16.01.2019: Kritik an zu langsamer Aufarbeitung des Skandals: Bischof Bode will zentrales Gericht für Missbrauchsfälle. Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode spricht sich für einen gemeinsamen zentralen Gerichtshof für Straffälle aller deutschen Bistümer aus. So könnten Missbrauchsfälle unabhängig und mit größerer Kompetenz behandelt werden, sagte er dem Portal katholisch.de. Zudem kritisierte er eine zu langsame Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. „Wir brauchen in der Bischofskonferenz viel Zeit“, so Bode. Seit 16 Jahren sei der Skandal bekannt. „Trotzdem arbeiten wir noch immer nicht an den Kernfragen.“ (zeit-und-leben.de)
    • 14.01.2019: Erzbistum München-Freising: Katholischer Diakon wegen Verdachts auf Vergewaltigung angeklagt. Ende Januar beginnt der Prozess gegen einen katholischen Diakon. Er soll im Mai auf einem Ausflug eine Messdienerin versucht haben zu vergewaltigen. Auf der Rückreise sei das Mädchen dann kollabiert. Eine Sprecherin des Erzbistums München erklärte: „Wir haben den Diakon sofort von seinem Amt entpflichtet“, berichtet die Bild-Zeitung. Zudem erklärte das Bistum, dass sich inzwischen ein weiteres Opfer gemeldet haben soll. Das Opfer wirft dem Diakon Mate K. sexuellen Missbrauch vor. (Bild.de)
    • 14.01.2019: Bistum Paderborn: Weitere Fälle aus Lenne bekannt geworden. Nachdem das Erzbistum einen Missbrauchsvorwurf in den 60er-Jahren gegen einen inzwischen verstorbenen Priester in Lenne bestätigt hat (wir berichteten), haben sich weitere Opfer bei der "Westfalenpost" gemeldet. Sie sagen: Es hat in Lenne nicht nur einen Vorfall gegeben. Laut ihren Aussagen soll es mindestens noch zwei weitere Opfer gegeben haben. Das Erzbistum hatte erst vor wenigen Tagen den Missbrauchsvorwurf aus den 60er-Jahren in Lenne bestätigt: Eine Betroffene habe sich seinerzeit beim Erzbistum gemeldet. Der beschuldigte Priester sei bereits verstorben.  (wp.de)
    • 12.01.2019: Mainzer Bischof Kohlgraf: Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche liegt dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Herzen. Er kündigte weitere konkrete Schritte an. Er habe inzwischen Gespräche mit Betroffenen geführt und verstehe ihre Situation besser. "Für die Gesprächsangebote bin ich wirklich dankbar. Sie sind nicht selbstverständlich", so Kohlgraf. Der Bischof sprach aber auch von einer "schrecklichen Dimension", die sich hier in der Kirche zeige. "Die Betroffenen werden uns sagen müssen, was ihnen helfen kann, was sie brauchen und von uns erwarten", sagte der Mainzer Bischof. (swr.de)
    • 11.01.2019: Bistum Paderborn: Wormbacher Priester soll weitere Opfer missbraucht haben. Womöglich könnte es noch mehrere Missbrauchsfälle gegeben haben: Nicht nur eine, sondern insgesamt drei Meldungen über den Wormbacher Priester sind in den vergangenen Jahren eingegangen. Erste Beschuldigungen erreichten den Missbrauchsbeauftragten am 22. März 2010,  am 22. April 2010 ging eine weitere Meldung ein. Unmittelbar nachdem Bekanntwerden des Todes des Pfarrers meldete sich 2015 ein weiteres Opfer. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit, als der Beschuldigte in Paderborn Theologie studierte (1966er Jahre), als er Vikar in Werl war (70er Jahre), und auf Vorfälle in den 80er Jahren in Wormbach. (wp.de)
    • 11.01.2019: Pfarrgemeinderat schreibt an Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker. In der Debatte über Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal hat ein Pfarrgemeinderat in Hamm in einem Brief an den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker schnelle Reformen in der Kirche gefordert. Ausdrücklich nennt das Schreiben den Missbrauchsskandal, fehlende Entschlossenheit der Bischöfe zur Aufklärung durch externe Fachleute und zur Gewaltentrennung in der Kirche. Zudem beklagt der Pfarrgemeinderat die „nicht zu erkennende Bereitschaft der Bischöfe, persönlich Verantwortung zu übernehmen“. (kirche-und-leben.de)
    • 09.01.2019: Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker  hat an alle katholische Haushalte im Erzbistum einen Brief geschrieben. Darin räumt er Vertuschung und Verdrängung von Missbrauch ein, durch welche „die Kirche in dieser Hinsicht jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen“ habe. Zugleich gelte es, hoffnungsvoll in das neue Jahr zu schauen und sich „auf den eigentlichen Auftrag als Kirche“ zu besinnen. (kirche-und-leben.de) (der Brief im Wortlaut, erzbistum-paderborn.de)
    • 09.01.2019: Bistum Paderborn: Erzbistum bestätigt Missbrauchsfall durch Priester in Lenne. Nach Vorwürfen gegen zwei inzwischen verstorbene Priester im Stadtgebiet Schmallenberg wegen sexuellen Missbrauchs hat das Erzbistum Paderborn weitere Details bekannt gegeben. Zuletzt hatte es einen Fall aus der Vergangenheit aus Wormbach bestätigt. Der andere Vorwurf, der zeitgleich öffentlich geworden war und bisher nicht nur auf einen Ortsteil im Stadtgebiet eingegrenzt war, stamme aus Lenne und sei in den 60er-Jahren erhoben worden, teilte die Pressestelle jetzt auf Nachfrage mit. Ob es noch weitere, bisher unveröffentlichte Fälle in anderen Orten des Dekanates Hochsauerland-Mitte gibt, kann das Erzbistum nicht beantworten.  Das Bistum hat zwar sämtliches Material für die so genannte „MHG-Studie“, zur Verfügung gestellt und koorperiert auch mit der Staatsanwaltschaft. Eine regionale Aufschlüsselung nach Orten sei dabei aber nicht entstanden, teilte die Pressestelle mit. Sie kann damit immer nur auf konkrete Einzelanfragen reagieren.(wp.de)
    • 07.01.2019: Bistum Erfurt: Missbrauchs-Ermittlungen gegen Priester eingestellt. Das Ermittlungsverfahren gegen einen Thüringer Priester wegen sexuellen Kindesmissbrauchs ist eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Mühlhausen am Montag mitteilte, sind die Vorwürfe verjährt. Wie das Bistum MDR THÜRINGEN mitteilte, wird das kirchliche Verfahren fortgeführt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht dem Mann trotz seines hohen Alters die Entlassung aus dem Priesterstand. (mdr.de). Hinweise auf einen Missbrauch hat es nach Angaben des Bistums schon 1989 gegeben. In einer Aktennotiz des damaligen Personalverantwortlichen und späteren Weihbischofs Hans-Reinhard Koch fanden sich Vorwürfe, der Priester habe «homosexuelles Verhalten Jugendlichen gegenüber» gezeigt. Der Beschuldigte, der das abstritt, sei seinerzeit lediglich ermahnt worden. Der damals zuständige Bischof Joachim Wanke räumt nach Bistumsangaben ein, einen Fehler gemacht zu haben. (insuedthueringen.de)
    • 07.01.2019: Hoher Vertrauensverlust in katholische Kirche: Nach einer Forsa-Umfrage ist das Vertrauen in die katholische Kirche gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent gefallen. Derzeit vertrauen noch 18 Prozent der katholischen Kirche. (presseportal.de)
    • 07.01.2019: Missbrauch: Wenn Priester zu Unrecht beschuldigt werden. Wenn Priester zu Unrecht des Missbrauchs beschuldigt werden, bricht für sie eine Welt zusammen. Das ist auch eine Herausforderung für die Priesterseelsorger, weiß Paul Magino. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Sprecher des Priesterrats des Bistums Rottenburg-Stuttgart im Interview. (katholisch.de)
    • 06.01.2019:  Aufarbeitung von Missbrauch notfalls im Alleingang: Missbrauch durch Priester und andere Mitarbeiter der Kirche muss aufgeklärt werden, findet der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Gehen die anderen Bistümer diesen Weg jedoch nicht schnell und umfassend genug mit, kann sich der Osnabrücker Bischof auch einen Alleingang vorstellen.(katholisch.de)
    • 04.01.2019: Kardinal Walter Brandmüller, deutscher Theologe, Kirchenhistoriker und Kardinal der römisch-katholischen Kirche nennt die Empörung über Missbrauch in der Kirche "Heuchelei" und versucht, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zu verharmlosen: So sei es dort gar nicht schlimmer zugegangen als in der Gesellschaft selbst. (spiegel.de)
    • 03.01.2019: Bistum Münster:  "Interventionsbeauftragter"  soll bei Verdachtsfällen prüfen, wann der Staatsanwalt einzuschalten ist.  Koordinieren soll er auch den Bereich Prävention, die Zahlungen zur Anerkennung von Leid, Hilfsangebote an Opfer und die Information von Presse und Öffentlichkeit. Die Stelle soll demnächst ausgeschrieben werden. (wn.de)
    Widerspruch im Bistum Münster: "Das Bistum leite „jeden Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs an die Staatsanwaltschaft weiter." hieß es noch im Dezember 2018.  (kirche-und-leben.de).  Nun soll zukünftig ein "Interventionsbeauftragter" entscheiden,  ob und wann die Staatsanwaltschaft einzuschalten sei.  / ca
    • 03.01.2019: Oberharmersbach / Vom Erzbischof enttäuscht: Beeindruckt vom Aufklärungswillen des Erzbischofs Burger ist Raphael Hildebrandt zusammen mit zwei weiteren Missbrauchsopfern zu Gesprächen nach Freiburg gefahren, das letzte fand kurz vor Weihnachten statt. „Ich bin enttäuscht“, sagt er über die Begegnungen, er habe viel mehr erwartet – sowohl menschlich als auch finanziell. „Die haben bis heute keine richtiges Konzept, wie sie mit uns Opfer umgehen sollen“, beklagt Hildebrandt. (stuttgarter-zeitung.de)
    • 03.01.2019: Im Fall des Anfang Dezember entpflichteten katholischen Pfarrers von Bedburg-Hau steht die Entscheidung über ein mögliches Ermittlungsverfahren noch aus. Das Bistum  Münster äußerte sich noch nicht. Bislang sei erst eine vorläufige rechtliche Bewertung vorgenommen worden. Diese sei gemäß den Vorschriften zunächst dem Anzeigensteller, dem Bistum Münster, für eine Stellungnahme zugeleitet worden. Eine Reaktion der Diözese liege noch nicht vor. (domradio.de)
    Zur Erinnerung: bereits am 19.12.2018 hieß es: "Die Strafverfolgungsbehörde sei noch zu keiner endgültigen Position gelangt. Ein Grund sei, dass das Bistum Münster am Dienstag angekündigt hatte, Informationen zu Sachverhalten nachzureichen, die längere Zeit zurückliegen"   (kirche-und-leben.de) / ca
    • 01.01.2019: Nach der Missbrauchsstudie: Die Katholische Kirche zieht keine Konsequenzen (tagesspiegel.de)
    • 01.01.2019: Die katholische Kirche duckt sich weg. Allen voran: Der Missbrauchsbeauftragte Bischof Dr. Stephan Ackermann. "Die Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz löste am 25. September dieses Jahres Erschütterung aus. Und sie wirkt nach. Falls die Bischöfe gehofft haben sollten, dass sich die Wogen nach einiger Zeit wieder glätten würden, haben sie sich getäuscht: Die Empörung hält an. "(mittelbayerische.de)
    • 31.12.2018: Das sagten die Bischöfe zum Jahresschluss (domradio.de). In der Predigt von Bischof Ackermann hieß es: "Aber lassen wir auch unsere Kirche nicht außen vor: Die Veröffentlichung der MHG-Studie sowie entsprechende Meldungen aus der Weltkirche haben uns einmal mehr gezeigt, wie sehr die jüngste Geschichte der Kirche durch das Verbrechen sexualisierter Gewalt, durch Machtmissbrauch und durch mangelnden Verantwortungssinn gezeichnet ist. Groß war im Herbst die Empörung der inner- und außerkirchlichen Öffentlichkeit. (...) So sei es „gut und richtig, wenn auch die dunklen Seiten der Kirche ans Licht kommen, und wenn überkommene Kirchenbilder zerbrechen, die nicht mehr der Realität entsprechen – ihr vielleicht nie entsprachen“, betonte Ackermann: Das gelte gerade auch mit Blick auf die Aufarbeitung der Verbrechen durch sexuellen Missbrauch im Raum der Kirche. „Das ist einerseits schmerzlich und enttäuschend, aber es verhilft doch zu mehr Wahrhaftigkeit und Wahrheit. Vergessen wir nicht: Oft genug waren der verschwiegene Schmerz und die stille Enttäuschung der Opfer der Preis für das strahlende Bild von der Kirche: Ein hoher, ein zu hoher Preis.“"  (bistum-trier.de)
    • 31.12.2018:  Der ehemalige Trierer Bischof und heutige Vorsitzende der DBK, Kardinal Reinhard Marx spricht in seiner Silvesterpredigt u.a. von "Versagen und der Unfähigkeit, auf Herausforderungen und Missstände angemessen zu reagieren". Dies gelte "gerade für uns als Verantwortliche in der Kirche und besonders im Blick auf das ungeheure Geschehen des sexuellen Missbrauchs, das im Kern ein Missbrauch geistlicher Macht war und ist". Neben der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und der Prävention müsse es jetzt deshalb auch um die "Rolle und Gestalt des priesterlichen und bischöflichen Dienstes" gehen.(br.de)  Leider spricht er dabei nicht in Ich-Form. /ca
    • 30.12.2018: Priestermangel im Bistum Trier: Schlechtes Image durch Missbrauchsskandal: Das Image der Seelsorgerberufe habe in der Vergangenheit stark gelitten. „Hier haben wir, gerade in den letzten Jahren, ein massives Problem, das zum größeren Teil selbstverschuldet ist.“ Damit deutet Bistumssprecher (sic!) Nickolay (sic!) den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche an. Im Bistum Trier ist die Zahl der freien Stellen in vier Jahren um insgesamt 70 Prozent gestiegen. Im Saarland sind nach Angaben der Diözese 22 Pfarrstellen nicht besetzt.  (sr.de)
    • 29.12.2018: Das Schweigen der Gemeinde: Nicht allein die Kirche hat sexuellen Missbrauch vertuscht, auch sonst wollte kaum jemand darüber sprechen. Warum dauerte es oft Jahrzehnte, bis Missbrauch in der Kirche aufgedeckt wurde? Eine Recherche in Neuenkirchen, Landkreis Vechta.(nwz-online.de)
    • 29.12.2018: Dass die Zeit der Vertuschung vorbei ist, eher eine Frage des Glaubens als der Gewissheit: „Es muss klar sein, dass die Kirche angesichts dieser abscheulichen Taten nicht ruhen und alles Notwendige tun wird, um jeden, der so ein Verbrechen begangen hat, den Gerichten zu überstellen. Die Kirche wird niemals versuchen, einen Fall zu vertuschen oder zu verharmlosen.“ (Papst Franziskus bei der Weihnachtsansprache vor der Kurie).  - Auf die Frage, ob nach diesen Worten des Papstes nun eine Welle von Selbstanzeigen zu erwarten sei, antwortet Markus Striet, Theologe von der Universität Freiburg.  "Nein, das ist überhaupt nicht zu erwarten. Wenn tatsächlich hier ein Schuldbewusstsein vorhanden wäre, dann wäre diese Welle schon deutlich vorher spürbar gewesen. Nein, ich erwarte das überhaupt nicht. Ich glaube, das weiterhin die Presse die Instanz sein wird, die sozusagen scheibchenweise diese Skandale aufdecken wird."  (deutschlandfunk.de)
    • 29.12.2018: Zwei Themen haben die Trierer Katholiken in diesem Jahr besonders beschäftigt: Der sexuelle Missbrauch von Priestern an Kindern und die Bistumsreform.  Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sich im Interview geäußert: "Nun sollen die Empfehlungen, die die Forscher ausgesprochen haben, umgesetzt werden. So beschäftige man sich unter anderem damit, mehr Anlaufstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs zu schaffen. Außerdem solle geprüft werden, wie das Leid der Opfer finanziell entschädigt werde." (swr.de
    • 28.12.2018: Nachdem der Osnabrücker Bischof Bode erneut seine "Bestürzung" beteuert,  behauptet er, dass er die Wirkung der Taten auf die Opfer unterschätzt habe. "Die Fälle haben zur Spaltung von Gemeinden und Familien geführt und Lebensgeschichten zerstört. Das kann man gar nicht genug wahrnehmen.  Ich gebe zu, ich habe die schwere Wirkung der Taten auf die Opfer unterschätzt. Früher habe auch ich nicht begriffen, warum sich Menschen erst 30 Jahre später melden, warum manche die Taten nicht zur Anzeige bringen wollen. Ich habe die Verletzung der Psyche nicht genug erkannt. Das sehe ich (!) heute anders. Das sieht auch die Kirche (!) heute anders."  / Auf die Frage, ob er sich selbst etwas vorzuwerfen habe, weicht er aus. / Auf die Frage, ob er es als Anstoß sehe, dass sich bereits am nächsten Tag weitere Opfer gemeldet haben, nachdem Fälle von einem heute im Ruhestand lebenden Pfarrer bekannt wurden, erwidert er: " Es ist gut möglich, dass sich Opfer durch die Veröffentlichung ermutigt fühlen. (...) Wir wissen nicht, ob wir bisher alles wahrgenommen haben. Zudem hat die mediale Öffentlichkeit den Vorteil, dass unsere Netzwerke der Hilfe, etwa die unabhängigen Ansprechpersonen für Missbrauch, noch besser bekannt werden."   (nwz-online.de
    Rubrik: Ein sehr verstörendes Interview, das Bischof Bode besser nicht gegeben hätte. / ca
    • 27.12.2018: Das Bistum Hildesheim hat zwei neue externe Ansprechpartner für Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt benannt. Zum Jahresbeginn übernehmen die Ärztin Angelika Kramer aus Hildesheim und die Diplom-Psychologin Michaela Siano aus Helmstedt diese Aufgabe, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Kramer ist demnach Fachärztin für Anästhesie und Spezielle Schmerztherapie. Sie arbeitet in einer Klinik unter anderem mit Menschen, die durch sexualisierte oder andere Formen von Gewalt traumatisiert worden sind. Siano ist und für die Beratungsstelle "Rückenwind" tätig, die von sexuellem Missbrauch betroffenen Kindern und Frauen Hilfe und Unterstützung anbietet. Kramer und Siano lösen damit zwei Vorgänger ab, die beide in einem Dienst- und somit einem Abhängigkeitsverhältnis zur Diözese gestanden haben. Die beiden neuen Ansprechpersonen seien dagegen unabhängig, so das Bistum.. Auf Kramer und Siano sollen 2019 noch drei weitere unabhängige qualifizierte Experten benannt werden, an die sich Betroffene wenden können.  (ndr.de)
    • 25.12.2018: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat erneut Versäumnisse im Umgang mit dem Missbrauchs-Skandal im Bistum eingeräumt - und zwar zu Beginn des Gottesdienstes im Osnabrücker Dom am ersten Weihnachtstag. "In diesem Jahr erleben wir die tiefe Finsternis in besonderer Weise", sagte Bode. Im Fall des mutmaßlichem Kindesmissbrauchs durch einen Priester habe es "ernste Versäumnisse und Fehler aufseiten des Bistums gegeben". Nach seiner Pensionierung sei der Priester sogar zum Leiter einer Pfarrei und zum unterstützenden Priester ernannt worden - "von mir unterschrieben", betonte der Bischof. "Dessen bin ich mir schmerzhaft bewusst, und ich bitte dafür um Vergebung und Entschuldigung." (ndr.de)
    • 25.12.2018: Wunibald Müller im Interview: "Die Bischöfe müssen entmachtet werden". Der Missbrauchsskandal zeigt, dass sich viele Verantwortliche in der Kirche, vornehmlich die Bischöfe, in der Vergangenheit als nicht fähig erwiesen haben, die Kirche gemäß dem Evangelium zu leiten und vor Schaden zu bewahren. Viele Bischöfe sind trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht wirklich bereit, Macht abzugeben oder sie zu teilen. Ihre Machtstellung haben sie sich durch Regeln, etwa das Kirchenrecht, abgesichert, das für unantastbar und sakrosankt erachtet wird." (welt.de)
    • 25.12.2018: Katholische Kirche uneins bei Aufarbeitung: Die Weihnachtszeit nutzen einige Bischöfe auch zur Selbstkritik - und thematisieren die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Das finden nicht alle gut. (tagesschau.de)
    • 24.12.2018: Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr: "Jede Strafanzeige wegen sexuellen Missbrauchs wird von uns veröffentlicht. Nach der Missbrauchsstudie sind neben dem Hinweis auf den jetzt angezeigten Priester zwei weitere Meldungen eingegangen. Eine betrifft einen schon verstorbenen Geistlichen. Bei dem zweiten Hinweis kann sich das mutmaßliche Opfer leider nur sehr unscharf erinnern.  Im neuen Jahr beauftrage ich unabhängige Fachleute, alle personenbezogenen Akten im Ordinariat auf Hinweise auf sexuellen Missbrauch zu untersuchen."  In der MHG-Studie wurde über zehn Fälle aus dem Bistum Erfurt berichtet. Kurz vor Weihnachten wurde ein  Ruhestandspriester angezeigt, der verdächtigt wird, einen Jungen sexuell missbraucht zu haben(tlz.de)
    • 23.12.2018: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sieht nach dem jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche schnellen Handlungsbedarf. Die Aufarbeitung müsse rasch vorangehen, sonst verliere die Kirche an Glaubwürdigkeit. "Wir werden daran gemessen, wie konsequent und auch zeitnah wir all das aufarbeiten, was bisher liegen gelassen wurde", sagte Burger der Deutschen Presse-Agentur: "Dieser Prozess darf sich nicht in die Länge ziehen, die nötigen Konsequenzen für die Zukunft dürfen nicht aufgeschoben werden." (rtl.de)
    • 22.12.2018: Ein Überlick über die die hessischen Bistümer Limburg, Fulda und Mainz  und ihre bisherigen Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie: 3 weitere Betroffene haben sich  nach der MHG-Studie gemeldet.  Bischof Kohlgraf hat sich mit einem (!)  Missbrauchsopfer getroffen.  Bei der Prävention bietet sich ein uneinheitliches Bild  und: die Aufarbeitung eigener Fehler verläuft stockend. (hessenschau.de)
    Ich kann es nur immer wieder betonen und in Erinnerung rufen: Der heutige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, war vom 01.11.2012 bis 17.09.2018 Generalvikar im Bistum Trier. Während dieser Zeit gehörte er u.a.  zu den Verantwortlichen in der "causa Freisen".  Zu den Verantwortlichen in der "causa Freisen" gehörten somit: der ehemalige Trierer Bischof und heutige Vorsitzender der DBK, Reinhard Kardinal Marx, der heutige Bischof von Trier und Missbrauchsbeauftragte der DBK, Stephan Ackermann und der damalige Trierer Generalvikar und heutiger Bischof von Limburg, Georg Bätzing.
    • 21.12.2018: Erzbistum Berlin:  Kirchengericht verurteilt Missbrauchstäter des Canisius-Kollegs: Fast neun Jahre nach Bekanntwerden der über 100 Missbrauchsfälle am Berliner Canisisus-Kolleg soll einer der beiden Haupttäter, der Priester Peter R., erneut verurteilt werden. Wie das Erzbistum Berlin am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur bestätigte, ist gegen den 77-jährigen ein Urteil des Berliner Kirchengerichts ergangen. (ndr.de) (eckiger-tisch.de)
    • 21.12.2018: Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann,  meldet sich nach Wochen des Schweigens auch wieder zu Wort und  räsoniert über Reform, Herausforderung, Wahrhaftigkeit, Erneuerungen in der Vergangenheit der Kirche, Macht, unreife Sexualität, zölibatäre Lebensform der Priester, Tabulosigkeit, Vorverurteilungen, Schaltstellen, Echokammern, Machtmissbrauch, (kollegialer) Verantwortung, Entlastung, Team-Gedanken, Aufarbeitung, Hemmschwelle, Kommissionen, Glaubwürdigkeit, Evangelium.
    Für mich persönlich immer wieder verblüffend, dass man so viele Substantive einfach mit ein paar Verben verbindet und als Resultat so viel Text entsteht, der dermaßen nichtssagend ist. / ca.
    • 20.12.2018: Bischof Felix Genn aus Münster fordert härere Strafen und ein Ende der juristischen Verjährung bei sexuellem Missbrauch. „Das wäre ein zentrales Signal an die Opfer, und Tätern wäre klar, dass sie mit ihren Verbrechen nicht davonkommen werden“, sagte Genn am Donnerstag. Angesichts jüngst bekannt gewordener Missbrauchsfälle im Bistum Münster und bundesweit wies Genn den Eindruck zurück, die Kirche agiere als „Staat im Staat“ und losgelöst von externer Aufsicht. Das Bistum leite „jeden Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs an die Staatsanwaltschaft weiter. Dort, und nicht in der Kirche, muss entschieden werden, wie weiter vorzugehen ist.“ (kirche-und-leben.de)  / Aus dem Fall des Anfang Dezember entpflichteten Pfarrers von Bedburg-Hau werde das Bistum eine Lehre ziehen: Sobald ein Priester auffällig geworden sei, werde das Bistum nicht nur eine Therapie, sondern auch ein forensisches Gutachten einfordern, kündigte Genn an. Auf dieser Grundlage werde entschieden, ob derjenige weiter in der Seelsorge eingesetzt werden könne. ->  Der Pfarrer von Bedburg-Hau hatte bereits zuvor an zwei Orten Erwachsene sexuell bedrängt und daraufhin eine Therapie gemacht. Experten zufolge bestand kein erhöhtes Rückfallrisiko, so dass das Bistum ihn in Bedburg-Hau erneut einsetzte  (wdr.de)
    • 20.12.2018: "Täterliste von Verantwortlichen zu erstellen, halte ich für schwierig" . Die Namen aller für Vertuschungen von Missbrauchsfällen verantwortlichen Kirchenpersonen sollten nach Ansicht des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode nicht offengelegt werden. Zwar werde es in manchen drastischen Fällen von wissentlicher Vertuschung nötig sein, Namen zu nennen, sagte er am Donnerstag im Interview in Osnabrück. Andererseits seien viele Entscheidungen von Organisationen innerhalb der Kirche getroffen worden, so dass die Nennung einzelner Verantwortlicher schwer falle. Zudem seien manche Fälle auch aus heutiger Sicht nicht so ganz eindeutig und die damit Befassten verstorben, gab der Bischof zu bedenken. "Eine Täterliste von Verantwortlichen zu erstellen, halte ich daher für schwierig." (katholisch.de)
    • 20.12.2018: Die Erzdiözese Freiburg wird die Personalakten aller 190 Beschuldigten, die im Rahmen der MHG-Studie identifiziert worden waren, der Staatsanwaltschaft Freiburg zur Überprüfung überlassen. (ebfr.de)
    • 19.12.2018: Nach dem Bekanntwerden von diversen Missbrauchsfällen im Bistum Osnabrück hat Bischof Franz-Josef Bode Selbstkritik geübt. "Ich wünschte mir, wir wären damals aktiver geworden, sagte Bode im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. "Heute würden wir die Staatsanwaltschaft einschalten, oder sie würde von sich aus ermitteln (!) unabhängig davon, ob der Priester die Vorwürfe zugibt oder nicht."(ndr.de)
    • 19.12.2018: Bistum Erfurt: "Aktennotiz außerhalb der Personalakte": Im Bistum Erfurt wird einem Priester der sexuelle Missbrauch eines Minderjährigen vorgeworfen. Der Mann soll sich in den 1960er-Jahren im Kyffhäuserkreis mehrfach an einem Jungen vergangen haben. "Der Beschuldigte lebt seit vielen Jahren im Ruhestand und übt keine seelsorgliche Tätigkeit mehr aus", hieß es in einer Mitteilung des Bistums vom Mittwoch. Der Mann bestreite allerdings die Vorwürfe. Den Angaben zufolge habe es vorher gegen den Priester noch keinen Verdacht und keine Hinweise in der Personalakte gegeben. "Außerhalb der Personalakte fand sich allerdings eine Aktennotiz des damaligen Personalverantwortlichen und späteren Weihbischofs Hans-Reinhard Koch aus dem Jahr 1989 über Vorwürfe, der Priester habe "homosexuelles Verhalten Jugendlichen gegenüber“ gezeigt" (bistum-erfurt.de)
    • 19.12.2018: Bistum Osnabrück: "Fahrlässig, inkonsequent und leichtsinnig". An allen Einsatzorten des Priesters Hermann H. gibt es Hinweise darauf, dass der Geistliche Kinder sexuell missbraucht haben soll. Das Bistum bestätigte entsprechende Fälle für Twist, Rhede und Dalum.  Der beschuldigte Pfarrer war 1997 von Bischof Franz-Josef Bode in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden – mit der Auflage, sich künftig ausschließlich um die Altenheimseelsorge zu kümmern. Überwacht wurde das vom Bistum nicht. Haarmann bezeichnete dies gegenüber der Redaktion nun als "Fahrlässig, inkonsequent und leichtsinnig." (noz.de)
    • 19.12.2018: Bistum Münster: An falsche Staatsanwaltschaft gewandt  und fehlende Informationen: Im Fall des entpflichteten Pfarrers von Bedburg-Hau wird die Staatsanwaltschaft erst in der kommenden Woche entscheiden, ob sie ein förmliches Ermittlungsverfahren aufnimmt. Es lägen zwei Anzeigen vor. Die eine stamme von einem fast volljährigen jungen Mann, die andere habe das Bistum Münster gestellt. Sie sei in Münster eingegangen, aber zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft Kleve weitergeleitet worden. Die Anzeigen beziehen sich auf denselben Sachverhalt. „Es handelt sich um Anzeigen wegen Beleidigung, hervorgerufen durch einen Chatverlauf im Handy“, sagte Neifer. Ob der Chatverlauf strafrechtlich relevant sei, werde noch bewertet. Die Strafverfolgungsbehörde sei noch zu keiner endgültigen Position gelangt. Ein Grund sei, dass das Bistum Münster am Dienstag angekündigt hatte, Informationen zu Sachverhalten nachzureichen, die längere Zeit zurückliegen. (Kirche-und-leben.de)
    • 18.12.2018: Bistum Paderborn: Die Staatsanwaltschaft hat die Personalakten von mehr als 10 Priestern aus dem Erzbistum erhalten. Sie will prüfen, ob die Papiere strafrechtlich relevante Missbrauchsfälle enthalten. Die meisten Beschuldigten sind allerdings schon verstorben. Einige Taten sind inzwischen auch verjährt. (wdr.de).
    • 18.12.2018: Bistum Münster: Schwerwiegende Versäumnisse der Bistumsleitung: Priester war bereits schon früher mehrfach auffällig und wurde versetzt: Das Bistum Münster wird in diesen Tagen die Strafanzeige gegen einen Priester, der zuletzt als Leitender Pfarrer in der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau eingesetzt war, erweitern. Der Priester war am 10. Dezember mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt worden. Das Bistum hatte Strafanzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft in Münster erstattet. Denn zwischenzeitlich war dem Bistum bekannt geworden, dass auch ein Minderjähriger angibt, Betroffener des Verhaltens des Priesters geworden zu sein. Das Bistum weist außerdem darauf hin, dass der nun beschuldigte Priester schon an zwei früheren Stationen auffällig geworden sei. So kam es 2006, als er Pfarrer in Ottmarsbocholt (Senden) war, zu sexuellen Annäherungen an einen Erwachsenen. Er musste sich daraufhin einer psychologischen Beratung unterziehen. Erneut kam es 2011 in Kevelaer zu für einen Priester unangemessenen Kontakten, im Sinne eines Austauschs elektronischer Nachrichten mit sexuellen Inhalten mit zwei erwachsenen Männern. Der Priester hat daraufhin eine längere Therapie gemacht. Experten kamen zu der Einschätzung, dass „ein weiterer Einsatz kein erhöhtes Rückfallrisiko bedeutet“. Alle diese Vorgänge werden der Staatsanwaltschaft zur weiteren Beurteilung übergeben. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Bedburg-Hau erklärt das Bistum Münster, dass es – ungeachtet dieser Einschätzung – im Nachhinein ein Fehler gewesen ist, dem Priester wieder eine leitende Aufgabe in der Seelsorge zu geben. „Aus diesen Erfahrungen werden wir für die zukünftige Einsatzpraxis die notwendigen Konsequenzen ziehen“, sagt Personaldezernent Karl Render. (bistum-muenster.de)
    Er ist nicht der erste Priester, der in die Seelsorge versetzt wurde, nachdem er auffällig war. Im Gegenteil: Es handel sich um eine gängige Praxis, die auch noch im Jahr 2018 angewandt wird:   Beispiel: Münster, 12.06.2016:  Bischof Felix Genn hat zwei Priester des Bistums Münster von ihrem Dienst entpflichtet: Unter ihnen Pastor Gereon Beese - wegen "völlig unangemessenen" Verhaltens, wie die Bischöfliche Pressestelle am Sonntag (12.06.2016) mitteilte. Beese (52), der seit Sommer 2015 in Rheine tätig war, hatte den Angaben zufolge mit Jugendlichen Handynummern ausgetauscht und ihnen elektronische Nachrichten geschickt, bei denen sich die Verantwortlichen im Bistum Münster und in Rheine einig seien, dass sie in Inhalt und Form "völlig unangemessen und unklug für einen Geistlichen sind". Wegen desselben Verhaltens habe der Priester bereits im April vergangenen Jahres die Pfarrei in Lippetal verlassen. (kirchensite.de) Münster, 25.09.2018: "Vor wenigen Tagen hat Pfarrer Gereon Beese seinen Dienst im Augustahospital Anholt angetreten. Pfarrer Beese ist zum Seelsorger in der neurologischen Fachklinik ernannt worden. Zugleich wird er rector ecclesiae der dortigen Krankenhauskapelle." (isselburg-live.de). / ca
    • 17.12.2018: Bistum Osnabrück: Weitere Opfer melden sich. Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen einen heute 85-jährigen Priester aus dem Raum Osnabrück haben sich weitere mutmaßliche Opfer und Angehörige beim katholischen Bistum gemeldet. Zusätzlich zu den am Wochenende bekannt gewordenen drei Fällen aus den 1980er- und 1990er-Jahren durch den Priester in der Gemeinde Merzen (Landkreis Osnabrück) haben sich nun Betroffene gemeldet, die von Übergriffen durch den Geistlichen in den 1970er-Jahren berichten. Zudem könnte sich auch in Merzen die Zahl möglicher Übergriffe erhöhen. Nach Angaben von Antonius Fahnemann, Ansprechpartner für Missbrauchsfälle im Bistum, haben am Montag mehrere Personen telefonisch von weiteren Taten durch den Pfarrer in dem 5.000-Einwohner-Ort berichtet. (ndr.de
    • 17.12.2018: Erzbistum Köln: Laut Angaben des Bistums wurden inzwischen "komplett alle bekannten Fälle aus der Vergangenheit zur Prüfung und weiteren Ermittlung" an die Staatsanwaltschaften übergeben.  "Losgelöst von den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaften werden aber alle diese Fälle auch Gegenstand der unabhängigen Untersuchung sein, die Kardinal Woelki in Auftrag gibt", so Vogt weiter. Mit der unabhängigen Untersuchung wurde die Kanzlei ‚Westpfahl, Spilker, Wastl‘ aus München beauftragt. (focus.de)
    • 16.12.2018: Bistum Münster:  In dem aktuellen Fall, der zu der Freistellung des Klerikers führte, sollen es SMS-Nachrichten sein, die er an einen Fast-Volljährigen und zwei 19-Jährige gesendet haben soll. Die Betroffenen sind alle Messdiener in der Pfarrei und waren dem Geistlichen dadurch nah. Nach den Sommerferien soll er stetig mehr Nachrichten verschickt haben, teilweise bis tief in die Nacht. Beantwortet wurden diese nahezu alle nicht, denn der Inhalt wurde offenbar immer schamloser. Zunächst sollen es Anreden wie „mein Prinz“ oder „mein Schatz“ gewesen sein, irgendwann seien sexuelle Aufforderungen dazugekommen. Die Aufforderungen seien bis hin zum Verlangen nach körperlichem Kontakt gegangen. (rp-online.de)
    • 16.12.2018: Erzbistum Köln: Ein wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassener Pfarrer aus Kamerun hat unter falschen Angaben als Seelsorger in katholischen Gemeinden des Erzbistums Köln gearbeitet. Gegen den 2013 in seinem Heimatland in den Laienstand versetzten Pfarrer sei Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden, teilte das Erzbistum am Sonntag in Köln mit. Offenbar habe der emeritierte Bischof von Bertoua in Kamerun Empfehlungsschreiben für den mutmaßlichen Betrüger ausgestellt. Weitere Kenntnisse über die Hintergründe, die in Kamerun zur Entlassung des Mannes führten, lägen dem Erzbistum nicht vor, hieß es weiter. Ebenso wenig gebe es in diesem Zusammenhang Hinweise auf mögliche Missbrauchsfälle in Deutschland. Alle Gemeinden, in denen der Ex-Priester tätig war, seien jetzt informiert worden.(wdr.de). "Dem Erzbistum sind die weiteren Hintergründe, die zu der Entlassung des Betrügers führten, nicht bekannt."  (focus.de)
    "Dem Erzbistum sind die weiteren Hintergründe, die zu der Entlassung des Betrügers führten, nicht bekannt."  - Genau das ist das Problem. Offensichtlich seit Jahrzehnten. Hätte man sich vorher informieren müssen. Den Leitlinien folgen müssen. Sich an die  eigene Präventionsordnung halten müssen. All dies hat offensichtlich nicht gegriffen. Hier öffnet sich ein neues weites Feld, welches bisher noch gar nicht zur Debatte stand. / ca 
    • 16.12.2018: Bistum Münster: Martin S. erhebt schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Münsteraner Bistumsleitung: Erst als er in der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in Berlin seine Geschichte erzählte, habe es endlich eine Reaktion gegeben. Als Missbrauchsopfer von Heinz Pottbäcker aus Rhede berichtet er:  „Der Umgang der Verantwortlichen in der Kirche mit den Ereignissen damals wie heute. Damals war es in Klerikerkreisen vielleicht gängig, so zu handeln.". Was aber niemanden aus der Schuld entlasse: „Jeder Seelsorger, der die Fakten kannte und bei gesundem Menschenverstand war, muss auch 1970 schon gewusst haben, welche Straftaten er mit seinem Verhalten unterstützte.“ „Deshalb sind auch diejenigen Verbrecher, die ihn weiter in der Seelsorge eingesetzt haben, obwohl seine Taten bekannt waren.“ Deshalb muss in den Augen von Martin S. nicht nur der Name Pottbäcker genannt werden, sondern auch die Namen der damaligen Verantwortlichen. „Das ist eine ganz andere Dimension des Schuldbekenntnisses.“ Je genauer die Missbrauchssituation öffentlich werde, desto mehr Druck werde von den Betroffenen genommen. „Es holt uns aus der Ohnmacht, macht uns handlungsfähig, stärkt unsere Position.“ (kirche-und-leben.de)
    • 15.12.2018: Bistum Osnabrück: Priester gibt Missbrauch zu. Das Bistum Osnabrück hat am Sonnabend drei Missbrauchsfälle aus den Achtziger und Neunziger Jahren bekannt gemacht. Ein heute 85-jähriger Priester soll damals drei Jugendliche aus der Gemeinde Merzen sexuell genötigt und missbraucht haben. Laut einer Pressemitteilung des Bistums hat auch die Glaubenskongregation in Rom die Schuld des Priesters festgestellt - auch, weil der Geistliche die gegen ihn erhobenen Vorwürfe inzwischen eingeräumt habe. Wegen seines Alters und seiner angeschlagenen Gesundheit sei aber von einem Verfahren vor einem kirchlichen Gericht abgesehen worden. Nach Angaben von Bischof Bode sind dem Priester mehrere Sanktionen auferlegt worden: Demnach sind ihm alle öffentlichen Auftritte und liturgischen Handlungen untersagt. Er darf zudem seine frühere Pfarrei in Merzen nicht aufsuchen und er wird dort auch nicht kirchlich bestattet werden. Der beschuldigte Priester war von 1976 bis 1997 Pfarrer in Merzen und war davor nach seiner Priesterweihe in drei emsländischen Gemeinden eingesetzt: von 1966 bis 1969 in Dalum, von 1969 bis 1972 in Rhede und von 1972 bis 1976 in Twist. Seit 1997 ist er im Ruhestand.  (ndr.de) (bistum-osnabrueck.de) Bereits nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der deutschen katholischen Kirche 2010 hatte Bode in einem Bußgottesdienst im Dom stellvertretend um Entschuldigung für die Missbrauchsfälle in seinem Bistum gebeten. In dem Schreiben vom Wochenende räumte er erneut „schwere Fehler“ der Kirche ein. Als Bischof müsse er „für diese Schuld einstehen. Das habe ich im Jahr 2010 schon öffentlich getan, das tue ich auch jetzt“, so Bode.  Auch der Glaubenskongregation in Rom seien die Vorwürfe gegen den Priester inzwischen gemeldet worden, berichtete das Bistum weiter. Diese halte den Geistlichen für schuldig, zumal er die Vorwürfe inzwischen eingeräumt habe. Sie sehe aber aufgrund seines Alters und seiner angeschlagenen Gesundheit von einem kirchlichen Gerichtsverfahren ab. Stattdessen habe sie den Ortsbischof aufgefordert, disziplinarische Schritte einzuleiten.(kirche-und-leben.de)
    • 14.12.2018: Mit drastischen Worten hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer die katholische Kirche zu einer konsequenteren Aufarbeitung ihres Missbrauchskandals aufgefordert. "Wir nehmen das Problem von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in der Kirche immer noch nicht ernst genug", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es gebe "Strukturen des Bösen". Der Missbrauch von Macht stecke "in der DNA der Kirche". (sueddeutsche.de)
    • 14.12.2018: Die Staatsanwaltschaft Regensburg habe keine Akten verlangt, erklärt das Bistum Regensburg. Man habe aber von sich aus in "einigen unsicheren Fällen" um eine Prüfung gebeten.  Das Bistum Eichstätt verweist auf eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Demnach stellt die Diözese sämtliche Personalakten zur Verfügung, die in die Missbrauchsstudie der deutschen Bischofskonferenz eingeflossen sind. Das Bistum Würzburg lässt darüber hinaus 3.000 Akten von Geistlichen durch eine Anwaltskanzlei prüfen. Bischof Franz Jung hatte bei einer Podiumsdiskussion angekündigt, dass mögliche Fälle ab 1970 der Justiz übergeben werden. Die Bistümer Augsburg, München und Passau stellen Listen mit allen erfassten Missbrauchsfällen zusammen. Die Entscheidung, ob ein Fall noch einmal überprüft wird, und ob Akten angefordert werden, trifft die zuständige Staatsanwaltschaft.  (br.de)
    • 13.12.2018: Die  Diözese Würzburg lässt 3.000 Akten von Priestern ab 1945 bis zum Jahre 2000 von einer unabhängigen Anwaltskanzlei auf den Verdacht von sexuellen Missbrauch überprüfen- Bischof Jung erklärte zudem, dass der Staatsanwaltschaft alle Verdachtsfälle seit 1970 zur Prüfung vorgelegt werden, dies ist der längstmögliche Zeitpunkt der Verjährung.  In Würzburg waren bereits für die Missbrauchsstudie die Personalakten von 2000 bis 2015 angefordert und ebenfalls von der unabhängigen Anwaltskanzlei gesichtet worden.  Auch das Bistum Augsburg bestätigte auf BR-Anfrage, dass vor wenigen Tagen ein Gespräch mit der Generalstaatsanwaltschaft in München stattgefunden habe. Auch hier wurde von Seiten der Diözese Augsburg zugesagt, alle im Rahmen der MHG-Studie von der deutschen Bischofskonferenz zusammengestellten Unterlagen den Justizbehörden zu übergeben. Es erfolge auch dann eine Weiterleitung, wenn erkennbar eine strafrechtliche Verjährung eingetreten ist, so ein Bistumssprecher in Augsburg. (br.de
    Dies beweist, dass es de facto bis heute keine einheitliche Regelung gibt, welche Akten an die Staatsanwaltschaften weitergegeben werden. Eine gemeinsame Vorgehensweise aller Bistümer scheint auch Ende 2018  nicht möglich. / ca
    • 13.12.2018: Auch in Trier protestierten Frauen gegen Missbrauch in der Kirche. Mit Taschenlampen leuchteten sie die Tür der Liebfrauenkirche aus, direkt neben dem Dom und dem Bischofssitz. "Macht Licht an" lautete das Motto der bundesweiten Protest-Aktion der kfd.  In einer Kurzandacht vor der Kirche gedachten die Frauen der Opfer des Missbrauchs. Bundesweit wurden über 160 Kirchen mit Taschenlampen angestrahlt. (swr.de) (kfd.de.) Unter anderem wurde auch vor dem Würzburger Dom demonstriert.  Den Angaben der Würzburger Organisatoren Alexandra Wolf und Bernhard Rasche zufolge wollten sie und andere Betroffene „gemeinsam für eine wirkliche Aufklärung des Missbrauchs der Kirche eintreten“. Bei einer „Klageandacht“ vor dem Dom kritisierten Wolf und Rasche die Kirche. „Viel zu lange standen die Belange der Institution im Vordergrund und nicht die Belange der Opfer der sexualisierten und der sexuellen Gewalt.“ Sie riefen „die Bischöfe mit aller Dringlichkeit auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen“. Alexandra Wolf übergab dem Bischof als Zeichen ihres Protests eine leuchtende Laterne. (mainpost.de). Die Würzburger Podiumsdiskussion "Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche - Die Ergebnisse der Forschungsstudie und ihre Konsequenzen" in voller Länge auf " bistum.tv".
    • 12.12.2018: Bistum Hildesheim: Die juristische Aufarbeitung hat begonnen: Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt in zwei Missbrauchsfällen gegen Priester des Bistums Hildesheim. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Weitere Angaben zu den Verfahren machte die Staatsanwaltschaft bisher nicht. Das Bistum selbst hatte Unterlagen zu sechs noch lebenden beschuldigten Priestern an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ein erstes Vorermittlungsverfahren gegen einen Geistlichen sei mangels Anfangsverdacht eingestellt worden, hieß es weiter. Drei weitere Fälle seien bereits verjährt. (ndr.de)
    • 12.12.2018: Bistum Münster / Bedburg-Hau:  Pfarrverwalter betont: "Es geht nicht um Missbrauch Minderjähriger".  In der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer Bedburg-Hau wurde Theo Kröll als Pfarrverwalter eingesetzt. Er hatte die Gemeindemitglieder, den Kirchenvorstand und den Pfarreirat umgehend in einem Brief über die Ereignisse informiert.  Darin steht, dass „die Nachricht uns alle sehr überrollt hat“ und „für viel Unruhe sorgen“ wird. In einem Telefonat mit „Kirche-und-Leben.de“ bestätigte er den Inhalt des Schreibens, das durch Medien bekannt wurde. „Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich nicht um einen Missbrauch Minderjähriger handelt“, schreibt Kröll. (kirche-und-leben.de)
    • 12.12.2018: Bistum Münster / Rhede: Nach einem Informationsabend in Rhede über Missbrauchstaten des früheren Kaplans Heinz Pottbäcker melden sich weitere Opfer. Sieben Betroffene hätten sich nach der Veranstaltung an Ansprechpartner des Bistums Münster gewandt, sagte Bistumssprecher Stephan Kronenburg der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Derweil berichtet der „Westfälische Anzeiger“ in Hamm, vier Opfer hätten sich der Redaktion anvertraut. Sie hätten sich auch an das Bistum wenden können, ihre Vorbehalte gegenüber der Institution Kirche seien aber bis heute groß, so die Zeitung.  (kirche-und-leben.de)
    • 11.12.2018: Bistum Münster: Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, hat einen 50-jährigen Priester, der zuletzt als Leitender Pfarrer in der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau eingesetzt war, am 10. Dezember mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt. Gründe für diese Freistellung hat das Bistum in der Pressemitteilung, die heute Morgen um 9.05 Uhr an die Medien verteilt worden ist, nicht genannt. (nrz.de) (bistum-muenster.de) Erst vor zwei Jahren wurde Ulrich T. (50) zum Leitenden Pfarrer der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau ernannt. Am Montag (10. Dezember 2018) hat ihn der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, "mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt".Pressesprecher Christian Breuer: "Aus rechtlichen Gründen dürfen wir derzeit nicht mehr dazu sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Rechtsverfahren sind eingeleitet. (lokalkompass.de)
    • 11.12.2018: Bischof Wilmer will Missbrauchsvorwürfe restlos klären: Hildesheims neuer Bischof Wilmer will auch Jahrzehnte zurückliegende Missbrauchsvorwürfe restlos aufklären. Ein externes Institut soll nun die Untersuchung im Fall von Altbischof Janssen vorbereiten. Ein ehemaliges Heimkind hat schwere Vorwürfe erhoben. Das Justizministerium reagierte zunächst zurückhaltend auf das Ansinnen des Bischofs. Die Aufarbeitung von strafrechtlich nicht mehr verfolgbaren Taten bereits gestorbener Verdächtiger sei nicht Aufgabe der Justiz, sagte ein Ministeriumssprecher. Gleichwohl werde geprüft, inwieweit die Anregung für die Arbeit des Landespräventionsrats nutzbar gemacht werden kann. (antenne.com/niedersachsen)
    • 08.12.2018: "Ich war aus Loyalitätsgründen Teil des Systems, das dichtgehalten hat. (...)  Man hat gewusst, ja. Man weiß auch heute, dass man gewusst hat. Nicht von ungefähr bleiben die bischöflichen Geheimarchive Geheimarchive."  Nach seinem Theologie- und Jurastudium stand Christian Kunz über Jahrzehnte im Dienst der Kirche. Immer wieder ist er während dieser Zeit mit dem Thema sexueller Missbrauch von Kindern in Berührung gekommen. (zum Audiobeitrag  ("Was nun, katholische Kirche?" auf SR2.)
    • 07.12.2018: "Die Genese des Zollitsch-Interviews ist bemerkenswert".   In einem Video-Interview räumt der ehemalige Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch sein Versagen beim Thema Missbrauch ein. Christ&Welt hat den Film gesehen, den in Gänze keiner kennt. Die Geschichte eines bemerkenswerten Dokuments. "Nie wird Zollitsch konkret. An besonders heiklen Stellen flüchtet er sich sogar ins "Wir". Er habe, behauptet er, nie allein entschieden: "Wir waren alle beteiligt." Wer dieses "Wir" genau ist, verrät Zolllitsch nicht. Genau das macht den Satz politisch brisant. Schließlich war kein Bischof bislang bereit, persönlich Verantwortung zu übernehmen für Kollektivversagen und -vertuschung. Alle gaben die Schuld der Institution, dem Klerikalismus, dem Vorgänger. "Hört auf, euch zu verstecken", lautet Zollitschs Subtext, "niemand von uns ist ohne Schuld." Nach diesem Satz des ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz wird kein Bischof mehr behaupten können, er selbst habe sich nichts vorzuwerfen.  (zeit.de)
    • 07.12.2018: "Wir waren alle beteiligt" - Sein Nachfolger wirft Freiburgs früherem Erzbischof vor, Missbrauchstaten vertuscht zu haben. Robert Zollitsch antwortet in einem bisher unveröffentlichten Video.  Zollitsch: "Ich stand zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite waren die Menschen, die von Missbrauch betroffen worden waren, und die jungen Menschen, die nicht in der Lage waren, sich öffentlich dazu zu äußern, die auch nicht die Kraft hatten, vor Gericht dazu aufzutreten und insofern eben als Zeugen öffentlich nicht infrage kamen. Auf der anderen Seite war die Kirche, in die ich eingebunden war, die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwertat und die natürlich dann spürte, ja da kommt etwas auf uns zu, und die damals nicht in der Lage war, es als das zu benennen, was es war, nämlich ein Verbrechen. (...) Wenn es heute einige Menschen gibt, die mir sagen, ich hätte zur Vertuschung beigetragen, dann muss ich damit leben. Aber ich muss auch sagen, es gab keine Anweisung, etwas zu vertuschen oder Akten zu vernichten. Es ist ganz klar, ich war stets eingebunden in die Gemeinschaft der katholischen Kirche und ich habe nie allein für mich entschieden, sondern es ist eine gemeinsame Entscheidung, die wir getroffen haben, von unserem Verständnis aus. Und nicht mal der Erzbischof allein entscheidet bei uns. Wir waren alle beteiligt." (zeit.de)
    • 07.12.2018: "Nichthandeln als Opferschutz":  Bei der Staatsanwaltschaft Tübingen haben am 5. Dezember 2018 die Strafrechtsprofessoren Dieter Rössner, Rolf Dietrich Herzberg, Eric Hilgendorf, Reinhard Merkel, Ulfrid Neumann und Holm Putzke mit dem Institut für Weltanschauungsrecht (ifw) ihre Strafanzeige vom 26. Oktober 2018 (Az.: 47 UJs 3454/18) ergänzt. Es waren neue Tatverdachtsgründe durch eigene Angaben von Bischof Fürst und Weihbischof Karrer von der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Schwäbischen Tagblatt und im SWR-Fernsehen aufgekommen. Die Strafrechtsprofessoren schreiben in der Anzeige: "Selbstverständlich stehen den traumatisierten Opfern die Fürsorgepflichten im Verfahren zu. Bei aller Rücksichtnahme auf die Leiden der Opfer hat das Strafrecht bei Offizialdelikten neben der Ermittlung und Verurteilung eines Schuldigen die ebenso wichtige Aufgabe, im Interesse der potentiellen Opfer und der Gemeinschaft präventiv zu wirken und die Verbotsnorm in der Gesamtgesellschaft zu verdeutlichen." (weltanschauungsrecht.de)
    • 06.12.2018: Ermittlungen eröffnet: Die Behörden in Görlitz, Köln und Passau ermittelten gegen unbekannt. Die Staatsanwaltschaft in Hildesheim habe ein Verfahren eröffnet, mittlerweile aber mangels weitere Anhaltspunkte wieder eingestellt. 20 Staatsanwaltschaften prüften die Anzeige noch. Drei Staatanwaltschaften haben dem "FAZ"-Bericht zufolge auf Anfrage der Zeitung nicht geantwortet oder die Anzeige nach eigenen Angaben nicht bekommen. (t-online.de) (mdr.de)
    • 05.12.2018: Von ehemaligem Münsteraner Bischof konsequent gedeckt: Der Kaplan als Serientäter:  Es ist nicht bei dem einen Fall aus der Skifreizeit in Innsbruck geblieben. Wie  berichtet, hatte sich vor knapp einer Woche ein Ex-Messdiener der Bockum-Höveler Christus-König-Gemeinde, der im Winter 1970/71 als Elfjähriger während jener Tage in Österreich von dem Geistlichen missbraucht wurde, in der Redaktion gemeldet. Am Dienstag vertraute sich nun ein weiteres Opfer der Zeitung an. 50 Jahre hat auch dieser Mann seine Geschichte mit sich herum getragen. Und auch er fragt sich, wie viele Kinder Pottbäcker insbesondere während der Zeltlager der Christus-König- und der St.-Pankratius-Gemeinde wohl noch missbraucht haben mag. (wa.de)
    • 05.12.2018: Das Bistum Speyer will sämtliche Unterlagen über Fälle, die gemeldet wurden, offen legen - auch wenn diese verjährt sind und nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden können. Ein Sprecher des Bistums sagte dem SWR, man wolle der Behörde so die Möglichkeit geben alle Verdachtsfälle noch einmal gründlich zu prüfen. Auch wenn die Täter juristisch keine Konsequenzen mehr fürchten müssten, so könne das Bistum kirchenrechtliche Schritte einleiten, denn in der Kirche gelten längere Verjährungsfristen.  (swr.de)
    "Sämtliche Unterlagen, über Fälle, die gemeldet wurden, offenlegen." - Was für eine  nichtssagende Verklausulierung.  Und vor allem: Wieso wurden bisher keine kirchenrechtliche Schritte eingeleitet???  / ca
    • 04.12.2018:  Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Osnabrück, Antonius Fahnemann, sagt: "Es ist klar, dass der sexualisierte Missbrauch weitergehen wird". Es mache ihn fassungslos und wütend, was Opfer von Missbrauch in der Kirche ihm erzählen.  "Wir brauchen etwas ganz anderes, nämlich völlig unabhängige Kommissionen in jedem Bistum, die das Geschehene anhand bundesweit einheitlicher Kriterien aufarbeiten. Es muss jetzt von der Kirche ein Befreiungsschlag durch völlig unabhängige Aufarbeitung kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da heute noch jemand verweigert. Wenn man die Strukturen nicht vernünftig aufarbeitet und versteht, warum es zu diesem Missbrauch gekommen ist, kann man Präventionskonzepte basteln so viel man will." (noz.de)
    • 03.12.2018: Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Bistums Rottenburg-Stuttgart."Wir haben offensichtlich die Dramatik nicht erkannt. Für uns ist eben wichtig, dass die Sicht der Betroffenen in den Vordergrund gestellt wird." (swr.de)
    • 03.12.2018: Missbrauch: Neue Schutzkonzepte im Bistum Essen: Verhaltenskodex, Schulungen und Führungszeugnisse. Wie das Bistum Essen mitteilt, erarbeiten derzeit auch die Pfarreien und andere kirchliche Einrichtungen eigene Schutzkonzepte oder haben sie bereits erstellt.(wdr.de
    8 Jahre nach 2010! immer noch kein einheitliches und verpflichtendes Schutzkonzept der Bistümer. Selbst einzelne Pfarreien erarbeiten "Konzepte". -  Führungszeugnisse und Schulungen gehören im Bistum Trier seit Jahren zu den "Auflagen". Eigene Recherchen ergaben jedoch,  dass bis heute nicht alle Führungszeugnisse abgegeben wurden. Auch, was Selbstverpflichtungserklärungen und Schulungen betrifft, ist man im Bistum Trier auf Abwehr gestoßen. / ca
    • 03.12-2018: Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche - Leben nach dem Missbrauch: Ein Pater hat Patrick in den 1970er-Jahren in einem Heim sexuell missbraucht. Der Täter lebt nicht mehr, aber Patricks Leben ist bis heute aus den Fugen. Die Kirche zahlte ihm 5.000 Euro zur Anerkennung des Leids. Er will keine milde Gabe, sondern Schadensersatz. (deutschlandfunk.de)
    • 02.12.2018: Der Katholikenrat zeigt sich mutlos gegen Missbrauch - ein Kommentar. Laue Harmonie hilft nicht weiter, wenn aus der Missbrauchsstudie klar hervorgeht, dass Kirchenobere sich überwiegend in Vertuschung übten statt aufzuklären: Täterschutz statt Opferschutz. Der Katholikenrat hätte Kardinal Marx ruhig auffordern dürfen, die kirchlichen Machtregeln zu reformieren: Die Kirche muss endlich ganz selbstverständlich die Zuständigkeit der staatlichen Justiz in ihren Sphären anerkennen und jeden Fall sofort anzeigen. Und die Bischöfe müssen aufhören, nur immer vom Bedauern zu reden, ohne echten Dialog mit den Opfern. Das alles hätte man sich in so einer Resolution im Klartext gewünscht. (sueddeutsche.de)
    • 30.11.2018: Diakon soll Vergewaltigung von Ministrantin gestanden haben: Der Diakon aus  dem Bistum München, der im Mai 2018 eine 15 Jahre alte Ministrantin sexuell missbraucht und vergewaltigt haben soll, soll sich nach seiner Festnahme geständig gezeigt haben. Der 65-Jährige wurde sofort in Untersuchungshaft genommen. Der Fall soll vor einem Schöffengericht verhandelt werden, was bedeutet, dass das Gericht eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren aussprechen kann. (sueddeutsche.de)
    • 30.11-208: Der 2007 verstorbene Kaplan Heinz Pottbäcker, dem aktuell im Bistum Münster eine Vielzahl von Missbrauchsfällen vorgeworfen werden, hat sich offenbar auch an Jungen aus dem Norden Hamms vergangen. Eines seiner mutmaßlichen Opfer meldete sich aufgrund der WA-Berichterstattung in der Redaktion. (wa.de)
    • 30.11.2018: Das Bistum Limburg möchte nach eigenen Angaben mit einem Maßnahmenpaket sexuellem Missbrauch durch Kleriker vorbeugen und die Aufarbeitung bisheriger Fälle vorantreiben. Dabei hat man sich das Zeitziel Mitte März 2019 gesetzt. "Dabei solle die Perspektive der Opfer sexuellen Missbrauchs von Beginn an einbezogen werden". 
    Systemische Faktoren,  Fragen, die die Sexualmoral betreffen, Homosexualität, Pflichtzölibat, Kerikalismus, Machtmissbrauch, Opferperspektive etc. etc. Interessant, welche tiefgreifende Maßnahmen  Bätzing alle so anspricht, wenn man bedenkt, dass er in der vergangenen Woche noch nicht einmal dazu in der Lage war, Betroffene, die ebenso wie er in eine TV-Sendung eingeladen wurden, persönlich zu begrüßen.  Ich könnte mir gut vorstellen, dass er wesentlich öfter die Hände von Tätern schüttelte, als die von Betroffenen.  / ca 
    • 29.11.2018: Missbrauch in der Katholischen Kirche: "Zur Sache! Baden-Württemberg" geht  Fragen nach: War es das mit der Aufklärung? Was ist mit der strafrechtlichen Verfolgung der Täter? Und vor allem: Was ist mit den Betroffenen, die bis heute leiden? (ARD-Mediathek)
    • 29.11.2018:  Bistum München-Freising: Ein katholischer Diakon soll im Mai diesen Jahres eine 15jährige Ministrantin  vergewaltigt haben.  Nun ist er angeklagt. Dies berichtete heute die Münchner Staatsanwaltschaft. Während eines Ausflugs habe sich der Diakon an einer damals 15-Jährigen in einer Weise vergangen, die den Tatbestand der Vergewaltigung erfülle. (br.de) (sueddeutsche.de)
    • 29.11.2018: Die Staatsanwaltschaft in Kempten ermittelt gegen einen Priester aus dem Allgäu wegen Besitzes von möglicherweise strafrechtlich relevanten Pornos. Die Diözese Augsburg hat den Priester nach eigenen Angaben von seinem Dienst als Pfarrer freigestellt. "Selbstverständlich gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung", betonte die Diözese in einer schriftlichen Mitteilung. Weitere Auskünfte will die Diözese mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte des Priesters derzeit nicht machen. (br.de)
    • 27.11.2018: Münster/Rhede - Der 2013 gestorbene Bischof des Bistums Münster, Reinhard Lettmann, hat in den 70er-Jahren einen verurteilten pädophilen Priester versetzt und damit neuen sexuellen Missbrauch ermöglicht. Das teilte das Bistum Münster am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der betroffenen Kirchengemeinde in Rhede im westlichen Münsterland mit. (wn.de) (spiegel.de) Der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld, der das Bistum in Rhede vertrat, legte dar, dass nur durch das Nichtstun der Verantwortlichen ein solches Ausmaß des Missbrauchs möglich gewesen sei. Darin liege ihre große Schuld: „Ein Gedanke ist nie aufgekommen: Heinz Pottbäcker zu suspendieren, zu laisieren und ihn ganz aus dem Dienst der Kirche zu nehmen.“ Es sei für ihn unbegreiflich, dass „Verantwortliche der Kirche im Bistum Münster auf so schwere und für die Betroffenen schlimme Weise versagt haben“. Reidegeld erklärte, dass die bislang durchsuchten Personalakten für die Aufarbeitung des Falls nicht ausreichend seien. „Es lässt sich daraus kein konkreter Rückschluss ziehen, wer von den damals Haupt-Verantwortlichen was genau wusste und wer was entschieden hat.“ (kirche-und-leben.de) (bistum-muenster.de)
    • 27.11.2018: Möglicherweise 20 - 30 Betroffene in Rhede:  In Rhede wurden Anfang der Siebziger Jahre mehr Kinder als bislang bekannt von einem katholischen Priester missbraucht. Nachdem vor gut einer Woche in der betroffenen Pfarrei "Zur Heiligen Familie" ein erster Fall von Kindesmissbrauch durch den damaligen Kaplan bekannt gemacht worden war, meldete sich beim WDR in Münster ein weiterer Betroffener. Er selbst habe Kontakt zu fünf weiteren Opfern, dabei sei auch eine Frau. Zusammen gehe man von 20 bis 30 Betroffenen aus. Das Bistum Münster gab an, mit zwei Betroffenen in Kontakt zu stehen, außerdem gebe es inzwischen zwei weitere Meldungen mit Hinweisen auf den Anfang der 70er Jahre. (wdr.de) (bistum-muenster.de)
    • 26.11.2018: "Die wollen nur reden": Martin Rupps vom SWR zweifelt daran, dass der Trierer Bischof Stephan Ackermann tatsächlich in einen Gesprächsprozess über den Zölibat eintreten will. Eher will er vom Umgang mit dem Missbrauchsskandal ablenken. "Ich werde deshalb den Verdacht nicht los, dass Wortmeldungen wie jetzt von Stephan Ackermann einfach nur die allgemeine Empörung über den Umgang der Bischofskonferenz mit dem Missbrauchsskandal dämpfen soll."  (swr.de)
    • 24.11.2018: Mindestens 3677 Minderjährige wurden zwischen 1946 und 2014 von Klerikern der katholischen Kirche missbraucht. Traumatische Erfahrungen in der Kindheit prägen einen Menschen jedoch nicht nur als Kind - sie verändern Gehirn, Immunsystem und Psyche ein Leben lang. (rp-online.de)
    • 23.11.2018: Verdacht auf systematischen Kindesmissbrauch: Schon vor drei Jahren erklärte ein ehemaliger Ministrant, der langjährige Bischof von Hildesheim, Janssen haben ihn zum Oral- und Analverkehr gezwungen. Der Mann bekam Geld vom Bistum Hildesheim zur Anerkennung des Leids, der ehemalige Bischof wurde jedoch nicht als Täter bezeichnet. Nun steht darüber hinaus der Verdacht im Raum, dass eine Gruppe von Klerikern – darunter Janssen – systematisch Kinder missbrauchte. Janssen war von 1957 bis 1982 Bischof von Hildesheim. Heiner Wilmer will nun eine externe Untersuchungskommission einsetzen. Sie soll herausfinden, ob die Täter – Bischof Janssen, die Priester an der Spitze der Kinderheime, der Kaplan und andere – zusammengearbeitet haben.  (deutschlandfunk.de)
    • 23.11.2018: Die Staatsanwaltschaft Tübingen erhält Personalakten vom Bistum​. Die Staatsanwaltschaft Tübingen erhält im Zusammenhang mit der Aufklärung sexuellen Missbrauchs Personalakten vom Bistum Rottenburg-Stuttgart. Hintergrund ist eine Strafanzeige von einer Gruppe Rechtsprofessoren gegen Unbekannt.  Ausgenommen von den Ermittlungen sind Verstorbene, weil deren Taten nach deutschem Strafrecht nicht untersucht werden können. (domradio.de)
    • 23.11.2018: Die Kirche soll besser mit staatlichen Stellen kooperieren – das fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Wilhelm Rörig. Er hat auch einen Vorschlag, wie das gelingen kann: einen Vertrag zwischen Staat und Kirche.  "Konkret könnten sich Kirche und Staat über Standards einer kontinuierlichen und achtsamen Betroffenenbeteiligung in den Aufarbeitungsprozessen verständigen", sagte er. Auch über konkrete Rechte Betroffener bei der Aufarbeitung oder über Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse zu Unterlagen könnte eine Einigung geschaffen werden. "Auch die bis heute ungelöste Frage der Entschädigungszahlungen sollte nun endlich geklärt werden", so der Beauftragte. (katholisch.de)
    • 23.11.2018: In Köln findet die Fachtagung: "Präventionserprobt!? - Katholische Kirche auf dem Weg zur nachhaltigen Prävention von sexualisierter Gewalt" statt. Das Tagungsprogramm sowie die Statements von Bischof Dr. Stephan Ackermann,  Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, (Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz, DOK) und von Johannes-Wilhelm Rörig, UBSKM,  finden Sie auf der Seite "dbk.de"
    • 23.11.2018: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert die Einrichtung einer Kommission zum Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. ZdK-Präsident Sternberg will die Prävention gegen sexuellen Missbrauch vereinheitlichen. Eine unabhängige Kommission soll beschlossene Regeln kontrollieren fordert er im ZDF.Die Kirche müsse sich um die Opfer der Missbrauchsfälle kümmern. (zdf.de) (spiegel.de)
    • 23.11.2018: Missbrauch in der Kirche: "Wer ist für Vertuschung verantwortlich?" Auf einer Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz, die am heutigen Freitag beginnt, steht diese Frage im Mittelpunkt. n-tv.de hat mit Johannes-Wilhelm Rörig, dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, über die aktuellen Entwicklungen gesprochen. (n-tv.de)
    • 23.11.2013: Die Staatsanwaltschaft Münster und das Bistum Münster planen bei der Aufklärung von sexuellem Mißbrauch in der katholischen Kirche enger zusammenzuarbeiten. In dieser Woche hätten sich beide Seiten erstmals getroffen, teilte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt aus Münster am Freitag mit. "Es haben Gespräche stattgefunden. Das Bistum hat zugesagt, zu kooperieren und uns sämtliche Unterlagen, die wir für Prüfung eines Anfangsverdachts benötigen, zur Verfügung zu stellen."  Nun ginge es darum, bisher anonyme Fälle zuordnen zu können und zu prüfen, ob Fälle verjährt sind. Ob es zu Strafanzeigen aufgrund von sexuellen Missbrauchs kommen wird, könne erst danach gesagt werden.Im September 2018 hatte das Bistum Münster mitgeteilt, dass in den vergangenen Jahrzehnten 450 junge Männer und Frauen missbraucht worden waren. (wdr.de)
    • 22.11.2018:  "Jenseits von Eden": Sie wollte Gutes tun im Namen Gottes, also trat Doris Reisinger nach der Schule einer katholischen Ordensgemeinschaft bei. Einer der Priester soll sie über Monate hinweg missbraucht haben. Und während der mutmaßliche Peiniger nahezu unbehelligt bleibt, kämpft die 35-Jährige bis heute darum, nicht als Täterin gesehen, sondern als Opfer anerkannt zu werden. (fr.de)
    • 22.11.2018: Sexualisierte Gewalt in den Kirchen: „Staat hat seine Aufsichtspflicht gegenüber Kindern nicht hinreichend wahrgenommen“ Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sieht bei den Missbrauchsfällen der Kirche auch Versäumnisse beim Staat. Deswegen sollten Staat und Kirche „partnerschaftlich“ bei der Aufarbeitung zusammenarbeiten, sagte er im Dlf. Eine Wahrheitskommission schließt er nicht aus. (deutschlandfunk.de)
    • 21.11.2018: „Anspruch auf Schadensersatz von der Kirche einklagen“: Der Strafrechtler Reinhard Merkel hat Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Amtsträger ermutigt, Schadensersatzansprüche geltend zu machen – auch wenn diese bereits verstorben seien. „Das richtet sich nicht nur gegen den jeweiligen Täter, sondern auch gegen die Institution, die gegebenenfalls ein eigenes Verschulden trifft, mindestens ein Überwachungsverschulden, das solche Dinge unmöglich gemacht hätte oder deutlich erschwert hätte, also diese sexuellen Übergriffe erschwert hätte. Ich meine, die Chancen wären gut, dann wenigstes einen Schadensersatzanspruch in Verbindung mit einem fairen Anspruch auf Schmerzensgeld von der Kirche einzuklagen. (deutschlandfunk.de)
    • 21.11.2018: Massiver Vertrauensverlust für die Katholische Kirche: Konnte die Kirche in Deutschland nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie Vertrauen zurückgewinnen? Laut einer aktuellen Umfrage lautet die Antwort eindeutig: Nein.  Auf die Frage, ob die jüngsten Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz das Vertrauen wieder hätten festigen können, antworteten laut der SWR-Erhebung 87 Prozent mit Nein. In der Altersgruppe zwischen 50 und 64 waren es sogar 94 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich nach Angaben des Südwestrundfunks bei der Frage, ob die Kirche die richtigen Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie gezogen habe: Hierauf antworteten 84 Prozent mit Nein.  (pro-medienmagazin.de) (SWR/Presseportal)
    • 20.11.2018: Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche stellt fest, dass in der Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) über die Erörterung ihres Ständigen Rates am 20. November 2018 in Würzburg fast keine Fortschritte und Konkretisierungen gegenüber den am 27. September 2018 in Fulda vorgelegten Ankündigungen zu erkennen sind. So gehe aus der Mitteilung nicht hervor, ob die Schritte inzwischen mit Betroffenen bzw. deren Verbänden, mit Fachleuten und mit Laienorganisationen diskutiert und abgestimmt worden sind. Weiterhin bleibt unklar, ob sich die 27 deutschen Bischöfe wirklich auf ein einheitliches und gemeinsames Vorgehen haben einigen können. Nichts zu erfahren ist darüber, ob die Personalakten bezüglich sexualisierter Gewalt jetzt von allen Bistümern den staatlichen Strafverfolgungsbehörden übergeben werden, wie dies der Missbrauchsbeauftragte Bischof Ackermann angekündigt am 16.11.2018 angekündigt hatte. (wir-sind-kirche.de)
    • 20.11.2018: Die katholischen deutschen Bischöfe haben als Konsequenz aus der jüngsten Studie zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester weitere Maßnahmen beschlossen. In Zukunft wollen die Bistümer gemeinsame Standards bei der Personalaktenverwaltung der Priester einhalten. Das teilte der Ständige Rat der Bischofskonferenz nach seiner Sitzung am Dienstag mit. Zusätzlich zu diözesanen Ansprechpartnern soll es künftig externe unabhängige Anlaufstellen zum Thema sexueller Missbrauch geben. Durch eine unabhängige Aufarbeitung soll geklärt werden, wer über die Täter hinaus institutionell verantwortlich für Missbrauchsgeschehen in der Kirche war. Das Verfahren zur Anerkennung erlittenen Leids werde weiterentwickelt und ein überdiözesanes Monitoring für die Bereiche Intervention und Vorbeugung verbindlich, heißt es.  Verantwortlich für die Umsetzung:  Bischof Dr. Stephan Ackermann. (dbk.de) (im direkten Vergleich dazu die Eklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der MHG-Studieanlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenzam 27. September 2018 in Fulda.
    • 20.11.2018: Das Ruhrbistum setzt im Missbrauchs-Skandal auf eine enge Zusammenarbeit mit der Justiz. Doch viele der mutmaßlichen Täter sind bereits tot. Die Akten über mögliche Missbrauchsfälle, die das Ruhrbistum jetzt der Essener Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellt, werden womöglich zu keiner Verurteilung führen. Man müsse zwar davon ausgehen, dass es sich bei den 41 Beschuldigten tatsächlich um Täter handele, sagt Bistumssprecher Ulrich Lota, „aber bis auf drei sind alle von ihnen tot“. Oberstaatsanwältin Anette Milk dämpft allzu große Erwartungen: „Wenn die Beschuldigten verstorben sein sollten, können wir nichts mehr tun.“ Denn gegen Tote wird nicht ermittelt. Dass sich die Ermittler damit befassen, ob die Kirche die teils Jahrzehnte zurückliegenden Fälle vertuscht habe, sei unwahrscheinlich: „Strafverfahren haben einen anderen Zweck als die Ermittlung historischer Wahrheiten.“ Milk weist zudem darauf hin, dass es – anders als oft angenommen – keine Pflicht eines Arbeitgebers gebe, jede Straftat anzuzeigen. Das gelte für Diebstahl wie für Missbrauch, obwohl letzterer großen seelischen Schaden anrichte: Moralisch sei ein Verschweigen hier anders zu bewerten, juristisch nicht. Belangen könne man jemanden, der lüge, um einen Straftäter zu decken und vor Strafe zu bewahren: Das könne als Strafvereitelung gelten. Die Prüfung der Akten werde nun Wochen in Anspruch nehmen, so Milk: „Dann wissen wir, wo wir einsteigen müssen.“ (nrz.de)
    • 20.11.2018: Unter dem Motto #MachtLichtAn ruft der kfd-Bundesverband am Mittwoch, 12. 12., 18 Uhr die Mitglieder zur bundesweiten Klage-Andacht mit Gebet zur Erneuerung der Kirche auf. Der Verband fordert die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. (kfd-bundesverband.de)
    • 20.11.2018: Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend kritisiert die Bischöfe: Thomas Andonie, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ): "Der Sieben-Punkte-Plan, den die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung im September verabschiedet haben, reiche „nicht ansatzweise“ aus. Darin gibt es keine Verpflichtungen und keinen Zeitplan. Jetzt müssen Ross und Reiter genannt und nicht eine Institution oder gar Täter geschützt werden", fordert Thomas Andonie. Bei einigen wenigen Bischöfe sehe er das gewünschte Engagement schon. Schockiert und enttäuscht sei er aber darüber, dass auch acht Jahre nach dem ersten Bekanntwerden der zahlreichen Missbrauchsfälle innerhalb kirchlicher Institutionen das Thema für einige Bischöfe mit der Formulierung einer Beileidsbekundung abgehakt zu sein scheine. (kirche-und-leben.de)
    • 19.11.2018: Anfang der 70er-Jahre hat ein Priester in Rhede mindestens ein Kind missbraucht. Das teilte das Bistum Münster am Wochenende mit. Der Missbrauchsfall soll jetzt aufgearbeitet werden. Von 1971 bis 1973 war der inzwischen verstorbene Mann Kaplan in Rhede. Erst jetzt wurde öffentlich, dass er in dieser Zeit mindestens ein Kind missbraucht hat. Obwohl der Priester schon 1968 wegen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, konnte er trotzdem weiter als Priester tätig sein. Die Gemeinde informierte am Wochenende (17./18.11.2019) in Gottesdiensten über die Vorwürfe. (wdr.de)  / Nur ein offener Umgang könne Heilung in Gang setzen. Das Bistum kündigt an, bei der Informationsveranstaltung darüber zu berichten, „was wir über die Vergehen von Heinz Pottbäcker und den Umgang der damaligen Verantwortlichen im Bistum damit wissen“. Ausdrücklich werde in dem Text dem unmittelbar Betroffenen in Rhede für den Mut gedankt, eine Aufarbeitung anzugehen. Zwar würden die Informationen vielleicht auf unterschiedliche Weise Betroffenheit auslösen, heißt es. Es solle aber durch den Aufarbeitungsprozess vor allem darum gehen, „den Opfern sexueller Gewalt, soweit das überhaupt möglich ist, gerecht zu werden. Das geht nur, wenn wir uns der Vergangenheit stellen“. (kirche-und-leben.de)  
    • 19.11.2018: Der frühere Freiburger Erzbischof und langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, räumt Fehler im Umgang mit Missbrauchstaten katholischer Priester ein. Aus heutiger Sicht hätte er die Pflicht gehabt, "entsprechende Täter" anzuzeigen, sagte Zollitsch. "Auch ich hatte in meiner aktiven Zeit mit Fällen zu tun, in denen Priester unserer Erzdiözese Kinder missbraucht haben", so Zollitsch. Das "ganze Ausmaß" der Taten sei ihm erst sehr viel später bewusst geworden. (domradio.de).
    Viele Bischöfe behaupten inzwischen, dass ihnen das Ausmaß nicht bewusst war. Viele Bischöfe waren auch über das Ergebnis der MHG-Studie schockiert. Außer einer: Bischof Ackermann. Er selbst empörte sich lediglich über die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse, jedoch nicht über das Ausmaß. Über das Ausmaß sagte Ackermann: "Wir (!) wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird." / ca
    • 18.11.2018: Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die katholische Kirche mit Blick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als "Täterorganisation" bezeichnet. Die Kirche müsse sich sagen lassen, dass Täter geschützt worden seien und sie falsch gehandelt habe, sagte Bätzing am Freitag bei einem Treffen mit mehr als 150 Seelsorgern seines Bistums in Limburg. Und weiter: "Sie muss sich sagen lassen, die Opfer nicht beachtet zu haben. Und sie muss sich sagen lassen, systemische Faktoren, die sexuellen Missbrauch befördern, nicht im Blick gehabt zu haben." - (katholisch.de
    Erneut heißt es: "Die Kirche muss ...". Nein, Herr Bätzing! Sie müssen sich sagen lassen, die Opfer nicht beachtet zu haben. Im Besonderen während Ihrer Zeit als Generalvikar im Bistum Trier.  Aber auch  Ihre Verantwortung als Regens im Trierer Priesterseminar darf nicht außen vor bleiben.  Also, werden Sie bitte endlich konkret, nennen Sie die Namen der Verantwortlichen, zu denen  auch Marx und Ackermann  zählen -  und auch Ihren eigenen! Ein weiteres Mal sehen Sie offensichtlich nicht hin.  Denn wenn Sie es täten, würden Sie sich eingestehen müssen,  dass Sie selbst ein Teil dieser Täterorganisation waren und sind. Der "Verblendungszusammenhang", von dem Marx gestern sprach, umhüllt die Bischöfe offensichtlich weiterhin, wie ein dichter Nebel, in dem Sie umherirren. -  ca
    • 18.11.2018: "Es gibt keine Entschuldigung" - In Rheinland-Pfalz ist am Sonntag der Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gedacht worden. Bischof Peter Kohlgraf sagte, Verantwortliche für sexuellen Missbrauch hätten keinerlei Entschuldigung." Weder entschuldigen gesellschaftliche Stimmungen oder die Behauptung, dass man eben früher anders mit so etwas umgegangen sei", sagte Kohlgraf am Sonntag bei der Messe im Mainzer Dom. Missbrauchstäter in der Kirche hätten "das Evangelium ad absurdum geführt." Er könne nachvollziehen, dass manche Menschen keine Bekundungen von Betroffenheit der Bischöfe mehr hören wollten, so Kohlgraf weiter. "Es müssen konsequente und konkrete Schritte gegangen werden, die wohl hätten längst erfolgen können."  Er ahne, dass seine Gespräche mit Betroffenen "ein Tropfen auf den heißen Stein" seien. Er wolle aber zeigen, "dass die Menschen keine 'Fälle' sind, keine Akten, die bearbeitet und dann beiseite gelegt werden sollen."  (swr.de)
    • 18.11.2018: Der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, räumt erneut Versäumnisse der Kirche bei der Aufklärung der Fälle ein. „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen“, sagte er am Sonntag bei einem Gottesdienst in München. (welt.de), (br.de)
    Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Aber es passt einfach nicht zusammen. "Wir" haben versagt, "Wir" waren wie in einem Verblendungszusammenhang."  Er selbst sollte sich eingestehen, dass er z.B. als Bischof von Trier im Umgang mit sexuellem Missbrauch durch seine eigenen Priester versagt hat. Ebenso wie Bischof Ackermann. Ein Eingeständnis sich selbst und anschließend den Betroffenen gegenüber. Persönlich. Und glaubwürdig. -  Ein neutrales und verallgemeinertes: "nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, "es" kleinreden, "es" nicht anhören" in einer Predigt hilft Betroffenen keineswegs weiter und ist von Glaubwürdigkeit weit entfernt. In einem einzelnen Fall gibt es kein "wir" oder "es".  Es muss in "Ich-Form" geredet werden, Täter und Verantwortliche beim Namen genannt werden. Und: Es müssen daraus persönliche Konsequenzen gezogen werden. / ca
    • 18.11.2018: Im Münchner Liebfrauendom hat Kardinal Reinhard Marx einen Gottesdienst anlässlich des Gedenktags für Opfer sexuellen Missbrauchs gehalten und sich dabei dankbar gezeigt, dass für die Kirche die „Stunde der Wahrheit“ gekommen sei. „Wir dürfen den Betroffenen, den Opfern, dankbar sein, dass sie sich geäußert haben, dass sie sprechen, oft nach Jahrzehnten, was schmerzhaft ist für viele von ihnen“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Sonntag, 18. November. „Wir dürfen auch den Medien dankbar sein, wir dürfen dafür dankbar sein, dass die Aufmerksamkeit gewachsen ist für dieses manchmal verschwiegene, verborgene, verheimlichte Unrecht, für diese Gewalt, die vielen Menschen weltweit angetan wurde und wird.“ (erzbistum-muenchen.de)
    • 18.11.2018: Bistum Essen übergibt Priester-Akten der Staatsanwaltschaft: Das Bistum Essen wird der Staatsanwaltschaft 41 Akten über mögliche Missbrauchsfälle durch Geistliche zur Verfügung stellen. In den betreffenden Fällen müsse man davon ausgehen, dass es sich bei den Beschuldigten tatsächlich um Täter handle, bestätigte Bistumssprecher Ulrich Lota einen Bericht des „Neuen Ruhrworts“ gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur kna. Vergangene Woche habe man sich mit der Staatsanwaltschaft darauf verständigt, dass diese die Akten offiziell anfordern werden. (waz.de)
    • 18.11.2018:  In seiner Zeit als Kaplan in der damaligen Pfarrei „Zur Heiligen Familie“ Rhede hat Heinz Pottbäcker Kindern sexuelle Gewalt angetan. Das Bistum Münster möchte dies aufarbeiten und lädt am 27. November, um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ein. Der Priester starb 2007.Das Bistum kündigt an, bei der Informationsveranstaltung darüber zu berichten, „was wir über die Vergehen von Heinz Pottbäcker und den Umgang der damaligen Verantwortlichen im Bistum damit wissen“. (kirche-und-leben.de
    • 17.11.2018: Kirchenmitglieder im Erzbistum Freiburg verlangen nach dem jahrelangen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Gerechtigkeit. Bei einer Versammlung in Freiburg warnen sie die Bistumsleitung vor den Folgen, sollte sich nichts ändern. „Viele trauen der Kirche nicht mehr zu, sich diesen Verbrechen zu stellen und eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ehrlich anzugehen, um vor allem den Opfern endlich Gerechtigkeit zukommen zu lassen.“ (stuttgarter-nachrichten.de)
    • 16.11.2018: Im Erzbistum Freiburg hat eine Kommission ihre Arbeit aufgenommen, die Strukturen zum missbräuchlichen Umgang mit Macht aufdecken soll. Das Gremium soll auch Empfehlungen zu Konsequenzen aus der kirchlichen Missbrauchsstudie vorschlagen.Zu den ersten Aufgaben der Kommission zählt die systematische Aufarbeitung "besonders auffälliger Missbrauchsfälle". (domradio.de)
    • 16.11.2018: Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. In einem weiteren Verfahren werde ein Anfangsverdacht geprüft, teilte das Justizministerium am Freitag nach einem Gespräch zwischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU), dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer und weiteren Kirchenvertretern mit. Dem Ministerium zufolge beruhen die neuen Ermittlungen auf Unterlagen, die das Bistum Hildesheim Ende Oktober der Anklagebehörde übergeben hat. Das Bistum habe zugesagt, weitere Akten zu übersenden
    • 16.11.2018: Auf Grundlage der jüngsten Missbrauchsstudie sind in Niedersachsen derzeit acht Ermittlungsverfahren eingeleitet worden: Die katholischen Bistümer in Niedersachsen wollen sich umfassend an der juristischen Aufarbeitung von Missbrauchsfällen beteiligen. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) und Kirchenvertretern am Freitag. Die Vertreter der katholischen Bistümer hätten zugesichert, eng mit den Staatsanwaltschaften im Land zusammenzuarbeiten. Alle Akten, die die Ermittlungsbehörden benötigten, würden die Bistümer vorlegen, sagte die CDU-Politikerin.  (ndr.de)
    • 16.11.2018: Das Bistum Essen wird der Staatsanwaltschaft Essen 41 Akten möglicher Missbrauchsfälle zur Verfügung stellen. Dies sei das Ergebnis eines gemeinsamen Gesprächs im Essener Generalivikariat vom Donnerstag, erklärte Oberstaatsanwältin Anette Milk, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Essen. Das Bistum möchte mit seinem Schritt dem Eindruck entgegenwirken, „wir würden vielleicht etwas vertuschen wollen“, sagte Lota. So hat das Ruhrbistum der Staatsanwaltschaft auch angeboten, die Kölner Anwaltskanzlei Axis von der Schweigepflicht zu befreien. (neuesruhrwort.de)
    • 15.11.2018: Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer aus Leipzig: Als junger Priester soll Edward W. ein Kind missbraucht haben. Der Fall liegt Jahrzehnte zurück und sorgt nun auch in den Leipziger Kirchgemeinden für Unruhe. Der 68-jährige Edward W. war seit 1. September 2015 für die Seelsorge an den polnisch-sprachigen Christen in Leipzig zuständig. Inzwischen wurde Edward W. durch Dekret des Bischofs von Oppeln vorläufig vom Dienst suspendiert und in die Heimatdiözese zurückbeordert
    • 15.11.2018:  Das Erzbistum Köln richtet ein Expertengremium mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Kirche ein. Nach eigenen Angaben sind sie damit eines der ersten deutschen Bistümer mit einem solchen Gremium. Der so genannte Betroffenenbeirat soll die Arbeit des Bistums begleiten, Positionen und Vorschläge zu Intervention und Prävention einbringen, teilte das Bistum am Donnerstag mit. «Der Beirat soll aus zwölf Mitgliedern unterschiedlicher Altersgruppen bestehen, die selbst in verschiedener Weise von Missbrauch betroffen waren», teilte der Interventionsbeauftragte Oliver Vogt mit.  (wn.de)
    • 15.11.2018: Betroffene, die in ihrer Kindheit in der Institution der Katholischen Kirche sexualisierte Gewalt erfahren haben, sind eingeladen, sich im Betroffenenbeirat des Erzbischofs von Köln zu engagieren und damit die fachliche Weiterentwicklung des Umgangs mit Fragen der sexualisierten Gewalt im Erzbistum Köln zu unterstützen. (erzbistum-koeln.de)
    • 14.11.2018:  "Wie viele Opfer brauchen sie denn noch, um zu glauben, was passiert ist?" -  Neue Vorwürfe gegen den Hildesheimer Altbischof Heinrich Maria Janssen: Gegen den ehemaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen sind neue Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Ein früherer Ministrant sieht erschreckende Parallelen zu seinem eigenen Fall. (spiegel.de)  Als Reaktion auf die Schilderungen des Mannes kündigte Bischof Wilmer an, den aktuellen Fall durch eine externe Untersuchungsgruppe aufklären zu lassen. "Sexualisierte Gewalt ist kein Versagen, sondern ein Verbrechen. Das verlangt Aufklärung sowie klares und konsequentes Handeln von uns", so der Bischof, der bei seiner Amtsübernahme größtmögliche Offenheit im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen versprochen hatte. Zudem hatte er angekündigt, Akten der Kirche offenzulegen. Am Freitag wird dies nun offenbar konkreter - dann ist ein Treffen mit Justizministerin Barbara Havliza (CDU) geplant. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie die Offenlegung der Akten konkret erfolgen könnte (ndr.de)
    • 14.11.2018: Das Saarland schafft Anlaufstelle für kirchliche Missbrauchsopfer: Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche können im Saarland künftig auch bei einer staatlichen Stelle eine Entschädigung beantragen. Das kündigte Ministerpräsident Tobias Hans nach einem Treffen mit den Bistümern Speyer und Trier an. Regierungssprecherin Anne Funk erläuterte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur, die staatliche Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs auch innerhalb der katholischen Kirche sei im Saarland das Landesamt für Soziales. Dort würden "Anträge und Verfahren nach dem Opferentschädigungsrecht zentral bearbeitet". (domradio.de)
    • 12.11.2018: Die "Anzeige gegen unbekannt" der sechs Strafrechtsprofessoren wird derzeit im Bistum Münster von der Staatsanwaltschaft geprüft.  Auch in Köln laufen Ermittlungen. Diese seien allerdings schon vor der Anzeige durch die Professoren aufgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag dem WDR. Die Ermittler seien diesbezüglich in Kontakt mit dem Erzbistum Köln. In Paderborn hat die Staatsanwaltschaft Gespräche mit Vertretern des Erzbistums geführt. Es sei vereinbart worden, dass das Erzbistum den Ermittlern Akten und Unterlagen zur Verfügung stellt. Ob Ermittlungen aufgenommen würden, werde geprüft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bezeichnete das Verhalten des Erzbistums gegenüber dem WDR als "kooperativ". Im Bistum Essen wurde laut Staatsanwaltschaft noch kein förmliches Verfahren eingeleitet. Allerdings werde es "demnächst" ein Gespräch mit Bistumsvertretern geben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Aachener Staatsanwaltschaft hat seit 2010 eine Vereinbarung mit dem Bistum Aachen. Übergriffe, die dem Bistum bekannt würden, seien an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet worden. (wdr.de)
    • 12.11.2018: Der Sprecher des Bistums Münster, Stefan Kronenburg (ehemaliger Trierer Bistumssprecher) sagte am Montag, man werde "in jeder Form, die rechtlich nötig und möglich ist, mit der Staatsanwaltschaft Münster zusammenarbeiten". Am Dienstag werde es dazu ein Treffen zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Generalvikar des Bistum geben, um die weiter Schritte zu besprechen. (wdr.de)
    • 10.11.2018: Das Ausmaß der Aktenvernichtung und Aktenmanipulation ist nicht einschätzbar / Sexueller Missbrauch von Kindern durch Kleriker besteht weiterhin - Harald Dreßing, Leiter des Forschungskonsortiums der MHG-Studie antwortet auf die Frage, ob er das Ausmaß erahnt habe, als er von der DBK mit den Nachforschungen beauftragt wurde, "Der Umfang und teils auch der Umgang damit haben mich erschüttert und erschüttern mich noch immer. Die Tiefe der an uns weitergegeben Informationen aus den 27 Bistümern war unterschiedlich. Neben den hohen Zahlen, zu denen ja noch eine Dunkelziffer kommt, gab es Hinweise, dass Akten vernichtet oder manipuliert wurden, wobei wir das Ausmaß nicht einschätzen können."  - Auf die Frage, wie weit die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche abgeschlossen sei, antwortet Dreßing:  "Was wir gemacht haben, ist keine Aufarbeitung, sondern eine wissenschaftliche Analyse. Wir hatten ja nur anonymisierte Daten, die wir ausgewertet haben. Diese Studie kann aber unter Umständen einen Beitrag bei der Aufarbeitung leisten. Betroffene wünschen sich, dass jetzt Ross und Reiter genannt werden, und diesen Wunsch kann ich gut nachvollziehen. Wo es noch möglich ist, kann dann auch ermittelt werden. Aber eines muss klar sein: Sexueller Missbrauch von Kindern durch Kleriker ist keineswegs ein historisches Phänomen, sondern das Risiko besteht weiterhin." (badische-zeitung.de)
    • 09.11.2018: Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, sagt, die "Strafanzeige gegen unbekannt" der sechs Strafrechtsprofessoren werde derzeit geprüft. Zugleich wies er darauf hin, dass sie keine namentlich konkreten und individualisierbaren Fälle nennt, auch nicht mit Bezug zu Münster. Aus der Studie ergäben sich „keine zureichenden Anhaltspunkte“ für konkrete, verfolgbare Straftaten einzelner Personen, erläuterte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Damit fehle die Voraussetzung dafür, dass die Behörde von Amts wegen tätig werde.Das Justizministerium räumt zugleich ein, aus der Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz könne man derzeit nicht erkennen, wer „für die Vertuschung solcher Taten durch Versetzungen oder Nichtverfolgung der Täter“ Verantwortung übernehmen müsse. Auch nicht, ob sich Kirchenobere gegebenenfalls „selbst strafbar gemacht haben“ (kirche-und-leben.de)
    • 09.11.2018: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger plant nach öffentlicher Kritik an seinem Vorgänger Robert Zollitsch ein klärendes Gespräch. Burger beabsichtige ein Treffen mit Zollitsch, sagte eine Sprecherin der Erzdiözese am Freitag in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, in vertrauter Runde die aufgeworfenen Fragen zu besprechen. Einen konkreten Termin gebe es noch nicht. Burger hatte seinem Vorgänger in einem Radiointerview des Südwestrundfunks (SWR) am Mittwoch Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. (swr.de)
    • 08.11.2018: „Bisher ist bei der Staatsanwaltschaft Augsburg keine Anzeige erfasst, die im Zusammenhang mit der Studie steht“, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai dazu auf Anfrage. Auch bei der Generalstaatsanwaltschaft München sei keine Strafanzeige in diesem Zusammenhang eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Christoph Oberhauser am Donnerstag. Seine Behörde habe auf ihr Schreiben jedoch „mehrere Rückmeldungen von Ordinariaten erhalten. Es werden weitere Gespräche in dieser Sache geführt werden“. Worum es dabei genau gehen soll, könne er nicht sagen. (augsburger-allgemeine.de)
    • 08.11.2018:  „Es ist in den Jahrzehnten davor nicht immer alles so gelaufen, wie man es heute eigentlich machen müsste“, räumte der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx ein. Dazu müsse man stehen. - Nach den Strafanzeigen gegen Unbekannt wegen Tausender juristisch nicht aufgearbeiteter Missbrauchsfälle setzt die katholische Kirche auf Kooperation mit den Staatsanwaltschaften. „Das ist eine Selbstverständlichkeit“, sagte Marx am Donnerstag in München nach dem Herbsttreffen der Freisinger Bischofskonferenz. Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern hatte deshalb eine neutrale Anlaufstelle für Opfer angeregt. Das werde man auf Bundesebene diskutieren, sagte Marx, der nicht nur Vorsitzender der bayerischen Oberhirten, sondern auch der Deutschen Bischofskonferenz ist. Um glaubwürdig zu sein, müsse so eine Stelle vor allem unabhängig sein. (sueddeutsche.de)  Kardinal Reinhard Marx: "Die Gespräche laufen in den einzelnen Diözesen im Rahmen der rechtsstaatlichen Möglichkeiten. Ich habe bisher von keinen Problemen gehört." (br.de)
    • 07.11.2018: Wie der nordrheinwestfälische Justizminister Peter Biesenbach am Mittwoch mitteilte, haben die Generalstaatsanwaltschaften in Hamm und Köln ihre für die betroffenen Bistümer zuständigen Staatsanwaltschaften angewiesen, "die Einleitung von Ermittlungen zu prüfen". Keine Prüfungen gibt es demnach bei den Ermittlern im Zuständigkeitsbereich der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Der Justizminister erklärte auch, er sehe derzeit keine staatlichen Maßnahmen, um die Kirche zu einer erhöhten Aufklärungsbereitschaft zu bewegen. Nach geltender Rechtslage gebe es in Deutschland keine allgemeine Pflicht zur Anzeige von Straftaten." Auf eine Anzeigenerstattung gerichtete staatliche Zwangsmaßnamen gegenüber der Kirche scheiden daher aus", erklärte Biesenbach. Zugleich betonte der Minister, dass die Landesregierung keine Notwendigkeit erkennen könne, das gegenwärtige Staatskirchenrecht auf den Prüfstand zu stellen(domradio.de)
    • 07.11.2018: Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, sagte, die im September vorgestellte Studie habe den Bischöfen "die Augen geöffnet" über "systemische Faktoren" sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Um dem nachzugehen, habe sich die Bischofskonferenz "ein dickes Arbeitsprogramm" vorgenommen, das nun konsequent abgearbeitet werde. Fragen des sexuellen Missbrauchs würden "ein Lernweg für die Bischöfe" bleiben. Mit Blick auf die Staatsanwaltschaften versprach Ackermann "volle Kooperationsbereitschaft". (focus.de)
    • 07.11.2018: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigt sich "erschüttert" über die Ergebnisse der Missbrauchsstudie der Kirche in Deutschland. In allen Diözesen sollte das Thema "Chefsache" werden, sagte sie vor Bischöfen .Die "Perspektive der Opfer" müsse an erster Stelle stehen. Auch die Bereitschaft, Missbrauchsfälle konsequent an die Staatsanwaltschaften zu melden, werde der Glaubwürdigkeit der Kirche nutzen, sagte sie. (katholisch.de)
    • 07.11.2018: Für die bundesweite Studie zu Missbrauch im Raum der katholischen Kirche wurden Tausende Personalakten ausgewertet. Im Erzbistum Freiburg fanden sich dabei Hinweise, dass Informationen zu Missbrauchstaten zum Schutz der Täter entfernt wurden. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sieht bei seinem Amtsvorgänger Robert Zollitsch Fehler im Umgang mit sexuellen Missbrauchstaten durch Priester. Er verwies auf einen bestimmten Fall und sagte: "Ich muss davon ausgehen, dass mein Amtsvorgänger von diesen Vorgängen gewusst hat." (katholisch.de) Erzbischof Zollitsch soll Missbrauch vertuscht haben: Es geht  um den Missbrauchsskandal in Oberharmersbach im Ortenaukreis. In dem Schwarzwaldorf fand 23 Jahre lang, von 1968 bis 1991, durch den damaligen Ortsgeistlichen systematischer Missbrauch an mindestens 60 Kindern statt. Zollitsch hatte den Pfarrer in den Zwangsruhestand versetzt, den Missbrauch aber nicht der Staatsanwaltschaft gemeldet und nicht publik gemacht. (swr.de)
    • 06.11.2018: "Was bleibt von der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche?" Den Aufarbeitungsprozess in eigener Regie betreiben zu wollen sollte sich eigentlich von selbst verbieten. Die Lösung bestünde in einer Art unabhängiger Verwaltungsgerichtsbarkeit, die mit umfassenden Ermittlungskompetenzen und ebensolchen umfassenden Berichtspflichten ausgestattet wäre. Das kirchliche Recht stünde dem nicht entgegen. Die Bischöfe müssten es nur wollen. Und wenn nicht alle über ihren Schatten springen möchten, dann sollten die vorangehen, die verstanden haben, dass es keinen anderen Weg gibt als den der Klarheit und Wahrheit, wollte die Kirche jemals wieder Vertrauen gewinnen. (faz.net)
    • 05.11.2018:  Der Bonner Theologe Norbert Lüdecke rechnet mit dem „System Kirche“ ab. "Empörung reicht nicht! Hinweise und Fragen eines Kirchenrechtlers" (ksta.de, theosalon.blogspot.com)
    • 04.011.2018: "Wir dürfen die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen!" - Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer  über die Ergebnisse der MHG-Studie: "Auch wenn jeder Einzelfall differenziert zu betrachten ist, so habe ich den Eindruck, dass Opfern zunächst einmal oft mit Zweifel begegnet wurde. Es war zu schrecklich, was sie schilderten und es stellte die eigenen Bilder von den zu Tätern gewordenen Priestern völlig auf den Kopf. Hinzu kam dann das Bestreben, jeglichen „Skandal“ zu verhindern. Dadurch gerieten die Opfer in Vergessenheit. Die dramatischen Folgen sexueller Gewalt für das weitere Leben der Betroffenen wurden nicht gesehen. Das darf so nicht mehr geschehen! Opfer brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuhören und auch die notwendige Unterstützung, um mit den Folgen der schrecklichen Erfahrungen einigermaßen leben zu können. Und jeder Hinweis auf sexuelle Grenzverletzungen und Gewalt muss von uns sehr ernst genommen und verfolgt werden." (bistum-essen.de
    Demzufolge dürfte die logische Schlussfolgerung lauten: Opfern wird in Zukunft nicht mehr mit Zweifeln begegnet werden, es wird kein Bestreben mehr geben, Skandale und zu verhindern.  Kein Opfer wird mehr in Vergessenheit geraten. Auch wird man die dramatischen Folgen für das weitere Leben der Betroffenen nicht mehr übersehen.  Opfern wird man zukünftig seitens der Bistümer mit Aufmerksamkeit begegnen, man wird ihnen zuhören und sie werden die notwendige Unterstützung erfahren, um mit den Folgen der schrecklichen Erfahrung einigermaßen leben zu können. Hinzu kommt, dass  jeder Hinweis auf sexuelle Grenzverletzung und Gewalt wahrgenommen und verfolgt wird. - Was für eine Vorstellung!  /ca
    • 04.11.2018: «Wir sind Kirche» möchte deutsche Bischöfe genau beobachten. Die katholische Reformbewegung «Wir sind Kirche» will in den kommenden Monaten «sehr genau» beobachten», was deutsche Bischöfe zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt unternehmen. Zudem werde darauf geachtet werden, ob die Bischöfe auch bereit seien, «für Fehlverhalten persönlich Verantwortung zu übernehmen», wie die Bewegung nach ihrer Bundesversammlung in Nürnberg am Sonntag mitteilte. (welt.de)
    • 03.11.2018:  Nach den erschreckenden Ergebnissen der Studie der deutschen Bischofskonferenz zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche agieren die Staatsanwaltschaften in Deutschland sehr zurückhaltend. Sechs Jura-Professoren haben nun Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Holm Putzke ist einer von ihnen und beantwortet in der  Sendung "Jenseits von Eden" wichtige Fragen.  Direkt zum Audiobeitrag auf "www1.wdr.de"
    • 03.11.2018: Rechtliche Hürden für Ermittlungen der Staatsanwaltschaften: Nach der "Strafanzeige gegen unbekannt" einer Gruppe von Strafrechtsprofessoren wollen Staatsanwaltschaften die MHG-Missbrauchsstudie "auswerten", um Anhaltspunkte für Ermittlungen zu finden. Doch das wird nicht einfach. (katholisch.de)
    • 03.11.2018: Der jahrelange Missbrauch von Minderjährigen in der Katholische Kirche beschäftigt inzwischen Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland. Ermittlungen liefen unter anderem in Freiburg, Würzburg und Osnabrück, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Bundesweit geht es den Angaben zufolge um mehr als 3.600 juristisch nicht aufgearbeitete Fälle, von denen etwa 2.000 noch nicht verjährt sind. (deutschlandfunk.de)
    • 02.11.2018: Erstmals meldet sich jetzt auch der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, nach den Ergebnissen der MHG-Studie zu Wort: Er will künftig für bessere Aufklärung sorgen, indem er bistumsübergreifende kirchliche Sondergerichte einführt. Eine solche Spezialisierung würde zu einer stärkeren Professionalisierung führen und die Urteile untereinander vergleichbarer machen.  Die Sondergerichte wären für Fälle zuständig, die noch nicht verjährt oder bei einem Kirchengericht anhängig sind. / Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen sagte dem „Trierischen Volksfreund“, man prüfe, ob sich aus der "Strafanzeige gegen unbekannt" Anhaltspunkte für eine noch nicht verjährte strafbare Handlung ergäben. Das werde einige Zeit dauern. Der Trierer Bischof Ackermann verwies auf die Leitlinien der Bischofskonferenz, wonach bei Anhaltspunkten für sexuellen Missbrauch die Strafverfolgungsbehörden informiert werden müssen. „Wenn es einen Anfangsverdacht gibt, ist die Kooperation alternativlos“, sagt Ackermann (volksfreund.de)  - Kein Kommentar. Sprachlos. / ca
    • 02.11.2018:  Die "Anzeige gegen unbekannt" der Strafrechtsprofessoren um den Passauer Holm Putzke wegen der mehr als 3600 juristisch nicht aufgearbeiteten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beschäftigt Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland. Die Juristen argumentierten, die von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie habe «zureichende tatsächliche Anhaltspunkte» für Straftaten geliefert. Nicht unkompliziert sei die Frage nach der Verjährung bei diesen Fällen. Jedoch könnten sich wahrscheinlich zurück bis 1998 Fälle finden, die nicht verjährt seien, sagte Putzke. Die Staatsanwaltschaften stünden nun in der Pflicht, die Bistümer anzuschreiben und um Herausgabe der dort vorhandenen Akten zu bitten, die zwar in die Missbrauchsstudie eingeflossen sind, den Strafverfolgungsbehörden aber noch nicht zur Prüfung vorgelegen haben, sagte Putzke. Als Zeugen müssten die Bistümer ihr Wissen dazu gegebenenfalls herausgeben. Sollten sie das nicht machen, müssten sie durchsucht und gegebenenfalls die Akten beschlagnahmt werden. Die Weigerung, vorhandene Akten herauszugeben, könnte eine Strafvereitelung darstellen. (welt.de, dpa-Meldung)
    • 02.11.2018: Der Kriminologe Christian Pfeiffer geht mit der Katholischen Kirche hart ins Gericht. Noch immer habe sie nicht die ganze Wahrheit beim Missbrauch offenbart. Er fordert eine weitere Untersuchung – auch für die evangelische Kirche. Ende September ist die von der katholischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Missbrauchs-Studie offiziell vorgestellt worden. Aus Sicht des Kriminologen Christian Pfeiffer muss sie weiter gefasst werden. Er vermisst eine Differenzierung nach Bistümern. (stuttgarter-zeitung.de)
    • 01.11.2018:  Nachdem das Erzbistum Köln am Montag Strafanzeige wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern gegen vier Geistliche erstattet hatte, wurden weitere Einzelheiten bekannt. Ein Fall spielte sich demnach im Collegium Josephinum in Bad Münstereifel ab. Einem heute 66-Jährigen wird vorgeworfen, von 1982 bis 1986 ihm anvertraute Schüler sexuell missbraucht zu haben. Der zweite Fall betrifft eine Pfarrei in Morsbach im Oberbergischen Kreis. Laut Staatsanwaltschaft sollen dort von 1991 bis 1996 Kinder sexuell missbraucht worden sein. Bei beiden Beschuldigten handelt es sich um Priester aus dem Erzbistum Köln. Strafrechtlich können beide Priester können wegen der vorgebrachten Vorwürfe allerdings nicht mehr belangt werden: Sie gelten als verjährt.  (rundschau-online.de)
    • 01.11.2018: Dem Regensburger Bischof Voderholzer zufolge mehren sich die Stimmen, die Teilen der MHG-Studie erhebliche Schwächen nachweisen. Es sei auch kaum mehr von den Opfern und einer Verbesserung der Prävention die Rede, sondern von grundstürzenden Veränderungen in der Kirche und der Gestalt des geistlichen Dienstamtes, erklärte Voderholzer. „Ich halte das für einen Missbrauch des Missbrauchs, insbesondere für einen Missbrauch der Opfer des Missbrauchs“, sagte er. Voderholzer kam auch auf die Gruppe von Professoren zu sprechen, die im Zusammenhang mit der MHG-Studie bei mehreren Staatsanwaltschaften in Deutschland Anzeige gegen unbekannt gestellt hatte. Bischof Voderholzer begrüßte grundsätzlich jede Initiative, die solche Hinweise aufklären und ahnden helfe und die Betroffenen bei der Bewältigung des erlebten Unrechts unterstütze. „Wir sind daher auch in Kontakt mit der Regensburger Staatsanwaltschaft und werden offene Fragen bald und umfassend klären. Wir haben hier nichts zu verbergen oder gar zu vertuschen und werden eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, selbstverständlich im Rahmen des geltenden Rechts, der entsprechenden Leitlinien der Bischofskonferenz und der staatlichen und kirchlichen Datenschutzvorschriften“, erklärte Bischof Voderholzer. (mittelbayerische.de)
    • 31.10.2018: Die Diözese Würzburg hat einen Priester wegen des Verdachts einer Sexualstraftat bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg angezeigt. Der Vorwurf bezieht sich auf Aktivitäten in den Sozialen Medien. Generalvikar Thomas Keßler beurlaubte nach Rücksprache mit Bischof Dr. Franz Jung den Pfarrer mit sofortiger Wirkung bis zur Klärung des Sachverhalts von seinen priesterlichen Aufgaben.  Erst vor zwei Wochen war ein Würzburger Priester durch das Bistum Eichstätt bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt angezeigt worden. Grund dafür sei eine sexuelle Grenzverletzung im Jahr 2017 bei einem privaten Besuch gewesen, hieß es. Der Geistliche wurde ebenfalls von der Würzburger Bistumsleitung mit sofortiger Wirkung beurlaubt. (bistum-wuerzburg.de)
    • 31.10.2018: Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf will von Opfern lernen. Kohlgraf setzt zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Geistlichen an Kindern und Jugendlichen auf den direkten Kontakt zu Opfern. „Ich möchte von den Betroffenen lernen“, sagte Kohlgraf nach Angaben des Bistums am Dienstagabend bei einer Diskussionsrunde in Mainz. Am vergangenen Wochenende habe er sich zum ersten Mal mit einem Betroffenen zum persönlichen Gespräch getroffen. „Wir müssen lernen, nicht über die Betroffenen zu sprechen, sondern mit den Betroffenen zu sprechen. (faz.net)
    • 31.10.2018: Beim Bistum Mainz haben sich seit Veröffentlichung der Studie über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche weitere Betroffene gemeldet. Das hat ein Bistumssprecher dem SWR mitgeteilt. Die Meldungen würden jetzt gebündelt und geprüft. Sollten sich Hinweise auf neue Missbrauchsfälle ergeben, würden diese der Staatsanwaltschaft gemeldet.  Bei einer Veranstaltung gestern Abend in Mainz sagte Bischof Kohlgraf, er habe am vergangenen Wochenende das erste Mal mit einem Betroffenen gesprochen. Es gehe ihm darum- herauszufinden, wie den Opfern Gerechtigkeit widerfahren könne. (swr.de)
    • 30.10.2018: Das katholische Bistum Rottenburg-Stuttgart wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft beim Thema sexueller Missbrauch. Die Kommission sexueller Missbrauch (KsM) der Diözese habe in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zwei Strafanzeigen erstattet, erklärte Bischof Gebhard Fürst am Dienstag.Er betonte, in sieben weiteren Fällen sei die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig geworden. Eine Reihe von Opfern habe in Gesprächen mit Mitgliedern der Kommission von sich aus darum gebeten, nicht die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Dies sei meist aus Angst vor einer erneuten Traumatisierung erfolgt. Der Bischof wörtlich: „Sexueller Missbrauch wird bei uns verfolgt und nicht vertuscht!“  (neuesruhrwort.de)
    • 30.10.2018: Die Staatsanwaltschaft Tübingen bestätigte dem SWR den Eingang der Anzeige gegen Unbekannt und prüft inzwischen das von den Juristen vorgelegte Material. Eine Sprecherin der Staatswanwaltschaft Tübingen sagte, ihre Behörde sei bislang nicht selbst tätig geworden. Denn die pauschale Feststellung der kirchlichen Missbrauchsstudie, dass es auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Fälle gegeben haben soll, reiche nicht aus, um Ermittlungen einzuleiten. Dazu müssten Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten vorhanden sein – also eine konkrete Tat, ein Ort, ein Zeitpunkt. Außerdem müsse der potentielle Täter noch leben und die Tat dürfe noch nicht verjährt sein. (swr.de)
    • 29.10.2018: Die katholische Kirche führt einen Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs ein: "Wir empfehlen den 18. November", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Die Kirchengemeinden könnten aber zum Beispiel auch den 16. oder 17. nehmen, falls das besser passe für sie, man sei da flexibel. (Der 18. November ist vom Europarat zum Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch bestimmt worden.). Vorschläge für die Fürbitten an diesem Tag sind auf der Seite der DBK zu lesen.
    • 29.10.2018: Bistum Hildesheim: Die Hildesheimer Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, die mögliche Anzeige mehrerer Strafrechtsprofessoren zum sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche auf neue Erkenntnisse überprüfen zu lassen. Es müsse geklärt werden, ob sich daraus zusätzliche Anhaltspunkte für Straftaten ergeben, sagte Staatsanwältin Christina Pannek. Allerdings: Ob eine solche Anzeige tatsächlich bei ihrer Behörde eingegangen sei, könne sie noch nicht sagen. Auch der Staatsanwaltschaft Osnabrück sei von einer Anzeige ebenfalls noch nichts bekannt. Aktuell laufe dort ein Verfahren gegen einen noch aktiven Priester. (ndr.de)
    • 29.10.2018: Das Erzbistum Köln hat vier mutmaßliche Fälle von sexuellem Missbrauch gemeldet. Die Staatsanwaltschaften Bonn, Düsseldorf und Koblenz seien informiert worden, teilte das Erzbistum am Montag (29.10.2018) mit. Es gehe um Vorkommnisse aus den 1970er und 1980er Jahren. Die jetzt erfolgten Meldungen basierten auf neuen Informationen von Betroffenen oder auf Erkenntnissen der internen Akten-Aufarbeitung. (erzbistum-koeln.de,  wdr.de)
    • 27.10.2018: "Strafanzeige gegen unbekannt" bei allen zuständigen Staatsanwaltschaften der 27 Bistümer eingereicht: Eine Gruppe Strafrechtsprofessoren um den Passauer Holm Putzke habe Anzeige gegen unbekannt erstattet und sie bei Staatsanwaltschaften im Bezirk jeder Diözese eingereicht. Sie argumentieren, die jüngste Missbrauchsstudie von Forschern im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz habe "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für Straftaten geliefert. Daher hätten die Behörden die unbedingte Pflicht, die Akten der Kirche sicherzustellen. Die Fakten der Studie "rechtfertigen eine Durchsuchung sämtlicher Diözesen"."Es gibt kein Recht der Kirche, ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten", zitiert das Nachrichtenmagazin die Professoren.Eine Umfrage des SPIEGEL in allen 27 Bistümern ergab, dass fünf Behörden Ermittlungen prüfen. Dabei geht es um den Verdacht von teils schwerem sexuellen Missbrauch, bisweilen bis in das  Jahr 2016. In dem "Spiegel"-Bericht heißt es weiter, noch habe keine Staatsanwaltschaft Akten beschlagnahmt, nur die Generalstaatsanwaltschaften in Bayern hätten an die dortigen Diözesen appelliert, "relevante Dokumente" auszuhändigen. Auf Anfrage, warum sie nicht ermitteln, verweisen demnach die Behörden etwa in Ingolstadt, Münster oder Mainz auf die Anonymität der Studie: Weder Betroffene noch Tatzeiten oder Tatorte seien identifizierbar.  (spiegel.de). Direkt zu der kompletten elfsseitigen Strafanzeige auf "weltanschauungsrecht.de." 
    • 26.10.2018: Arbeitsstab gegen sexuellen Missbrauch dauerhaft gesichert: Mehr Prävention und Hilfe für Opfer - die Stelle des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wird dauerhaft installiert. (tagesspiegel.de)
    • 26.10.2018: Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) Opfer ermutigt, sich bei den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Die Staatsanwaltschaften seien in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, solange keine Opfer namentlich bekannt seien, sagte Havliza am Freitag im Landtag in Hannover. "Man kann nur immer sagen: Wir sind da. Kommt, wenn ihr zu uns kommen möchtet." (direkt zur Debatte in voller Länge auf NDR.de)
    • 26.10.2018: Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche beschäftigt heute den niedersächsischen Landtag. Die FDP will wissen, was die Landesregierung plant, um die Missbrauchsfälle politisch und strafrechtlich aufzuarbeiten. Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP von Mitte Oktober geht hervor, dass in Niedersachsen bislang keine Staatsanwaltschaft auf Basis der Missbrauchsstudie ermittelt, da kein Anfangsverdacht gegen konkrete Personen vorliegt. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat Vertreter der Bistümer für Mitte November zu einem runden Tisch eingeladen. Dabei geht es um die Frage der Akteneinsicht in die Kirchenarchive sowie eine verbesserte Zusammenarbeit der Kirche mit den Staatsanwaltschaften.  (Siehe: Niedersächsischer Landtag, Drucksache 18/1732, Drucksache 18/1834)
    • 26.10.2018: Niedersachsen: Landtag befasst sich mit Missbrauch in katholischer Kirche. Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche beschäftigt heute den niedersächsischen Landtag. Die FDP will wissen, was die Landesregierung plant, um die Missbrauchsfälle politisch und strafrechtlich aufzuarbeiten. Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP von Mitte Oktober geht hervor, dass in Niedersachsen bislang keine Staatsanwaltschaft auf Basis der Missbrauchsstudie ermittelt, da kein Anfangsverdacht gegen konkrete Personen vorliegt. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat Vertreter der Bistümer für Mitte November zu einem runden Tisch eingeladen. Dabei geht es um die Frage der Akteneinsicht in die Kirchenarchive sowie eine verbesserte Zusammenarbeit der Kirche mit den Staatsanwaltschaften. (direkt zur live-Übertragung auf ndr.de)
    • 25.10.2018: Bischof Ackermann referierte in der vergangenen Woche auf einer Tagung für Mitarbeiter deutschsprachiger Kirchengerichte (Offizialate) in Bensberg bei Köln über die im September veröffentlichte Studie zum sexuellen Missbrauch. Dazu  heißt es in der jüngsten Ausgabe der Kirchenzeitung des Erzbistums Köln: „Er (Bischof Ackermann) informierte über die Reform der ‚Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener‘ der DBK.“ Hervorgehoben wurde, dass die „Ansprechpersonen für Verdachtsfälle … zukünftig noch besser auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, etwa durch fachliche Qualifikation“, schreibt die Kirchenzeitung. „Ackermann plädierte dafür, dass die Ansprechpartner nicht bei den Bistümern selbst beschäftigt sein sollten. Dies fördere die Unabhängigkeit und ermutigte Betroffene, das Gespräch zu suchen.“ (kathnews.de)
    • 25.10.2018: Bistum Münster: Nach Ansicht des Missbrauchsopfers M. Schmitz sollte die katholische Kirche Opfern sexualisierter Gewalt Akteneinsicht gewähren. Das könne eine Möglichkeit der Verarbeitung sein, sagte Martin Schmitz, der im Bistum Münster Opfer eines Geistlichen wurde. Schmitz berichtete, er habe drei Pfarrern seines Heimatortes sein Schicksal geschildert und um Stellungnahmen zum Umgang der Kirche mit Betroffenen gebeten. Zwei der Priester seien nach jeweils zwei Jahren versetzt worden, ohne dass es eine Antwort gegeben habe. Erst der jetzige Pfarrer unternehme gemeinsam mit der Bistumsleitung Schritte der Aufarbeitung. Der Bistumsvertreter äußerte Bedauern darüber, dass der Täter nach einer ersten Verurteilung erneut in Kontakt mit Jugendlichen gekommen sei: „Das zeigt, dass es bei den Verantwortlichen in der Kirche seinerzeit keine Empathie im Umgang mit Missbrauchsopfern gegeben hat.“ (kirche-und-leben.de)
    • 25.10.2018: "Katholische Kirche: Missbrauch ohne Strafe?" Es kann nicht weitergehen wie immer, weder für die katholische Kirche noch für Staat und Öffentlichkeit, wenn all die Schockbeteuerungen ernst gemeint sein sollten. Dennoch sieht es so aus, als gewöhne man sich an die Zahlen aus Irland, Australien, den USA und Deutschland: Die Meldungen über tausendfach verübte sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche erschüttern die Öffentlichkeit zwar immer wieder aufs Neue, aber nur für kurze Zeit. Systematische Aufarbeitung und strukturelle Änderungen stehen nach wie vor aus.  (Blätter für deutsche und internationale Politik, 11/2018)
    • 25.10.2018: Hamburgs Erzbischof Stefan Heße sprach sich dafür auf, Betroffene in die Aufarbeitung „einzubeziehen“, zu einem Priestertag einzuladen und gesteht „Wir müssen die Aufarbeitung noch leisten.“ Dass die katholische Kirche endlich mit der gründlichen Aufarbeitung beginnen müsse, fordert auch die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, Professor Sabine Andresen. „Die Gesellschaft hat ein Recht dazu.“ Schließlich seien sehr viele Kinder in katholischen Einrichtungen untergebracht. (abendblatt.de)
    • 24.10.2018: Bistum Bamberg: Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz meldeten sich im Erzbistum Bamberg Opfer, die in den 1970er-Jahren von einem Priester missbraucht worden sein sollen. Einer von ihnen ist heute selbst Geistlicher. Er schätzt die Zahl der möglichen Opfer auf 400 bis 500 Personen. (br.de)
    • 24.10.2018: Der ehemalige Trierer Generalvikar und heutige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, lässt mitteilen, dass er sich erst öffentlich zu den Erkenntnissen aus der MHG-Studie äußern werde, wenn es eine konkretere Vorstellung davon gebe, wie notwendige Veränderungen im Bistum Limburg angestoßen werden könnten. (bistum-limburg.de). 
    Der zweite Bischof, der sich auffallend um "defensive Zurückhaltung" bemüht. Auffallend, dass es sich hierbei ausgerechnet um G. Bätzing handelt, der selbst unter Marx und Ackermann als Subregens bzw. Regens für die Priesterausbildung im Bistum Trier verantwortlich war und von Ackermann später sogar zum Generalvikar berufen wurde. Als Generalvikar gehörte  Bätzing u.a. zu den Verantwortlichen im Fall des ehemaligen Freisener Pfarrers Otmar M., gegen den seit über einem Jahr ein kirchenrechtliches Verfahren in Köln läuft.    ("Verantwortlich war 2013 der damalige Trierer Generalvikar Georg Bätzing, der heute Bischof in Limburg ist")
    • 23.10.2018: Führender Vertreter des Bistums Regensburg nennt MHG-Studie intern „Lug und Trug“: In Deutschland versprachen die Bischöfe nach der Erschütterung des Jahres 2010 konsequente Aufklärung der Vergangenheit, Aufarbeitung der Ursachen und einen Perspektivwechsel vom Institutionen- und Täterschutz hin zur Sorge um die Opfer. Acht Jahre später moniert die im September veröffentlichte große Missbrauchsstudie immer noch eklatante Defizite. Und ein führender Vertreter des Bistums Regensburg nennt die Studie intern „Lug und Trug“ .Gegen solches Abwiegeln hilft nur konstanter öffentlicher Druck: durch Medien, Opferverbände, durch die staatliche Justiz. (ksta.de)
    • 23.10.2018: Im Erzbistum Paderborn haben sich nach der Studie weitere Betroffene gemeldet: Im Paderborner Erzbistum haben sich nach der Vorstellung der Missbrauchsstudie weitere und damit neue Betroffene gemeldet. „Ja, es werden weitere Gespräche geführt", bestätigte Pressesprecher Thomas Throenle auf Nachfrage der Neuen Westfälischen. Darüber hinaus gibt es laut Erzbistum auch Kontaktaufnahmen von Angehörigen Betroffener und Hinweise Dritter. (nw.de)
    • 21.10.2018: Freiburger Erzbischof wirft Vorgängern Versagen bei Missbrauch vor: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat sich für das Verhalten seiner „Vorgänger und der Verantwortlichen in der Bistumsleitung“ im Umgang mit Missbrauch entschuldigt und Opfern ein Gespräch angeboten. Burger sagte am Sonntag in Oberharmersbach im Ortenaukreis: „Ich weiß mittlerweile: Hilferufe wurden ignoriert, rechtzeitiges Handeln unterlassen, Maßnahmen zu spät ergriffen. Ich bekenne, dass die Institution Kirche unserer Erzdiözese auf diese Weise Schuld auf sich geladen hat. Hier haben Verantwortliche wie Täter versagt.“ (kirche-und-leben.de, Erzdiözese Freiburg)  
    Anmerk. ca: Zollitsch wählte bereits 2010 dieselben Worte: "Mit dem Blick von heute ist mir klar: Wir hätten konsequenter vorgehen und mit größerem Nachdruck nach weiteren Opfern suchen und suchen lassen müssen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,  Zollitsch. (zeit.de)"Dass Übergriffe in solcher Zahl auch in unseren Einrichtungen stattgefunden haben, beschämt mich und bewirkt in mir ein großes Erschrecken. Jeder einzelne Fall verdunkelt das Gesicht der ganzen Kirche." (n-tv.de)
    • 19.10.2018: Bistum Würzburg beurlaubt Priester: Wegen „des Verdachts einer sexuellen Grenzverletzung“ wurde ein Pfarrvikar der Diözese Würzburg mit sofortiger Wirkung vorübergehend von seinen priesterlichen Aufgaben beurlaubt. Das teilte das Bistum am Freitagnachmittag mit. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit Bischof Franz Jung gefallen. Staatsanwalt liegt Anzeige vor Hintergrund ist laut der Mitteilung eine Anzeige der Diözese Eichstätt gegen den als Pfarrvikar eingesetzten Priester. Die mutmaßliche sexuelle Grenzverletzung soll sich im Jahr 2017 im Bistum Eichstätt ereignet haben. (mainpost.de, br.de, Bistum Würzburg (pow))
    • 18.10.2018: Missbrauch Ermittler machtlos:  Studie der Kirche ist zu wenig konkret: Der Skandal um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche wird in Niedersachsen vorerst kein juristisches Nachspiel haben. Keine Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund der von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September vorgestellten Missbrauchsstudie. Das erklärte das Justizministerium auf Anfrage. „Es hat sich kein Anfangsverdacht ergeben“, sagte Ministeriumssprecher Martin Speyer. Vermutlich, weil in der Studie keine konkreten Fälle genannt worden seien. Laut Speyer kann Justizministerin Barbara Havliza (CDU) keine Ermittlungen anweisen – und will deshalb jetzt das Gespräch mit der katholischen Kirche suchen. Havliza hatte Anfang Oktober auf weitere Aufklärung gedrängt. Sie hatte die Bistümer aufgefordert, den Staatsanwaltschaften Einblick in die Kirchenarchive zu gewähren. Die Ministerin hatte zudem die drei Generalstaatsanwaltschaften in Niedersachsen um einen Bericht gebeten, wie viele der von den Bistümern Hildesheim und Osnabrück genannten Missbrauchsfälle Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen sind. Aus der Missbrauchsstudie geht dem Ministerium zufolge hervor, dass offenbar nicht alle der untersuchten Fälle den Staatsanwaltschaften in Niedersachsen bekannt sind. Zum Teil hätten offenbar die Bistümer selbst die Prüfung vorgenommen. Offenbar sind viele Fälle auch schon verjährt. Nach der Studie sollen zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker in Deutschland 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der Leiter der Untersuchung, Harald Dreßing, hatte einen mangelnden Aufklärungswillen beklagt. Ministeriumssprecher Speyer betonte, dass staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aber weiterhin möglich seien. Etwa, wenn Namen von mutmaßlichen Tätern bekannt würden oder sich Opfer meldeten. (Printausgabe der "Hannoversche Allgemeine", 18.10.2018)
    • 18.10.2018:  Bischof Wilmer: "Mein Vorgänger hat bei Missbrauch mehr als versagt": In Sachen Missbrauch habe sein Vorvorgänger Josef Homeyer nicht nur versagt, sondern "fürchterliche Dinge" zugedeckt: Bischof Heiner Wilmer verurteilt die Arbeit der ehemaligen Hildesheimer Bistumsleitung aufs Schärfste.(katholisch.de)
    • 17.10.2018: Der neue Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, nennt die stattgefundene Vertuschung eine "Katastrophe" und will zur Aufklärung der Missbrauchsfälle Hilfe von außen in die katholische Kirche holen. "Ich bin sehr dafür, externen Sachverstand in das Bistum Hildesheim zu bringen", sagte Wilmer im NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. "Es ist unmöglich, dass Kirche hier nur eine Binnenkultur pflegt." Wilmer übte auch Kritik an einem seiner Vorgänger, dem 2010 verstorbenen Bischof Josef Homeyer. Dessen Umgang mit Missbrauchsvorwürfen nannte er "eine Katastrophe".Ein Kirchenmitarbeiter habe bereits vor 25 Jahren die Bistumsleitung über den Missbrauchsverdacht gegen einen Priester, Peter R., informiert. Das Bistum habe dem Informanten damals mit Abmahnung gedroht, sollte er nicht schweigen. Bischof Heiner Wilmer sagte dazu: "Im Zusammenhang mit der Causa Peter R. hat der damalige Bischof Josef Homeyer mit seiner Bistumsleitung nicht nur versagt, sondern sie haben fürchterliche Dinge zugedeckt. Es ist eine Katastrophe." (ndr.de)
    • 16.10.2018: Hildesheimer Priester R. weiter vor Kirchengericht: Die Missbrauchsvorwürfe gegen den katholischen Priester Peter R. beschäftigen weiter das Kirchengericht des Erzbistums Berlin. Zusätzlich zu den bekannten Anschuldigungen hätten weitere Betroffene angekündigt, sich äußern zu wollen, sagte Bistumssprecher Stefan Förner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Berlin. Deshalb sei es noch nicht absehbar, wann das Verfahren abgeschlossen werden könne.  Auch das Bistum Hildesheim, zu dessen Priesterschaft der in Berlin wohnende Angeklagte gehört, will die Aufarbeitung des Falls weiter voranbringen. Zu den nun bekannt gewordenen weiteren Opfern aus Chile wolle das Bistum Kontakt aufnehmen, sobald deren Daten vorlägen, sagte Sprecher Volker Bauerfeld auf Anfrage. (katholisch.de)
    • 16.10.2018: Missbrauchs-Opfer des Canisius-Kollegs deckt weitere Taten auf: Matthias Katsch zeigt in dem WDR-Film „Meine Täter, die Priester“, wie die Missbrauchs-Pater am Canisius-Kolleg in Tiergarten einfach weitermachten. Im Rahmen seiner Recherche deckt Katsch auf, dass sich S. in Chile unter dem Deckmantel der christlichen Fürsorge über Jahre mutmaßlich an Kindern und Jugendlichen vergangen haben und sie zudem zu Peter R. nach Deutschland vermittelt haben soll. Einige Taten seien 2010 der katholischen Kirche angezeigt worden. Die hätte sie vertuscht. Im Zusammenhang mit dem Canisius-Kolleg war von einigen Hundert Fällen die Rede.(bz-berlin.de)
    • 16.10.2018: Staatsanwälte fordern Akten an: Die Täter müssen oft jahrelang hinter Gitter. In der katholischen Kirche blieb der aktenkundig gewordene Missbrauch bislang strafrechtlich ungesühnt. Ein geschlossenes System schützte die Täter. Doch die Generalstaatsanwaltschaft will das nun ändernWir brauchen einen konkreten Anhaltspunkt, um ermitteln zu können“, sagen die Ankläger. Sie scheuen sich nicht vor der Arbeit, vor dem Umgang mit Opfern und Tätern und der Aufarbeitung eines Tabuthemas. „Doch so ist der Rechtsstaat“, erklärt die Münchner Oberstaatsanwältin Anne Leiding und fügt hinzu: „Auch das Handeln von Ermittlungsbehörden folgt Regeln.“ Sie und ihre Kollegen könnten nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsstudie innerhalb der katholischen Kirche nicht wild in den Archiven herumstöbern. Selbst wenn ihnen ein Bischof drei Leitzordner übergeben würde, müsste er einen Grund nennen, „warum wir da reinschauen dürfen“, sagt Leiding. (ovb-online.de)
    • 15.10.2018: Er gibt Missbrauchsopfern eine Stimme: Als Messdiener ist Markus Elstner von einem Priester missbraucht worden. Jahrzehnte hat es gedauert, bis er darüber sprechen konnte. Dann war die Verjährungsfrist abgelaufen.(nwz-online.de)
    • 15.10.2018: "Meine Täter, die Priester - wie die katholische Kirche mit Missbrauch umgeht"  (Die Story im Ersten). Dass der Umgang der Kirche mit Missbrauch auch aktuell noch problematisch ist, zeigt nun einer der prominentesten Opfervertreter in Deutschland – Matthias Katsch – in einer exklusiven ARD/WDR Recherche auf.  Dienstag, 23.30h, ARD, (daserste.de) / Direkt zum Beitrag in der ARD-Mediathek
    • 13.10.2018: "Die Bischöfe fahren diese Kirche an die Wand":  Der Sprecher der Initiative „Eckiger Tisch“ von Missbrauch Betroffener, Matthias Katsch, fordert die katholische Kirche in Deutschland auf, sich ihrer Schuld zu stellen und mehr für die Aufklärung von Missbrauch zu tun als bisher. Offiziell seien 3677 Fälle dokumentiert. Katsch verweist jedoch auf eine noch unveröffentlichte Studie der Universität Ulm, die von über 100.000 Opfern ausgeht. (tagesspiegel.de)
    • 13.10.2018: "Katholische Kirche in Stuttgart: „Es wird in hoher Zahl Austritte geben“: Der katholische Stadtdekan spricht Klartext: "Ich verstehe allerdings nicht, wenn kirchliche Amtsträger Schuld kollektivieren, in dem sie sagen: „wir“ seien schuldig geworden. Wer ist denn „wir“? Es muss klar benannt werden, welcher Bischof sich nicht ordentlich an der Missbrauchs-Studie beteiligt hat, wo Institutionen versagt haben. Warum wird das nicht klar gesagt? Warum ist der Vorschlag, einen innerkirchlichen Strafgerichtshof für solche Fälle einzusetzen, wieder in der Schublade verschwunden? Darauf möchte ich Antworten haben.(stuttgarter-zeitung.de)
    • 12.10.2018: Nach Missbrauchsstudie: Justiz fordert von Bistümern Akten an. Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die deutschen Bischöfe ist die bayerische Justiz hellhörig geworden: Die Bistümer im Freistaat sollen jetzt Akten zu Missbrauchsfällen an die zuständigen Generalstaatsanwaltschaften übergeben. (katholisch.de)
    • 12.10.2018: NRW-Justizministerium prüft Missbrauchsvorwürfe: Staatsanwaltschaften in allen NRW-Bistümern angefragt: Staatsanwaltschaften prüfen Anfangsverdacht: Im Erzbistum Paderborn allein sind bei 111 Kirchenmitarbeitern Hinweise auf Missbrauch, Grenzüberschreitungen oder Übergriffe auf Minderjährige festgestellt. 87 dieser Kirchenmitarbeiter sind allerdings in der Zwischenzeit gestorben, hieß es am Freitag (12.10.2018) vom Erzbistum. Das Justizministerium in Düsseldorf erwartet nun bis Ende kommender Woche Antworten der Staatsanwaltschaften darüber, ob aufgrund der neuen Kirchendaten der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen geprüft wird. (wdr.de)
    • 12.10.2018: Erzbistum Hamburg setzt die Aufarbeitung fort:  Auch Betroffene sollen für eine Mitarbeit gewonnen werden:   Das Erzbistum Hamburg setzt die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch den früheren Pfarrer der Pfarrei Neubrandenburg fort. Am Donnerstag habe sich ein Beirat konstituiert, der Wissenschaftler mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragen und begleiten solle. Erzbischof Stefan Heße hatte die wissenschaftliche Aufarbeitung am 6. Juli auf einer Gemeindeversammlung angekündigt. (abendblatt.de)
    • "10.10.2018: "Auch die, die Verbrechen vertuschten, müssten sich stellen": Der Umgang mit diesen Verbrechen sei im politischen Berlin prägend, sagte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Karl Jüsten. Kindesmissbrauch müsse vor weltliche Gerichte. Er sei aber auch ein Verbrechen gegen Gott. „Wenn ein Priester sich an einem Kind vergeht, missbraucht er den Namen Gottes.“ Deshalb müssten auch diejenigen, die solche Verbrechen vertuscht haben, sich jetzt der Verantwortung stellen. Da könne es keinen weiteren Aufschub geben. (tagesspiegel.de)
    • 10.10.2018: Unionsfraktion im Bundestag will sexuellen Missbrauch härter bestrafen: Nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diskutiert die Unionsfraktion im Bundestag härtere Strafen für sexuellen Missbrauch und einen besseren Schutz der Opfer.  "Das Thema bewegt uns und empört uns auch", sagte der familienpolitische Sprecher der Fraktion, Marcus Weinberg. Zusammen mit der stellvertretenden Fraktionschefin Nadine Schön hatte er bereits vor dem Skandal einen 20-Punkte-Plan erarbeitet, der nun bis Jahresende in der Fraktion beschlossen werden soll. (zdf.de)
    • 10.10.2018: Hildesheimer Bischof Wilmer will Akten offenlegen: Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer angekündigt, dass die Institution Akten offenlegen will. "Wir haben nichts zu verheimlichen", sagte er dem Politikmagazin "Rundblick". "Ich bin dafür, dass Akten auch für Externe geöffnet werden. Anders können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen nicht zurückgewinnen", so Wilmer weiter. Wie die Öffnung genau ablaufen soll, werde aber noch beraten, so ein Bistumssprecher. (ndr.de)
    • 10.10.2018: Niedersachsens FDP-Chef Stefan Birkner fordert in Missbrauchsaffäre härtes Vorgehen:  Der Fraktionsvorsitzende der FDP im niedersächsischen Landtag, Birkner, wirft der Landesregierung vor, in der Missbrauchsaffäre zu vorsichtig mit der katholischen Kirche umzugehen.Es gebe weder rechtlich noch politisch einen Grund zur Zurückhaltung, sagte Birkner der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Aus Sicht des FDP-Politikers müssten die Staatsanwaltschaften tätig werden und Akten, die die Kirche nicht herausgibt, beschlagnahmen. Birkners Einschätzung zufolge reichen die bisherigen Forderungen von Niedersachsens Justizministerin Havliza, CDU, an die katholische Kirche nicht aus. deutschlandfunk.de
    • 09.10.2018: Erzbistum Bamberg:  Neue Fälle nach Veröffentlichung der MHG-Studie:Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie Ende September haben sich beim Erzbistum Bamberg weitere Betroffene gemeldet und über bislang nicht aktenkundige Missbrauchsfälle berichtet. Erzbistum Bamberg
    • 09.10.2018: „Vertuschung ist kein Straftatbestand“ :Florin: Ist Vertuschung ein Straftatbestand?Tilmann: In Deutschland nicht. In Deutschland ist Vertuschung an sich kein Straftatbestand, also anders als in, ich glaube in Australien. Ja, in Australien gibt es einen Straftatbestand „Vertuschung von sexuellen Straftaten“. Das gibt es in Deutschland nicht. Allerdings kann eine aktive Vertuschung ein Straftatbestand werden, wenn sie zur Vereitelung einer Strafe wird. Also, die Strafvereitelung ist ein Straftatbestand, aber dann muss aktiv vertuscht werden. Florin:  Und wie ließe sich das nachweisen? Tilmann: Durch Erkenntnisse aus den Akten. Aber ich denke, es muss erst mal – und das ist eigentlich auch das Komplizierte an der Anzeigepflicht – es muss eine Straftat vorliegen, der Anfangsverdacht einer Straftat und das bedeutet, dass man Täter, Tatort, Zeitraum, Tatzeitraum wissen muss. Also, es muss zusammengeführt werden. Also, was jetzt in der Studie gemacht worden ist, ist die Anzahl der Täter und der Beschuldigten – wir haben es ja Beschuldigte genannt – und Anzahl der Betroffenen. Aber eine Zusammenführung und eine Angabe, welche Taten, wann, wie lange geschehen sind und wo, gibt es nicht. deutschlandfunk.de
    • 08.10.2018: Niedersachsens Justizministerin Havliza fordert Zugang zu Unterlagen der Bistümer: Im Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche drängen Bund und Land auf weitere Aufklärung. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) forderte die Bistümer auf, den Staatsanwaltschaften Einblick in die dort vorliegenden Unterlagen zu gewähren. „Ich erwarte nunmehr von den Bistümern eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Justiz“, sagte Havliza der HAZ. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur umfassenden Aufklärung der im Raume stehenden Vorwürfe, was selbstverständlich Aufgabe der Justiz und nicht der Kirche ist.“ haz.de
    • 05.10.2018: Missbrauchsskandal: "Aufklärung ist Aufgabe der Justiz und nicht der Kirche": Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat sich eingeschaltet und dringt nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die Kirche auf weitere Aufklärung. Sie fordert die Bistümer auf, den Staatsanwaltschaften Einblick in die Unterlagen zu gewähren. "Ich erwarte nunmehr von den Bistümern eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Justiz", sagte Havliza. ndr.de
    • 05.10.2018: "Alles muss sich ändern": Nie wieder dürfen Täter aus falscher Solidarität geschützt werden. Das Versetzen der Täter an Gemeinden, die keine Ahnung haben, muss aufhören. Bischöfe, die solche Auswege suchten, verrieten nicht nur den Glauben selbst, sie betrogen die Gläubigen, die Gemeinden und alle aufrichtigen Ehrenamtlichen. Auch steht die Kirche vor der harten Frage, ob sie überhaupt noch in der Lage ist, die Perspektive der Opfer, der Schwachen einzunehmen. Aus der Opferperspektive muss es zunächst um dreierlei gehen. Erstens: Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Zweitens: Die Opfer haben das Recht auf Respekt, Entschädigung und Verurteilung ihrer Peiniger. Drittens: Die Kirche muss alles tun, damit solche Räume der Gewalt nicht weiter bestehen. zeit.de
    • 04.10.2018: Stellungnahme der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zur Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der MHG-Studie:  Die katholische Kirche muss ihre Verantwortung endlich übernehmen und eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung beginnen! Die angekündigten Maßnahmen der deutschen Bischöfe als Reaktion auf die MHG-Studie enttäuschen. Vor allem den von sexueller Gewalt betroffenen Menschen wird erneut viel Geduld abverlangt. Die vage Erklärung wird dem in der Studie aufgedeckten Ausmaß sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und den Dimensionen des Vertuschens innerhalb der katholischen Kirche nicht gerecht. Die Erklärung wirkt halbherzig und zeugt nicht von einer eindeutigen Verantwortungs-übernahme. Antworten der Bischöfe auf viel Fragen stehen aus: So zum Beispiel die Fragen zum Umgang mit betroffenen Menschen, Fragen zu einer unabhängigen Aufarbeitung, Fragen zu täterschützenden und kinderfeindlichen Machtstrukturen und die Haltung zu Sexualität und Klerikalismus. (aufarbeitungskommission.de)

    • 03.10.2018: Was tut der Staat, wenn die Kirche Täter schützt? ZEIT: Die Staatsanwaltschaften tun sich schwer damit, überhaupt Ermittlungsverfahren einzuleiten, weil sie keinen Zugriff auf die Akten der Kirche bekommen. Auch die Verfasser der jetzt vorgelegten Studie hatten keinen Zugang. Barley: Natürlich erwarte ich von der Kirche, dass sie ihre Akten zugänglich macht. Ermittlungsbehörden brauchen ihrerseits immer einen konkreten Anfangsverdacht, sonst können sie nicht tätig werden. Und dieser konkrete Verdacht muss sich auf eine bestimmte Tat beziehen, die noch nicht verjährt ist. Er kann sich durch Hinweise aus der Kirche ergeben, er kann aber auch von Betroffenen kommen. Deshalb müssen wir die Opfer und ihre Angehörigen, aber auch die Mitarbeiter der Kirchen ermutigen, sich den staatlichen Behörden anzuvertrauen. "zeit.de"
    • 03.10.2018: Nach Missbrauchsstudie: Justizministerin Barley pocht auf Öffnung aller Kirchenarchive: „Der Rechtsstaat akzeptiert keine Geheimarchive. Alle Unterlagen in den kirchlichen Archiven können von den Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt und ausgewertet werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.“ Auf die Frage, ob es sich bei der systematischen Vertuschung von Kindesmissbrauch um organisierte Kriminalität gehandelt habe, sagte sie der „Zeit“: „Nein, das hat mit organisierter Kriminalität nichts zu tun.“ Denn es sei nicht der Daseinszweck der katholischen Kirche, Kinder zu missbrauchen. Allerdings: „Das Problem ist in der Tat eine Wagenburgmentalität, die lieber die Organisation schützt als das Wohl der Kinder.“ (tagesspiegel.de)
    • 02.10.2018: Kirchenrechtler Landau: "Missbrauchstäter gehören exkommuniziert": Der international anerkannte Kirchenrechtler Peter Landau fordert eine automatische Exkommunikation für des sexuellen Missbrauchs überführte Geistliche. Das katholische Kirchenrecht in der Fassung von 1917 habe dies enthalten, schreibt Landau in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstag). In der heute gültigen Fassung von 1983 sei dieser Passus allerdings gestrichen. Sein Formulierungsvorschlag: "Wer einen Minderjährigen durch ein Sittlichkeitsverbrechen verletzt, unterliegt der mit der Tat bereits eintretenden Exkommunikation." Mit einer solchen Gesetzesänderung, so Landau, könnte die Kirche mit Papst Franziskus "verlorene Glaubwürdigkeit zurückgewinnen". katholisch.de
    • 30.09.2018: "Gottes missbrauchte Kinder": Diese Woche wurde die Studie zum Missbrauch in der deutschen katholischen Kirche veröffentlicht. Sie zeigt das ganze Ausmaß der Verbrechen zwischen 1946 und 2014. Alle sind schockiert. Aber es geht jetzt nicht mehr um Betroffenheitsbekundungen. Es geht um das System. "sonntags" fragt: Wie konnte es so weit kommen? Was muss sich ändern? Kann die katholische Kirche diese Reformen leisten? zdf.de
    • 28.09.2018: Große Mehrheit ist der Meinung, dass die Katholische Kirche zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch zu wenig tut : Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche. Die Katholische Kirche in Deutschland hat in dieser Woche eine Studie über sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen vorgelegt. Dennoch meinen 83 Prozent (von 1260 wahlberechtigten Personen),  dass die Katholische Kirche zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch zu wenig tut und nur 9 Prozent halten das für ausreichend. ZDF Politbarometer / forschungsgruppe.de 
    • 28.09.2018: "Nicht reden, handeln!" Sieben Maßnahmen gegen Missbrauch durch Kleriker, die wirklich helfen würden: Entschädigung, unabhängige Aufklärung, härteres Durchgreifen, Strukturen professionalisierte Strukturen, nicht Homosexuelle als Ursache verantwortlich machen, den Zölibat hinterfragen und eine Synode einberufen. zeit.de
    • 28.09.2018: Vertuschung als Straftat:  "Die Vertuschung als solche kann auch eine Straftat sein, nämlich eine Strafvereitelung. Wenn ich dafür Sorge trage, dass jemand anderes nicht oder nicht so wie er eigentlich bestraft werden sollte, bestraft wird, mache ich mich selbst strafbar, wenn ich zum Beispiel Akten vernichte."  Manche Taten sind verjährt, manche Akten vielleicht vernichtet. Die Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche wirft Fragen nach rechtlichen Möglichkeiten für Betroffene auf - gerade auch im Hinblick auf die rechtliche Sonderstellung der Kirchen. "Die Vertuschung als solche kann auch eine Straftat sein, nämlich eine Strafvereitelung. Wenn ich dadurch dafür Sorge trage, dass jemand anderes nicht oder nicht so wie er eigentlich bestraft werden sollte, bestraft wird, mache ich mich selbst strafbar, wenn ich zum Beispiel Akten vernichte." (domradio.de)
    • 27.09.2018: Bischof Ackermann: Das Gesicht einer hilflosen Kirche: Er muss den Opfern zuhören - und seine Bischofskollegen aufrütteln: Stephan Ackermann, der Bischof von Trier, arbeitet für die katholische Kirche an der Aufarbeitung der Tausenden Missbrauchsfälle. (sueddeutsche.de) Dobrinski, kirchenfreundlich, wie man ihn kennt. Diesmal eine Inschutznahme von Ackermann. 
    • 27.09.2018: "Kirchenarchive beschlagnahmen!" Wenn nun klar ist, dass Hinweise auf derartige schwerste Straftaten sich in den Archivbeständen der einzelnen Diözesen befinden, so ist es eigentlich selbstverständlich, dass die Staatsanwaltschaft wegen eines bestehenden Anfangsverdachtes derartiger Taten Beschlagnahmebeschlüsse beantragt und anschließend die Archive selbst auswertet oder auswerten lässt. Und gegenüber der Staatsanwaltschaft gilt natürlich auch keinerlei Datenschutz. Die Staatsanwaltschaften müssen die Herausgabe der entsprechenden Unterlagen bei den Diözesen anfordern. Mögliche Verjährungen zwingen auch zu schnellem Handeln. Ob und in welchen Fällen vielleicht tatsächlich Verjährung eingetreten ist, wird man abschließend erst nach Auswertung der Archive feststellen können. blog-rechtsanwael.de
    • 27.09.2018: Marx hält persönliche Konsequenzen amtierender Bischöfe für keine angemessene Reaktion : Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, dringt auf einen konkreten Fahrplan. Den von Marx behaupteten Wendepunkt habe er noch nicht erkennen können. Die Opferinitiative „Eckiger Tisch“ zeigte sich „fassungslos“ über die „dürftigen Ankündigungen“. Ähnlich äußerte sich die Laienbewegung „Wir sind Kirche“. Einhellig verpflichten sich die Bischöfe auf gemeinsame Standards in der Aktenführung und der Prävention sowie ein flächendeckendes Angebot externer Anlaufstellen für die Opfer. Die Verfahren zur finanziellen Entschädigung sollen „fortentwickelt“ werden. Dazu hieß es in Fulda, die Anerkennung einer institutionellen Mitschuld der Kirche verlange auch einen Ausgleich jenseits der individuellen Verantwortung der Täter. Persönliche Konsequenzen amtierender Bischöfe hielt Marx auf Nachfrage für keine angemessene Reaktion. (fr.de)
    • 27.09.2018: Beschluss der Bischöfe: Sieben-Punkte-Plan gegen Missbrauch: In einem Sieben-Punkte-Plan kündigen die 66 Bischöfe unter anderem einen "transparenten Gesprächsprozess" mit Experten über den Zölibat und die Sexualmoral der Kirche an. Auch sollen die Zahlungen von Anerkennungsleistungen an Opfer überprüft werden. Außerdem wollen die Bischöfe mithilfe externer Fachleute "mehr als bisher" die Begegnung mit den Missbrauchsopfern suchen. Neben Ansprechpartnern in den einzelnen Bistümern solle es künftig auch unabhängige Anlaufstellen geben. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, betonte, die Maßnahmen sollten kontinuierlich überprüft und über das Vorgehen öffentlich berichtet werden. "Ausdrücklich soll der weitere Weg gemeinsam mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs, externen Fachleuten und Vertretern unserer Laiengremien, besonders des Zentralkomitees der deutschen Katholiken erfolgen." Er sprach von einer neuen Etappe, in der eine konkrete Aufarbeitung erfolgen müsse.  (ard.de)
    • 26.09.2018: Maischberger: "Missbrauch in der katholischen Kirche: aufklären oder vertuschen?"Darüber diskutier Sandra Maischberger u.a. mit Stephan Ackermann (Bischof von Trier), Wolfgang Niedecken (Rockmusiker) und Claudia Mönius (Missbrauchsopfer) die Sendung auf "mediathek.daserste.de" schauen
    • 26.09.2018: "Keine Staatsanwaltschaft wird sich an dem Thema die Finger verbrennen". "Allerdings zeigt die Studie: In den Akten der Bistümer wimmelt es nur so von dokumentierten Missbrauchsfällen, von denen bislang nur ein Bruchteil vor ein weltliches Gericht kam. Jetzt ist die Zeit, das zu ändern: "Die Kirche muss jede Straftat anzeigen, damit Staatsanwaltschaften ermitteln können", sagt Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) der ZEIT. "Selbstverständlich können Staatsanwaltschaften auch kirchliche Einrichtungen durchsuchen und Akten beschlagnahmen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen." Die deutsche Strafprozessordnung kenne "keine Geheimarchive". In Wahrheit ist es für die Ermittler nicht leicht, Licht in die Vorgänge zu bringen. "Wir stoßen sehr schnell an Grenzen", sagt ein deutscher Staatsanwalt, denn um in der Kirche ermitteln zu können, brauchen die Ermittler einen Anfangsverdacht auf eine konkrete Straftat in einem konkreten Fall – im Idealfall also eine Strafanzeige gegen einen namentlich beschuldigten Täter. Die Vermutung, dass in den Geheimarchiven Hinweise auf Straftaten vor der Öffentlichkeit versteckt werden, reicht nicht aus, um einen Durchsuchungsbeschluss zu bekommen. Schließlich handelt es sich um sensible personenbezogene Daten. Was tun? Anders sähe es aus, wenn Insider aus einem Bistum den Ermittlern belastbares Material aus dem Geheimarchiv zuspielen würden. "Das wäre der Schlüssel zum Einstieg in strukturelle Ermittlungen", sagt der Staatsanwalt, "sonst wird sich keine Staatsanwaltschaft an diesem Thema die Finger verbrennen." Die Ermittler müssen also auf Strafanzeigen hoffen – oder auf einen Leak aus dem Giftschrank. In Deutschland wäre es zwar denkbar, dass ein Bischof wegen Strafvereitelung ins Visier der Ermittler gerät. Doch da zählt wieder der Einzelfall: Was wusste der Bischof genau? War er wirklich verpflichtet zu handeln? Das deutsche Recht schaut nicht auf die Systematik der Vertuschung, so ist es für Ermittlungen gegen Institutionen wie die katholische Kirche, die im großen Stil Verbrechen deckte, nicht vorbereitet."(zeit.de)
    • 26.09.2018: Ausweichende Antwort von Bischof Ackermann auf Frage nach Verantwortung: Dobovisek: "Trotzdem bleibt die Frage nach der Verantwortung offen. Meine Kollegin Christiane Florin aus unserer Redaktion "Religion und Gesellschaft" hat gestern berichtet von ihrer Frage am Schluss der Pressekonferenz gestern in Fulda. Auf ihre Frage, ob unter den mehr als 60 versammelten Bischöfen einer oder zwei sagen würden, ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen, ich kann mein Amt nicht mehr wahrnehmen, gab es eine sehr kurze Antwort. Die hieß: Nein! Niemand übernimmt Verantwortung. – Warum nicht?" Ackermann: "Das kann man ja so nicht sagen. Sie haben recht, genauso war es gestern Nachmittag. Die Frage war ja, sagt jemand, ich habe solche Schuld auf mich geladen, ich kann mein Amt nicht weiter ausführen. Verantwortung übernehmen wir ja auch jetzt für eine nachfolgende Generation von Bischöfen. Da hat es ja jetzt auch einen großen Generationswechsel gegeben in den letzten Jahren. Wir übernehmen Verantwortung. Das andere ist aber, dass jemand sagt, ich bin jetzt wirklich persönlich, habe so verbrecherisch oder grob fahrlässig gehandelt, das kann ich nicht mehr verantworten, im Dienst zu bleiben." (deutschlandfunk.de)
    • 26.09.2018: Marx als ehemaliger Bischof vor Trier: "Konkret habe ich mir nichts vorzuwerfen" Ja, bekennt Marx, auch er gehöre zu denen, die in der Vergangenheit nicht "zuhören" wollten. Doch was heißt das genau? Etwas konkreter wurde er einen Tag vor der Pressekonferenz bei einem kurzen Statement: Es stimme, sagte er da, dass früher nicht jeder Vorgang in den Akten gelandet sei. Daran habe er selbst "Erinnerungen". Aber konkret vorzuwerfen habe er sich nichts. Als er sich zum ersten Mal mit dem Thema Missbrauch konfrontiert sah, habe er sich die Dinge ja nicht einmal vorstellen können, von denen da die Rede war. "Natürlich kann man jetzt sagen: Sie sind naiv, Herr Kardinal." Ob dem wirklich so ist? Oder ob Marx mehr wusste, als er jetzt zugibt? Die Studie ist bei der Beantwortung der Frage jedenfalls keine Hilfe. (zeit.de)
    • 26.09.2018: Bistum Trier: Leitung des Bistums gibt jahrelange Vertuschung zu: Die Leitung des Bistums Trier gibt zu, jahrelang Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Priester vertuscht zu haben. „Wir haben den Mantel des Schweigens über ihre Taten gedeckt“, sagte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg gestern bei einer Pressekonferenz in Trier. Man stehe erschüttert vor dem verbrecherischen Missbrauch. „Wir müssen uns zu Recht fragen lassen, warum Bistumsverantwortliche dem Schutz der Täter und der Institution Kirche Vorrang eingeräumt haben vor dem Schutz der Betroffenen“, sagte Plettenberg. Er und Bischof Stephan Ackermann würden sich zu der Verantwortung für die Taten bekennen. (focus.de)
    • 25.09.2018: Trierer Generalvikar von Plettenberg: "Für das Bistum Trier bekenne ich mich, gemeinsam mit unserem Bischof Stephan Ackermann zu dieser Verantwortung" Für die meistens von Klerikern begangenen Verbrechen tragen wir als katholische Kircheinsgesamt und wir Leitungsverantwortliche im Besonderen mit die Verantwortung. Für das Bistum Trier bekenne ich mich, gemeinsam mit unserem Bischof Stephan Ackermann, zu dieser Verantwortung." (Pressekonferenz Trier, Bistum Trier)
    • 25.09.2018: "Die Reaktion der Kirche: Sie will sich bessern – wieder einmal": Die Ergebnisse eines Forschungsprojekts über den Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche erschüttern selbst die erfahrensten Wissenschaftler. Die Reaktion der Kirche: Sie will sich bessern – wieder einmal. (faz.net)
    • 25.09.2018: Studie über Missbrauch in der katholischen Kirche: Was nicht oft genug betont werden kann: "Die ForscherInnen haben Akten von über 38.156 Klerikern eingesehen, das sind bei Weitem nicht alle vorhandenen Akten. Die Kirche hatte die Akten vorsortiert, also auch welche zurückgehalten.Von den 27 Bistümern in Deutschland haben nur 17 einen Einblick bis ins Jahr 1946 zugelassen. Bei allen anderen Bistümern reicht die Forschungszeitspanne lediglich vom Jahr 2000 bis ins Jahr 2014.  Zudem wurden Akten zerstört, darin dokumentierte Missbrauchsfälle sind demzufolge nicht mehr nachweisbar.Unabhängig davon wurden zahlreiche Missbrauchsfälle erst bekannt, weil sich Opfer bei den ForscherInnen meldeten, nachdem diese von ihrem Projekt öffentlich berichtet hatten. Meist Fälle, die in den Akten nicht auftauchen. Diese Gespräche, auch anonyme Onlinebefragungen, flossen mit in die Erhebung ein."Zur zu untersuchendenden Studienpopulation gehörten deshalb explizit nicht: alle Laien, die im Bereich der katholischen Kirche ein Amt oder eine Funktion ausübten (z.B. Schullehrer, Internatsleiter, Küster, Chorleiter usw.), alle weiblichen Angestellten oder Funktionsträger im verantwortungsbereich des Verbandes der Diözesen Deutschlands, der katholischen Kirche oder ihrer Verbände, alle männlichen Ordensangehörigen, die nicht per Gestellungsauftrag Priesterfunktionen im Bereich einer Diözese ausübten, alle weiblichen Angehörigen katholischer Orden. (taz.de)
    • 25.09.2018: Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche: Valium fürs Volk - Ein Kommentar von Anette Langer / SPIEGEL: Alles, was man schon immer über sexuell übergriffige Priester gehört oder geahnt hat, ist in großen Teilen wahr.  Kirchenvertreter zeigten sich bei der Vorstellung entsprechend zerknirscht: "Wir sind erschrocken und tief erschüttert über das, was möglich war im Volk Gottes", erklärte Kardinal Reinhard Marx im Fuldaer Dom. Er entschuldigte sich später für die kirchlichen Gräueltaten: "Ich schäme mich." Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, sprach von einem "Grausen", das ihn angesichts des Ausmaßes der Taten immer wieder befalle. Dennoch haben sich die Forscher vom katholischen Machtapparat benutzen lassen. Indem sie der Kirche die Datenhoheit überließen, haben sie einen unschönen Pakt mit ihrem kontrollhungrigen Auftraggeber geschlossen. Da sind Diözesanangestellte durch die Archive gestreift und haben nach Unterlagen zu Missbrauchstätern gesucht. Nach welchen Kriterien? Welche Fälle fanden Eingang in die Studie - und welche blieben unangetastet? Die Namen der Bistümer, in denen Akten manipuliert und vernichtet wurden, blieben gleichwohl geheim. Hier hat also ein dysfunktionales System sich selbst analysiert - und erwartet jetzt was? Applaus? (spiegel.de)
    • 25.09.2018: Dreßing: "Es geht hier um die Spitze eines Eisbergs, dessen tatsächliche Größe wir nicht kennen": Dreßing sagte, die genaue Zahl der Täter werde sich nicht ermitteln lassen. Die Zahl von 1670 Klerikern sei nur die aus den vorliegenden Akten ermittelbare "untere Schätzgröße" für eine Zahl der Täter. "Wir müssen viel mehr von einem deutlich größeren Dunkelfeld ausgehen." Es gehe hier um die "Spitze eines Eisbergs, dessen tatsächliche Größe wir nicht kennen". (spiegel.de)
    • 25.09.2018: Bistum Trier: 140 Betroffene, die sich seit 2010 im Bistum Trier meldeten, flossen nicht in die Studie ein: Kirchenstudie zu Missbrauch: Viele Fälle an Rhein und Saar - Im Bistum Trier sind demnach in den Personalakten seit 1946 insgesamt 148 Priester wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Betroffen waren insgesamt 442 Opfer. Nach Angaben des Trierer Generalvikars waren unter den 442 Opfern 252 männliche. Es gab demnach 54 staatliche und 67 kirchenrechtliche Verfahren. Von den staatlichen Verfahren wurde fast die Hälfte (25) eingestellt. In 16 Fällen sei es zu Freiheitsstrafen gekommen, bei drei Fällen gab es Geldstrafen. Sechs Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen. «Es gibt kirchlicherseits in diesem Zusammenhang nichts zu beschönigen oder zu beschwichtigen», sagte er.. Zudem meldeten sich seit 2010 insgesamt 140 Opfer beim Bistum Trier, die 75 Priester beschuldigten. Diese Zahlen flossen nicht in die Studie ein. Das Bistum bewilligte 96 von 104 Anträgen auf Zahlungen wegen erlittenen Leides. Gezahlt wurden 475 500 Euro. Zum Bistum Trier gehören knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland. (welt.de)
    • 25.09.2018: Häufig gestellte Fragen zur MHG-Studie - und die Antworten der DBK: Antworten zu häufig gestellen Fragen in Bezug auf das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ („MHG-Studie“). (dbk.de)
    • 25.09.2018: Autoren der Studie: "Drei Viertel der Fälle bleiben im Dunkeln." Zweifel an der Vollständigkeit sind berechtigt - in mindestens zwei Diözesen wurden schon vor Studienbeginn nachweislich Akten vernichtet oder manipuliert. Weil die Mehrzahl nicht mit Seitenzahlen versehen war, sei es ein Leichtes gewesen, Teile daraus zu entfernen, schreiben die Autoren der Studie. 13 von insgesamt 27 untersuchten Diözesen wussten nichts von einer Aktenvernichtung - wollten sie aber auch nicht ausschließen. Etliche Straftaten dürften erst gar keinen Eingang in die Personalakten gefunden haben, weil sie aktiv vertuscht oder nie entdeckt wurden. Die Autoren wissen, dass eine Personalaktendurchsicht quantitativ nur bedingt aufschlussreich ist: "Drei Viertel der Fälle bleiben im Dunkeln."Die Studie ist also weder repräsentativ noch vollständig unabhängig. (spiegel.de)
    • 25.09.2018: Kriminologe Pfeiffer zur MHG-Studie: "Das Entscheidende fehlt: Wir wissen nicht, wer die Verantwortlichen sind." Pfeiffer: "Erschütterungsrhetorik" der Kirche überzeugt nicht. Der Kriminologe Christian Pfeiffer wirft den deutschen Bischöfen mangelnde Transparenz bei ihrer Studie zum Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche vor. Es sei nicht zu verstehen, dass den Autoren der Studie kein Zugang zu Originaldokumenten in den Kirchenarchiven eingeräumt worden sei. "Die Bischofskonferenz hat mit dieser Entscheidung ihre eigene Forschung massiv entwertet", sagte Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur. "Eine Folge davon ist, dass die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse nicht den einzelnen Diözesen und den verantwortlichen Bischöfen zuordnen konnten", kritisierte Pfeiffer. Es sei daher zum Beispiel nicht nachzuvollziehen, wer jeweils einen auffällig gewordenen Priester einfach in eine andere Gemeinde versetzt habe, so wie dies immer wieder vorgekommen sei. Nur volle Transparenz schaffe Vertrauen. "Aber das Entscheidende fehlt: Wir wissen nicht, wer die Verantwortlichen sind." (katholisch.de)
    • 24.09.2018: Kardinal Reinhard Marx nach acht Jahren: "Viele Menschen glauben uns nicht mehr" Kardinal Marx: "Wichtig ist ... äh .... ehm ... die Opfer glauben uns doch nicht - mehr ....die Menschen glauben uns nicht ... oder ... viele Menschen glauben uns nicht ... nehmen uns nicht ab, dass wir es ernst meinen ... mit dieser Orientierung ... Und das müssen wir doch aufgreifen! Da kann ich nicht einfach sagen: "Ja, das bedauere ich sehr und dann gehe ich zur Tagesordnung über!" Die Tagesordnung ihrer Herbstvollversammlung ist nur noch Makulatur. Die katholischen Bischöfe werden in dieser Woche in Fulda vor allem über das Thema Missbrauch sprechen. Es geht auch um ihre eigene Verantwortung.Und so suchen die Bischöfe erst einmal Orientierung in Fakten und Zahlen. In Fulda haben sie erstmals seit Menschengedenken ihre vorab festgesetzte Tagesordnung komplett umgekrempelt. Zwei neue Fragen rücken in den Vordergrund: Wie steht es um die Verantwortung und Beteiligung von Bischöfen - an Taten selbst und vor allem an deren Vertuschung, insbesondere durch Versetzung der Täter und Manipulation der Akten? Und die zweite, nicht weniger beunruhigende: Sind die jetzt bekannt gewordenen Fallzahlen nur die Spitze des Eisbergs? Etwa weil Akten fehlen und sich zahlreiche Betroffene nicht gemeldet haben. Oder aber führen sie im Gegenteil zu einer Überzeichnung, weil in der Studie echte Täter und bloße Beschuldigte in einen Topf geworfen werden? (domradio.de)
    • 24.09.2018: Bundesbeauftragter fordert Akteneinsicht: "Dem Staat kann nicht an einer Kirche gelegen sein, die jede Glaubwürdigkeit verliert": Die Kirche hat aus Sicht des Bundes nicht genug für die Aufarbeitung von Sexualstraftaten getan. Deshalb sei nun der Staat gefragt, sagte der Missbrauchsbeauftragte. Der Staat soll sich in die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche stärker einschalten. Das fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. "Gerade weil Staat und Kirche Partner sind, ist hier auch der Staat gefragt.  Bund und Länder sollten zumindest teilweise die Aufarbeitung der kirchlichen Fälle übernehmen. Zudem brauche es ein Recht auf Akteneinsicht für Betroffene, Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse für staatliche Stellen und Regeln für die Ansprüche auf Entschädigung. Nicht nur im Sinne der Kinder, auch im Interesse von Regierung und katholischer Kirche. Dem Staat könne "nicht an einer Kirche gelegen sein, die jede Glaubwürdigkeit verliert", sagte Rörig. (zeit.de)
    • 24.09.2018: sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Über die Täter" "Der erste Anlauf zu dieser Studie scheiterte. Der Kriminologe Christian Pfeiffer arbeitete daran. Er berichtet, dass er damals einen Anruf bekam. Ein Bischof war dran, Pfeiffer kannte ihn nicht. Der Bischof war schon im Ruhestand. Er sagte, er müsse etwas loswerden und wisse nicht, wem er es sonst sagen könne. In seinem Bistum habe es zwei Priester gegeben, die Kinder missbraucht hatten. Nachdem die Taten bekannt geworden waren, versetzte er sie in andere Pfarreien. Ohne die Gemeinden zu warnen. Das belaste ihn bis heute, das müsse er mit ins Grab nehmen. Pfeiffer sagt, das sei wenigstens ehrlich gewesen." (faz.net)
    • 23.09.2018: Erzbistum Köln: Erstes deutsches Bistum kündigt als Reaktion auf die Ergebnisse der neuen Missbrauchsstudie eine umfassende und unabhängige Aufklärung an: "Wir werden uns der Wahrheit stellen. Und dazu gehört es, ungeschönt und ohne falsche Rücksichten aufzuklären." "Unser Kölner Erzbistum wird sich der Wahrheit stellen, auch wenn diese schmerzlich ist. Und dazu gehört es, ungeschönt und ohne falsche Rücksichten aufzuklären. Das wird wahrscheinlich sehr schmerzhaft: auch für uns selbst. Aber Taten sprechen lauter als Worte. Dazu werde ich eine externe Einrichtung beauftragen, die unabhängig und umfassend unser eigenes - auch institutionelles- Versagen auf mögliche Versäumnisse in der Vergangenheit, auf Versagen und Fehlverhalten hin, aufarbeiten wird. Was die bundesweite MHG-Studie aufgrund des Umfangs der Akten nur stichprobenartig leisten konnte, werden wir für unser Erzbistum von unabhängigen Fachleuten sorgfältig beleuchten lassen (...).  direkt zum Videobeitrag von Kardinal Woelki auf "domradio.de" Woelki: "Mich erreichen in diesen Tagen viele Kommentare und Nachrichten. Auch in persönlichen Gesprächen ist der Tenor: Es muss etwas passieren, so kann es nicht weitergehen. Und ich sage: Sie haben Recht! So kann es wirklich nicht weitergehen." ("wdr.de")
    • 16.09.2018: Sexualisierte Gewalt: Abgründe der katholischen Kirche: Der freie Journalist Christoph Fleischmann im Interview: Christoph Fleischmann weist u.a. darauf hin, dass es jetzt darum geht, auch auf regionaler Ebene die Verantwortungswege anschauen, konkret und mit Namen benannte Wege: Welcher Bischof hat eigentlich dafür gesorgt, dass bei Missbrauchsbeschuldigungen nicht konsequent vorgegangen wurde? Wer hat vielleicht einfach den des Missbrauchs beschuldigten Priester weiterversetzt in die nächste Gemeinde? (ard)
    • 15.09.2018: Missbrauchs-Studie der katholischen Kirche: "Wenn beten nicht mehr hilft" - Das wahre Ausmaß der sexualisierten Gewalt in der katholischen Kirche erfasst der Bericht bei Weitem nicht:  Das liegt an den Kompromissen, die das Team 2014 eingegangen ist, als die Untersuchung erneut ausgeschrieben wurde, nachdem ein erster Versuch mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer krachend am Streit um die Freiheit des Forschers gescheitert war. Das Konsortium aus Mannheim, Heidelberg und Gießen akzeptierte, was Pfeiffer abgelehnt hatte: Es gab keinen direkten Zugang zu den kirchlichen Personalakten; die Forscher drückten Kirchenmitarbeitern Fragebögen in die Hand, die gingen dann das Archiv durch. "Ich hätte mich darauf nicht eingelassen", sagt einer, der in der Erforschung von Missbrauch erfahren ist. Er kenne sogar einen Fall, im dem der Leiter des Archivs einer der Beschuldigten war. Auch sonst aber liegt in den Akten nur bedingt die Wahrheit. In der jetzigen Studie berichten die Forscher ebenfalls von Aktenvernichtungen, in zwei Bistümern seien sie systematisch gewesen. Sie sprechen von einer "Hellfeldstudie"; dem Dunkelfeld des Missbrauchs nähert sie sich nicht an. Die Zahlen von 1670 Tätern und 3677 Betroffenen sind Mindestannahmen. (sueddeutsche.de)
    • 15.09.2018: Kriminologe Pfeiffer kritisiert Missbrauchsstudie: Der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, sieht bei der Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland "große Schwachpunkte". Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. (spiegel.de
    • 14.09.2018: "Der Aufstieg der Täter": Fast zehn Prozent der katholischen Kleriker, die Kinder missbraucht haben sollen, hatten irgendwann ein leitendes Amt inne: Beispielsweise Dechant, Regens, Offizial, Domkapitular, Weihbischof, Bischof oder Erzbischof. (zeit.de)
    • 12.09.2018: Kriminologe Pfeiffer: "Der Grad der Vertuschung ist atemberaubend und übertrifft alles, was ich erwartet habe!": "Der Bericht gibt nicht das vollständige Bild und ist nicht völlig unabhängig", sagte Pfeiffer im Gespräch mit der "New York Times".  Die Forscher hatten keinen direkten Zugang zu Kirchenakten, sondern stützten sich stattdessen auf das Personal der Kirche, um Fragebögen für sie auszufüllen, sagte er. In mehreren Fällen fand der Bericht Beweise dafür, dass Akten über den Missbrauch von Minderjährigen manipuliert oder zerstört worden waren. (New York Times)
    • 12.09.2018: Offizielle Pressemitteilung von Bischof Ackermann zur Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“: Die offizielle Pressemitteilung von Bischof Ackermann zu den Ergebnissen der Studie  beginnt mit den Worten "Aufgrund der Indiskretion und damit verbundenen Veröffentlichung der Studie  (...).  Sein Bedauern und sein Ärger gilt in erster Linie der Tatsache, "dass die bisher vertraulich gebliebene Studie und somit das Ergebnis vierjähriger Forschungsarbeit (...)  heute durch Medien veröffentlicht worden ist." (dbk.de)
    • 12.09.2018: Bischof Ackermann: „Wir wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird.": Bischöfe bedauern vorzeitige Veröffentlichung von Missbrauchsstudie:  Bischof Ackermann gibt an,  "Wir (??? Anmerk. ca)) wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird."Es ist für uns bedrückend und beschämend,“ so Bischof Ackermann. Doch „gerade mit Blick auf die Betroffenen sexuellen Missbrauchs“ sei die „verantwortungslose Vorabbekanntmachung der Studie ein schwerer Schlag,“ betonte der Bischof. Wie geplant werde sich die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz jedoch am kommenden 25. September „mit der Studie und den daraus zu ziehenden Konsequenzen“ befassen. „Wir werden die Studie gemeinsam mit dem Forscherkonsortium am Mittag in einer Pressekonferenz vorstellen und erläutern,“ kündigte Ackermann an. (Vaticannews.va)
    • 12.09.2018: "Das Ausmaß des Verbrechens":Über vier Jahre lang haben die deutschen Bischöfe sexuelle Gewalt in der Kirche systematisch erforschen lassen. Wir veröffentlichen erste Ergebnisse der Studie. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen der ZEIT exklusiv vor. Sie zeigen: 1670 Kleriker wurden zwischen 1946 und 2014 als Missbrauchsbeschuldigte innerhalb ihrer Kirche aktenkundig. 3677 Kinder und Jugendliche wurden nach Lage der Akten mutmaßlich zu Opfern. 4,4 Prozent aller Kleriker sollen im genannten Zeitraum Minderjährige sexuell missbraucht haben. "Diese Zahl stellt eine untere Schätzgröße dar", heißt es in einer offiziellen Zusammenfassung der Studie. (zeit.de)

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    H I N W E I S

    Unter dem nachfolgenden Link finden Sie die anonymisierte Onlineumfrage:
    Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der deutschen Bischofskonferenz"
    MHG-Studie
    Geben Sie im Eingabefeld die Losung: MHG2016 ein.
    Die Umfrage ist bis zum 30.06.2017 freigeschaltet.

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    • Nach verheerenden Zwischenergebnissen: Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Transparenz bei Missbrauchsaufarbeitung: Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat von der katholischen Kirche mehr Transparenz bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs gefordert. "Die Kritik der Betroffenen kann ich sehr gut nachvollziehen", sagte er. "Außerdem ist Transparenz das A und O", ergänzte Rörig gegenüber der "Passauer Neuen Presse" nach der Veröffentlichung erster Forschungsergebnisse zu Ursachen und Ausmaß der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Die Aufarbeitung müsse mit so vielen Details wie möglich erfolgen. "Dafür ist auch die Nennung von Namen erforderlich, und zwar nicht nur der Täternamen. Es müssen auch diejenigen in den Blick genommen werden, die Täter geschützt haben", forderte Rörig.("MissBiT")
    • "Wer schützte die Täter?" - Die Forscher, die nun Interviews mit Betroffenen führen und Informationen der Kirche auswerten, mussten ihre Methodik mehrfach verändern, weil sich herausstellte, dass die Personalakten der Bistümer nicht sehr aussagekräftig sind. „In vielen Fällen finden sich überhaupt keine Spuren in den Akten“, sagt Harald Dreßing – weil Dokumente aus Datenschutzgründen vernichtet, Hinweise absichtlich vertuscht wurden oder weil sich Kinder nicht trauten, über das zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Umso mehr sind die Forscher darauf angewiesen, dass sich viele Betroffene melden und über ihre Erfahrungen sprechen. Sie können seit Kurzem anonym an einer Online-Umfrage teilnehmen. „Nur die Betroffenen kennen die Wahrheit“, sagt Dreßing. (tagesspiegel.de)
    • "Kirchliche Missbrauchsstudie: Priester, 39, psychisch labil, sucht Zwölfjährigen - Es war still geworden um die katholischen Missbrauchsaufklärer. Jetzt legen sie einen Zwischenbericht vor - er zeigt, wie skrupellos und gewaltbereit sich Sexualstraftäter im Pfarrhaus gebärden. Gegenstand der Analyse waren aber nicht etwa kircheninterne, lang verschlossene Informationen, sondern 40 allgemein zugängliche internationale Studien über Missbrauch in der katholischen Kirche sowie 13 weltlichen Institutionen.  Skepsis ist angebracht, denn: In vier von zehn Studien zu kircheninternem Missbrauch wurden Befragungsmethoden eingesetzt, die sozialwissenschaftlich nicht anerkannt sind. Auch die Zahl der strukturierten klinischen Interviews ist verschwindend gering. Psychiatrisch-psychologische Erhebungen wurden in nur zehn Prozent der Untersuchungen durchgeführt. Doch Pfeiffer bezweifelt noch heute, ob es den beteiligten Wissenschaftlern gelingen kann, aussagekräftige Daten aus den Archiven aller Diözesen zu beschaffen. "Dieser Zwischenbericht ist doch nur ein Vorspiel", kritisiert er. "Die Macher wollen professionelle Tüchtigkeit demonstrieren. Es ist eine Fleißarbeit, die keine der zentrale Fragen beantwortet." ("spiegel.de")
    • "Es hört nicht irgendwann auf, wie mancher Kirchenverantwortliche gedacht haben mag. Hier taucht ein neuer Fall auf, dort gibt es neue Erkenntnisse zu einem alten. In Hildesheim weiß man nun, dass jener Priester, der für viele sexuelle Übergriffe am Berliner Canisius-Kolleg verantwortlich ist, auch zwei Frauen missbraucht hat. In Trier steht der Vorwurf im Raum, das Bistum hätte bei einem jetzt suspendierten Priester schon 2006 handeln müssen; damals war Reinhard Marx Bischof, der heutige Münchner Kardinal und Vorsitzende der Bischofskonferenz."("sueddeutsche.de")
    • "Was bisher aus der Metaanalyse bekannt ist, gibt bereits einen Blick in den Abgrund frei: Unter 328 Tätern machten die Forscher 97 Mal emotionale und sexuelle Unreife aus, 71 Mal Persönlichkeitsstörungen und 58 Mal Merkmale von Pädophilie. ("taz.de")
    • "SWR-Redakteurin Vanja Weingart hat mit Professor Harald Dreßing vom ZI gesprochen:Ein Drittel sind schwere Sexualdelikte" ("swr.de")
    • "Sexuell unreif, pädophil, Persönlichkeit gestört: Wissenschaftler unter anderem aus Mannheim suchen in einem Forschungsprojekt nach Ursachen der vielen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Erste Ergebnisse sind erschütternd. "(swr.de)
    • "Kirche wendet eher Geld für Anwälte auf: Matthias Katsch glaubt hingegen nicht, dass die Kirche aus den Missbrauchsfällen gelernt hat. "Die nichtlebbaren Vorschriften zur Sexualität von Priestern und Laien erzeugen ein permanente Doppelmoral", sagt er. Und bisher wende die Kirche noch mehr Geld für Anwälte und PR auf als für Missbrauchsopfer. Weiterhin ist es für die Betroffenen absolut inakzeptabel, dass Bischöfe und kirchliche Vorgesetzte, die Missbrauchstaten unter der Decke gehalten und Täter geschützt haben, nicht genannt werden sollen", sagt Matthias Katsch" ("t-online.de")
    • "Die Zahl wird fast täglich größer: Knapp 1700 Personen haben inzwischen bei der Katholischen Kirche in Deutschland beantragt, als Opfer sexuellen Missbrauch durch Priester oder andere Kirchenmitarbeiter anerkannt und dafür finanziell entschädigt zu werden. - Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der DBK für Fragen sexuellen Missbrauchs, beteuert, es gebe „keine Anhaltspunkte für die mengenweise Vernichtung von Akten“ in kirchlichen Einrichtungen. Unklar ist aber, wie viele Vergehen erst gar nicht in die Priesterakten aufgenommen wurden. Hinzu kommt: Nicht alle Staatsanwälte rücken die Akten heraus." ("derwesten.de")
    • "Oft gebe es in den Personalakten aber keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe, sagt Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs. Aktenvernichtung in größerem Stil habe es dabei nicht gegeben. Im Rückblick liegt das Versagen wohl eher am Desinteresse der Kirche, genau hinzuschauen. Es habe Fälle gegeben, bei denen die Staatsanwaltschaft bei Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche ermittelte, die Kirche aber keinen eigenen Prozess anstrengte, sagt Ackerman." ("sz-online.de")
    • "Studie zu sexuellem Missbrauch: Erschreckende Analyse der katholischen Kirche offenbart einen Blick in den Abgrund" ("focus.de")
    • "Missbrauch in der Kirche: Priester und Gemeindepfarrer sind Täter: Eines machen die Wissenschaftler von Anfang an klar: Eine umfassende und strengen wissenschaftlichen Standards genügende quantitative Vollerhebung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche sei nicht möglich. Der Hauptgrund: sowohl die kirchlichen Personalakten als auch die Strafrechtsakten könnten nur einen Bruchteil der tatsächlich begangenen Delikte abbilden." ("fr-online.de")
    • "Die meisten Opfer sind Jungen: Ein Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche liefert erste Ergebnisse. Bei einem Drittel der Taten liegt demzufolge eine „erhebliche Schwere“ vor." ("faz.net")
    • "Die meisten Missbrauchsopfer sind männlich: In aufwendigen Studien untersuchen Wissenschaftler den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Jetzt gibt es Ergebnisse einer Teilstudie über Täter und Opfer." ("zeit.de")