Montag, 3. Juli 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Müller-Nachfolger Ladaria zeigte Missbrauchsfall nicht an


«Soweit möglich dafür  sorgen, dass der neue Status des laisierten Geistlichen keinen Skandal unter den Gläubigen verursacht."


Der neue Leiter der Römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, hat laut einem Medienbericht in einem Missbrauchsfall nachlässig gehandelt. Laut der italienischen Tageszeitung «Repubblica» (Montag) wusste der Spanier in seiner früheren Funktion als Sekretär der Glaubenskongregation vom Kindesmissbrauch durch einen italienischen Priester. Er zeigte diesen nicht bei der Staatsanwaltschaft an. Geistlichen aus der Stadt Foggia sei im Vatikan diskret der kirchenrechtliche Prozess gemacht worden. An dessen Ende stand die Höchststrafe (!),  also die Entlassung aus dem Priesterstand. In einem lateinischen Schreiben der Glaubenskongregation von 2012, das über die Laisierung des Priesters aufgrund des Missbrauchs informiert, heisst es laut «Repubblica», man solle «soweit möglich dafür zu sorgen, dass der neue Status des laisierten Geistlichen keinen Skandal unter den Gläubigen» verursacht.
Ex-Priester geriet wieder an Jugendliche

Die diskrete Behandlung des Falls durch das vatikanische Kirchengericht sowie das darauffolgende Stillschweigen des zuständigen Bischofs ermöglichten es dem verurteilten Ex-Priester offensichtlich, sich in einer neuen Rolle als Jugend-Fussballtrainer weiteren Minderjährigen sexuell zu nähern. Der Fall sorgte im Januar 2013 in der Region Apulien für erhebliches Aufsehen.

den vollständigen Artikel auf "kath.ch" lesen


Anmerkung ca: Vorsitzender (Präfekt) der Glaubenskongregation von 2012 bis 2017 war übrigens der ehemalige Regensburger Bischof, Gerhard Ludwig Müller ... 



  • Nicht "Null-Toleranz", sondern über 75%-Toleranz! Papst Franziskus hatte wiederholt behauptet, dass er und sein Vorgänger, Papst Benedikt, eine "Null-Toleranz"-Politik gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Kindern anwenden würden. Es hätte also dementsprechend viele Entlassungen aus dem Priesterstand geben müssen. Doch die Zahlen, die Papst Franziskus den Vereinten Nationen im Jahr 2014 vorlegte, zeigen, dass weniger als ein Viertel aller Priester, die Kinder sexuell missbrauchten, entlassen wurden....